DE69830516T2 - Copolyester-Gegenstand - Google Patents

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Description

  • Die Erfindung betrifft einen Gegenstand, geformt in der Schmelze aus einer Copolyesterzusammensetzung, die Monomereinheiten, abgeleitet von 2,6-Naphthalindicarbonsäure, 4,4'-Diphenyldicarbonsäure und Ethylenglykol und gegebenenfalls weniger als 50 mol-% der Gesamtmenge an Disäuren von einer oder mehreren anderen Disäuren enthält.
  • Ein solcher Gegenstand ist aus WO 93/02122 bekannt, worin hochmodule Fasern und Filme und hochfestes Monofilament offenbart werden. Für die Zwecke der Erfindung sind die zuvor genannten Gegenstände, die durch mindestens eine Dimension einer minimalen Größe, oftmals < 100 μm, gekennzeichnet sind, und die durch das Anlegen einer Kraft in eine Richtung oder Kräfte in 2 Richtungen auf die Schmelze außerhalb der fixierten Form geformt werden, durch die Definition der Gegenstände, die in der Schmelze geformt werden, nicht abgedeckt, die als Gegenstände betrachtet werden sollen, deren Größen beträchtliche Distanzen in 3 Dimensionen, zum Beispiel größer als mindestens 0,2 mm, bevorzugt mindestens 0,5 mm, noch stärker bevorzugt mindestens 2 mm abdecken. Die obere Grenze der Größen wird überwiegend durch die technischen Durchführbarkeiten der Formungsausrüstung bestimmt und kann bis zu 1 Meter reichen.
  • Beispiele für Formungstechniken zur Herstellung von Gegenständen, die in der Schmelze geformt werden, sind Spritzgießen, Rotationsformen, Extrusion, gegebenenfalls gefolgt vom Blasformen usw. In Beispiel 31 von WO 93/02122 wird ein solcher 3-dimensionaler Gegenstand durch Spritzgießen erhalten. Im Gegensatz zu den Fasern und Filmen, die in den anderen Beispielen offenbart werden, die Eigenschaften vergleichbar mit Fasern und Filmen, die aus flüssigkristallinem Polyester erhalten wurden, haben, weisen die Gegenstände aus Beispiel 31 jedoch minderwertige Eigenschaften auf. Es wird lediglich eine leicht höhere Dehngrenze, ungefähr 50 %, bezogen auf isotropes Polyethylenterephthalat, PET, erhalten; die anderen mechanischen Eigenschaften sind bezogen auf PET gleichwertig oder minderwertig. Im Gegensatz zu Fasern und Filmen ist ein Eigenschaftsmuster, vergleichbar mit flüssigkristallinem Polyester, nicht vorhanden, auch nicht in einer dünnen (0,32 mm) Testplatte. Dies ist tatsächlich zu erwarten, da keine kristallinen Flächen, die für flüssigkristalline Polyester charakteristisch sind, mit polarisiertem Licht in einer geschmolzenen Copolyesterzusammensetzung aus WO 93/02122 gezeigt werden können.
  • Die Erfinder haben jedoch überraschend erfolgreich Gegenstände, geformt in der Schmelze aus chemischen Zusammensetzungen des Copolyesters von WO 93/02122 mit mechanischen Eigenschaften, die gegenüber denen der üblichen isotropen thermoplastischen Polyester hervorragend sind und ungefähr den mechanischen Eigenschaften flüssig-kristalliner Polyestergegenstände entsprechen, erhalten.
  • Der Gegenstand, geformt in der Schmelze aus einer Copolyesterzusammensetzung enthaltend Monomereinheiten, abgeleitet aus Ethylenglykol und 2,6-Naphthalindicarbonsäure, (NDC), 4,4'-Diphenyldicarbonsäure, (BB), und gegebenenfalls weniger als 50 mol-% der Gesamtmenge an Disäuren von einer oder mehreren Disäuren gemäß der Erfindung, ist dadurch gekennzeichnet, daß die relative Viskosität des Copolyesters in dem Gegenstand, gemessen in einer Lösung aus 1 Gramm Copolyester in 125 Gramm eines Trichlorphenol/Phenol (7 : 10 Gew.-Teile) Gemisches bei 25 °C, mindestens 1,9 beträgt.
  • Ein besonderer Vorteil des Gegenstandes gemäß der Erfindung ist, daß er die schwachen Bindenahtmerkmale von Gegenständen, die aus flüssig-kristallinen Copolyestern erhalten wurden, nicht zeigt.
  • Die chemische Zusammensetzung des Copolyesters für den aus der Schmelze zu formenden Gegenstand gemäß der Erfindung wird ausführlich in WO-93/02122 beschrieben und besteht überwiegend aus Einheiten, die von Ethylenglykol, 4,4'-Bisphenyldicarbonsäure und 2,6-Naphthalindicarbonsäure abgeleitet sind. Klei ne Mengen, das heißt, weniger als 50 mol-%, an Einheiten, die aus einer oder mehreren anderen Dicarbonsäuren abgeleitet sind, zum Beispiel Terephthal- oder Isophthalsäure, oder Glykole können gegebenenfalls vorhanden sein.
  • Das Verhältnis der Mengen an Einheiten, die von Bisphenyldicarbonsäure und von Naphthalindicarbonsäure abgeleitet sind, können innerhalb weiter Bereiche variieren; bevorzugt beträgt es mindestens 1 : 3 und höchstens 4 : 1. Bei Werten unter 1 : 3 ist der Schmelzpunkt niedrig und die mechanischen Eigenschaften des Gegenstandes, geformt in der Schmelze, sind nur zu einem eingeschränkten Ausmaß verbessert; bei einem Verhältnis größer als 4 : 1 wird der Schmelzpunkt so hoch, daß ein Formen mit den üblichen Verfahrenstechniken Probleme verursacht, teilweise als ein Ergebnis beschleunigter Polymerzersetzung.
  • Vorzugsweise werden die Dicarbonsäuren so ausgewählt, daß der Schmelzpunkt der Copolyester zwischen 260 und 320 °C, am stärksten bevorzugt zwischen 270 und 315 °C liegt.
  • Der Copolyester kann unter Verwendung des Verfahrens, das in WO-93/02122 beschrieben wird, in einem 2-Schrittverfahren erhalten werden, in dem ein Präpolymer mit niedrigen Molekulargewicht in einer Polymerisation in der Schmelze bei 200 bis 240 °C, ausgehend von den Monomeren, in einer Inertgasatmosphäre und in Gegenwart eines Umesterungskatalysators gebildet wird. Nach 2 bis 3 h folgt dieser Präpolymerisation eine Polykondensationsreaktion bei einer Temperatur zwischen 220 und 290 °C, bevorzugt unter vermindertem Druck, in Gegenwart eines Polykondensationskatalysators.
  • Das erhaltene Produkt wird dann in der festen Phase bei einer Temperatur zwischen 220 und 270 °C in einer Inertgasatmosphäre oder in einem Vakuum weiter kondensiert, bis die relative Viskosität mindestens 1,9 beträgt. Da bei der Verarbeitung oftmals Kettenspaltung auftritt, muß die relative Viskosität des Copolyesters für Verarbeitungszwecke in der Praxis daher mindestens 1,9, bevorzugt ungefähr 2,0, betragen. Um eine solche relative Viskosität zu erhalten, ist eine Nachkondensationszeit von mindestens 2 Stunden bei 250 °C notwendig, was vom Endgruppengleichge wicht und den Nachkondensationsbedingungen, z. B. der Temperatur, abhängt. Im allgemeinen beträgt diese Zeit 10 bis 20 h bei 225 °C.
  • Die Copolyesterzusammensetzung, die für die Produkte und die Artikel gemäß der Erfindung verwendet werden kann, kann auch die üblichen Zusatzstoffe enthalten, zum Beispiel Füllstoffe, zum Beispiel Mineralfüllstoffe wie Kreide, Ton, Glimmer, Verstärkungsfasern, zum Beispiel Mineralfasern, zum Beispiel zwischen 5 und 50 Gew.-% Glasfasern, und Kohlefasern, Flammhemmer, zum Beispiel halogenierte organische Verbindungen, Phosphor-enthaltende Verbindungen, Stickstoffenthaltende Verbindungen und Metalloxide oder Salze, Verarbeitungshilfsmittel, zum Beispiel Formablösemittel, Stabilisatoren, um beispielsweise thermische Zersetzung und Photozersetzung zu verhindern, Substanzen, die die elektrischen Eigenschaften beeinflussen und gegebenenfalls andere Polymere, zum Beispiel Polymere, die die Stoßfestigkeit verbessern.
  • Die Gegenstände gemäß der Erfindung können insbesondere in den folgenden Bereichen verwendet werden. Elektrische und elektronische Teile für so genannte Oberflächenmontiertechniken (SMT), worin sehr hohe Temperaturen während des Zusammenbaus auszuhalten sind. Vielfachschalter, zum Beispiel SIMMS-Konnektoren, worin sehr gutes Fließverhalten zur Produktion und starke Festigkeit und dimensionale Stabilität in dem Produkt wünschenswert sind. Bei der Flugzeugkonstruktion, bei der eine starke Festigkeit bei geringem Gewicht ein wichtiger Faktor ist, aber auch Zuverlässigkeit erforderlich ist, die aufgrund der nicht vorhandenen Bindenähte den Gegenständen gemäß der Erfindung einen Hauptvorteil gegenüber Gegenständen, die unter Verwendung eines herkömmlichen flüssig-kristallinen Polyesters erzeugt worden sind, verleiht. Eine andere Anwendung ist diejenige in Lautsprecherkegeln. Die besonders gute thermooxidative Stabilität und die sehr hohe Dauernutzungstemperatur (CUT) von ungefähr 185 °C und eine hohe Formbeständigkeitstemperatur, HDT = 250 °C, machen die Gegenstände gemäß der Erfindung für die Verwendung in Autoteilen besondern geeignet.
  • Die Erfindung wird nun anhand der folgenden Beispiele weiter erläutert; jedoch ohne hierauf beschränkt zu sein.
  • Copolyester: Der Copolyester wurde auf die in WO 93102122 beschriebene Art und Weise hergestellt. Die Zusammensetzung und die Nachkondensationszeiten wurden variiert.
  • Relative Viskosität: Die relative Viskosität wurde unter Verwendung einer Lösung aus 1 Gramm Copolyester in 125 Gramm eines Trichlorphenol/Phenol (TCP : P = 7 : 10 Gew.-Teile) Gemisches bei 25 °C bestimmt. Dieses Verfahren wurde verwendet, weil die höher molekularen Copolyester mit dem Verfahren zur Bestimmung der relativen Viskosität in WO 93/02122 nicht gemessen werden konnten, weil sie sich nicht ausreichend auflösten.
  • 1 zeigt die Beziehung zwischen der Grenzviskosität, gemessen gemäß dem Verfahren aus WO 93/02122, und der relativen Viskosität gemäß dem oben angezeigten Verfahren.
  • Beispiel I
  • Der Copolyester wurde unter Verwendung eines Gemisches aus Ethylenglykol, 4,4'-Diphenyldicarbonsäure und 2,6-Naphthalindicarbonsäure als ein Ausgangsmaterial gemäß dem in WO 93/02122 beschriebenen Verfahren hergestellt.
  • Die beiden Dicarbonsäuren waren in äquimolaren Mengen vorhanden.
  • Die Nachkondensation wurde bei einem verminderten Druck von 0,3 kPa und bei 2 Temperaturniveaus, nämlich 227,5 und 250 °C, durchgeführt. Die relative Viskosität der erhaltenen Körner wurde in TCP/P nach unterschiedlichen Nachkondensationszeiten bestimmt.
  • Die Ergebnisse der Messungen werden in Tabelle 1 angezeigt. Die Copolyester 1, 2 und 3 wurden unter Verwendung von 4,4'-Diphenyldicarbonsäure von unterschiedlichen Herstellern als ein Ausgangsmaterial erhalten.
  • Die Copolyester hatten einen Schmelzpunkt zwischen 280 und 282 °C.
  • Tabelle 1: Einfluß der Nachkondensationszeit und der Temperatur auf die relative Viskosität
    Figure 00060001
  • Die Unterschiede zwischen den Copolyestern 1, 2 und 3 sind wahrscheinlich den Unterschieden beim Endgruppengleichgewicht zuzuschreiben, die durch die unterschiedlichen Herkünfte der 4,4'-Diphenyldicarbonsäure verursacht werden.
  • Beispiel II
  • Der Copolyester 4 wurde unter Verwendung von Ethylenglykol und Naphthalindicarbonsäure/Diphenyldicarbonsäure, 45/55 Molverhältnis, als ein Ausgangsmaterial, synthetisiert. Der erhaltene Copolyester wurde bei unterschiedlichen Temperaturen und unterschiedlichen Zeiten nachkondensiert. Die relative Viskosität und die Schmelzviskosität, ausgedrückt als Schmelzflußindex, MFI [g/10 min.], der unterschiedlichen Produkte wurden bei 310 °C gemäß ISO-1133 gemessen.
  • Tabelle 2: Einfluß der Temperatur und der Dauer der Nachkondensation auf die relative Viskosität und die Schmelzviskosität von Copolyester 4
    Figure 00070001
  • Beispiel III: Test der Zugfestigkeit
  • Testplatten, 80 × 40 mm, mit unterschiedlichen Dicken von 0,5 bis 4 mm (so genannte UL-Platten) wurden aus den Copolyestern der Beispiele I und II spritzgegossen. Zerreißproben (ISO 527-0,5) für Zugtests wurden aus diesen Platten gemahlen (Typ 2). Außerdem wurden Zerreißproben (ISO 527-0,5) mit unterschiedlichen Dicken zwischen 0,75 und 3 mm direkt spritzgegossen (Typ 1). Im allgemeinen wurden eine Formungstemperatur von 80 °C, eine Schmelztemperatur von 300 bis 310 °C, eine Injektionsrate von 12 bis 14 cm3/s und ein Formhaltedruck von 600 bar verwendet. Abweichende Spritzgießbedingungen werden separat erwähnt, wenn relevant.
  • Tabelle 3 zeigt die Ergebnisse der Zugtests unter Verwendung unterschiedlicher Arten von Zugprobekörper aus unterschiedlichen Materialien.
  • Tabelle 3:
  • Aus den Eigenschaften, die in dieser Tabelle gezeigt werden, ist deutlich erkennbar, daß Probekörper aus dem nachkondensierten Copolyester 4 mit mit ηrel > 2,0 wesentlich bessere Eigenschaften als die aus dem nachkondensierten Copolyester 4 mit ηrel = 1,62 und einen viel höheren MFI zeigten. Insbesondere die Zugfestigkeit von Proben aus nachkondensierten Zusammensetzungen ist höher und erreicht wie die Dehngrenze das Niveau der entsprechenden flüssig-kristallinen Polyester Vectra A950® bzw. Vectra A130® von Hoechst Celanese.
  • Die mikroskopische Überprüfung des nachkondensierten Polyesters ergibt jedoch keine Anzeichen für eine Existenz mikrokristalliner Flächen in der Schmelzphase.
  • Der Copolyester aus Beispiel 31 in WO 93/02122 in Zugprobenkörper mit einer Dicke von 3 mm zeigt eine Zugfestigkeit von 45 MPa und einen Modul von 3860 MPa, der viel niedriger ist als der des nachkondensierten Copolyesters 4 mit ηrel > 2,0.
  • Tabelle 3
    Figure 00080001
    • GF = Glasfaser
    • Vectra A130 = Vectra A 950 + 30 Gew.-% GF
  • Beispiel IV
  • Bestimmung der Biegefestigkeit der Zugprobekörper aus mehreren Copolyesterzusammensetzungen, die 30 Gew.-% Glasfaser enthalten.
  • Die Biegefestigkeit und der Biegemodul wurden mit Hilfe des Biegetests mit 3-Punktlast bestimmt. Die Ergebnisse werden in 2 gezeigt, welche die Biegezugspannung als eine Funktion der Verformung anzeigt.
    • Kurve 1: Vectra A130®;
    • Kurve 2: Copolyester 4 + 30 % Glasfaser, 15 h nachkondensiert;
    • Kurve 3: Copolyester 4 + 30 % Glasfaser, nicht nachkondensiert.
  • Die dramatische Steigerung der Biegefestigkeit der Zugprobekörper aus dem nachkondensierten Produkt mit ηrel ≈2,6, bezogen auf die aus dem niedermolekularen, ist anzumerken. Der Prpbekörper gemäß der Erfindung scheint auch einer größeren Verformung standzuhalten als der Probekörper aus dem flüssig-kristallinen Polymer. Die Probekörper gemäß der Erfindung weisen überdies eine viel glattere Oberfläche auf als diejenigen, die unter Verwendung des flüssig-kristallinen Materials erhalten wurden.
  • Beispiel V
  • Die Formbeständigkeitstemperatur, HDT-A, von Copolyester 1 nach 2 h Nachkondensation bei 250 °C wurde bestimmt, und auch die von Copolyester 1 mit 30 Glasfaser nach 12 h bei 227,5 °C (ηrel = 2,27).
  • Die HDT-A-Werte der spritzgegossenen Probekörper betrugen 250 bzw. 255 °C. Diese Werte sind überraschend hoch und unterscheiden sich nur wenig voneinander. Der HDT-A eines kommerziellen flüssig-kristallinen Polyesters Vectra A950® beträgt nur 170 bis 180 °C gemäß der Produktbroschüre und der von A130®, verstärkt mit 30 % Glasfaser, 230 °C.
  • Beispiel VI
  • So genannte Campus-Teststücke mit einer Dicke von 4 mm wurden auf zwei Arten spritzgegossen. Im ersten Verfahren wurden die Stücke mittels einer Eingießöffnung injiziert und in einem zweiten Verfahren wurden die Stücke mittels zweier Eingießöffnungen injiziert, was zur Bildung einer Bindenaht in der Mitte des Stückes führte. Die Zugfestigkeit der unterschiedlichen Arten der Stücke wurde für Glasfaser-verstärkten (30 Gew.-%) flüssig-kristallinen Polyester, (Vectra A130), einen isotropen Polyester (PET + 30 % GF) und Copolyester 1 + 30 % GF bestimmt. Die folgende Tabelle zeigt die Zugfestigkeit der Bindenaht, ausgedrückt als eine Fraktion der Zugfestigkeit der Teststücke, die mittels eines Ausgusses injiziert wurden, (ohne Bindenaht), aus den verschiedenen Zusammensetzungen.
    Flüssig-kristallin 10 bis 20 %
    PET 45 bis 50 %
    Copolyester 1 40 bis 50%
  • Beispiel VII
  • In einem anderen Experiment wurde die Izod-Kerbschlagbiegefestigkeit gemäß ISO180/1A einer Reihe von Teststücken aus Copolyester 4 bei unterschiedlichen Polymerisationsgraden gemessen (Nachkondensationszeiten: 0, 16, 42 bzw. 65 Stunden bei 240 °C). Die gemessenen Izod-Werte waren: 12,9, 24,9, 36,9 und 48,9 KJ/m2. Der wesentliche Einfluß des Polymerisationsgrades auf das mechanische Verhalten wird erneut beobachtet.
  • Beispiel VIII
  • Copolyester 1 mit 30 % Glasfaser wurde für unterschiedliche Zeiten nachkondensiert. Die relative Viskosität der nachkondensierten Körner wurde bestimmt. Als nächstes wurden Teststücke aus diesen Körnern bei einer Injektionstemperatur von etwa 320 bis 325 °C spritzgegossen. Die relative Viskosität der Teststücke wurde wieder bestimmt. Die Ergebnisse werden in der folgenden Tabelle gezeigt.
    • rel. Visk. der Körner 1,53 1,86 2,03 2,27
    • rel. Visk. der Stücke 1,65 1,77 1,91 2,16
  • Dieses Experiment zeigt, daß man im allgemeinen von Körnern mit einem höheren Molekulargewicht ausgehen muß, als man in dem Formgegenstand wünscht.
  • Beispiel IX
  • Vergleich der mechanischen Eigenschaften eines Konnektors, hergestellt aus der Schmelze einer Zusammensetzung gemäß der Erfindung, mit einem kommerziellen flüssig-kristallinen Polyester und Polybutylenterephtalat, die zur Anwendung in Konnektoren vermarktet werden.
  • Materialien:
    • Copolyester 45/55 = NDC/BB 30 % Glasfaser
    • Vectra A130®;
    • ARNITE®TV2 260SNF, 30 % Glasfaser-verstärkt
    • PBT
  • Konnektoren mit Ausmaßen, wie in 3 angegeben, wurden zum Testen auf einer Arburg 4-Spritzgußmaschine spritzgegossen.
  • Formungsbedingungen
    • Temperatureinstellung: 295 bis 305 °C
    • Schmelztemperatur: 313 °C
    • Formtemperatur: 90 °C
    • Injektionsgeschwindigkeit: 35 mm/s (mittel) oder 120 mm/s (hoch) Geschwindigkeit
    • Injektionszeit: 1,70 s (bzw. 0,42 s)
    • Kreislaufzeit: 30 s (bzw. 29 s)
    • Abstand (Abstand zwischen Pins) = 2,54 mm
    • Länge = 100 mm
    • Höhe = 8 mm
    • Breite = 9 mm
    • Bodendicke = 2,5 mm; Wanddicke = 1,0 mm
  • Die folgenden Eigenschaften sind getestet worden.
    • Formschrumpf
    • Einlegewandfestigkeit
    • Schraubenverbindungsfestigkeit (Bindenahtfestigkeit)
  • Diese Tests werden schematisch in 4 dargestellt.
  • Ergebnisse:
    Figure 00120001
  • Diese Ergebnisse zeigen, daß bei spritzgegossenen Konnektoren der Copolyester gemäß der Erfindung mechanische Eigenschaften von einem Niveau, vergleichbar mit flüssig-kristallinem Polyester und weit besser gegenüber denen von Polybutylenterephtalat, bewirkt.
  • In Löttests zeigt der Konnektor gemäß der Erfindung keine Verformung und behielt seine Pineinbaueigenschaften.
  • Beispiel X
  • In einem weiteren Experiment wurde ein Copolyester, in dem das Verhältnis NDC/BB = 60 : 40, auf dieselbe Weise wie in Beispiel I synthetisiert und Festphasennachkondensiert. Verstärkt mit 30 Gew.-% Glasfaser, betrug die Zugfestigkeit der 1,6 mm Teststücke 197 MPa, die Zugdehnung 2,6 % und die Dehngrenze 15608 MPa.
  • Es sind ebenso überaus verbesserte Eigenschaften gegenüber Glasfaserverstärktem PBT zu erkennen.

Claims (7)

  1. Gegenstand, geformt in der Schmelze aus einer Copolyesterzusammensetzung, wobei der Copolyester aus Einheiten besteht, abgeleitet von Ethylenglykol und 2,6-Naphthalindicarbonsäure, 4,4-Diphenyldicarbonsäure und gegebenenfalls weniger als 50 Mol-% der Gesamtmenge an Disäuren von einer oder mehreren anderen Disäuren, dadurch gekennzeichnet, daß die relative Viskosität des Copolyesters in dem Gegenstand, gemessen unter Verwendung einer Lösung von 1 g Copolyester in 125 Gramm eines Trichlorphenol/Phenol (7:10 Gew.-Teile) Gemisches bei 25°C, mindestens 1,9 beträgt.
  2. Gegenstand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Copolyester 2,6-Naphthalindicarbonsäure und 4,4'-Diphenyldicarbonsäure in einem derartigen Verhältnis enthält, daß der Schmelzpunkt zwischen 260 und 320°C liegt.
  3. Gegenstand nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Gegenstand ein elektrisches und elektronisches Teil für Oberflächenmontiertechniken, SMT, ist.
  4. Gegenstand nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Copolyesterzusammensetzung 5 bis 50 Gew.-% Glasfaser enthält.
  5. Copolyesterzusammensetzung, wobei der Copolyester aus Einheiten besteht, abgeleitet von Ethylenglykol und 2,6-Naphthalindicarbonsäure, 4,4'-Diphenyldicarbonsäure und gegebenenfalls weniger als 50 Mol-% der Gesamtmengen an Disäuren von einer oder mehreren anderen Disäuren, dadurch gekennzeichnet, daß die relative Viskosität des Copolyesters in dem Gegen stand, gemessen unter Verwendung einer Lösung von 1 g Copolyester in 125 g eines Trichlorphenol/Phenol (7:10 Gew.-Teile) Gemisches bei 25°C, mindestens 1,9 beträgt.
  6. Copolyesterzusammensetzung nach Anspruch 5, wobei der Copolyester 2,6-Naphthalindicarbonsäure und 4,4'-Diphenyldicarbonsäure in einem derartigen Verhältnis enthält, daß der Schmelzpunkt zwischen 260 und 320°C liegt.
  7. Verwendung einer Copolyesterzusammensetzung nach Anspruch 5 oder 6 zur Herstellung eines Formgegenstands.
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