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Vortrags- und Theaterbühne Gegenstand der Erfindung ist eine Vortrags-
und Theaterbühne für Räume, die nicht dauernd für Vortrags- und Theaterzwecke eingerichtet
sind, sondern die für diese Zwecke erforderliche Ausgestaltung nur im Bedarfsfalle
erfahren. Das Bedürfnis, ,anderen Zwecken dienende Räume für die Darbietung von
Vorträgen und Vorführungen verschiedenster Art herzurichten, besteht namentlich
bei den für Kundgebungen benutztelnGemeinschaftsräumen industrieller Werke, ferner
auch in den Werkräumen, die häufig für derartige Zwecke benutzt werden, sowie auch
in Sälen rund Hallen für öffentliche Veranstaltungen. Derartige Räume müssen für
Zwecke des Vortrags o. dgl. eine besondere bühnenmäßige Ausgestaltung erfahren,
die der Würde des Vortrags oder der Kundgebung o. dgl. angepaßt ist. Diese Gestaltung
geschieht bisher mehr oder minder behelfsmäßig und ist in der Regel zeitraubend.
Demgegenüber ermöglicht es die Erfindung mit einfachen Mitteln, einem beliebigen
geeigneten Raum in wenigen Minuten bühnenmäßig herzurichten.
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Die Erfindung besteht im wesentlichen darin, daß in einem ,an der
Rückseite des Bühnenraumes angeordneten Schrank mehrere Vorhänge m einer Reihe nebeneinander
hängend bereitgestellt sind, vom denen jeder auf je einer an der Bühnendecke angeordneten
Schiene aus dem Schrank heraus über den Bühnenraum ausgezogen wird, wobei der am
einen. Ende der Reihe befindliche Vorhang als seitlicher Bühnenab-schluß bis an
die Bühnenfront und als vorderer Bühlnenabichluß über die Bühnenfront hinweggezogein
und der am anderen Ende der Reihe befindliche Vorhang als hinterer Bühnenabschluß
ebenfalls vollständig über die Bühne und alsdann als Seitenabschluß nach vorn sowie
gegebenenfalls
zur Unterteilung des Bühnenraumes zwischen den vorderen
und den hinteren Abschlußteilen aus ;gespannt wird, während die übrigen Vorhänge
teils zur Ausgestaltung des vorderen und des hinteren Bühm:enabschlusse''s teils
zur Raumeinteilun,g der Bühne dieser ausgezogen werden.
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Der Gegenstand der Erfindung ist auf der Zeichnung in einer Ausführungsform
heispiiels-«-eise dargestellt. Es -neigen: Abb. i einen Grundriß der Bühne, Abb.2
eine Ansicht der Bühne, Abb. 3 und .i zwei senkrechte Schnitte durch einen Teil
der Bühneneinrichtung nach der Linie A-A der Abb. i.
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Der Grundriß (Abb. i) zeigt einen Teil eines Raumes, der für Kundgebungs-
und Vortrags- oder auch Theaterzwecke o. dgl. benutzt werden soll. Das kann beispielsweise
eine Werkstatt sein, die für den gedachten Zweck ausgeräumt und in einer Ecke bühnenmäßig
hergerichtet wird.
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In derartigen Fällen wird für dauernd, zweckmäßig in einer Ecke des
Raumes, ein Wandschrank i angeordnet. In diesem sind mehrere Vorhänge 2,
14, 5, 6, 7 nebeneinander in einer Reihe hängend bereitgestellt. Die Vorhänge
sind dem gedachten Zweck entsprechend ausgestaltet.
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Jeder Vorhang ist in der aus Abb. 3 und .4 ersichtlichen Weise mit
Rollen 8 an je einer Schiene aufgehängt. Die Schienen sind an der Decke des in Abb.
i dargestellten Raumes befestigt und verlaufen so, daß die einzelnen Vorhänge aus
dem Wandschrank herausgezogen und über der Bühne gemäß dem Grundriß (Abb. i) ausgezogen
werden können.
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Dabei wird der am einen Ende der Vorhangreihe befindliche Vorhang
2 als Seitenabschluß für die Bühne aus dem Schrank nach vorn herausgezogen bis an
die Bühnenfront, die beispielsweise durch die Vorderkante eines im Raum aufgestellten
Podiums i o bestimmt ist. Der Vorhang wird alsdann über die Bühnenfront ausgespannt
und bildet somit den vorderen Bühnenabschluß, der zugleich die Bühne gegen den Zuschauerraum
verdeckt.
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Der am anderen Ende der Vorhangreihe befindliche Vorhang 3 wird als
hinterer Bühnenabschluß ebenfalls über die volle Bühnenbreite ausgespannt, alsdann
links im Sinne der Abb. i als seitlicher Bühnenabschluß nach vorn gezogen und kann
nunmehr, wie Abb. i ebenfalls zeigt, zwischen den vorderen und hinteren Bühnenabschlußteilen
der Vorhänge 2 und 3 ausgespannt werden. Die mit 5 und 6 bezeichneten Vorhänge lassen
sich ebenfalls für den Abschluß der Bühne nach hinten verwenden, wogegen der Vorhang
6 quer über die Bühne gespannt wird und dadurch wie das Ende des Vorhanges 4 zur
Raumunterteilung der Bühne beiträgt. Der Vorhang 7 wird an der rechten Seite der
Bühnenwand im Sinne der Abb. i ausgespannt :,und alsdann beispielsweise an der Bühnen-.
#rrrnt nach vorn gezogen.
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s. Die zunächst geschlossene Bühne wird durch =teilweises Zurückschieben
der an der Bühnenfront befindlichen Vorhänge 2 und 7 geöffnet und bietet dann den
aus Abb.2 ersichtlichen Anblick.
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Die Bühne ist bei dieser Gestaltung in einem Mittelraum und in zwei
kleinere Seitenräume unterteilt. Der Mittelraum dient den Rednern oder Künstlern
als Standort und nimmt das Rednerpult, Musikinstrumente oder sonstige für die Darbietung
benötigte Gegenstände auf. Die durch den Vorhang 6 sowie durch das Ende des Vorhanges
3 gegen den Mittelraum abgeschlossenen Seitenräume können als Umkleideraum sowie
für die Bereitstellung von Geräten und Hilfsmitteln für die Zwecke der Darbietung
benutzt werden.
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Bei der erläuterten Anordnung der fest an der Decke dies Raumies verlegten
Schienen läßt sich die Bühne in der Weise herrichten, daß man beispielsweise den
Vorhang 6 nicht aus dem Wandschrank i herauszieht und auf die Unterteilung der Bühne
in zwei Seitenräume verzichtet. Ebenso kann davon abgesehen werden, den Vorhang
3 nach dem seitlichen Abschluß der Bühne im Sinne der Abb. i quer über diese auszuspannen.
Man kann also je nach Bedarf neben der Vortragsbühne einen oder zwei Seitenräume
errichten, so daß die Vortragsbühne gegebenenfalls in der Gesamtanordnung einseitig
liegt. Man kann statt dessen auch die Seitenräume völlig weglassen, so daß sich
der Vortragsraum über die volle Bühnenbreite erstreckt.
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Da es für die Herrichtung für die Bühne nur erforderlich ist, die
Vorhänge aus dem Schrank herauszuziehen und über der Bühne auszuspannen, was infolge
der Schieinen- und Rollenführung keine nennenswerte Mühe erfordert, so ist die Einrichtung
der Bühne in wenigen Minuten durchzuführen. Ebenso schnell ist die Bühne durch Zurückschieben
der Vorhänge in den Wandschrank wieder beseitigt.
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Lichtbildwände und Fahnendekoration können an den Deckenwänden mitbewegt
werden. so daß für diesen Zweck besondere Vorkehrungen nicht erforderlich sind.