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GEBIET DER
ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft neuartige polymere Zusammensetzungen,
die durch Copfropfen von ungepfropften Polymerblends hergestellt
werden, und betrifft schlagzäh
gemachtes Polyamid und Material, das derartige schlagzähmachende
Zusatzstoffe enthält.
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BESCHREIBUNG
DES VERWANDTEN GEBIETS
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Es
gibt einen umfassenden Stand der Technik, der sich mit der Verbesserung
der Schlagzähigkeit
von Polyamiden befasst. Siehe hierzu beispielsweise die GB-P-998
439 oder Epstein, US-P-4 174 358. Siehe auch Nylon Plastics, E.
I. Kohan (1973, S. 346).
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Die
Verbesserung der Schlagzähigkeit
von Polyamidharzen ist seit langem von Interesse gewesen, da die
Splitterfestigkeit und Beständigkeit
gegen Sprödbruch
bei Schlag von Formpressartikeln aus Polyamid für jeden Formpressartikel ein
wünschenswertes
Merkmal sind. Unter "duktil" wird verstanden,
dass Risse nicht die Neigung haben, sich von dem Aufschlagbereich
aus auszudehnen und damit ein Harz, das über eine gute Duktilität verfügt, ein
solches ist, das gegenüber
Rissausbreitung beständig
ist, die durch Schlag hervorgerufen wird. Die Duktilität eines
Artikels läßt sich
auch mit Hilfe des Kerbschlagversuches nach Izod nach dem Standard
ASTM D-256-73 messen.
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Zur
Verbesserung von Festigkeit und Duktilität ist den Polyamidharzen bisher
eine Vielzahl von Zusatzstoffen zugesetzt worden. Beispielsweise
beschreibt Epstein in der US-P-4 174 358 die Verbesserung der Schlagfestigkeit
und Duktilität
durch Zugabe eines statistischen Copolymers, das mit dem Polyamid
reagiert. Allerdings steigt die Neigung von Polyamiden, im Allgemeinen
bei Schlag in Form eines Sprödbruchs
zu brechen in dem Maße,
wie die Temperatur geringer wird. Damit ist die Verwendung von Formpressartikeln
bei Anwendungen bei niedriger Temperatur, wie beispielsweise in
Wintersportgeräten,
Autostoßstangen
und dergleichen verringert.
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Die
WO95/16750 beschreibt schlagzähmachende
Mittel für
Polyamidzusammensetzungen. Die schlagzähmachenden Mittel weisen eine
erste Komponente auf, die EPDM sein kann, das mit Carbonsäure modifiziert
ist, und weisen eine zweite Komponente auf, die ein Copolymer aus
Ethylen und einem cyclischen Olefin ist und eine Glasübergangstemperatur
von 100° bis
190°C hat.
Die Zusammensetzungen können
ferner ein Säureanhydrid
aufweisen, wie beispielsweise Maleinsäureanhydrid.
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Die
US-A-5 451 639 beschreibt Propylenpolymere und -copolymere, die
mit einem ungesättigten
Säureanhydrid
gepfropft sein können,
wie beispielsweise Maleinsäureanhydrid.
Die Polymere sind als Haftvermittler geeignet, Folien, Fasern und
Formteile.
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In
der "Research Disclosure", Februar, 1994,
Nr. 358, 2244, werden Pfropfpolymere von Maleinsäureanhydrid auf einem heterophasigen
Copolymer-Grundgerüst
beschrieben, die 40 bis 80% Ethylen/Propylen-Kautschuk enthalten,
das in einem Polypropylen, Propylen/Ethylen-Copolymer oder Propylen/Ethylen/C4-10-α-Olefin-Copolymer-Matrix
verteilt ist, und zwar zur Verwendung als schlagzähmachende
Modifikationsmittel für
Nylon.
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Die
US-A-5 346 963 offenbart allgemein das Pfropfen bestimmter Metallocen-erzeugter
und weitgehend linearer Ethylenpolymere und offenbart Blends von
diesem gepfropften Material entweder als gepfropfte und ungepfropfte
thermoplastische Polymere, einschließlich HDPE, LDPE, LLDPE, ULDPE, Polypropylen, EPDM
und einer Wirtssubstanz von anderen Polymeren. Es gibt jedoch keinerlei
Lehre über
eine Zusammensetzung oder ein Blend, die durch Copfropfen eines
Blends von Metallocen mit im Wesentlichen linearen Ethylenpolymeren
und entweder Metallocen- oder Nichtmetallocen-erzeugten Polymeren
oder Copolymeren hergestellt sind, wie beispielsweise Polyethylen.
Gelegentlich werden geringfügige
Mengen an Polyethylen als Bindemittel oder Additive in vorgepfropften
Polymeren verwendet.
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Die
vorliegende Erfindung ist eine Verbesserung gegenüber dem
in dem Epstein-Patent und den nachfolgenden Patentschriften mit
Nylon-Schlagfestmacher offenbarten Zusammensetzungen insofern, dass
sich herausgestellt hat, dass bestimmte Polyamide, wenn sie mit
bestimmten Zusammensetzungen, wie sie hierin beansprucht werden,
schlagzäh
gemacht werden, die durch Copfropfen von Blends von Copolymeren
von Ethylen mit einem oder mehreren α-Olefinen mit mindestens 4 Kohlenstoffatomen
und Polymeren hergestellt werden, über eine Neigung zum Zusammenballen
zu größeren Massen
("zusammenballende
Polymere") verfügen, wie
beispielsweise EPDM oder EPR (Metallocene oder andere) oder andere
Polymere, die mit auf dem Gebiet bekannten Pfropfmitteln zusammenballen
oder agglomerieren, Fertigerzeugnisse liefern, die aus solchen Blends
hergestellt sind, die sowohl über
Schlagfestigkeit verfügen
als auch über
andere vorteilhafte physikalische Eigenschaften. Die Anmelder sind
der Ansicht, dass die "cogepfropften" dieses Blends von
Ethylen-α-Olefin
und "zusammenballenden
Polymeren" von einem
einfachen Blend oder einer Mischung von gepfropften Ethylen-α-Olefin-
und gepfropften zusammenballenden Polymeren getrennt und verschieden
sind.
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Darüber hinaus
haben die Erfinder der vorliegenden Erfindung ein Verfahren entdeckt,
das gegenüber den
Verfahren zum Herstellen modifizierter polymerer Zusammensetzungen
und von schlagzäh
gemachten Nylonmaterialien, die derartige Zusammensetzungen enthalten,
eine wesentliche Verbesserung ist, das sich mit der Eliminierung
eines Trennmittels befasst, wie beispielsweise Polyethylen-Staub,
das bisher zur Eliminierung des Zusammenballens erforderlich war.
Insbesondere sind mit Carbonsäure
oder Anhydrid modifiziertes EPDM und EPR häufig für Polyamid verwendete Schlagfestmacher.
Allerdings werden in Folge der klebrigen Beschaffenheit von Nichtmetallocen-EPDM
oder -EPR oder beliebigem Metallocen- oder Nichtmetallocen-Polymer,
das über
amorphe oder klebrige Eigenschaften verfügt, Pellets dieser unmodifizierten
oder mit Säure oder
Anhydrid modifizierten Polymere in der Regel mit einer geringen
Menge (bis zu 10 Gew.%) eines Trennmittels überzogen, wie beispielsweise
Talkum, Ruß oder
PE-Staub, um sie rieselfähig
zu machen. Die Zugabe des Trennmittels ist in der Regel ein kostspieliger
und mühseliger
Schritt. Dieses bedeutet einen zusätzlichen Schritt im Modifizierungsprozess.
Zur Einführung
des Trennmittels ist eine zusätzlich
Anlage erforderlich. Darüber
hinaus kann die Qualität
des modifizierten Polymers leiden, was entweder darauf zurückzuführen ist,
dass zuviel oder zuwenig Trennmittel vorhanden ist. Zuwenig Trennmittel
kann zu einem Zusammenballen des Produktes führen und führt zu Schwierigkeiten bei
der Handhabung in dem Schritt zum Compoundieren des Nylons. Zuviel
Pulver kann einen schädlichen
Einfluss auf das Verhalten des Produktes als Schlagfestmacher für Nylon
ausüben.
Selbst bei Anwendung in der richtigen Menge kann sich das Trennmittel
während
des Versands absetzen, wodurch es unwirksam wird.
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Die
Erfinder der vorliegenden Erfindung haben daher eine Möglichkeit
zur Eliminierung der notwendigen Zugabe eines Trennmittels entweder
zu vormodifiziertem oder modifiziertem EPDM oder EPR oder anderen
modifziertem zusammenballendem Polymer in dem Modifizierungsprozess
gefunden, während überraschenderweise
das hervorragende Verhalten des Produktes als Schlagfestmacher für Polyamid
bewahrt bleibt.
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Wie
vorstehend diskutiert wurde, ist die Verwendung von modifiziertem
EPDM oder EPR als der schlagzähmachende
Zusatzstoff für
Polyamid gut bekannt. Siehe hierzu beispielsweise Epstein (US-P-4
174 358, 13. November 1979). Diese und die nachfolgenden bekannten
Ausführungen,
bei denen EPDM oder EPR verwendet wird, sind durch die Notwendigkeit
der Verwendung eines Trennmittels oder der Auswahl eines EPDM oder
EPR mit erhöhter
Kristallinität
gekennzeichnet, die keine Neigung zur Zusammenballung haben.
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Durch
Verwendung eines Blends eines Copolymers von Ethylen und eines oder
mehrerer α-Olefine, die mindestens
4 Kohlenstoffatome haben, und eines Copolymers mit einer Neigung
zum Zusammenballen als ein Substrat in dem verbesserten Verfahren
der vorliegenden Erfindung, wurde festgestellt, dass ein nichtzusammenballendes,
funktionelles Polymer erhalten wird. Durch geeignete Wahl der Konzentration
des Copolymers von Ethylen und einem oder mehreren α-Olefinen
mit mindestens 4 Kohlenstoffatomen, der Dichte dieser Komponente
und des Pfropfungsgrades des resultierenden Polymerblends, wie hierin
beschrieben wurde, läßt sich
das Produkt als ein Schlagfestmacher für Polyamid verwenden.
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KURZE ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft einen schlagzähmachenden Zusatzstoff, wie
er in den beigefügten Patentansprüchen festgelegt
ist, der aufweist oder im Wesentlichen besteht aus: einer mit Carbonsäure oder Säureanhydrid
modifizierten Mischung von Metallocen- oder konventionellem Ethylen-Copolymer, das über eine
Neigung zur Zusammenballung ("zusammenballendes
Polymer") verfügt und ein
Copolymer von Ethylen und einem oder mehreren α-Olefinen, die mindestens 4
Kohlenstoffatome (4-10C) ("Zusammensetzung
A") haben, wobei
die Zusammensetzung durch Modifizieren (Copfropfen) eines Blends
eines solchen "zusammenballenden
Polymers" und eines
Ethylen/α-Olefin-Copolymers
hergestellt wird. Das Verhältnis
von Ethylen-α-Olefin
zu dem "zusammenballenden
Polymer", wie beispielsweise
EPDM oder EPR, kann von etwa 10:90 bis etwa 90:10 betragen.
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Überraschend
und unerwartet liefert das vormodifizierte Blend, das anschließend mit
einem typischen Modifikationsmittel modifiziert wird, wie beispielsweise
Maleinsäureanhydrid
in typischen Mengen oder darüber
(z.B. 0,3% bis 2 Gew.%), gute Schlagfestigkeitseigenschaften und
nichtzusammenballende Eigenschaften oder nichtzusammenballende Merkmale
ohne Verlust der Schlagfestigkeit bei niedriger Temperatur. Die
Eigenschaften variieren in Abhängigkeit
von den speziellen vorgepfropften Polymeren. Insbesondere eliminiert
die Verwendung des Ethylen-α-Olefins
in dem vorgepfropften Blend die Notwendigkeit für ein Trennmittel entweder
in der Vormodifizierung oder Nachmodifizierung.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft speziell eine Zusammensetzung eines
schlagzähmachenden
Zusatzstoffes, wie sie in Anspruch 1 festgelegt wird, die ein Copolymer
von Ethylen und einem oder mehreren α-Olefinen aufweist, die mindestens
4 Kohlenstoffatome haben, wobei das Copolymer eine Dichte im Bereich von
0,930 bis 0,880 und einen Schmelzindex (MI) von 0,01 bis 50 hat,
und ein Metallocen- oder Nichtmetallocen-erzeugtes Plastomer mit
einer Neigung zum Zusammenballen mit, im Fall eines konventionellen
(Nichtmetallocen)-Polymers, einer Dichte von ≤0,88 und, im Fall eines Metallocens,
einer Dichte von ≤0,88,
das unter Erzeugung der erfindungsgemäßen Zusammensetzung cogepfropft
ist. Diese Zusammensetzung wird anschließend als eine Komponente zum
Compoundieren mit olefinischen oder nichtolefinischen Materialien
nach der Festlegung in der US-P-5 346 963 eingesetzt. Die compoundierte
Zusammensetzung wird sodann für
eine Reihe von Aufgaben genutzt, einschließlich beispielsweise das Schlagfestmachen
von Polyamid (Nylon 6 oder Nylon 6,6 oder dergleichen), wobei jedoch
auch eine Nutzung in anderen Zusammensetzungen oder Blends oder
Materialien erfolgen kann. Die Mischung ist in dem bevorzugten Fall
als ein Schlagfestmacher für
Polyamidzusammensetzungen verwendbar.
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In
einem zweiten Aspekt gewährt
die vorliegende Erfindung polymere Zusammensetzungen, die über verbesserte
Schlagzähigkeitseigenschaften
verfügen,
aufweisend:
- (1) einen polymeren schlagzähmachenden
Zusatzstoff, aufweisend gemäß der vorliegenden
Erfindung und:
- (2) ein olefinisches oder nichtolefinisches Material.
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Die
schlagzähgemachte
Zusammensetzung weist allgemein auf: (a) ein Polyamid; (b) den polymeren schlagzähmachenden
Zusatzstoff und wahlweise (c) zum Schlagzähmachen akzeptable Bindemittel,
die ausgewählt
sind aus Additiven, wie beispielsweise Stabilisiermitteln und Inhibitoren
für den
oxidativen, thermischen und UV-Abbau; Gleitmittel und Formtrennmittel;
Farbmittel, einschließlich
Farbstoffe und Pigmente, faserige und partikuläre Füllstoffe und Verstärkungsmittel,
Nukleierungsmittel, Weichmacher, usw. Der schlagzähmachende
Zusatzstoff der vorliegenden Erfindung ist als ein Schlagfestmacher
für Polyamid
oder als ein Additiv zur Erzeugung von Blends mit elastomeren oder
thermoplastischen olefinischen oder nichtolefinischen Polymeren
verwendbar. Repräsentativ
für die
nichtolefinischen Polymere sind beispielsweise Polymere einbezogen,
wie z.B. Polyester, Polyamide, Polycarbonate, Polyvinylchlorid,
Epoxide, Polyurethane und dergleichen. Die Zusammensetzungen, die
den erfindungsgemäßen schlagzähmachenden
Zusatzstoff enthalten und die thermoplastischen olefinischen oder
nichtolefinischen Polymere sind für einen großen Bereich von Endanwendungen
verwendbar oder bei Anwendungen als Vorprodukt, einschließlich Verpackungsmaterial,
technische Anwendungen und dergleichen. Bei Formpressartikeln, wie
beispielsweise für
Sicherheitsmaterialien, wird der schlagzähmachende Zusatzstoff der vorliegenden
Erfindung bevorzugt mit Polyamiden compoundiert.
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In
einer der Ausführungsformen
ist das Herstellungsverfahren zur Erzeugung des schlagzähmachenden
Zusatzstoffes der vorliegenden Erfindung gegenüber dem vorherrschenden Prozess
des Modifizierens von zusammenballenden Polymeren, wie beispielsweise
EPDM oder EPR insofern überlegen,
wenn kein Abpudern des Produktes erforderlich ist. Damit ist die
notwendige Verwendung eines fremden und kostspieligen Trennmittels
in dem Produkt eliminiert, was zu einer besseren Qualität und einem
gleichmäßigeren
Produkt führt.
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Die
vorliegende Erfindung ist auch vorzugsweise eine thermoplastische
Zusammensetzung, die ein teilkristallines Polyamid-Matrixharz aufweist
oder im Wesentlichen aus diesem besteht, wie beispielsweise Nylon
6,6 oder Nylon 6, sowie Copolymerpartikeln des schlagzähmachenden
Zusatzstoffes der vorliegenden Erfindung, die in dem Polyamid-Matrixharz
verteilt sind. Das Polyamid kann in der Zusammensetzung in einer Menge
von beispielsweise etwa 75% oder 85 Gew.% der Zusammensetzung in
dem bevorzugten Fall vorliegen. Selbstverständlich können diese Prozentangaben von
3% schlagzähmachendem
Zusatzstoff und 97% Polyamid bis zu 40% schlagzähmachenden Zusatzstoff und
60% Polyamid variieren. Das Copolymerblend verfügt über Partikel, die in dem gesamten
Polyamid weitgehend gleichförmig
verteilt sind. Es kann auch ein amorphes Polyamid verwendet werden.
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Die
copolymeren Materialien haben einen geringen Schmelzindex zwischen
etwa 0,01 und 50 dg/min bei 190°C,
2,16 kg Gewicht. Die Zusammensetzung des copolymeren Blends weist
entweder auf: (a) 10% bis 90 Gew.% des Ethylen-α-Olefins, das mindestens 4 Kohlenstoffatome
hat (z.B. Polyethylen), (b) 90% bis 10 Gew.% des zusammenballenden
Polymers, worin sowohl (a) als auch (b) mit einer olefinischen Carbonsäure oder
einem Anhydrid oder anderen Reagentien zum Pfropfen gepfropft sind,
die dem Fachmann auf dem Gebiet bekannt sind, und zwar in einer
Menge von 0,05% bis 5 Gew.% und bevorzugt 0,1% bis 3 Gew.% und am meisten
bevorzugt 0,3% bis 2 Gew.% des copolymeren Blends. Diese cogepfropften
Blends werden sodann mit dem/den Polyamiden) und anderen Bindemitteln
unter Erzeugung einer schlagzähgemachten
Zusammensetzung vereint. Die copolymeren schlagzähmachenden Materialien liegen
in der schlagzähgemachten
Zusammensetzung in einer Menge von mindestens 1 Gew.% der Zusammensetzung
vor. Die copolymeren, schlagzähmachenden
Materialien liegen in einigen Zusammensetzungen der Erfindung in
solchen Mengen vor, dass deren Gewicht, plus das Gewicht des Polyamidpolymers
100% der thermoplastischen Komponenten der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
ausmachen. Die Zusammensetzungen der Erfindung können zahlreiche Füllstoffe
enthalten, verstärkende
Inhaltsstoffe, wie beispielsweise Glasfasern, Pigmente, Stabilisiermittel,
Formtrennmittel, Antistatika und dergleichen, die insgesamt dem
Durchschnittsfachmann auf dem Gebiet bekannt sind.
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In
einem dritten Aspekt gewährt
die vorliegende Erfindung ein Erzeugnis, hergestellt aus einer Zusammensetzung,
aufweisend:
- (1) einen polymeren schlagzähmachenden
Zusatzstoff, aufweisend:
- (a) ein Copolymer von Ethylen mit einem oder mehreren α-Olefinen,
die mindestens 4 Kohlenstoffatome haben und eine Dichte von 0,930
bis 0,880 g/cm3 haben sowie einen MI von
0,01 bis 50 dg/min bei 190°C, 2,16
kg;
- (b) ein zusammenballendes Polymer, ausgewählt aus einem Copolymer von
Ethylen mit einem oder mehreren α-Olefinen,
die mindestens 3 Kohlenstoffatome haben und eine Dichte von 0,850
bis 0,880 g/cm3 haben sowie einen MI von
0,01 bis 50 dg/min bei 190°C,
2,16 kg, worin das Verhältnis
von (a) zu (b) von 10:90 bis 90:10 beträgt; sowie
- (c) 0,05% bis 5 Gew.% im Bezug auf (a) und (b) ein gepfropftes
Monomer, das kovalent an (a) und (b) gebunden ist;
- (2) ein olefinisches oder nichtolefinisches Material.
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In
einem vierten Aspekt gewährt
die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Herstellen einer polymeren
Zusammensetzung mit verbesserten Eigenschaften der Schlagzähigkeit,
umfassend:
- (a) Herstellen eines polymeren schlagzähmachenden
Zusatzstoffes nach Anspruch 1 und
- (b) Vereinen des nach Schritt (a) hergestellten polymeren schlagzähmachenden
Zusatzstoffes mit:
- (1) einem Polyamid, um unter geeigneten Reaktionsbedingungen
die polymere Zusammensetzung zu erzeugen, oder
- (2) einem anderen nichtolefinischen Material oder olefinischen
Material, um die polymere Zusammensetzung zu erzeugen.
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Bevorzugt
umfasst das Verfahren nach diesem Aspekt:
- (1)
Zuführen
sowohl des zusammenballenden Polymers als auch des Ethylen-α-Olefins
in einem Verhältnis von
10:90 Gew.% des Ethylen-α-Olefins
zu dem zusammenballenden Polymer in die Beschickungsöffnung eines
Doppelschneckenextruders bei einer Zylindertemperatur von 150° bis 400°C;
- (2) wahlweise Einführen
von radikalischem Initiator und Einführen einer olefinischen Carbonsäure oder
-Anhydrid oder Derivat davon in den Extruder, um den polymeren schlagzähmachenden
Zusatzstoff zu erzeugen;
- (3) Entfernen des Überschusses
von nicht umgesetzter olefinischer Carbonsäure oder -anhydrid und Abtrennen
des polymeren schlagzähmachenden
Zusatzstoffes; wobei Schritt (b) umfasst:
Schmelzcompoundieren
des polymeren schlagzähmachenden
Zusatzstoffes, der in Schritt (a) erzeugt wurde, mit Polyamid in
einem Extruder, Innenkneter oder Kautschukmischwalze bei einer ausreichenden
Temperatur, um das Blend unter Erzeugung der polymeren Zusammensetzung
zu schmelzen.
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Bevorzugte
Diamine sind Hexamethylendiamin. Die in der vorliegenden Erfindung
verwendbaren Polyamide schließen
Nylon 6,6 oder Nylon 6 ein.
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Verfahren
für die
Herstellung von schlagzähgemachten
Nylonblends sind in der Fachwelt bekannt. Ein geeignetes Verfahren
wurde beispielsweise offenbart in der US-P-3 884 882 von Caywood.
Die Zusammensetzungen dieser Erfindung lassen sich durch Mischen
von zuvor abgewogenen, compoundierten Mengen der Polyamide und der
cogepfropften Polymere im schmelzflüssigen Zustand unter hoher
Scherung zusammen mit wahlweisen ungepfropften Elastomeren oder
Polyethylenen herstellen. Ein solches Mischen kann in einer kommerziell
verfügbaren
Anlage erfolgen, wie beispielsweise in einem 53 mm-Doppelschneckenextruder,
der von der Werner&Pfleiderer
Corporation hergestellt wird. Ein zufriedenstellender Schneckenaufbau
für eine 1.860
mm lange Schnecke schließt
Mischelemente mit 750 mm und 1.390 mm vom Zuführungsende der Schnecke ein.
Zylinderheizvorrichtungen können
bei 260° bis
275°C eingestellt
sein. In der Nähe
des Werkzeugs kann eine Vakuumöffnung
verwendet werden. Schneckendrehzahlen von 200 bis 250 U/min und
Extrusionsraten von 120 bis 230 pph ergeben die Zusammensetzungen
dieser Erfindung. Die Stränge
werden in Wasser abgeschreckt und pelletisiert. Die Pellets werden
bis zu einem Feuchtegehalt von 0,3 Gew.% oder weniger vor der letzten
Verarbeitung getrocknet (z.B. Spritzgießen, Blasformen, Extrusion).
Die Konzentrationen für
die Inhaltsstoffe in schlagzähgemachten
Polyamiden liegen bei mindestens 3 Gew.% cogepfropftes und 97% bis
60 Gew.% Polyamid. Besonders bevorzugte Konzentrationen der Inhaltsstoffen
in den schlagzähgemachten
Produkten liegen bei 15% bis 25 Gew.% Cogepfropftes (Schlagfestmacher)
und 85% bis 75 Gew.% Polyamid.
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Unter "Zusammenballen" ist zu verstehen,
dass das vormodifizierte oder modifizierte Polymer beim Fehlen einer
ausreichenden Menge an Ethylen-α-Olefin,
das mindestens 4 Kohlenstoffatome hat (einschließlich Polyethylen(e)), eine
Neigung zum Zusammenballen oder Agglomerieren bei einem Druck von
100 gf/cm2 bei 50°C für eine Dauer von 24 Stunden
hat. Die Proben werden physikalisch auf die Merkmale des Zusammenballens
untersucht und außerdem
in Durchaufversuchen ausgewertet. In einem Durchaufversuch läßt man 250
g Harz durch einen Plastiktrichter mit Stiel (Stieldurchmesser 2
cm) laufen und zeichnet die Dauer des Durchlaufs auf. Die relative
Trockendurchlauffähigkeit
ist ein guter Hinweis dafür,
wie leicht das Harz verarbeitet werden kann.
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Die
Zusammensetzung der Erfindung kann zu hochschlagzähen Teilen
verarbeitet werden, wie beispielsweise zu Automobil-Karosserieteilen,
z.B. Stoßstangen,
Kotflügelverlängerungen
und dergleichen, und zwar mit Hilfe des Spritzgießens, Blasformens,
mit Hilfe der Extrusion und anderer ähnlicher Methoden. Die konventionelle
Fließgrenze
und Reißdehnung
lassen sich nach dem Standard ASTM D-638 ermitteln. Der Biegemodul
kann (1/4 inch-Proben) nach dem Standard ASTM D-790 bestimmt werden.
Der Kerbschlagzähigkeit nach
Izod (1/2 × 2,5 × 1/8 inch-Proben)
kann nach dem Standard ASTM D-256-73 bestimmt werden. Das typische
Reißen
der Probe kann wie folgt aufgezeichnet werden und entspricht den
Definitionen im Standard ASTM D-256-73, nämlich:
- C:
- vollständiger Bruch;
worin die Probe in 2 oder mehrere Stücke getrennt wird;
- H:
- Gelenkbruch; ein unvollständiger Bruch,
so dass eines der Teile der Probe sich nicht oberhalb der horizontalen
Linie halten kann, wenn das andere Teil vertikal gehalten wird;
- P:
- Teilbruch; ein unvollständiger Bruch,
bei dem es sich nicht um einen Gelenkbruch handelt, der sich jedoch
mindestens 90% des Abstandes zwischen dem Scheitelpunkt der Kerbe
und der gegenüberliegenden
Seite ausgedehnt hat;
- N:
- "Non-Break"; ein unvollständiger Bruch, bei dem sich
der Riss um mindestens 90% des Abstandes zwischen dem Scheitel der
Kerbe und der gegenüberliegenden
Seite ausdehnt;
- M:
- gemischte Brüche; einige
der Proben haben vollständige
Brüche
und einige der Proben haben Teilbrüche.
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Die
Werte des Kerbschlagversuchs nach Izod können in Abhängigkeit von der Temperatur
aufgetragen werden. Die Sprödbruch-Übergangstemperatur
wird als diejenige Temperatur festgelegt, bei der die Hälfte der
Proben durch Dehnungsbruch versagt und die Hälfte vollständig bricht. Die Sprödbruch-Übergangstemperatur tritt an
der steilsten Stelle der Steigung auf der Kurve der Werte für die Kerbschlagzähigkeit
nach Izod in Abhängigkeit
von der Temperatur auf.
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Die
Nylonmaterialien, die Schlagfestmacher enthalten, können trocken
nach dem Formpressen getestet werden. Die Nylonmaterialien, die
Schlagfestmacher enthalten, lassen sich nach einer beschleunigten
Prozedur bis zu einem Feuchtegehalt konditionieren, der einem Wert
von 50% relative Luftfeuchte gleichwertig ist, indem sie zuerst
in demineralisiertes Wasser bei 50°C eingetaucht und anschließend in
Luft bei 23°C
und 50% relative Luftfeuchtigkeit bis zu einer Gewichtszunahme aufbewahrt
werden, die derjenigen in einer Langzeit-Gleichgewichtsexponierung
solcher Proben in Luft bei 23°C
und 50% relative Luftfeuchtigkeit angepasst ist.
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Die
Verbesserung der Schlagfestigkeit von Polyamidharzen im Bezug auf
Splitterfestigkeit oder Sprödbruchfestigkeit
bei Schlagbelastung von Formpressartikeln aus Polyamid ist seit
langer Zeit als ein wünschenswertes
Merkmal aller Formpressartikel von Interesse gewesen. Die Bruchneigung
bei Schlagbelastung in Form eines Sprödbruches (anstelle in Form
eines Dehnungsbruches) stellt eine bedeutende Einschränkung der Brauchbarkeit
derartiger Artikel dar. Unter "duktil" werden Risse verstanden,
die sich vom Aufschlagbereich nicht ausbreiten, womit ein Harz,
das über
eine gute Duktilität
verfügt,
ein solches ist, das gegenüber
durch Schlag hervorgerufene Rissausbreitung beständig ist. Die Duktilität eines
Artikels läßt sich
mit Hilfe des Kerbschlagversuches nach Izod nach dem Standard ASTM
D-256-73 messen. Unter "elastomer" wird verstanden, dass
das Copolymer nach dem Formpressen seine ursprüngliche Form im Wesentlichen
wieder annimmt, nachdem der Druck entfernt worden ist, der die Verformung
hervorruft. Unter "olefinisch" werden endständig ungesättigte Monomere
verstanden, einschließlich
Diene und dergleichen. Unter "copolymer" wird ein Polymer verstanden,
das sich aus 2 oder mehreren verschiedenen Monomereinheiten zusammensetzt.
Das in den Tabellen und Beispielen verwendete "EPDM" steht
für ein
Copolymer, das sich zu 72% aus Ethylen, zu 24% aus Propylen und
zu 4% aus 1,4-Hexadien zusammensetzt. Es gelangt als ein Streckmittel
zum Schlagzähmachen von
Polymer zum Einsatz.
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Die
vorliegende Erfindung richtet sich alternativ auf eine polymere,
cogepfropfte Zusammensetzung, aufweisend:
- (a)
ein Elastomer mit einer Dichte von mindestens 0,88, worin das Elastomer
eine Neigung zum Zusammenballen hat; und
- (b) ein olefinisches Polymer mit einer Dichte im Bereich von
0,88 bis 0,93, worin (a) und (b) mit einem pfropfenden Monomer cogepfropft
sind, das ausgewählt
ist aus einer olefinischen Carbonsäure oder einem solchen Anhydrid,
und zwar in einem Anteil von 0,05% bis 5 Gew.%.
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Pfropfung
oder Modifikation von EPDM oder anderem Elastomer, die einer Zusammenballung
unterliegen oder dadurch gekennzeichnet sind, dass sie über Neigungen
zum Zusammenballen zusammen mit PE verfügen, führen zu einem Addukt-Blend
mit 0,05% bis 5% und bevorzugt 0,1% bis 3% und am meisten bevorzugt
0,3% bis 2% Funktionalität
Säure oder
Anhydrid oder Beides, was mit Hilfe von Infrarotlicht gemessen werden
kann (CPE 671 Spektrophotometer), und 0,05 bis 5 dg/min Schmelzindex
bei 190°C
durch eine Düse mit
einem Durchmesser von 0,0825" unter
einem Gewicht von 2,16 kg. Der Schmelzindex beträgt bevorzugt 0,1 bis 10 dg/min
und am meisten bevorzugt 0,5 bis 5 dg/min.
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Die
vorliegende Erfindung umfasst spezieller ein thermoplastisches Polyamid-Blend,
aufweisend:
- (a) 60% bis 97 Gew.% eines Polyamids;
- (b) 3% bis 40 Gew.% einer polymeren, schlagzähmachenden, cogepfropften Zusammensetzung,
die aus einem Blend eines zusammenballenden Polymers und einem Polyethylen
hergestellt wird.
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Das
thermoplastische Polyamid kann ausgewählt werden aus Nylon 6,6 oder
Nylon 6 oder Blends davon. Nylon 6,6 ist ein Polyhexamethylenadipamid,
während
Nylon 6 ein Polycaprolactam ist. Beide sind höhermolekulare Polymere, d.h.
mit einem filmbildenden Molekulargewicht.
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Die
Erfindung umfasst ferner: (a) 60% bis 97 Gew.% eines olefinischen
oder nichtolefinischen Materials und (b) 3% bis 40 Gew.% einer polymeren,
cogepfropften (Zusammensetzung A), die aus einem Blend eines zusammenballenden
Polymers und einem Polyethylen hergestellt wird.
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Die
Carboxyl- oder Carboxylat-Funktionalität wird üblicherweise hinzugefügt, indem
als Reagens zum Pfropfen eine ethylenisch ungesättigte Verbindung eingesetzt
wird, die Carboxyl- oder Carboxylat-Gruppen enthält. Die Carboxyl- oder Carboxylat-Funktionalität kann hinzugefügt werden,
indem das zusammenballende Polymer und Polyethylen-Blend mit einer
ungesättigten
Verbindung umgesetzt werden, die aus der Klasse verwendet wird,
bestehend aus alpha,beta-ethylenisch ungesättigten Dicarbonsäuren mit
4 bis 8 Kohlenstoffatomen oder Derivaten davon. Derartige Derivate
schließen
Monoester von Alkoholen mit 1 bis 29 Kohlenstoffatomen ein, Anhydride
der Dicarbonsäuren
oder die Metallsalze der Säuren
oder die Monoester der Dicarbonsäuren
mit Null% bis 100% Carbonsäure-Gruppen,
die durch Neutralisation mit basischem Metallsalz und dergleichen
dissoziiert sind. Veranschaulichend für derartige Säuren und
Derivate sind Maleinsäure,
Maleinsäureanhydrid,
Maleinsäuremonoethylester,
Metallsalze von Maleinsäuremonoethylester,
Fumarsäure,
Fumarsäuremonoethylester,
Itaconsäure,
Vinylbenzoesäure,
Vinylphthalsäure,
Metallsalz von Fumarsäuremonoethylester,
Monoester von Malein- oder Fumarsäure oder Itaconsäuren, worin
der Alkohol Methyl ist, Propyl, Isopropyl, Butyl, Isobutyl, Hexyl,
Cyclohexyl, Octyl, 2-Ethylhexyl, Decyl, Stearyl, Methoxyethyl, Ethoxyethyl,
Hydroxy oder Ethyl und dergleichen. Die Addukte können mit
Hilfe jedes Verfahrens zum Pfropfen hergestellt werden, bei dem
die ungesättigte
Säure oder
Derivate mit dem polymeren Blend (wie beispielsweise EPDM oder EPR
und PE) ohne spürbare
Erzeugung von Freien Radikalen innig gemischt werden, und bei welchem
Verfahren die Mischung gleichzeitig oder anschließend bis
zu einer Temperatur erhitzt wird, bei der eine thermische Addition
erfolgt. Ausgewählte
Temperaturen werden mindestens 225°C betragen, um eine Addukterzeugung
mit akzeptablen Geschwindigkeiten zu erhalten, und werden weniger
als etwa 450°C
betragen, um jeglichen übermäßigen Polymerabbau
zu vermeiden.
-
Die
bevorzugten Temperaturbereiche werden von dem speziellen Polymer
abhängen
und lassen sich mühelos
von dem Fachmann auf dem Gebiet ermitteln. Das Mischen der Säure oder
des Derivats und des Polymers kann durch Compoundieren in einem
Innenkneter oder Extruder oder durch Compoundieren feindisperser
trockener Verbindung mit Polymer auf einem gut belüfteten Kautschukkneter
mit gleichzeitigem oder anschließendem Erhitzen, wie beispielsweise
einer Heißpresse
oder einem Formwerkzeug. Die Säure
oder das Derivat können
mit Gruppen substituiert sein, wie beispielsweise Brom oder Chlor,
die die Pfropfreaktion nicht übermäßig stören.
-
Im
Allgemeinen wird die Erzeugung von Addukten angestrebt, die etwa
0,05% bis 5 Gew.% und bevorzugt etwa 0,1% bis 3 Gew.% des pfropfenden
Monomers eingebaut enthalten.
-
Repräsentative
zusammenballende Polymere schließen solche Metallocen oder
Nichtmetallocen/Ethylen/Propylen/Dien-Kautschuke und Ethylen/Propylen-Kautschuke
oder Polymere ein, die ausgewählt sind
aus Copolymeren von Ethylen und α-Olefinen
mit mindestens 3 Kohlenstoffatomen, die eine Dichte von weniger
als 0,88 g/cm3 haben, oder wie sie in den
Beispielen beschrieben wurden. Weitgehend lineare Metallocen-Ethylen-Copolymere
wurden in der US-P-5 346 963 beschrieben und werden hierin speziell
eingebaut unter der Voraussetzung, dass diese Polymere über die
erforderliche Dichte und/oder Neigungen zum Zusammenballen entweder
vor dem Pfropfen oder nach dem Pfropfen mit olefinischer Carbonsäure oder
Anhydridverbindungen haben. Dieses schließt speziell im Wesentlichen
lineare Ethylen/Octen-Copolymere mit einem Schmelzflussverhältnis von
I10/I2 gleich oder
größer als
6,13 und einem Mw/Mn-Verhältnis gleich
oder kleiner als das Schmelzflussverhältnis minus 4,63. Derartige
Metallocen-Polymere sind kommerziell verfügbar und werden von DuPont-Dow
unter dem Warenzeichen ENGAGE® vertrieben. Andere geeignete
zusammenballende Polymere schließen solche Metallocen-Polymere ein, die
die erforderliche Dichte und/oder zusammenballenden Merkmale haben,
allerdings mit einem Schmelzflussverhältnis I10/I2 von weniger als 6,53 und einem Mw/Mn-Verhältnis größer als
das Schmelzflussverhältnis
minus 4,63. Diese Polymere sind kommerziell unter dem Warenzeichen
EXACT® von
Exxon verfügbar.
-
Die
Polyethylene, die für
das vorgepfropfte Blend mit dem zusammenballenden Polymer geeignet sind,
werden aus Copolymeren von Ethylen mit einem oder mehreren α-Olefinen
mit mindestens 4 Kohlenstoffatomen ausgewählt, z.B. Ethylen/Buten-1-Copolymer,
Ethylen/Hexen-1-Copolymere, Ethylen/Octen-1-Copolymere, Ethylen/Buten/Octen-Terpolymer,
wobei deren Dichte zwischen 0,880 und 0,930 g/cm3 und
vorzugsweise 0,890 und 0,920 g/cm3 und am
meisten bevorzugt 0,900 und 0,910 g/cm3 liegt.
Der bevorzugte Schmelzindex (MI) liegt (bei 190°C 2,16 kg) zwischen 0,01 und
50 dg/min und mehr bevorzugt zwischen 0,1 und 10 dg/min und am meisten
bevorzugt zwischen 0,5 und 5 dg/min. Das Polyethylen kann unter
Verwendung konventioneller Ziegler-Natta-Katalysatoren oder unter
Verwendung bekannter Metallocen-Katalysatoren hergestellt werden.
-
Die
Blends aus schlagzähmachendem
Material der vorliegenden Erfindung werden durch Zumischen der Inhaltsstoffe
in den angegebenen Anteilen und ihrem Schmelzcompoundieren zu einer
innigen Mischung angesetzt. Vorzugsweise werden das Nylon 6, Nylon
6,6 und das schlagzähmachende
Polymer oder die Polymere zuerst durch Taumeln in einer Trommel
gemischt. Das Schmelzcompoundieren kann im typischen Fall bei einer
Temperatur oberhalb des Schmelzpunktes der Komponenten und unterhalb
der Zersetzungstemperatur ausgeführt
werden. Bevorzugt wird ein Temperaturbereich von etwa 260° bis 330°C.
-
Die
schlagzähmachenden
Blends sind besonders nützlich
bei Anwendungen, bei denen es auf Schlagzähigkeit bei niedrigen Temperaturen
ankommt, wie beispielsweise in Automobilstoßstangen, Sportgeräten, Sicherheitsgeräten und
dergleichen. Die Blends der vorliegenden Erfindung können auch
ein oder mehrere konventionelle Additive enthalten, wie beispielsweise
Stabilisiermittel und Inhibitoren gegen den oxidativen, thermischen
und UV-Abbau, Gleitmittel und Formtrennmittel, Farbmittel, einschließlich Farbstoffe
und Pigmente, flammhemmende Mittel, faserige und partikuläre Füllstoffe
und Verstärkungsmittel,
Weichmacher und dergleichen. Diese Additive werden üblicherweise
während
der Mischstufe zugesetzt.
-
Repräsentative
oxidative und thermische Stabilisiermittel, die in den Blends der
vorliegenden Erfindung vorhanden sein können, schließen Metallhalogenide
der Gruppe I ein, z.B. Natrium, Kalium, Lithium, mit Kupfer(I)-halogeniden,
z.B. Chlorid, Bromid, Iodid; gehinderte Phenole, Hydrochinone und
Abkömmlinge
von substituierten Vertretern solcher Gruppen und Kombinationen
davon. Repräsentative
UV-Stabilisiermittel schließen
verschiedene substituierte Resorcine ein, Salicylate, Benzotriazole,
Benzophenone und dergleichen.
-
Repräsentative
Gleitmittel und Formtrennmittel schließen Stearinsäure ein,
Stearylalkohol und Stearamide. Repräsentative organische Farbstoffe
schließen
Nigrosin ein, während
repräsentative
Pigmente Titandioxid einschließen,
Cadmiumsulfid, Cadmiumselenid, Phthalocyanine, Ultramarinblau, Carbonblack
und dergleichen.
-
Repräsentative
Füllstoffe
schließen
Carbonfasern ein, Glasfasern, amorphes Siliciumdioxid, Asbest, Calciumsilicat,
Aluminiumsilicat, Magnesiumcarbonat, Kaolin, Kreide, Quarzpulver,
Glimmer, Feldspat und dergleichen.
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Repräsentative
flammhemmende Mittel schließen
organische halogenierte Verbindungen ein, wie beispielsweise Decabromdiphenylether
und dergleichen. Es können
auch Aluminiumdistearate zugesetzt werden.
-
Wie
vorstehend diskutiert wurde, besteht die schlagzähmachende Zusammensetzung im
Wesentlichen aus einem cogepfropften Blend von Polyethylen und irgendwelchen
bekannten, zusammenballenden Polymeren, welche die Probleme des
Zusammenballens zeigen. Überraschenderweise
haben die Erfinder entdeckt, dass eine Zugabe einer ausreichenden
Menge von PE im Dichtebereich von 0,880 bis 0,930 g/cm3 zu ungepfropften
oder unmodifizierten Kautschuken, wie beispielsweise EPDM oder EPR
oder solchen von Metallocen-Polymeren, die gegenüber dem Zusammenballen anfällig sind,
gefolgt von einem Pfropfen unter Verwendung von typischen Mitteln
zum Pfropfen, die beispielsweise ausgewählt sind aus Maleinsäure oder
-anhydrid, die Notwendigkeit von Pudermaterialien (Trennmitteln)
eliminiert, die bisher bei diesen Materialien erforderlich war,
ohne dass deren Schlagzähigkeit
Eigenschaften in Polyamid-Blends, welche diese Zusammensetzung enthalten,
beeinträchtigt
werden.
-
Für die Fachwelt
erkennbare Variablen schließen
relative PE-Konzentrationsbereiche ein; Dichtebereiche des PE und
Bereiche des Pfropfungsgrades (%) des Blends. Die PE-Konzentration
(Gew.% bezogen auf das EPDM oder ein anderes Polymer) sollte ausreichend
sein, um dem Blend Merkmale des Nichtzusammenballens zu vermitteln,
während
noch ausreichend EPDM und damit gepfropftes EPDM verbleiben kann, um
dem Polyamid oder dem Material, das schlagzähgemacht werden soll, Schlagzähigkeitseigenschaften
zu vermitteln. Ein geeigneter prozentualer Gewichtsanteil von PE
ist größer als
10% und weniger als 90%, wobei dieses Blend (PE/EPDM oder PE/EPR)
beim Pfropfen mit einem geeigneten Mittel zum Pfropfen die Merkmale des
Nichtzusammenballens und die schlagzähigmachenden Merkmale hat.
-
Die
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
weisen ferner ein pfropfmodifiziertes polymeres Blend auf oder bestehen
im Wesentlichen aus diesem, das hergestellt ist aus: (a) PE in einem
prozentualen Gewichtsverhältnis
relativ zu (a) + (b) + (c) mehr als 10%; (b) EPDM oder anderem Polymer,
das für
ein Zusammenballen anfällig
ist, und (c) ein Mittel zum Pfropfen. Die Dichtebereiche und die
Bereiche des Pfropfungsgrades des PE und des PE/vorgepfropften Schlagfestmachers
variieren mit den bekannten PE-Dichten
und den bekannten prozentualen Anteilen des Schlagfestmachers an
der Pfropfung, worin die Dichten und die Pfropfungsgrade ausreichende
Schlagzähigkeitseigenschaften
vermitteln und den Einfluss des Nichtzusammenballens des PE nicht
stören.
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Für das Verhalten
eines Schlagfestmachers sollten die folgenden Variablen eingehalten
werden:
| Variable | bevorzugte
Tendenz |
| PE-Konzentration | gering |
| PE-Dichte | gering |
| Pfropfungsgrad | hoch |
-
Bei
der Wahl von Merkmalen des Nichtzusammenballens sollten die folgenden
Variablen eingehalten werden:
| PE-Konzentration | hoch |
| PE-Dichte | hoch |
| Pfropfungsgrad | kein
Einfluss |
-
Ohne
auf eine Theorie festgelegt zu sein, besteht außerdem die Möglichkeit,
dass die Fähigkeit
des PE, das EPR oder das zusammenballende Polymer zum Nichtzusammenballen
zu bringen, von der Kristallinität
des EPR oder zusammenballenden Polymers abhängt. Die vorliegende Erfindung
betrifft in einem der Aspekte vorzugsweise ein Verfahren zum Verbessern
der Merkmale des Zusammenballens von teilkristallinen, zusammenballenden
Polymeren, umfassend das Zusetzen einer nichtzusammenballenden wirksamen
Menge von Polyethylen zu dem Elastomer, gefolgt von einem Copfropfen.
-
Das
Polyamid-Matrixharz der schlagzähgemachten
Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung ist auf dem Fachgebiet
gut bekannt und umfasst solche teilkristallinen und amorphen Harze,
die eine relative Molekülmasse
von mindestens 5.000 haben und üblicherweise
als Nylons bezeichnet werden.
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Geeignete
Polyamide schließen
solche ein, die beschrieben wurden in den US-P-2 071 250, 2 071 251,
2 130 523, 2 130 948, 2 241 322, 2 312 966, 2 512 606 und 3 393
210. Das Polyamidharz kann mit Hilfe der Kondensation äquimolarer
Mengen einer gesättigten
Dicarbonsäure,
die 4 bis 12 Kohlenstoffatome enthält, mit einem Diamin hergestellt
werden, wobei das Diamin 4 bis 14 Kohlenstoffatome enthält. Es kann
ein Überschuss
an Diamin eingesetzt werden, um gegenüber den endständigen Carboxyl-Gruppen
in dem Polyamid einen Überschuss
an endständigen
Amin-Gruppen zu gewähren.
Beispiele für
Polyamide schließen
ein: Polyhexamethylenadipamid (Nylon 66), Polyhexamethylenazelamid
(Nylon 69), Polyhexamethylensebacamid (Nylon 610) und Polyhexamethylendodecanoamid
(Nylon 612), wobei das durch Ringöffnung von Lactamen erzeugte
Polyamid, d.h. Polycaprolactam, Polylaurinlactam, Poly-11-aminoundecansäure, Bis(paraaminocyclohexyl)methandodecanoamid.
-
Es
ist außerdem
möglich,
in der vorliegenden Erfindung Polyamide zu verwenden, die durch
Copolymerisation von 2 der vorgenannten Polymere oder durch Terpolymerisation
der vorgenannten Polymere und ihrer Komponenten hergestellt werden,
z.B. eine Adipinsäure/Isophthalsäure/Hexamethylendiamin-Copolymer.
Vorzugsweise sind die Polyamide linear mit einem Schmelzpunkt oberhalb
von 200°C.
Es kann bis zu 97 Gew.% der Zusammensetzung aus Polyamid bestehen,
allerdings enthalten bevorzugte Zusammensetzungen 60% bis 85 Gew.%
und im engeren Bereich 75% bis 85 Gew.% Polyamid.
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Die
schlagzähgemachte
Zusammensetzung oder das vorgefertigte Material wird mit Hilfe der
Kombination von Polymeren (a) und (b) schlagzähgemacht oder verfestigt, die
mit dem vorgenannten Mittel zum Pfropfen gepfropft wird und zusätzlich zu
dem Polyamid oder anderem Material zugesetzt wird.
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Die
Polymere koexistieren in einzelnen diskreten Partikeln mit einem
Partikelgrößenbereich
von 0,01 bis 3 μm
und bevorzugt 0,02 bis 1 μm
im Inneren der Matrix, so dass beide Polymere in der Mischung den folgenden
Kriterien genügen:
- (a) Stellen die an der Polyamid-Matrix haften;
- (b) Zugelastizitätsmodul
mit Zusatz im Bereich von etwa 6,9 kPa bis 137,9 MPa (1,0 bis 20.000
psi) und bevorzugt etwa 34,5 kPa bis 137,9 MPa (5 bis 20.000 psi),
wobei das Verhältnis
vom Zugelastizitätsmodul des
Polyamid-Matrixharzes zu dem Zugelastizitätsmodul des mindestens einen
Polymers größer ist
als 10 zu 1 und vorzugsweise größer ist
als 20 zu 1.
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Das
Polyamid ist in der Zusammensetzung die geschlossene Phase und das
Polymer übernimmt
die Funktion einer weichen, dispergierten Phase, die an der Polyamidmatrix
haftet.
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Der
Schmelzindex der cogepfropften Zusammensetzung liegt im Bereich
von 0,05 bis 50 dg/min nach Standard ASTM D-1238 bei 190°C durch einen
Düsendurchmesser
von 0,210 cm (0,0825")
und einer Last von 2.160 gf und bevorzugt 0,1 bis 10 dg/min und
am meisten bevorzugt 0,5 bis 5 dg/min. Da die Viskosität in hohem
Maße scherempfindlich
ist, sind die Zusammensetzungen der Erfindung gut geeignet für Extrusionsanwendungen.
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Aus
der vorstehenden Beschreibung geht hervor, dass eine Vielzahl von
cogepfropften Polymerblends für
das Schlagzähmachen
von Polyamiden oder für
die Verbesserung der Eigenschaften anderer olefinischer oder nichtolefinischer
Materialien wirksam sind und eine ziemlich große Zahl von Kombinationen verwendbar ist.
Es ist daher nicht überraschend,
dass die Grenzen der Wirksamkeit einiger Komponenten der Zusammensetzungen
von den anderen Komponenten abhängig
sind. Beispielsweise wird die untere Grenze der Konzentration einer
wirksamen Haftstelle, z.B. Maleinsäureanhydrid, wahrscheinlich
niedriger sein als eine weniger wirksame Haftstelle, z.B. Methacrylsäure. In ähnlicher
Weise wird das Verhältnis
zwischen den endständigen Amin-
und Carboxyl-Gruppen in einer Matrix die vergleichbare Wirksamkeit
unterschiedlicher Haftstellen des mindestens einen Polymers beeinflussen.
Polymere oder Polymermischungen in dem unteren Bereich des Zugelastizitätsmoduls
werden in der Regel wirksamer sein als solche Polymere oder Polymermischungen
in dem höheren
Bereich des Zugelastizitätsmoduls
und können
bei geringeren Konzentrationen der Haftstelle nützlich sein. Allerdings kann
mehr als eine solche Polymermischung in der schlagzähgemachten
thermoplastischen Zusammensetzung vorhanden sein.
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In
die Zusammensetzung können
in jede Stufe der Herstellung der thermoplastischen Zusammensetzung
Stabilisiermittel eingearbeitet werden. Vorzugsweise werden die
Stabilisiermittel vorzeitig einbezogen, um die Einleitung eines
Abbaus auszuschließen,
bevor die Zusammensetzung geschützt
werden kann. Derartige Stabilisiermittel müssen mit der Zusammensetzung
kompatibel sein. Die oxidativen und thermischen Stabilisiermittel,
die in den Materialien der vorliegenden Erfindung verwendbar sind,
schließen
solche ein, wie sie im Allgemeinen in Zusatzpolymeren Verwendung
finden. Diese schließen
beispielsweise bezogen auf das Gewicht der Metallhalogenide der
Gruppe I bis zu 1 Gew.% ein, z.B. Natrium-, Kalium-, Lithium- mit
Kupfer(I)-halogeniden, z.B. Chlorid, Bromid, Iodid, gehinderte Phenole,
Hydrochinone und Abkömmlinge
von substituierten Vertretern solcher Gruppen und Kombinationen
davon.
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Die
UV-Stabilisiermittel, z.B. bis zu 2,0% bezogen auf das Gewicht des
Polyamids, können
auch solche sein, wie sie allgemein in Zusatzpolymeren verwendet
werden. Beispiele für
UV-Stabilisiermittel schließen zahlreiche
substituierte Resorcine ein, Salicylate, Benzotriazole, Benzophenone
und dergleichen. Abkürzungen
für einige
der Bezeichnungen, die hierin vorgegeben sind, schließen ein:
- PE
- Polyethylen
- EPR
- Ethylen/Propylen-Kautschuk
- EPDM
- Ethylen/Propylen/Dien-Kautschuk
- mPE
- mit Metallocen katalysiertes
Polyethylen.
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Die
folgenden Beispiele beschreiben die verschiedenen cogepfropften
Blends und Zusammensetzungen, die erfindungsgemäß hergestellt wurden, und zeigen
weiter die physikalischen Eigenschaften im Zusammenhang mit der
Zusammensetzung, die in Verbindung mit dem vorteilhaften Verhalten
stehen. Diese sind als nichteinschränkend auszulegen. Zusätzlich zu
den hierin beschriebenen Zusammensetzungen betrifft die vorliegende
Erfindung ein Verfahren für
die Herstellung einer schlagzähgemachten,
mehrphasigen, thermoplastischen Zusammensetzung, welches Verfahren
in einem geschlossenen System umfasst: (a) Zumischen (1) von 60%
bis 97 Gew.% eines Polyamid-Matrixharzes mit einer zahlengemittelten
relativen Molekülmasse
von mindestens 5.000 und (2) 3% bis 40 Gew.% mindestens eines cogepfropften
polymeren Blends bei einer Temperatur im Bereich von etwa 5° bis 100°C oberhalb
des Schmelzpunktes des Polyamid-Matrixharzes; und (b) Scherbehandlung
zum Verteilen des Polymers in der Matrix.
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BEISPIELE
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Die
Beispiele in den Tabellen 1 und 2 wurden hergestellt, indem sowohl
das zusammenballende Polymer (EPDM) als auch PE gemeinsam in den
angegebenen Verhältnissen
in die Beschickungsöffnung
eines 40mm-Gleichdrall-Doppelschneckenextruders nach Berstorff mit
einer bei 280°C
eingestellten Zylindertemperatur zugeführt wurden. Anschließend wurde
das Peroxid (300 ppm) in Form eines Masterbatches und das Maleinsäureanhydrid
(1% bis 2 Gew.% bezogen auf die gesamte Polymerbeschickung) als
eine Flüssigkeit
zugegeben und in den Extruder durch eine Einspritzöffnung eingespritzt.
Nach der Reaktion wurde das nichtumgesetzte pfropfende Monomer durch
Anwenden von Vakuum an einer Lüftungsöffnung entfernt.
Das resultierende Produkt wurde unter Verwendung eines Gala-Unterwasserpelletisierers
pelletisiert und in Säcken
aufgefangen.
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Die
folgenden Tabelle zeigt die Verbesserung der Merkmale des Nichtzusammenballens
unter Einarbeitung von PE in die Beschickung:
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Die
Neigung zum Zusammenballen wurde bewertet, indem das Polymer, unter
einem Druck von 100 g/cm2 bei 50°C für eine Dauer
von 24 Stunden gebracht wurde. Der Druck ist ähnlich demjenigen, wie er bei der
unteren Lage einer 1t-Pallette von Harzen auftritt. Nach Ablauf
dieser Zeit wurde das Polymer untersucht um festzustellen, ob sich
die Pellets zusammengeballt hatten und wenn ja, ob sich die Masse
auseinanderbröckeln
ließ.
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In
dem Trockendurchlaufversuch ließ man
250 g des Harzes durch einen mit Stiel versehenen Kunststofftrichter
laufen (Durchmesser des Stiels betrug etwa 2 cm). Es wurde die Zeit
aufgezeichnet, die das Harz zum Durchlaufen benötigte. Diese Zeit ist abhängig von
der Form der Pellets, da jedoch sämtliche Proben unter ähnlichen
Bedingungen erzeugt wurden, waren ihre Formen ähnlich. Die relative Trockendurchlaufzeit
ist daher ein guter Hinweis dafür,
wie leicht sich das Harz verarbeiten läßt.
-
Die
vorgenannten Beispiele demonstrieren, dass das Vorhandensein des
PE in den Systemen dazu beiträgt,
die Neigung zum Zusammenballen der Copfropfungen auf ein Minimum
herabsetzt und deren Trockendurchlaufcharakteristik verbessert.
Bei Fehlen von jeglichem PE zeigte das Produkt ein starkes Zusammenballen
und hatte einen sehr langsamen Trockendurchlauf (Beispiel 17). Das
Vorhandensein einer geringen Menge von PE (5%, Beispiel 28) führte immer
noch zu einem Zusammenballen. Eine Zugabe von 22% oder mehr von
LLDPE (PE 2, Dichte 0,920) oder HDPE (PE 1, Dichte 0,956) machte
das Produkt nichtzusammenballend und verlieh ihm gute Trockendurchlaufeigenschaften.
Die Zugabe von jedoch bis zu 24% eines VLDPE (PE 3, Dichte 0,885)
machte das Produkt nicht nichtzusammenballend, obgleich sich die
Masse leicht auseinanderbröckeln
ließ.
Bei diesem PE mit geringerer Dichte war eine Zugabe bis zu 52% erforderlich,
um es wirklich nichtzusammenballend zu machen.
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Die
schlagzähmachenden
Eigenschaften des Polymergemisches hängen von der Dichte des PE
ab. Je höher
die Dichte des PE ist, um so geringer ist die PE-Menge, die in dem
Blend tolerierbar ist.
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Anhand
einer Untersuchung der Tabelle läßt sich
erkennen, dass PE mit geringerer Dichte bessere Ergebnisse erzeugt.
Das PE 1 lieferte eine superzähe
Schlagzähigkeit
lediglich dann, wenn es weniger als 20% der Rezeptur ausmachte.
Das PE 2 lieferte superzähe
Ergebnisse bei 23°C,
doch waren viele der Risse bei 0°C
spröd.
Das PE 3 lieferte gleichförmig
duktile Risse.
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Die
schlagzähmachenden
Eigenschaften hängen
auch von dem Pfropfungsgrad des modifizierten Polymerblends ab.
Ein höherer
Pfropfungsgrad ist dann erforderlich, wenn das PE eine höhere Dichte
hat.
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Die
folgenden Beispiele demonstrieren die Wirksamkeit der Zugabe eines
Copolymers von Ethylen/α-Olefin
mit mindestens 4 Kohlenstoffatomen (einschließlich Terpolymere) mit einer
Dichte im Bereich von 0,880 bis 0,930 g/cm3 und
einem MI-Wert (190°C,
2,16 kg) zwischen 0,01 und 50 dg/min in einem Prozentanteil von >10% zu einem mit Metallocen
erzeugten Polymer, das über
eine Neigung zum Zusammenballen verfügt. Die Ergebnisse zeigen eindeutig
die Merkmale des Nichtzusammenballens des resultierenden cogepfropften Produktes.
Die cogepfropften Zusammensetzungen sind in Polyamidzusammensetzungen
als Schlagfestmacher wirksam, worin die Copfropfung in einem Prozentanteil
von 3 bis 89% des Copfropfung/Polyamid-Blends vorhanden ist.
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BEISPIEL 29
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Es
wurden 20% Ethylen/Buten/Octen-Terpolymer (Dichte 0,91 g/cm3, 1,9 MI) und 80% Metallocen-Ethylen/Octen-Polymer
(Dichte 0,857 g/cm3, 1 MI) miteinander mit
Maleinsäureanhydrid
in einem gleichlaufenden 43mm-Doppelschneckenextruder nach Berstorff
in Gegenwart von 300 ppm Lupersol 101 bei 260°C cogepfropft. Die Copfropfung
hatte einen MA-Anteil von 0,55% und einen MI von 2,2 dg/min.
-
BEISPIEL 30
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Es
wurde die gleiche Prozedur, wie sie vorstehend in Beispiel 29 beschrieben
wurde, mit der Ausnahme angewendet, dass 40% des PE-Terpolymers
anstelle von 20% verwendet wurden. Die Copfropfung hatte einen Pfropfungsgrad
von 0,45% und einen MI von 1,7 dg/min.
-
VERGLEICHSBEISPIEL (METALLOCENE)
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Es
wurde Ethylen/Octen-Copolymer (Dichte 0,857 g/cm3,
1 MI) mit Maleinsäureanhydrid
in einem gleichlaufenden 43 mm-Doppelschneckenextruder nach Berstorff
in Gegenwart von 300 ppm Lupersol 101 bei 260°C gepfropft. Das Produkt wurde
unter Verwendung eines Unterwasserpelletisierers nach Gala pelletisiert und
in Papiersäcken
aufgenommen. Es hatte einen Einbau von Maleinsäureanhydrid von 0,59% und einen
MI von 2,4.
-
Das
Vergleichsbeispiel (Metallocen) zeigte über Nacht die Merkmale des
Zusammenballens, während Beispiel
29 und 30 dieses Zusammenballen nicht zeigten.
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BEISPIEL 31
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Es
wurde ein Blend eines Ethylen/Buten/Octen-Terpolymers (Dichte 0,910,
1,9 MI) und ein Copolymer aus Ethylen/Buten (0,863 g/cm3,
0,5 MI) in einem Gewichtsverhältnis
von 80:20 mit Maleinsäureanhydrid
in einem ähnlichen
Verfahren gepfropft wie in dem vorstehenden Beispiel 30. Das Produkt
hatte einen Pfropfungsgrad von 0,9% und einen MI-Wert von 2 dg/min
und zeigte kein Zusammenballen.
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Dieses
Beispiel demonstriert, dass selbst bei hohen Anteilen eines Ethylen/α-Olefins
mit mindestens 4 Kohlenstoffatomen Copolymer (einschließlich Terpolymere)
bei Copfropfung mit einem Metallocen-Ethylen/Octen als weitgehend
lineares Polymer mit einer Dichte von 0,863 g/cm3 und
einem MI-Wert von 2 dg/min eine nichtzusammenballende Copfropfung
liefern. Diese Copfropfung wurde sodann mit einem Polyamid compoundiert
und lieferte gute schlagzähmachende
Merkmale.
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Die
nachfolgenden Beispiele 32 bis 63 demonstrieren die Herstellung
einer nichtzusammenballenden Copfropfung, gefolgt von einer Zugabe
einer Copfropfung zu einem Polyamid unter Erzeugung einer schlagzähgemachten
Zusammensetzung.
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BEISPIEL 32
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Es
wurde eine Mischung von 47,5% NORDEL® 3681,
47,5% PE (Dichte 0,905, 0,8 MI, Attane 4403) und 5% Peroxid-Konzentrat
(5.500 ppm Lupersol 101 in einem VLDPE) mit 2% Maleinsäureanhydrid
in einem Gleichdrall-Doppelschneckenextruder bei 310°C gepfropft.
NORDEL® 3681
ist ein EPDM, das kommerziell bei DuPont/Dow Elastomers Co., Wilmington,
DE, verfügbar
ist. Attane 4403 ist ein Ethylen/Octen-Copolymer der Dow Chemical
Company mit ultraniedriger Dichte. Lupersol 101 ist ein 2,5-Dimethyl-2,5-di(tert-butylperoxy)hexan,
ein eingetragenes Warenzeichen der Elf Ato Chem. Das Produkt hat
einen MI-Wert von 0,9 dg/min bei 190°C und einen Pfropfungsgrad von
1,46%.
-
Das
beschriebene Produkt und die anderen hergestellten Copfropfungen
wurden miteinander mit Nylon 6,6 (kommerziell verfügbar bei
E. I. DuPont de Nemours and Company, Wilmington, DE als ZYTEL® 101) und
NORDEL® 3681
unter Verwendung von 7,30 kg (16,1 lbs) Polyamid, 1,78 kg (3,9 lbs)
Copfropfung und 9,1 g Aluminiumdistearat in der Schmelze compoundiert.
Während
der Operation des Compoundierens des Schlagfestmachers mit dem Polyamid
in der Schmelze wurden die Inhaltsstoffe zuerst durch Taumeln in
einer Trommel trockengemischt. Die Mischung wurde sodann durch Schmelzcompoundieren
in einem 30mm-Gleichdrall-Doppelschneckenextruder von Werner & Pfleiderer mit
einer Zylindertemperatur zwischen 230° und 260°C und einer Werkzeugtemperatur
von 290°C
compoundiert. Die Extrusion wurde mit einer Öffnung zur Luft oder unter
Vakuum ausgeführt.
Die Schneckendrehzahl betrug 360 U/min und die Extruder-Beschickungsrate
25,4 kg/h (56+ lb/h). Der resultierende Strang wurde in Wasser abgeschreckt,
zu Pellets getrennt und mit Stickstoff angeblasen, bis er abgekühlt war.
Der Feuchtegehalt in den resultierenden Pellets wurde zwischen 0,1%
und 0,2% durch Trocknen oder Zugabe von weiterem Wasser nach Erfordernis
eingestellt. Die Teststäbe
von 1,27 cm × 6,35
cm × 0,32
cm (1/2 × 2,5 × 1/8 inch)
wurden in eine Spritzgussmaschine gepresst. Die gepressten Stäbe wurden
in ihrem trockenen formgepressten Zustand unter Anwendung der Prozedur
des Kerbschlagtests nach Izod nach dem Standard ASTM D-256-73 getestet.
-
Die
folgenden Beispiele wurden wie vorstehend hergestellt und die Ergebnisse
in Tabelle 2 zusammengestellt.
-
-
-
Zusätzlich zu
den vorstehend hergestellten Beispielen wurden auch schlagzähgemachte
Polyamid-Zusammensetzungen
mit EPDM verdünnt,
um die Wirkung zu ermitteln. Tabelle 3 zeigt die relativen Anteile
der Inhaltsstoffe und die unter Anwendung des NI-Versuches nach
Standard ASTM D-256-73 resultierenden NI-Werte.
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Die
NI-Werte der resultierenden Blends sind nachfolgend zusammengestellt.
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Die
Ergebnisse zeigen, dass Werte der Kerbschlagzähigkeit nach Izod bei Raumtemperatur
und niedriger Temperatur selbst dann erhalten werden, wenn das Pfropfungsausgangsmaterial
mit EPDM verdünnt
ist. (EPDM/PE)-g-MA und PE können
als ein Schlagfestmacher-Blend auch zusammen nach dem hierin beschriebenen
Verfahren eingesetzt werden.
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Zusätzlich zu
den vorstehend beschriebenen Vorteilen verfügen die cogepfropften Polymere über verbesserte
Eigenschaften des Zertrennens in der Schmelze, über eine leichtere Verarbeitbarkeit
und verbesserte Eigenschaften des Pelletisierens.