DE707C - Steinpapp-ßcdachungs-Methode - Google Patents
Steinpapp-ßcdachungs-MethodeInfo
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Classifications
-
- E—FIXED CONSTRUCTIONS
- E04—BUILDING
- E04D—ROOF COVERINGS; SKY-LIGHTS; GUTTERS; ROOF-WORKING TOOLS
- E04D5/00—Roof covering by making use of flexible material, e.g. supplied in roll form
- E04D5/14—Fastening means therefor
- E04D5/141—Fastening means therefor characterised by the location of the fastening means
- E04D5/142—Fastening means therefor characterised by the location of the fastening means along the edge of the flexible material
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Description
1877.
Klasse 37.
LUDWIG NAGEL in FRANKFURT a. O. Steinpapp - Bedachungsmethode.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 4. Juli 1877 ab.
Die auf bekannte Art hergestellte, mit Theer imprägnirte und auf der Oberfläche mit fest anhaftendem
Sand bedeckte Dachpappe fertige ich in kleinen Tafeln, etwa in der Gröfse von 35 cm
Breites und 72 cm Länge, in bestmöglichster Beschaffenheit.
Diese Tafeln werden im »regelmäfsigen Verbände«
dergestalt auf die Schalung befestigt, dafs, in der Richtung von der Traufkante nach
oben, jede folgende horizontale Reihe die vorher gelegte schuppenartig um etwas mehr als
die Hälfte bedeckt.
Diese Papptafeln werden auf die Dachfläche mit Kalk befestigt, indem jede Tafel auf der
unteren Seite mit dicker Kalkmilch (Calciumoxydhydrat) bestrichen und in gleicher Weise
auch die Stelle behandelt wird, auf welcher die Papptafel ihren Platz finden soll. Es erfolgt
dieses Bestreichen mit Kalk unmittelbar vor dem Auflegen jeder einzelnen Tafel, so dafs die beiden
sich berührenden Flächen durch den flüssigen Kalk verbunden werden.
Um jede Papptafel genau an ihrer Stelle festzuhalten, wird sie mit zwei Nägeln angeheftet
in der Anordnung, dafs diese beiden Nägel ungefähr in der Mitte der Langseite am Rande
der Papptafel angebracht, derartig, dafs diese Nägel von der nächsten darüber zu legenden
Reihe noch mit bedeckt werden.
Ein Festnageln an noch anderen Stellen der Papptafel findet nicht statt und wird sorgfältig
vermieden.
Um jede einzelne Stelle der gesammten Dachfläche doppelt — an den Uebergangspunkten,
in der Richtung des Gefälles, von einer Tafel zur nächsten dreifach — (im Verband) zu belegen,
gebe ich unten (zu unterst als erste Reihe) und oben, am Schlufs des Daches (obenauf)
eine, die halbe Höhe einnehmende Querschicht, die auch nur in einer Linie, an einem Rande mit Nägeln geheftet wird. Am
Traufende zu unterst, am Schlufs des Daches zu oberst.
Diese beiden Querschichten verlege ich so, dafs sich die Papptafeln seitwärts um etwas überdecken,
während die Papptafeln in allen übrigen Reihen nur dicht nebeneinander gelegt werden.
Ueber die gesammte Oberfläche bekommt das Dach zuletzt noch einen Anstrich von dicker
Kalkmilch, gemischt mit Eisenoxyd und Thonerde.
Die Ränder des Daches (Traufkante, Wetterkante, Anschlüsse an benachbarte Gebäude,
Schornsteine etc.) werden behufs sauberer Ableitung des Regenwassers mit Zinkblech in bekannter
Weise ausgestattet.
Motive für diese Methode. Der beim Legen der Papptafeln in der oben beschriebenen
Weise verwendete Kalk wirkt befestigend, indem er zuvörderst unter der Papptafel eine Luftleere
bildet, und demnächst mit der Kieselerde und den harzigen Stoffen, aus denen die Oberfläche
der Papptafel besteht, die bekannte chemische Verbindung eingeht.
Von allen Seiten mit Kalk bedeckt, sind die bituminösen Stoffe, mit denen die Papptafeln
imprägnirt wurden, gegen die zersetzende Wirkung der Luft geschützt.
Die Befestigung der Papptafeln an die Dachfläche durch Kalk ist so zuverlässig, dafs ein solches
Dach, wie ich durch Versuch festgestellt habe, dem stärksten Wind im Freien widersteht.
Die in dieser Methode liegende schuppenartige Gliederung, sowie die Art, in welcher die
Papptafeln befestigt werden, haben den Zweck, dem Pappdach denjenigen Grad von Beweglichkeit
zu sichern, den das unterliegende Holz (Schalung, Sparren etc.) vermöge seiner hygroskopischen
Eigenschaft in Anspruch nimmt.
Der Mangel an Beweglichkeit ist in den meisten Fällen die Ursache von der bekannten
Unzuverlässigkeit der Pappdächer, wenn die Pappe nach dem bisher allgemein angewendeten
Verfahren im ausgespannten Zustande festgenagelt wird, weil das Holz der Schalung etc.
vermöge seiner hygroskopischen Eigenschaft mit dem Wechsel der Witterung stetig seine Gröfsen-Verhältnisse
verändert und sich deshalb alle geometrischen Punkte in der Schalung auf der Dachfläche stetig verschieben, mit Ausnahme
von denjenigen Punkten, die in der Längsrichtung der Holzfaser Hegen.
Gegen die bisher bekannten Methoden der Steinpapp-Bedachung unterscheidet ■ sich die vorstehend
beschriebene:
ι. Durch die systematische Anwendung kleiner Tafeln, derart verlegt, dafs sie doppelt bezw.
dreifach übereinander sich gegenseitig regelmäfsig decken.
2. Durch die Befestigung dieser Papptafeln durch Kalk.
3. Durch die Anordnung der Nägel, welche zum Anheften der einzelnen Tafeln dienen,, indem
für jede Tafel nur zwei Nägel derart angewendet werden, dafs diese Nägel auf einer
mit der Längsfaser des Holzes zusammentreffenden Linie ihre Stelle finden.
Auf vorstehende drei charakteristische Eigenthümlichkeiten stützt sich der Patent-Anspruch.
Hierzu I Blatt Zeichnungen,
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE707T | 1877-07-03 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE707C true DE707C (de) |
Family
ID=70973362
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE707DA Expired - Lifetime DE707C (de) | 1877-07-03 | 1877-07-03 | Steinpapp-ßcdachungs-Methode |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE707C (de) |
-
1877
- 1877-07-03 DE DE707DA patent/DE707C/de not_active Expired - Lifetime
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