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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf spezielle hydrophob modifizierte
Cellulosederivate, die ausgezeichnete assoziative Verdickungsmittel
sind, insbesondere wenn sie in wässerigen
Schutzschichtzusammensetzungen verwendet werden. Wässerige
Schutzschichtzusammensetzungen, die die speziellen hydrophob modifizierten
Cellulosederivate der vorliegenden Erfindung enthalten, weisen nicht
nur ausgezeichnete Egalisierungseigenschaften, sondern ebenso eine
erhöhte
ICI-Viskosität
auf.
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Assoziative
Verdickungsmittel, die im allgemeinen wasserlösliche Polymere sind, werden
weithin als Additive in Systemen auf Wasserbasis verwendet. Verdickungsmittel
erhöhen
und halten die Viskosität
unter speziellen Verarbeitungsbedingungen und Endverbrauchersituationen
auf den erforderlichen Niveaus. Insbesondere sind Verdickungsmittel
in allen Arten von Beschichtungen, wie dekorative und schützende Beschichtungen
und in Papierbeschichtungen, aber ebenso in Kosmetika und Körperpflegeprodukten,
Reinigungsmitteln, Pharmazeutika, Haftmitteln und Dichtungsmaterialien,
landwirtschaftlichen Formulierungen und Erdölbohrflüssigkeiten nützlich.
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Assoziative
Verdickungsmittel werden als Rheologiemodifikatoren für Schutzschichtzusammensetzungen
auf Wasserbasis verwendet.
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Schutzschichtzusammensetzungen
auf Wasserbasis sind im allgemeinen als Latexanstrichfarben oder
Dispersionanstrichfarben bekannt und sind seit einigen Jahren bekannt.
Die Einstellung der Rheologieeigenschaften einer solchen wässerigen
Schutzschichtzusammensetzung ist ein schwieriges Gebiet, da die
Beschichtungszusammensetzung nicht nur gute Egalisierung (wie Leneta-Egalisierung
und Bürstenegalisierung) und
eine ausgezeichnete Verlaufsbeständigkeit
bereitstellen muß,
sondern die Beschichtungszusammensetzungen eher eine ICI-Viskosität aufweisen
sollten, die weder zu niedrig noch zu hoch ist, um eine leichte
Auftragung zu ermöglichen.
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Es
ist dem Fachmann allgemein bekannt, daß verschiedene Verdickungsmittel
zu den wässerigen Schutzschichtzusammensetzungen
zugegeben werden können,
um die Rheologieeigen schaften der Zusammensetzung zu verändern. Viele
Verbindungen, beispielsweise Stärke,
Methylcellulose, Hydroxyethylcellulose, behandelte Bentonide, Hydroxyalkylguar
und dergleichen, sowie eine Anzahl von synthetischen Verdickungsmitteln
sind in der Vergangenheit als Verdickungsmittel verwendet worden.
Jedoch stellen die meisten dieser bekannten Verdickungsmittel eine
ausreichend gute Leneta-Egalisierung, Bürstenegalisierung oder Verlaufsbeständigkeit
bereit und diese Verdickungsmittel, die eine günstige Leneta-Egalisierung
aufweisen, weisen oftmals keine zufriedenstellende ICI-Viskosität auf.
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Die
europäische
Patentanmeldung EP-A 0 426 086 offenbart Alkylaryl-hydrophob modifizierte
Hydroxyethylcellulose, Methylcellulose und Hydroxypropylcellulose,
von denen angenommen wird, daß sie
bessere Egalisierungseigenschaften in Latexanstrichformulierungen
als die verleihen, die mit langkettigen Alkyl-substituierten Celluloseethern
des Standes der Technik erhalten wurden, ohne dabei auf die anderen
guten Leistungseigenschaften in Latexanstrichauftragungen zu verzichten.
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US-Patent
US 4,826,970 offenbart anionische,
wasserlösliche
Celluloseetherderivate, insbesondere Carboxymethyl-hydrophob modifizierte
Hydroxyethylcellulose, die als Verdickungsmittel in wässerigen
Lösungen
nützlich
sind, beispielsweise Schutzschichtzusammensetzungen auf Wasserbasis,
wie Latexanstrichfarben, sowie wässerige
Lösungen,
einschließlich
Schutzschichtzusammensetzungen auf Wasserbasis, enthaltend diese
ternären
Celluloseether als Verdickungsmittel und Schutzkolloide. Die Celluloseetherderivate
sind dadurch gekennzeichnet, daß sie
eine Brookfield-LVF-Viskosität
von etwa 5 Centipoise bis etwa 60.000 Centipoise in einer 1 gew.-%igen
Lösung
aufweisen.
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Die
europäische
Patentanmeldung EP-A 0 566 911 offenbart wässerige Schutzschichtzusammensetzungen,
die ein assoziatives Verdickungsmittel mit einem Molekulargewicht
von 10.000 bis 300.000 enthalten. Das assoziative Verdickungsmittel
kann ein hydrophob modifiziertes Cellulosederivat sein. Während die
Verdickungsmittel, die in EP-A 0 566 911 offenbart werden, wässerige
Schutzschichtzusammensetzungen mit ausgezeichneter Leneta-Egalisierung, ausgezeichneter
Bürstenegalisierung
und ausgezeichneter Verlaufsbeständigkeit
bereitstellen, besteht das Problem, daß die assoziativen Verdickungsmittel,
die speziell in EP-A 0 566 911 offenbart werden, keine hohe ICI-Viskosität bereitstellen
können,
zumindest nicht, wenn sie in ökonomisch
relevanten Konzentrationen eingesetzt werden. Daher weisen die wässerigen
Schutzschichtzusammensetzungen, die nicht mehr als 1,5 Gew.-% eines
hydrophob modifizierten Cellulosederivats umfassen, das speziell
in EP-A 0 566 911 offenbart wird, keine zufriedenstellende ICI-Viskosität in Kombination
mit ausgezeichneten Egalisierungseigenschaften auf.
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Es
ist ein Gegenstand der vorliegenden Erfindung, assoziative Verdickungsmittel
bereitzustellen, insbesondere zur Verwendung in wässerigen
Schutzschichtzusammensetzungen, die bei einer niedrigen Konzentration
nicht nur ausgezeichnete Egalisierung, sondern ebenso eine verbesserte
ICI-Viskosität
bereitstellen. Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung
ist, Probleme zu vermeiden, die mit den assoziativen Verdickungsmitteln
des Standes der Technik auftreten.
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Diese
Gegenstände
werden auf der Grundlage der unerwarteten Erkenntnis erreicht, daß einige
assoziative Verdickungsmittel, die in den breiten Definitionen der
europäischen
Patentanmeldung EP-A 0 566 911 einbezogen sind, eine signifikant
verbesserte ICI-Viskosität
im Vergleich zu den assoziativen Verdickungsmitteln, die speziell
in EP-A 0 566 911 offenbart werden, bereitstellen, während die
Egalisierungseigenschaften, die durch diese neuen assoziativen Verdickungsmittel
bereitgestellt werden, so gut wie oder besser als die entsprechenden
Egalisierungseigenschaften, die durch die assoziativen Verdickungsmittel,
die speziell in EP-A-0 566 911 offenbart werden, bereitgestellt
werden, sind.
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Die
vorliegende Erfindung stellt ein hydrophob modifiziertes Cellulosederivat
bereit, ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus einer hydrophob modifizierten Hydroxyethylcellulose,
einer hydrophob modifizierten Methylhydroxyethylcellulose und einer
hydrophob modifizierten Ethylhydroxyethylcellulose, wobei das Molekulargewicht
der Cellulosehauptkette des hydrophob modifizierten Cellulosederivats
(ohne Substitution) Mw 5000 bis 50.000 beträgt, der
Hydroxyethyl-MS 2,5 bis 5,0 beträgt,
die hydrophobe Gruppe ein C10-C20-Alkyl
allein oder in Kombination mit C1-C6-Alkyl ist, die Menge der C10-C20-Alkylsubstitution zwischen 0,3 und 6,0 Gew.-%
liegt, dadurch gekennzeichnet, daß das Molekulargewicht und
die Art und Menge der hydrophoben Substitution des hydrophob modifizierten
Cellulosederivats so ausgewählt
ist, daß eine
Styrol/Acryl-basierende halbglänzende
Anstrichfarbe, die nicht mehr als 1,5 Gew.-% des hydrophob modifizierten
Cellulosederivats enthält
und eine Leneta- Egalisierung
von mindestens 9 aufweist, eine ICI-Viskosität von mindestens 120 mPas aufweist.
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In
einer Ausführungsform
wird das Molekulargewicht und die Art und Menge der hydrophoben
Substitution des hydrophob modifizierten Cellulosederivats so ausgewählt, daß eine wässerige
Schutzschichtzusammensetzung, die das hydrophob modifizierte Cellulosederivat
enthält
und eine Leneta-Egalisierung von mindestens 9 aufweist, eine ICI-Viskosität aufweist,
die mindestens 20 mPas höher
als die ist, die durch eine C16-modifizierte
Hydroxyethylcellulose mit einem hydrophoben Gewichtsprozentsatz
von 1,020, einem Hydroyethyl-MS
von 3,8 und einem Molekulargewicht Mw von
36.000 mit Substitution bereitgestellt wird.
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Die
vorliegende Erfindung stellt ebenso wässerige Schutzschichtzusammensetzungen
bereit, die ein hydrophob modifiziertes Cellulosederivat enthalten,
wie oben definiert. Außerdem
stellt die vorliegende Erfindung die Verwendung eines solchen hydrophob
modifizierten Cellulosederivats zur Herstellung einer wässerigen
Schutzschichtzusammensetzung und Produkte, die mit einer solchen
wässerigen
Schutzschichtzusammensetzung beschichtet werden, bereit.
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Wenn
nichts anderes angegeben ist („mit
Substitution"),
basieren die Molekulargewichte der Cellulosederivate, auf die man
sich in dieser Beschreibung bezieht, auf der Cellulosehauptkette
des Cellulosederivats ohne irgendwelche Ethergruppen (Hydroxyethylgruppen)
oder hydrophobe Gruppen.
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Die
hydrophob modifizierten Cellulosederivate der Erfindung können, wie
ausführlich
in EP-A 0 566 911 beschrieben, hergestellt werden. Beispiele von
C10- bis C20-Alkylsubstituenten,
die gemäß der vorliegenden
Erfindung verwendet werden können,
werden ebenso in EP-A 0 566 911 offenbart.
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EP-A
0 566 911 offenbart speziell eine C16-Alkyl-modifizierte
Hydroxyethylcellulose mit einem hydrophoben Gewichtsprozentsatz
von 1,02 und einem Molekulargewicht Mw von
36.000. Eine wässerige
Schutzschichtzusammensetzung, die ein solches hydrophob modifiziertes
Cellulosederivat enthält,
weist eine ausgezeichnete Leneta-Egalisierung von etwa 10 auf, jedoch
ist für
dieselben Anwendungen die ICI-Viskosität der wässerigen Schutzschicht zusammensetzung
zu niedrig. Beispielsweise kann ein solches hydrophob modifiziertes
Cellulosederivat, wenn es als ein assoziatives Verdickungsmittel
in einer Styrol/Acryl-basierenden
halbglänzenden
Anstrichfarbe verwendet wird, wie in Referenzbeispiel 1 definiert,
nur eine ICI-Viskosität
von 100 mPas bereitstellen.
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Unerwarteterweise
wurde herausgefunden, daß durch
vorsichtiges Einstellen des Molekulargewichtes, des hydrophoben
Gehalts und des Typs der hydrophoben Gruppe von einigen hydrophob
modifizierten Cellulosederivaten, assoziative Verdickungsmittel
bereitgestellt werden können,
die, wenn sie in wässerigen Schutzschichtzusammensetzungen
verwendet werden, nicht nur eine ausgezeichnete Leneta-Egalisierung von
mindestens 9, sondern ebenso eine ICI-Viskosität von mindestens 120 mPas aufweisen.
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Insbesondere
weist eine Styrol/Acryl-basierende halbglänzende Anstrichfarbe, beispielsweise
die Anstrichfarbe, die in Referenzbeispiel 1 definiert wird, die
ein assoziatives Verdickungsmittel gemäß der vorliegenden Erfindung
enthält,
eine ICI-Viskosität
von mindestens 120 mPas, vorzugsweise mindestens 130 mPas auf. Dieselbe
Anstrichfarbe, die das aus EP-A 0 566 911 bekannte Verdickungsmittel
enthält,
weist eine ICI-Viskosität
von nur 100 mPas auf.
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Die
Leneta-Egalisierung der erfindungsgemäßen wässerigen Schutzschichtzusammensetzungen
beträgt
mindestens 9, vorzugsweise mehr als 9 und am stärksten bevorzugt etwa 10.
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Basierend
auf der Offenbarung der Erfindung kann der Fachmann das Molekulargewicht
und die Art und Menge der hydrophoben Substitution des hydrophob
modifizierten Cellulosederivats leicht einstellen, um die erforderliche
ICI-Viskosität
und Leneta-Egalisierung zu erreichen.
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Das
am stärksten
bevorzugte assoziative Verdickungsmittel der vorliegenden Erfindung
ist eine hydrophob modifizierte Hydroxyethylcellulose. Die hydrophobe
Substitution ist vorzugsweise eine C12-Alkylsubstitution
oder am stärksten
bevorzugt eine C16-Alkylsubstitution. Wenn
die hydrophobe Substitution eine C12-Alkylsubstitution
ist, ist es möglich,
daß eine
geringe Menge an C1-C6-Alkyl-,
vorzugsweise C4-Alkylsubstitution ebenso
vorhanden ist.
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Wenn
die hydrophobe Substitution eine C16-Alkylsubstitution
ist, ist die C16-Alkylsubstitution vorzugsweise
in einer Menge von 0,3 bis 1,0 Gew.-% vorhanden, und der Hydroxyethyl-MS
des hydrophob modifizierten Cellulosederivats, vorzugsweise der
hydrophob modifizierten Hydroxyethylcellulose, beträgt vorzugsweise 2,5
bis 5,0. Ein solches besonders bevorzugtes hydrophob modifiziertes
Cellulosederivat, vorzugsweise die hydrophob modifizierte Hydroxyethylcellulose
weist ein Molekulargewicht (ohne Substitution) Mw von
21.000 bis 46.000 auf (entspricht grob dem Mw von
42.000 bis 92.000 des modifizierten Produktes).
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Wenn
die hydrophobe Substitution eine C16-Alkylsubstitution
ist, sollte nur eine sehr geringe Menge der C1-C6-Alkylsubstitution vorhanden sein, vorzugsweise
keine C1-C6-Alkylsubstitution
vorhanden sein.
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Es
ist ebenso bevorzugt, daß die
hydrophobe Substitution des hydrophob substituierten Cellulosederivats,
vorzugsweise der hydrophob modifizierten Hydroxyethylcellulose eine
C12-hydrophobe
Substitution ist. In diesem Fall beträgt die Menge der hydrophoben
Substitution vorzugsweise 2,5 bis 6,0 Gew.-%. Das hydrophob modifizierte
Cellulosederivat, vorzugsweise die hydrophob modifizierte Hydroxyethylcellulose
weist einen bevorzugten Hydroxyethyl-MS von 3,5 bis 4,1 und ein Molekulargewicht
(ohne Substitution) Mw von 12.000 bis 24.000
auf (entspricht grob dem Mw von 20.000 bis
60.000 des modifizierten Produktes).
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Vorzugsweise
weist das C12-Alkyl-substituierte Cellulosederivat,
vorzugsweise die hydrophob modifizierte Hydroxyethylcellulose, wie
oben definiert, keine zusätzliche
C1-C6-Alkylsubstitution
auf, es kann jedoch eine geringe Menge an C1-C6-Alkylsubstitution, vorzugsweise eine C4-Alkylsubstitution vorhanden sein. Wenn eine
zusätzliche
C1-C6-Substitution, vorzugsweise
eine zusätzliche
C4-Substitution vorhanden ist, ist das Molekulargewicht
der Cellulose (ohne Substitution) leicht niedriger als in dem Fall,
wo keine C1-C6-Alkylsubstitution
vorhanden ist, und liegt im Bereich von Mw =
10.000 bis 20.000. Außerdem
ist die C1-C6-Alkylsubsitution, vorzugsweise
die C4-Alkylsubstitution nur in einer Menge
von nicht mehr als 0,10 Gew.-%, vorzugsweise in einer Menge von
0,05 bis 0,10 Gew.-% vorhanden. Die C12-Alkylsubstitution
beträgt
dann 3,5 bis 5,5 Gew.-% und der Hydroxyethyl-MS beträgt 3,0 bis 4,0.
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Wenn
die hydrophobe Substitution keine C12- oder
C16-Alkylsubstitution ist, aber beispielsweise
eine C10-, C18-
oder C20-Alkylsubstitution ist, kann die
entsprechende Menge der hydrophoben Gruppe und das Molekulargewicht
der Cellulose für
das entsprechende hydrophob modifizierte Cellulosederivat, das in
den Umfang der vorliegenden Erfindung fällt, leicht durch den Fachmann
auf der Grundlage der in dieser Beschreibung angegebenen Informationen
bestimmt werden.
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Die
hydrophob modifizierten Cellulosederivate der vorliegenden Erfindung
können
allein verwendet werden, aber sie können ebenso in Kombination
mit anderen assoziativen Verdickungsmitteln, vorzugsweise mit hydrophob
modifizierten Polyethylenglykolen, wie die hydrophob modifizierten
Poly(acetal-polyether), die in US-A 5,574,127 offenbart werden,
oder mit den hydrophob modifizierten ethoxylierten Urethanblockcopolymeren,
die in US-A 4,079,028, US-A 4,155,892 und US-A 5,281,654 offenbart
werden und weithin kommerziell erhältlich sind, verwendet werden.
Außerdem
können
die hydrophob modifizierten Cellulosederivate der vorliegenden Erfindung
ebenso mit hydrophob modifizierten alkaliquellfähigen Emulsionen verwendet
werden, offenbart in „Alkali-swellable
and alkali-soluble thickener technology", ein Überblick von Gregory D. Shay
in Polymers in aqueous media, herausgegeben von J. Edward Glass,
1989, ACS 223, Seiten 457 – 494.
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Die
hydrophob modifizierten Cellulosederivate der vorliegenden Erfindung
können
in allen Arten von wässerigen
Schutzschichtzusammensetzungen verwendet werden. Das Bindemittel
der wässerigen
Schutzschichtzusammensetzungen der vorliegenden Erfindung sind normalerweise
polymere Dispersionen (Latex), hergestellt mittels Radikalpolymerisation
durch Emulsionspolymerisationsverfahren. Bei dem Emulsionspolymerisationsverfahren
werden ethylenisch ungesättigte
Monomere verwendet, wie Acrylsäure,
Methacrylsäure, Butylacrylat,
Methacrylat, Acrylsäureester,
Styrol und Gemische davon. Andere Monomere, die zur Herstellung solcher
polymerer Dispersionen verwendet werden können, sind Vinylester, Vinylidenhalogenide,
N-Vinylpyrolidon, Ethylen, C3- oder größere alpha-Olefine,
Allylamine, Allylester von gesättigten
Monocarbonsäuren
und Amiden davon und Gemische davon. Außerdem können Vinylformiat, Vinylacetat,
Vinylpropionat, Vinylversatat usw. verwendet werden. In einer besonders
bevorzugten Ausführungsform
basieren die erfindungsgemäßen wässerigen
Schutzschichtzusammensetzungen auf Acryllatizes, Styrolacryllatizes
und Vinylacetat-acrylaten.
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Die
erfindungsgemäßen wässerigen
Schutzschichtzusammensetzungen sind vorzugsweise hochglänzende Anstrichfarben,
Eierschalenanstrichfarben und halbglänzende Anstrichfarben.
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Die
folgenden Beispiele und Referenzbeispiele sind nur illustrativ.
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Referenzbeispiel 1
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73,3
Gewichtsteile Wasser, 21,5 Gewichtsteile Propylenglykol, 2 Gewichtsteile
Aminopropanol, das als pH-Stabilisator dient (AMP 90), 2 Gewichtsteile
Natriumhexamethaphosphat (Calgon N), 2 Gewichtsteile eines anionischen
Dispergiermittels auf Acrylbasis (Byk 154), 5 Gewichtsteile eines
Antischaummittels (Dehydran 1293), hydrophob modifiziertes Cellulosederivat,
wie in den Beispielen gezeigt, 190 Gewichtsteile Titandioxid (Tioxide
R-HD2) und 90 Gewichtsteile Calciumcarbonat (Omyacarb Extra CL)
wurden für
15 Minuten bei 4000 U/min dispergiert. Dann wurden 6 Gewichtsteile
eines oberflächenaktiven
Mittels (Surfynol 104E), 472 Gewichtsteile eines Stryol/Aryl-Latex,
der als Bindemittel dient (Neocryl XK-90), Ammoniak bis auf einen pH-Wert
von 9,4, 9 Gewichtsteile Dehydran 1293, 60,7 Gewichtsteile Diethylenglykol,
7 Gewichtsteile Byk 154 und 22,4 Gewichtsteile Wasser zugegeben,
um eine halbglänzende
Anstrichfarbe Nr. 1 herzustellen.
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Referenzbeispiel 2
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29,6
Gewichtsteile Propylenglykol, 55,6 Gewichtsteile Wasser, 2,0 Gewichtsteile
Calgon N, 2,0 Gewichtsteile Byk 154, 0,8 Gewichtsteile eines Chloracetamidkonservierungsmittels
(CA 24), 4,0 Gewichtsteile eines Antischaummittels (Byk 026), 0,8
Gewichtsteile Ammoniak, hydrohob modifiziertes Cellulosederivat,
wie in den Beispielen gezeigt, und 211,0 Gewichtsteile Tioxide R-HD2
wurden für
15 Minuten bei 4000 U/min dispergiert. Dann wurden 553,1 Gewichtsteile
eines Styrol/Acryl-Latex, basierend auf Styrol-2-ethyl/Hexylacrylat (Primal
HG 74 D), 34,6 Gewichtsteile Texanol (Esteralkohol, Koaleszenzmittel),
16,5 Gewichtsteile eines Glykolester-basierenden Co-Lösungsmittels
(Dowanol PM), 1,0 Gewichtsteile Byk 026 und 64,0 Gewichtsteile Wasser
zugegeben, um die glänzende
Anstrichfarbe Nr. 2 bereitzustellen.
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Referenzbeispiel 3
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100
Gewichtsteile Wasser, 21,5 Gewichtsteile Propylenglykol, 2 Gewichtsteile
AMP 90, 6 Gewichtsteile Dispex GA 40 (Dispergiermittel), 5 Gewichtsteile
Dehydran 1293, hydrophob modifiziertes Celluloseverdickungsmittel,
wie in den Beispielen gezeigt, 160 Gewichtsteile Tioxide R-HD2 und
170 Gewichtsteile Omyacarb Extra CL wurde für 15 Minuten bei 4000 U/min
dispergiert. Dann wurden 6 Gewichtsteile Surfynol 104E (Antischaummittel/Stabilisator,
welcher ein 50%iges nicht-ionisches oberflächenaktives Mittel in Ethylenglykol ist),
390 Gewichtsteile Neocryl XK-90 (Bindemittel/Styrol-Acryl-Latex),
Ammoniak bis zu einem pH-Wert von 9,4, 9 Gewichtsteile Dehydran
1293, 60,7 Gewichtsteile Diethylenglykol und 30,7 Gewichtsteile
Wasser gemischt, um die Eierschalenanstrichfarbe Nr. 3 bereitzustellen.
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In
den folgenden Beispielen sind wässerige
Schutzschichtzusammensetzungen, wie in den Tabellen 1 bis 3 gezeigt,
eingesetzt worden und die Egalisierung, die Verlaufsbeständigkeit
und Viskositätseigenschaften
sind gemessen worden.
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In
den Tabellen ist die ICI-Viskosität die Viskosität, die mit
einem ICI-Konus-Platte-Viskosimeter
bestimmt wird, welches die Viskosität bei einer konstanten Scherrate
von 10.000 s–1 mißt. Die
Viskosität
kann direkt von der Poise-Skala abgelesen werden. Diese Viskosität gibt das
Verhalten der Zusammensetzung unter der Auftragung durch eine Bürste (oder
mit anderen Worten „Bürstenwiderstand"), einen Roller und
Sprühen unter
hoher Scherung an.
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Die
Stormer-Viskosität
wird mit einem digitalen Stormer-Viskosimeter gemessen, aus dem
die Ablesungen direkt die Viskosität in Krebs-Einheit (KU) angeben.
Die Viskosität
gibt die Topfviskosität
an.
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Für sprühaufgetragene
Beschichtungen wird die Verlaufsbeständigkeit durch Sprühen der
Anstrichfarbe, einschließlich
der Kombination von Verdickungsmitteln, auf ein vertikales Substrat
so dick wie möglich
an der Verlaufsgrenze gemessen. Dann wird die Schichtdicke gemessen.
Die Schichtdicke hängt
davon ab, wie sich die strukturelle Regeneration der Anstrichfarbe
rechtzeitig und zu welchen Niveau entwickelt. Es ist ein rheologisches
Phänomen und
weist zwei Komponenten darin auf, die Viskoelastizität und Zeitabhängigkeit. Dies
wird durch die Struktur der Polymerspirale in Lösung beeinflußt.
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Im
allgemeinen wird die Verlaufsbeständigkeit durch Auftragen der
Anstrichfarbe mit einem Applikatorstab mit unterschiedlichen Öffnungsgrößen in einem
Bereich von 50 bis 300 μm
gemessen. Das Substrat mit der aufgetragenen Anstrichfarbe, die
in der Schichtdicke variiert, wird dann vertikal draufgelegt und
die Verlaufsbeständigkeit
wird wie die maximale Schichtdicke, bei der das Verlaufen noch nicht
auftritt, definiert.
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In
allen Beispielen wurde die Menge der Verdickungsmittel in der Zusammensetzung
eingestellt, um dieselbe Stormer-Viskosität von etwa 100 KU zu erreichen.
In einigen Beispielen wird die genaue Stormer-Viskosität angegeben.
Wenn keine Stormer-Viskosität
angegeben wird, betrug die Stormer-Viskosität etwa 100 KU. In den Beispielen
wird die Menge an Verdickungsmittel als Gew.-% des aktiven Verdickungsmittels
(Trockenbasis), basierend auf dem Gewicht der gesamten Zusammensetzung,
angegeben.
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Beispiel 1
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Die
halbglänzende
Anstrichfarbe Nr. 1 von Referenzbeispiel 1 wurde mit mehreren C16-Alkyl-modifizierten
Hydroxyethylcellulosen hergestellt, wie in Tabelle 1 gezeigt. Die
C16-Alkyl-modifizierte
Hydroxyethylcellulose, die im Durchlauf Nr. C2 verwendet wird, ist
eine hydrophob modifizierte Hydroxyethylcellulose, wie in den Beispielen
von EP-A 0 566 911 offenbart.
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Es
geht hervor, daß die
erfindungsgemäßen Verdickungsmittel,
die in den Durchläufen
Nr. 13, 15, 16, 17, 21, 22, 23 und 24 eingesetzt werden, wässerige
Schutzschichtzusammensetzungen mit einer ausgezeichneten Egalisierung
und einer ausgezeichneten ICI-Viskosität bei einer Konzentration von
nicht mehr als 1,5 Gew.-% bereitstellen. Alle anderen assoziativen
Verdickungsmittel, die nicht in den Umfang der vorliegenden Erfindung
fallen, weisen entweder ein unzureichende ICI-Viskosität oder eine
zu niedrige Leneta-Egalisierung auf oder eine zu hohe Menge ist
notwendig, um die erforderliche Leneta-Egalisierung und ICI-Viskosität zu erreichen.
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Beispiel 2
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Die
halbglänzende
Anstrichfarbe Nr. 1 von Referenzbeispiel 1 wurde mit mehreren C12-Alkyl-modifizierten
Hydroxyethylcellulosen hergestellt. Die Beschreibung der hydrophob
modifizierten Hydroxyethylcellulose und der physikalischen Eigenschaften
der erhaltenen Anstrichfarben werden in der nachstehenden Tabelle
2 zusammengefaßt.
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Es
geht hervor, daß nur
die erfindungsgemäßen wässerigen
Beschichtungszusammensetzungen, die in den Durchläufen Nr.
2, 3, 5, 6, 8 und 9 eingesetzt werden, eine ausgezeichnete Leneta-Egalisierung
kombiniert mit einer sehr guten ICI-Viskosität einsetzen. Die hydrophob
modifizierten Cellulosederivate und die entsprechenden wässerigen
Schutzschichtzusammensetzungen, die in den anderen Durchläufen eingesetzt
werden, liegen daher nicht im Umfang der vorliegenden Erfindung.
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Beispiel 3
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Die
halbglänzende
Anstrichfarbe Nr. 1 von Referenzbeispiel 1 wurde mit mehreren hydrophob
modifizierten Hydroxyethylcellulosen hergestellt, wobei die hydrophobe
Modifikation eine kombinierte C4-/C12-Alkylsubstitution war. Es geht hervor,
daß nur
die Durchläufe
Nr. 10 und 23 eine ausgezeichnete Leneta-Egalisierung in Kombination
mit einer verbesserten ICI-Viskosität selbst bei einem Verdickungsmittelgehalt
von nicht mehr als 1,5 Gew.-% aufweisen. Alle assoziativen Verdickungsmittel,
die in den anderen Durchläufen
eingesetzt werden, weisen entweder keine ausreichende Leneta-Egalisierung
oder eine zu niedrige ICI-Viskosität auf oder
eine zu hohe Menge an Verdickungsmittel ist erforderlich, um die
gute Leneta-Egalisierung und ICI-Viskosität zu erreichen.
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Die
genaue Zusammensetzung der eingesetzten assoziativen Verdickungsmittel
und die physikalischen Eigenschaften der entsprechenden halbglänzenden
Anstrichfarben werden in der nachstehenden Tabelle 3 zusammengefaßt.
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Beispiel 4
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Die
hochglänzende
Anstrichfarbe Nr. 2 von Referenzbeispiel 2 wurde mit den assoziativen
Verdickungsmitteln der Durchläufe
Nr. C1, C2 und 24 von Tabelle 1 von Beispiel 1 hergestellt. Die
hochglänzende Anstrichfarbe,
die mit dem assoziativen Verdickungsmittel von Durchlauf Nr. C1
bei einer Konzentration von 0,64 Gew.-% hergestellt wurde, wies
eine ausgezeichnete Leneta-Egalisierung von 10, aber eine ICI-Viskosität von nur
60 mPas auf. Die hochglänzende
Anstrichfarbe, die mit dem assoziativen Verdickungsmittel von Durchlauf
Nr. C2 bei einer Konzentration von 0,74 Gew.-% hergestellt wurde,
wies ebenso eine ausgezeichnete Leneta-Egalisierung von 10, aber
erneut eine ICI-Viskosität
von nur 60 mPas auf.
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Im
Gegensatz dazu zeigt die hochglänzende
Anstrichfarbe, die das assoziative Verdickungsmittel von Durchlauf
Nr. 24 von Tabelle 1 von Beispiel 1 bei einer Konzentration von
1,17 Gew.-% enthält,
eine Leneta-Egalisierung von 10, aber eine ICI-Viskosität von 105
mPas.
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Beispiel 5
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Die
Eierschalenanstrichfarbe Nr. 3 von Referenzbeispiel 3 wurde mit
den assoziativen Verdickungsmitteln der Durchläufe Nr. C1, C2 und 24 von Tabelle
1 von Beispiel 1 hergestellt. Die Eierschalenanstrichfarbe, die
die hydrophob modifizierte Hydroxyethylcellulose von Durchlauf Nr.
C1 in einer Menge von 0,71 Gew.-% enthielt, zeigte eine ausgezeichnete
Leneta-Egalisierung von 10, aber eine ICI-Viskosität von nur
80 mPas. Die Eierschalenanstrichfarbe, die die hydrophob modifizierte
Hydroxyethylcellulose von Durchlauf Nr. C2 in einer Menge von 0,98
Gew.-% enthielt, zeigte ebenso eine ausgezeichnete Leneta-Egalisierung
von 10, aber erneut eine ICI-Viskosität von nur 85 mPas. Im Gegensatz
dazu wies die Eierschalenanstrichfarbe, die mit der hydrophob modifizierten
Hydroxyethylcellulose von Durchlauf Nr. 24 von Tabelle 1 von Beispiel
1 bei einer Konzentration von 1,34 Gew.-% hergestellt wurde, eine
Leneta-Egalisierung von 10, aber eine signifikant erhöhte ICI-Viskosität von 130
mPas auf.