DE69906321T2 - Zusammensetzungen von kollagengeweben - Google Patents

Zusammensetzungen von kollagengeweben

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Description

  • Diese Erfindung betrifft kollagenöse Gewebe Zusammensetzungen.
  • In den letzten Jahren wurde der Entwicklung von Zusammensetzungen und Zubereitungen für Wundbehandlung und zur Verwendung in der Allgemeinchirurgie und der plastischen Chirurgie, besonders zur verbesserten Wiederherstellung chirurgisch induzierter Wunden oder zur Korrektur physiologischer Störungen, wie beispielsweise des Harnröhrensphinkters in Fällen einer Harninkontinenz, viel Aufmerksamkeit gewidmet.
  • Viel Aufmerksamkeit erhielt die Bereitstellung von Materialien auf Kollagenbasis, entweder menschlichen oder tierischen Ursprungs. Insbesondere richtete sich erhebliche Aufmerksamkeit auf das Entwickeln von Zubereitungen und Materialien auf der Basis von Tiergeweben, die behandelt sind, um Kompatibilität zu gewährleisten, d. h., um die Abstoßung der Gewebe zu vermeiden, wenn sie am Menschen verwendet werden.
  • Frühere Arbeit von den Erfindern der vorliegenden Erfindung ist widergespiegelt in der US-amerikanischen Patentschrift 5397353 und EP-A-182842, die Verfahren zum Zubereiten von Kollagenmaterialien, vorzugsweise in Blattform und welche zur Transplantation geeignet sind, offenbart. Die Behandlung ist konzipiert, um ein Kollagenmaterial herzustellen, das nicht antigen ist, so dass es nicht abgestoßen wird, und das nicht absorbierbar ist, so dass es ein permanentes Transplantat bildet. Insbesondere behält das in diesen Patentschriften beschriebene Material die natürliche Struktur und den ursprünglichen Aufbau des natürlichen Gewebes bei; die molekulare Ultrastruktur des Kollagens wird beibehalten. Diese Materialien erwiesen sich in der Praxis als äußerst zufrieden stellend, und erwiesen sich insbesondere als in der Lage, nach der Implantation revaskularisiert zu werden, während sie gleichzeitig resistent gegenüber einer Kalzifizierung sind. Sie sind insbesondere nützlich in Ohr, Nase und Kehle, bei orthopädischen, gynäkologischen und urologischen Verfahren und zur Korrektur einer Reihe von Hernien, einschließlich parastomalem Narbenbruch und Leistenbruch.
  • Die in der US-Patentschrift 5397353 beschriebenen Zusammensetzungen sind jedoch als Strukturen im großen Maßstab offenbart, beispielsweise mit einer Stärke von 0,75 mm und in der Regel präsentiert als Blätter mit einer Größe im Bereich von. 25 cm³ bis 50 cm³. Dies ist nützlich für spezielle Implantatverwendung, z. B. bei der restaurativen Chirurgie, ist aber nicht immer geeignet für die Verwendung zum allgemeinen Aufbau von Weichgeweben.
  • In der kosmetischen und rekonstruktiven Chirurgie, z. B. bei der Korrektur kleiner Aknenarben und zum Anheben und Glätten von Fältchen, ist es häufig wünschenswert, zur Gewebeimplantation und für die so genannte Vergrößerung (Augmentation) Material in einer anderen Form zu verwenden, welches injiziert oder auf andere Weise in die gewünschte Stelle eingeführt werden kann.
  • Für solche Zwecke wurden verschiedene, so genannte injizierbare Implantatmaterialien entwickelt. Die US-Patentschritten 5523291, 5673398 und 5705488 offenbaren injizierbare Implantatzusammensetzungen für die Weichgewebevergrößerung, umfassend Elastin und Kollagen und einen biokompatiblen Träger, oder flexible Beutel, die ein solches Material enthalten. Das Problem mit diesen Materialien, wie in diesen US-Patentschriften offenbart, ist, dass eine Tendenz zur Resorption vorliegt und dies kann bedeuten, dass das Implantat nur für eine beschränkte Zeit wirksam ist. Außerdem fördern solche Materialien die Vaskularisierung nicht, d. h. sie integrieren sich nach der Implantation nicht gut in das umliegende, gesunde Gewebe.
  • Des Weiteren besteht in der Traumachirurgie, z. B. der Wiederherstellung von Schusswunden oder von durch Maschinen oder Verkehrsunfälle verursachten Wunden und tatsächlich auch bei Wunden aufgrund invasiver Eingriffe, häufig das Problem, dass Gewebe aus dem Wundbereich verloren geht. Dies führt zur Entwicklung von Narben, die hyperplastisch und entstellend sein und zu einer eingeschränkten Körperfunktion führen können.
  • Narben ergeben sich aus der biologischen Antwort von erwachsenem Bindegewebe auf Verletzung. Im Gegensatz zu fötalen Geweben, die auf Einschnitte oder Verletzung durch Regeneration neuer Haut reagieren, um das verlorene/verletzte Gewebe zu ersetzen (d. h. Überbrücken des Defektes mit Hautkollagenfasern mit normalem Aufbau von Hautkollagen), werden nach der Geburt äquivalente Wunden vielmehr repariert als regeneriert und die Wunde füllt sich mit Narbengewebe. Das Überbrückungsgewebe nach der Geburt repliziert daher nicht den ursprünglichen, normalen Hautaufbau. Während des Reparaturvorgangs wandern Fibroblasten (die Zellen, die jedes Bindegewebe durchdringen und die extrazelluläre Matrix einschließlich strukturellen Kollagens synthetisieren) und kleine Blutgefäße in den Wundraum ein, um hoch zelluläres Granulationsgewebe zu bilden, das sich in die dichte, unregelmäßig organisierte Kollagenmasse, d. h. Narbengewebe, verwandelt.
  • Eine Lösung für dieses spezielle Problem des Gewebeverlustes war es, dreidimensionale Kollagengele in den Wundbereich, wo Gewebe verloren gegangen war, aufzutragen, welches dann als Matrixnetzwerk für das Wachstum der so genannten histiotypischen Haut wirkt. Das zum Bilden dieses speziellen Gels verwendete Kollagen ist vollständig wasserlöslich und wenn es aufgetragen ist, wird es von Fibroblasten und kleinen Blutgefäßen besiedelt, Wasser wird extrudiert und es bildet sich ein zartes Gel, in dem das Kollagenmolekül polymerisiert ist, um Kollagenfasern zu bilden. Die ursprüngliche, von dem Kollagengel geformte, dreidimensionale Matrix repliziert nicht den normalen Matrixaufbau des natürlichen Körpergewebes, obwohl sie beim Wiederaufbauen des verlorenen Gewebes in dem Bereich um die ursprüngliche Wunde einigermaßen erfolgreich ist, und das Gel hat an sich keine eigene Stabilität. Diese inhärente Instabilität führt dazu, dass das Gel schnell vom Körper resorbiert und durch narbenähnliches Gewebe ersetzt wird.
  • Andere neue Vorschläge zum Überwinden des Problems der Bildung von Narbengewebe involvierten die extrem schwierige (und sehr teure) Verwendung von monoklonalen Antikörpern, um die Wirkung von Wachstumsfaktoren, wie z. B. dem Transforming Growth Factor (TGF-β), zu unterdrücken.
  • Wir haben nun überraschenderweise gefunden, dass die günstigen Eigenschaften, einschließlich des Widerstandes gegenüber eine Resorption, Widerstand gegenüber Kalzifizierung, Granulation und die Fähigkeit, rezellularisiert und revaskularisiert zu werden, was die Strukturen in großem Maßstab, die in der Patenschrift 5397353 offenbart sind, kennzeichnet, beibehalten werden können, wenn das Kollagenmaterial in formbarer Form der Organisationsstufe von Faserfragmenten präsentiert ist, wo es als Wundfüller verwendet werden kann, oder in injizierbarer Form zur Verwendung in der kosmetischen und rekonstruktiven Chirurgie.
  • Gemäß der vorliegenden Erfindung ist eine implantierbare Zusammensetzung bereit gestellt, die ein biokompatibles Trägermedium mit darin verteilten Partikel von Kollagenmaterial umfasst, wobei die Partikel Fragmente von Kollagenfasern umfassen und deshalb ausreichend lang sind, um den ursprünglichen Aufbau und molekulare Struktur des natürlichen Gewebematerials, von dem sie abstammen, zu erhalten, und wobei das Kollagenmaterial im Wesentlichen frei ist von nicht-faserigen Gewebeproteinen, Glyko proteinen, zellulären Elementen und Lipiden oder Lipidresten und welches nicht toxisch ist. Vorzugsweise ist das Material frei oder im Wesentlichen frei von antigenen Polysacchariden und Mukopolysacchariden. Das biokompatible Medium kann beispielsweise eine Salzlösung oder Dextran oder Hyaluronsäurelösung sein.
  • Solche Zusammensetzungen können sich in ihrer Konsistenz sehr unterscheiden. Wenn beispielsweise die Größe und Konzentration der Partikel in dem biokompatiblen Medium so ist, dass eine eher flüssige Suspension hergestellt wird, kann diese injiziert werden, vorausgesetzt, dass die Partikel nicht zu groß sind. Konzentriertere Zusammensetzungen dickerer Konsistenz können als pastenförmige Zusammensetzungen zur Wundfüllung verwendet werden.
  • Solche Materialien können durch Verfahren, wie offenbart in der Patentschrift 5397353, oder durch dazu analoge Verfahren, aus Kollagenmaterialien menschlicher oder tierischer Herkunft hergestellt sein, wobei das bevorzugte Ausgangsmaterial Schweinehaut ist. Je nach Ausgangsmaterial kann die Zusammensetzung einen Anteil von Elastin enthalten. Vorausgesetzt, man ist vorsichtig, ist es dann möglich, das Material von großen Stücken auf kleine Partikel zu reduzieren, die dann zu einer sterilen, injizierbaren Zusammensetzung oder einer sterilen Wundfüllungspaste formuliert werden können.
  • Um eine Kollagenpaste mit geeigneter Dichte und rheologischen Eigenschaften (Flussrate und eine Fähigkeit, nach dem Formen die Form beizubehalten) herzustellen, kann eine Suspension kollagenöser Partikel in einem geeigneten Träger hergestellt werden, um eine kontrollierbare Konzentration der Zusammensetzung zu bilden.
  • Es muss jedoch sorgfältig sichergestellt werden, dass die Größenverringerung des Ausgangsmaterials nicht von einem Abbau der molekularen Struktur des ursprünglichen Materials begleitet ist. Das bevorzugte Verfahren des Bereitstellens von Partikel einer geeigneten Größe ist durch Reiben oder Mahlen, und dies wird vorzugsweise ausgeführt in einer Kugel- oder Hammermühle, die auf eine geeignete Temperatur gekühlt sein kann. Das Mahlen kann in trockener Form (Feuchtigkeitsgehalt von unter 10%) oder in gefrorener, hydratisierter Form (20-80% Feuchtigkeitsgehalt) erfolgen.
  • Kollagen, das in einem gefrorenen, hydratisierten Stadium gemahlen wurde, kann durch Acetonextraktion, Gefriertrocknen oder in einem Strom von Luft dehydriert werden. Das trockene Kollagenpulver kann vor der Injektion in einem im Wesentlichen nicht wässrigen, nicht toxischen, biokompatiblen Medium suspendiert werden, wie z. B. Glycerol.
  • Es kann ein Anästhetikum, wie zum Beispiel Lignocain, in die Zusammensetzung integriert werden.
  • Das Kollagenmaterial kann, falls gewünscht, quervernetzt werden, z. B., indem ein Diisocyanat verwendet wird, um es gegenüber kollagenolytischen Enzymen resistent und es daher im Wesentlichen nicht resorbierbar zu machen.
  • Das bevorzugte Verfahren zum Sterilmachen der Zusammensetzungen ist durch Gammabestrahlung.
  • Die bevorzugte Partikelgröße der Partikel des Kollagenmaterials in den injizierbaren Zusammensetzungen gemäß der vorliegenden Erfindung liegt zwischen 50 und 500 Mikron, Die Größenverteilung der Partikel kann variieren, aber vorzugsweise mindestens 50% der Partikel liegen innerhalb von 35% der durchschnittlichen Partikelgröße. Die Konzentration der Feststoffe in der injizierbaren Zusammensetzung liegt vorzugsweise im Bereich zwischen 10 und 70% (Gewicht/Volumen). Dagegen beträgt die Konzentration der Feststoffe in den pastenförmigen Wundfüllungszusammensetzungen im Allgemeinen bis zu 80%.
  • Die Effizienz der Zusammensetzungen der Erfindung ist in vitro ersichtlich. Es wurde beobachtet, dass, wenn dispergierte Kollagenfaserfragmente (gemahlenes Kollagen) zusammen mit menschlichen Fibroblasten oder Nagerfibroblasten in Gewebekultur ausgesät werden, sich die Fibroblasten an die Kollagenfragmente anheften und diese zusammenlagern, um dichte, gewebeähnliche Scheiben zubilden, die dann leicht manipulierbar sind.
  • Außerdem wird gemahlenes Kollagen nach in vivo-Injektion schnell von Fibroblasten und kleinen Blutgefäßen durchdrungen (viel schneller als Kollagenblätter), um neues Gewebe zu formen, in dem die Kollagenfaserfragmente, ähnlich wie bei dem normalen Aufbau von Kollagen in der Haut, in quervernetzten Kollagenfasern organisiert sind, d. h., nicht resorbiert werden und kein Narbengewebe bilden.
  • Die injizierbaren Zusammensetzungen können bei verschiedenen klinischen Problemstellungen verwendet werden. Beispielsweise durch periurethrale Injektion zur Verringerung der Lumenöffnung, um Harninkontinenz zu kontrollieren und, spezifischer, bei intrinsischer Sphinkterdysfunktion. Kosmetische Anwendungen beinhalten die Verwendung der Injektion kollagenöser Suspensionen nach dem Anheben von Augenbrauen, zur Lippenvergrößerung und zur Korrektur von fazialen Defekten, Stirnfalten und. Aknenarben. Als ein weiteres Beispiel liegt bei arthritischen Gelenken häufig ein ausgeprägter Verlust und eine ausgeprägte Beschädigung der glatten Knorpelschicht vor, die aus Chondrozyten besteht, welche von einer faserigen Kollagenmatrix gestützt werden. Es liegen Beweise dafür vor, dass unter den entzündlichen Bedingungen arthritischer Gelenke Kollagenase hergestellt wird, welche die Kollagenmatrix der Knorpelschicht zerstört. Wird eine erfindungsgemäße Kolla gensuspension in das Gelenk injiziert, kann sie dazu beitragen, eine kollagenase-resistente Matrix zu bilden, um Chondrozyten zu stützten und so den Schaden zu korrigieren.
  • Ein alternatives klinisches Szenario sind Situationen, bei denen ein großer Hautbereich zu behandeln ist, beispielsweise der Handrücken oder der Nacken bei älteren Patienten, bei denen, die Haut inzwischen sehr dünn ist. Für einen solchen Zweck kann ein Mehrpunkt-Injektionssystem angewandt werden. In einem solchen System kann eine Anzahl von Kanülen kombiniert sein, welche in einem hohlen Block aus Metall- oder Kunststoffmaterial befestigt sind, dessen Einlass mittels einer Spritze, einer Messpumpe, einer peristaltischen Kolbenpumpe oder einer beliebigen anderen geeigneten Vorrichtung mit Kollagenmaterial gespeist wird.
  • Die Kollagenzusammensetzungen der Erfindung können auch zum Zweck des Unterdrückens der Narbenbildung in Operationswunden verwendet werden, wobei das gemahlene Kollagenmaterial wiederum dazu dient, unmittelbar während oder nach dem Verschluss der Wunde durch Nähte oder Verband Fragmente mit Faserstruktur in den Wundraum einzubringen. Obwohl eine solche Vorgehensweise vollkommen ungewöhnlich ist, erwies sie sich als äußerst nützlich. Die Einführung der Kollagenmaterialfragmente in neu gebildete Wunden, z. B. Einschnitte, stellt eine anatomisch "dünne" Matrix kollagenreicher Stellen für die Fibroblasten und kleine Blutgefäße dar, damit diese von den Wundrändern aus einwandern können. Dies hat grundlegenden Einfluss auf das Verhalten der Fibroblasten, da sie in einer solchen kollagenreichen Umgebung innerhalb des Wundraums keine Signale zur Bildung von Granulationsgewebe zur Synthese von überschüssigem neuen Kollagen erhalten. Mit anderen Worten wird die Narbenbildung weit gehend unterdrückt. Dieser einfache, "mechanische" Ansatz unterscheidet sich vom Stand der Technik, insbesondere von der Verwendung von monoklonalen Antikörpern, da er viel einfacher anzuwenden und viel billiger ist.
  • Verwendung von gemahlenem Kollagen durch Injektion durch feine Kanülen ist aufgrund der Art der Einführung von Kollagenmaterial in die Stelle, an der es benötigt wird, in gewissem Sinn eingeschränkt. Die Zusammensetzungen dickerer Konsistenz jedoch, die die Verwendungen eines größeren Spektrums von Fragmentgrößen des Kollagenmaterials ermöglichen, können bei einer Vielzahl von Problemstellungen verwendet werden, für die ein injizierbares Material nicht geeignet wäre. Um verlorenes Gewebe zu ersetzen und die Bildung von Narbengewebe weit gehend zu verringern, können daher bei der Behandlung größerer oder schwerer Wunden Kollagenfaserfragmente als pastenförmige Zusammensetzung in den Wundraum eingeführt werden, bevor ein geeigneter Verband oder ein Verschluss durch Nähte oder Klebeband angebracht wird. Die Zusammensetzung kann beispielsweise zur unmittelbaren Rekonstruktion nach Entfernung eines Knotens aus der Brust verwendet werden. Bei Defekten mit Hautverlust, einschließlich denen nach traumatischen Chemikalien- oder Brandverletzungen oder den durch Beingeschwüre Hervorgerufenen, kann die pastenförmige Zusammensetzung verwendet werden, um verlorene Haut durch geeignete Abdeckung und Verband zu ersetzen.
  • Die folgenden Beispiele dienen der Veranschaulichung der Erfindung:
  • Beispiel 1
  • Proben von Hautkollagen vom Schwein wurden unter sterilen Bedingungen in kleine Stücke geschnitten (1 bis 3 mm³) und durch mehrmaligen Wechsel von 100% Ethanol und wasserfreiem Aceton dehydriert. Mithilfe einer Kugelmühle wurden die getrockneten Kollagenstücke zermahlen und gesiebt, um ein feines, weißes Pulver zu erhalten. Das gesiebte, pulverförmige Kollagen wurde in steriler, phosphatgepufferter Salzlösung rehydriert, um eine Kollagensuspensionskonzentration von 60 bis 70% (Gewicht/Volumen) zu ergeben.
  • Beispiel 2
  • Kleine Stückchen von geblottetem Schweinekollagen wurden in flüssigem Stickstoff eingefroren und in einer Gefriermühle zermahlen. Die zermahlenen Kollagenfragmente wurden in steriler, phosphatgepufferter Salzlösung suspendiert, um eine Kollagensuspensionskonzentration von 60 bis 70% (Gewicht/Volumen) zu ergeben.
  • Beispiel 3
  • Um die Zell/Kollagen-Biointeraktion direkt zu untersuchen, wurde das gesiebte, pulverförmige Schweinhautkollagen in vollständigem Säugetierzellkulturmedium rehydriert, um eine Kollagensuspensionskonzentration von 70% (Gewicht/Volumen) zu ergeben und entweder mit primären menschlichen Vorhautfibroblasten oder primären Rattenhautfibroblasten ausgesät. Kollagen/Fibroblastenproben wurden in Costar (eingetragene Handelsmarke)-Vertiefungen aliquotiert und bei 37ºC, 5 bis 7% (Gewicht/Volumen) feuchtigkeitsgesättigtem CO&sub2;, inkubiert. Wie im Laufe des 21-tägigen Inkubationszeitraums untersucht wurde, proliferierten sowohl menschliche Fibroblasten als auch Rattenfibroblasten und wanderten in die Schweinekollagenfragmente ein bzw. hafteten sich an die Schweinekollagenfragmente an, die sie i dicht gepackte Klumpen oder Scheiben zusammenlagerten.
  • Beispiel 4
  • Um die in vivo-Leistung zu untersuchen, wurden Kollagensuspensionen durch eine 21-Gauge-Kanüle intrakutan seitlich dorsal in isogene PVG/Ola-Ratten injiziert (0,2 ml/Injektion). Sequenzielle Biopsien bis zu 12 Monate nach der Injektion zeigten das anhaltende, makroskopische Vorhandensein von injiziertem Kollagen als subdermal lokalisierte, weiße Scheiben ohne offensichtliche Zeichen eines Verlustes der injizierten Kollagenmasse oder von Gegenreaktionen des Empfängers. Frühe Biopsien zeigten, dass das injizierte Kollagen in situ bleibt und innerhalb von 9 Tagen vollständig mit Fibroblasten und kleinen Blutgefäßen durchdrungen ist. Darauf folgende Histologie zeigte, dass die Kollagenfaserfragmente in quer vernetzten Kollagenfasern organisiert sind, um ein Gewebe hervorzubringen, dessen Aufbau dem von normalem Hautkollagen gleicht.
  • Beispiel 5
  • Unter sterilen Bedingungen wurden Schweinehautkollagenproben, hervorgebracht gemäß dem Vorgang, der in US-A-5397353 beschrieben ist, in kleine Stücke geschnitten (1 bis 3 mm³), in flüssigem Stickstoff eingefroren und in einer Gefriermühle zermahlen. Die zermahlenen Kollagenfragmente wurden in steriler, phosphatgepufferter Salzlösung suspendiert, um eine pastenförmige Zusammensetzung mit einem Feststoffgehalt von 80% Gewicht/Volumen hervorzubringen.
  • Beispiel 6
  • In den Ohrmuscheln von PVG/Ola-Ratten wurden Taschen angelegt, die Kollagenpastenzusammensetzungen mit einem Spatel eingeführt und die Wunden mit einem Sprühverband sicher verschlossen. An den Stellen der Kollageninsertion wurden in monatlichen Abständen Biopsien zur histologischen Untersuchung entnommen. Über einen Zeitraum von 6 Monaten wurden die Kollagenimplantate, die als Hauterhebungen persistierten, in das umliegende Empfängergewebe eingebaut und es wurden keine gegenteiligen Auswirkungen festgestellt.
  • Beispiel 7
  • 1 ml der Kollagenpaste wurde durch ein "Trokar" oder eine Kanüle mit großem Durchmesser in das Dorsum von PVG/Ola- Ratten injiziert. Dieser "Weichgewebe-Füller" persistierte ohne gegenteilige Reaktionen des Empfängers über einen Zeitraum von sechs Monaten.
  • Beispiel 8
  • Im Rücken von PVG/Ola-Ratten wurden Hautinzisionswunden, die durch alle Hautschichten hindurch reichten, vorgenommen. Die Wunden wurden mithilfe einer unterbrochenen Naht geschlossen und eine Kollagenzusammensetzungssuspension wurde in die. Wunden injiziert, bis sie über der Wundfläche heraustrat. Am Tag 6, 8, 10 und 14 wurden Biopsien der Wunden für die histologische Untersuchung entnommen, die die Heilung des Einschnitts ohne sichtbares Narbengewebe bewiesen.
  • Beispiel 9
  • Die Kollagenpastenzusammensetzung, mit oder ohne vorhergehendes Aussäen mit isogenen Fibroblasten in Kultur, wurde verwendet, um Hautexzisionswunden der Größe 1 · 1 cm, die durch alle Hautschichten hindurch reichten, in PVG/Ola- Ratten zu füllen, und mit einer halbdurchlässigen Membran (Opsite - EINGETRAGENE HANDELSMARKE) als Primärverband abgedeckt. Nachfolgende Beobachtung und Histologie zeigten, dass die implantierte Kollagenzusammensetzung innerhalb von 28 Tagen von Epithel bedeckt wurde, welches von den Wundrändern aus einwanderte und als effektiver und persistierender Hautersatz wirkte.

Claims (8)

1. Implantat Zusammensetzung, welche ein biokompatibles Trägermedium umfasst, welches darin verteilt Partikel aus Kollagenmaterial, das aus einem natürlichen Gewebsmaterial gewonnen wurde, aufweist, wobei das Kollagenmaterial nichtzytotoxisch und im Wesentlichen frei von nicht-faserigen Gewebsproteinen, Glycoprofeinen, zellulären Elementen und Lipiden oder Lipidresten ist, wobei das Kollagenmaterial die ursprüngliche Faserarchitektur und molekulare Ultrastruktur des natürlichen Gewebsmaterials, aus welchem es gewonnen wurde, aufweist.
2. Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das Kollagenmaterial frei oder im Wesentlichen frei von antigenen Polysacchariden und Mucopolysacchariden ist.
3. Zusammensetzung nach Anspruch 1 oder 2, wobei das biokompatible Medium Kochsalzlösung, Dextranlösung oder Glycerol oder ein nichttoxisches antigenes viskoses Polysaccharid ist.
4. Zusammensetzung nach einem beliebigen der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Kollagenmaterial einen Anteil Elastin enthält.
5. Zusammensetzung nach einem beliebigen der Ansprüche 1 bis 4, wobei das Kollagenmaterial vernetzt ist.
6. Zusammensetzung nach einem beliebigen der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Partikelgröße der Partikel aus Kollagenmaterial innerhalb des Bereichs von 50 bis 500 Mikrometer liegt.
7. Zusammensetzung nach einem beliebigen der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Konzentration von Fest- Stoffen 10 bis 70 Gewichtsprozent beträgt und die Konsistenz der Zusammensetzung derart ist, dass sie per Injektion verabreicht werden kann.
8. Zusammensetzung nach einem beliebigen der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Zusammensetzung von einer pastenartigen Konsistenz ist.
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