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Die vorliegende Erfindung betrifft
eine Vorrichtung zur Bestimmung eines in einer flüssigen Probe
vorhandenen Analyten.
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Unter „Analyt" wird jedes chemische, biochemische
oder biologische Gebilde verstanden, das man bestimmen, d. h. identifizieren
oder detektieren und/oder quantifizieren und/oder messen will.
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Vorzugsweise und nicht als exklusiv
anzusehen wird die vorliegende Erfindung vorgestellt, definiert
und beschrieben unter Bezug auf die Bestimmung eines biologischen
Gebildes, insbesondere eines Hormons, bspw. des Hormons HCG, das
es ermöglicht,
bei einer Frau eine eingetretene Schwangerschaft festzustellen.
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Unter „flüssige Probe" wird jede beliebige Probe verstanden,
in der sich der gesuchte Analyt in Lösung oder in Suspension befindet,
wie sie direkt durch die Bestimmungsvorrichtung verwendet oder behandelt
wird, von der nachstehend die Rede sein wird. Diese flüssige Probe
kann selbst, ausgehend von einer Probennahme oder einer anderen
Probe, die den Analyten enthält,
bspw. ausgehend von einer Körperflüssigkeit,
durch physikalische und/oder chemische und/oder biologische Behandlung
gewonnen werden. Dies bedeutet insbesondere, dass das sich auf die
flüssige
Probe beziehende Lösungs-
oder Dispersionsmedium nicht notwendigerweise wässrig sein muss.
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In den 8 und 9 des Dokumentes EP-A-0291 194 ist eine
Vorrichtung zur Bestimmung eines Analyten, insbesondere zur Bestimmung
des Hormons HCG beschrieben, die der folgenden, allgemeinen Definition
entspricht.
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Eine derartige Vorrichtung umfasst:
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- a) einen greifbaren Träger in Form eines Gehäuses, das
an einem Ende eine Öffnung
für den Durchtritt
eines zweiten Mittels für
kapillare Diffusion aufweist, von dem nachstehend die Rede sein
wird, wobei das zweite Mittel nach außen über das Gehäuse hervorsteht sowie eine
Sammelzone für
die flüssige
Probe aufweist; dieses Gehäuse
weist entgegengesetzt zu dem Aufnahmeorgan ein Anzeigefenster mit
wenigstens einer Zone auf, die stromabwärts auf dem ersten Mittel für kapillare
Diffusion gelegen ist, von dem nachstehend die Rede sein wird;
- b) das besagte erste Mittel für kapillare Diffusion in einer
im Sinne einer Referenz anzusehenden Richtung, das mit dem greifbaren
Träger
verbunden und an diesem befestigt ist sowie eine stromabwärts gelegene
Zone aufweist, die für
eine externe Beobachtung Dank des vorerwähnten Fensters zugänglich ist,
das der genannten, stromabwärts
gelegenen Zone zugeordnet ist;
- c) eine Anordnung von vorbestimmten Reagenzien für die Detektion
und/oder Quantifizierung des Analyten, mits
- – einem
ersten Reagens mit einem sichtbaren und/oder messbaren Marker, wobei
dieses erste Reagens in freiem Zustand in einer Zone stromaufwärts auf
dem ersten Mittel für
kapillare Diffusion angeordnet ist;
- – und
einem zweiten Reagens, das in der stromabwärts auf dem ersten Mittel für kapillare
Diffusion gelegenen Zone fixiert, d. h. immobilisiert ist, um das
erste Reagens direkt oder indirekt einzufangen;
- d) das genannte zweite Mittel für kapillare Diffusion, das
die Form eines steifen Stäbchens
aufweist, das an dem greifbaren Träger montiert und befestigt
ist, so dass in dem Gehäuse
ausgehend von der Sammelzone des zweiten Mittels für kapillare
Diffusion in Richtung auf die Zone stromaufwärts auf dem ersten Mittel für kapillare
Diffusion und dann von der letzteren in Richtung auf die Zone stromabwärts auf
dem ersten Mittel für
kapillare Diffusion dauerhaft eine Verbindung für kapillaren Fluss etabliert
wird;
- e) und eine abnehmbare Kappe zum Schutz des vorstehenden Abschnittes
des zweiten Mittels für kapillare
Diffusion, genauer zum Schutz seiner Sammelzone.
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Die Funktion der zuvor beschriebenen
Vorrichtung ergibt sich aus der vorhergehenden Beschreibung.
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Der Anwender zieht die Kappe ab und
bringt dann die flüssige
Probe, z. B. einen Urinstrahl, in direkten Kontakt mit der Sammelzone
des zweiten Mittels für
kapillare Diffusion. Die flüssige
Probe wandert zuerst in Referenzrichtung zu der stromaufwärts auf dem
ersten Mittel für
kapillare Diffusion gelegenen Zone, in der sie einerseits das erste
Reagens mitnimmt und andererseits der Analyt sich an das letztere
bindet, um eine Verbindung zu bilden. Immer noch durch kapillare
Migration der flüssigen
Probe gelangt die zuvor erwähnte
Verbindung durch kapillare Mitnahme in die stromabwärts gelegene
Zone, in der das zweite Reagens das erste Reagens und infolgedessen
die Verbindung direkt oder indirekt einfängt und folglich immobilisiert
und konzentriert. Durch das Fenster des Gehäuses kann die Existenz und/oder die
eingefangene Menge der Verbindung erkannt und/oder gemessen werden,
und zwar direkt oder indirekt, bspw. mit dem nackten Auge im Falle
eines teilchenförmigen
Markers, oder mit beliebigen geeigneten Mitteln für die Detektion
und/oder Messung.
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Ohne dass die Anordnung der Reagenzien dargelegt
oder die Reagenzien angegeben sind, beschreibt das Dokument WO-A-97
26 083 unter Bezugnahme auf seine 1 bis 6 eine Vorrichtung zur Bestimmung
eines Analyten in einer flüssigen
Probe, mit:
- a) einem greifbaren Träger in Form
eines langgestreckten und flachen Etuis, das an seinen beiden äußeren Enden
offen ist und auf seiner einen Seite und einem ersten äußeren Ende
ein Fenster aufweist; dieses Gehäuse
dient als Führung
für ein
Aufnahmeorgan für
die flüssige
Probe, von dem nachstehend die Rede sein wird;
- b) einem mobilen Organ nach Art eines Schiebers, der gegenüber dem
greifbaren Träger
verschiebbar angeordnet ist; dieses mobile Organ besteht aus einem
langgestreckten Gehäuse,
das durch abschließendes
Zusammenfügen
von zwei komplementären
Teilen oder Schalen gebildet wird und in Verbindung für kapillaren
Fluss einerseits ein erstes Mittel für kapillare Diffusion aufweist,
dass vollständig
in dem Gehäuse
aufgenommen ist und eine stromabwärts gelegene Zone umfasst,
die für
eine Beobachtung von außerhalb
zugänglich
ist, und andererseits ein zweites Mittel für kapillare Diffusion aufweist,
das teilweise in dem Gehäuse
aufgenommen ist und eine äußerste Sammelzone
für die
flüssige
Probe aufweist sowie nach außen über das
Gehäuse
vorsteht; das Gehäuse
trägt u.
a. gegenüber
einem Abschnitt, der seine Manipulation ermöglicht, ein in Beziehung zu
der stromabwärts
von dem ersten Mittel für
kapillare Diffusion gelegenes Fenster; das mobile Organ ist bezogen
auf den greifbaren Träger
verschiebbar, und zwar ausgehend von einer Anfangsposition, in der
die für
die flüssige Probe
vorgesehene Sammelzone des mobilen Organs mit der flüssigen Probe
in Kontakt gebracht werden kann, also außerhalb des greifbaren Trägers liegt,
und in der das Fenster des Gehäuses
durch den greifbaren Träger
verdeckt ist, in eine zurückgezogene
Position, in der die vorerwähnte
Sammelzone vollständig
in dem greifbaren Träger
aufgenommen und von diesem umfasst ist, und in der das Fenster des
Gehäuses
mit dem des greifbaren Trägers übereinstimmt,
wodurch die Zone stromabwärts
auf dem ersten Mittel für
kapillare Diffusion für
eine Beobachtung zugänglich
wird.
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Die Funktion der vorstehend beschriebenen Vorrichtung
ergibt sich aus seiner Struktur:
- – nach dem
Aufnehmen der flüssigen
Probe wird das mobile Organ in seine zurückgezogene Position gebracht,
- – das
Resultat der Reaktion auf dem ersten Träger für kapillare Diffusion ist durch
die beiden einander zugeordneten Fenster des mobilen Organs und
des greifbaren Trägers
beobachtbar.
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Den beiden vorstehend beschriebenen
Vorrichtungen ist gemeinsam, dass einerseits die beiden Mittel für kapillare
Diffusion auf ein und demselben Element, nämlich in dem ersten Fall auf
dem greifbaren Träger
und in dem zweiten Fall dem mobilen Organ angeordnet sind, und andererseits
eine strukturelle Verbindung für
den kapillaren Fluss, d. h. ein permanente Verbindung für die flüssige Probe
von dem zweiten Mittel für
kapillare Diffusion zu dem ersten Mittel für kapillare Diffusion vorhanden
ist.
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Eine Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung
unterscheidet sich von dem Dokument WO 97/26083 dadurch, dass die Übertragungszone
des zweiten Mittels für
kapillare Diffusion bezogen auf eine stromaufwärts gelegene Zone des ersten
Mittels für
kapillare Diffusion auf bewegliche Weise derart angeordnet ist,
dass in der vorstehenden Stellung des Aufnahmeorgans die Übertragungszone
mit der stromaufwärts
gelegenen Zone nicht in Verbindung für kapillaren Fluss steht, und
dass in der zurückgezogenen
Stellung des Aufnahmeorgans die Übertragungszone
und die stromaufwärts
gelegene Zone in Verbindung für
kapillaren Fluss stehen, während
eine Anordnung von vorbestimmten Reagenzien für die Detektion und/oder Quantifizierung
des Analyten wenigstens einerseits ein erstes Reagens mit einem sichtbaren und/oder
messbaren Marker umfasst, das in freiem Zustand entweder auf dem
ersten Mittel für kapillare
Diffusion stromaufwärts
von der stromabwärts
gelegenen Zone oder auf dem zweiten Mittel für kapillare Diffusion angeordnet
ist, und andererseits ein in der stromabwärts gelegenen Zone des ersten
Mittels für
kapillare Diffusion fixiertes zweites Reagens zum direkten oder
indirekten Fangen des ersten Reagens umfasst.
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Daraus ergibt sich, dass sich die
Vorrichtung gemäß der Erfindung
von den Dokumenten EP-A-029 194 sowie WO-A-97 26083 durch die Trennung
der beiden Mittel für
kapillare Diffusion und durch die Möglichkeit unterscheidet, diese
beiden Mittel zeitweise im Hinblick auf den kapillaren Fluss der
flüssigen
Probe voneinander zu isolieren.
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Darüber hinaus unterscheidet sich
die erfindungsgemäße Vorrichtung
von dem Dokument WO-A-97 26083 neben der Tatsache, dass die Anordnung
der vorbestimmten Reagenzien zur Detektion und/oder Quantifizierung
des Analyten ausgewählt
ist, dadurch, dass das erste Mittel für kapillare Diffusion sich
auf der Seite des greifbaren Trägers befindet
und demzufolge das Aufnahmeorgan die wesentliche Aufgabe der Entnahme
der flüssigen Probe
erhalten hat.
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Die Erfindung bringt die
folgenden Vorteile mit sich:
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Die Möglichkeit, die beiden Mittel
für kapillare Diffusion
bezogen auf den Flüssigkeitsfluss
voneinander zu trennen, ermöglicht
es, die Probennahme und die Reaktion oder die Reaktionen, die für die Detektion
und/oder Quantifizierung des Analyten erforderlich sind, voneinander
zu trennen und nacheinander durchzuführen, also die Probennahme
vor der Reaktion oder den Reaktionen zu bewirken.
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Dies ist wichtig, um den Start der
erforderlichen Reaktion oder der erforderlichen Reaktionen zu vermeiden,
bevor die Aufnahme einer maximalen oder optimalen Menge der zu analysierenden
flüssigen
Probe möglich
wurde.
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Die Verschiebung des zweiten Mittels
für kapillare
Diffusion in einem Abstand und einer Entfernung zu dem ersten Mittel
für kapillare
Diffusion ermöglicht
es für
eine gegebene Länge
oder einen gegebenen Raumbedarf der Vorrichtung, eine größere Länge zum
Sammeln der flüssigen
Probe in die vorstehende Position oder über die Vorrichtung vorstehend
anzuordnen.
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Eine erfindungsgemäße Vorrichtung
kann mit jeder beliebigen Anordnung von vorbestimmten Reagenzien
verwendet werden, was einerseits von den in der flüssigen Probe
gesuchten Analyten und andererseits von dem für die Bestimmung verwendeten
Ablaufprotokoll abhängt.
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Unter „Reagens" wird jedes chemische, biochemische
oder biologische Gebilde verstanden, das an den Analyten oder ein
anderes Reagens binden kann.
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Unter „binden" oder „Bindung" wird jede feste Bindung, wie bspw.
eine kovalente Bindung, oder jede schwache Bindung verstanden, wie
bspw. vom Typ Antigen/Antikörper
oder Avidin/Streptavidin.
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Die gemäß der Erfindung in Betracht
gezogenen Reagenzien sind vorzugsweise, aber nicht exklusiv, biologische
Gebilde vom Typ Ligand oder Anti-Ligand, und zwar bezogen auf den
Analyten oder ein anderes Reagens vom biologischen Typ. In diese Kategorie
fallen Reagenzien wie Antikörper,
Antigene, Haptene, Avidin/Streptavidin, aber ebenfalls Peptide,
Proteine und Polynucleotide.
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Das erste und das zweite Reagens
sind bspw. jeweils zwei gegen den Analyten gerichtete, identische
oder verschiedene spezifische monoklonale Antikörper.
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Unter „Marker" wird jedes physikalische, chemische,
biochemische oder biologische Gebilde verstanden, das direkt oder
indirekt die Bestimmung des ersten Reagens ermöglicht, insbesondere, wenn es
direkt oder indirekt an den Analyten gebunden ist. Ein derartiger
Marker, der als solches bekannt ist, kann bspw. ein Enzym sein,
es können
aber auch Metallpartikel sein, bspw. Goldpartikel, die bspw. ausgehend
von kolloidalem Gold gewonnen werden.
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Erfindungsgemäß ist das erste Reagens auf dem
zweiten Mittel für
kapillare Diffusion angeordnet, insbesondere stromabwärts von
der Sammelzone des Aufnahmeorgans, wobei das erste Reagens auch
auf dem ersten Mittel für
kapillare Diffusion angeordnet sein kann, insbesondere stromabwärts von der
stromaufwärts
auf dem ersten Mittel gelegenen Zone, aber stromaufwärts von
der stromabwärts
gelegenen Zone, die für
eine externe Beobachtung zugänglich
ist.
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Auf an sich bekannte Weise kann die
Anordnung der vorbestimmten Reagenzien in Abhängigkeit von dem Analyten und
dem Bestimmungsprotokoll gemäß verschiedener
Formate gewählt
werden.
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- – Bei
einem Sandwich-Format sind das erste und das zweite Reagens so vorbestimmt,
dass sie jeweils spezifisch an den Analyten binden, bspw. an zwei
identische oder verschiedene Epitopstellen des Analyten, wenn es
sich um ein biologisches Molekül
handelt;
- – bei
einem Kompetitions-Format ist das erste oder das zweite Reagens
so ausgewählt,
dass es identisch oder vergleichbar zu dem Analyten ist, so dass
es in Kompetition mit dem Analyten an das andere Reagens bindet.
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Darüber hinaus wird für den Fall
eines Analyten, der durch ein biologisches Gebilde mit zwei Liganden
gebildet wird, die jeweils mit dem ersten Reagens und einem dritten
Reagens binden, das letztere im freien Zustand auf einem porösen Träger angeordnet,
und zwar je nach Gelegenheit auf dem zweiten Mittel für kapillare
Diffusion oder dem ersten Mittel für kapillare Diffusion, und
zwar an einer funktionellen Stelle stromaufwärts von der stromabwärts gelegenen
Zone des ersten Mittels für
Diffusion. Das zweite Reagens ist zum Fangen des dritten Reagens vorgesehen.
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Um zu überprüfen, ob die für die Bestimmung
des Analyten erforderliche Reaktion bzw. erforderlichen Reaktionen
erfolgreich stattgefunden haben, ist ein weiteres vorbestimmtes
Reagens zur direkten oder indirekten Bindung an das erste Reagens in
einer Zone benachbart aber stromabwärts von der stromabwärts gelegenen
Zone des ersten Mittels für Diffusion
fixiert, wobei diese benachbarte Zone gleichfalls für eine Beobachtung
von außen
zugänglich
ist.
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Im Wege eines Beispieles umfasst
das erste Reagens einen teilchenförmigen Marker, bspw. Goldpartikel,
die direkt sichtbar und/oder messbar sind, wenn sie in der stromabwärts gelegenen
Zone des ersten Mittels für
Diffusion auf konzentriert sind.
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Die vorliegende Erfindung wird nun
unter Bezugnahme auf die beigefügte
Zeichnung beschrieben, in der:
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1 in
perspektivischer Darstellung eine Vorrichtung gemäß einem
ersten Ausführungsbeispiel
der Erfindung zeigt, teilweise weggebrochen, wobei sich das Aufnahmeorgan
in der vorstehenden Stellung befindet;
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2 die
in 1 gezeigte Vorrichtung
in einem Längs-
und Vertikalschnitt zeigt, wobei das Aufnahmeorgan sich in der zurückgezogenen
Stellung befindet;
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3 eine
perspektivische Darstellung einer Vorrichtung gemäß einem
zweiten Ausführungsbeispiel
der Erfindung zeigt, wobei das Aufnahmeorgan sich in der vorstehenden
Stellung befindet;
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4 eine
perspektivische Explosionsdarstellung der in 3 gezeigten Vorrichtung zeigt, wobei
das Aufnahmeorgan sich in der zurückgezogenen Stellung befindet;
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5 einen
Längs-
und Horizontalschnitt der in 4 gezeigten
Vorrichtung wiedergibt, wobei das Aufnahmeorgan sich in der zurückgezogenen Stellung
befindet;
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6 eine
Ansicht im Querschnitt der in den 4 und 5 gezeigten Vorrichtung wiedergibt,
und zwar auf Höhe
des Organs 42d, mit dem das Stäbchen 41 in Position
gehalten wird; und
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7 eine
Explosionsdarstellung des ersten Mittels für kapillare Diffusion zeigt,
das identisch für
die beiden Ausführungsbeispiele
der Erfindung ist und sich in derselben Stellung befindet, wie es
insbesondere in den 1 und 2 gezeigt ist.
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Gemäß den 1 und 2 umfasst
eine erfindungsgemäße Vorrichtung:
- – einen
greifbaren Träger 1 in
Form eines Gehäuses,
das an einem distalen Ende eine Öffnung 1c für den Durchgang
des nachstehend beschriebenen Aufnahmeorgans 4 in die vorstehende
Stellung aufweist, und entgegengesetzt zu diesem Ende ein Fenster 1d umfasst,
das wenigstens mit einer stromabwärts gelegenen Zone 2a des
nachstehend beschriebenen ersten Mittels 2 für kapillare
Diffusion in Übereinstimmung
ist;
- – das
erste von zwei Mitteln für
kapillare Diffusion, das die Form eines mehrschichtigen Streifens aufweist
und mit dem greifbaren Träger 1 verbunden
ist sowie die stromabwärts
gelegene Zone 2a aufweist, die für eine Beobachtung von außen zugänglich ist;
dieses erste Mittel ist detaillierter in einer
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Explosionsdarstellung in 7 dargestellt und wird nachstehend
im Detail beschrieben;
- – eine Anordnung von vorbestimmten
Reagenzien für
die Detektion und/oder Quantifizierung des Analyten, die wenigstens
umfasst:
- – ein
erstes Reagens 31 mit einem sichtbaren und/oder messbaren
Marker, wobei dieses erste Reagens in freiem Zustand auf dem ersten
Mittel 2 für
Diffusion angeordnet ist, insbesondere stromabwärts von der stromaufwärts gelegenen Zone 2b,
von der nachstehend die Rede sein wird;
- – und
ein zweites Reagens 32, das in der stromabwärts gelegenen
Zone 2a des ersten Mittels 2 für Diffusion fixiert ist, um
das erste Reagens direkt oder indirekt zu fangen;
- – ein
weiteres Reagens 33, das dazu vorgesehen ist, an das erste
Reagens 31 zu binden, und in einer Zone 2c fixiert
ist, die benachbart aber stromabwärts von der vorerwähnten, stromabwärts gelegenen
Zone 2a des ersten Mittels 2 für Diffusion angeordnet ist,
wobei diese benachbarte Zone gleichfalls für eine Beobachtung von außen zugänglich ist,
bspw. durch dasselbe Fenster 1d des Gehäuses 1;
- – ein
Aufnahmeorgan 4 für
die flüssige
Probe, das an dem Träger 1 auf
bewegliche Weise montiert ist, wobei auch die umgekehrte Anordnung
möglich
ist; dieses Organ 4 trägt
ein zweites Mittel 41 für
kapillare Diffusion in derselben Richtung und in demselben Sinne 60 wie
durch das erste Mittel 2 für kapillare Diffusion festgelegt;
dieses zweite Mittel 41 erstreckt sich von der Sammelzone 41a für die Probe
zu einer Übertragungszone 41b für die letztere;
dieses Aufnahmeorgan 4 ist bezogen auf den greifbaren Träger 1 beweglich
und zwischen zwei Extremstellungen in Längsrichtung verschiebbar angeordnet,
von denen die eine (siehe 1)
bezogen auf den greifbaren Träger vorsteht,
wobei in dieser Stellung die Sammelzone 41a außerhalb
des greifbaren Trägers
mit der flüssigen
Probe in Kontakt gelangen kann, und in der die Übertragungszone 41b nicht
in Verbindung für
kapillaren Fluss mit der stromaufwärts gelegenen Zone 2b des
ersten Mittels 2 für
kapillare Diffusion steht und folglich gegenüber dieser Zone isoliert ist,
und die andere Stellung (siehe 2)
zurückgezogen
ist, wobei in dieser Stellung die Sammelzone 41a in dem
greifbaren Träger
angeordnet ist und wobei in dieser Stellung die Übertragungszone 41b des
zweiten Mittels 41 für
kapillare Diffusion auf bewegliche, d. h. temporäre Weise in Verbindung für kapillaren
Fluss mit der stromaufwärts
gelegenen Zone 2b des ersten Mittels 2 für kapillare
Diffusion steht; dies erklärt, dass
das Aufnahmeorgan 4 und der greifbare Träger 1 in
Richtung der Translationsbewegung längsgestreckt ausgebildet sind.
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In Übereinstimmung mit der vorstehend
beschriebenen, allgemeinen Struktur gilt Folgendes:
- – die
stromaufwärts
gelegene Zone 2b des ersten Mittels 2 für kapillare
Diffusion ist so angeordnet, dass sie auf bewegliche oder temporäre Weise mit
der Übertragungszone 41b des
zweiten Mittels 41 für
kapillare Diffusion in der zurückgezoge nen
Stellung des Aufnahmeorgans 4 in Verbindung für kapillaren
Fluss gelangt, und dass sie bezogen auf denselben kapillaren Fluss
gegenüber derselben Übertragungszone 41b in
der vorstehenden Stellung des Aufnahmeorgans 4 isoliert ist;
- – wie
vorstehend beschrieben, ist das erste Reagens 31 in freiem
Zustand auf dem ersten Mittel 2 für Diffusion in einer Zone 2a stromabwärts von der
stromaufwärts
gelegenen Zone 2b angeordnet; es ist jedoch zu verstehen,
dass das erste Reagens auch direkt in der stromaufwärts gelegenen Zone 2b des
ersten Mittels 2 für
kapillare Diffusion oder auch direkt auf dem zweiten Mittel 41 für kapillare
Diffusion angeordnet sein kann.
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Um die Verschiebung des Aufnahmeorgans 42 zu
bewirken, wie es in 2 dargestellt
ist, trägt der
greifbare Träger 1 eine
Gleitführung 5,
deren Form an den Verschiebeweg des Organs 4 angepasst
ist, wobei das Letztere ein Organ 6 für manuelle Betätigung umfasst,
das die Gleitführung
durchsetzt. Der Weg des Organs 6 in der Gleitführung 5 bestimmt
die beiden Extremstellungen des Aufnahmeorganes 4 und hat – wie in 2 gezeigt – eine Länge, die
größer ist
als in der zurückgezogenen
Stellung der Vorrichtung die Länge
der Bedeckung zwischen der Übertragungszone 41b des
zweiten Mittels 41 für
kapillare Diffusion und der stromaufwärts gelegenen Zone 2b des
ersten Mittels für
kapillare Diffusion.
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Wie es genauer in der 7 gezeigt ist, ist das erste
Mittel 2 für
kapillare Diffusion durch Zusammenfügen verschiedener Abschnitte
oder Stücke
gebildet, die selbst auf einem Streifen 28 aus transparentem
Plastikmaterial fixiert sind und in permanenter Verbindung für kapillaren
Fluss stehen, sobald sie miteinander verbunden sind.
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Gemäß 7 und im Sinne und in der Richtung 60 des
kapillaren Flusses umfasst das erste Mittel 2 für kapillaren
Fluss zusätzlich
zu dem transparenten Streifen 28:
- – einen
ersten Abschnitt 21 mit relativ großer Porosität, bspw. aus Zellulose, mit
einer Größe der Poren
zwischen 2 μm
und 50 μm,
der so angeordnet ist, dass er mit der Übertragungszone 41b des zweiten
Mittels 41 für
kapillare Diffusion in Verbindung für kapillaren Fluss gelangt;
es ist dieser Abschnitt, der die stromaufwärts gelegene Zone 2b des
ersten Mittels 2 für
Diffusion bildet;
- – einen
Abschnitt 22, der bspw. durch Glasfasern gebildet ist,
mit einer Größe der Poren
zwischen 2 μm
und 500 μm,
auf dem in freiem Zustand das erste Reagens 31 angeordnet
ist;
- – einen
Abschnitt 24 mit relativ geringer Porosität, bspw.
durch Nitrozellulose gebildet, mit einer Porosität zwischen 1 μm und 30 μm, der sowohl
die stromabwärts
gelegene Zone 2a, in der das zweite Reagens 32 fixiert
ist, als auch die benachbarte Zone trägt, in der das weitere Reagens 33 fixiert ist,
wobei diese beiden Zonen für
eine Beobachtung von außerhalb
durch das Anzeigefenster 1d des Gehäuses 1 zugänglich sind;
- – einen
Abschnitt 27, der bspw. durch Zellulose gebildet ist und
eine Porosität
zwischen 2 μm
und 50 μm
aufweist, um jenseits der stromabwärts gelegenen Zone 2a durch
Absorption die Gesamtheit der Flüssigkeiten
einzusammeln, die durch das erste Mittel 2 für kapillare
Diffusion gewandert sind; dieser Sammelabschnitt ist folglich fest
mit dem greifbaren Träger 1 verbunden
und stromabwärts
und in Verbindung für
kapillaren Fluss mit der stromabwärts gelegenen Zone 2a des
ersten Mittels 1 für
kapillare Diffusion angeordnet.
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Die Vorrichtung gemäß. den 3 bis 5 hat denselben generellen Aufbau wie
die vorstehend definierte Vorrichtung. Dieselben Bezugszeichen identifizieren
Teile oder Bauelemente mit derselben Funktion, wie sie unter Bezug
auf die 1 und 2 beschrieben wurde. Lediglich
die Unterschiede sollen nachstehend beschrieben werden.
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Das Aufnahmeorgan 4 umfasst
einen Schlitten 42 zur Unterstützung des zweiten Mittels 41 für kapillare
Diffusion, wobei der Schlitten in dem Gehäuse 1 oder greifbaren
Träger
vorgesehen ist. Der Letztere und der Schlitten 42 tragen
Mittel für
die Führung
der Verschiebung des genannten Schlittens, die genauer in 6 sichtbar sind und aus
zwei Gleitführungen 45 und 46 bestehen,
die an dem Gehäuse 1 sichtbar
sind, die eine oberhalb und die andere unterhalb sowie zueinander
ausgerichtet, sowie zwei korrespondierende Rippen 43 und 44,
die an dem Schlitten 42 sichtbar sind und in den Gleitführungen 45 bzw. 46 verschieblich
sind.
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Das zweite Mittel 41 für Diffusion
hat die Form eines relativ steifen Stäbchens, wobei der Schlitten 42 einen
bezogen auf die Verschiebungsrichtung des Schlittens hinteren Anschlag 42a sowie ein
Organ 42b in Form eines Ringes aufweist, um das Stäbchen 41 in
Position zu halten.
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Das Gehäuse 1 beinhaltet gleichfalls
ein Mittel 47 zur Betätigung
des Schlittens 42, wobei ein manuelles Betätigungsteil 48 vorgesehen
ist. Genauer umfasst das zur Betätigung
vorgesehene Mittel 47 ein wie eine Sicherheitsnadel ausgebildetes,
halbstarres Band 49, dessen einer Schenkel 49a auf
seiner Außenfläche ein
greifbares Organ 48 trägt,
und dessen anderer Schenkel ein mit dem Schlitten 42 verbundenes
Ende aufweist. Das Gehäuse 1 umfasst einerseits
eine gleichfalls in Form einer Sicherheitsnadel ausgebildete Bahn 50 für die Führung und
Zugwirkung des Bandes sowie andererseits ein Fenster 1f,
das für
den Durchgang des greifbaren Organs 48 ausgebildet ist,
dessen Länge
an den Verstellweg des Aufnahmeorgans 4 angepasst ist.
Wie es die Schnittdarstellung der 4 und 5 gut zeigt, hat dieser Verstellweg
eine Länge,
die gut oberhalb der Länge
der Bedeckung der Übertragungszone 41b des zweiten
Mittels 41 für
kapillare Diffusion mit der stromaufwärts gelegenen Zone 2b des
erstens Mittels 2 für
kapillare Diffusion in der zurückgezogenen Stellung
der Vorrichtung ist.
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Wenn folglich das greifbare Organ 48 in Richtung
des proximalen Endes des Gehäuses 1 geschoben
wird, wie es in 3 gezeigt
ist, läuft
das Band 49 in der Führungsbahn 50 und
schiebt den Schlitten in Richtung auf die vorstehende Stellung des
Aufnahmeorgans 2. Im entgegengesetzten Sinne wird der Schlitten 42 in
die zurückgezogene
Stellung des Aufnahmeorgans 4 verschoben.
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Wie es gleichfalls in den 4 und 5 gezeigt ist, ist das erste Mittel 2 für kapillare
Diffusion in dem Inneren des Gehäuses
zwischen Rippen 1e eingeklemmt und gehalten, die parallel
zur Richtung 60 des kapillaren Flusses angeordnet sind.
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Die Funktionsweise einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
ergibt sich aus der vorstehenden Beschreibung:
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- – Zu
Beginn, d. h. vor der Benutzung, befindet sich das Aufnahmeorgan 4 in
der zurückgezogenen Position
(siehe 2 und 4) , so dass das Gehäuse 1 mit
der Ausnahme des Fensters 1d eine geschlossene Einheit
bildet; in dem Falle der 1 ist
es eine Klappe 61; die fest mit dem proximalen Ende des
Aufnahmeorganes 4 verbunden ist, die die Öffnung 1c verschließt; und
in dem Fall der 4 und 5 ist es das Ende des halbstarren
Bandes 41, das gegenüber
dem Schlitten 42 angeordnet ist, das die Öffnung 1c verschließt (siehe 5);
- – durch
das Bedienorgan 6 oder 48 verschiebt der Anwender
das Aufnahmeorgan 4 in die vorstehende Stellung, in der
ein Fluss oder eine flüssige Probe
mit dem Analyten in Kontakt mit der Sammelzone 41a gebracht
wird;
- – mit
derselben Hand wird besagtes Aufnahmeorgan in die zurückgezogene
Stellung zurückgeführt, wobei
die Öffnung 1c,
wie vorstehend beschrieben, verschlossen wird;
- – in
der letzteren Stellung geschieht es ohne weitere Intervention des
Benutzers, dass gleichzeitig die flüssige Probe allmählich von
dem zweiten Mittel 41 für
kapillare Diffusion auf das erste Mittel 42 für kapillare
Diffusion und auf dem letzteren von stromaufwärts nach stromabwärts wandert; die
durch die vorstehend beschriebenen Reagenzien erzeugten Reaktionen
laufen ab; das Ergebnis ist für
eine externe Beobachtung durch das Fenster 1d bspw. mit
nacktem Auge zugänglich;
- – dann
kann die zur Einmalbenutzung gedachte Bestimmungsvorrichtung in
der zurückgezogenen Stellung
der 2 und 4 verworfen werden.
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Gemäß 5 kann man bezogen auf die Beobachtungsmöglichkeit
durch das Fenster 1d beobachten, dass die Übertragungszone 41b des
zweiten Mittels 41 für
kapillare Diffusion unterhalb unter die stromaufwärts gelegene
Zone 2b des ersten Mittels 2 für kapillare Diffusion wandert,
nämlich
in der zurückgezogenen
Position des Aufnahmeorgans 4, wodurch der kapillare Fluss
durch Verbindung zwischen den beiden Mitteln 2 und 41 für kapillare
Diffusion in der zurückgezogenen
Position des Aufnahmeorganes 4 begünstigt wird.