DE70511C - Verfahren zur Reinigung von kohlensaurem Kalk - Google Patents
Verfahren zur Reinigung von kohlensaurem KalkInfo
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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Description
KAISERLICHES
PATENTAM
Das Verfahren beruht auf folgenden chemischen Vorgängen:
1. der durch ein geeignetes, in Wasser gelöstes Ammoniaksalz unter Erwärmung und
Druck behandelte kohlensaure Kalk ergiebt kohlensaures Ammoniak und ein Kalksalz,
welch letzteres in Lösung bleibt;
2. das bei dem ersten Vorgang gelöste Kalksalz wird durch den wie vorher gebildeten
kohlensauren Ammoniak als kohlensaurer Kalk niedergeschlagen, und es bildet sich von neuem
dieselbe Menge des Ammoniaksalzes, welche bei dem ersten Vorgang zugegeben wurde.
Als Ammoniaksalz kann jedes Salz verwendet werden, dessen ursprüngliche Säure.,
mit dem Kalk eine in Wasser lösliche Verbindung eingehen kann.
Es können nach dem vorliegenden Verfahren alle natürlichen kohlensauren Kalke und Rohstoffe
, welche solche enthalten, behandelt werden.
Das Verfahren wird wie folgt ausgeführt: Das den kohlensauren Kalk enthaltende Rohmaterial
wird in fein pulverisirtem Zustande in eine Lösung von' so viel Chlorammonium gebracht,
als hinreichend ist, um den gröfsten Theil oder die Gesammtmenge des kohlensauren
Kalkes in das Chlorid umzuwandeln.
Diese Mischung wird in einem geeigneten Kessel vorgenommen, in welchem das Rohmaterial
mit.der Lösung von Chlorammonium unter Zuführung von Dampf mit mehreren.
Atmosphären Druck erhitzt wird.
Der Kessel ist mit einem Ventil versehen, das sich, bei . einem bestimmten, mehr oder
weniger hohen Druck öffnet, je nachdem die Behandlung in längerer oder kürzerer Frist
vollendet werden soll.
Ein Rührwerk erhält die festen Stoffe der Mischung beständig in Bewegung.
Man erkennt die Beendigung des Vorganges, wenn. die Kesselflüssigkeit einen gewissen, sich
gleichbleibenden Gehalt von Chlorcalcium zeigt und nur noch Spuren von kohlensaurem Ammoniak
in den aus dem Ventil entweichenden W'asserdämpfen vorkommen.
Nach Beendigung der Behandlung verbleibt im Kessel eine Lösung von Chlorcalcium mit
Chlorammonium in Ueberschufs, sowie ein Niederschlag, der aus fremden, dem Rohmaterial
beigemengten Bestandtheilen besteht. Dieser Niederschlag enthält noch eine geringe
Menge kohlensauren Kalkes, welche man jedoch vernachlässigen kann.
Der Kessel wird nun entleert und die Flüssigkeit wird von den in ihr noch schwimmenden
festen Bestandtheilen durch Filtration getrennt.
Nach dem Vorbeschriebenen ist ersichtlich, dafs die Menge des entstandenen Chlorcalciums
einer Menge kohlensauren Ammoniaks entspricht, welche im Stande ist, dieselbe Menge
Chlorcalcium in kohlensauren Kalk zu verwandeln.
Dieser letzte Vorgang bewirkt die Wiederherstellung der zuerst angewendeten Stoffe, nur
erhält der kohlensaure Kalk, welcher im Rohmaterial keinen Werth besitzt, nun einen gewerblichen
Werth, indem er einestheils von allen fremden Bestandtheilen befreit ist und anderentheils verwerthbare physikalische und
chemische Eigenschaften besitzt.
,-^>α>*-=5αε- Ai-jep,«5<>j» -*ϊ
Bei dem ersteren der beiden Vorgänge des Vei fahi ens wird durch die Einwirkung des
Chlorammoniums auf den kohlensauren Kalk einestheils Chlorcalcium, -. weleh.es. in Lösung
bleibt, un'd andeientherls kohlensaures Am-
/momak gebildet, welches bei den Wärmegraden,/unter
denen 'die Umsetzung stattfindet, flüchtig ist und sich theilweise in Ammoniak'
und/Kohlensäure spaltet. Dieses; ^Gasgemisch wjr'd mit. dem Wasserdampf <
ab; gefiihrLunci enV"
Weicht durch das ; Ventil; es/w-itd-dürGhl-ein'e'-
/Rohrschlange geleitet, welche bezweckt^ einestheils
den Wasserdampf zu condensiren,-and'efen-i'
theils das zersetzte kohlensaure Ammoniak wie-
/der zu regeneriren und „drittens·,· dieses, kphlensaure
Ammoniak; ini Cöndeiisätiöriswasser''zu*
lösen.■■·■.■-;-.; -; ·....-·..- :.■-...-.... ......··..
Hierbei bildet sich eine gewisse Menge, carbammsaüres
Ammori,; -welches sich ■ gleichfalls ·
im Condensationswasser löst.
Die gekühlte Flüssigkeit gelangt in den Behalter mit Ghlorcalciumlösung. . .Sie bewirkt,
daselbst einen Niederschlag voH/kohlensaurem*
Kalk unter gleichzeitiger Regeneration von Chlorammonium.
Diese Abscheidung müfs in der Kälte stattfindeny-!
anderenfalls man die entgegengesetzte Wirkung erzielen würde. Unter: den gegebehen.
Vefhältnissen',schlägt ':das carbaminsäure
Ämmon das Chlorcalcium nicht nieder; ;dasselbe bleibt in. Lösung, und da die Menge
des· Garbaminats sich bei jeder Wiederholung
des Verfahrens gleich bleibt, das Gar-bamiilat
sich auch bei dem ersten Vorgänge des Verfahrens,
wie beschrieben, unter dem Einflufs der Wärme in Ammoniak und Kohlensäure
spaltet,-''--scr'.-1 hat es keiften Nachtheil, die vom
niedergeschlagenen kohlensauren Kalk getrennte,-Cärbäminät
enthaltende Flüssigkeit bei dem ersten Vorgang des Verfahrens wieder zu benutzen.
■'■-··.
Man kann 'aber, wenn man es für zweckmäfsiger
halt, das ganze Chlorammonium, welches bei dem ersten Vorgang des Verfahrens
zur Verwendung - gelangte,,. wiedergewinnen, das Carbärnm'at'' in w konlerrsäufes Ammoniak
verwandeln, welches dann allen kohlensauren Kalk niederschlägt, der in der Chlorcalciumlösung.
enthalten ist; diese Verwandlung geschieht durch: Erwärmung_auf etwa iog^ aber
:nicht 'darüber, ί ,V- ;.„.■] ·-.·. '■'·'.. ;/ ..'""-. "
i In letzterem -Falle bewirkt zu gleichejp-lieitj
während das Carbaminat sich, in CarboWät unxseföt,
der-niedergeschlagene kohlensaure Kalk
den 'entgegengesetzten" Vorgang hinsichtlich des Chlorammoniums, -d.. h., er verwan'deltCdas. letz/
"tere"in" kohlensVüres'"Ämmöniak;i von diesem
letzteren bildet sich jedoch nuf sehr wenig, wenn man;, auf'. die. Erwärmung $bk-ühlurig
folgen läfst; der kohlensäure Kalk sehlägt sich
alsdann von neuem nieder und/ man hat,
schliefslich- in der' Flüssigkeit- mir Chlorammonium
ohne Carbaminat und .ohne,.kohlensaures' Ämm'ornEik. ' " "'' " " , . ;/ ;.
Der niedergeschlagene kohlensäure Kalk wird nach der Filtration gehörig ausgewaschen.. und
dann getrocknet. ■/·' -E>ie ■ äbfiltrir'iß' Flüssigkeit,
sowie das Wasch wasser werden':: dem«-.; Kessel·
wieder zugeführt, in';,Welchem sie - bei ":der -folgenden
^Wiederholung des-Verfahrens :VerwenH
durtg-1 finden. ,; ,j.: . .,-,^ j./.:'..? -j ■ ;:-,rr:U
Claims (1)
- Patent-Anspruch: ·'...■.Verfahren zur Reinigung von. kohlensaurem Kalk, dadurch gekennzeichnet, . dafs .kohlenn sauren. Kalk enthaltendes Rohmaterial; mit, einer. Lösung eines Ammoniaksalzes unter; Druck erh wärmt, wird, wodurch sich lösliches Kälksa'lz bildet und Ammoniumcarbonat entweicht, welches nach seiner Verdichtung zum Ausfällen des Kalkes als Gärbonat verwendet wird.. ,:. ,
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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