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Fachrichtung
der Erfindung
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Die
aktuelle Erfindung befindet sich in der Fachrichtung Organische
Chemie. Insbesondere bietet die aktuelle Erfindung eine neues Verfahren
an zur Substitution einer Hydroxylgruppe in bestimmten Alkoholen
in eine gute Abgangsgruppe durch Umkehrung der Konfiguration wenn
der hydroxylgebundene Kohlenstoff chiral ist. Solch eine Methode
ist besonders bei der Herstellung von chiralen Verbindungen zur
pharmazeutischen und agrochemischen Verwendung nützlich.
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Hintergrund
der Erfindung
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Regierungsverordnungen
in verschiedenen Länder,
insbesondere in den USA, erfordern neue ökonomische Wege zur Produktion
aktiverer Enantiomere einer Arznei zu finden, deren Moleküle chiral sind,
außer
durch die Auflösung
des razemischen Endprodukts (oder Zwischenprodukts), bei dem ein teurer
chiraler Katalysator oder Zusatz verwendet wird – normalerweise von der nicht
wiederverwendbaren oder teilweise wiederverwendbaren Art, oder durch
die Entdeckung eines enzymatischen Prozesses. Zur Erfüllung dieser
Notwendigkeit müssen
drei Voraussetzungen erfüllt
werden (siehe A. N. Collins, G. M. Sheldrake, and J. Crosby (Eds.),
Chirality in Industry (1992), and Chirality in Industry II (1997),
John Wiley & Sons,
Chichester). Die Erste ist die Wahl eines kostengünstigen,
vorzugsweise natürlich
vorkommenden Ausgangsmaterials aus einer erneuerbaren Quelle, das
zu dem gewünschten
Produkt-Enantiomer verfeinert werden kann. Die zweite Voraussetzung
besteht darin sicher zu stellen, dass während dieser Verfeinerung die
Chiralität
der Zwischenprodukte beibehalten wird, und dass die relative Stereochemie
bei der möglichen
Einführung
von weiteren chiralen Zentren voraussehbar ist. Die dritte Voraussetzung
ist, dass höchstmögliche Ausbeuten
mit minimalem Aufwand von Zusatzreagenzien bei dieser Verfeinerung
erzielt werden, so dass der gesamte Prozess ökonomisch annehmbar wird.
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Bevorzugt
werden natürlich
vorkommende chirale Verbindungen wie Milchsäurederivate (besonders Äthyl- und
Methylester), da solche Ester kostengünstig sind und große Mengen
zur Verfügung
stehen. Diese Erfindung bezieht sich hauptsächlich auf diese Ester, aber
ist gleichermaßen
auf andere Alkyllaktate sowie auf Ester anderer natürlich vorkommenden
chiralen α-Hydroxysäuren, wie
Hydroxybernsteinsäure
oder Mandelsäure,
und im Allgemeinen auf Verbindungen mit einer an einem chiralen Kohlenstoff
verbundene Hydroxylgruppe, anwendbar.
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α-Hydroxycarboxylsäuren sind
wichtige Ausgangsmaterialen der Pharmazie und der Agrochemie, wichtige
Produkte insbesondere wenn sie ein chirales Kohlenstoffatom in dem
Molekül
enthalten. In der im Überfluss
auftretenden Form in der Natur all diese α-Hydroxycarboxylsäuren weisen das an dem an die
Hydroxylgruppe angefügte
Kohlenstoffatom die (S)-absolute Konfiguration auf. Sie treten jedoch auch
mit diesem Atom in der (R)-Konfiguration auf und sind kommerziell
erhältlich
(siehe G. M. Coppola and H. F. Schuster, α-Hydroxy Acids in Enantioselective
Synthesis, VCH-Wiley, Weinheim, 1997; A. N. Collins, G. M. Sheldrake,
and J. Crosby, Eds., Chirality in Industry II, Wiley, 1997, Chapter
10).
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Es
ist wohlbekannt, dass SN2-Substitutionsreaktionen
an einem asymmetrischen Kohlenstoffatom mit der Umkehrung der Konfiguration
einhergehen. Wenn eine solche Substitution an dem chiralen Kohlenstoffatom
neben der Hydroxylgruppe in einem chiralen Alkohol erfolgt, erfolgt
eine saubere Umkehrung der Konfiguration (wie schematisch in 1 gezeigt),
wobei die Chiralität
beibehalten bleibt. In den SN2-Reaktionen
muss die Hydroxylgruppe in die bestmögliche L-Abgangsgruppe umgewandelt
werden. Sowohl die L- gruppe
als auch die eingehende nukleophile Gruppe Nu sind jedoch negativ
geladen (oder elektronenreich), und wenn diesbezüglich nur ein kleiner Unterschied
besteht, können
sie die Rollen tauschen, und die Reaktion erfolgt in der umgekehrten
Richtung. In diesem Fall kann die Chiralität verloren gehen, da im Zwischenstadium
der Kohlenstoff weder mit Nu noch mit L verbunden ist und so trihedral
oder Planar ist. Jede Gruppe kann aus beiden Richtungen ein- oder
abgehen, was zur Razemisierung (wie in 2 schematisch
dargestellt) und Eliminierung führt.
Der Unterschied der Nukleophilität der
beiden Gruppen ist eine Funktion der relativen Säurestärke der beiden entsprechenden
Säuren Nu-H
und L-H.
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Um
Razemisierung und Eliminierung zu vermeiden, muss die Hydroxylgruppe
in eine gute Abgangsgruppe umgewandelt werden, wie, zum Beispiel,
ein Ester einer Sulfonsäure.
Die am häufigsten vorkommenden
Sulfonsäuren
sind Methansulfonsäure,
Benzolsulfonsäure
und P-Toluensulfonsäure. Trifluormethansulfonsäure und
Fluorsulfonsäure
befinden sich jedoch unter den stärksten bekanntesten Sulfonsäuren und
sind 104 Mal stärker als Toluend und Benzolsulfonsäuren (siehe
P. J. Stang, M. Hanack and L. R. Subramanian, Synthesis 1982, 85)
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Deshalb
muss, um die oben aufgeführten Anforderungen
zu erfüllen,
d. h. die Maximale Behaltung der Chiralität auf vorhersehbare Weise und höchstmögliche Erträge, die
aus fehlenden Nebenreaktionen, wie Eliminierung, zu erhalten, haben
organische Chemiker jahrelang insbesondere dazu geneigt Trifluormethansulfonester
(im Folgenden „Triflate" genannt) der Hydroxylgruppen
als Abgangsgruppen in solchen Substitutionsreaktionen zu verwenden.
Das Hauptproblem besteht aus den hohen Kosten für Trifluormethansulfonsäure, insbesondere,
wenn man bedenkt, dass man bei der Herstellung von Trifluormethansulfonsäureestern
dessen Anhydrid verwenden muss, das aus zwei Molekülen der
Säure besteht,
von der nur eines im Ester verwendet wird. Basierend auf den gegenwärtigen Preisen,
sind die Kosten des Prozesses der Triflierung 56 Mal höher als
der Toluensulfonierung („Tosylierung") und 35 Mal höher als
der Benzolsulfonierung (wobei die Kosten der Lösungsmittel, Aminobasen, die
bei der Triflierung von der teuren, gehinderten Sorte sein müssen, und
dies ohne Einbeziehen der möglichen Rückgewinnung
des anderen Moleküls
der Triflatsäure
die einen ziemlich komplizierten Prozess darstellt. Wenn nur ein Äquivalent
der Trifluormethansulfonsäure
selbst verwendet werden könnte,
würde die Kostendifferenz
auf das ca. 28-fache der Tosylierung sinken. Es ist jedoch keine
Methode bisher in der oben genannten Form bekannt, eine solche Reaktion auszuführen.
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Die
Situation mit Fluorsulfonatestern ist komplexer und faszinierender.
Die Säure
selbst wird in anderen industriellen Anwendungen verwendet und ist
zur Zeit in Tankermengen erhältlich.
Wenn es möglich
wäre diese
zu nützen
und nicht seine Anhydrid, wären
die Kosten der Fluorsulfonierung beinahe mit denen der Tosylierung
oder Mesylierung identisch. Es ist jedoch keine Methode bishier
bekannt, so eine Reaktion durchzuführen. Das Anhydrid selbst ist sehr
schwer herzustellen, es ist flüchtig
und giftig (in der selben Ordnung wie Phosgen). Es wurde kürzlich zu
einem Preis angeboten, der die Fluorsulfonierung mehr als 200 Mal
so teuer machen würden,
wie die Tosylierung, unabhängig
von den damit verbundenen zusätzlichen
Gefahren.
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Es
ist das Ziel dieser Erfindung ein wirksammes und ökonomisches
Verfahren zur Herstellung von fluorosulfonischen und perfluoralkansulfonischen
Estern aus Hydroxyverbindungen zu bieten.
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Es
ist ein weiteres Ziel dieser Erfindung ein Verfahren anzubieten,
bei dem solcher Ester aus chiralen Anfangsmaterialien mit einem
guten Ertrag hergestellt wird, wobei die Konfiguration umgekehrt
und maximale Chiralität
des Produkts beibehalten wird.
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Es
ist ein weiteres Ziel dieser Erfindung so ein Verfahren anzubieten,
die besonders bei Carboxylestern von Milchsäure nützlich ist.
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Andere
Ziele und Vorteile der Erfindung werden durch die Beschreibung der
Erfindung deutlich.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Verfahren
zur Substitution einer Hydroxylgruppe, gebunden an ein chirales
Kohlenstoffatom, das eine Carboxylester-, Carbonyl- oder Cyano-Gruppe
als elektronenziehende Gruppe trägt,
in eine Hydroxylverbindung mit einer Abgangsgruppe, ausgewählt aus
Fluorosulfonat und Pertluoroalkansulfonat, wobei diese Substitution
unter Umkehrung der Konfiguration und mit wesentlicher Bewahrung der
Chiralitat vor sich geht, welches die Schritte aufweist:
- (a) Umwandlung der Hydroxylgruppe in einen O-N,N-Dialkylsulfamatester
davon, und
- (b) Umsetzung des O-N,N-Dialkylsulfamatesters, gegebenenfalls
in einem geeigneten inerten Lösemittel,
mit 1 ± 0,2 Äquivalenten
von entweder Perfluoralkansulfonsäure oder Fluorsulfonsäure.
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Die
Substitution erfolgt mit einer Konfigurationsumkehrung und Beibehaltung
der Chiralität.
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Der
hier verwendete Begriff „Alkyl" bezieht sich auf
eine lineare, verzweigte oder zyklische Alkylgruppe, die über bis
zu einschließlich
12 Kohlenstoff-atome verfügt-
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Der
Dialkylsulfamatester wird aus der Ausgangshydroxyverbindung in einem
der drei folgenden möglichen
Verfahre hergestellt:
Verfahren A: Bildung eines O-Chlorsulfonatesters durch
Reaktion mit Sulfurylchlorid, gefolgt vom Austausch des Chlors mit
einer Dialkylaminogruppe unter geeigneten Bedingungen.
Verfahren
B: Bildung eines O-Monoalkylaminosulfonatesters durch Reaktion mit
einem Monoalkylaminosulfonylchlorid und einer Base, gefolgt von
der N-Alkylierung der Aminogruppe.
Methode C: Direkte Reaktion
eines O-Metall Derivates der Hydroxyverbindung mit einem Dialkylsulfamylchlorid.
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Die
Reaktion in Schritt (b) oben erfolgt vorzugsweise in einem inerten
Lösungsmittel
bei zwischen –50°C und +30°C. Das einzige
Nebenprodukt ist die Dialkylsulfamsäure, die überwiegend aus der Reaktionsmischung
ausfällt
und einfach durch Filtrierung oder Zentrifugierung o.ä. entfernt
werden kann. Weitere Ausführungsarten
der Erfindung werden in den beigefügten Ansprüchen angegeben.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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1 – Abriss
der allgemeinen SN2-Typ Reaktion, die zur
Umkehrung der Konfiguration führt.
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2 – Abriss
der SN2-Typ Reaktion, die zur Razemisierung
führt.
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3 – Verfahren
A, B und C zur Vorbereitung von O-N,N-Dialkylsulfamyloxy Derivaten
von Milchsäureestern,
insbesondere der der N,N-Dimethyl derivate, und beginnend mit dem
(S)-Äthyllaktat.
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4 – Abriss
der Substitution von Dialkylsulfamyloxy Derivaten, entweder durch
Trifluormethansulfonsäure
oder durch Fluorsulfonsäure,
mit Umkehrung der Konfiguration.
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Detaillierte
Beschreibung der Erfindung
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Der
erste Schritt des Verfahrens der aktuellen Erfindung besteht aus
der Vorbereitung eines O-N,N-Dialkylsulfamylesters, insbesondere
dessen eines Alkyllaktats. Vorzugsweise ist dieses Sulfamat ein
O-N,N-Dimethylsulfamylester. N,N-Dimethylsulfamylester können in
drei alternativen Verfahren hergestellt werden (wie schematisch
in 3 als Verfahren A, B und C dargestellt). Alle
drei sind bereits prinzipiell in der Literatur mit Referenzen zu
anderen Hydroxylverbindungen, bekannt.
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Das
Verfahren A beginnt mit einer Reaktion zwischen einem Alkyllaktat
und Sulfurylchlorid bei oder unter Zimmertemperatur mit ständiger Entfernung
des sich bildenden Wasserstoffchlorids, am besten durch einen langsamen
Gasstrom. Dies führt zur
Bildung des O-Chlorsulfamats in hoher ausbeute. Dieses Zwischenprodukt
brauch nicht isoliert werden und kann für den nächsten Schritt verwendet werden, nachdem
alle überschüssigen Reagenzien
in Vacuo vollständig
entfernt wurden. Chlorsulfonatester werden in einer Besprechung
(E. Buncel, Chem. Revs. 1970, 70, 323) behandelt, nach der ihre
Reaktionen mit Nukleophilen meistens unterschiedlich, unvorhersehbar
und normalerweise ohne grossen synthetischen Wert sind. Deshalb
kann das Produkt mit einem Dialkylamin, wie Dimethylamin, reagieren,
entweder: nur durch Chloraustausch mit Dimethylamin (der gewünschten
Reaktion) oder eine interne Verdrängung (SN2)
am Kohlenstoff durch Chlor, die eine Chlorverbindung ergibt, oder
SN2-Verdrängung am Kohlenstoff durch
das Dimethylamin, das ein Amin ergibt. Es wurde jetzt festgestellt,
und diese Feststellung ist ein wichtiger Teil der Erfindung, dass
der erste Weg sehr den anderen beiden vorgezogen wird, wenn die
richtigen Reaktionslösungsmittel
ausgewählt
werden und die Reaktion bei der niedrigst-möglichen Temperatur erfolgt.
Deshalb wird der Roh-Chlorsulfonatester nach der Vakuumbehandlung
in Dichlormethan aufgelöst,
die Lösung
auf unter –60°C abgekühlt und
es wird unter ständigem
Rühren
eine Lösung
von einem kleinem Überschuss
von sowohl Dimethylamin als auch Triäthylamin, oder 2,4 Äquivalenten
nur von Dimethylamin in gasförmigem Zustand
in einem Lösungsmittel
wie Toluen oder Chloroform hinzugefügt. Nach Hinzufügen von
Wasser, Trocknung und Destillation erhält man eine gute Ausbeute des
O-N,N-Dimethylsulfamatesters
des Laktatesters. Außer
der Einfachheit birgt dieser Weg auch den Vorteil der geringen Kosten
der verwendeten Reagenzien sowie die Tatsache dass, fast der gesamte
Ablauf im selben Gefäß erfolgt.
Der wichtigste und weitere Aspekt dieses Weges ist, dass praktisch keine
Epimerisation stattfindet.
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Das
Verfahren B besteht aus einer Reaktion des Laktatesters mit einem
Monoalkylsulfamylchlorid (vorzugsweise eine Monomethylverbindung)
in Gegenwart eines tertiären
Amins, das sich mit dem freigesetzten HCl verbindet. Diese Reaktion
erfolgt reibungslos, da das wirklich reaktive Zwischenprodukt nicht
das Chlorid selbst ist, sondern das Sulfonylimin CH3-N=SO2 (gebildet durch Dehydrochlorination durch
das vorliegende tertiäre
Amins), das hochreaktiv ist und als Nukleophil mit der Hydroxylgruppe
des Laktatesters reagiert. Auch hier wird die Epimerisation des
Kohlenstoffs auf ein Minimum reduziert. Das Reaktionsprodukt muss
nicht gereinigt werden, kann aber weiter durch eine Phasentransferreaktion
methyliert werden (siehe W. J. Spillane, A. P. Taheney und M. M.
Kearns, J. C. S. Perkin I, 1982, 677). Im Falle des N-Monomethylsulfamatmethaylesters
kann dieses mit dem günstigen
Reagenz Dimethylsulfat und einem Phasentransferkatalysator in einem
inerten Lösungsmittel
oder Lösungsmittelsystem,
in gegenwart eines basischen Karbonats, wieder ohne Epimerisation.
Die Gesamtausbeute dieses Verfahrens gleicht ungefähr der des
Verfahrens A. Mit dem N-Monomethylsulfamatäthylester
im zweiten Schritt dieses Zweischritt Verfahrens kann die teilweise Transesterifikation
der Carboxylestergruppe ein komplizierender Faktor sein. Dies kann
aber völlig
durch vernünftige
Wahl des Lösungsmittels
und des Phasentransferkatalysators vermieden werden (siehe T. J.
Mason et al, Syn. Comm. 1990, 20, 3411 für einen ähnlichen Fall).
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Verfahren
C erscheint das kürzeste
Verfahren: Direkte Reaktion des Esters der Milchsäure mit einem
Dialkylsulfamylchlorid, vorzugsweise Dimethylsulfamylchlorid, in
Gegenwart einer Base. Da jedoch Dimethylsulfamylchlorid verhältnismässig unreaktiv
ist, muss diese Reaktion mit einem Metallalkoholat des Laktatesters
erfolgen, das z. B. durch die Umsetzung mit Natriumhydrid gebildet
wird. Dies führt
jedoch zu teilweiser Razemisierung des chiralen Kohlenstoffs (siehe
K. Takai und C. H. Heathcock, J. Org. Chem. 1985, 50, 3247). Eine
Modifizierung dieser Sequenz: langsames Hinzufügen des Natriumhydrids in eine
Mischung aus Laktatester und dem Dimethylsulfamylchlorids bei niedriger
Temperatur, führt
zu einem Produkt, das bestenfalls 60 % optisch rein ist. Dagegen
ist die Gesamtausbeute höher
als bei den beiden vorherigen Verfahren.
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Schritt
(b) in dem Verfahren der Erfindung besteht aus der Umwandlung von
O-N,N-Dialkylsulfamatestern,
insbesondere dessen der Alkyllaktate, in O-Trifluormethansulfonyloxy- oder O-Fluorsulfonyoxyestern.
Wie bereits oben erwähnt,
erfolgt dies durch die Reaktion des genannten Dialkylsulfamatesters,
vorzugsweise in einem Lösungsmittel,
mit 1 ± 0,2 Äquivalent
von entweder Trifluormethansulfonsäure oder Fluorsulfonsäure.
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Prinzipiell
kann jedes Lösungsmittel,
das nicht selbst mit der verwendeten Sulfonsäure reagiert, in Schritt (b)
verwendet werden, so zum Beispiel gesättigte Kohlenwasserstoffe und
gesättigte Halogenkohlenwasserstoffe.
Chlorierte Kohlenwasserstoffe werden besonders bevorzugt. Kohlenstofftetrachlorid
und Trichloräthylen
sind bevorzugte Lösungsmittel
(wobei das Letztere umweltfreundlicher ist), da sowohl beide Sulfonsäuren als
auch das Nebenprodukt Dimethylaminosulfonsäure in diesen Lösungsmitteln
unlöslich
sind, während
sowohl der Ausgangsstoff als auch das Produkt frei löslich sind. Die
Reaktion, die unter starkem Rühren
oder Schütteln
zwischen 0°C
und Zimmertemperatur durchgeführt
wird, läuft unter
Interaktion zwischen zwei Phasen ab. Am Anfang sind dies zwei flüssige Phasen, aber
im Lauf der Reaktion wird eine Suspension kristalliner Dimethlsulfamsäure in dem
Produkt und Lösungsmittel
gebildet. Am Ende der Reaktion kann das Nebenprodukt Sulfamsäure, in
praktisch theoretischer Ausbeute erhalten, einfach abfiltriert und
wieder verwendet werden.
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In
der aktuellen Erfindung bevorzugte Hydroxyverbindungen sind Ester
von natürlich
vorkommenden α-Hydroxycarboxylsäuren, wie
Milchsäure,
Hydroxybernsteinsäure
und Mandelsäure.
Eine spezielle Bezugname bei der Beschreibung der Erfindung erfolgt
auf Ester der Milchsäure,
dies soll aber nicht als Einschränkung
zu verstehen sein.
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Experimentelle
Versuche deuten darauf hin, dass: (a) die Reaktion mit der Sulfonsäure dem
normalen SN2-Typ entspricht, (b) die Abgangsgruppe das
intern stabilisierte Zwitterion R2HN+-SO– 3 ist,
und (c) dies das erste bekannte Vorkommen darstellt, bei dem aus
starken Säuren,
wie Trifluormethansulfon- oder Fluorsulfonsäure abgeleitete Anionen, sich
als Nukleophile verhalten, und dass das oben erwähnte Zwitterion die beste bisher
entdeckte Abgangsgruppe darstellt. Für (a) ist dies durch die Tatsache
erkenntlich, dass die Umkehrung während der Reaktion erfolgt.
Bezüglich
(b) ist es Tatsache, dass die gewünschte Reaktion nicht erfolgt,
wenn eine oder beide R-Gruppe im Stickstoffatom aromatisch sind,
wobei wohlbekannt ist, dass im solchem Fall ein Stickstoffatom weniger
basisch ist als im Falle eines Alkylsubstituenten und weniger geneigt
ist ein Proton aus dem SO3H der Sulfonsäure-gruppe
aufzunehmen. Deshalb ist das so erlangte Zwitterion intern weniger stabil.
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Es
sollte erwähnt
werden, dass Can. J. Chem. 1981, 59, 362–372 die Herstellung von Fluorsulfonat-
und Triflatestern über
N-Alkylierung der Dialkylsufamate mit den Methylestern dieser Sulfonsäuren beschreibt,
aber in diesem Fall abgeleitet von unbehinderten Primäralkoholen
und deshalb ohne stereochemische Bedeutung.
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Eine
andere Sequenz, die zeigt, dass die aktuelle Erfindung prinzipiell
allgemein anwendbar ist, ist die Anwendung auf Dimethyl (S)-Malat.
Die Ablösung
der Dimethylsulfamatgruppe in deren Zwischenprodukt mit Fluorsulfonsäure wurde
als normal ablaufend und mit Umkehrung festgestellt, wie bei den
Laktatestern.
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In
den folgenden Beispielen wurden optische Rotationen in der Substanz
gemessen, ausser wenn ein Lösungsmittel
erwähnt
wird. Die Wellenlänge
war 589 Nm. In den meisten Fällen
erfolgte eine Dichtekorrektur. Gemeint sind spezifische Rotationen, wenn
in eckigen Klammern [α]:
IR-Spektren werden in cm–1 für Flüssigkeitsfilme angegeben, außer wenn anders
angegeben und NMR-Spektren erfolgten in CDCl3 und
Spitzen werden als PPM Downfield vom TMS angegeben. Verwendete kommerzielle
Laktate verfügten über die
folgende spezifische Rotation: (S)-Äthyllaktat: [α]20 –11.12°; (S)-Methyllaktat:
[α]20 –8.29°; (R)-Methyllaktat
[α]23 +8.35°.
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Beispiel 1. Verfahren
A: Bildung von Methyl (R)-2-O-N,N-Dimethylsulfamyoxylpropanoat.
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(R)-Methyllaktat
(104 g, 1,00 ml) wurde tropfenweise während 30 min. bei ständigem Rühren bei –5°C bis 0°C zu einer
Mischung von Sulfurylchlorid (129 ml) und Dichlormethan (130 ml)
im langsamen Strom von trockenem Stickstoff hinzugefügt. Die
Mischung wurde während
8 Stunden auf 20°C
erwärmt (Stickstoffströmung wurde
fortgesetzt). Danach wurden alle flüchtigen Anteile bei einer Temperatur
von 30°C
im Vakuum bis konstantem Gewicht entfernt, zuerst bei 25 Torr (mmHg)
und dann bei 0,1 Torr (mmHg), so dass ein farb- und geruchloses Roh-Chlorsulfamat
(164 g, 81 %) verblieb. Ein Teil wurde bei 0,05 mmHg destilliert
und zeigte ein NMR von: 1.71 (d, 3H), 3,83 (s, 3H, 5,25 (q, 1H)).
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Von
diesem wurde 36,0 g (0,178 m) mit trockenem Dichlormethan (80 ml)
vermischt. Eine Lösung
von Dimethylamin in t-Butyl methyl äther (2,7 molar, 76 ml, 0,205
m) wurde mit Triäthylamin
(28,4 mL, 0,205 m) und 4-Dimethylaminopyridin (0,5 g) vermischt
und tröpfenweise
unter Rühren
während
einer Stunde hinzugefügt,
wobei die interne Temperatur unter –60°C gehalten wurde. Das Rühren wurd über Nacht
fortgesetzt und die Temperatur auf 20°C erhöht. Es wurde Wasser hinzugefügt, um die
Feststoffe aufzulösen.
Die organische Schicht wurde getrennt, getrocknet und die Lösungsmittel
entfernt. Die Destillation (Kolben-zu-Kolben) des Rückstands
ergab das N,N-Dimethylsulfamat Siedepunkt 80–82°C/0,08 mmHg, Ertrag 24,47 g
(65,2%), α21 + 38,6°,
geeignet für
weitere Reaktion, NMR 1,56 (3H, d), 2,81 (3H, d), 3,76 (3H, s) und
4,82–4,96
(m, 2H); IR 3328, 1760,5, 1357, 1184, 1089, 865. Refraktionierung
ergab mit geringem Verlust ein Material, das [α]21 +33,55° aufweist.
Der Gesamtertrag, ausgehend vom (R)-Laktat, betrug 50–52%.
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Beispiel 2. Verfahren
B: Bildung von (S)-Äthyl 2-O-N,N-Dimethylsulfamyloxypropanoat
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- (a) Einem Gemisch von (S)-Äthyllaktat (43,36 mL, 0,38
m) und Triäthylamin
(55,75 mL, 0,40 m) in trockenem Dichlormethan (250 mL) wurde unter Rühren N-Methylsulfamylchlorid
(siehe Hinweis) (45,65 g, 0,352 m) bei einer Temperatur von unter –40°C über einen
Zeitraum von 30 Minuten hinzugegeben. Das Rühren wurde fortgesetzt, während das
Gemisch während
8 Stunden Zimmertemperatur erreichte. Wasser und verdünntes HCl
wurden unter Rühren
beigemengt und die organische Schicht wurde abgetrennt. Trocknen
und Entfernung des Lösungsmittels
bei 80°C
unter 0,5 mmHg ergab rohes N-Methylsulfamat (73,28 g, 98% der theoretischen
Menge), das ohne teilweise Zersetzung im Vakuum nicht destilliert
werden konnte. Dieses Material (57,17 g, ca. 0,271 m) wurde in trockenem
Aceton (200 mL) und Dimethylsulfat (41 mL, ca. 30 % Überschuss)
gelöst und
dann trockenes Kaliumkarbonat (42,78 g, ca. 15 % Überschuss)
hinzugefügt,
gefolgt durch das Hinzufügen
von 18-Crown-6 (200 mg, ca. 0,3%/Mol). Die gesamte Mischung wurde gerührt. Nach
ca. 0,5 Stunden stieg die interne Temperatur langsam von 25°C auf 33°C an und
verblieb für drei
Stunden bei dieser Temperatur, bevor sie auf Zimmertemperatur absank.
Es bildete sich eine dicke Suspension, die bei Zimmertemperatur über Nacht
gerührt
wurde. Das Aceton wurde unter Vakuum entfernt, Wasser wurde hinzugefügt, um die organischen
Salze zu lösen
und das Produkt wurde mit Hilfe von CHCl3 isoliert.
Trocknung und Entfernung des Lösungsmittels
ergab das Produkt, Siedepunkt 75–80°C/0,05 Torr (mmHg), Ertrag 24,78
g (43,4 % insgesamt vom Äthyllaktat),
NMR 1,28 (t, 3H), 1,55 (d, 3H), 2,85 (s, 6H), 4,21 (q, 2H) und 4,91
(q, 1H) (d. h. keine Anzeichen von Transesterifizierung); IR: 1760,5,
1377, 1185, 948, 794; [α]23 –27,78°.
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Hinweis:
Sowohl das im nächsten
Beispiel erwähnte
N-Methylsulfamylchlorid als auch das N,N-Dimethylsulfamylchlorid
wurden mit einem Ertrag von 95 % hergestellt. Dies erfolgte nach
G. Weiss und G. Schulze, Liebigs Ann. Chem. 1969, 729, 40, durch
die Erhitzung unter Rücklaufkühlung des
entsprechenden Aminohydrochlorides (1 g mol.) Sulfurylchlorid (2,1
g mol) und Acetonitril (200 mL) nach Hinzufügen einer katalytischen Menge
(1 mL) von Titantetrachlorid unter Verwendung eines thermostatisch
gesteuerten Wasserbads und eines vom Kühler herausführenden
Gasauffangs, für
das 1,5-fache des für
die vollständige
Auflösung
notwendigen Zeitraums. Im Falle der N-Methylverbindung dauerte dies
länger
als 72 Stunden, wobei bei dem N,N-Dimethylchlorid (das Letztere
ist kommerziell erhältlich) weniger
als 8 Stunden genügten.
Das Produkt wurde dann nach dem Entfernen des Lösungsmittels mit einem Kolben-zu-Kolben
Verfahren bei weniger als 0,5 mmHg destilliert (eisgekühlte Vorlagen)(Hitzebad oder
Ofen unter 130°C).
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Beispiel 3. Verfahren
C: Bildung des Äthyl-(S)-2-O-N, N-Dimethylsulfamyloxypropanoats
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Zu
einer Mischung aus (S)-Äthyllaktat
(63,5 g, 0,54 m) und N,N-Dimethylsulfamylchlorid
(77,5 g, 0,54 m) in trockenem t-Butylmethyläther (300 mL) wurde Natriumhydrid
(siehe Hinweis) (11,1 g, 0,4625 m) unter Stickstoff über 6 Stunden
unter mechanischer Rührung
mit Hilfe eines rotierenden Pulverspenders der an einen Elektromotor
angeschlossen war (3–5
Umdrehungen/Sekunde), zugesetzt, wobei die Mischung bei –10°C –15°C (Eis/Salz)
gehalten wurde. Danach wurde die Mischung langsam (über 10 Stunden)
auf Zimmertemperatur (18 °C)
gebracht. Wasser wurde hinzugefügt,
die organische Schicht abgetrennt und die wässrige Schicht mit Dichlormethan
extrahiert, die organischen Schichten getrocknet und das Lösungsmittel
im Vakuum entfernt. Der Rückstand
wurde bei 0,1–0,05
mmHg fraktioniert, wobei zuerst ein Vorlauf bei bis zu 50°C erhalten
wurde, der wiedergewonnenes Äthyllaktat
und Dimethylsulfamylchlorid in einem 3:2 Molarverhältnis (nach NMR)
enthielt, davon 0,8 m des Letzteren. Die Hauptfraktion, destilliert
bei 80–82°C/0,05 Torr (mmHg)
ergab 71,19 g (68,4 % berechnet auf Natriumhydrid und 70,0 % auf
nicht wiedergewonnenes Dimethylsulfamylchlorid. Sie zeigte [α]12 –16,72°; die optische
Reinheit (e.e.) im Vergleich zu dem im Verfahren B hergestellten
Materials war 60,2%. Hinweis: Das Natriumhydrid muss kohlenwasserstoffgespült, frei
von Öl
und unter Vakuum getrocknet sein. Dies erfolgt am Besten in einem
Sinterglasfilter der an dem Pulverdispenser durch Ballon- oder Gooch-Röhren befestigt
wird.
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Beispiel 4. Äthyl (R)-2-Trifluoromethansulfonyloxpropanoat
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Der
im Beispiel 2 hergestellten Sulfamyloxy-Verbindung (16,81 g, 74,71
mmol) in trockenem CCl4 (40 mL) wurde bei
0°C und
unter starker Rührung,
die für
8 Stunden bei Zimmertemperatur fortgesetzt wurde, Trifluormethansulfonsäure (10,88
g, 72 mmol) zugesetzt. Die gebildete N,N-Dimethylaminosulfonsäure wurde
abgefiltert und mit CCl4 gespült. Das
Filtrat wurde mit kaltem 0,5 M NaHCO3 geschüttelt, getrocknet
und das Lösungsmittel
bei Zimmertemperatur unter 23 Torr (mmHg) entfernt. Der Rückstand
wurde fraktioniert (Teflonsäule)
und ergab 12,94 g (71,5 % Ausbeute) des Trifluormethansulfonesters,
Siedepunkt 32–34°C/0,07 Torr
(mmHg), NMR 1,31 (t, 3H), 1,67 (d, 3H), 4,28 (q, 2H); IR 1767, 1428,
1217, 1153, 961, 622; [α]21: +43,7°.
N. H. Paulsen, P. Himpkamp, and T. Peters, Liebigs Ann. Chem. 1986,
664, für
mit Trifluormethansulfonsäureanhydrid – Pyridine
hergestellten (S)-Enantiomer,
berichten einen Siedepunkt 40,5°C/0,9
Torr (mmHg), [α]: –40°; und eine
kommerzielle Quelle gibt an [α] –44° ± 2 für den (S)
Enantiomer. Sehr ähnliche
Ergebnisse wurden mit Trichloräthylen
als Lösungsmittel
erzielt.
-
Beispiel 5- Äthyl (R)-2-Fluorsulfonyloxypropanoat.
-
Zu
der im Beispiel 2 hergestellten Sulfamyloxy-Verbindung in trockenem
CCl4 (35 mL) wurde bei 0°C Fluorsulfonsäure (6,1
g, 61 mmol) zugegeben, wonach die gesamte Mischung bei Zimmertemperatur
für 7 Stunden
stark gerührt
wurde (sehr ähnliche Ergebnisse
wurden bei der Verwendung von Trichloroäthylen als Lösungsmittel
anstelle von CCl4 erzielt). Die Aufarbeitung
wie in Beispiel 4 und Destillierung (Siedepunkt 34–36°C/0,1 Torr
(mmHg) ergaben das Produkt, 9,23 g (82 %), NMR 1,31 (t, 3H), 1,56
(d, 3H), 4,25 (t, 2H) und 5,19 (q, 1H), 19F
NMR: Singlet bei 98,96 PPM, IR 1760,5, 1447, 1224, 980, 839; [α]16: +44,34°,
ohne hohe Auflösungsspitze
[M+].
-
Inversionsexperimente
-
Beispiel 6: Äthyl (S)-2-Acetyloxypropanoat
aus dem (R)-Triflat.
-
Dem
oben erwähntem
(R)-Triflat (6,73 g, 26,9 mmol) in Acetonitril (15 mL) wurde Kaliumacetat (3,43
g, 30 % Überschuss)
unter Rühren
hinzugefügt. Die
stark exotherme Reaktion wurde mit Wasserkühlung gesteuert. Die gesamte
Mischung wurde bei 25–30°C für 3 Stunden
gerührt,
das Lösungsmittel bei
21 Torr (mmHg) bei Zimmertemperatur entfernt, es wurde Wasser hinzugefügt und das
Produkt mit Äther
isoliert. Fraktionierung ergab eine Ausbeute von 3,69 g, Siedepunkt
83–85°C/23 Torr
(mmHg), [α]22 –44,78°.
-
Beispiel 7. Äthyl (S)-2-Acetyloxypropanoat
aus dem (R)-Fluorsulfonat
-
Zu
dem oben genannten Fluorsulfonat (5,04 g, 25,2 mmol) in Acetonitril
(13 mL) wird Kaliumacetat (3,21 g, 30 % Überschuss) unter Wasserkühlung hinzugefügt. Die
Reaktion wurde dann wie in Beispiel 6 fortgeführt. Fraktionierung ergab bei,
Siedepunkt 83–85°C/23 Torr
(mmHg), eine Ausbeute von 3,15 g, [α]21 –45,7°.
-
Schlussfolgerung aus den
Inversionsexperimenten.
-
Authentisches
(S)-Äthyl
2-acetyloxypropanoat wurde aus (S)-Äthyllaktat nach bekanntem Verfahren
hergestellt (1,5 Äquivalente
Essigsäureanhydrid. 3 Äquivalente
Pyridin, 90–100°/30 min.,
normale Verarbeitung). Nach der Destillierung wies das Produkt [α]21 –50,61° auf. Daraus
ergibt sich, dass bei dem Verfahren über Sulfamatester, wie in zwei
Schritten (Methode B) hergestellt, das e.e. insgesamt 88,5 % betrug,
wenn Triflat verwendet wurde und 90,3 %, wenn Fluorosulfonat verwendet
wurde (beide Fälle
in drei Stufen, zwei davon Inversionen).
-
Beispiel 8. Methyl (S)-O-N,N-Dimethylsulfamyloxypropanoat.
-
Diese
Verbindung wurde aus (S)-Methyllaktat über das zwei Schritte-Verfahren
(B), wie oben beschrieben, hergestellt, wobei das selbe molare Verhältnis der
Reagentien verwendet wurde. Das Zwischenprodukt, N-Monomethylsulfamat,
konnte bei 128–130°C/0,5 Torr
(mmHg) destilliert werden, NMR 1,56 (3H, d), 2,81 (3H, d), 3,76
(3H, s) und 4.82–4.96 (m,
2H); IR 3328, 1760,5, 1357, 1184, 1089, 865; [α]21: –56,46°. Das Dimethylsulfamat
wies [α]21 –33,50° auf.
-
Beispiel 9. Methyl (R)-2-Fluorsulfonyloxypropanoat.
-
Diese
Verbindung wurde aus dem vorhergehenden Dimethylsulfamat durch Reaktion
mit Fluorsulfonsäure
in CCl4 hergestellt, genau, wie für das (S)-Äthyldimethylsulfamat
in Beispiel 5 beschrieben. Es wurden sehr ähnliche Ergebnisse mit Trichloräthylen als
Lösungsmittel
erzielt. Das Produkt hatte Siedepunkt von 35–3 °C/0,08 Torr (mmHg); NMR 1,70 (d,
3H), 3,83 (s, 3H), 5,22 (q, 1H), 19F NMR:
Singlet bei 57,19 PPM.; IR 1773, 1447, 1236, 986 sowie eine sehr
kleine M. S. Spitze (M+): 186,0043 (Berechnung für C4H7FO5S:
186,0048) und [α]18 +41,23° auf.
-
Beispiel 10: Methyl (S)-Fluorsulfonyloxypropanoat.
-
Diese
Verbindung wurde aus dem Produkt in Beispiel 1, genauso wie in Beispiel
9 für ihren
(R)-Enantiomer, hergestellt. Es wies [α]21 +44,35° auf.
-
Beispiel 11. Methyl (R)-2(4-Chlor-2-Methylphenoxy)-Propanoat, „Mecoprop
Methyl", und Mecoprop (R-2-(4-Chlor-2-Methylphenoxypropansäure).
-
- (a) 4-Chlor-2-methylphenol (8,56 g, 60 mmol) wurde
in 3,167 M wässrigem
KOH (18,95 mL, theoretische Menge) gelöst und die Lösung bei 80°C/25 Torr
(mmHg) zu einem dickflüssigen
Sirup verdampft. Diesem wurde Diäthylenglykoldimethyläther (12
mL) zugesetzt und die Lösung nochmals
bei ca. 95°C/25
Torr (mmHg) auf ein Volumen von ca. 11 mL verdampft. Der verbleibende Sirup
wurde mit Acetonitril (5 mL) verdünnt und der Lösung wurde
bei –20°C unter Rühren eine Lösung aus
dem in Beispiel 10 hergestellten (S)-Fluorsulfonat (9,3 g, 50 mmol)
mit Acetonitril (15 mL) zugesetzt. Nach weiterem Rühren bei Zimmertemperatur über Nacht,
wurde Wasser hinzugefügt
und das Produkt mit Dichlormethan isoliert. Fraktionierung ergab
9,22 g (80,6 %) des Produkts, Siedepunkt 77- 79°C/0,02
Torr (mmHg), NMR 1,60 (d, 3H), 2,23 (s, 3H), 3,72 (s, 3H), 4,68 (1,
1H), 6,56 (d, 1H) und 7,02–7,28
(m, 2H); IR 1761, 1496, 1250, 1149, 815; α18 +26,88°.
- (b) Der oben erwähnte
Ester (2,33 g) in Dioxan (25 mL), Wasser (10 mL) und conz. HCl (1,5
mL) wurde unter Rückfluss über 24 Stunden
erhitzt, wonach die Lösung
bei 80–90°C/25 mm eingedampft
wurde. Der Reststoff in Äther
wurde in säurehaltige
(NaHCO3) (1,93 g) und neutrale (0,17 g)
Bestandteile getrennt. Der erste wurde zwei Mal aus Hexan kristallisiert,
dies ergab die Säure
(1,76 g), Schmelzpunkt 92,5–93°C, [α]21 (Aceton, c1) +26,29°. M. Matell, Arkiv Kemi 1952, 4,
325 berichtet einen Schmelzpunkt von 95–96° und [α]19 +29,3° (Aceton)
für die
durch optische Trennung erhaltene (R)-Säure. Das Gesamt-e.e. beträgt demnach
90 %.
-
Beispiel 12. „Butyl-Mecoprop".
-
(a) (R)-n-Butyllaktat
-
Eine
Mischung aus (R)-Methyllaktat (52 g), n-Butanol (65 mL, 1,4 Äquiv.)", Methylcyclohexan (150
mL) und Amberlyst 15 (5 g) wurde über eine Widmer-Säule während 10
Stunden fraktioniert, um zuerst das Methanol-/Methylcyclohexanazeotrop
und dann das n-Butanol-/Methylcyclohexanazeotrop (zuletzt bei 93°) herauszudestillieren.
Die Mischung wurde durch eine kurze Florisilsäule filtriert und das Produkt,
nach dem Verdampfen der verbleibenden Lösungsmittel, fraktioniert,
Siedepunkt 86–90°C/22 Torr (mmHg),
Ertrag 56,8 g (81,5 %), [α]18: +13.4°.
Eine kommerzielle Quelle für
den (S)-Enantiomer
gibt an [α]20: –12°.
-
(b) (R)-n-Butyl 2-O-N,N-Dimethylsulfamyloxypropanoat
-
Die
oben genannte Verbindung wurde mit Sulfurylchlorid und Dichlormethan
genauso (die selbe Molarmenge), wie in Beispiel 1 für den Methylester
beschrieben, behandelt und das vakuumgetrocknete Rohprodukt in Dichlormethan
bei unter –60°C mit der
1,2-fachen Molarmenge von je Dimethylamin und von Triäthylamin
in Toluen (4,1 M in Dimethylamin) behandelt. Fraktionierung (105–110°C/0,1 Torr (mmHg)
ergab das Dimethylsulfamat in 56,75% Gesamtertrag, NMR 0,90 (t,
3H), 1,30–1,70
(m, 7H), 2,87 (s, 6H), 4,15 (t, 2H), 4,93 (q, 1H); IR 1761, 1372, 1183,
950, 573; α20 +28,22°.
-
(c) (S)-n-Butyl-2-Fluorsulfonyloxypropanoat.
-
Das
vorhergehende Dimethylsulfamat wurde mit Fluorsulfonsäure in CCl4 genauso, wie in den vorherigen Beispielen,
behandelt, außer
dass die Reaktion träger
abzulaufen schien. Es wurden sehr ähnliche Ergebnisse mit Trichloräthylen als
Lösungsmittel erzielt.
Nach Rühren
(über 10
Stunden) bei 21°C,
Filtrierung und normale Verarbeitung wurde das Fluorsulfonat in
77,5 % Ausbeute erhalten, Siedepunkt 48–50°C/0,1 Torr (mmHg), NMR 0,91
(t, 3H), 1,36 (m, 2H), 1–60–1,67 (m,
4H), 1,685 (d, 3H), 4,21 (t, 2H), 5,20 (q, 1H), 19F
NMR: Singlet bei 0,00 PPM; IR 1767,5, 1450, 975,7, 580; [α]20: –38,98°
-
(d) (R)-n-Butyl 2-(4Chlor-2-Methylphenoxy)-Propanoat.
-
Eine
Lösung
des Kalium 4-Chlor-2-Methylphenoxides, aus 5,92 g des Phenols, wurde,
wie in Beispiel 11 beschrieben, vorbereitet, dieses Mal jedoch in
Dimethylformamid statt Diglym. Die Lösung wurde mit Acteonitril
verdünnt
und bei –20°C mit Rühren zu
7,98 g des vorher erwähnten
Fluorsulfonats in ca. 10 mL Acetonitril zugegeben. Die normale Verarbeitung
und Destillierung (100–105°C/0,05 Torr (mmHg)
ergab 8,02 g (71,4 %) des Produkts, NMR 0,87 (t, 3H), 1,10–1,49 (m,
4H), 1.58 (d, 3H), 2,22 (s, 3H), 4,12 (t, 2H), 4,80 (q, 1H), 6,60
(q, 1H), 7,05 (m, 2H); IR 1761, 1495, 1189, 813, 664; [α]20: +14.57°.
-
Beispiel 13: (R)-Dimethyl
2-Fluorsulfonyloxybutan-1,4-dioat
-
(S)-2-Hydroxybutan-1,4-dioische
Säure ((S)-Hydroxybernsteinsäure) wurde
in ihr Dimethylester nach dem Verfahren von R. O. Clinton and S.
C. Laskovsky (J. Amer. Chem. Soc. 1948, 70, 3135) umgewandelt. Auch
unter diesem milden Verfahren konnte die Bildung des Ausschussprodukts
Dimethylfumarat nicht vermieden werden. Dieses wurde von dem Diester
durch erhitzen des letzteren bei 0,1 Torr (mmHg) unter einem Fingerkondensator
getrennt, so dass das hochkristalline Nebenprodukt aussublimiert wurde,
gefolgt von der Destillierung des gewünschten Produkts.
-
Der
Diester (38,94 g, 0,24 m) wurde mit Dichlormethan (240 mL) vermischt
und Triäthylamin (34,5
mL, 0,26 m) hinzugefügt.
Die Lösung
wurde auf unter –40°C gekühlt und
unter Rühren
Methylsulfamylchlorid (33,8 g, 0,26 m) bei dieser Temperatur hinzugegeben.
Danach wurde die Lösung über Nacht bis
sie Zimmertemperatur erreichte, gerührt, Wasser wurde hinzugefügt, die
organische Schicht mit verdünntem
NaHCO3 ausgespült, getrocknet und das Lösungsmittel
im Vakuum entfernt. Dies hinterliess den Roh-N-Methylsulfamatester
(53 g, 87,5 %), der kristallisierte. Dieses Produkt (52,8 g) wurde
in Diäthyläther (120
mL) und Iodomethan (38 mL) gelöst. Frisch
hergestelltes und vakuumgetrocknetes Silberoxid (58 g, 0,25 mL)
wurde mit Rühren
und Kühlung hinzugeführt, wobei
die interne Temperatur bei 25–30°C gehalten
wurde. Zuerst bildete sich eine zähflüssige untere Schicht, gefolgt
von einer Suspension brauner Festkörper. Die Suspension wurde
unter Rückfluss
1 Stunde erhitzt, gefiltert und das Filtrat konzentriert und erneut
in CCl4 gelöst, wobei mehr Dimethylfumarat
abgetrennt wurde. Das Filtrat wurde unter Vakuum konzentriert und
der Rückstand
in einem Kugelrohr (Ofentemperatur 80–90°C) bei 0,1 Torr (mmHg) für 2 Stunden
gehalten, um weiteres Ausschussprodukts zu sublimieren, so dass
24,7 g des Roh-N,N-Dimethylsulfamatesters verblieben, der sich bei
Versuch der Destillation teilweise zersetzte. Es gelang jedoch bei
der Vakuumdestillation die Erhaltung einer kleinen Probe, die schätzungsweise 14,6
g nutzbaren Materials enthielt.
-
Der
N,N-Dimethylsulfamatester wurde in CCl4 (40
mL) aufgelöst,
die Lösung
auf 0°C
abgekühlt und
unter Rühren
Fluorsulfonsäure
(5,7 g) hinzugegeben. Die gesamte Mischung wurde bei Zimmertemperatur über 2 Tage
gerührt,
die CCl4 Lösung vom Niederschlag abgegossen
und mit eiskaltem verdünnten
NaHCO3 gespült. Konzentration in Vakuum und Destillierung
des Rückstands
ergabt 3,2 g des (R)-Fluorsulfonyloxydiesters, Siedepunkt 70-85°C/0,1 Torr
(mmHg), α20 +28,94°,
NMR 3,04 (d, 2H), 3,74 (s, 3H) 3,85 (s, 3H), 5,51 (t, 1H) 19F NMR: 7,66 (s) PPM.; IR 1749, 1446, 1038,
972, 841. Die Reaktion von dieses mit einen Überschuss von O-Benzylhydroxylamin
traf genau, wie von R. W. Feenstra und seinen Mitarbeitern (Tetrahedron
Lett. 1987, 28, 1215) für
das entsprechende (S)-Triflat beschrieben ein und ergab S-Dimethyl
2-Benzyloxyaminobutan-1,4-dioat, das nicht destilliert werden konnte,
aber das nach der Chromatographie und dem Trocknen bei 40–50 °C/0,1 Torr
(mmHg) NMR 2,56–2,66
(Octet, 2H), 3,66 (s, 3H), 3,77 (s, 3H), 4,00 (m, 1H), 4,67 (s,
2H) 6,18 (m, 1H), 7,30 (s, 5H) aufwies – dies genau wie berichteten
Daten für
den (R)-Enantiomer
(R. W. Feenstra and co-workers, Tetrahedron Lett. 1987, 28, 1215)
zeigte.
-
Beispiel 14: (R)-Äthyl-2-Fluorosulfonyloxy-4-phenylbutanoat
-
(S)-2-Hydroxy-4-Phenylbutansäure (F.
Nerdel and H. Rachel, Chem. Ber. 1956, 89, 671) wurde auf die normale
Art und Weise mit Hilfe von Äthanol und
einer kleinen Menge Schwefelsäure
wie für
den (R)-Enantiomer (M. R. Attwood, C. H. Hassall, A. Krohn, G. Lawton,
R. Radshaw, J. C. S. Perkin 1,1986,1011), durch Durchleiten des
rückgeführten Äthanols über ein
Bett aus Molekularsieben esterifiziert. Der daraus resultierende Äthylester
zeigte einen Siedepunkt von 95–97°C/0,03 Torr
(mmHg) und wies [α]25 +8,75° (e.
e. 88%) auf. Dies (9,86 g, 47,4 mmol) und Methylsulfamylchlorid
(5,0 mL, 60 mmol) wurden in Dichlormethan (25 mL) gelöst. Unter
Rühren
bei –40° bis –45°C wurde Triäthylamin
(6,23 mL, 1.3 Äquiv.)
in Dichlormethan (25 mL) über
0,5 Stunden hinzugefügt.
Die Mischung wurde über
Nacht auf Zimmertemperatur gebracht. Unter Rühren wurde Wasser (4 mL) hinzugefügt, um das überschüssige Methylsulfamylchlorid
zu zerstören,
die organische Schicht wurde mit verdünntem HCl und Wasser ausgespült, getrocknet
und letztendlich das Lösungsmittel
in Vakuum entfernt, so dass ein Rohprodukt (17,3 g) verblieb. Das
TLC von diesem (1:5 Äthylacetat-Cyclohexan,
SiO2 Platte) wies keinen Anfangsester, einen
Hauptprodukt und auch ein weniger polares Nebenprodukt auf (alle
UV-Licht sichtbar). Das Letztere konnte fast vollständig durch
Schütteln
mit kochendem Hexan (30 mL), Kühlung
und Abgießen
der Hexanschicht entfernt werden. Dieses wurde zwei Mal wiederholt,
so dass nach der Trocknung im Hochvakuum ein Roh-(S)-Äthyl 2-Methylsulfamyloxy-4-phenylbutanoat
(12,7 g, 40 mmol) IR 330, 1748, 1180 cm–1)
verblieb. Zu diesem wurde in Aceton (25 mL) trockenes Kaliumcarbonat
(7,19 g, 1,3 entsprechend) Dimethylsulfat (6,1 mL, 1,6 entsprechend)
und Tetraäthylammoniumbromid
(0.16 mL) bei 25°C
zugesetzt und für
15 Stunden gerührt,
wobei der Reaktionsverlauf durch TLC überwacht wurde. Zu Beginn gab
es einem leichten Temperaturanstieg (4°C), der dann nachließ. Überschüssiges Dimethylsulfat
wund dann durch Hinzufügen
von Triäthylamin
(4 mL) bei Kühlung
unter 20 °C
zerstört.
Das Aceton wurde in Vakuum entfernt und das Produkt mit Diäthyläther (2
Extraktionen) isoliert. Die getrockneten Extrakte wurden durch eine
kurze Florisilsäule
(10 g) geleitet und letztendlich das Lösungsmittel in Hochvakuum entfernt, so
dass ein Roh-(S)-Äthyl
2-N,N-Dimethylsulfamyloxy-4-phenylbutanoat
(9,47 g, 30,06 mmol), hinterblieb das praktisch nach TLC rein war
(etwas weniger polar als das Ausgangsmaterial). Das Material aus
einem anderen Durchlauf konnte in kleinen Mengen (leichte Zersetzung)
bei ca. 155–160°C/0,03 Torr (mmHg)
destilliert werden und zeigte NMR 7,18–7,3 (5H, m, arom), 4,22 (1H,
m), 2,90 (6H, s, N-Me), 2,7–2,8
(4H, m), 2,2 (2H, m) und 1,25 (3H, t, Me) PPM; IR 1761, 1376, 1174
und 752 cm–1.
-
Dieses
Produkt wurde in trockenem 1,2,-Dichloräthan (32 mL) gelöst, die
Lösung
auf unter +10 °C
abgekühlt
und Fluorsulfonsäure
(3,15 g, 1,05 entsprechend) wurde unter Rühren hinzugefügt. Die dunkle
Mischung wurde für
48 Stunden bei Zimmertemperatur belassen, während dieses Zeitraums bildeten
sich Kristalle. Die Reaktion wurde durch TLC verfolgt, die ein graduelles
Verschwinden des Ausgangsmaterials zeigte. Das Produkt wurde als
negativer (weißer)
Punkt angezeigt, der nur nach 6–12 Stunden
in einer Jodkammer sichtbar wurde. Nach dem Hinzufügen von
weiteren 0,43 g der Fluorsulfonsäure,
war das Ausgangsmaterial nach weiteren 10 Stunden konsumiert. Die
Flüssigkeit
wurde von der kristallinen Dimethylsulfamsäure abgegossen und die Letztere
mit einer kleinen Menge Dichlormethan gespült. Die kombinierte Flüssigkeit
wurde zwei Mal mit einer eiskalten 0,5 N Natriumbikarbonatlösung und
dann mit Wasser gespült,
getrocknet und durch mit mehr CH2Cl2 eluirtem Florisil (5 g) geleitet. Nach der
Entfernung des Lösungsmittel
unter Vakuum wurde das Produkt vorsichtig mit Hilfe eines doppelwandigen
Kolbens fraktioniert (H. J. E. Loewenthal, „Guide for the Perplexed Organic
Experimentalist",
Wiley, 2nd Edition, 1990, p. 196), der über eine
teflonkolonne verfügte,
und ergab (R)-Äthyl
2-fluorosulfonyloxy-4-phenylbutanoat,
Ertrag 3.83 g, Siedepunkt 105–110°C/0,03 Torr
(mmHg), [α]20 +10,6 (CH2Cl2), NMR: 7,17–7,32 (5H, m, arom.), 5,09
(1H, t), 4,24 bis 4,28 (2H, m), 2,30–2,61 (4H, m), 1,30 (3H, t,
Me), 19F NMR: –0,001 (s) P.P.M., IR: 1767,
1447, 1229 und 980 cm–1.