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Vorrichtung zur Erzielung sauberer Auflageflächen an Werkstückspannvorrichtungen
bei Werkzeugmaschinen mit spanabhebender Bearbeitung Vor dem Festspannen von Werkstücken
auf dem Werktisch bzw. auf der Einspannvorrichtung von Werkzeugmaschinen müssen
die Auflageflächen am Werkstück und an der Spannvorrichtung jeweils peinlichst von
anhaftenden Staub- und Werkstoffteilchen gesäubert werden. Dieser Vorgang bedingt
einen erheblichen Zeitaufwand, außerdem können selbst während des Auflegens des
Werkstücks immer noch Schmutzteilchen zwischen die Auflageflächen gelangen.
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Bisher wurden die Auflageflächen der Werkstückspannvorrichtungen bei
Werkzeugmaschinien mit spanabhebender Bearbeitung dadurch gereinigt, daß mittels
eines von Hand geführten Preßluftschlauches in die Vorrichtung hineingeblasen wurde.
Hierbei war es jedoch nicht möglich, den Luftstrom zuverlässig immer an die Stellen
zu lenken, an denen es besonders auf die Sauberkeit der Auflageflächen ankam. Die
Wirksamkeit dieses Verfahrens war im hohen Maße abhängig von der Sorgfalt und Geschicklichkeit
des die Maschine bedienenden Mannes.
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Es ist bereits bekannt, bei Werkzeugmaschinen -mit spanloser Formung,
insbesondere bei Stanzen durch den Einbau von Preßluftblaseinrichtungen, deren Austrittsöffnungen
in den Auflageflächen für das Werkstück münden, für die Entfernung der Werkstückabschnitte
aus dem Arbeitsbereich der Stanzwerkzeuge, die dabei auch gereinigt werden, zu sorgen.
Ferner ist :es auch bekannt, bei Werkzeugmaschinen mit spanabhebender Bearbeitungsweise
den Abtransport der Späne von der Arbeitsstelle, beispielsweise
eines
Bohrwerkzeuges durch- auf diese Stelle gerichtete Preßluftströme, zu bewirken und
durch die zugeführte Preßluft gleichzeitig das Werkzeug zu kühlen. Gegenstand der
Erfindung ist eine Reinigungsvorrichtung für die Auflageflächen an Werkstückspannvorrichtungen
bei Werkzeugmaschinen mit spanabhebender Bearbeitung, die die Auflageflächen in
einfachster Weise ohne Zeitverlust und ohne Beeinträchtigung der Umgebung auch an
den unzugänglichsten Stellen des Werkstücks bzw. der Spannvorrichtung zu reinigen
gestattet. Erfindungsgemäß wird dieses Ziel dadurch erreicht, daß in die Auflageflächen
am Werktisch bzw. an der Einspannvorrichtung Austrittsöffnungen für Preßluft münden-,
denen die Preßluft vorzugsweise selbsttätig bei Annäherung der gegeneinander zur
Anlage gelangenden Auflageflächen durch- in der Auflagefläche der Spannvorrichtung
angeordnete, mit einem Fühlstift versehene Steuermittel zugeführt sowie wieder abgesperrt
wird. Der Erfindung entsprechend kann die Blasvorrichtung mit einer an sich bekannten
Werkstückabhebevorrichtung derart in Verbindung stehen, daß letztere den Blasluftstrom
auslöst bzw. steuert. Dies wird in besonders zweckmäßiger Weise dadurch bewirkt,
daß der Betätigungskolben der Abhebevorrichtung gleichzeitig als Steuerkolben für
die Blasvorrichtung ausgebildet ist, Die Zeichnung veranschaulicht die Erfindung
an Hand von Ausführungsbeispielen, und zwar zeigt Abb. i eine einfache Ausführungsform
der Erfindung in Verbindung mit einer Werkstückabhebevorrichtung, Abb. 2 und 3 je
einen Schnitt durch das Steuerorgan in Abb. i gemäß den Schnittlinien A-B und C-D,
Abb. 4 ein anderes Ausführungsbeispiel im Schnitt, Abb. 5 eine Abwandlung des Ausführungsbeispiels
gemäß Abb. 4, Abb. 6 die Vorrichtung in Verbindung mit einer Abhebevorrichtung.
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Zur Steuerung der an sich bekannten Werkstückabhebevorrichtung 15
bis 17 dient gemäß Abb. i bis 3 ein durch einen Handgriff 12 zu betätigendes Hahnküken
i, durch dessen Bohrungen 2 und 3 das Druckmittel von der Eintrittsöffnung
4 in die Leitung 14 und den -Zylinder 15 gelangt, wo es den am Kolben 16
befestigten
Auflagezapfen 17 anhebt. Mittels des Handgriffes 12 wird vor Auflegen des Werkstückes
13 das Küken i in die in Abb. 2 und 3 gezeigte Stellung gebracht. Gleichzeitig wird
durch Betätigung des Hebels 12 der Weg für die Preßluft freigegeben-, die von der
Eintrittsöffnung Io über die Bohrungen 8, 9, 11 bis an den Absperrhahn 18 gelangt.
Dieser wird, 'erst kurz bevor das Werkstück 13 mit seiner Auflagefläche 2
1 auf den Zapfen 17 aufgesetzt wird, geöffnet. Die durch die Leitung Ig zugeführte
Preßluft bläst dann in starkem Strahl, aus der Öffnung 2o durch den schmalen Spalt
zwischen dem Werkstück und der Auflagefläche 22 der Spannvorrichtung 'hindurch.
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Um das Werkstück voll zur Auflage zu bringen, wird durch den in bekannter
Weise mit Feststellvorrichtungen versehenen Hebel 12 das Hahnküken i in eine solche
Stellung gebracht, daß das Druckmittel aus dem Zylinder 15 durch die Bohrungen 5,
2, 3, 6 abfließen kann, während die Preßluft während des Senkvorganges über die
Bohrungen Io -, 7, 8, 11 so lange weiter bläst, bis die Auflagefläche 2I die Preßluftaustrittsöffnung
2o abschließt. Das Anheben des Werkstückes geschieht wieder, wie vorher beschrieben.
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In der Zeichnung ist nur ein Abhebezapfen und eine Blasöffnung dargestellt.
Die Vorrichtung ist- aber durch entsprechende Anordnung von Verteilerrohren usw.
für beliebig viele Abhebezapfen und Blasöffnungen verwendbar.
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Das in Abb. 4 dargestellte Ausführungsbeispiel der Erfindung zeigt
eine Blasvorrichtung, die unabhängig für sich und vollkommen selbsttätig arbeitet
und die Blasluft sowohl bei abgehobenem als auch bei aufgesetztem Werkstück abschaltet.
Die Blasluft wirkt also nur während des Aufsetz- und Abhebevorganges. In der Spannvorrichtung
23 ist die Führungsbuchse 24 angebracht, in der der Steuerkolben 25 durch die auf
dem Abschlußdeckel 26 sitzende Feder 27 gegen den Anschlag 28 der Buchse gedrückt
wird. Wird das Werkstück 13 mit seiner Auflagefläche 2 1 auf den mit dem Steuerkolben
2 5 verbundenen Zapfen 29 aufgesetzt, so wird der Steuerkolben nach unten gedrückt.
Die Preßluft kann dann von ihrer Eintrittsstelle 3o über die Leitung 3 1,
den Ringraum 32 der i( Führungsbuchse 24 sowie die Aussparung 33
des
Steuerkolbens und den Ringraum 34 der Buchse zu der Austrittsöffnung 2o gelangen,
von wo sie zwischen den Auflageflächen 2 1 und 22 hindurchgeblasen wird. Wenn die
11 Flächen 2I, 22 miteinander zur Anlage kommen sind, ist der Steuerkolben
so weit heruntergedrückt-, daß durch die Kante 35 der Ringraum 32 abgeschlossen
und der Preßluftstrom unterbrochen ist. Wird nach der Bearbeitung das Werkstück
angehoben, so drückt die Feder 27 den Steuerkolben 25 nach oben. Der Preßluftstrom.
wird dabei so lange freigegeben, bis der Kolben an den Anschlag28 stößt und mittels
der Steuer- 12 kante36 der Ringraum34 abgeschlossen und der Preßluftstrom wieder
unterbrochen ist.
Es können naturgemäß auch eine Mehrzahl von Ausblasöffnungen
von :einem Fühlfinger nebst zugehöriger Steuervorrichtung betätigt werden.
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Die Anordnung gemäß Abb. 5 unterscheidet sich, von dem Ausführungsbeispiel
in Abb. 4 dadurch, daß der Steuerkolhen 25 so ausgebildet ist, daß er nur bei abgehobenem
Werkstück den Preßluftstrom unterbindet, während letzterer bei herabgedrücktem Kolben
nicht abgeschnitten wird. Der Blasluftstrom wird hierbei durch das Werkstück selbst
unterbrochen, indem die Fläche 2I die Austrittsöffnung 20 verschließt.
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Ein Ausführungsbeispiel der -Erfindung für die Kombination der Abhebevorrichtung
mit einer selbststeuernden Blasvorrichtung ist in Abb. 6 dargestellt. Die Buchse
24 ist auch hier mit einem Deckel. 26, jedoch unter Zwischensdhaltung einer Dichtung
37, abgeschlossen, aber länger ausgebildet, da sie gleichzeitig als Druckkammer
38 für das durch die Bohrung 39 ein- und austretende Druckmittel dient. Der Zapfen
29 des Steuerkolbens 2 5 ist von einer Spiralfeder 40 umgeben, die sich gegen
den Anschlag 28 abstützt und zum .Ausgleich der Schwankungen des Druckmittelrückflusses
dient. Die Steuerung des Druckmittelzu- und -abflusses geschieht auch hier durch
Handschaltung, während die Preßluft selbsttätig in Abhängigkeit von der Abhebevorrichtung
entsprechend dem in Abb. 4 dargestellten Ausführungsbeispiel gesteuert ist. Auch
diese Bauform kann wie alle anderen angeführten Ausführungsformen mehrfach an
C
einer Spannviorrichtung angebracht werden. Durch die Erfindung werden alle
Auflageflächen einer Spannvorrichtung bis zur vollkommenen Auflage des Werkstückes
gleichzeitig und selbst an schwer zugänglichen Stellen einwandfrei sauber gehalten,
während durch die Blaswirkung beim Abheben des Werkstückes die Auflageflächen schon
für das nächste Werkstück von Bearbeitungsspänen frei gehalten werden.