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Verfahren und Vorrichtung zum gleichzeitigen Gießen mehrerer Hohlkörper
in einer Schleudergußmaschine mit mehreren Formen und einer entsprechenden Anzahl
von Gießrinnen Zum Herstellen von Bremsklötzen und Kolbenringen im Schleudergußverfahren
sind bereits Schleudergießmaschinen bekannt, bei denen die Schlendergußform am inneren
Umfang mit axial verlaufenden Trennbalken versehen ist bzw. 'bei denen im Innern
der Schleudergußform in bestimmten Abständen voneinander kreisringförmige Trennscheiben
eingelegt sind, um so bei dem Guß in einer Form eine Mehr-zahl von Brümsklötzen
bzw. Kolbenringen gießen zu kön#nen.
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Wesentlich andere Verhältnisse liegen vor, wenn es sich um die Schleudergußerzeugung
längerer Hohlkörper, wie beispielsweise von Rohren, handelt, und in diesen Fällen
hat man bisher miteinem Guß in einer Schleudergußmaschine lediglich ein Rohr gießen
künnen. Man hat zwar schon versucht (vgl. Patent 416 736), in einer
Schleudergußform durch Einsetzen eines beispielsweise, in der Mitte der Schleuderform
angeordneten Trennringes gleichzeitig, zwei Rohre beliebiger Länge mit
je einer Muffe herzustellen. Eine praktische Bedeutung hat jedoch dieser
Vorschlag nicht erlangt, da man bisher aus verschiedensten Gründen über leine Gesamtschleudergußformlänge
von etwa 6 m nicht herausgeganggen ist und da demgemäß nach diesem
älteren Vorschlag an Stelle eines Rohres von 6 m lediglich zwei Rohre von
nur je 3 m Länge erzeugt werden konnten.
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Zur Herstellung von Schleudergußrohren unter Verwendung von Gießrinnen
und axial hierzu relativ verschiebbaren Schleudergußinaschinen
ist
es auch schon bekannt, ein von einem gemeinsamen Zwischenbehälter gespeistes Gießrinnenaggregat
zu benutzen" wobei
| jeder Gießrinne eine mit einer SchleuderfQe |
| ausgerüstete Schleudergußmaschine Zug |
| net ist und wobei die axiale Verschiebebe |
| , fy11ncr g jeder dieser \laschinen von dem in
Dein |
jeder -Nlaschine zugeordneten Rinne fließenden Metallstroin selbsttätig je
fÜr sich gesteuert wird. Selbst bei gleichzeitiger Beschickung aller Rinnen erfolgt
hierbei aber der Ausfluß des Gießwerkstoffes aus den Rinnenausläufen infolgedesUnistandes,
daßin denRinnen selbst die Durchfluß-,viderstände praktisch nie gleich sind, nicht
gleichzeitig, sondern zu voneinander unterschiedlichen Zeiten, so daß auch die axiale
Verschiebebewegung der Maschinen zu unterschiedlichen Zeitpunkten beginnt und infolgedessen
jeder Rinne eine vollständige und unabhängig von den anderen arbeitende und nur
eine Schleuderforin enthaltende Maschine mit
je für sieh besonders vorgesehenen
Laufschienen, Motor und Gehäuse zugeordnet sein muß.
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In dem Bestreben nun, die Herstellung von langen Hohlkörpern. wie
beispielsweise Rohren, wesentlich wirtschaftlicher zu gestalten und in einer einzigen
Schleudergießmaschine unter Einsparung von Arbeitskräften in der gleichen Zeit die
mehrfache Anzahl von Rohren herstellen zu können als bisher, hat man auch schon
vorgeschlagen, mehrere neheneinanderliegende Schleudergußformen in einer einzigen
Schleudergießmaschine zu vereinigen und gemeinsam anzutreiben, jeder Schleudergußforin
je eine Gießgutzuführungsrinne zuzuordnen und dabei die Schleudergußformen
gegenüber den Gießgutzuführungsrinnen in axialer Richtung relativ zu-einander zu
verschieben, so daß in allen Schle#udergußformen einer Maschine gleichzeitig gegossen
werden kann (vgl. Patent 515 139).
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In der Praxis hat sich jedoch dieser Vorschlag infolge außerordentlicher
betriebstechnischer und gießtechilischer Schwierigkeiten bishernichteinzuführenvermocht.
Dergrößte übelstand bei diesem Verfahren liegt darin, daß es praktisch nahezu unmöglich
ist, zu Beginn des Gusses beispielsweise schon aus nur zwei Gießrinncn zu gleicher
Zeit die gleiche Werkstoffmenge zum Ausfluß zu bringen, so daß, da die Axialverschiebung
zwischen den Rinnen und den Schleuderformen naturgemäß zu gleicher Zeit beginnt,
Hohlkörper bzw. Rohre mit voneinander unterschiedlichen und sogar über die Länge
jeden Rohres wechselnden Wandstärken entstehen. Ganz besonders unangenehm bemerkbar
macht sich dieser übelstand bei -.%luffenroliren, 'bei denen am Muffenende mit dem
Guß begonnen wird. Infolge der Schwierigkeit, mehrere Rinnen, wie beispielsweise
zwei, vollkommen gleichzeitig und gleichmäßig mit Gießwerkstoff zu beschicken, und
infolge des Umstandes, daß -auch in den Rinnen selbst die Durchflußwider-..gtände
praktisch nie gleich sind, gelingt es 4caum, vor Beginn der axialen Relativverschiebung
zwischen den Rinnen und den Schleuderformen die Muffenenden aller Formen gleichmäßig
zu beschicken. Die unausbleibliche Folge hiervon sind bei einem Teil der Erzeugnisse
zu schwache ode ' r nicht ausgelaufene Muffen oder auch eine zu schwache
Ausbildung der Übergangsstelle zwischen der Rohrmuffe und dem Rohrschaft.
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Um nun die vorstehend an-gegebenen Nachteile zu vermeiden, richten
sich zwei ältere nicht vorveröffentlichte Vorschläge der Erfinderin darauf, entweder
durch in jeder Rinne am Auslaufende angebrachte Stauwände gleiche Gießwerkstoffmengen
anzustauen und durch gleichzeitige Freigabe der Siauwandöffnungen aller Rinnen zum
Ausfließen zu bringen oder aber durch mehrere über die Länge jeder Gießrinne verteilte,
mit Strahlregel-ungsöffnungen versehene Stauwände in allen Rinnen aus deren Ausflußenden
zu gleieher Zeit gleiche Mengen Gießwerkstoff zum Ausfluß zu bringen.
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Bei dem ersten Verfahren könnte sich der Unistand gegebenenfalls unangenehm
bemerkbar machen, daß durch das Ziehen der Verschlußstopfen der Stauwandöffnungen
Schwingungen der Rinnen verursacht werden, während bei dem zweiten Verfahren infolge
der ausspülenden Wirkung des Gießwerkstoffes ein häufiges Auswechseln der Steckscheiben
erforderlich ist.
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Um nun mit den denkbar einfachsten und betriebssicheren sowie während
des Betriebes kaum einer Wartung bedürfenden Mitteln den gleichzeitigen Ausfluß
aus allen Rinnenausläufen zu gewährleisten, wird gemäß der Erfin,dung vorgeschlagen,
vor dein Guß in allen Rinnen durch je einen entgegengesetzt zur Fließrichtung
des Gießwerkstoffes in den Rinnen wirkenden Gasdruck vor den Rinnenausläufen den
Gießwerkstoff anzustauen und ihn nach Erreichung gleicher Stauhöhe bzw. nach Erreichung
gleichen Abstandes von den Rinnenausläufen durch Nachlassen bzw. Wegnehmen des Gasdruckes
aus den Rinnenausläufen ausfließen zu lassen.
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Als stauendes Druckgas findet dabei vorzugsweise hocherhitzte Luft
oder auch brennbares Gas bzw. dessen Flamme Verwendung, wodurch einerseits vor dem
Fließen des Gießwerkstoffes in den Rinnen eine Vorwärmung der Rinnen hervorgerufen
und anderseits während des Fließ-ens des Gießwerkstoffes in den Rinnen, gegebenenfalls
bei vermindertem Gasdruck, einer Abkühlung des Gießwerkstoffes
vorgebeugt
bzw. sogar eine ü-berhitzung desselben bewi:ükt werden kann.
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Unter Berücksichtigung des verhältnismäßig geringen kinnenquerschnittes
und der verhältnismäßig geringen Rinnenneigung ge7 t> el nügt für das Druckgas
zwecks Hervorrufung der angestrebten Wirkung bereits ein geringer ZD Überdruck.
Wesentlich ist die richtige Anordnung, und Richtung der Druckgasdüsen, und diesbezüglich
erstreckt sich die Erfindung noch darauf, daß die Gießrinnen an ihren Ausläuf en
mit je einer nach ihrem Einlaufende gerichteten, außerhalb des Bereiches
des Gießwerkstoffflusses Liegenden Düse, beispielsweise nach Art eines Bunsenbrenners,
ausgerüstet sind, denen das Gas vorzugsweisedurch längs den Rinnen verlaufende Leitungen
zugeführt wird.