-
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
-
1. Technisches Gebiet
der Erfindung
-
Diese
Erfindung betrifft Vorrichtungen zum Aufrechterhalten eines gewünschten
therapeutischen Medikamenteneffekts über einen verlängerten
Therapiezeitraum. Insbesondere betrifft die Erfindung Vorrichtungen,
die eine Medikamentenfreisetzung in den Magen-Darm-Trakt mit einer
ansteigenden Freisetzungsrate über
einen verlängerten
Zeitraum zur Verfügung
stellen. Auf diese Weise wird ein Medikament mit einer ansteigenden
Rate während
eines Teils des Verabreichungszeitraums des Medikaments, der ausreicht,
um einen therapeutischen Medikamenteneffekt über einen verlängerten
Therapiezeitraum aufrechtzuerhalten, freigesetzt.
-
2. Beschreibung des verwandten
Standes der Technik, einschließlich
der Informationen, die unter 37 CFR 1.97 und 1.98 beschrieben sind
-
Um
seine pharmakologische Wirkungen zu entfalten, muss ein Medikament
an der Wirkungsstelle im Körper
verfügbar
sein. Diese Verfügbarkeit
wird durch eine Vielzahl von Faktoren bewirkt, einschließlich der Menge
des verabreichten Medikaments, des Ausmaßes und der Rate seiner Absorption
aus der Verabreichungsstelle, seine Verteilung, Bindung oder Lokalisierung
in Geweben, seiner Biotransformation und seiner Ausscheidung. Ein
herkömmlich
verwendeter Indikator für
die Medikamentenverfügbarkeit
ist die Konzentration des Medikaments, die im Blut oder Plasma oder
in einer anderen geeigneten Körperflüssigkeit
oder im Gewebe eines Patienten nach der Verabreichung des Medikaments
erhalten wird. Zur Vereinfachung wird diese Konzentration nachstehend
als "Plasmamedikamentenkonzentration" bezeichnet, was
die Medikamentenkonzentration einschließen soll, die in irgendeiner
Körperflüssigkeit
oder in irgendeinem Gewebe gemessen wird. Messungen der Plasmamedikamentenkonzentration
stellen sehr nützliche
Informationen zur Verfügung,
einschließlich
beispielsweise einer vergleichenden Information über unterschiedliche Medikamentendosierungsformen
und/oder unterschiedliche Verabreichungswege der Medikamente. Darüber hinaus
wurden für
viele Medikamente verschiedene Medikamentenwirkungen, einschließlich gewünschter
pharmakologischer Wirkungen, d. h. therapeutischer Medikamentenwirkungen,
als auch unerwünschter
pharmakologischer Wirkungen, d. h. Nebenwirkungen, mit spezifischen
Plasmamedikamentenkonzentrationen oder Bereichen von Plasmamedikamentenkonzentrationen
korreliert.
-
Bei
oral verabreichten Medikamentendosierungsformen findet die Absorption
im Magen-Darm-Trakt (MD-Trakt) statt und wird durch viele Faktoren
beeinflußt,
einschließlich
den physikochemischen Eigenschaften des lokalen Mikromilieus, wie
beispielsweise Oberfläche,
Blutfluß und
Membraneigenschaften, welche in den verschiedenen Teilen des MD-Trakts
erheblich variieren, der physikochemischen Eigenschaften der Medikamenteneinheit,
der Medikamentenkonzentration, des Vorhandenseins und der Aktivität von medikamentenspezifischen
Transportmechanismen usw. Ein wichtiger Faktor bei der Absorptionsrate
eines Medikaments, das als orale Dosierungsform verabreicht wird,
ist die Rate, mit der das Medikament aus der Dosierungsform freigesetzt
wird. Medikamentenfreisetzungsraten für orale Dosierungsformen werden
normalerweise als in vitro-Rate der Auflösung, d. h. eine Menge an Medikament,
die aus der Dosierungsform pro Zeiteinheit freigesetzt wird, gemessen.
-
Herkömmliche
orale Dosierungsformen können
mit "sofortige Freisetzung" beschrieben werden,
da im allgemeinen die gesamte Dosis des Medikaments aus der Dosierungsform
in einem sehr kurzen Zeitraum, d. h. Minuten nach der Verab reichung,
freigesetzt wird. Wenn dieser Bolus des freigesetzten Medikaments
absorbiert ist, steigt die Plasmamedikamentenkonzentration normalerweise
schnell auf eine maximale oder Peak-Konzentration an und nimmt anschließend ab,
wenn das Medikament verteilt, gebunden oder im Gewebe lokalisiert,
biotransformiert und/oder ausgeschieden ist. Der Zeitraum dieser
Abnahme variiert für
verschiedene Medikamente und hängt
von vielen Faktoren ab, wobei aber dieser Zeitraum für ein spezielles
Medikament charakteristisch ist. Im allgemeinen entfaltet das Medikament
innerhalb dieses Zeitraums, in dem die Plasmamedikamentenkonzentration
ansteigt, den Spitzenwert erreicht und abfällt, seine therapeutischen
Wirkungen, d. h. die Plasmamedikamentenkonzentration erreicht oder überschreitet
eine wirksame Konzentration. An einem Punkt innerhalb dieses Zeitraums
verschwinden darüber
hinaus die therapeutischen Wirkungen, nämlich wenn die Plasmamedikamentenkonzentration
bis auf einen Wert abnimmt, der unter der effektiven Konzentration
liegt. Während
eines Teils dieser Zeit in der Nähe
des Zeitpunkts, an dem die Peak-Konzentration erreicht wird, d.
h. wenn die Plasmamedikamentenkonzentration ihren höchsten Bereich
erreicht hat, können
auch unerwünschte
Nebeneffekte auftreten.
-
Im
Hinblick auf das oben Gesagte wird davon ausgegangen, dass fortdauernde
Medikamentenwirksamkeit während
des Zeitraums auftritt, in dem die Plasmamedikamentenkonzentration
in ihrem wirksamen Bereich liegt. Da die Plasmamedikamentenkonzentration
mit der Zeit abnimmt, müssen
mehrfache Dosen der Dosierungsform, die das Medikament sofort freisetzt,
in geeigneten Intervallen verabreicht werden, um zu gewährleisten,
dass die Plasmamedikamentenkonzentration im wirksamen Konzentrationsbereich
bleibt oder wieder dahin ansteigt. Gleichzeitig besteht jedoch der
Bedarf, Plasmamedikamentenkonzentrationen zu vermeiden oder zu verringern,
die bis zu den höheren
Bereichen ansteigen oder zu lange dort verbleiben, wo Nebenwirkungen
auftreten. Demgemäss
müssen
bei vielen Medikamenten mehrfache separate Dosen der Dosierungsform
mit sofortiger Freisetzung in geeigneten Intervallen verabreicht
werden, um ein zufriedenstellendes Gleichgewicht der gewünschten
und unerwünschten
pharmakologischen Wirkungen über
einen verlängerten
Therapiezeitraum aufrechtzuerhalten.
-
Ein
wesentlicher Punkt der Versuche, die Medikamententherapie zu verbessern,
betrifft das Bereitstellen von oralen Medikamentendosierungsformen
mit nicht-sofortiger Freisetzung, die die Absorption des Medikaments
hauptsächlich
durch Verändern
der Freisetzungsrate des Medikaments aus der Dosierungsform beeinflussen.
Beispiele für
solche Abgabesysteme mit nicht-sofortiger Freisetzung umfassen Systeme
mit verspäteter
und verzögerter
Freisetzung. Dosierungsformen mit verzögerter Freisetzung setzen das
Medikament im allgemeinen über
einen verlängerten
Zeitraum im Vergleich zu einer Dosierungsform mit sofortiger Freisetzung
frei. Es gibt viele Wege, um die verzögerte Freisetzung von Medikamenten
aus Dosierungsformen zu erreichen, die im Stand der Technik bekannt
sind. Diese verschiedenen Wege umfassen beispielsweise Diffusionssysteme,
wie beispielsweise Reservoirvorrichtungen und Matrixvorrichtungen,
Auflösungssysteme,
wie beispielsweise eingekapselte Auflösungssysteme (einschließlich beispielsweise "kleine Zeitpillen") und Matrixauflösungssysteme,
kombinierte Diffusions-/Auflösungssysteme,
osmotische Systeme und Ionenaustauscherharzsysteme, wie in Remington's Pharmaceutical
Sciences, 1990, S. 1682–1685
beschrieben.
-
Es
wird als besonders wünschenswert
angesehen, orale Dosierungsformen mit verzögerter Freisetzung bereitzustellen,
die die Medikamentenfreisetzung mit einer praktisch konstanten Freisetzungsrate über einen
verlängerten
Zeitraum zur Verfügung
stellen. Auf diese Weise steigt bei vielen Medikamenten die Plasmamedikamentenkonzentration
anfänglich über einen
kurzen Zeitraum an, wenn die Medikamentenfreisetzung beginnt, und
bleibt dann über
einen verlängerten
Zeitraum praktisch konstant, wenn die Medikamentenfreisetzung mit
konstanter Rate fortgesetzt wird. Bei vielen Medikamenten korreliert
diese praktisch konstante Medikamentenkonzentration mit der praktisch
konstanten Medikamentenwirksamkeit über einen verlängerten Therapiezeitraum.
Darüber
hinaus sind Nebenwirkungen weniger ein Problem, da die anfängliche
relativ hohe Konzentration des Medikaments im Plasma vermieden wird.
Demgemäss
umfassen Vorteile der Dosierungsformen mit konstanter Freisetzung
das Verringern der Anzahl an Dosen eines Medikaments, das über einen Zeitraum
verabreicht werden muss, und das Bereitstellen einer besseren Balance
zwischen erwünschten
und unerwünschten
pharmakologischen Wirkungen des Medikaments.
-
Insbesondere
sind osmotische Dosierungsformen bemerkenswert erfolgreich beim
Bereitstellen von Medikamenten mit konstanter Freisetzung über verlängerte Zeiträume. Osmotische
Dosierungsformen verwenden im allgemeinen einen os motischen Druck,
um eine Antriebskraft zu erzeugen und eine Flüssigkeit in eine Kammer aufzunehmen,
die zumindest teilweise durch eine semipermeable Wand gebildet ist,
die eine freie Diffusion von Flüssigkeit,
aber nicht von Medikamenten oder, falls vorhanden, osmotischen Mitteln
ermöglicht.
Eine praktisch konstante Rate der Medikamentenfreisetzung kann erreicht
werden, indem das System so konstruiert ist, dass ein relativ konstanter
osmotischer Druck zur Verfügung
gestellt wird und geeignete Auslassvorrichtungen für die Medikamentenformulierung
vorhanden sind, um es der Medikamentenformulierung zu ermöglichen,
mit einer Rate freigesetzt zu werden, die der Rate an aufgenommener
Flüssigkeit
als Ergebnis des relativ konstanten osmotischen Drucks entspricht.
Ein wesentlicher Vorteil der osmotischen Systeme ist, dass die Durchführung pH-Wert-unabhängig ist
und somit bei einer osmotisch bestimmten Rate über einen verlängerten
Zeitraum sogar dann fortgesetzt wird, wenn die Dosierungsform den
Magen-Darm-Trakt
durchläuft
und auf verschiedene Mikromilieus mit erheblich unterschiedlichen
pH-Werten trifft.
-
Überraschend
einfache, aber hochwirksame osmotische Vorrichtungen, die ein Medikament
im Gemisch mit Hilfsmitteln, gegebenenfalls zusammen mit einer osmotisch
aktiven Komponente (Komponenten), in einer Kammer umfassen, sind
im Stand der Technik bekannt. Obgleich dies bei vielen Medikamenten
wirksam ist, nimmt die Freisetzungsrate in diesen Vorrichtungen
oft mit der Zeit ab, und es kann sein, dass die Medikamentenbeladung
nicht vollständig
abgegeben wird. Ein anspruchsvollerer Typ der osmotischen Vorrichtung umfasst
zwei Komponentenschichten in der durch die semipermeable Wand gebildeten
Kammer. Eine Komponentenschicht umfasst ein Medikament im Gemisch
mit Trägersubstanzen,
gegebenenfalls auch einer osmotisch aktiven Komponente bzw. Komponenten,
die zusammen eine abgebbare Medikamentenformulierung in der Kammer
bilden, und die zweite Komponentenschicht umfasst eine osmotisch
aktive Komponente (Komponenten), aber enthält kein Medikament. Die osmotisch
aktive Komponente (Komponenten) in der zweiten Komponentenschicht
umfasst normalerweise ein Osmopolymer (Osmopolymere) mit relativ
hohen Molmassen, die ein "Aufquellen" zeigen, wenn die
Flüssigkeit
aufgenommen wird, so dass eine Freisetzung dieser Komponenten durch
die Ausgangsvorrichtung für
die Medikamententformulierung nicht stattfindet. Die zweite Komponentenschicht
wird als "Ausstoßschicht" bezeichnet, da das
Osmopolymer (Osmopolymere) bei Aufnahme von Flüssigkeit aufquillt und gegen
die abgebbare Medikamentenformulierung der ersten Komponentenschicht
drückt,
um dadurch die Freisetzung der Medikamentenformulierung mit einer
praktisch konstanten Rate zu erleichtern. Die oben beschriebenen
Vorrichtungen sind beispielsweise aus den folgenden US-Patenten,
erteilt an Alza Corporation, bekannt: 4 327 725, 4 612 008, 4 783
337 und 5 082 668.
-
WO
98/06380 beschreibt eine Dosierungsform zum Erzielen eines ansteigenden
Plasmakonzentrationsprofils nach Verabreichung an einen Patienten über einen
verlängerten
Zeitraum, umfassend
- (a) eine erste Schicht,
die eine Medikamentendosis umfasst;
- (b) eine zweite Schicht, die eine Medikamentendosis umfasst,
wobei die zweite Schicht mehr Medikament als die erste Schicht umfasst;
- (c) eine dritte Schicht zum Verdrängen der ersten Schicht und
dann der zweiten Schicht aus der Dosierungsform;
- (d) eine semipermeable Wand, die die drei Schichten umgibt;
und
- (e) einen Durchgang in der Wand, der mit der ersten Medikamentenschicht
verbunden ist, um die erste Medikamentenschicht und dann die zweite
Medikamentenschicht aus der Dosierungsform, abzugeben.
-
WO
98/14168 beschreibt eine Dosierungsform zum Erzielen eines ansteigenden
Plasmakonzentrationsprofils nach Verabreichung an einen Patienten über einen
verlängerten
Zeitraum, umfassend:
eine Hydrogelmatrix, die eine Vielzahl
an sehr kleinen Pillen enthält,
welche eine Anfangsmedikamentendosis und nachfolgend ansteigende
Medikamentendosen über
einen Zeitraum freisetzt, oder eine Vielzahl an Schichten, wobei
jede Schicht charakterisiert ist durch eine ansteigende Medikamentendosis
oder einen Medikamentenkonzentrationsgradienten, der mit einer niedrigen
Dosis bis zu einer hohen Dosis auf ein Polymersubstrat aufgetragen
ist, umfasst.
-
Obgleich
nachgewiesen wurde, dass Dosierungsformen mit konstanter Freisetzung
für viele
verschiedene Medikamententherapien wirksam sind, gab es klinische
Situationen, in denen diese nicht ganz zufriedenstellend sind. Es
wurde festgestellt, dass bei einigen Patienten, die bei Beschwerden
oder Krankheiten mit Dosierungsformen mit konstanter Freisetzung
behandelt wurden, die therapeutische Wirksamkeit der Medikamente
zu Zeitpunkten vor dem Ende des gewünschten Therapiezeitraums abnahmen,
obgleich die praktisch konstante Medikamentenfreisetzung, von der
angenommen wird, dass sie kontinuierliche Wirk samkeit zur Verfügung stellt,
aufrechterhalten wurde. Demgemäss
besteht weiterhin ein Bedarf an Verfahren und Vorrichtungen zur
Aufrechterhaltung einer gewünschten
therapeutischen Medikamentenwirkung über einen gewünschten
verlängerten
Therapiezeitraum, falls Dosierungsformen mit verzögerter Freisetzung,
die ein Medikament mit einer praktisch konstanten Rate über einen
verlängerten
Zeitraum freisetzen, nicht zufriedenstellend sind.
-
KURZE ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
-
Ein
Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft das Bereitstellen einer
verbesserten Medikamententherapie für diejenigen klinischen Situationen,
wo die therapeutische Wirksamkeit einer verabreichten Medikamententherapie
unerwarteterweise in den Zeiträumen
vor dem Ende des beabsichtigten Therapiezeitraums abnimmt. Es wurde überraschenderweise
festgestellt, dass in einer beispielhaften klinischen Situation
das Verabreichen eines Medikaments mit einer Freisetzungsrate, die
ansteigt, statt über
einen verlängerten
Zeitraum praktisch konstant ist, eine therapeutische Wirksamkeit
zur Verfügung
stellt, die nicht vor dem Ende des verlängerten Therapiezeitraums abnimmt.
-
Mit
der Feststellung, dass die Verabreichung eines Medikaments bei einer
Freisetzungsrate, die praktisch ansteigt, eine verbesserte Medikamententherapie
zur Verfügung
stellt, erhöht
sich der Bedarf an oralen Dosierungsformen mit verzögerter Freisetzung,
die geeignet sind, eine solche Freisetzungsrate über einen geeigneten verlängerten
Zeitraum bereitzustellen. Demgemäss
umfassen andere Aspekte der vorliegenden Erfindung das Bereitstellen
von oralen Dosierungsformen mit verzögerter Freisetzung, die eine
ansteigende Medikamentenfreisetzungsrate über einen verlängerten
Zeitraum zur Verfügung
stellen, sowie Verfahren zur Herstellung solcher Dosierungsformen
und Verfahren zur Verwendung solcher Dosierungsformen, um die therapeutische
Wirksamkeit über
einen gewünschten
verlängerten
Therapiezeitraum aufrechtzuerhalten.
-
Es
wurde überraschenderweise
festgestellt, dass orale osmotische Dosierungsformen, die eine ansteigende
Medikamentenfreisetzungsrate über
einen verlängerten
Zeitraum aufweisen, verwirklicht werden können. Insbesondere betrifft
die vorliegende Erfindung osmotische Dosierungsformen mit doppelschichtigen oder
dreischichtigen Tablettenkernen, die geeignet sind, ansteigende
Medikamentenfreisetzungsraten über
einen verlängerten
Zeitraum zur Verfügung
zu stellen. Um darüber
hinaus einen schnellen Beginn der Medikamentenwirkung zur Verfügung zu
stellen, betrifft die vorliegende Erfindung Dosierungsformen, die
zusätzlich eine
Medikamentendosis zur sofortigen Freisetzung umfassen.
-
Die
doppelschichtigen oralen, osmotischen Dosierungsformen der vorliegenden
Erfindung umfassen eine erste Komponentenschicht, die ein ausgewähltes Medikament
und Trägersubstanzen
zur Bildung einer abgebbaren Medikamentenzusammensetzung beim Hydratisieren
enthält,
und eine zweite Ausstoßschicht, die
ein flüssigkeitsexpandierbares
Osmopolymer und Trägersubstanzen
enthält,
die in der Kammer enthalten sind, die durch eine semipermeable Membran
gebildet wird, sowie eine Ausgangsvorrichtung zur Medikamentenfreisetzung
aus der Kammer. Die zwei Schichten werden in Längsrichtung zu zweischichtigen
Tablettenkernen gepresst, welche eine Umfangsbreite, die kleiner
als die Länge
ist, und schmalere abgerundete Enden haben, worin eines der Enden
die medikamentenhaltige Schicht und das andere Ende die Ausstoßschicht
umfasst, bevor die semipermeable Membran aufgetragen wird und eine
geeignete Öffnung
für die
Medikamentenfreisetzung durch sie hindurch geformt wird. Es ist
wichtig, dass die hier beschriebenen doppelschichtigen Tablettenkerne
gebildet werden, indem zwei Komponentenschichten zusammengepresst
werden, um einen in Längsrichtung
gepressten Tabletten("LCT"(longitudinally compressed
core))kern mit einer unterschiedlichen Schicht an jedem schmalen
Ende zur Verfügung
zu stellen.
-
Die
Kombination von Merkmalen, einschließlich der osmotischen Eigenschaften
der Komponentenschichten, der Flüssigkeitsflußeigenschaften
der semipermeablen Membran und der Konfiguration des Tablettenkerns
gewährleisten,
dass das Medikament mit einer ansteigenden Rate über einen verlängerten
Zeitraum freigesetzt wird. In einer bevorzugten Ausführungsform
wird ausreichende Aktivität
in der Ausstoßschicht
erreicht, indem eine relativ hohe Konzentration (mindestens etwa
35%) eines osmotisch effektiv gelösten Stoffes oder eines osmotischen
Mittels, wie beispielsweise Natriumchlorid, verwendet wird. Darüber hinaus
ist vorzugsweise Sorbit in der ersten Komponentenschicht enthalten.
-
Die
dreischichtigen oralen, osmotischen Dosierungsformen der vorliegenden
Erfindung umfassen einen neuartigen dreischichtigen Tablettenkern,
der von einer semipermeablen Membran umgeben ist und mit einer geeigneten
Ausgangsvorrichtung zum Freisetzen der Medikamentenformulierung
durch die semiperme able Membran ausgestattet ist. Der neuartige
dreischichtige Tablettenkern hat eine erste medikamentenhaltige Schicht,
eine zweite medikamentenhaltige Schicht und eine dritte Ausstoßschicht
und eine Umfangsbreite, die kleiner als seine Länge ist und schmalere abgerundete
Enden hat, wobei eines der Enden eine medikamentenhaltige Schicht
und das andere Ende die Ausstoßschicht
umfasst.
-
Bei
der Wirkung wird das Medikament durch die Kooperation der Komponenten
der Dosierungsform aus der ersten medikamentenhaltigen Schicht und
dann aus der zweiten medikamentenhaltigen Schicht nacheinander freigesetzt.
Es wurde festgestellt, dass ein Medikamentenkonzentrationsgradient
das Erreichen einer ansteigenden Medikamentenfreisetzungsrate über einen
verlängerten
Zeitraum erleichtert. Demzufolge können die anderen Trägersubstanzen
in den medikamentenhaltigen Schichten flexibler variiert werden
und für andere
Zwecke, wie beispielsweise zur Herstellungsvereinfachung und pharmazeutischen
Verbesserung angepasst werden. Auf diese Weise können Dosierungsformen, die
eine verlässliche
Medikamentenabgabe mit der gewünschten
und verzögerten
und ansteigenden Rate über
einen verlängerten
Zeitraum zeigen, zuverlässig
und effizient hergestellt werden.
-
Die
LCT-Kernkonfiguration, wie oben beschrieben, verbessert die Hydratisierung
des Dreischichtenkerns. Vorzugsweise ist auch ein flußverstärkendes
Mittel in der semipermeablen Wandzusammensetzung enthalten. In einer
gegenwärtig
bevorzugten Ausführungsform
bewirkt die Kombination von Merkmalen, einschließlich der LCT-Dreischichtenkernkonfiguration,
einem geeigneten Medikamentenkonzentrationsgradienten zwischen den
ersten und zweiten Komponentenschichten, den osmotischen Eigenschaften
der Komponentenschichten und den Flüssigkeitsflußeigenschaften
der semipermeablen Membran die gewünschte ansteigende Medikamentenfreisetzungsrate über einen
verlängerten
Zeitraum.
-
Es
gibt viele klinische Situationen und Medikamententherapien, die
durch die Verwendung von Dosierungsformen, die eine verzögerte und
ansteigende Freisetzungsrate über
einen verlängerten
Zeitraum zur Verfügung
stellen, verbessert werden können.
Beispielhafte Dosierungsformen, wie hier beschrieben, umfassen CNS-wirkende
Medikamente und kardiovaskulär
wirkende Medikamente. Es wird Fachleuten auf dem Gebiet klar sein,
dass die Erfindung auf viele andere Medikamentenarten und Medikamententherapien
anwendbar ist. Beispiele für
geeig nete Medikamentenarten umfassen, sind aber nicht eingeschränkt auf
Mittel gegen Infektionen, Analgetika, Anästhetika, Antiarthritika, Antiasthmatika,
krampflösende
Mittel, Antidepressiva, Antidiabetika, Antidiarrhoika, Antihistamine,
entzündungshemmende
Mittel, Mittel gegen Migräne,
Antineoplastika, Anti-Parkinson- Mittel,
Mittel gegen Juckreiz, Antipsychotika, fiebersenkende Mittel, Spasmolytika,
Anticholinergika, Sympathomimetika, Calciumkanalblocker, Betablocker,
Antiarrythmika, blutdrucksenkende Mittel, ACE-Inhibitoren, Diuretika,
Vasodilatoren, abschwellende Mittel, Hormone, Hypnotika, Immunsuppressiva,
Parasympathomimetika, Prostaglandine, Proteine, Peptide, Beruhigungsmittel
und Tranquilizer.
-
Die
hier beschriebene beispielhafte klinische Situation beinhaltet die
Behandlung von ADHD mit Methylphenidat-Therapie. Demgemäss betrifft
die vorliegende Erfindung auch orale Methylphenidat-Dosierungsformen
mit verzögerter
Freisetzung, die eine verzögerte
und ansteigende Freisetzungsrate eines Medikaments über einen
verlängerten
Zeitraum zur Verfügung
stellen.
-
Es
wurde weiterhin festgestellt, dass orale Methylphenidat-Dosierungsformen
mit verzögerter
Freisetzung, die eine ansteigende Freisetzungsrate eines Medikaments über einen
verlängerten
Zeitraum zur Verfügung
stellen, verwendet werden können,
um eine wirksame einmal-täglich-Therapie
für ADHD
bereitzustellen. Somit betrifft die vorliegende Erfindung auch das
Verbessern der Medikamententherapie für ADHD, indem die Notwendigkeit
für mehrfach
tägliche
Methylphenidat-Dosen entfällt
und gleichzeitig die therapeutische Wirksamkeit über den Tag zur Verfügung gestellt
wird, was der therapeutischen Wirksamkeit entspricht, die durch mehrfache
Dosen des sofort freigesetzten Methylphenidats bereitgestellt wird.
-
Die
oben beschriebenen Merkmale und Vorteile sowie andere werden anhand
der folgenden genauen Beschreibung der Erfindung und der anhängigen Ansprüche offensichtlich
werden.
-
Obgleich
die vorliegende Erfindung durch beispielhafte Dosierungsformen mit
spezifischen beispielhaften Medikamenten, Verfahren zur Herstellung
dieser Dosierungsformen und Verfahren zur Verwendung Methylphenidat-haltiger
Dosierungsformen, um ein gewünschtes
therapeutisches Ergebnis zu erhalten, veranschaulicht wird, ist
die Erfindung nicht auf die beispielhaften Ausführungsformen beschränkt. Die
Erfindung umfasst im weitesten Sinne orale Dosierungsformen mit
verzögerter
Freisetzung, die eine ansteigende Medikamentenfreisetzungsrate über einen
verlängerten
Zeitraum bereitstellen, um die therapeutische Wirksamkeit über einen
gewünschten
verlängerten
Therapiezeitraum im Hinblick auf alle geeigneten Medikamente und
Medikamententherapien zu erhalten, was für den Fachmann auf dem Gebiet
im Hinblick auf die Beschreibung offensichtlich sein wird.
-
KURZE BESCHREIBUNG
DER VERSCHIEDENEN FIGURENANSICHTEN
-
1 ist eine Querschnittsansicht
einer doppelschichtigen osmotischen Dosierungsform gemäß der vorliegenden
Erfindung.
-
2 ist eine Querschnittsansicht
einer dreischichtigen osmotischen Dosierungsform, die zusätzlich einen
Medikamentenüberzug
mit sofortiger Freisetzung und einen ästhetischen Überzug gemäß der vorliegenden
Erfindung umfasst.
-
3 ist ein Diagramm, das
die Menge an Medikament veranschaulicht, die über einen Zeitraum aus einer
bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung, wie in Beispiel 6 beschrieben, freigesetzt wird.
-
4 ist ein Diagramm, das
die Plasmamedikamentenkonzentration über einen Zeitraum darstellt,
die nach Verabreichung von Methylphenidat gemäß den Versuchsbedingungen (weiße Rauten)
und Standardbedingungen (schwarze Kreise) erhalten wird, wie in
Beispiel 7 beschrieben.
-
GENAUE BESCHREIBUNG
DER ERFINDUNG
-
Viele
wirksame Medikamententherapien verwenden orale Dosierungsformen
mit sofortiger Freisetzung, die in Intervallabständen verabreicht werden, um
eine gewünschte
therapeutische Wirkung über
einen verlängerten
Therapiezeitraum zur Verfügung
zu stellen und aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus sind Dosierungsformen
mit verzögerter
Freisetzung für
viele Medikamente bekannt, und insbesondere sind orale Dosierungsformen
mit konstanter Freisetzung bekannt. Es gibt viele Beispiele für wirksame
Medikamententherapien, die orale Dosierungsformen mit konstanter
Freisetzung verwenden, um eine gewünschte therapeutische Wirkung über einen
verlängerten
Therapiezeitraum zur Verfügung
zu stellen. In vielen Fällen
bieten diese Medikamententherapien Vorteile gegenüber Medikamententherapien,
die orale Dosierungsformen mit sofortiger Freisetzung verwenden,
die in Intervallabständen
verabreicht werden. Es gibt jedoch klinische Situationen, in denen
die Dosierungsform mit konstanter Freisetzung unerwartet die Abnahme
der therapeutischen Wirksamkeit in Zeiträumen vor dem Ende des gewünschten
Therapiezeitraums zeigte.
-
Ein
Beispiel einer klinischen Situation, wo eine Medikamententherapie
mit oralen Medikamentendosierungsformen mit verzögerter Freisetzung, die eine
praktisch konstante Rate der Medikamentenfreisetzung über einen
verlängerten
Zeitraum zur Verfügung
stellen, nicht vollständig
zufriedenstellend war, ist die Verwendung von Stimulanzmedikamenten
des zentralen Nervensystems (CNS), um verschiedene Zustände und
Erkrankungen zu behandeln, einschließlich des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms
(ADD/Attention Deficit Disorder) und des hyperkinetischen Syndroms
(ADHD/Attention Deficit Hyperactivity Disorder). Diese Störungen werden
im allgemeinen bei Kindern diagnostiziert, aber können auch
bei Erwachsenen auftreten. Die Behandlung dieser und anderer physiologischer
Zustände
mit CNS-Stimulanzmedikamenten hat eine lange Geschichte. Vor etwa
25 Jahren ersetzte Methylphenidat die Amphetamine als primäres Stimulans,
das zur Behandlung von ADHD bei Kindern verschrieben wurde.
-
Die
Methylphenidat-Therapie bei Kindern mit ADHD wurde ausgiebig untersucht,
und die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Behandlung ist sichergestellt.
Es wurde gezeigt, dass die Methylphenidat-Therapie sehr wirksam
ist bei der Verringerung der Symptome der Hyperaktivität, der Unaufmerksamkeit
und der Impulsivität bei
Kindern mit ADHD. Ziel der Medikamententherapie ist die Kontrolle
der Verhaltenssymptome am Tag, während
der Patient in der Schule ist oder an anderen Aktivitäten teilnimmt,
indem die Symptomkontrolle die Fähigkeit
des Patienten, zu lernen und/oder an sonstigen Aktivitäten positiv
teilzunehmen, günstig
beeinflußt. Aufgrund
von Bedenken hinsichtlich Nebenwirkungen wird jedoch die Medikamententherapie
bei den meisten Patienten normalerweise zumindest während eines
Teils des Abends und in der Nacht unterbrochen. In Abhängigkeit
von den besonderen Umständen
des Patienten kann die Medikamententherapie auch über die
Wochenenden eingestellt werden oder auch nicht.
-
Die
Behandlung verwendet im allgemeinen Methylphenidat mit sofortiger
Freisetzung, das zwei- oder dreimal täglich während des Tages verabreicht
wird. Aus verschiedenen Gründen
haben Patienten häufig
Probleme mit diesem Verabreichungsschema. Aufgrund des Missbrauchspotentials
ist Methylphenidat eine kontrollierte Substanz, und somit ist der
Medikamentenzugang ein spezielles Problem. Das Verabreichungsschema
erfordert im allgemeinen, daß mindestens
eine Dosis während
des Schultages verabreicht wird und es ist die Regel, dass Kinder
sich das Medikament in der Schule nicht selbst verabreichen dürfen. Aus
diesem Grunde tragen autorisierte Schulmitarbeiter im allgemeinen
die Verantwortung für
die Verabreichung des Medikaments an Kinder während des Schultages, was jedoch
Fragen aufwirft hinsichtlich der medizinischen Privatsphäre und der
möglichen
Stigmatisierung von Kindern durch Gleichaltrige. Darüber hinaus
wird das Einhalten dieser Punkte weiterhin kompliziert, da der Transport,
die Lagerung und die Verabreichung des Medikaments normalerweise
protokolliert und/oder dokumentiert werden müssen, und der Zeitplan der
verschiedenen beteiligten Parteien, d. h. des Kindes, des Erziehers
und des autorisierten Schulpersonals, koordiniert und aufeinander
abgestimmt sein muss. Das ungünstige
Ergebnis ist, dass die Dosen spät
verabreicht werden oder vergessen werden, was insgesamt zu einer
verringerten Wirksamkeit der Therapie führt.
-
Aus
den oben genannten Gründen
ist es offensichtlich, dass eine orale Methylphenidat-Dosierungsform
mit verzögerter
Freisetzung, die eine praktisch konstante Medikamentenfreisetzung über einen
verlängerten
Zeitraum zur Verfügung
stellt, wodurch die Notwendigkeit zur Dosisverabreichung während des
Schultages wegfällt,
eine willkommene Verbesserung wäre.
In der Tat war eine solche Methylphenidat-Dosierungsform mit verzögerter Freisetzung
einige Jahre lang kommerziell erhältlich. Klinische Untersuchungen
mit dieser Dosierungsform waren jedoch auch dahingehend enttäuschend,
dass die Verhaltenssymptome bei Patienten, die die Dosierungsform
mit kontrollierter Freisetzungsform einnahmen, später am Tag
weniger gut kontrolliert waren im Vergleich zu den Patienten, die
mehrfache Dosen der Dosierungsform mit sofortiger Freisetzung einnahmen.
Darüber
hinaus ist der langsamere Wirkungsbeginn der Dosierungsform mit
kontrollierter Freisetzung im Vergleich zur Dosierungsform mit sofortiger
Freisetzung für
viele Patienten nicht zufriedenstellend.
-
Es
wurde überraschenderweise
festgestellt, dass die Verabreichung von Methylphenidat bei einer Freisetzungsrate,
die im wesentlichen ansteigt statt praktisch konstant zu sein, über einen
verlängerten
Zeitraum eine therapeutische Wirksamkeit zur Verfügung stellt,
die vergleichbar mit der Wirksamkeit ist, die mit mehrfachen Dosen
der Methylphenidat-Dosierungsform mit sofortiger Freisetzung erhalten
wird. Zur kurzen Übersicht
wurde in einer klinischen Untersuchung ein Vergleich der Verhaltens-,
Aufmerksamkeits- und kognitiven Wirksamkeit eines Placebos und des
Methylphenidats, das bei Behandlungen mit drei verschiedenen Freisetzungsraten,
d. h. sofortige Freisetzung, konstante Freisetzung und ansteigende
Freisetzung, verabreicht wurde, durchgeführt. Das Methylphenidat mit
sofortiger Freisetzung wurde in zwei aufeinanderfolgenden Dosen
verabreicht. Die Behandlung mit konstanter Freisetzung wurde als
Anfangsbeladungsdosis verabreicht, wobei die verbleibende Gesamtmenge
in gleichen kleinen Dosen in kleinen Zeitintervallen verabreicht
wurde, die sich an die Verabreichungszeit der zweiten Dosis mit
sofortiger Freisetzung anschlossen. Die Behandlung mit ansteigender
Freisetzung wurde als Anfangsbeladungsdosis verabreicht, wobei die
verbleibende Gesamtmenge in ansteigenden kleinen Dosen mit geringen
Intervallabständen
verabreicht wurde, die sich an die Verabreichungszeit der zweiten
Dosis mit sofortiger Freisetzung anschlossen.
-
In
dieser Untersuchung wurde beobachtet, dass die Behandlung mit konstanter
Freisetzung eine verringerte klinische Wirksamkeit zeigte im Vergleich
zur Behandlung mit sofortiger Freisetzung bei Bewertungszeiträumen nach
Verabreichung der zweiten Dosis mit sofortiger Freisetzung. Andererseits
zeigte die Behandlung mit ansteigender Freisetzung eine vergleichbare
klinische Wirksamkeit gegenüber
der Behandlung mit sofortiger Freisetzung während dieser Bewertungszeiträume. Somit
umging die Behandlung mit ansteigender Freisetzung die Abnahme der
therapeutischen Wirksamkeit, die bei der Behandlung mit konstanter
Freisetzung in späteren
Zeiträumen
während
des verlängerten
Therapiezeitraums beobachtet wird.
-
Während nichts über den
Mechanismus bzw. die Mechanismen der Wirkung der vorliegenden Erfindung
ausgesagt wird, sollte erwähnt
werden, dass die Entwicklung der akuten Toleranz gegenüber Methylphenidat
als Erklärung
für die
unbefriedenstellende Abnahme der therapeutischen Wirksamkeit, die
in einigen Fällen
beobachtet wurde, vorgeschlagen wurde. Diese Theorie wurde durch
eine zweite klinische Untersuchung gestützt, in der eine Abnahme der
Wirksamkeit von Methylphenidat über
einen verlängerten
Therapiezeitraum beobachtet wurde, sowohl bei Anwendung der Behandlung
mit konstanten Freisetzung als auch bei der Anwendung sehr kurzer
Dosisabstände
der Methylphenidat-Dosierungsformen mit sofortiger Freisetzung.
Es wurde jedoch gezeigt, dass eine Behandlung mit ansteigender Freisetzung
die therapeutische Wirksamkeit über
den verlängerten
Therapiezeitraum aufrechterhält.
-
Mit
dem Befund, dass die Medikamentenwirksamkeit über einen verlängerten
Therapiezeitraum in einigen Fällen
durch Verabreichung von Medikamenten mit einer ansteigenden Freisetzungsrate über einen
verlängerten
Zeitraum verbessert werden kann, entsteht ein Bedarf an oralen Dosierungsformen
mit verzögerter Freisetzung,
die geeignet sind, eine solche Freisetzungsrate zur Verfügung zu
stellen. In einem Aspekt der vorliegenden Erfindung wurde überraschenderweise
festgestellt, dass doppelschichtige orale, osmotische Dosierungsformen
so angepasst werden können,
dass sie dieses Erfordernis erfüllen.
In einem anderen Aspekt wurde überraschenderweise
festgestellt, dass orale, osmotische Dosierungsformen mit verzögerter Freisetzung und
mit neuartigen Dreischichtenkernen so hergestellt werden können, dass
auch die verzögerte
Freisetzung von Medikamentenformulierungen mit einer ansteigenden
Rate über
einen verlängerten
Zeitraum erreicht werden kann.
-
Wie
aus dem Stand der Technik bekannt ist, benötigen osmotische Dosierungsformen,
die gepresste Tablettenkerne enthalten, nach der Verabreichung einen
kurzen Zeitraum, in dem sie ausreichend hydratisiert werden, um
mit der Freisetzung des Medikaments zu beginnen. Bei einigen Medikamententherapien
ist eine leichte Verzögerung
der anfänglichen
Medikamentenfreisetzung nicht zufriedenstellend. Dieses Problem
wird überwunden
durch Zugabe einer Anfangsdosis des Medikaments, die in einem Überzug mit
sofortiger Freisetzung bereitgestellt wird, der auf die Oberfläche der
semipermeablen Membran aufgebracht wird. In bevorzugten Ausführungsformen
der Erfindung, wie hier beschrieben, wird ein solcher Medikamentenüberzug mit
sofortiger Freisetzung auf die Oberfläche der osmotischen Doppelschicht-
oder Dreifachschicht-Dosierungsform aufgebracht.
-
Zum
Zwecke der Beschreibung gelten die folgenden Definitionen:
-
Zur
Verdeutlichung und aus praktischen Gründen wird die Übereinkunft
getroffen, dass die Zeit der Medikamentenverabreichung als Null
Stunden (t = 0 Stunden) und die Zeiten nach der Verabreichung in
geeigneten Zeiteinheiten, beispielsweise t = 30 Minuten oder t =
2 Stunden usw. gekennzeichnet werden.
-
Wie
hier verwendet, bezieht sich der Begriff "Medikament" im allgemeinen auf eine pharmakologisch aktive
Substanz, die bei Abgabe an einen lebenden Organismus einen gewünschten,
im allgemeinen nützlichen
Effekt erzeugt. Medikamentenzusammensetzungen werden im allgemeinen
klinisch in Form eines pharmazeutisch geeigneten Salzes verwendet.
Darüber
hinaus zeigen einige Medikamentenzusammensetzungen Chiralität und haben
somit mehr als ein optisches Isomer. Da die verschiedenen optischen
Isomere verschiedene pharmakologische Wirkungen zeigen können, kann
es vorteilhaft sein, eine praktisch reine Form eines optischen Isomers
eines Medikaments oder dessen pharmazeutischen geeigneten Salzes
zu verwenden. Demgemäss
bezeichnet der Begriff "Medikament" eine klinisch nützliche
Form einer Medikamentenzusammensetzung, einschließlich dessen
pharmazeutisch geeigneten Salzes, und umfasst ein praktisch reines
Isomer der Medikamentenzusammensetzung und ein pharmazeutisch geeignetes
Salz davon. Obgleich eine begrenzte Anzahl an Medikamenten in den
beispielhaften Ausführungsformen
hier dargestellt sind, ist die Erfindung nicht auf die beispielhaften
Ausführungsformen
beschränkt,
sondern sie ist insgesamt auf andere geeignete Medikamente anwendbar,
wie es von Fachleuten auf dem Gebiet verstanden wird.
-
Die
Menge an Medikament, die in den Dosierungsformen der vorliegenden
Erfindung enthalten ist, variiert in Abhängigkeit vom speziellen Medikament,
der therapeutischen Indikation und dem gewünschten Verabreichungszeitraum,
beispielsweise alle 12 Stunden, alle 24 Stunden, usw. In Abhängigkeit
von der gewünschten
Medikamentendosis, die verabreicht werden soll, können eine
oder mehrere Dosierungsformen verabreicht werden.
-
Medikamenten-"Freisetzungsrate" bedeutet die Menge
des Medikaments, das aus einer Dosierungsform pro Zeiteinheit freigesetzt
wird, beispielsweise Milligramm des Medikaments pro Stunde (mg/h).
Medikamentenfreisetzungsraten werden unter Testbedingungen der in
vitro-Auflösung
der Dosierungsformen, die aus dem Stand der Technik bekannt sind,
berechnet. Wie hier verwendet, bezieht sich eine Medikamentenfreisetzungsrate,
die bei einer speziellen Zeit "nach
der Verabreichung" erhalten
wird, auf die in vitro-Medikamenten-Freisetzungsrate, die zu einer
speziellen Zeit nach der Durchführung
eines geeigneten Auflösungstests
erhalten wird. Der Auflösungstest,
der in den hier beschriebenen Beispielen verwendet wurde, wurde
an Dosierungsformen durchgeführt,
die in Metallspulen-Probenhalter
eingesetzt waren, die an einem USP-Typ VII Badanzeigengerät befestigt
und in etwa 50 ml angesäuertes
Wasser (pH = 3) eingetaucht wurden, das auf eine konstante Wasserbadtemperatur
von 37°C äquilibriert
worden war. Aliquots der Freisetzungsratenlösungen wurden in ein chromatographisches
System injiziert, um die Menge des freigesetzten Medikaments während der
Testintervalle quantitativ zu bestimmen.
-
Eine
herkömmlich
verwendete Bezugsmessung zum Bewerten der Medikamentenfreisetzung
aus oralen Dosierungsformen ist die Zeit, bei der 90% des Medikaments
aus der Dosierungsform freigesetzt wurden. Diese Messung wird als "T90" für die Dosierungsform
bezeichnet.
-
Eine
Medikamentendosierung mit "sofortiger
Freisetzung" bedeutet
eine Dosis, die innerhalb eines Zeitraums von etwa einer Stunde
oder weniger, und vorzugsweise etwa 30 Minuten oder weniger praktisch vollständig abgegeben
wird. Eine Medikamentendosis mit sofortiger Freisetzung, die als Überzug auf
die Oberfläche
einer Dosierungsform, wie hier verwendet, aufgebracht wurde, bedeutet
eine Medikamentendosis, die in einen geeigneten pharmazeutischen
Träger
eingebracht wurde, um eine Überzugslösung zu
bilden, die sich nach Verabreichung schnell auflöst, und dadurch eine sofortige
Freisetzung der Medikamentendosis zur Verfügung stellt. Wie im Stand der
Technik bekannt ist, können
solche Medikamentenüberzüge mit sofortiger
Freisetzung das gleiche oder ein anderes Medikament oder Medikamente
enthalten, wie es in der darunterliegenden Dosierungsform enthalten
ist.
-
Eine "periodische Freisetzungsrate" bedeutet die Menge
an Medikament, die aus einer Dosierungsform während eines bestimmten periodischen
Intervalls abgegeben wird, die am Ende des bestimmten periodischen
Intervalls bestimmt wird; d. h., bei jedem periodischen Intervall,
bei dem die Bestimmung durchgeführt wird,
repräsentiert
die Menge an freigesetztem Medikament die periodische Freisetzungsrate
während
des periodischen Intervalls. Beispielsweise repräsentiert die Menge an freigesetztem
Medikament bei t = 1 h die periodische Freisetzungsrate aus der
Dosierungsform während
der ersten Stunde nach Verabreichung, und die Menge an freigesetztem
Medikament bei t = 2 h die periodische Freisetzungsrate während der
zweiten Stunde nach Verabreichung, usw.
-
Eine "ansteigende Freisetzungsrate" bedeutet eine periodische
Freisetzungsrate, die gegenüber
der unmittelbar vorangehenden periodischen Freisetzungsrate erhöht ist,
wobei die periodischen Intervalle gleich sind. Wenn beispielsweise
die Menge an freigesetztem Medikament aus einer Dosierungsform in stündlichen Intervallen
gemessen wird und die Menge an freigesetztem Medikament während der
fünften
Stunde nach Verabreichung (bei t = 5 Stunden) größer ist als die Menge des freigesetzten
Medikaments aus der Dosierungsform während der vierten Stunde nach
Verabreichung (bei t = 4 Stunden), ist eine ansteigende Freisetzungsrate
von der vierten Stunde bis zur fünften
Stunde aufgetreten. Es wird davon ausgegangen, dass die erste periodische
Freisetzungsrate, die gemessen wurde, beispielsweise die periodische
Freisetzungsrate bei t = 1 Stunde (wenn nicht gleich 0) immer größer sein
wird als die Freisetzungsrate während
der vorangegangenen Periode, beispielsweise die Stunde, bevor die
Dosierungsform verabreicht wurde, und somit zeigt die erste periodische
Freisetzungsrate immer ein Auftreten einer ansteigenden Freisetzungsrate
an.
-
Die
hier beschriebenen ansteigenden Freisetzungsraten bedeuten die Freisetzungsrate
aus einer Dosierungsform, die geeignet ist, die verzögerte Freisetzung
eines Medikaments zur Verfügung
zu stellen, und umfasst nicht die Freisetzung des Medikaments aus
irgendeinem Medikamentenüberzug
mit sofortiger Freisetzung, der auf die Dosierungsform aufgebracht
werden kann. In Ausführungsformen
der Dosierungsform, die zusätzlich
eine Medikamentendosis mit sofortiger Freisetzung umfassen, die
als Überzug
auf die darunterliegende Dosierungsform aufgebracht sind, spiegelt
die Medikamentenfreisetzung, die bei t = 1 Stunde gemessen wurde,
im allgemeinen sowohl das Medikament, das aus dem Medikamentenüberzug mit
sofortiger Freisetzung freigesetzt wurde, als auch alles andere
Medikament, das aus der darunter liegenden Dosierungsform freigesetzt
wurde, wieder, wobei jedoch die Menge an Medikament, das aus dem
Medikamentenüberzug
freigesetzt wird, bei der Bestimmung, ob die Medikamentenfreisetzungsrate
bei t = 2 Stunden größer ist
als die Medikamentenfreisetzung bei t = 1 Stunde, weggelassen wird.
-
Wie
hier verwendet, bedeutet im Hinblick auf den Zeitraum, in dem eine
ansteigende Freisetzungsrate stattfindet, "ein verlängerter Zeitraum" einen Zeitraum,
der bei t = 0 Stunden beginnt und sich mindestens bis zum Mittelpunkt
und vorzugsweise über
den Mittelpunkt der relevanten T90 der Dosierungsform
erstreckt. Da die Dosierungsform der vorliegenden Erfindung die
verzögerte
Freisetzung eines Medikaments zur Verfügung stellen soll, beträgt die geeignete
T90 für
die Zwecke dieser Erfindung mindestens etwa 6 Stunden, und demzufolge
be trägt
der "verlängerte Zeitraum", in dem eine ansteigende
Freisetzungsrate zur Verfügung
gestellt wird, mindestens drei Stunden.
-
In Übereinstimmung
mit den oben genannten Definitionen bedeutet eine "ansteigende Freisetzungsrate über einen
verlängerten
Zeitraum" ansteigende
Freisetzungsraten des Medikaments, die von der Zeit der Verabreichung
der Dosierungsform, die über
den Mittelpunkt der relevanten T90 für die Dosierungsform
und vorzugsweise darüber
hinaus erhalten werden. Zur Veranschaulichung wird eine Situation
betrachtet, in der eine Dosierungsform eine T90 von
etwa 8 Stunden hat. In dieser Situation wird eine "ansteigende Freisetzungsrate über einen
verlängerten
Zeitraum" erreicht,
wenn die Freisetzungsrate bei jeder Stunde über t = 4 Stunden größer ist
als die Freisetzungsrate in der unmittelbar vorangehenden Stunde.
Vorzugsweise steigt die Freisetzungsrate während der Zeiträume nach
t = 4 Stunden weiter an.
-
Doppelschichtige
orale, osmotische Dosierungsformen und Verfahren zur Herstellung
und Verwendung solcher Dosierungsformen sind aus dem Stand der Technik
bekannt, wie beispielsweise in den folgenden US-Patenten, erteilt
an Alza Corporation, beschrieben und beansprucht: 4 327 725; 4 612
008; 4 783 337 und 5 082 668. Die doppelschichtigen osmotischen
Dosierungsformen aus dem Stand der Technik erreichen die verzögerte Freisetzung
der Medikamentenformulierungen, wobei auf eine relativ kurze Anfangsperiode
ansteigender Freisetzungsraten eine praktisch konstante Freisetzungsrate über den
Hauptteil des T90-Zeitraums folgt. Das Erzielen einer
ansteigenden Freisetzungsrate über
einen verlängerten
Zeitraum von mindestens 50% des T90-Zeitraums
findet sich nicht im Stand der Technik. Die Dosierungsformen der
vorliegenden Erfindung sind nützlich
für die
Bereitstellung einer kontinuierlich wirksamen Medikamententherapie über einen
verlängerten
Therapiezeitraum, ohne eine Abnahme der Wirksamkeit während des
letzten Teils des verlängerten Therapiezeitraums
zu zeigen.
-
Die
doppelschichtigen oralen, osmotischen Dosierungsformen der vorliegenden
Erfindung umfassen eine erste Komponentenschicht, die ein ausgewähltes Medikament
und Trägersubstanzen
zur Bildung einer abgebbaren Medikamentenzusammensetzung beim Hydratisieren
enthält,
und eine zweite Ausstoßschicht, die
ein flüssigkeitsexpandierbares
Osmopolymer und Trägersubstanzen
enthält,
wobei die zwei Schichten in Längsrichtung
zu zwei doppelschichtigen Tablettenkernen gepresst werden, mit einer
Umfangsweite, die kleiner als die Länge ist und mit schmaleren,
abgerundeten Enden, wobei eines der Enden eine medikamentenhaltige
Schicht und das andere Ende die Ausstoßschicht umfasst, bevor die
semipermeable Membran aufgebracht wird, und eine geeignete Öffnung zur
Medikamentenfreisetzung durch sie hindurch gebildet wird. Die Kombination
dieser Merkmale, einschließlich
der osmotischen Eigenschaften der Komponentenschichten, der Flüssigkeitsflußeigenschaften
der semipermeablen Membran und der Konfiguration des Tablettenkerns
gewährleistet,
dass das Medikament mit einer ansteigenden Rate über einen verlängerten
Zeitraum abgegeben wird.
-
Es
ist wichtig, dass die doppelschichtigen Tablettenkerne der vorliegenden
Erfindung so konfiguriert sind, dass jede Komponentenschicht im
Querschnitt praktisch rund ist, mit einer Umfangsbreite und einer
Länge zwischen
einem oberen und einem unteren Ende. Die zwei Schichten werden in
Längsrichtung
zusammengepresst, so dass der erhaltene doppelschichtige Tablettenkern
die gleiche Umfangsbreite hat wie die Komponentenschichten, und
eine Länge,
die die Längen
der Komponentenschichten kombiniert. In der Gesamtkonfiguration
hat der zweischichtige Tablettenkern eine Umfangsbreite, die kleiner
als die Länge
ist, und er hat ein gerundetes "schmaleres", oberes Ende und
ein gerundetes "schmaleres", unteres Ende, wobei
jedes schmale Ende eine unterschiedliche Tablettenschichtkomponente
umfasst.
-
Zum
Zwecke dieser Beschreibung werden die oben beschriebenen Tablettenkerne
als in Längsrichtung
gepresste Tabletten("LCT")kerne bezeichnet.
Diese LCT-Konfiguration gewährleistet,
dass sich die Oberfläche
der Ausstoßschicht,
die mit der semipermeablen Membran in Kontakt steht, stärker erhöht, wenn
die Ausstoßschicht
in Längsrichtung
in die durch die semipermeable Membran gebildete Kammer expandiert,
als wenn andere Konfigurationen verwendet werden.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform
wird ausreichende Aktivität
in der Ausstoßschicht
durch Verwendung einer relativ hohen Konzentration (mindestens etwa
35%) eines osmotisch wirksam gelösten
Stoffes oder eines osmotischen Mittels, wie beispielsweise Natriumchlorid,
erreicht. Demzufolge ist die Größe der Ausstoßschicht
relativ groß und
kann geringfügig
größer sein
als die erste Komponentenschicht, die das Medikament und die Trägersubstanzen
enthält.
Darüber
hinaus wurde bei bestimmten Ausführungsformen
festgestellt, dass Sorbit ein nützlicher
Träger
in der ersten Komponentenschicht ist. Es wurde überraschenderweise festgestellt,
dass die Kombination der oben beschriebenen Merkmale, einschließlich der
LCT-Kernkonfiguration, des relativ hohen Prozentgehalts an osmotischem
Mittel, und in einigen beispielhaften Ausführungsformen die Verwendung
von Sorbit als Trägerstoff
die gewünschte
ansteigende Freisetzungsrate über
einen verlängerten
Zeitraum aus zweischichtigen oralen, osmotischen Dosierungsformen
zur Verfügung
stellt. Beispielhafte Ausführungsformen
solcher doppelschichtigen osmotischen Dosierungsformen sind nachstehend
in den Beispielen 1–3
genauer beschrieben.
-
Eine
Ausführungsform
einer doppelschichtigen oralen, osmotischen Dosierungsform 15 ist
im Querschnitt in 1 gezeigt.
Die Komponenten sind nicht maßstabsgetreu
gezeichnet. Der doppelschichtige LCT-Kern umfasst eine erste Komponentenschicht 21,
die ein Medikament und ausgewählte
Trägermaterialien enthält, und
eine zweite Ausstoßschicht 29,
die mindestens ein flüssigkeitsexpandierbares
Osmopolymer und gegebenenfalls mindestens ein osmotisches Mittel
zusammen mit ausgewählten
Trägersubstanzen
enthält. Geeignete
Trägersubstanzen
sind im Stand der Technik bekannt und umfassen Verdünnungsmittel,
Träger, Bindemittel,
Füllstoffe
und Verarbeitungshilfsmittel. Eine semipermeable Membran 57 umgibt
den doppelschichtigen Tablettenkern, um eine Kammer zu bilden, und
eine Öffnung 55 in
geeigneter Größe ist durch
die semipermeable Membran und in die erste Komponentenschicht 21 geformt,
um es der Medikamentenformulierung zu ermöglichen, aus der Kammer freigesetzt
zu werden. Wie veranschaulicht, ist die Öffnung 55 vorzugsweise
im schmalen Ende der Dosierungsform, das die erste Komponentenschicht
umfasst, geformt. Bei der Wirkung wird durch Kooperation der doppelschichtigen
osmotischen Dosierungsformkomponenten das Medikament aus der ersten
medikamentenhaltigen Schicht mit einer ansteigenden Freisetzungsrate über einen
verlängerten
Zeitraum freigesetzt. Obgleich nicht in 1 gezeigt, kann eine Medikamentendosis
mit sofortiger Freisetzung durch Aufbringen eines medikamentenhaltigen Überzugs
auf eine doppelschichtige Dosierungsform, falls erwünscht, zur
Verfügung
gestellt werden, wie an anderer Stelle hier beschrieben wurde.
-
Zusätzlich zu
den oben beschriebenen doppelschichtigen, osmotischen Dosierungsformen
wurde überraschenderweise
festgestellt, dass orale osmotische Dosierungsformen, die eine ansteigende
Medikamentenfreisetzungsrate über
ei nen verlängerten
Zeitraum zeigen, auch mit einem neuartigen dreischichtigen Tablettenkern,
der von einer semipermeablen Membran umgeben ist und eine geeignete
Ausgangsvorrichtung zur Freisetzung der Medikamentenformulierung
durch die semipermeable Membran hat, hergestellt werden können. Der
neuartige dreischichtige Tablettenkern hat eine erste medikamentenhaltige
Schicht, eine zweite medikamentenhaltige Schicht und eine dritte
Ausstoßschicht.
Bei der Durchführung
wird durch Kooperation der Dosierungsformkomponenten das Medikament
Schritt für
Schritt in einer verzögerten
und kontrollierten Weise aus der ersten medikamentenhaltigen Schicht
und dann aus der zweiten medikamentenhaltigen Schicht so freigesetzt,
dass eine ansteigende Freisetzungsrate über einen verlängerten
Zeitraum erreicht wird.
-
Es
wurde festgestellt, dass ein Medikamentenkonzentrationsgradient
zwischen der ersten und der zweiten medikamentenhaltigen Schicht
des dreischichtigen Kerns das Erreichen einer ansteigenden Medikamentenfreisetzungsrate über einen
verlängerten
Zeitraum aus der dreischichtigen osmotischen Dosierungsform erleichtert.
Demzufolge können
andere Trägersubstanzen
in den medikamentenhaltigen Schichten flexibler variiert und für andere
Zwecke, wie beispielsweise Vereinfachung bei der Herstellung und
zur pharmazeutischen Verbesserung angepasst werden. Beispielsweise
vermeiden dreischichtige osmotische Dosierungsformen vorzugsweise
die Verwendung von Sorbit als Trägersubstanz.
Dieses führt
zu Herstellungseffizienz und zu Vorteilen bei der Produkthaltbarkeit,
da Sorbit sehr hygroskopisch ist und Feuchtigkeit während der
Lagerung anzieht, was Schwierigkeiten bei der Handhabung und bei
der Herstellung sowie Probleme mit der Langzeitstabilität aufwirft.
Darüber
hinaus kann ausreichende Aktivität
in der Ausstoßschicht
durch Verwendung einer relativ niedrigen Konzentration (weniger
als etwa 25%) eines osmotischen effektiv gelösten Stoffes erreicht werden,
so dass die Größe der Ausstoßschicht
im Vergleich zur Größe der zwei
medikamentenhaltigen Schichten kleiner sein kann. Vorzugsweise ist
die Ausstoßschicht
kleiner als die kombinierte Größe der ersten und
zweiten medikamentenhaltigen Schichten. Ein Vorteil gegenüber einer
kleineren Ausstoßschicht
ist, dass größere Medikamentendosen,
falls gewünscht,
untergebracht werden können,
ohne dass die gesamte Größe der Dosierungsform
so groß wird,
dass Probleme bei der Herstellung entstehen und/oder sie von den
Patienten nicht geschluckt werden können.
-
In
einer gegenwärtig
bevorzugten Ausführungsform
wird die Hydratationsrate der dreischichtigen osmotischen Dosierungsform
durch Aufnahme eines flußverstärkenden
Mittels in der semipermeablen Membran verbessert. Darüber hinaus
verbessert auch, wie oben beschrieben, die in Längsrichtung gepresste Tabletten("LCT")-Kernkonfiguration
der dreischichtigen osmotischen Dosierungsformen die Hydratation.
In einer gegenwärtig
bevorzugten Ausführungsform
erreicht die Kombination der Merkmale, einschließlich der dreischichtigen LCT-Kernkonfiguration,
eines geeigneten Medikamentenkonzentrationsgradienten zwischen der
ersten und zweiten Komponentenschicht, den osmotischen Eigenschaften
der Komponentenschichten und den Flußeigenschaften der semipermeablen
Membran, die gewünschte
ansteigende Rate der Medikamentenfreisetzung über einen verlängerten
Zeitraum. Vorteilhafterweise zeigen solche bevorzugten Ausführungsformen eine
gleichbleibende und zuverlässige
Wirkung, und sie können
im großen
Maßstab
effektiv hergestellt werden.
-
Eine
bevorzugte Ausführungsform
einer dreischichtigen oralen, osmotischen Dosierungsform, die zusätzlich eine
Medikamentendosis mit sofortiger Freisetzung, aufgebracht als Überzug,
und einen ästhetischen Überzug 14 umfasst,
ist im Querschnitt in 2 gezeigt.
Der dreischichtige LCT-Kern umfasst eine erste Komponentenschicht 20 mit
einem ausgewählten
Medikament in einer pharmazeutisch geeigneten Form zusammen mit
ausgewählten
Trägersubstanzen;
eine zweite Komponentenschicht 18 mit einer höheren Konzentration
an Medikament, zusammen mit ausgewählten Trägersubstanzen; und eine dritte
Ausstoßschicht 28 mit mindestens
einem Osmopolymer und gegebenenfalls mit mindestens einem osmotischen
Mittel, zusammen mit ausgewählten
Trägersubstanzen.
Eine semipermeable Membran 56 umgibt den dreischichtigen
Tablettenkern, um eine Kammer zu bilden, und eine Öffnung 54 mit
geeigneter Größe ist durch
die semipermeable Membran und in die erste Komponentenschicht geformt,
um es der Medikamentenformulierung zu ermöglichen, aus der Kammer freigesetzt
zu werden. Wie gezeigt, wird die Öffnung 54 vorzugsweise
im schmalen Ende der Dosierungsform, die die erste Komponentenschicht
umfasst, gebildet. Bei der Durchführung wird das Medikament durch
Kooperation der dreischichtigen osmotischen Dosierungsformkomponenten
nacheinander in verzögerter,
kontrollierter Weise aus der ersten medikamentenhaltigen Schicht
und dann aus der zweiten medikamentenhaltigen Schicht mit einer
ansteigenden Freisetzungsrate über
einen verlängerten
Zeitraum freigesetzt.
-
Wie
in 2 gezeigt, umfasst
die bevorzugte Ausführungsform
weiterhin eine Medikamentendosis mit sofortiger Freisetzung, die
im Überzug 60 enthalten
ist, der auf die Oberfläche
der dreischichtigen osmotischen Dosierungsform aufgebracht wurde.
Das Medikament ist vermischt mit geeigneten Trägersubstanzen, wie beispielsweise
Hydroxypropylmethylcellulose, um eine Lösung zur Beschichtung der Oberfläche der
semipermeablen Membran der dreischichtigen osmotischen Dosierungsform
zur Verfügung
zu stellen, die sich schnell auflöst und nach Verabreichung das
Medikament freisetzt.
-
Wie
in 2 gezeigt, ist es
auch bevorzugt, einen optionalen ästhetischen Überzug 62 zur
Verfügung zu
stellen, der auf die Oberfläche
des medikamentenhaltigen Überzugs 60 aufgebracht
wird. Wie aus dem Stand der Technik bekannt ist, stellen solche ästhetischen Überzüge Vorteile
zur Verfügung,
einschließlich
der Geschmacksmaskierung, verbesserten Aussehens und "Gleitfähigkeit" zur Erleichterung
des Herunterschluckens, und bei Verarbeitungsschritten, wie beispielsweise
Bedrucken, Verpacken usw. Beispielhafte Ausführungsformen dieser dreischichtigen
osmotischen Dosierungsformen, die eine praktisch ansteigende Freisetzungsrate über einen
verlängerten
Zeitraum zeigen, sind in den Beispielen 4–6 und den Beispielen 8 und
9 genauer beschrieben.
-
Das
kontinuierliche Aufrechterhalten der therapeutischen Wirksamkeit über einen
verlängerten
therapeutischen Zeitraum durch Verabreichung der oralen osmotischen
Dosierungsformen der vorliegenden Erfindung, die eine ansteigende
Freisetzungsrate über
einen verlängerten
Zeitraum zeigen, wurde gezeigt. Eine Veranschaulichung ist in Beispiel
7 nachstehend beschrieben. Es wurde insbesondere festgestellt, dass
solche osmotischen Dosierungsformen mit Methylphenidat verwendet
werden können,
um eine wirksame einmal-täglich-Therapie
für ADHD
zur Verfügung
zu stellen. Dieser Befund stellt eine wichtige Verbesserung in der
Medikamententherapie für
ADHD zur Verfügung,
indem die Notwendigkeit mehrmals täglicher Dosen an Methylphenidat
wegfällt,
wobei dennoch die therapeutische Wirksamkeit über den Tag zur Verfügung gestellt
wird, die der therapeutischen Effektivität vergleichbar, die durch mehrfache
Dosen an sofort freigesetztem Methylphenidat zur Verfügung gestellt
wird.
-
Beispiel 1
-
Doppelschichtige
orale, osmotische Dosierungsformen wurden nach herkömmlichen
Herstellungsverfahren, die im Stand der Technik bekannt sind, durchgeführt. Kurz
gesagt wurden eine erste Komponentenschicht mit Methylphenidathydrochlorid
und ausgewählten
Trägersubstanzen
und eine zweite Ausstoßschicht mit
geeigneten Osmopolymeren, 40 Gew.-% eines osmotischen Mittels und
ausgewählten
Trägersubstanzen getrennt
voneinander durch Granulierverfahren hergestellt. Anschließend wurden
die Granulatpräparate
der ersten Komponentenschicht und der zweiten Ausstoßschicht
in Längsrichtung
zusammengepresst, um doppelschichtige LCT-Kerne zu bilden. Eine
ausgewählte
semipermeable Membran wurde dann um die doppelschichtigen LCT-Kerne
aufgebracht, und eine geeignete Öffnung
von 0,57 mm (30 mil) für
die Medikamentenabgabe wurde durch sie hindurch und in die erste
Komponentenschicht geformt.
-
Jede
so hergestellte Dosierungsform umfasste: Erste
Komponentenschicht
| 14,08
mg | Methylphenidathydrochlorid |
| 90,26
mg | Poly(ethylen)oxid
(Zahlenmittel der Molmasse 200000) |
| 5,5
mg | Poly(vinylpyrrolidon)
(Zahlenmittel der Molmasse 40000) |
| 0,11
mg | Magnesiumstearat |
| 0,555
mg | butyliertes
Hydroxytoluol |
Zweite
Ausstoßschicht
| 71,032
mg | Poly(ethylen)oxid
(Zahlenmittel der Molmasse 7000000) |
| 52,8
mg | Natriumchlorid |
| 6,6
mg | Poly(vinylpyrrolidon)
(Zahlenmittel der Molmasse 40000) |
| 1,32
mg | rotes
Eisen(III)oxid |
| 0,132
mg | Magnesiumstearat |
| 0,555
mg | butyliertes
Hydroxytoluol |
Semipermeable
Membran
| 15,3
mg | Celluloseacetat
(39,8% Acetylgehalt) |
| 1,7
mg | Poly(ethylenglycol)
(Zahlenmittel der Molmasse 3350) |
-
Die
periodischen Freisetzungsraten aus der Dosierungsform wurden stündlich über 10 Stunden
unter Verwendung eines in vitro-Auflösungstests bestimmt. Eine Restmenge
an Medikament von 0,72 mg verblieb in der Dosierungsform. Die Ergebnisse
sind in Tabelle 1, zusammen mit der Angabe, ob eine ansteigende
Freisetzungsrate auftrat, gezeigt.
-
-
Wie
aus Tabelle 1 ersichtlich ist, wurde das Medikament aus den Dosierungsformen
mit einer ansteigenden Rate über
einen verlängerten
Zeitraum freigesetzt, d. h. mehr als 90% des Medikaments waren bis
t = 8 Stunden freigesetzt, und die ansteigenden Freisetzungsraten
traten bis t = 6 Stunden auf, ein verlängerter Zeitraum, der schon
weit hinter dem Mittelpunkt von T90 lag.
-
Beispiel 2
-
Doppelschichtige
orale, osmotische Dosierungsformen wurden nach den herkömmlichen
Herstellungsverfahren, die aus dem Stand der Technik bekannt sind,
hergestellt. Kurz gesagt, eine erste Komponentenschicht mit Methylphenidathydrochlorid,
Sorbit und ausgewählten
Trägersubstanzen
und eine zweite Ausstoßschicht
mit geeigneten Osmopolymeren, 40 Gew.-% eines osmotischen Mittels
und ausgewählten
Trägersubstanzen
wurden separat durch Granulie rungsverfahren hergestellt. Anschließend wurden
die Granulatpräparate
der ersten Komponentenschicht und der zweiten Ausstoßschicht
zusammen in Längsrichtung
gepresst, um doppelschichtige LCT-Kerne zu bilden. Eine ausgewählte semipermeable
Membran wurde dann um die doppelschichtigen LCT-Kerne aufgebracht,
und eine geeignete Öffnung
von 0,57 mm (30 mil) zur Medikamentenfreisetzung wurde durch sie
hindurch gebildet. Jede so hergestellte Dosierungsform umfasste: Erste
Komponentenschicht (110 mg)
| 12,8% | Methylphenidathydrochlorid |
| 54,75% | Poly(ethylen)oxid
(Zahlenmittel der Molmasse 200000) |
| 25,4% | Sorbit |
| 5% | Hydroxypropylmethylcellulose
(Zahlenmittel der Molmasse 11200) |
| 2% | Magnesiumstearat |
| 0,05% | butyliertes
Hydroxytoluol |
Zweite
Ausstoßschicht
(132 mg)
| 53,85% | Poly(ethylen)oxid
(Zahlenmittel der Molmasse 7000000) |
| 40% | Natriumchlorid |
| 5% | Hydroxypropylmethylcellulose
(Zahlenmittel der Molmasse 11200) |
| 1% | rotes
Eisen(III)oxid |
| 0,1% | Magnesiumstearat |
| 0,05% | butyliertes
Hydroxytoluol |
Semipermeable
Membran (42 mg)
| 47,5% | Celluloseacetat
(39,8% Acetylgehalt) |
| 47,5% | Celluloseacetat
(32% Acetylgehalt) |
| 5% | Poly(ethylenglycol)
(Zahlenmittel der Molmasse 3350). |
-
Die
periodischen Freisetzungsraten aus der Dosierungsform wurden stündlich über 12 Stunden
bestimmt. Keine Restmenge an Medikament verblieb in der Dosierungsform.
Die Ergebnisse sind in Tabelle 2, zusammen mit der Angabe des Auftretens
einer ansteigenden Freisetzungsrate, gezeigt.
-
-
Aus
Tabelle 2 ist ersichtlich, dass mehr als 90% des Medikaments bis
t = 9 Stunden freigesetzt waren und die ansteigenden Freisetzungsraten
bis t = 8 Stunden anstiegen, ein verlängerter Zeitraum, der weit
hinter dem Mittelpunkt von T90 lag
-
Beispiel 3
-
Doppelschichtige
orale, osmotische Dosierungsformen, die zusätzlich eine Medikamentendosis
zur sofortigen Freisetzung umfassten, die als Überzug auf der semipermeablen
Membran aufgebracht war, wurden nach herkömmlichen Herstellungsverfahren
hergestellt, die aus dem Stand der Technik bekannt sind. Kurz gesagt,
wurden eine erste Komponentenschicht aus Methylphenidathydrochlorid,
Sorbit und ausgewählten Trägersubstanzen
und eine zweite Ausstoßschicht
aus geeigneten Osmopolymeren, 39,8 Gew.-% eines osmotischen Mittels
und ausgewählten
Trägersubstanzen,
durch Granulierungsverfahren getrennt hergestellt. Anschließend wurden
die Granulatpräparate
der ersten Komponentenschicht und der zweiten Ausstoßschicht zusammen
in Längsrichtung
gepresst, um doppelschichtige LCT-Kerne zu bilden. Eine ausgewählte semipermeable
Membran wurde dann um die doppelschichtigen LCT-Kerne aufgebracht, und
eine geeignete Öffnung von
0,57 mm (30 mil) zur Medikamentenfreisetzung wurde durch sie hindurch
geformt. Ein medikamentenhaltiges Überzugsgemisch wurde hergestellt
und auf die semipermeable Membran der osmotischen Dosierungsform
aufgebracht. Wahlweise kann auch ein geschmacksmaskierender Überzug aufgebracht
werden. Jede so hergestellte osmotische, doppelschichtige Dosierungsform
umfasste: Erste
Komponentenschicht
| 14
mg | Methylphenidathydrochlorid |
| 61
mg | Poly(ethylen)oxid
(Zahlenmittel der Molmasse 2000000) |
| 27,5
mg | Sorbit |
| 5,5
mg | Polyvinylpyrrolidon |
| 2,2
mg | Magnesiumstearat |
| 0,055
mg | butyliertes
Hydroxytoluol |
Zweite
Ausstoßschicht
| 72
mg | Poly(ethylen)oxid
(Zahlenmittel der Molmasse 7000000) |
| 53
mg | Natriumchlorid |
| 6,6
mg | Polyvinylpyrrolidon |
| 1,3
mg | rotes
Eisen(III)oxid |
| 0,132
mg | Magnesiumstearat |
| 0,066
mg | butyliertes
Hydroxytoluol |
Semipermeable
Membran
| 20
mg | Celluloseacetat
(39,8% Acetylgehalt) |
| 20
mg | Celluloseacetat
(32% Acetylgehalt) |
| 2 mg | Poly(ethylenglycol)
(Zahlenmittel der Molmasse 4000) |
-
Ein
medikamentenhaltiger Überzug
mit sofortiger Freisetzung, umfassend 60% Hydroxypropylmethylcellulose
und 40% Methylphenidathydrochlorid wird hergestellt, und eine fertige
Lösung
von 10 mg (d. h. mit 4 mg Methylphenidatsalz) wird auf die semipermeable
Membran der osmotischen Dosierungsform aufgebracht.
-
Die
periodischen Freisetzungsraten aus dem Medikamentenüberzug und
der osmotischen Dosierungsform wurden bei 30 Minuten, 1 Stunde und
dann stündlich über die
nächsten
9 Stunden bestimmt. Die 4 mg Methylphenidat, die im Medikamentenüberzug enthalten
waren, wurden innerhalb der ersten 30 Minuten freigesetzt, und die
periodische Freisetzungsrate von 0,41 mg bei t = 1 Stunde ist auf
das Medikament zurückzuführen, das
aus der zweischichtigen osmotischen Dosierungsform während des
zweiten 30-minütigen
Intervalls freigesetzt wurden. Keine Restmenge an Medikament verblieb
in der Dosierungsform. Die stündlichen
Ergebnisse sind in Tabelle 3, zusammen mit der Angabe des Auftretens
einer ansteigenden Freisetzungsrate gezeigt.
-
-
Aus
Tabelle 3 ist ersichtlich, dass abgesehen vom Medikamentenüberzug mit
der sofortigen Freisetzung mehr als 90% des Medikaments bis t =
9 Stunden freigesetzt waren, und dass ansteigende Freisetzungsraten
bis t = 8 Stunden auftraten, ein verlängerter Zeitraum, der weit
hinter dem Mittelpunkt von T90 lag.
-
Beispiel 4
-
Dreischichtige
orale, osmotische Dosierungsformen wurden nach herkömmlichen
Herstellungsverfahren hergestellt, die aus dem Stand der Technik
bekannt sind. Kurz gesagt, wurde eine erste Komponentenschicht aus
Pseudoephedrin hydrochlorid und ausgewählten Trägersubstanzen, eine zweite
Komponentenschicht mit einer höheren
Konzentration an Pseudoephedrinhydrochlorid und ausgewählten Trägersubstanzen,
und eine dritte Ausstoßschicht
aus geeigneten Osmopolymeren, einem osmotischen Mittel und ausgewählten Trägersubstanzen
durch Granulierungsverfahren getrennt hergestellt. Anschließend wurden
die Granulatpräparate
der ersten Komponentenschicht, der zweiten Komponentenschicht und
der dritten Ausstoßschicht
in Längsrichtung
zusammengepresst, um dreischichtige LCT-Kerne zu bilden. Eine ausgewählte semipermeable
Membran wurde dann um die dreischichtigen LCT-Kerne aufgebracht
und eine geeignete Öffnung von
0,57 mm (30 mil) zur Medikamentenfreisetzung wurde durch sie hindurch
geformt.
-
Die
so hergestellte Dosierungsform umfasste: Erste
Komponentenschicht
| 4,4
mg | Pseudoephedrinhydrochlorid |
| 15,3
mg | Poly(ethylen)oxid
(Zahlenmittel der Molmasse 300000) |
| 1,1
mg | Hydroxypropylmethylcellulose
(Zahlenmittel der Molmasse 9200) |
| 1,1
mg | Polyoxyethylen-40-stearat |
| 0,11
mg | Magnesiumstearat |
Zweite
Komponentenschicht
| 13,5
mg | Pseudoephedrinhydrochlorid |
| 2,59
mg | Poly(ethylen)oxid
(Zahlenmittel der Molmasse 300000) |
| 0,9
mg | Hydroxypropylmethylcellulose
(Zahlenmittel der Molmasse 9200) |
| 0,9
mg | Polyoxyethylen-40-stearat |
| 0,018
mg | rotes
Eisen(III)oxid |
| 0,09
mg | Magnesiumstearat |
Dritte
Ausstoßschicht
| 22,2
mg | Poly(ethylen)oxid
(Zahlenmittel der Molmasse 7000000) |
| 12
mg | Natriumchlorid |
| 2 mg | Hydroxypropylmethylcellulose
(Zahlenmittel der Molmasse 9200) |
| 2 mg | Polyoxyethylen-40-stearat |
| 1,2
mg | quervernetztes
Acrylsäurepolymer |
| 0,4
mg | rotes
Eisen(III)oxid |
| 0,2
mg | Magnesiumstearat |
Semipermeable
Membran
| 11,4
mg | Celluloseacetat
(39,8% Acetylgehalt) |
| 0,6
mg | Polyethylenglycol
(Zahlenmittel der Molmasse 3350) |
-
Die
periodischen Freisetzungsraten aus der osmotischen Dosierungsform
wurden stündlich über 7 Stunden
bestimmt, und die Ergebnisse sind in Tabelle 4, zusammen mit der
Angabe des Auftretens einer ansteigenden Freisetzungsrate, gezeigt.
-
-
Aus
Tabelle 4 ist ersichtlich, dass etwa 87% des Medikaments während der
ersten 7 Stunden freigesetzt wurden und dass ansteigende Freisetzungsraten über diesen
Zeitraum erzielt wurden.
-
Beispiel 5
-
Dreischichtige
orale, osmotische Dosierungsformen mit einem Medikamentenkonzentrationsgradienten,
worin die Medikamentenkonzentration in der zweiten Komponentenschicht
größer war
als in der ersten Komponentenschicht und die auch Viskositätsgradienten
aufwiesen, worin die Viskosität
der ersten Komponentenschicht niedriger war als die Viskosität der zweiten
Komponentenschicht, und die Viskosität der zweiten Komponentenschicht
niedriger war als die Viskosität
der dritten Ausstoßschicht,
wurden nach herkömmlichen Herstellungsverfahren
hergestellt, die aus dem Stand der Technik bekannt sind.
-
Jede
der so hergestellten Dosierungsformen umfasste: Erste
Komponentenschicht (350 mg)
| 8,6% | Nicardipin |
| 54,8% | Sorbit |
| 36,8% | Poly(ethylen)oxid
(Zahlenmittel der Molmasse 200000) |
Zweite
Komponentenschicht (120 mg)
| 45% | Nicardipin |
| 50% | Poly(ethylen)oxid
(Zahlenmittel der Molmasse 300000) |
| 5% | Hydroxypropylmethylcellulose
(Zahlenmittel der Molmasse 9200) |
Dritte
Ausstoßschicht
(350 mg)
| 68,75% | Poly(ethylen)oxid
(Zahlenmittel der Molmasse 7000000) |
| 20% | Natriumchlorid |
| 5% | Hydroxypropylmethylcellulose
(Zahlenmittel der Molmasse 9200) |
| 5% | quervernetztes
Acrylsäurepolymer |
| 1% | Eisen(III)oxid |
| 0,25% | Magnesiumstearat |
Semipermeable
Membran (43,5 mg)
| 95% | Celluloseacetat
(39,8% Acetylgehalt) |
| 5% | Polyethylenglycol
(Zahlenmittel der Molmasse 3350) |
-
Die
Dosierungsformen hatten Öffnungen
von 0,48 mm (25 mil), die durch die semipermeable Membran geformt
waren, um die Freisetzung der Medikamentenformulierung aus der Kammer
zu ermöglichen.
Eine ansteigende Freisetzungsrate über einen verlängerten
Zeitraum von etwa 16 Stunden wurde mit den Dosierungsformen aus
Beispiel 5 erreicht.
-
Beispiel 6
-
Bevorzugte
Ausführungsformen
der dreischichtigen osmotischen Dosierungsformen der vorliegenden Erfindung,
die zusätzlich
eine Medikamentendosis mit sofortiger Freisetzung umfasst, die als Überzug aufgebracht
war, wie in 2 gezeigt,
wurden nach herkömmlichen
Herstellungsverfahren für
osmotische Tabletten hergestellt.
-
Die
erste Komponentenschicht enthielt die folgenden Bestandteile (Gewichtsprozent):
9,40% Methylphenidathydrochlorid, 83,71% Polyethylenoxid (Polyox
N-80, Markenprodukt von Union Carbide, Danbury, CT), 5% Polyvinylpyrrolidon
(Kolidon 29-32, Produkt von BASF Corp., Mt. Olive, NJ); 1,34% Bernsteinsäure, 0,5%
Stearinsäure
und 0,05% butyliertes Hydroxytoluol.
-
Die
zweite Komponentenschicht enthielt die folgenden Bestandteile (Gewichtsprozent):
13,65% Methylphenidathydrochlorid, 78,80% Polyethylenoxid (Polyox
N-80, Markenprodukt von Union Carbide, Danbury, CT), 5% Polyvinylpyrrolidon
(Kolidon 29-32, Produkt von BASF Corp., Mt. Olive, NJ); 1,95% Bernsteinsäure, 0,5%
Stearinsäure,
0,05% butyliertes Hydroxytoluol; und 0,05% gelbes Eisen(III)oxid
als Färbemittel.
-
Die
dritte Ausstoßschicht
enthielt die folgenden Bestandteile (Gewichtsprozent): 73,7% Polyethylenoxid
mit hoher Molmasse (Polyox 303, Markenprodukt von Union Carbide,
Danbury, CT), 20% Natriumchlorid, 5% Polyvinylpyrrolidon (Kolidon
29-32, Markenprodukt von BASF Corp., Mt. Olive, NJ); 0,25% Stearinsäure, 0,05%
butyliertes Hydroxytoluol; und 1% grünes Eisen(III)oxid als Färbemittel.
-
Die
erste Komponentenschicht, die zweite Komponentenschicht und die
dritte Ausstoßschicht
wurden jeweils getrennt voneinander in einem Fließbettgranulator
zu granulierten Zusammensetzungen verarbeitet. Die granulierten
Zusammensetzungen wurden dann nacheinander und in Längsrichtung
auf einer Rotationstablettenpresse gepresst, um die dreischichtigen
LCT-Kerne zu bilden. Für
jede Dosierungsform wurden 40 mg des ersten Komponentenschichtgranulats
und 75 mg des zweiten Komponentenschichtgranulats zunächst nacheinander
in die Düse
eingefüllt
und dann bei 100 Newton in die Düse
gepresst. Anschließend
wurden 90 mg des dritten Ausstoßschichtgranulats
in die Düse
gegeben, und das endgültige
Pressen wurde bei 1500 Newton durchgeführt.
-
Die
Zusammensetzung der semipermeablen Membran betrug 83 Gew.-% Celluloseacetat
(CA 398-10 mit einem Acetylgehalt von 39,8%, Produkt von Eastman
Chemical, Kingsport, TN) und 17 Gew.-% Copolymer aus Ethylen und
Propylen (Poloxamer 188, Markenprodukt von BASF Corp., Mt. Olive,
NJ), das als Flußverstärker zugegeben
wurde. Diese zwei Bestandteile wurden dann in einer Mischung aus
99,5% Aceton und 0,5% Wasser aufgelöst, um eine Lösung mit
5% Feststoffgehalt zu bilden. In einem Pfannenbeschichter wurde die
Lösung
dann bis zu einem Gewicht von 25,7 mg und einer Dicke von 0,076–0,095 mm
(4–5 mil)
auf die dreischichtigen LCT-Kerne aufgesprüht.
-
Nachdem
die semipermeable Membran aufgebracht worden war, um eine Kammer
mit den dreischichtigen LCT-Kernen zu bilden, wurde eine Öffnung von
0,76 mm (40 mil) durch die semipermeable Membran am schmalen Ende
der Kammer, das sich in der Nähe
der ersten Komponentenschicht befand, gebohrt, um so die bevorzugten
dreischichtigen, osmotischen Dosierungsformen zu bilden, die jeweils
14 mg Methylphenidat enthielten. Jede Dosierungsform war ungefähr 12 mm
lang mit einem Durchmesser von etwa 5,3 mm.
-
Der
Medikamentenüberzug
zum Bereitstellen einer Anfangsmedikamentendosis mit sofortiger
Freisetzung enthält
etwa 30 Gew.-% Methylphenidathydrochlorid, etwa 70 Gew.-% Hydroxypropylmethylcellulose (Methocel
E3, Markennamenprodukt von Dow Chemical Co., Midland, MI) und eine
Spur Phosphorsäure
(d. h. 20 ml Phosphorsäure,
die zu 87 kg Medikament in Lösung
zugegeben wurden). Eine wässrige
Beschichtungslösung
wird dann durch Auflösen
und Mischen der Bestandteile in Wasser hergestellt, um eine Lösung der
Zusammensetzung mit 10% Feststoffgehalt zu bilden. In einem Pfannenbeschichter
wurde die Lösung dann
auf die semipermeablen Membranen der dreischichtigen osmotischen
Dosierungsformen bis zu einem Gewicht von etwa 14,0 mg gesprüht, die
eine Methylphenidatdosis mit sofortiger Freisetzung von etwa 4 mg umfassten.
-
Die
endgültige ästhetische Überzugszusammensetzung,
die 16,9 mg wog, und eine Unterschicht von Opadry II gelb (Markennamenprodukt
von Colorcon, West Point, PA) und ein Überzug aus klarem Opadry mit einer
Spur Carnaubawachs, ein Gleitmittel, wird hergestellt und wie folgt
aufgebracht: Zunächst
wurde Opadry II (10%) in Wasser (90%) suspendiert und dann auf die
mit Medikament überzogenen
Dosierungsformen gesprüht;
anschließend
wurde klares Opadry (5%) in Wasser (95%) suspendiert und auf die
mit Medikament und Opadry II be schichteten Dosierungsformen gesprüht; schließlich wurden
die Dosierungsformen in einen Beschichter 10 Minuten lang mit dem
Carnaubawachs verwirbelt, um etwa 100 ppm des Wachses gleichmäßig auf
den klaren Opadry-Überzug
zu verteilen.
-
Viele
pharmazeutische Dosierungsformen verwenden das Medikament in Salzform,
wie beispielsweise das hier verwendete Hydrochloridsalz des Methylphenidats.
Solche Salzformen der Medikamente, die in wässriger Lösung hergestellt werden, werden
leicht abgebaut, und somit haben sie häufig Stabilitäts- und Haltbarkeitsprobleme.
Es wurde festgestellt, dass die Zugabe eines geeigneten Mittels
zur pH-Einstellung zu der wässrigen
Lösung
diesen unerwünschten
Abbau verringert und die Stabilität des Produkts verbessert.
Insbesondere wurde in bevorzugten Ausführungsformen der dreischichtigen
osmotischen Dosierungsformen, die Methylphenidathydrochlorid umfassen,
festgestellt, dass der Abbau des Medikamentenbestandteils reduziert werden
kann, indem geeignete Antiabbaumittel wie Bernsteinsäure zu den
ersten und zweiten Komponentenschichten und Phosphorsäure zum
Medikamentenüberzug
zugegeben werden. Andere geeignete Antiabbaumittel umfassen Verbindungen,
die sich in einem wässrigen
Medium auflösen
und pharmazeutisch geeignet sind, d. h. nicht toxisch und für die orale
Verabreichung an Menschen geeignet sind, und eine ausreichende pH-Anpassungsfähigkeit
zeigen, d. h. einen pH-Wert, der nicht größer als 4 und vorzugsweise
3 oder weniger haben. Weitere Beispiele umfassen Kaliumphosphat,
Natriumphosphat, Fumarsäure,
Zitronensäure,
Weinsäure, Äpfelsäure, Salzsäure, Asparaginsäure, Glutaminsäure, Oxasäure, Milchsäure, Malonsäure, Glycerinsäure und
Ascorbinsäure.
-
Die
periodischen Freisetzungsraten für
24 Dosierungformproben, die wie beschrieben hergestellt wurden,
wurden stündlich über 12 Stunden
bestimmt und sind in graphischer Form in 3 dargestellt. Die durchschnittlichen
freigesetzten Mengen in jeder Stunde sind in Tabelle 5 zusammen
mit einer Angabe des Auftretens einer ansteigenden Freisetzungsrate
gezeigt. Es sollte erwähnt
werden, dass die gesamte Dosis mit sofortiger Freisetzung von 4
mg praktisch in der ersten Stunde freigesetzt wird, und diese Menge
wird im Hinblick auf die Bestimmung, ob eine ansteigende Freisetzungsrate
bei t = 2 Stunden auftritt, nicht berücksichtigt, d. h. die mittlere
Menge bei t = 2 Stunden wurde mit der mittleren Menge bei t = 1
Stunde minus 4 mg, was die Dosis mit sofortiger Freisetzung darstellt,
verglichen.
-
-
Aus
Tabelle 5 ist ersichtlich, dass außer dem Medikamentenüberzug mit
sofortiger Freisetzung mehr als 90% des Medikaments bis t = 8 Stunden
freigesetzt wurden, und dass die ansteigenden Freisetzungsraten bis
t = 6 Stunden auftreten, ein verlängerter Zeitraum, der deutlich
hinter dem Mittelpunkt von T90 liegt.
-
Beispiel 7
-
Die
therapeutische Wirksamkeit von Einzeldosen der dreischichtigen osmotischen
Dosierungsformen mit 14 mg Methylphenidat, die weiterhin einen Medikamentenüberzug mit
sofortiger Freisetzung mit 4 mg Methylphenidat enthielten, wurde
untersucht und mit mehrfachen Dosen des Methylphenidats mit sofortiger
Freisetzung verglichen. Die Sicherheits- und therapeutischen Wirksamkeitsparameter
wurden über
einen 12-stündigen
Zeitraum bei den gleichen Patienten, die mit den folgenden Behandlungen
an verschiedenen Tagen therapiert wurden, bewertet: die experimentelle
Behandlung, worin die dreischichtigen osmotischen Dosierungsformen
einmal bei t = 0 Stunden verbreicht wurden, und die Standardbehandlung,
worin das Methylphenidat (Ritalin®) mit
sofortiger Freisetzung dreimal bei t = 0 Stunden, t = 4 Stunden
und t = 8 Stunden verabreicht wurde. Da die Patienten gegenwärtige Methylphenidatanwender
waren, variierten die Methylphenidatdosen, die während der jeweiligen Behandlung
verabreicht wurden, geringfügig,
um so genau wie möglich
der "üblichen Dosis" eines jeden Patienten
zu entsprechen, die routinegemäß verabreicht
wurde. Zu Vergleichszwecken wurden die aktuellen Dosen auf eine
Einzeldosis von 18 mg der dreischichtigen osmotischen Dosierungsform und
auf 15 mg Ritalin®, das in Form von drei
5 mg-Dosen verabreicht
wurde, normalisiert.
-
Die
Plasmamedikamentenkonzentrationen wurden in allen Patienten zu glei
chen Zeiten während
der Untersuchungszeiträume
für jede
Behandlung bestimmt. Die ausgewählten
Zeiten entsprachen der Zeit direkt vor und 1,5 Stunden und 2,5 Stunden
nach Verabreichung der ersten beiden Dosen von Methylphenidat mit sofortiger
Freisetzung (d. h. bei t = 0 Stunden, t = 1,5 Stunden, t = 2,5 Stunden,
t = 4 Stunden, t = 5,5 Stunden, t = 6,5 Stunden) und direkt vor
und 1,5 Stunden und 3,5 Stunden nach Verabreichung der dritten Dosis
(d. h. bei t = 8 Stunden, t = 9,5 Stunden und t = 11,5 Stunden).
-
In 4 sind die Plasmamedikamentenkonzentrationen,
die aus einer Gruppe von Untersuchungsteilnehmern (n = 16) erhalten
wurden, während
diese mit den experimentellen Behandlungen (dargestellt durch weiße Rauten)
und mit den Standardbehandlungen (dargestellt durch schwarze Kreise)
behandelt wurden, in graphischer Form dargestellt. Ein Vergleich
der 3 und 4 zeigt eine Beziehung zwischen
den in vitro-Freisetzungsraten über
etwa t = 8 Stunden und den in vivo-Plasmamedikamentenkonzentrationen über etwa
t = 9,5 Stunden.
-
Wie
in 4 gezeigt ist, erhöht sich
die Plasmamedikamentenkonzentration nach jeder Verabreichung einer
Dosis mit sofortiger Freisetzung relativ schnell und nimmt dann
mit einer allgemein charakteristischen Rate ab, bis die nächste Dosis
verabreicht wird. Die Plasmamedikamentenkonzentration nach Verabreichung der
dreischichtigen osmotischen Dosierungsform zeigt auch einen anfänglich relativ
schnellen Anstieg aufgrund der Freisetzung von Medikament aus dem
Medikamentenüberzug
mit sofortiger Freisetzung. Danach fällt die Plasmamedikamentenkonzentration
jedoch nicht ab, sondern steigt im wesentlichen über einen Zeitraum von 9,5
Stunden weiter an (abgesehen von einem leichten Abfall zwischen
t = 5,5 Stunden und t = 6,5 Stunden). Besonders bemerkenswert ist
der Unterschied während
der Zeiträume
zwischen etwa einer Stunde vor und etwa 1,5 Stunden nach Verabreichung
der zweiten und der dritten Dosis mit sofortiger Freisetzung. Bei der
Standardbehandlung während
dieser Zeiträume
fällt die
Plasmakonzentration auf eine niedrige Konzentration ab und steigt
dann wieder auf eine maximale Konzentration an. Bei der experimentellen
Behandlung während
dieser Zeiträume
steigt die Plasmamedikamentenkonzentration praktisch gleichmäßig an und
zeigt keine Peaks und keine Täler.
-
Die
Sicherheits- und therapeutischen Parameter, einschließlich Verhaltens-,
Aufmerksamkeits- und kognitiven Funktionen, wurden stündlich während der
ersten drei Stunden und der letzten drei Stunden des Untersuchungszeitraums
und in Zweistundenintervallen zwischendurch beurteilt. Die klinische
Wirksamkeit der experimentellen Behandlung war sehr gut vergleichbar
mit der klinischen Wirksamkeit der Standardbehandlung während des
12-stündigen
Untersuchungszeitraums. Eine effektive einmal-täglich-Therapie für ADHD stellt
viele Vorteile zur Verfügung
und bietet eine signifikante Verbesserung bei der Medikamententherapie,
indem das Erfordernis für
mehrmals tägliche
Methylphenidatdosen wegfällt,
während
eine kontinuierliche therapeutische Wirksamkeit über den Tag zur Verfügung gestellt
wird.
-
Beispiel 8
-
Dreischichtige
orale, osmotische Dosierungsformen wurden nach den Herstellungsverfahren
aus Beispiel 6 hergestellt, aber umfassen zweimal so viel Methylphenidat,
d. h. eine Gesamtmenge von 28 mg Methylphenidat, die in den ersten
und zweiten Komponentenschichten enthalten ist, und 8 mg Methylphenidat
im Medikamentenüberzug.
Alle übrigen
Bestandteile werden auch verdoppelt, so dass die Gewichtsprozente
die gleichen sind wie in Beispiel 6. Die dritte Ausstoßschicht
ist auch verdoppelt. Die semipermeable Membran hatte die gleiche
Zusammensetzung wie in Beispiel 6, aber wurde bis zu einem Gewicht
von etwa 34 mg aufgebracht. Diese Dosierungsformen zeigen die Freisetzung
von 36 mg Methylphenidat, wobei etwa 8 mg sofort freigesetzt wurden,
und die restlichen 28 mg mit einer ansteigenden Freisetzungsrate über einen
verlängerten Zeitraum
freigesetzt werden.
-
Beispiel 9
-
Die
dreischichtigen oralen, osmotischen Dosierungsformen wurden nach
Herstellungsverfahren aus Beispiel 6 hergestellt, aber umfassten
eine Gesamtmenge von 42 mg Methylphenidat in den ersten und zweiten
Komponentenschichten und 12 mg Methylphenidat im Medikamentenüberzug.
Die erste Komponentenschicht enthielt die folgenden Bestandteile
(Gewichtsprozent): 11,5% Methylphenidathydrochlorid, 81,6% Polyethylenoxid
(Polyox N-80, Markenprodukt von Union Carbide, Danbury, CT), 5%
Polyvinylpynolidon (Kolidon 29-32, Produkt von BASF Corp., Mt. Olive,
NJ); 1,3% Bernsteinsäure;
0,5% Stearinsäure;
0,05% butyliertes Hydroxytoluol; und 0,05% gelbes Eisen(III)oxid
als Färbemittel.
Die zweite Komponentenschicht enthielt die folgenden Bestandteile
(Gewichtsprozent): 19,8% Methylphenidathydrochlorid, 72,7% Polyethylenoxid
(Polyox N-80, Markenprodukt von Union Carbide, Danbury, CT), 5%
Polyvinylpyrrolidon (Kolidon 29-32, Produkt von BASF Corp., Mt.
Olive, NJ); 1,95% Bernsteinsäure;
0,5% Stearinsäure
und 0,05% butyliertes Hydroxytoluol. Die dritte Ausstoßschicht
aus Beispiel 6 wird verdoppelt, und die semipermeable Membran hatte
die gleiche Zusammensetzung wie in Beispiel 6, aber wurde bis zu
einem Gewicht von etwa 34 mg aufgebracht.
-
Diese
Dosierungsformen zeigen eine Freisetzung von 54 mg Methylphenidat,
wobei etwa 12 mg sofort freigesetzt wurden, und die übrigen 42
mg mit einer ansteigenden Freisetzungsrate über einen verlängerten Zeitraum
freigesetzt wurden.