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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG UND STAND DER TECHNIK
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Die
Erfindung betrifft eine Liftanordnung für eine Radachse eines Fahrzeugs
gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
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Derartige
Liftanordnungen für
Fahrzeugachsen sind bereits bekannt, unter anderem bei Lastkraftfahrzeugen,
die unter ihrer Ladefläche
zwei Radachsen aufweisen, nämlich
eine Antriebsachse und eine Stützachse.
Eine Anordnung dieser Art ist aus der US-A- 450 1437 bekannt, die
als nächstkommender
Stand der Technik angesehen wird. In einem unbeladenen Zustand bewegt
sich das Lastkraftfahrzeug meistens mit angehobener Stützachse,
so dass die Räder
der Antriebsachse einen hinreichend guten Antriebsgriff auf der
Strasse erhalten. In einem beladenen Zustand wird die Stützachse
abgesenkt, so dass die Stützlast über die
Räder beider
Achsen verteilt werden kann.
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Derartige
Liftanordnungen umfassen eine Liftvorrichtung, gewöhnlicherweise
in der Form eines Luftbalgs, der zwischen der Fahrzeugrahmenstruktur und
der Stützachse
angeordnet ist. Die Radaufhängung
einer derartigen Stützachse
umfasst gewöhnlicherweise
eine obere V-förmige
Reaktionsstrebe, die sich zwischen der Fahrzeugrahmenstruktur und
der Stützachse
erstreckt. Die V-förmige
Reaktionsstrebe ist von der Achse aus nach vorne orientiert angeordnet
und die Luftbälge
sind deshalb an einem Arm zur Rückseite
der Achse hin angeordnet. Da ein derartiges Fahrzeug eine Vielzahl
von Komponenten aufweist, die in der Nähe einer derartigen Radachse
untergebracht werden müssen
oder für
die es vorteilhaft ist, wenn sie dort angeordnet werden, führt diese
Anordnung des Luftbalgs zu einer Behinderung bei der Anbringung
derartiger Komponenten. Eine derartige Komponente kann eine Zugvorrichtung
sein, die beispielsweise die Anbringung eines Anhängerfahrzeugs
ermöglicht.
Es ist deshalb vorteilhaft, wenn die Zugvorrichtung weit vorne an
dem Fahrzeug und vorzugsweise an einer Stelle unmittelbar hinter
der Hinterradachse angebracht werden kann. Diese Position ist auch
geeignet für
die Anbringung von Presslufttanks.
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ABRISS DER
ERFINDUNG
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Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Liftanordnung
der eingangs erwähnten
Art für
eine Radachse eines Fahrzeugs bereitzustellen, wobei es die Anordnung
möglich
macht, die Liftvorrichtung derart zu gestalten und anzubringen, dass
sie wenig Raum im Fahrzeug einnimmt und die üblichen oder erforderlichen
Positionen weiterer Komponenten nicht beeinträchtigt.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die
Liftanordnung der eingangs erwähnten
Art gelöst, welche
dadurch gekennzeichnet ist, dass die Liftvorrichtung derart ausgebildet
ist, dass sie das Anheben durch Verlagern der Strebenvorrichtung
relativ zu der Rahmenstruktur ermöglicht. Die Liftvorrichtung
wirkt folglich auf die Strebenvorrichtung ein und eine derartige
technische Lösung
macht es möglich,
die Liftvorrichtung vor der Radachse anzuordnen. Somit wird der
gewünschte
Raum hinter der Radachse zum Anbringen beispielsweise einer Zugvorrichtung
oder von Presslufttanks freigehalten. Eine derartige Liftvorrichtung
kann auch mit einem kürzeren
Hub ausgebildet werden, da diese Anordnung zu einer Radachsenhubbewegung
führt,
die mit einem kürzeren Hebel
erreicht wird. Als Ergebnis erhält
man deshalb unterhalb der Liftvorrichtung einen Raum, was bedeutet,
dass erforderliche Komponenten, die in der Nähe der Radachse angeordnet
sind, wie beispielsweise eine Steuerung und Bremsvorrichtungen, mehr
Raum zur Verfügung
haben.
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Gemäß einem
bevorzugten Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist die Strebenvorrichtung mittels eines ersten Befestigungselements
an einem oberen Ende der Liftvorrichtung befestigt. Ein derartiges
Befestigungselement kann kleiner und einfacher als ein herkömmliches
Befestigungselement ausgebildet sein, da ein derartiges konventionelles
Befestigungselement sich über
einen relativ langen Weg zwischen der Stützwelle und dem oberen Ende
der Liftvorrichtung erstrecken muss, die in Richtung nach hinten angeordnet
ist. Das Befestigungselement gemäß der Erfindung
kann ein integriertes Teil der Strebenvorrichtung sein und kann
bereits an der Strebenvorrichtung im Lauf deren Herstellung befestigt
worden sein. Die Rahmenstruktur kann mittels eines zweiten Befestigungselements
mit einem unteren Ende der Liftvorrichtung verbunden sein. Das untere
Ende der Liftvorrichtung ist somit mit einer stabilen Stütze und einer
sicheren Befestigung an der Rahmenstruktur versehen. Vorteilhafterweise
sind das erste und das zweite Befestigungselement derart orientiert,
dass die Liftvorrichtung eine im Wesentlichen vertikale Erstreckung
zwischen ihrem oberen und unteren Ende aufweist. Die Liftvorrichtung
ist somit kompakt gestaltet, was zur Einnahme von sehr wenig Raum
in horizontaler Richtung in dem Fahrzeug führt.
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Gemäß einem
weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel
der Erfindung umfasst die Strebenvorrichtung zwei Strebenelemente,
die eine im Wesentlichen V-förmige
Konfiguration bilden. Mit einer derartigen Konfiguration der Strebenvorrichtung
kann sich das erste Befestigungselement zwischen den zwei Strebenelementen
erstrecken und somit einen stabilen oberen Arm für die Liftvorrichtung bilden.
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Die
Liftvorrichtung gemäß der Erfindung kann
vorteilhaft an einem Fahrzeug eingesetzt werden, das eine Rahmenstruktur
aufweist, die zwei Rahmenseitenelemente besitzt, die sich in Längsrichtung
des Fahrzeugs erstrecken, wobei jedes der Strebenelemente ein Ende
aufweist, das gelenkig mit seinem jeweiligen Rahmenseitenelement
verbunden ist und wobei die Strebenelemente ein gemeinsames Ende
aufweisen, das gelenkig mit der Radachse verbunden ist. Es ist hier
vorteilhaft, dass das zweite Befestigungselement sich zwischen den
beiden Rahmenseitenelementen erstreckt und mit diesen verbunden
ist, wobei das zweite Befestigungselement eine stabile Lagerung
der Liftvorrichtung vorsieht. Zum Liften (Anheben) kann die Liftvorrichtung
längenvariabel
ausgebildet sein, um die Verlagerung der Strebenvorrichtung relativ
zu der Rahmenstruktur zu erreichen. Eine derartige Liftvorrichtung
kann vorteilhafterweise einen Luftbalg oder einen Hydraulikzylinder
aufweisen, wobei allerdings auch andersartige längenvariable Liftvorrichtungen
in Betracht gezogen werden können.
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KURZE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
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Ein
bevorzugtes Ausführungsbeispiel
der Erfindung wird nachfolgend beispielhaft mit Bezug auf die beiliegenden
Zeichnungen beschrieben, in denen:
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1 ein
Fahrzeug darstellt, an dem eine Liftvorrichtung gemäß der vorliegenden
Erfindung zum Einsatz kommt,
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2 eine
Liftvorrichtung gemäß einem
bevorzugten Ausführungsbeispiel
der Erfindung darstellt, betrachtet im Wesentlichen von der Seite,
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3 die
Liftvorrichtung aus 2 darstellt, betrachtet im Wesentlichen
von vorne.
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DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG EINES BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSBEISPIELS DER ERFINDUNG
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1 zeigt
ein Lastkraftfahrzeug 1, an dem eine Liftanordnung gemäß der vorliegenden
Erfindung Anwendung findet. Das Fahrzeug 1 umfasst unter
seiner Ladefläche
eine erste Radachse mit angetriebenen Rädern 2 und eine zweite
Radachse mit nicht angetriebenen Rädern 3. Wenn sich
das Fahrzeug 1 unbeladen bewegt, können die Räder 3 der hinteren
Radachse von dem Untergrund angehoben werden. Die angetriebenen
Räder 2 besitzen
dadurch einen besseren Antriebsgrip (Griff) auf der Strasse. Wenn
das Fahrzeug 1 stark beladen ist, werden die Räder 3 auf
den Untergrund abgesenkt, so dass die schwere Last zwischen den
angetriebenen Rädern 2 der
ersten Achse und den Rädern 3 der zweiten
Achse verteilt wird.
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2 und 3 zeigen
ein Ausführungsbeispiel
der Liftanordnung gemäß der Erfindung.
Das Fahrzeug 1 umfasst zwei Rahmenseitenelemente 4, die
sich in dessen Längsrichtung
erstrecken, wobei lediglich eines davon in den Zeichnungen gezeigt
ist. Eine im Wesentlichen V-förmige
obere Strebenvorrichtung 5, die zwei Strebenelemente 5a und 5b aufweist,
ist in den Rahmenseitenelementen 4 befestigt. Jedes der
Strebenelemente 5a, 5b weist ein Ende auf, das
gelenkig mit seinem jeweiligen Rahmenseitenelement 5 mittels
einer Rahmenverbindung 6 verbunden ist. Die Strebenelemente 5a, 5b weisen
ein gemeinsames zweites Ende auf, das mittels einer Achsverbindung 7 mit
einem nach oben vorstehenden Abschnitt verbunden ist, der fest an
einer Radachse 8 angeordnet ist.
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Die
Radaufhängung
umfasst ferner zwei untere Reaktionsstreben 9a, 9b,
deren erste Enden gelenkig mit der Radachse 8 verbunden
sind. Die anderen Enden der Reaktionsstreben 9a, 9b sind
gelenkig mit den Befestigungsvorrichtungen 10a, 10b verbunden,
die sich von den Fahrzeugrahmenseitenelementen 4 nach unten
erstrecken. Die Radachse 8 ist somit gelenkig in den Fahrzeugrahmenseitenelementen 4 in
einer oberen V-förmigen
Strebenvorrichtung 5 und zwei unteren Reaktionsstreben 9a, 9b aufgehängt. Die
Radachse 8 ist natürlich
auch über Federn
und Stoßdämpfer aufgehängt, wobei
diese Komponenten in den Zeichnungen allerdings nicht gezeigt sind.
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Ein
Luftbalg 11 ist dazu ausgebildet, dass er ein Anheben der
Radachse 8 durch Verlagern der V-förmigen Strebenvorrichtung 5 relativ
zu den Rahmenseitenelementen 4 ermöglicht. Ein ersten Befestigungselement 12 erstreckt
sich zwischen den Strebenelementen 5a, 5b und
ist mit einem oberen Ende des Luftbalgs 11 verbunden. Ein
zweites Befestigungselement 13 ist mit dem unteren Ende
des Luftbalgs 11 verbunden und erstreckt sich zwischen
den Rahmenelementen 4 und ist mit diesen verbunden.
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Um
die Radachse 8 anzuheben, wird Pressluft dem Luftbalg 11 zugeführt, was
dazu führt,
dass dieser sich in Längsrichtung
ausdehnt. Eine Expansion des Luftbalgs 11 bewirkt, dass
das erste Befestigungselement 12 sich nach oben bewegt,
so dass das gemeinsame Ende der Strebenelemente 5a, 5b, das
mit dem ersten Befestigungs element 12 verbunden ist, sich
nach oben bewegt. Da die Radachse 7 gelenkig über den
nach oben vorstehenden Teil und mittels der Achsverbindung 7 mit
dem gemeinsamen Ende der Strebenelemente 5a, 5b verbunden
ist, ergibt sich ein Anheben der Radachse 8. Ein Absenken der
Radachse 8 zurück
auf den Untergrund wird durch entsprechendes Reduzieren der Menge
an Druckluft in dem Luftbalg 11 erreicht, wodurch eine resultierende,
nach unten gerichtete Bewegung von dem ersten Befestigungselement 12 über die
Strebenelemente 5a, 5b, die Achsverbindung 7 und
den nach oben vorstehenden Teil auf die Radachse 8 übertragen
wird.
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Eine
Anbringung des Luftbalgs 11 vor der Radachse 8 führt dazu,
dass hinter der Achse Raum zur Verfügung steht, der zur Unterbringung
weiterer Komponenten genutzt werden kann. Derartige Komponenten
können
beispielsweise eine Zugvorrichtung umfassen, die es möglich macht,
ein Anhängerfahrzeug
anzubringen, oder sie können
einen oder mehrere Presslufttanks umfassen, etc. Eine Anordnung
des Luftbalgs 11 derart, dass er auf die Strebenvorrichtung 5 vor
der Radachse 7 einwirkt, bedeutet, dass ein kleinerer Hebel
zum Anheben der Radachse 8 genutzt wird und deshalb eine
größere Liftkraft
(Hubkraft) erforderlich ist, was an sich nachteilhaft sein kann.
Dies wird allerdings durch die Tatsache kompensiert, dass der Luftbalg 11 keinen
so großen
Hubweg benötigt,
um die Radachse 8 anzuheben. Daraus resultiert ein Raum
unterhalb des Luftbalgs 11, der vorteilhaft für erforderliche
Komponenten, wie beispielsweise pneumatische Bremszylinder und Spurstangen
verwendet werden kann, wenn die Radachse mit einer Lenkung versehen wird.
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Die
Erfindung ist nicht auf das vorstehend beschriebene Ausführungsbeispiel
beschränkt,
sondern kann frei im Rahmen der folgenden Patentansprüche variiert
werden. Die zur Verlagerung der Liftvorrichtung ausgebildete Strebenvorrichtung
kann beispielsweise anders als im Wesentlichen "V"-förmig ausgebildet
sein. Sie kann beispielsweise eine "U"-Form
oder eine andere geeignete Form aufweisen. Es besteht auch keine
zwingende Notwendigkeit dafür,
dass die Liftvorrichtung einen Luftbalg umfasst, da sie ebenfalls
eine andersartige pneumatische Liftanordnung, einen Hydraulikzylinder
oder einen anderen Typ von Liftvorrichtung umfassen kann.