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Überall in
dieser Patentanmeldung wird auf verschiedene Veröffentlichungen durch Autor
und Jahr innerhalb von Klammern Bezug genommen. Die vollständigen Literaturbezugsstellen
sind alphabetisch nach dem experimentellen Abschnitt aufgelistet.
Diese Veröffentlichungen
beschreiben, in ihrer Gesamtheit, den Stand der Technik, welcher
diese Erfindung angehört.
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HINTERGRUND DER ERFINDUNG:
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RETROVIREN
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Retroviren
sind Viren mit RNA als ihrem genomischen Material. Sie verwenden
Wirtszellen für
ihre Replikation durch stabiles Integrieren einer cDNA-Kopie ihrer
genomischen RNA in das Wirtszellgenom (Miller, 1992, und Brown,
1987). Das virale Genom besteht aus einer langen terminalen Wiederholungseinheit
(LTR, Long Terminal Repeat) an jedem Ende (5' und 3') der proviralen cDNA-Form des Virus.
Fortschreitend von 5' nach
3' besteht das LTR
aus U3- und U5-Sequenzen, verknüpft
durch eine kurze Sequenz, welche als R bezeichnet wird. Die Transkription
beginnt innerhalb des 5'-LTR
und endigt an einer Polyadenylierungsstelle innerhalb des 3'-LTR. Benachbart
zu den LTRs sind kurze Sequenzen, notwendig zum Primen von Positiv-
und Negativ-Strang-DNA-Synthese durch reverse Transkriptase. Splice-Donor- und -Akzeptor-Sequenzen
sind ebenfalls innerhalb des Genoms vorhanden, und diese sind an
der Herstellung von subgenomischen RNA-Spezies beteiligt. Direkt
proximal zum 5'-LTR
befindet sich eine Sequenz, die für die Einkapselung von viraler
RNA zu Virionen notwendig ist. Diese wird als die Psi-Verpackungssequenz
bezeichnet. Sie ist ein wesentliches und spezifisches Signal, welches
gewährleistet,
dass die virale RNA verpackt wird. Die Masse der viralen RNA besteht
aus den replikativen Genen gag, pol und env, welche jeweilig Kernproteine
(gag), die Enzyme Integrase, Protease und Reverse-Transkriptase
(pol) bzw. Hüllproteine
(env) codieren.
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Eine
retrovirale Infektion einer Zelle wird durch die Wechselwirkung
viraler Glycoproteine mit zellulären Rezeptoren
eingeleitet (A) (siehe 1). Im Anschluss an Adsorption
und Freisetzung aus der Hülle
bzw. Uncoating tritt die virale RNA in die Zielzelle ein und wird
durch die Wirkung von reverser Transkriptase, einem Enzym, welches
innerhalb des Virions mitgeführt
wird, in cDNA umgewandelt (B). Die cDNA nimmt eine zirkuläre Form
ein (C), wird zu doppelsträngiger
cDNA umgewandelt und wird dann durch die Wirkung von Integrase in
die genomische DNA der Wirtszelle integriert (D). Sobald sie integriert
wurde, wird provirale cDNA von dem Promotor innerhalb des 5'-LTR transkribiert
(E). Die transkribierte RNA wirkt entweder als mRNA und wird translatiert,
um die viralen Proteine herzustellen (F), oder wird als werdende
virale RNA belassen. Diese virale RNA enthält eine Psi-Verpackungssequenz,
welche wesentlich für
ihre Verpackung zu Virionen ist (G). Sobald das Virion hergestellt
ist, wird es aus der Zelle durch Knospung aus der Plasmamembran
freigesetzt (H). Im Allgemeinen verursachen Retroviren keine Lysis
der Wirtszelle; HIV ist eine Ausnahme hierfür. Die provirale cDNA bleibt
stabil in dem Wirtsgenom integriert und wird mit der Wirts-DNA repliziert,
so dass Nachkommenzellen ebenfalls das Provirus erben. Potenzielle
antivirale Mittel können
auf jeden dieser replikativen Kontrollpunkte abzielen.
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HUMANES IMMUNDEFIZIENZ-VIRUS
(HIV)
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HIV
gehört
der Klasse der Retroviren an, und seine Replikation ist wie oben
skizziert beschaffen. Der Eintritt von HIV in Zellen, einschließlich T-Lymphozyten,
Monozyten und Makrophagen, wird im Allgemeinen bewirkt durch die
Wechselwirkung des gp120-Hüllproteins
von HIV mit einem CD4-Rezeptor auf der Zielzell-Oberfläche. Die
Aminosäuresequenz
von gp120 kann in verschiedenen Patienten (oder sogar demselben Patient)
in hohem Maße
variabel sein, was eine Impfstoff-Herstellung sehr schwierig macht
(Brown, 1987, und Peterlin et al., 1988). Diese Variabilität scheint
mit dem Krankheitsfortschritt assoziiert zu sein. Die hauptsächlichen
Besonderheiten für
HIV bestehen darin, dass i) es (wie für andere Mitglieder der Gruppe
Lentivirus) eine Latenzphase besitzt, in welcher das Provirus im
Anschluss an die Integration in das Wirtszellgenom inaktiv bleiben
kann, und ii) es für
T-Lymphozyten-Zielzellen
cytopathisch ist. HIV beginnt die Replikation, nachdem Zellen, die
das Provirus beherbergen, aktiviert werden. Der Stimulus (oder Stimuli)
für die
Zellaktivierung und die begleitende virale Replikation sind noch
nicht in klarer Weise identifiziert worden (Brown, 1987, und Peterlin et
al., 1988). Wie bei allen Retroviren werden gag-, pol- und env-Genprodukte
zu strukturellen und enzymatischen Proteinen translatiert. Im Falle
von HIV gibt es zusätzliche
regulatorische Gene. Spezifisch werden tat- und rev-Genprodukte
zu regulatorischen Proteinen translatiert und wirken als transkriptionelle
Enhancer zum Induzieren hoher Spiegel an Genexpression. Nef ist
ein anderes regulatorisches Gen, welches zum Modulieren viraler
Replikationsspiegel dient (Jones, 1989, Greene, 1990, und Epstein,
1991).
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HIV-Replikation
ist am höchsten
in aktivierten und proliferierenden Zellen; eine zelluläre Aktivierung führt zu der
Bindung von nukleären
Transkriptions- und zellulären
Enhancer-Faktoren
an das HIV-LTR, was zu erhöhten
Transkriptionsspiegeln führt.
Wie bei allen Retroviren, ist die Verpackungsregion (Psi) eine auf
dem HIV-Genom vorhandene cis- wirkende
RNA-Sequenz, die für
die Einkapselung der genomischen RNA notwendig ist. Die Bildung
eines Kerns, welcher gag-Proteine, pol-Enzyme und virale RNA beinhaltet,
ist die letzte Stufe des HIV-Replikationszyklus. Dieser Kern erhält eine
Membran und verlässt
die Zelle durch Knospung über die
Zellmembran (Peterlin et al., 1988, Jones, K. A., 1989, Greene,
1990, und Epstein, 1991).
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Bis
heute ist eine Anzahl von Mitteln für die Unterdrückung der
HIV-Replikation untersucht worden. Es folgt eine Beschreibung bestimmter
Mittel, mit denen auf die replikativen Stufen, die in 1 repräsentiert
sind, abgezielt wurde.
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(A) Virale Adsorption
an die Zielzelle
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Lösliches
CD4 ist in einem Versuch eingesetzt worden, einen hohen Anteil der
viralen Rezeptoren zu besetzen, so dass das Virus nicht in der Lage
ist, an die Zellmembran zu binden. Allerdings hat sich dies bis heute
nicht als eine erfolgreiche therapeutische Strategie erwiesen (Stevenson
et al., 1992). Sulphatierte Polysaccharide haben eine Fähigkeit
aufgezeigt, HIV-Infektion zu inhibieren, möglicherweise durch Unterbrechen der
Zell-Virus-Verschmelzung
(McClure et al., 1992). Antikörper
gegen HIV selbst, die Wirtszellrezeptoren oder HIV-Hüllendeterminanten
sowie CD4-konjugiertes Exotoxin (Stevenson et al., 1992) sind andere
mögliche
Verfahren zur Unterbrechung des viralen Eintritts in eine Zelle.
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(B) Herstellung von cDNA
durch Reverse Transkriptase
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Chemikalien,
wie Azidothymidintriphosphat (AZT) inhibieren festgestelltermaßen Reverse
Transkriptase in vitro. AZT wird derzeitig sowohl routinemäßig an AIDS-Patienten
als auch dann, wenn sie Knochenmarktransplantationen empfangen,
verabreicht, Letzteres in einem Bestreben, das normale Mark vor
zurückbleibendem
HIV zu schützen
(Miller, 1992).
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(C) Translokation der
cDNA aus dem Cytoplasma in den Zellkern
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Es
kann möglich
sein, die cDNA-Translokation durch Zellkernporen oder Zellkerntransport
selbst zu unterbrechen, aber dies hat sich noch nicht als erfolgreich
herausgestellt.
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(D) Integration der cDNA
in das Wirtsgenom
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Es
kann ebenfalls möglich
sein, die Integration der proviralen cDNA in das Wirtszellgenom
zu blockieren (Stevenson et al., 1992). Bis heute gibt es keine
Kandidaten-Verbindungen, welche sich als effektiv erwiesen haben.
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(E) Provirale Transkription
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5,6-Dichlor-1-beta-D-ribofuranosyl-benzimidazol
stört bekannterweise
die transkriptionelle Elongation (Stevenson et al., 1992). Sinn-TAR-Analoge
können
ebenfalls die Transkription beeinflussen durch Bindung des tat-Proteins,
wodurch dessen Fähigkeit,
HIV zu aktivieren, inhibiert wird (Miller, 1992, und Sullenger et
al., 1990).
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(F) Translation von HIV-mRNA
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Antisinn-RNA
kann, durch Bindung an virale RNA, virale Replikation inhibieren
(Sczakiel et al., 1992). Bindung an mRNA kann dazu dienen, Translation
zu inhibieren; Bindung an die werdende virale RNA kann ebenfalls
zum Inhibieren einer produktiven Verpackung von RNA zu Virionen
wirken.
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(G) Virale Verpackung
und Produktion von reifen Virionen
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Protease
induziert eine spezifische Spaltung des HIV-Polyproteins. Diese
Aktivität
ist wesentlich für die
Herstellung reifer, infektiöser
Virionen. Von mehreren Verbindungen, wie α,α-Difluorketonen, ist festgestellt worden,
HIV-Protease zu inhibieren, und sie haben einen gewissen Grad an
antiviraler Aktivität
in Gewebekultur aufgezeigt. Allerdings haben die meisten Protease-Inhibitoren
eine kurze Serum-Halbwertszeit, rasche Klärung durch Galle und geringe
orale Verfügbarkeit
aufgezeigt (Debouck, 1992).
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RIBOZYME
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Ribozyme
sind enzymatische RNAs, welche RNA spalten und einen 'Turnover' aufzeigen. In einigen Klassen
von Ribozymen können
sie, durch die Zufügung
von komplementären
Sequenzarmen, dazu in die Lage versetzt werden, mit einer spezifischen
Ziel-RNA zu paaren und eine Spaltung an spezifischen Stellen entlang
des Phosphodiester-Grundgerüsts
von RNA zu induzieren (Haseloff et al., 1988; Rossi et al., 1992; Hampel,
1990; Ojwang, 1992). Das Hammerkopf-Ribozym ist klein, einfach und
besitzt eine Fähigkeit,
die ortsspezifische Spaltung aufrecht zu erhalten, wenn es in eine
Vielzahl von flankierenden Sequenzmotiven eingebunden wird (Haseloff
et al., 1988, Rossi et al., 1992). Diese Merkmale machen es besonders
gut geeignet für eine
Genunterdrückung.
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RIBOZYME GEGEN DAS TAT-GEN
VON HIV
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Ribozyme,
welche gegen Stellen im tat-Gen von HIV-1 gerichtet sind, wurden
in der Literatur berichtet, spezifisch gegen die Stelle 1 (Crisell
et al., 1993) und die Stelle 3 (Lo et al., 1992), wie veranschaulicht
in der 13.
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Ein
Mehrfachribozym-Expressionsvektor, welcher unter anderem auf das
tat-Gen von HIV-1 abzielt, wird ebenfalls in Ohkawa et al. (1993)
offenbart. Allerdings weist keine dieser Veröffentlichungen nach, dass die
spezifische Zielstelle an Nukleotid 5849 des tat-Gens von HIV-1
vorteilhafte Eigenschaften an Ribozyme, welche auf diese Stelle
abzielen, vermittelt.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG:
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Diese
Erfindung richtet sich auf eine Oligonukleotid-Verbindung, welche
ein Ribozym umfasst, das auf die GUA-Zielstelle an Nukleotid 5849
des HIV-1-Isolats SF-2 oder eine entsprechende Zielstelle von anderen HIV-1-Isolaten
abzielt, wobei es sich bei der Verbindung entweder handelt um:
- – ein
Einzel-Ribozym, oder
- – ein
Mehrfach-Ribozym, das auf verschiedene Stellen innerhalb von tat
abzielt.
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Diese
Erfindung offenbart des Weiteren eine synthetische, nicht natürlich vorkommende
Oligonukleotid-Verbindung, welche Nukleotide, deren Sequenz eine
konservierte katalytische Region definieren, und Nukleotide, deren
Sequenz in der Lage ist, mit einer vorbestimmten Zielsequenz innerhalb
einer Verpackungssequenz eines RNA-Virus zu hybridisieren, umfasst.
Vorzugsweise handelt es sich bei der viralen Verpackungssequenz
um eine Retrovirus-Verpackungssequenz
und in einer Ausführungsform
um die Psi-Verpackungssequenz von HIV-1. Bei dem RNA-Virus kann
es sich um HIV-1, Felines Leukämie-Virus,
Felines Immundefizienz-Virus oder eines der Viren, welche in Tabelle
6 aufgelistet sind, handeln. Die konservierte katalytische Region
kann aus einem Hammerkopf-Ribozym, einem Haarnadel-Ribozym, einem Hepatitis-Delta-Ribozym,
einem RNAse-P-Ribozym, einem Gruppe-I-Intron, einem Gruppe-II-Intron
abgeleitet sein. Die Erfindung offenbart auch Mehrfach-Ribozyme
und Kombinationen von Ribozymen und Antisinn, welche gegen das RNA-Virus zielgerichtet
sind, und solche Kombinationen, welche ferner PolyTAR-, RRE- oder
TAR-Köder
einschließen. Vektoren
oder Ribozyme mit oder ohne Antisinn und PolyTAR-, RRE- oder TAR-Köder werden
ebenfalls beschrieben. Ferner werden Verfahren zur Anwendung ex
vivo beschrieben.
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KURZE BESCHREIBUNG DER
FIGUREN
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1.
Replikationszyklus eines typischen Retrovirus.
- (A)
Das Virus bindet an Zelloberflächenrezeptoren
auf der Zielzelle, und die genomische RNA tritt im Anschluss an
Verschmelzung und Freisetzung aus der Virenhülle in die Zielzelle ein.
- (B) Eine reverse Transkription findet statt, welche zur Umwandlung
von viraler RNA zu cDNA führt.
- (C) cDNA tritt in den Zellkern ein und wird in eine zirkuläre Form
umgewandelt.
- (D) Die cDNA wird dann in das Wirtszellgenom integriert.
- (E) Transkription des Provirus zur Herstellung von viraler RNA
und mRNA.
- (F) Die Translation produziert virale Proteine.
- (G) Der virale Kern wird aus den viral codierten Proteinen gebildet,
und virale RNA wird verpackt.
- (H) Der Kern erhält
eine Membran und verlässt
die Zelle durch Knospung durch die Zellmembran.
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2.
Ribozym-Zielstellen innerhalb der Psi-Verpackungsregion von Mo-MLV.
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Die
Mo-MLV 5'-Region
repräsentiert
ein BalI/BalI-Fragment (nt 212 bis nt 747) von pMLV-1 (definiert im
Text). Pfeile gegen die Ribozym-Zielstellen an, welche alle GUC-Reste
waren.
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3.
Genom von Moloney-Maus-Leukämie-Virus
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Das
Genom von MoMLV besteht aus den replikativen Genen gag, pol und
env und den 5'- und 3'-gelegenen langen
terminalen Wiederholungseinheiten (LTRs). Die Psi-Verpackungsstelle
ist für
eine Verpackung der viralen RNA in das Virion notwendig.
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4.
Anti-Mo-MLV- und Anti-HIV-Verpackungsstellen-Konstrukte.
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Die
standardmäßigen Expressionskonstrukte
basierten auf pSV2neo und bestanden aus dem SV40-Promotor stromaufwärts des
neor-Gens, wobei eines der entworfenen Ribozyme
oder eine zur Psi-Verpackungssequenz komplementäre Antisinn-Sequenz (Anti-Psi)
in die Sma-I-Stelle
von neor inseriert war.
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5.
Abzielen auf die HIV-Verpackungsstelle
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Die
Figur zeigt eine vereinfachte Ansicht des HIV-Genoms, wobei mit
dem Ribozym 9 auf eine Sequenz innerhalb der Psi-Verpackungsstelle
abgezielt wird.
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6.
In vitro-Spaltung von in vitro erzeugter Mo-MLV-Verpackungsregion-RNA
durch Ribozyme.
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Spur
1 ist pBR322-Marker-DNA, welche mit HinfI verdaut wurde. Spur 2
ist das ungefähr
550 kb große Substrat.
Die Spuren 3, 5, 7 und 9 waren das in vitro erzeugte Rz243, Rz274,
Rz366 und Rz-M7 allein. Die folgenden Ribozyme wurden zu Zielsubstrat-RNA
zugegeben: Spur 4 Rz243; Spur 6 Rz274; Spur 8 Rz366; Spur 10 Rz-M7.
Die Spaltungsreaktionen wurden 30 Minuten lang bei 37°C in 10 mM
MgCl2, 50 mM Tris.Cl, pH 7,5, ausgeführt, nachdem
die Proben bei 80°C
2 Minuten lang in 10 mM Tris.Cl, pH 7,5, erwärmt worden waren.
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7.
Southern-Hybridisierung von DNA aus den mit Ribozym- oder Antisinn-Konstrukt
transfizierten Zelllinien.
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Genomische
DNA (10 μg)
aus 3T3-Mo-MLV-Zellen, welche mit den verschiedenen Konstrukten
transfiziert wurden: Spur 1, pSV243; Spur 2, pSV274; Spur 3, pSV366;
Spur 4, pSV-M7; Spur 5, pSVAs-Psi; und Spur 6, pSV2neo-Vektor allein,
wurden mit HindIII/NruI verdaut, auf einem 0,6%igen Agarose-Gel
aufgetrennt, auf Nitrozellulosefilter geblottet und mit der 32P-markierten neor-Gensonde
hybridisiert. Pfeilspitzen geben die vorhergesagte Größe des neor-Gens allein (1,34 kb) und des neor-Gens plus den Einzel-Ribozymen (1,38 kb), plus
einem Mehrfach-Rz (1,98 kb) oder plus Antisinn (1,89 kb) an.
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8.
RNase-Protektions-Analyse zur Untersuchung der Expression von Ribozym/-Antisinn-Konstrukten.
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20 μg Gesamt-RNA
aus einer Reihe von transfizierten Zellen wurde hinsichtlich der
Expression der Ribozyme oder Antisinn-Konstrukte unter Verwendung
von 32P-markierten Ribosonden analysiert.
Spur 1: Größenmarker,
endmarkierte DNA-Fragmente von pBR322, verdaut mit HinfI; Spur 2:
Ribosonde von RzM7, hybridisiert mit Hefe-RNA und verdaut mit RNase;
Spur 3: Ribosonde von RzM7, hybridisiert mit Hefe-RNA, ohne anschließenden RNase-Verdau;
Spuren 4-8, Ribosonden von Rz243, Rz274, Rz366, RzM7 und As-Psi,
hybridisiert mit RNA aus Zellen, welche jeweilig transfiziert waren
mit pSV243, pSV274, pSV366, pSV-M7 und pSVAs-Psi, und verdaut mit
RNase; Spuren 9-13: Ribosonden von RzM7, Rz243, Rz274, Rz366 und
As-Psi allein. Ein Klon für
jedes Konstrukt, welcher die beste Unterdrückung der Mo-MLV-Replikation
zeigte, wurde in dem Assay verwendet.
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9.
Autoradiographie eines Dot-Blots von viraler RNA, abgeleitet aus
verschiedenen Mo-MLV-erzeugenden
3T3-Zellen.
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Virale
RNA-Präparationen
bei den Verdünnungen
1:1, 1:5 und 1:10 wurden sondiert mit einer 32P-markierten,
komplementär
zur Mo-MLV-Psi-Verpackungsregion, wie früher beschrieben. Spur 1: Hefe-RNA;
Spuren 2-7: RNA aus Überständen von
3T3-Mo-MLV-Zellen,
welche transfiziert worden waren mit pSV243, pSV274, pSV366, pSV-M7,
pSVAs-Psi und pSV2neo.
Es kann ersehen werden, dass virale RNA-Spiegel durch die Ribozyme,
welche zur Spaltung von RNA-Zielmolekülen in vitro wirksam sind,
und durch den Antisinn gesenkt werden.
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10.
p24-Spiegel in einem Langzeit-Assay
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Die
Histogramm-Grafik zeigt Daten für
die HIV-Replikation, wie gemessen durch die p24-Spiegel an den Tagen 8, 13 und 22 für Ribozym
9 (Rz-9), das Ribozym-Konstrukt, welches auf die HIV-Verpackungsstelle zielgerichtet
war. Vektor ist das Kontrollkonstrukt. Rz-2 und Rz-M sind zwei Ribozym-Konstrukte,
die auf das tat-Gen von HIV abzielen. Rz-M ist ein Mehrfach-Ribozym,
welches mehrere Ribozyme enthält,
die gegen verschiedene Stellen innerhalb von tat zielgerichtet sind.
Dies schließt
die Stelle ein, welche von Rz-2 angezielt wird.
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11.
Die Anti-HIV-1-tat-Ribozyme wurden gemäß den Sequenzdaten des HIV-1-Isolats
SF2 aus Genebank (LOCUS: HIVSF2CG) entworfen. Zielstellen sind GUC
(Rz 1), GUA (Rz 2), GUC (Rz 3) und CUC (Rz 4).
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12.
Konservierte tat-Sequenz
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13.
Vergleich von verschiedenen tat-Zielsequenzen
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14.
Transfizierte klonale T-Zelllinien (Sup T1), welche Protektion bei
Rz2 zeigen (a, d, f). Klonale Zelllinien, enthaltend Vektor (pSV2
neo, neo-a) und statistische Kontrollen (Ran a, b, c, d, e, f).
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15A-15C Schematische Wiedergabe
der retroviralen Vektorkonstrukte und ihrer anschließenden Expression
(nicht maßstabsgerecht
dargestellt). 15A: Ribozymkonstrukt RRz2; 15B: Antisinn-Konstrukt
RASH5; 15C: Polymeres-TAR-Konstrukt R20TAR. Die retroviralen Stammformvektoren
sind in Klammern angegeben. Siehe Text für Einzelheiten.
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16A-16C Expression der retroviralen
Konstrukte in den transduzierten PBLs. Die Expression von Ribozym
(16A), Antisinn (16B)
und 20TAR-RNA (16C) wurde mittels Northern-Analyse
unter Verwendung der entsprechenden 32P-markierten
Sonden untersucht. Siehe Text für
Einzelheiten.
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17A-17C Inhibition von HIV-1-IIIB-Replikation
in transduzierten PBLs. Die transduzierten und selektierten PBLs
wurden herausgefordert und geassayt, wie beschrieben in Material
und Methoden. Die Daten sind als die Mittelwerte aus fünf Spendern
(17A, Ribozymkonstrukte, und 17B, Antisinn-Konstrukte) und zwei Spendern (17C, Polymeres-TAR-Konstrukte) aufgetragen.
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18A-18C Resistenz von transduzierten
PBLs gegenüber
Infektion durch ein klinisches Isolat 82H. Die PBLs wurden mit dem
Ribozymkonstrukt (18A), Antisinn-Konstrukt (18B) und dem Polymeres-TAR-Konstrukt (18C) transduziert und mit 82H infiziert, wie es
in Materialien und Methoden beschrieben ist. Die aufgetragenen Daten
sind die Mittelwerte aus zwei Spendern.
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19 Proliferationsassays
an den transduzierten PBLs. Die Daten sind als Mittelwert ± Standardabweichung
(n = 3) gezeigt. Nur PBL: untransduzierte PBLs; LXSN, R-20TAR, LNHL,
RASH-5, LNL6 und RRz2: transduzierte PBLs mit den entsprechenden
Retroviren.
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20 Die
CEM-T4 T-Lymphozyten-Zelllinie wird mit Virus transduziert und einer
G418-Selektion unterzogen.
Die vereinigte Population enthält
Zellen mit statistischen Integranten und variablen Konstrukt-Expressionsspiegeln,
welche dann mit HIV-1 herausgefordert werden.
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21A-21B RzM ist ein gegen tat gerichtetes
Mehrfach-Ribozym, und RRzpsi/M ist ein gemeinsames gegen die Verpackung
gerichtetes Ribozym/Mehrfach-Ribozym gegen tat.
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AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG:
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Die
vorliegende Erfindung offenbart eine synthetische nicht-natürlich vorkommende
Oligonukleotid-Verbindung, welche Nukleotide, deren Sequenz eine
konservierte katalytische Region definiert, und Nukleotide, deren
Sequenz in der Lage zum Hybridisieren mit einer vorbestimmten Zielsequenz
innerhalb einer Verpackungssequenz eines RNA-Virus ist, umfasst.
Vorzugsweise ist die virale Verpackungssequenz eine Retrovirus-Verpackungssequenz,
zum Beispiel ist die Verpackungssequenz die Psi-Verpackungssequenz
von HIV-1.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
handelt es sich bei dem RNA-Virus um ein Felines Leukämie-Virus.
In einer anderen Ausführungsform
ist das RNA-Virus ein Felines Immundefizienzvirus.
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Eine
bevorzugte Verbindung hat die Struktur:
worin jedes X ein Nukleotid
repräsentiert,
welches gleich oder verschieden ist und an seinem/seiner Zucker, Phosphat
oder Base modifiziert oder substituiert sein kann;
worin jedes
von A, C, U und G für
ein Ribonukleotid steht, welches an seinem/seiner Zucker, Phosphat
oder Base unmodifiziert oder modifiziert oder substituiert sein
kann;
worin 3' AAG....AGUCX
5' die konservierte
katalytische Region definiert;
worin jedes von (X)
nA
und (X)
n' die
Nukleotide definiert, deren Sequenz in der Lage zum Hybridisieren
mit der vorbestimmten Zielsequenz innerhalb der Verpackungssequenz
des RNA-Virus ist;
worin jedes * eine Basenpaarung zwischen
den Nukleotiden repräsentiert,
welche auf jeder Seite davon liegen;
worin jede durchgezogene
Linie eine chemische Verknüpfung
repräsentiert,
die kovalente Bindungen zwischen den Nukleotiden bereitstellt, welche
auf jeder Seite davon liegen; wobei jede der gestrichelten Linien unabhängig entweder
eine chemische Verknüpfung,
bereitstellend kovalente Bindungen zwischen den Nukleotiden, welche
auf jeder Seite davon liegen, oder die Abwesenheit von jedweder
solchen chemischen Verknüpfung
repräsentiert;
worin
a für eine
ganze Zahl steht, welche eine Anzahl an Nukleotiden definiert, mit
der Maßgabe,
dass a 0 oder 1 sein kann und falls 0, das A, welches 5' zu (X)
a liegt,
an das X gebunden ist, welches 3' zu
(X)
a liegt;
worin jedes von m und m' für eine ganze
Zahl steht, welcher größer oder
gleich 1 ist; worin (X)
b ein Oligonukleotid
repräsentiert
und b für
eine ganze Zahl steht, welche größer oder
gleich 2 ist.
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Eine
andere bevorzugte Verbindung der Erfindung hat die Struktur:
worin jedes X gleich oder
verschieden ist und ein Ribonukleotid oder ein Desoxyribonukleotid
repräsentiert, welches
an seinem seiner Zucker, Phosphat oder Base modifiziert oder substituiert
sein kann;
worin jedes von A, C, U und G ein Ribonukleotid
repräsentieren,
welches an seinem/seiner Zucker, Phosphat oder Base unmodifiziert
oder modifiziert oder substituiert sein kann;
worin 3' AAG....AGUCX 5' die konservierte
katalytische Region definiert;
worin jedes von (X)
nA
und (X)
n' die
Nukleotide definiert, deren Sequenz zur Hybridisierung mit der vorbestimmten
Zielsequenz innerhalb der Verpackungssequenz eines RNA-Virus in
der Lage ist;
worin jede durchgezogene Linie eine chemische
Verknüpfung
repräsentiert,
bereitstellend kovalente Bindungen zwischen den Nukleotiden, welche
auf jeder Seite davon liegen;
wobei m für eine ganze Zahl von 2 bis
20 steht; und
worin keine der Nukleotide (X)
m an
irgendein anderes Nukleotid innerhalb der Verbindung Watson-Crick-basengepaart
sind.
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Eine
andere bevorzugte Verbindung der Erfindung besitzt die Struktur:
worin
jedes X gleich oder verschieden ist und für ein Ribonukleotid oder ein
Desoxyribonukleotid steht, welches an seinem/seiner Zucker, Phosphat
oder Base modifiziert oder substituiert sein kann;
worin jedes
von A, C, U und G ein Ribonukleotid repräsentiert, welches an seinem/seiner
Zucker, Phosphat oder Base unmodifiziert oder modifiziert oder substituiert
sein kann;
worin 3' (X)
P4....(X)
P1 5' die konservierte
katalytische Region definiert;
worin jedes von (X)
F4 und
(X)
F3 die Nukleotide definiert, deren Sequenz
zum Hybridisieren mit der vorbestimmten Zielsequenz innerhalb der
Verpackungssequenz eines RNA-Virus in der Lage ist;
worin jede
durchgezogene Linie eine chemische Verknüpfung repräsentiert, welche kovalente
Bindungen zwischen den Nukleotiden, die auf jeder Seite davon liegen,
bereitstellt;
wobei F3 für
eine ganze Zahl steht, welche die Anzahl von Nukleotiden in dem
Oligonukleotid definiert, mit der Maßgabe, dass F3 größer oder
gleich 3 ist;
worin F4 für
eine ganze Zahl steht, welche die Anzahl von Nukleotiden in dem
Oligonukleotid definiert, mit der Maßgabe, dass F4 sich auf 3 bis
5 beläuft;
worin
jedes von (X)
P1 und (X)
P4 ein
Oligonukleotid repräsentiert,
aufweisend eine vorbestimmte Sequenz, so dass (X)
P4 mit
3-6 Basen von (X)
P1 basenpaart;
worin
P1 für
eine ganze Zahl steht, welche die Anzahl von Nukleotiden in dem
Oligonukleotid definiert, mit der Maßgabe, dass P1 sich auf 3 bis
6 beläuft
und die Summe von P1 und F4 gleich 9 ist;
worin jedes von (X)
P2 und (X)
P3 ein
Oligonukleotid mit einer vorbestimmten Sequenz repräsentiert,
so dass (X)
P2 mit mindestens 3 Basen von
(X)
P3 basenpaart;
worin jedes * eine
Basenpaarung zwischen den auf jeder Seite davon liegenden Nukleotiden
repräsentiert;
worin
jede durchgezogene Linie eine chemische Verknüpfung repräsentiert, welche kovalente
Bindungen zwischen den auf jeder Seite davon liegenden Nukleotiden
bereitstellt;
worin der gestrichelten Linien unabhängig voneinander
entweder eine chemische Verknüpfung,
bereitstellend kovalente Bindungen zwischen den auf jeder Seite
davon liegenden Nukleotiden, oder die Abwesenheit irgendeiner solchen
chemischen Verknüpfung
repräsentiert;
und
worin (X)
L2 ein Oligonukleotid
repräsentiert,
welches vorhanden oder abwesend sein kann, mit der Maßgabe, dass
L2 für
eine ganze Zahl steht, welche größer oder
gleich 3 ist, wenn (X)
L2 vorhanden ist.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform
umfasst die Verbindung der Erfindung Nukleotide, deren Sequenz eine
konservierte katalytische Region definiert, welche aus der konservierten
Region von Hepatitis Delta-Virus sind.
-
In
einer anderen bevorzugten Ausführungsform
umfasst die Verbindung der Erfindung Nukleotide, deren Sequenz eine
konservierte katalytische Region definiert, welche die Sequenz NCCA
an ihrem 3'-Terminus enthalten.
-
In
einer anderen Ausführungsform
offenbart die vorliegende Erfindung eine synthetische, nicht natürlich vorkommende
Oligonukleotid-Verbindung, welche zwei oder mehr Domänen umfasst,
welche gleich oder verschieden sein können, wobei jede Domäne Nukleotide
umfasst, deren Sequenz eine konservierte katalytische Region definiert,
und Nukleotide, deren Sequenz in der Lage zum Hybridisieren mit
einer vorbestimmten Zielsequenz innerhalb einer Verpackungssequenz
eines RNA-Virus ist.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform
umfasst die Verbindung der Erfindung ferner eine kovalent verknüpfte Antisinn-Nukleinsäureverbindung,
welche zum Hybridisieren mit einer vorbestimmten Sequenz, welche
gleich oder verschieden sein kann, innerhalb einer Verpackungssequenz
des RNA-Virus in der Lage ist.
-
Vorzugsweise
umfasst die Verbindung der Erfindung Nukleotide, fähig zum
Hybridisieren mit der 243-, 274-, 366- oder 553-Zielsequenz im MoMLV,
und Stelle 749 in der HIV-Psi-Verpackungsstelle.
-
Die
Erfindung offenbart auch eine Verbindung, umfassend die zuvor erwähnte Verbindung
und ferner umfassend mindestens eine zusätzliche synthetische nicht-natürlich vorkommende
Oligonukleotid-Verbindung mit oder ohne einem kovalent verknüpften Antisinnmolekül, und zielgerichtet
auf ein anderes Gen des RNA-Virus-Genoms. In einer bevorzugten Ausführungsform
ist das RNA-Virus HIV, und die andere Region des HIV-Genoms wird
gewählt
aus der Gruppe, welche aus einer langen terminalen Wiederholungseinheit,
5'-untranslatierten
Region, Splice-Donor-Akzeptor-Stellen, Primerbindungsstellen, 3'-untranslatierten
Region, gag-, pol-, Protease-, Integrase-, env-, tat-, rev-, nef-,
vif-, vpr-, vpu-, vpx- oder tev-Region besteht.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform
dieser Verbindung sind die Nukleotide fähig zum Hybridisieren mit den
Zielstellen 243, 274, 366 oder 553 oder einer Kombination davon
im MoMLV und der Stelle 749 in der HIV-Psi-Verpackungsstelle, und
die Nukleotide der zusätzlichen
Verbindung sind fähig
zum Hybridisieren mit den Zielstellen 5792, 5849, 5886 oder 6042
oder einer Kombination davon in der HIV-tat-Region.
-
Die
vorliegende Erfindung offenbart des Weiteren eine Zusammensetzung,
welche die Verbindung, wie oben beschrieben, in Assoziation mit
einem pharmazeutisch, tiermedizinisch oder landwirtschaftlich annehmbaren
Träger
oder Exzipienten umfasst.
-
Die
vorliegende Erfindung offenbart auch eine Zusammensetzung, welche
eine synthetische, nicht-natürlich
vorkommende Oligonukleotid-Verbindung, wie beschrieben, mit oder
ohne Antisinn, umfasst und ferner einen TAR-Köder, polyTAR oder einen RRE-Köder umfasst.
-
Die
vorliegende Erfindung offenbart des Weiteren ein Verfahren zur Herstellung
der oben beschriebenen Verbindung, welches die folgenden Schritte
umfasst:
- (a) Ligieren einer Nukleotidsequenz,
entsprechend der Verbindung, in einen Transfervektor, der aus DNA, RNA
oder einer Kombination davon aufgebaut ist;
- (b) Transkribieren der Nukleotidsequenz von Schritt (a) mit
einer RNA-Polymerase; und
- (c) Gewinnen der Verbindung.
-
Die
vorliegende Erfindung offenbart auch ein Verfahren zur Herstellung
eines Transfervektors, welcher aus RNA oder DNA oder einer Kombination
davon aufgebaut ist, enthaltend eine Nukleotidsequenz, welche bei
einer Transkription zu der oben beschriebenen Verbindung führt.
-
Vorzugsweise
umfasst ein solcher Transfervektor die langen terminalen Wiederholungseinheiten
von HIV, einen Adenovirus-assoziierten Transfervektor, einen SV40-Promotor,
Mo-MLV oder einen
amphotropen Retrovirusvektor. Am stärksten bevorzugt umfasst der
Transfervektor weiterhin eine Sequenz, welche die Oligonukleotid-Verbindung
zu einer besonderen Region innerhalb der Zelle ex vivo lenkt.
-
Die
vorliegende Erfindung offenbart des Weiteren eine Zusammensetzung,
welche den oben beschriebenen Transfervektor in Assoziation mit
einem pharmazeutisch, tiermedizinisch oder landwirtschaftlich annehmbaren
Träger
oder Exzipienten umfasst.
-
Die
vorliegende Erfindung offenbart ebenfalls ein prokaryotische oder
eukaryotische Zelle, welche eine Nukleotidsequenz umfasst, bei welcher
es sich um die oben beschriebene Verbindung handelt oder welche
bei einer Transkription zu ihrer Entstehung führt.
-
Vorzugsweise
ist die Zelle eine eukaryotische Zelle, am stärksten bevorzugt eine tierische
Zelle.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform
handelt es sich bei der eukaryotischen Zelle um eine hämatopoietische
Stammzelle, welche zur Entstehung von Vorläuferzellen, reiferen und vollständig reifen
Zellen aller hämatopoietischen
Zell-Abstammungslinien führt.
-
In
einer anderen bevorzugten Ausführungsform
ist die eukaryotische Zelle eine Vorläuferzelle, welche zur Entstehung
von reifen Zellen aller hämatopoietischen
Zell-Abstammungslinien
führt.
-
In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
ist die eukaryotische Zelle eine festgelegte Vorläuferzelle,
welche zu einer spezifischen hämatopoietischen
Abstammungslinie führt.
-
Vorzugsweise
ist die eukaryotische Zelle eine T-Lymphozyten-Vorläuferzelle.
Eine andere bevorzugte eukaryotische Zelle ist ein unreifer T-Lymphozyt.
Noch eine andere bevorzugte eukaryotische Zelle ist ein reifer T-Lymphozyt.
In einer anderen Ausführungsform
ist die eukaryotische Zelle eine myeloide Vorläuferzelle oder eine Monozyten/Makrophagen-Zelle.
-
Die
vorliegende Erfindung offenbart des Weiteren die Verwendung der
obenstehend beschriebenen Verbindung zum Schützen von hämatopoietischen Stammzellen,
Vorläuferzellen,
festgelegten Vorläuferzellen, T-Lymphozyten-Vorläuferzellen,
unreifen T-Lymphozyten, reifen T-Lymphozyten, myeloiden Vorläuferzellen oder
Monozyten/Makrophagen-Zellen.
-
Die
vorliegende Erfindung betrifft des Weiteren die Einführung ex
vivo des Transfervektors, wie oben beschrieben, in hämatopoietische
Zellen, wodurch die Zellen resistent gegenüber HIV gemacht werden, so dass
dadurch HIV in einem AIDS-Patienten unterdrückt wird. Für dieses Verfahren sind die
Zellen autologe oder heterologe Zellen.
-
In
einer anderen bevorzugten Ausführungsform
dieses Verfahrens erfolgt die Einführung ex vivo, und die Zellen
werden ohne Myeloablation transplantiert.
-
In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
des Verfahrens erfolgt die Einführung
ex vivo, und die Zellen werden mit einer Myeloablation transplantiert.
-
Die
vorliegende Erfindung betrifft auch die ex vivo-Einbringung des
oben beschriebenen Transfervektors in die Zellen des Individuums,
wodurch dieses Individuum vor den Effekten hoher Spiegel des Virus
und vor HIV-Infektion geschützt
wird.
-
Spezifisch
richtet sich die vorliegende Erfindung auf eine Oligonukleotid-Verbindung,
welche ein Ribozym umfasst, das auf die GUA-Zielstelle an Nukleotid
5849 des HIV-1-Isolats SF-2 oder eine entsprechende Zielstelle von
anderen HIV-1-Isolaten abzielt, wobei es sich bei der Verbindung
entweder handelt um:
- – ein Einzel-Ribozym, oder
- – ein
Mehrfach-Ribozym, das auf verschiedene Stellen innerhalb von tat
abzielt.
-
In
bevorzugten Ausführungsformen
wird die Verbindung von einem Konstrukt codiert, umfassend die Sequenz:
worin
jedes von T, G, A und C für
ein Nukleotid steht. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
wird die Verbindung von einem Konstrukt codiert, ferner umfassend
die Sequenz
GTCAAAAATTGGCGCTGATGAGTCCGTGAGGACGAAACTCACCAGTCGCCG.
-
Die
Erfindung offenbart eine synthetische, nicht natürlich vorkommende Oligonukleotid-Verbindung, welche
Nukleotide, deren Sequenz eine konservierte katalytische Region
definiert, und Nukleotide, deren Sequenz zum Hybridisieren mit einer
vorbestimmten Zielsequenz innerhalb einer Verpackungssequenz eines RNA-Virus
in der Lage ist, umfasst. Vorzugsweise ist die virale Verpackungssequenz
eine Retrovirus-Verpackungssequenz, und in einer Ausführungsform
die Psi-Verpackungssequenz von HIV-1. Das RNA-Virus kann HIV-1,
Felines Leukämie-Virus,
Felines Immundefizienzvirus oder eines der Viren sein, welche in
den Tabellen 6-7 aufgelistet werden. Die konservierte katalytische
Region kann aus einem Hammerkopf-Ribozym (siehe Haseloff et al.,
U.S.-Patent Nr. 5 245 678; Rossi et al., U.S.-Patent Nr. 5 249 796),
einem Haarnadel-Ribozym (siehe Hampel et al., Europäische Anmeldung
Nr. 89 117 424, eingereicht am 20. September 1989), einem Hepatitis-Delta-Ribozym (Goldberg
et al., Internationale PCT-Anmeldung Nr. WO 91/04319 und WO 91/04324, veröffentlicht
am 4. April 1991), einem RNAse P-Ribozym (siehe Altman et al., U.S.-Patent
Nr. 5 168 053), einem Gruppe-I-Intron (siehe Cech et al., U.S.-Patent
Nr. 4 987 071) oder einem Gruppe-II-Intron (siehe Pyle, 1993) abgeleitet
sein.
-
In
einer Ausführungsform
kann die Verbindung die Struktur (SEQ ID NR.: 1):
aufweisen, worin jedes X
für ein
Nukleotid steht, welches gleich oder verschieden ist und an seinem/seiner
Zucker, Phosphat oder Base modifiziert oder substituiert sein kann;
worin jedes von A, C, U und G für
ein Ribonukleotid steht, welches an seinem/seiner Zucker, Phosphat
oder Base unmodifiziert oder modifiziert oder substituiert sein
kann;
worin 3'-AAG....AGUCX-5' die konservierte
katalytische Region definiert; worin jedes von (X)
nA
und (X)
n' die Nukleotide
definiert, deren Sequenz in der Lage zum Hybridisieren mit der vorbestimmten
Zielsequenz innerhalb der Verpackungssequenz des RNA-Virus ist;
worin
jedes * eine Basenpaarung zwischen den Nukleotiden repräsentiert,
welche auf jeder Seite davon liegen; worin jede durchgezogene Linie
eine chemische Verknüpfung
repräsentiert,
die kovalente Bindungen zwischen den Nukleotiden, welche auf jeder
Seite davon liegen, bereitstellt; wobei jede der gestrichelten Linien unabhängig entweder
eine chemische Verknüpfung,
bereitstellend kovalente Bindungen zwischen den Nukleotiden, welche
auf jeder Seite davon liegen, oder die Abwesenheit von irgendeiner
solchen chemischen Verknüpfung
repräsentiert;
worin a für
eine ganze Zahl steht, welche eine Anzahl an Nukleotiden definiert,
mit der Maßgabe,
dass a 0 oder 1 sein kann, und falls 0, das A, welches 5' zu (X)
a liegt,
an das X gebunden ist, welches 3' zu
(X)
a liegt; worin jedes von m und m' für eine ganze
Zahl steht, welcher größer oder
gleich 1 ist; worin (X)
b ein Oligonukleotid
repräsentiert
und b für
eine ganze Zahl steht, welche größer oder
gleich 2 ist.
-
Alternativ
dazu kann die Verbindung die folgende Struktur aufweisen (SEQ ID
NR.: 2
worin 3'-AAG....AGUCX-5' die konservierte katalytische Region
definiert; worin m für
eine ganze Zahl von 2 bis 20 steht; und worin keine der Nukleotide
(X)
m an irgendein anderes Nukleotid innerhalb
der Verbindung Watson-Crick-basengepaart sind.
-
In
einer anderen Ausführungsform
besitzt die Verbindung von Patentanspruch 1 die Struktur (SEQ ID NR.:
3):
worin
3' (X)
P4....(X)
P1-5' die
konservierte katalytische Region definiert, worin jedes von (X)
F4 und (X)
F3 die
Nukleotide definiert, deren Sequenz zum Hybridisieren mit der vorbestimmten
Zielsequenz innerhalb der Verpackungssequenz eines RNA-Virus in
der Lage ist; worin jede durchgezogene Linie eine chemische Verknüpfung repräsentiert,
welche kovalente Bindungen zwischen den Nukleotiden, die auf jeder
Seite davon liegen, bereitstellt; wobei F3 für eine ganze Zahl steht, welche
die Anzahl von Nukleotiden in dem Oligonukleotid definiert, mit
der Maßgabe,
dass F3 größer oder
gleich 3 ist; worin F4 für
eine ganze Zahl steht, welche die Anzahl von Nukleotiden in dem
Oligonukleotid definiert, mit der Maßgabe, dass F4 sich auf 3 bis
5 beläuft;
worin jedes von (X)
P1 und (X)
P4 ein
Oligonukleotid repräsentiert,
aufweisend eine vorbestimmte Sequenz, so dass (X)
P4 mit
3-6 Basen von (X)
P1 basenpaart; worin P1
für eine
ganze Zahl steht, welche die Anzahl von Nukleotiden in dem Oligonukleotid
definiert, mit der Maßgabe,
dass P1 sich auf 3 bis 6 beläuft
und die Summe von P1 und F4 gleich 9 ist; worin jedes von (X)
P2 und (X)
P3 ein
Oligonukleotid mit einer vorbestimmten Sequenz repräsentiert, so
dass (X)
P2 mit mindestens 3 Basen von (X)
P3 basenpaart; worin der gestrichelten Linien
unabhängig
voneinander entweder eine chemische Verknüpfung, bereitstellend kovalente
Bindungen zwischen den auf jeder Seite davon liegenden Nukleotiden,
oder die Abwesenheit irgendeiner solchen chemischen Verknüpfung repräsentiert;
und worin (X)
L2 ein Oligonukleotid repräsentiert,
welches vorhanden oder abwesend sein kann, mit der Maßgabe, dass
L2 für
eine ganze Zahl steht, welche größer oder
gleich 3 ist, wenn (X)
L2 vorhanden ist.
-
In
einer anderen Ausführungsform
sind die Nukleotide, deren Sequenzen eine konservierte katalytische
Region definieren, aus der konservierten Region des Hepatitis Delta-Virus.
Alternativ dazu enthalten die Nukleotide, deren Sequenzen eine konservierte
katalytische Region definieren, die Sequenz NCCA an ihrem 3'-Terminus.
-
Die
Erfindung richtet sich auch auf Mehrfach-Verbindungen oder Ribozyme
mit konservierten katalytischen Regionen, welche gleich oder unterschiedlich
sein können,
die auf vorbestimmte Zielsequenzen abzielen, welche gleich oder
unterschiedlich sein können.
In dieser Ausführungsform
handelt es sich um eine synthetische nicht-natürlich vorkommende Oligonukleotid-Verbindung,
welche zwei oder mehr Domänen
umfasst, die gleich oder verschieden sein können, wobei jede Domäne Nukleotide,
deren Sequenz eine konservierte katalytische Region definiert, und
Nukleotide, deren Sequenz zum Hybridisieren mit einer vorbestimmten
Zielsequenz innerhalb einer Verpackungssequenz eines RNA-Virus in
der Lage ist, umfasst. Die Verbindungen können auch kovalent an eine
Antisinn-Nukleinsäureverbindung
verknüpft
sein, fähig
zum Hybridisieren mit einer vorbestimmten Sequenz, welche gleich
oder verschieden von der Oligonukleotid-Verbindung sein kann, innerhalb
einer Verpackungssequenz des RNA-Virus.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform
sind die Nukleotide in der Lage, mit der Zielsequenz 243, 274, 366
oder 553 im MoMLV und der Stelle 749 in der HIV-Psi-Verpackungsstelle
zu hybridisieren. Die Oligonukleotid-Verbindungen können ferner
mindestens ein(e) zusätzliche(s)
synthetische(s) nicht-natürlich
vorkommende(s) Oligonukleotid-Verbindung oder Antisinn-Molekül kovalent
verknüpft
umfassen, welche(s) auf ein unterschiedliches Gen des RNA-Virus-Genoms
abzielt. In dem Fall, bei welchem das RNA-Virus HIV ist, kann die
unterschiedliche Region des HIV-Genoms aus der Gruppe gewählt werden,
die aus einer langen terminalen Wiederholungseinheit, 5' untranslatierten
Region, Splice-Donor-Akzeptor-Stellen,
Primerbindungsstellen, 3' untranslatierten
Region, gag-, pol-, Protease-, Integrase-, env-, tat-, rev-, nef-,
vif-, vpr-, vpu-, vpx- oder tev-Region besteht.
-
Vorzugsweise
ist die erste Oligonukleotid-Verbindung in der Lage mit den Zielstellen
243, 274, 366 oder 553 oder einer Kombination davon im MoLV und
der Stelle 749 in der HIV-Psi-Verpackungsstelle
zu hybridisieren, und die Nukleotide der zweiten zusätzlichen
Verbindung sind in der Lage, mit den Zielstellen 5792, 5849, 5886
oder 6042 oder einer Kombination davon in der HIV-tat-Region zu
hybridisieren. Zusätzliche
Ziele können
innerhalb des HIV-Genoms (Tabelle III) (SEQ ID NR.: 4-7) gefunden
werden, insbesondere innerhalb der tat-Sequenz und innerhalb der
Psi-Verpackungsregion (HIV-1 SF2)
oder Tabelle III. Die hierin
verwendeten, spezifischen Ribozymsequenzen sind Rz-2, Rz-M und Rz-ψ. Die Anti-HIV-Ribozym-Sequenzen Rz-2 (Einzel-Anti-tat)
TTAGGATC
CTGATGAGTCCGTGAGGACGAAACTGGCTC
-
Rz-M (Mehrfach-Anti-tat)
-
- CCTAGGCTCTGATGAGTCCGTGAGGACGAAACTTCCTGTTAGGATCCTGATGAGTCCG TGAGGACGAAACTGGCTCGCTATGTTCTGATGAGTCCGTGAGGACGAAACACCCAA
-
Rz-ψ (Einzel-Anti-HIV ψ)
-
- GTCAAAAATTGGCGCTGATGAGTCCGTGAGGACGAAACTCACCAGTCGCCG.
-
Die
Spaltung von HIV-RNA durch Ribozyme ist eine potenziell nützliche
Vorgehensweise. Sie hat therapeutische mehrere bedeutungsvolle Eigenschaften
- i) Spezifität,
- ii) die Fähigkeit,
auf eine relativ große
Zahl von potenziellen Stellen abzuzielen,
- iii) Abwesenheit von Toxizität
gegenüber
Zellen,
- iv) Turnover des Ribozym-Moleküls,
- v) Vielfalt von anwendbaren Zuführungsverfahren und
- vi) Potenzial für
eine Vielzahl von Verfahren zur Herstellung:
a) chemische Synthese
(da es sich um ein kurzes Molekül
handelt), b) biochemische Herstellung durch in vitro-Transkription
und c) Promotor-gesteuerte in vivo-Herstellung aus integrierten
Konstrukten.
-
Die
vorliegende Erfindung verwendet Anti-Verpackungsstelle(Psi)-Ribozyme
zum Inhibieren von HIV-Replikation. Diese Aktivität würde auf
den Ebenen A, E, F und G wirken. Eine Unterbrechung an dieser Stelle
kann inhibierende Auswirkungen besitzen auf: i) den Eintritt des
Virus in Zielzellen, ii) Produktion von viraler RNA, iii) die Translation
von viraler mRNA zu viralen Proteinen, und iv) die Verpackung von
viraler genomischer RNA zu Virionen.
-
PSI-VERPACKUNGSEQUENZ
-
Die
Psi-Verpackungssequenz ist eine cis-wirkende virale genomische Sequenz,
welche notwendig für die
spezifische Einkapselung von viraler RNA zu Virionen ist (Aronoff
et al., 1991). Es ist gezeigt worden, dass die Verpackung von RNA
zu Virusteilchen eine hohe Spezifität aufzeigt, und diese scheint
von der Psi-Stelle vermittelt zu werden. Die Lokalisierung der Psi-Verpackungsstelle
für sowohl
Mo-MLV als auch HIV-1 wurde durch funktionelle Deletion identifiziert,
d. h. Entfernen bestimmter Sequenzen und Beobachten, ob der Prozess
der Verpackung von viraler RNA fortgesetzt wird. Es wurde gezeigt,
dass die Sequenz innerhalb der 5' untranslatierten
Region des Retrovirus liegt und in RNAs abwesend ist, welche nicht
verpackt werden. In Hinblick auf die vorliegende Erfindung, haben
wir gefolgert, dass, damit die RNA leicht als eine solche erkannt wird,
die zu verpacken ist, die Verpackungssequenz exponiert, zugänglich und
fähig,
erkannt zu werden, sein muss. Untersuchungen sowohl des Mo-MLV als
auch des HIV-1-Verpackungssignals haben darauf hingewiesen, dass
in jedem Fall eine konservierte stabile Sekundärstruktur vorliegt (Alford
et al., 1992, und Harrison et al., 1992). Nach unserer Ansicht haben
diese Merkmale die Psi-Verpackungsstelle
zu einem attraktiven Ziel für
Ribozym-Wirkung gemacht. Eine Studie unter Anwendung von Antisinn
gegen die retrovirale Verpackungssequenz hat früher gezeigt, dass die Replikation
von Moloney-Maus-Leukämie-Virus
(Mo-MLV) in transgenen Tieren durch Störung der Psi-Sequenz inhibiert
werden kann (Han et al., 1991).
-
MOLONEY-MAUS-LEUKÄMIE-VIRUS
(Mo-MLV) UND HUMANES IMMUNDEFIZIENZ-VIRUS (HIV-1)
-
Mo-MLV
ist ein muriner Wildtyp-Retrovirus, welcher kein Onkogen trägt (3)
(Teich et al, 1985). Es verursacht Leukämie in Mäusen mit einer langen Latenz
aufgrund von insertionaler Mutagenese. Wir haben Mo-MLV als einen
ersten Schritt zur Einschätzung
von Beweisen für
das Prinzip der Wirksamkeit von antiviralen Ribozymen verwendet.
Mo-MLV ist ein typisches Retrovirus, in welchem Replikation entlang
der in 1 skizzierten Linien vor sich geht und die Verpackung
vermittels der Psi-Verpackungsstelle bewerkstelligt wird. In einer
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung wurden Anti-Mo-MLV-Ribozyme, welche auf
die Psi-Verpackungsstelle abzielen und innerhalb eines Expressionsvektors
kloniert waren, hinsichtlich ihrer Fähigkeit, die Virusproduktion
in Gewebekultur zu reduzieren, getestet.
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HIV-1,
das aktive Prinzip bei erworbenem Immundefizienz-Syndrom (AIDS),
induziert den Zelltod in T-Lymphozyten (McCune, 1991; Levy, 1993).
Diese Zellen tragen entscheidend zur Immunantwort bei. In jedweder
potenziellen Anti-HIV-Vorgehensweise ist es essenziell, die virale
Replikation wesentlich zu reduzieren oder zu inhibieren, bevor das
Immunsystem aufgrund des Verlustes dieser Zellen lahmgelegt wird.
Es gibt derzeitig keine wirksame Heilung für AIDS. Durch Verringern des
viralen Titers wird es jedoch erwartet, dass der Fortschritt der
Krankheit verlangsamt wird und sogar aufgehalten werden kann. Die
Entwicklung von Anti-HIV-Verpackungssequenz-Ribozymen scheint ein
gangbares Verfahren zur wesentlichen Inhibierung oder sogar zum
Aufhalten der Virusproduktion zu sein.
-
Anti-HIV-gag-Ribozyme
sind früher
entwickelt worden, von welchen gezeigt wurde, dass sie in der Lage
sind, gag-RNA- und p24-Spiegel in Zellen, welche das Ribozym exprimieren,
zu reduzieren (Sarver et al., 1990). Hammerkopf-Ribozyme sind entwickelt
worden, um HIV-1-Integrase-RNA
in E. coli zu spalten, um eine Translation des Integraseproteins
zu blockieren (Sioud et al., 1991). Untersuchungen haben ebenfalls
gezeigt, dass ein Ribozym, welches ebenfalls HIV-1-RNA in der U5,
5' untranslatierten
Region, von HIV oder tat spaltet, T-Zellen vor HIV-1 schützen kann
(Dropulic et al., 1992, Ojwang et al., 1992, Lo et al., 1992 und Weerasinghe
et al., 1991).
-
In
einer anderen bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung werden Anti-HIV-Ribozyme, die auf die Psi-Verpackungsstelle
abzielen, innerhalb des gleichen Expressionsvektors wie für das Anti-Mo-MLV-Konstrukt
kloniert. Diese Konstrukte wurden ebenfalls hinsichtlich ihrer Fähigkeiten,
die Virusproduktion in Gewebekultur zu reduzieren, getestet.
-
ZUFÜHRUNG VON EXPRESSIONSKONSTRUKTEN
-
Die
hauptsächlichen
Methoden, mittels derer die Expressionskonstrukte in Zielzellen
eingeführt
werden, sind Transfektion, einschließlich Elektroporation, Liposomen-vermittelter
und retroviral vermittelter Gentransfer.
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Definitionen
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Wie
hierin verwendet, bezieht sich "Psi-Verpackungsstelle" auf eine Region
direkt proximal zum 5'-LTR,
welche bei der Einkapselung der viralen RNA zu Virionen beteiligt
ist.
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Wie
hierin verwendet, sind "komplementäre Arme" die an das Kern-Hammerkopf-Ribozym
angehefteten Sequenzen, welche eine Bindung an eine spezifische
Region der Ziel-RNA erlauben.
-
Wie
hierin verwendet, kann es sich bei einem "Ribozym" um einen Hammerkopf, eine Haarnadel,
Hepatitis-Delta, RNAse P, ein Gruppe-I-Intron oder ein Gruppe-II-Intron
handeln, welche zur Spaltung von Ziel-RNA in der Lage sind. Das
Hammerkopf-Ribozym ist der Gegenstand der Veröffentlichung von Haseloff und
Gerlach (Haseloff et al., 1988) und nachfolgender Fachartikel von
einer Reihe von Laboratorien.
-
Beschreibung
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Diese
Erfindung betrifft die Behandlung von viralen Erkrankungen, speziell
AIDS, in welchen das pathogene Agens RNA als sein genomisches Material
aufweist und diese RNA zu Virionen verpackt wird. Die Herangehensweise
besteht darin, die Replikation des Virus durch Zerstören der
viralen RNA an der Psi-Verpackungsstelle, der Erkennungssequenz,
welche für
eine Verpackung der viralen genomischen RNA notwendig ist, zu inhibieren.
Eine Unterbrechung an dieser Stelle besitzt inhibitorische Auswirkungen
auf: i) den Eintritt des Virus in Zielzellen und die nachfolgende
Integration des Provirus in das Wirtsgenom, ii) die Produktion von viraler
RNA, iii) die Translation von viraler mRNA zu viralen Proteinen
und iv) die Verpackung von viraler genomischer RNA zu Virionen.
-
In
einer Ausführungsform
der Erfindung werden bestimmte Expressionskonstrukte bereitgestellt,
welche Nukleotidsequenzen von Interesse umfassen. In einem bevorzugten
Expressionskonstrukt wird ein Ribozym-Expressionskonstrukt vorgesehen,
welches bei Einbringung in eine Zelle, bei der es sich um eine mit Mo-MLV
oder HIV-1 infizierte Zelle handeln kann, in der Lage zum Steuern
der Transkription von RNA ist, die aufgrund von komplementären Armen,
welche das Ribozym umgeben, an Mo-MLV- oder HIV-I-RNA binden kann.
Diese komplementären
Arme sind kurz, und es ist die Gegenwart von Ribozymsequenzen, welche
zum Schneiden der RNA wirken, mittels derer man die Wirkung des
RNA-Moleküls
stört.
-
Die
Erfindung ist auf mehreren Wegen getestet worden. Ein Satz von Experimenten
zeigte eine direkte Korrelation zwischen Ribozym-vermittelter Spaltung
der viralen Mo-MLV-Psi-Verpackungssequenz
in vitro und der in vivo-Unterdrückung
der Mo-MLV-Replikation. Es gab drei Hauptschritte, welche der Reihe
nach befolgt wurden, um diese Schlussfolgerung zu erreichen –
- i) Nachweisen der Ribozym-vermittelten in vitro-Spaltung
- ii) Transfektion von Konstrukten, enthaltend die Ribzyme, in
Mo-MLV-infizierte Zellen.
- iii) verschiedene Assays zum Aufzeigen a) der Integration von
Konstrukten, b) der Ribozym-Konstrukt-Expression,
c) der Auswirkung der Ribozym-Konstrukt-Expression auf die Spiegel
der Virus-Replikation.
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Für HIV wurden ähnliche
Schritte befolgt –
- i) Entwurf und Konstruktion von Ribozym-Konstrukten,
- ii) Transfektion von Ribozym-haltigen Konstrukten in eine humane
T-Lymphozyten-Zelllinie,
- iii) verschiedene Assays zum Aufzeigen a) der Integration von
Konstrukten, b) der Ribozym-Konstrukt-Expression,
c) der Auswirkung der Ribozym-Konstrukt-Expression auf die Spiegel
der Virus-Replikation.
-
Die
Erfindung wirkt als eine Viren-Unterdrückung sowohl zum i) Inhibieren
des Vireneintritts in eine nicht-infizierte Zelle durch Zerschneiden
der viralen RNA, wenn sie in die Zielzelle eintritt, als auch ii)
Verringern der Spiegel an funktionellem Virus, welches die infizierte
Zelle verlässt.
In beiden Fällen
wirkt sie zum Schneiden der viralen RNA – am Eintrittspunkt im ersten
Fall und am Austrittspunkt im zweiten. Im letztgenannten Fall senkt
das Schneiden die RNA-Spiegel durch Schneiden sowohl von viraler
als auch mRNA. Das Schneiden spezifisch an der Psi-Verpackungsstelle
dient auch zum Inhibieren der Verpackung der viralen RNA.
-
Mehrere
Erwägungen
wurden angewandt, um ein Ziel für
die antivirale Ribozymwirkung zu wählen. Die für die vorliegende Erfindung
angewandten Kriterien waren – i)
Das Ziel muss funktionell bedeutsam sein. ii) Es muss ein hoher
Grad an Sequenzkonservierung unter den verschiedenen HIV-1-Isolaten
in der Zielregion bestehen. iii) Im Falle von Hammerkopf-Ribozymen
ist die Ribozym-Zielsequenz, wie GUC oder GUA, vorzugsweise in der
Sequenz vorhanden, oder die verwandten Triplets GUU, CUC etc. (Perriman
et al., 1992). iv) Die Zielsequenz sollte leicht zugänglich sein,
wobei ihr zum Beispiel eine umfangreiche Sekundärstruktur fehlen sollte (Rossi
et al., 1992).
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Die
Psi-Verpackungssequenz erfüllte
die obenstehenden Kriterien und wurde als ein Ziel für die Spaltung
durch Ribozyme ausgewählt.
Diese Stelle besitzt: i) eine essenzielle Funktion im retroviralen
Replikationszyklus, ii) verhältnismäßige Zugänglichkeit,
da sie eine Stelle auf der RNA ist, welche erkennt werden muss und
für andere
Komponenten zugänglich
sein muss, damit eine Verpackung stattfindet, und iii) eine konservierte
Natur unter verschiedenen Stämmen
des gleichen Virus.
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Es
ist beobachtet worden, dass in verschiedenen Stämmen von sowohl Mo-MLV als
auch HIV eine starke Konservierung der Sequenz und Struktur in der
Psi-Verpackungsregion von jedem Virus besteht. Obgleich es keine
offensichtliche Konservierung von Struktur oder Sequenz zwischen
der Verpackungsstelle von HIV und Mo-MLV gibt, kann aufgrund der
identischen Funktion der Psi-Stelle in jedem Virus berechtigtermaßen angenommen
werden, dass es Ähnlichkeiten
geben muss. Die Sekundärstruktur
von viraler RNA wurde untersucht, und Stellen auf der Psi-Sequenz
wurden gewählt,
welche für
eine Ribozymwirkung zugänglich
zu sein schienen. Diese lagen in den Schleifen-Regionen, d.h. einzelsträngigen ungepaarten
Basenregionen der RNA. Zuker's
FOLDRNA-Programm wurde eingesetzt, um nicht-basengepaarte Regionen der Psi-Verpackungssequenz
zu lokalisieren. Die Ribozyme wurden entworfen, um auf diese Stellen
abzuzielen. Bei den gewählten Stellen
war auch eine GUC-Basensequenz
vorhanden.
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Die
in der vorliegenden Erfindung verwendeten Konstrukte wandten Ribozyme
an, welche in die 3' untranslatierte
Region des Neomycin-Resistenzgens (neor)
inseriert waren. Das grundlegende Konstrukt ist in der 4 gezeigt.
Ein derartiges Konstrukt gestattete die Überprüfung der Integration und Expression.
Die Erstere wird durch Southern-Analyse detektiert, und die Letztere
durch zelluläre
Resistenz gegenüber G418-Toxizität und durch
RNAse-Protektions-Assay. Ein weiterer Vorteil des angewandten Entwurfs
bestand darin, dass die chimäre
RNA mit einer kleinen Ribozymsequenz im 3'-Ende eines größeren neor-Gen-Botschafters
dahingehend zu wirken schien, die Ribozyme innerhalb der Zellen
stabil zu halten. Letzteres ist ein äußerst wichtiger Punkt, da ohne
Stabilität
der Effekt von Ribozymen minimal sein wird.
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DISKUSSION
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Die
Erfindung liefert die Grundlage für ein Verfahren, durch welches
Ribozyme angewandt werden könnten,
um Tiere, einschließlich
Menschen, vor von Retroviren verursachten Krankheiten zu schützen. Das Grundprinzip
der Erfindung besteht darin, innerhalb eines größeren Gens Ribozyme gegen die
Verpackungsstelle des Zielretrovirus einzubauen. Das Trägergen kann
entweder selektierbar (wie im vorliegenden Fall) oder nicht-selektierbar
sein. Der Expression des größeren Trägergens
liefert ein stabileres chimäres
Ribozym-RNA-Molekül.
Das DNA-Konstrukt wird entweder in eine naive Zellpopulation transfiziert,
um die Zellen zu schützen,
oder kann in eine viral infizierte Zellpopulation eingeführt werden,
um den Virentiter zu verringern. In einer weiteren Ausführungsform
kann das Ribozym-Expressionskonstrukt auch durch retroviral vermittelten Gentransfer
eingeführt
werden, um die Effizienz der Einführung zu erhöhen. Eine
dritte Ausführungsform
dieser Erfindung ist ein Retrovirus, das ein Anti-Verpackungsstellen-Ribozym
trägt.
Wenn der retrovirale Vektor auf MoMLV basiert, dann wird das auf
die Verpackungsstelle von HIV abzielende Ribozym die MoMLV-Verpackungsstelle
aufgrund der Sequenzdivergenz für
die zwei Retroviren nicht spalten.
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Therapeutisch
könnte
die Anwendung die Einführung
der Konstrukte in T-Lymphozyten ex vivo oder in hämatopoietische
Stammzellen ex vivo beinhalten. Eine bevorzugte Vorgehensweise bestünde darin,
die Ribozymkonstrukte in Lymphozyten oder humane nicht-embryonale Stammzellen
vermittels eines retroviralen Vektors, wie amphotropem Mo-MLV, einzubringen.
Hämatopoietische
Vorläufer-
und echte humane nicht-embryonale Stammzellen sind vielversprechende
Ziele für
die Gentherapie, weil sie im Knochenmark vorhanden sind oder in
das periphere Blut mobilisiert werden können. Vorläuferzellen können sowohl
zu myeloiden als auch lymphoiden Zellen führen, und echte humane nicht-embryonale
Stammzellen führen
zu Zellen aller zellulärer
Abstammungslinien. Eine Therapie könnte eine Bestrahlung zum Zerstören des
HIV-infizierten hämatopoietischen
Systems beinhalten, und die humanen nicht-embryonalen Stammzellen,
welche das Ribozym enthalten, würden
dann in den Patienten injiziert werden. Als ein Ergebnis könnten die
Zellen des Patienten gegen HIV resistent gemacht werden.
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Die
Erfindung richtet sich auch auf Transfervektoren, aufgebaut aus
RNA oder DNA oder einer Kombination davon, enthaltend eine Nukleotidsequenz,
welche bei einer Transkription zu den oben beschriebenen Verbindungen
führt.
Bei dem Transfervektor kann es sich um die lange terminale Wiederholungseinheit
von HIV, einen Adenovirus-assoziierten Transfervektor, einen SV40-Promotor,
Mo-MLV oder einen amphotropen Retrovirus-Vektor handeln. Der Transfervektor
kann ferner eine Sequenz umfassen, welche ex vivo die Oligonukleotid-Verbindung zu einer
besonderen Region innerhalb der Zelle steuert. Beispiele der Lokalisierung
zu einer besonderen Region einer Zelle schließen die Verwendung des Verpackungssignals
ein (Sullenger et al., 1993). Die Erfindung richtet sich ebenfalls
auf Zusammensetzungen, enthaltend die Verbindungen oder Transfervektoren,
die obenstehend beschrieben wurden, in einem geeigneten Träger. Der
Träger
kann ein pharmazeutisch, tiermedizinisch oder landwirtschaftlich
annehmbarer Träger
oder Exzipient sein. Die Zusammensetzung kann ferner einen TAR-Köder, polyTAR
oder einen RRE-Köder
umfassen.
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Für die Produktion
der DNA-Sequenzen der vorliegenden Erfindung in prokaryotischen
oder eukaryotischen Wirten können
die Promotorsequenzen der vorliegenden Erfindung entweder prokaryotisch,
eukaryotisch oder viral sein. Geeignete Promotoren sind induzierbar,
reprimierbar oder, weiter bevorzugt, konstitutiv. Beispiele von
geeigneten prokaryotischen Promotoren schließen Promotoren, fähig zur
Erkennung der T4-Polymerasen (Malik, S., et al., J. Molec. Biol.
195: 471-480 (1987); Hu, M., et al., Gene 42: 21-30 (1986)), T3,
Sp6 und T7 (Chamberlin, M., et al., Nature 288: 227-231 (1970);
Bailey, J. N., et al., Proc. Natl. Acad. Sci. (U.S.A. 80: 2814-2818
(1983); Davanloo, P., et al., Proc. Natl. Acad. Sci. U.S.A. 81:
2035-2039 (1984)); die PR-und PL-Promotoren
von Bacteriophage Lambda (The Bacteriophage Lambda, Hrsg.: Hershey,
A.D., Cold Spring Harbor Press, Cold Spring Harbor, NY (1973); Lamda
II, Hrsg.: Hendrix, R.W., Cold Spring Harbor Press, Cold Spring
Harbor, NY (1980)); die trp, recA-, Hitzeschock- und lacZ-Promotoren
von E. coli; den int-Promotor von Bacteriophage Lambda; den bla-Promotor
des β-Lactamase-Gens
von pBR322 und den CAT-Promotor des Chloramphenicolacetyltransferase-Gens
von pPR325 etc., wobei prokaryotische Promotoren übersichtsmäßig zusammengefasst
werden von Glick, B.R., (J. Ind. Microbiol. 1: 277-282 (1987));
Cenatiempo, Y. (Biochimie 68: 505-516 (1986)); Watson, J.D., et
al., J. Mol. Appl. Gen. 1: 273-288 (1982)); den TK-Promotor von
Herpes-Virus (McKnight,
S., Cell 31: 355-365 (1982)); den SV40-"early"-Promotor (Benoist, C., et al., Nature
London) 290: 304-310 (1981)) und den Hefe-gal4-Gen-Promotor (Johnston,
S.A., et al., Proc. Natl. Acad. Sci. (USA) 79: 6971-6975 (1982);
Silver, P.A., et al., Proc. Natl. Acad. Sci. (USA) 81: 5951-5955
(1984)) ein.
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Für die Herstellung
von Vektoren zur Verwendung bei der Inhibierung von Retrovirus-Infektion in anfälligen eukaryotischen
Zellen oder in ganzen Tieren müssen
eukaryotische Promotoren verwendet werden, wie oben beschrieben.
Bevorzugte Promotoren und zusätzliche
regulatorische Elemente, wie Polyadenylierungssignale, sind diejenigen,
welche eine Maximumexpression in dem Zelltyp ergeben sollten, welchen
das zu inhibierende Retrovirus infiziert. So infizieren beispielsweise
HIV-1, HIV-2, HTLV-1 und HTLV-2 sowie das Moloney-Maus-Leukämie-Virus
sämtlich
lymphoide Zellen, und um ein Ribozymkonstrukt allein oder in Kombination
mit einer Antisinn-RNA, die zur Verpackungssequenz von einem (oder
mehreren) dieser Viren komplementär ist, effizient zu exprimieren,
werden eine Transkriptionssteuerungseinheit (Promotor und Polyadenylierungssignal)
gewählt,
welche eine effiziente Expression in hämatopoietischen, insbesondere
lymphoiden Zellen (oder Geweben) vorsehen. Wie nachstehend beispielhaft
angegeben, sind bevorzugte Promotoren der Cytomegalus-"immediate-early"-Promotor (32), der
wahlweise in Verbindung mit den Wachstumshormon-Polyadenylierungssignalen
(33) verwendet wird, und der Promotor des Moloney-MuLV-LTR, zur
Verwendung mit einem lymphotropen Retrovirus. Ein wünschenswertes
Merkmal des Moloney-MuLV-LTR-Promotors besteht darin, dass er den
gleichen Gewebe-Tropismus besitzt, wie das Retrovirus. Der CMV-Promotor
wird in Lymphozyten exprimiert. Andere Promotoren schließen VA1-
und tRNA-Promotoren ein. Der Metallothionein-Promotor besitzt den
Vorteil der Induzierbarkeit. Der SV40-"early"-Promotor zeigt eine Expression bei
hohem Spiegel in vitro in Knochenmarkszellen.
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Die
Erfindung richtet sich ebenfalls auf Verfahren zur Herstellung der
Verbindungen, welche die folgenden Schritte umfassen: (a) Ligieren
einer Nukleotidsequenz, entsprechend der Verbindung, in einen Transfervektor,
welcher aus DNA, RNA oder einer Kombination davon aufgebaut ist;
(b) Transkribieren der Nukleotidsequenz von Schritt (a) mit einer
RNA-Polymerase;
und (c) Gewinnen der Verbindung.
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Die
Erfindung richtet sich auch auf prokaryotische oder eukaryotische
Wirtszellen, umfassend eine Nukleotidsequenz, bei welcher es sich
um die oben beschriebenen Verbindungen handelt, oder welche bei
der Transkription zu deren Entstehung führt. Die Zelle kann eine Tierzelle,
eine hämatopoietische
Stammzelle, welche zu Vorläuferzellen,
reiferen und vollständig
reifen Zellen aller hämatopoietischen
Zell-Abstammungslinien führt,
eine Vorläuferzelle,
welche zu reifen Zellen aller hämatopoietischen
Zell-Abstammungslinien führt,
eine festgelegte Vorläuferzelle,
welche zu einer spezifischen hämatopoietischen
Abstammungslinie führt,
eine T-Lymphozyten-Vorläuferzelle,
ein unreifer T-Lymphozyt, ein reifer T-Lymphozyt, eine myeloide
Vorläuferzelle oder
eine Monozyten/Makrophagen-Zelle sein.
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Die
Erfindung richtet sich des Weiteren auf die Verwendung der obenstehenden
Verbindungen zum Schützen
von hämatopoietischen
Stammzellen, Vorläuferzellen,
festgelegten Vorläuferzellen,
T-Lymphozyten-Vorläuferzellen,
unreifen T-Lymphozyten, reifen T-Lymphozyten,
myeloiden Vorläuferzellen
oder Monozyten/Makrophagen-Zellen; und des Weiteren die ex vivo-Einbringung
des obenstehenden Transfervektors in hämatopoietische Zellen, wodurch
die Zellen gegen HIV resistent gemacht werden, so dass dadurch HIV
unterdrückt/behandelt
wird oder ein Schutz dagegen bereitgestellt wird. Die Zellen sind
autologe oder heterologe Zellen mit oder ohne Myeloablation. In
einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung wurden drei Einzel- und ein Mehrfach-Hammerkopf-Ribozym(e)
entworfen zum Abzielen auf verschiedene Stellen innerhalb der Mo-MLV-Psi-Verpackungsstelle,
und ein Ribozym wurde entworfen zum Abzielen auf eine Stelle innerhalb
der HIV-Psi-Verpackungsstelle
(siehe 2). Mo-MLV wurde als ein Beispiel eines Retrovirus
gewählt,
bei welchem die Wirkungsprinzipien zu bestimmen waren. Diese Prinzipien
werden auch für
andere Retroviren, einschließlich
HIV, zutreffen. Das Testen wurde auch für HIV-1 durchgeführt.
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In
der vorliegenden Erfindung enthalten das nichtmenschliche Tier und
Nachkommen davon wenigstens einige Zellen, welche die nicht-natürlich vorkommende
Oligonukleotid-Verbindung
exprimieren oder beibehalten. Bei dem transgenen nichtmenschlichen
Tier enthalten alle seine Keim- und Soma-Zellen die nicht natürlich vorkommende
Oligonukleotid-Verbindung
in exprimierbarer Form, welche in das Tier oder einen Vorfahren
davon bei einem embryonalen Stadium eingeführt wurde, wie in den U.S.-Patenten
Nr. 4 736 866, 5 175 383, 5 175 384 oder 5 175 385 beschrieben;
siehe auch (Van Brunt, 1988; Hammer, 1985; Gordon et al, 1987; Pittius
et al., 1988; Simons et al., 1987; Simons et al., 1988).
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Die
Erfindung schließt
auch ein Verfahren ein, um Zellen gegen virale Infektion resistent
zu machen, welches das Behandeln der Zellen ex vivo mit der oben
beschriebenen, nicht natürlich
vorkommenden Oligonukleotid-Verbindung umfasst. Darüber hinaus
schließen,
wie hierin verwendet, die Begriffe Antisinn und Ribozyme auch Verbindungen
mit modifizierten Nukleotiden, Desoxynukleotiden, Peptidnukleinsäuren etc.
ein. Diese werden für
eine ex vivo-Behandlung oder topische Behandlung verwendet werden.
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Eine
wirksame Menge der nicht natürlich
vorkommenden Oligonukleotid-Verbindung der vorliegenden Erfindung
wird im Allgemeinen etwa 1 nM bis 1 mM Konzentration in einer Dosierungsform,
wie einer Creme für
topische Anwendung, einer sterilen injizierbaren Zusammensetzung
oder einer anderen Zusammensetzung zur parenteralen Verabreichung,
umfassen. In Hinsicht auf topische Formulierungen wird es im Allgemeinen
bevorzugt, dass zwischen etwa 50 μM
und etwa 500 μM
an nicht-natürlich
vorkommender Oligonukleotid-Verbindung
eingesetzt werden. Verbindungen, die Nukleotidderivate umfassen,
wobei die Derivate chemisch modifizierte Gruppen wie Phosphorthioat-
oder Methylphosphonat-Derivate
beinhalten können,
können in
nanomolaren Konzentrationen wirksam sein. Solche Konzentrationen
können
auch verwendet werden, um eine Toxizität zu vermeiden.
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Therapeutische
Strategien, welche die Behandlung einer Krankheit unter Verwendung
von Verbindungen dieser Erfindung beinhalten, sind im Allgemeinen
die gleichen wie diejenigen, welche bei Antisinn-Vorgehensweisen
beteiligt sind, wie beschrieben in der Antisinn-Bibliographie von (Chrisley, 1991).
Insbesondere können
Konzentrationen an verwendeten Verbindungen, Verfahren und Vorgehensweisen
zur Verabreichung und beteiligte Formulierungen die gleichen sein
wie diejenigen, welche für
Antisinn-Anwendungen eingesetzt werden.
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Eine "wirksame Menge", wie hierin verwendet,
bezieht sich auf diejenige Menge, welche einen gewünschten
Effekt in einem Säugetier
vorsieht, welches einen gegebenen Befund und Verabreichungsplan
aufweist. Zusammensetzungen umfassen wirksame Mengen zusammen mit
geeigneten Verdünnungsmitteln, Konservierungsstoffen,
Solubilisatoren, Emulgatoren, Hilfsstoffen oder Trägern, welche
für eine
Therapie nützlich
sind. Solche Zusammensetzungen sind Flüssigkeiten oder lyophilisierte
oder anderweitig getrocknete Formulierungen und schließen Verdünnungsmittel
von verschiedenem Puffergehalt (z. B. Tris-HCl, Acetatphosphat),
pH und Ionenstärke,
Zusatzstoffe, wie Albumin oder Gelatine, zur Verhinderung von Absorption
an Oberflächen,
Detergenzien (z. B. Tween 20, Tween 80, Pluronic F68, Gallensäure-Salze),
Solubilisierungsmittel (z. B. Thimerosal, Benzylalkohol), Füllstoffsubstanzen
oder Tonizitäts-Modifizierer
(z. B. Lactose, Mannitol), kovalente Anheftung von Polymeren, wie
Polyethylenglycol, an die nicht-natürlich vorkommende Oligonukleotid verbindung,
eine Komplexierung mit Metallionen oder eine Einbindung des Materials
in oder auf teilchenförmigen Präparationen
von polymeren Verbindungen, wie Polymilchsäure, Polyglycolsäure, Polyvinylpyrrolidon
etc. oder in Liposomen, Mikroemulsionen, Micellen, unilamellaren
oder multilamellaren Vesikeln, Erythrozyten-Ghosts oder Sphäroplasten
ein. Derartige Zusammensetzungen werden den physikalischen Zustand,
die Löslichkeit,
Stabilität,
Geschwindigkeit der in vivo-Freisetzung und die Geschwindigkeit
der in vivo-Beseitigung des Oligonukleotids beeinflussen. Andere
Bestandteile können
wahlfrei zugesetzt werden, wie Antioxidationsmittel, z. B. Ascorbinsäure; niedermolekulargewichtige
Polypeptide (mit weniger als etwa zehn Resten), d.h. Polyarginin
oder Tripeptide; Proteine, wie Serumalbumin, Gelatine oder Immunglobuline;
Aminosäuren,
wie Glycin, Glutaminsäure,
Asparaginsäure
oder Arginin; Chelatierungsmittel wie EDTA; und Zuckeralkohole,
wie Mannitol oder Sorbitol. Mögliche
Zusammensetzungen mit verzögerter
Freisetzung schließen
die Formulierung von lipophilen Depots (z. B. Fettsäuren, Wachse, Öle) ein.
Ebenfalls eingeschlossen von der Erfindung werden teilchenförmige Zusammensetzungen,
beschichtet mit Polymeren (z. B. Polyoxameren oder Polyoxaminen),
und nicht-natürlich
vorkommende Oligonukleotidverbindung, gekoppelt an Antikörper, die
gegen gewebespezifische Rezeptoren, Liganden oder Antigene gerichtet
sind, oder gekoppelt an Liganden von gewebespezifischen Rezeptoren.
Ferner können
spezifische Nukleotidsequenzen angefügt werden, um die nicht-natürlich vorkommende
Oligonukleotid-Verbindung der Erfindung zu dem Zellkern, Plastiden,
Zytoplasma oder zu spezifischen Typen von Zellen zu lenken. Andere
Ausführungsformen
der Zusammensetzungen der Erfindung beinhalten teilchenförmige Formen,
schützende Überzüge, Protease-Inhibitoren
oder Permeationsverstärker
für verschiedene
Wege der Verabreichung, einschließlich dem parenteralen, pulmonären, nasalen
und oralen Weg.
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Geeignete
topische Formulierungen schließen
Gels, Cremes, Lösungen,
Emulsionen, Kohlenhydratpolymere, biologisch abbaubare Matrizen
davon; Dämpfe,
Nebel, Aerosole oder andere Inhalationsmittel ein. Die nicht-natürlich vorkommende
Oligonukleotid-Verbindung kann in einer Waffel, Wachs, Folie oder
einem festen Träger,
einschließlich
Kaugummis eingekapselt sein. Permeationsverstärker zum Unterstützen des Transports
zur Bewegung über
die Epithelschicht sind ebenfalls im Fachgebiet bekannt und schließen, ohne jedoch
darauf eingeschränkt
zu sein, Dimethylsulfoxid und Glycole ein.
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Ribonukleotid-
und Deoxyribonukleotid-Derivate oder Modifikationen sind im Fachgebiet
gut bekannt und sind kompatibel mit kommerziell erhältlichen
DNA-Synthesizern (siehe Saenger, 1984, insbesondere Seiten 159-200).
Nukleotide umfassen eine Base, Zucker und eine Monophosphatgruppe.
Folglich können
Nukleotidderivate, -substitutionen oder -modifikationen auf der
Ebene der Base, des Zuckers oder des Monophosphats vorgenommen werden.
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Eine
große
Anzahl an modifizierten Basen werden in der Natur gefunden, und
ein großer
Bereich an modifizierten Basen ist synthetisch erzeugt worden (Saenger,
1984; und CRC Handbook of Biochemistry). Geeignete Basen werden
Inosin, 5'-Methylcytosin,
5'-Bromuracil, Xanthin,
Hypoxanthin und andere derartige Basen einschließen. Zum Beispiel können Aminogruppen
und Ringstickstoffe alkyliert sein, wie eine Alkylierung von Ringstickstoffatomen
oder Kohlenstoffatomen, wie N1 und N7 von Guanin und C5 von
Cytosin; Substitution von Keto- durch Thioketogruppen; Sättigung
von Kohlenstoff=Kohlenstoff-Doppelbindungen
und Einführung einer
C-Glycosyl-Bindung im Pseudouridin. Beispiele von Thioketo-Derivaten
sind 6-Mercaptopurin und 6-Mercaptoguanin.
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Basen
können
mit verschiedenen Gruppen, wie Halogen, Hydroxy, Amin, Alkyl, Azido,
Nitro, Phenyl und dergleichen, substituiert sein. Basen können mit
anderen chemischen Spezies substituiert sein, wie Aminosäure-Seitenketten
oder Linkern, welche andere chemische Einheiten beinhalten können oder
nicht, z. B. saure oder basische Gruppen. Zum Beispiel kann Guanin
(G3) mit Tyrosin substituiert sein, und
Cytosin (C1) oder Adenin (A11) können
in ähnlicher
Weise mit Histidin substituiert sein.
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Der
Zuckereinheit des Nukleotids kann ebenfalls gemäß gut bekannten Verfahren im
Fachgebiet modifiziert werden (Saenger, 1984). Diese Erfindung überspannt
verschiedene Modifikationen am Zuckerrest von Nukleotiden, solange
derartige Modifikationen nicht die Spaltungsaktivität der Verbindung
zunichte machen. Beispiele von modifizierten Zuckern schließen das
Ersetzen der sekundären
Hydroxylgruppen mit Halogen-, Amino- oder Azido-Gruppen; 2'-Methylierung; Konformationsvarianten,
wie etwa dass das O2'-Hydroxyl cis-orientiert zur Glycosyl
C1. -N-Bindung liegt, um Arabinonukleoside
bereitzustellen, und Konformationsisomere am Kohlenstoff C1 zum Erhalten von α-Nukleosiden, und dergleichen,
ein. Ferner können
Nicht-Ribose-Zucker, wie etwa Hexosen wie Glukose, Pentosen wie
Arabinose, verwendet werden.
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Die
Phosphatgruppe von Nukleosiden wird ebenfalls Derivatisierung oder
Modifikationen unterzogen, welche auf dem Fachgebiet gut bekannt
sind. Zum Beispiel ergibt die Ersetzung von Sauerstoff mit Stickstoff, Schwefel
oder Kohlenstoffderivaten jeweilig Phosporamidate, Phosphorthioate,
Phosphodithiolate und Phosphonate. Substitutionen von Sauerstoff
mit Stickstoff, Schwefel von Kohlenstoffderivaten können an
Verbrückungs-
oder Nicht-Verbrückungs-Positionen
vorgenommen werden. Aus Arbeiten unter Beteiligung von Antisinn-Oligonukleotiden
ist es allgemein nachgewiesen worden, dass Phosphodiester- und Phosphorthioat-Derivate
effizient in Zellen eintreten können
(insbesondere, wenn sie von kurzer Länge sind), möglicherweise
aufgrund der Assoziation mit einem zellulären Rezeptor. Methylphosphonate
werden wahrscheinlich von Zellen dank ihrer elektrischen Neutralität aufgenommen.
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Die
Phosphatgruppe kann vollständig
durch Peptid-Nukleinsäuren
ersetzt werden (siehe Hanvey et al., 1992; Nielson, 1991; und Egholm,
1992). Andere Ersetzungen sind dem Fachmann auf dem Gebiet gut bekannt,
zum Beispiel Siloxan-Brücken,
Carbonat-Brücken,
Acetamidat-Brücken,
Carbamat-Brücken,
Thioether-Brücken
etc. (Uhlmann und Peymann, 1990).
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Die
folgenden Beispiele dienen zur Veranschaulichung der beanspruchten
Erfindung. Die Erfindung wird in den Abschnitten über "Experimentelle Einzelheiten", welche folgen,
veranschaulicht. Diese Abschnitte werden dargestellt, um beim Verstehen
der Erfindung zu helfen.
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BEISPIEL 1
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In vitro Ribozym-katalysierte
Spaltung von Mo-MLV-Psi-Verpackungsequenzen.
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Um
zu zeigen, dass die Zielsequenzen tatsächlich spaltbar waren, wurden
in vitro-Spaltungsreaktionen
vor den Ribozym-Testen in Zellkultur durchgeführt.
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Es
wurden vier Stellen in der Mo-MLV-Verpackungsregion gemäß dem Vorhandensein
von GUC-Basen und der potenziellen Zugänglichkeit der Stellen innerhalb
der vorgeschlagenen RNA-Sekundärstruktur,
abgeleitet aus Zuker's
FOLDRNA-Programm (Zuker et al., 1981), ausgewählt. Die Stellen wurden 243,
274, 366 und 553 genannt, basierend auf ihrem Nukleotidabstand zum
5'-Ende des viralen
Transkripts (2). Diese Nukleotidpositionen
werden beschrieben in "RNA
Tumor Viruses" (Coffin,
1985). Es wurden zwei Typen von Ribozym entworfen: drei Einzel-Ribozyme,
welche individuell auf die Stellen 243, 274 und 366 abzielten, mit 12
Nukleotide langen Armen, und ein Mehrfach-Ribozym, das auf alle
vier Stellen abzielte, mit dazwischenliegenden Armen der Länge von
Sequenzen zwischen jeder der Zielstellen. Die Stellen und der Gesamtentwurf sind
in der 2 gezeigt.
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Die
Einzel-Ribozyme wurden durch Klonierung eines künstlichen doppelsträngigen Inserts
mit überhängenden
PstI- und EcoRI-Enden in pGEM3Zf(+) konstruiert. Die resultierenden
Plasmide waren pGEM243, pGEM274 und pGEM366. Das Mehrfach-Ribozym
wurde durch eine Variation von standardmäßigen in vitro-Mutagenese-Protokollen
(Warrilow et al., 1992) konstruiert. Dieses Plasmid wurde pGEM-M7
genannt. Eine erfolgreiche Klonierung und die Sequenz-Integrität wurden
mittels DNA-Sequenzierung bestätigt.
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Die
Psi-Verpackungssequenz, im Bal I-Bal I-Fragment von Mo-MLV, abgeleitet
aus pMLV-1 (Coffin, 1985), wurde in den Vektor pGEM3Zf(+) kloniert,
und als ein Substrat für
in vitro-Ribozym-Spaltung
transkribiert. Eine "Run-off"-Transkriptionsmischung
(50 μl)
zum Erzeugen entweder von Ribozymen oder Substrat enthielt 1 μg linearisierte,
mit Proteinase K behandelte, DNA-Matrize, 30 mM Dithiothreitol,
400 μM von
jeden rNTPs, 40 mM Tris-Cl, pH 8,0, 2 mM Spermidin, 6 mM MgCl2, 50 mM NaCl, 1 μl [a-32P]-UTP
(400-800 Ci/mMol, 10 mCi/ml), 1 Unit RNasin und 10 Units T7- oder
SP6-RNA-Polymerase (Stratagene). Nach 1 h Inkubation bei 37°C wurden
10 Units RNase-freie DNase (Promega) zugegeben, und die Mischung
wurde 15 Minuten lang bei 37°C
inkubiert. Nach Phenol-Chloroform-Extraktion wurden RNA-Transkripte
durch Zusetzen von 0,1 Volumen 3 M Natriumacetat und 2,5 Volumen
Ethanol gefällt.
Für Spaltungsreaktionen
wurden das Ribozym und Substrat (Molverhältnis 1 : 1) bei 80°C während 2
Minuten präinkubiert,
gefolgt von 30 Minuten Inkubation bei 37°C in Gegenwart von 50 mM Tris-Cl,
pH 7,5, und 10 mM MgCl2. Die Reaktionen
wurden gestoppt durch die Zugabe eines gleichen Volumens an Stop-Mix
(8 M Harnstoff, 50 mM EDTA, 0,05 % Bromphenolblau und 0,05 % Xylencyanol)
und auf einem denaturierenden 6%igen Polyacrylamidgel analysiert,
welches 8 M Harnstoff enthielt, gefolgt von Autoradiographie.
-
Konstruierte
Ribozyme, die auf verschiedene Stellen der proviralen Mo-MLV-Verpackungssequenz
abzielten, spalteten gezeigtermaßen die Ziel-RNA in vitro an
den gewählten
Stellen.
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Für die Mehrheit
der Ribozymkonstrukte führte
eine Inkubation eines 32P-markierten Psi-Transkripts mit 32P-markierter Ribozym-RNA in einer ungefähr äquimolaren
Menge zu einer effizienten Spaltung des Substrats unter milden physikalischen
Bedingungen (37°C,
10 mM MgCl2 und 50 mM Tris.Cl, pH 7,5).
Repräsentative
Beispiele dieser Verdaus sind in der 6 gezeigt.
Die Größe der gespaltenen
Psi-Fragmente, erzeugt durch Rz274 und Rz366, waren konsistent mit
der Lokalisierung von vorhergesagten Stellen für die Spaltung, was zu Banden
von 62nt plus 473nt bzw. 154nt plus 381nt führte. Das Mehrfach-Ribozym
(Rz-M7) erzeugte vier Fragmente (50nt, 92nt, 187nt und 240nt), wie
vorhergesagt, sowie mehrere partiell gespaltene Fragmente (3).
Für Rz243
gab es keine sichtbare Spaltung bei 37°C und eine schwache Spaltung,
welche passend große
Fragmente ergab, bei 50°C
(Daten nicht gezeigt).
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Mit
der Ausnahme von Ribozym 243 zeigten diese Ergebnisse eine effiziente
ortsspezifische Ribozym-vermittelte Spaltung.
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BEISPIEL 2
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Anti-Mo-MLV-Verpackungsstelle(Psi)-Konstrukte
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Im
Anschluss an die Demonstration einer effizienten in vitro-Spaltung
wurden die konstruierten Ribozyme sowie eine lange Antisinn-Sequenz,
komplementär
zur Psi-Verpackungsregion,
in die 3' untranslatierte Region
des neor-Gens kloniert, welches an den "early"-Promotor von Simian
Virus 40 (SV40) gekoppelt war (4). neor ist ein prokaryotisches Gen, welches ein
Enzym codiert, das Neomycin oder das Neomycinanalog G418 phosphoryliert
und dadurch inaktiviert. Letzteres ist toxisch für Säugerzellen, und die Expression
eines exogenen neor-Gens ermöglicht das
Zellüberleben.
Dieses Konstrukt, mit dem SV40-Promotor, gekoppelt an das neor-Gen, liegt innerhalb eines Säuger-Expressionsvektors,
pSV2neo, vor und wird diagrammartig in 4 gezeigt.
-
Die
Ribozym-Inserts und eine Antisinn-Kontrolle wurden in eine SmaI-Stelle
in der 3' untranslatierten Region
von neor mittels glattendiger Ligation kloniert.
Die resultierenden Vektoren wurden als pSV243, pSV274, pSV366, pSVM7
bzw. pSVas Psi (das Antisinn-Konstrukt)
bezeichnet.
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BEISPIEL 3
-
Transfektion von Konstrukten
in 3T3-Mo-MLV herstellende Zelllinien.
-
Die
verschiedenen pSV2neo-basierenden Konstrukte wurden unter Anwendung
eines Calciumphosphat-Transfektionsprotokolls (Chen et al., 1987)
in 3T3-Mo-MLV-Zellen transfiziert. Positive Kolonien waren diejenigen,
welche sich nach 9-12 Tagen in Gegenwart von 500 μg/ml G418
bildeten. Für
jedes Konstrukt wurden 4-7 Kolonien unter Verwendung von Klonierungszylindern
isoliert. Diese Kolonien wurden wachsen gelassen, in flüssigem N2 aufbewahrt und dann für weitere Assays verwendet.
Nach 10-14 Tagen Selektion in 500 μg/ml G418 wurden mehrere stabile
klonale Zelllinien für
jedes Konstrukt etabliert. Um die Integration von transfizierten
DNA-Expressionskonstrukten zu bestätigen, wurde genomische DNA
aus bestimmten der transfizierten Zelllinien hergestellt, und eine
Southern-Analyse wurde ausgeführt.
Die Restriktionsenzyme HindIII und NruI wurden verwendet, um genomische
DNA zu verdauen und ein Fragment zu erzeugen, welches das neor-Gen plus Inserts (Ribozyme oder Antisinn)
enthält.
Das Vorliegen des Konstruktes konnte dann durch Verwendung einer
neor-spezifischen Sonde bestimmt werden.
Aus der in 7 gezeigten Southern-Analyse
ist es deutlich, dass die sowohl mit Ribozym- als auch Antisinn-Konstrukten transfizierten
und in G418 selektierten Zellen das neor-Gen
plus die entsprechenden Ribozym- oder Antisinn-Sequenzen enthielten.
Die Größen der HindIII-NruI-Fragmente, welche
mit der neor-Sonde hybridisieren, beliefen
sich festgestelltermaßen
in jedem Fall auf die vorhergesagte Größe, nämlich 1,3 kb für das neor-Gen allein, 1,38 kb für neor plus
dem Einzel-Ribozym; 1,98 kb für
neor plus einem Mehrfach-Ribozym; 1,89 kb
für neor plus der Antisinn-Sequenz.
-
Die
Expression der Ribozym- oder Antisinn-Konstrukte wurde aufgrund
von G418-Resistenz in den positiven Transfektanten vorhergesagt.
Dies wurde in den transfizierten Zellen unter Anwendung von RNase-Protektions-Assay
weiter untersucht. Gesamt-RNA wurde unter Anwendung eines Guanidiumthiocyanat-Vorgehens
aus manchen der Zelllinien extrahiert, 20 μg Gesamt-RNA wurden dann mit
den entsprechenden 32P-markierten Ribosonden
(5 × 104 cpm) in einer Lösung hybridisiert, welche 80
% entionisiertes Formamid, 100 mM Natriumcitrat pH 6,4, 300 mM Natriumacetat
pH 6,4, 1 mM EDTA enthielt, woran sich ein RNase-Verdau der hybridisierten RNAs (5 μg/ml RNase
A und 10 Units/ml RNase T1) anschloss. Wenn das Ribozym nicht exprimiert
wurde, dann wird die komplementäre
Ribosonde nicht in der Lage sein, zu binden. Die RNA würde dann
einzelsträngig
bleiben und würde
von RNase vollständig
verdaut werden. Die Reaktionsmischung wurde dann mittels Elektrophorese
aufgetrennt. Wie gezeigt in der 8, enthüllten die
Assays, dass alle Ribozyme und Antisinn-Konstrukte wie erwartet
exprimiert wurden. Die geschützten
Fragmente belaufen sich auf 65 bp (Einzel-Ribozyme); 588 bp Mehrfach-Ribozyme
und 524 bp (Antisinn).
-
BEISPIEL 4
-
Fähigkeit von Konstrukten zur
Unterdrückung
von Mo-MLV-Replikation.
-
Nach
der Einrichtung von stabilen klonalen 3T3-Mo-MLV-Zelllinien, welche
mit verschiedenen Konstrukten transfiziert waren, wurde ein XC-Plaque-Assay
angewandt, um den Spiegel der Mo-MLV-Replikation auszuwerten. Der
XC-Assay ist ein syncytialer Plaque-Assay für Mo-MLV, welcher auf der Beobachtung
basiert, dass Mo-MLV-erzeugende Zellen eine Fusion von XC-Zellen
verursachen können.
Mo-MLV wurde wie beschrieben in (Gautsch et al., 1976) titriert,
mit der Ausnahme, dass 8 μg/ml
Polybrene (Sigma) während
der Infektion vorhanden waren, um die virale Bindung an die Zielzellen
zu verstärken. Überstände aus
der Kultur von verschiedenen Mo-MLV-produzierenden Zelllinien wurden
zu nicht-infizierten Maus-NIH3T3-Zellen zugegeben, welche mit 8 μg/ml Polybrene
1 h vor der Infektion vorbehandelt worden waren. Nach 20 h Inkubation in
Wachstumsmedium wurden die infizierten NIH3T3-Zellen mit XC-Zellen
in einer 2 × 2
mm2 großen
Rasterfeld-Platte 3 bis 4 Tage lang cokultiviert. Die Platten wurden
dann mit Methanol fixiert, mit 1 % Methylenblau plus 0,1 % Enzianviolett
gefärbt
und mittels Mikroskopie hinsichtlich Syncytium-Plaques durchrastert.
Um zu gewährleisten,
dass die Assays innerhalb des linearen Abschnitts der Dosis-Antwort-Kurve
durchgeführt
wurden, wurden 3,5 × 105 Zellen pro Platte mit zweifachen seriellen
Verdünnungen
des Virus infiziert und 24 h später
zu einer gemischten Kultur mit XC-Zellen passagiert. Die Ergebnisse
in der Tabelle 1 stammten aus drei unabhängigen Experimenten. 74 % bis
77 % Inhibition der Syncytium-Plaquebildung wurden aus den Zellen, welche
Rz274, Rz366, Rz-M7 und As-Psi enthielten, in Bezug auf den pSV2neo-Vektor
enthaltenden Zellen beobachtet, wohingegen keine offensichtliche
Inhibition für
Rz243-enthaltende Zellen gezeigt wurde. Diese Daten sind konsistent
mit in vitro-Spaltungsergebnissen (6), in welchen
Rz243 das Substrat unter den angewandten Bedingungen nicht effizient
zu spalten schien.
-
Diese
unterdrückenden
Effekte wurden unter Anwendung von viralem RNA-Dot-Blotting bestätigt, bei welchem
1 ml Überstand
aus einer 16-h-Kultur von Virus-produzierenden NIH3T3-Zellen durch
Zentrifugieren (12 000 U/min., 10 min., 4°C) in einer Mikrozentrifuge
geklärt
wurde. Virale RNA wurde in 8 % PEG 8000 und 0,5 M NaCl präzipitiert.
Nach der Phenol-Chloroform-Extraktion wurde RNA auf positiv geladene
Nylonmembran (Zeta-Probe, Bio-Rad) in einer Alkali-Transferlösung (Reed
et al., 1985) geblottet. Eine Hybridisierung wurde bei 42°C über Nacht
in 50 % Formamid, 5 X SSPE, 5 X Denhardt-Lösung, 0,5 % SDS, 100 mg/ml
denaturierter Heringssperma-DNA und 32P-markierter
Ribosonde, die vom T7-Promotor von pGEM-Psi transkribiert worden
war, durchgeführt.
Virale RNA wurde mittels Dot-Szintillations-Zählung quantifiziert. Virale
RNA in den Überständen aus
den Ribozym- oder Antisinn-transfizierten 3T3-Mo-MLV-Zellen wurde
gemessen und mit derjenigen im Überstand
von pSV2neo-transfizierten 3T3-Mo-MLV-Zellen verglichen. Wie aus 9 und
Tabelle 2 ersehen werden kann (außer für Rz243-exprimierende Zellen),
war die Menge an erzeugter viraler RNA aus allen Zelllinien, welche
Ribozyme oder Antisinn exprimierten, im Wesentlichen um Mengen verringert, ähnlich zu
denjenigen, die mittels Syncytial-Assay beobachtet wurden,.
-
Im
Anschluss an die Transfektion dieser Ribozymkonstrukte in Mo-MLV-infizierte
Zellen zeigten nur diejenigen Ribozyme, welche eine effiziente in
vitro-Spaltung aufwiesen, die Fähigkeit,
Mo-MLV-Replikation in vivo zu unterdrücken (um ungefähr 70-80
%). Diese Ergebnisse demonstrieren eine direkte Korrelation zwischen
der in vitro-Spaltung und der Ribozym-vermittelten Virusunterdrückung in
vivo.
-
Die
vorangehenden Experimente wurden die Basis für weitere Untersuchungen von
Ribozymen, welche zum Abzielen auf Stellen auf der HIV-Psi-Verpackungssequenz
entworfen waren, um den viralen Titer zu verringern. Tabelle
1. Syncytium-Plaques, induziert von Mo-MLV, welches aus transfizierten
Zellen freigesetzt wurde.
- * 10–2 Verdünnung des Überstands
von Rz- oder As-Konstrukt-enthaltenden Zellen wurde bei der Infektion
von NIH3T3-Zellen verwendet.
- † Die
Zahl ist ein Mittelwert der Plaque-Zählungen aus zwei klonalen Linien
von jedem Konstrukt in drei unabhängigen Experimenten. Die Zahlen
werden als der Mittelwert ± Standardabweichung
präsentiert.
Replikat-Platten, welche die gleiche Verdünnung von infizierten Zellen
erhielten, enthielten im Allgemeinen ähnliche Anzahlen an syncytialen
Plaques.
Tabelle
2. Ausmaß der
Hybridisierung an virale RNA-Dot-Blots - * cpm-Zähleinheiten wurden abgeleitet
aus zwei Blots in 1:1-Verdünnungsreihe.
Der virale RNA-Dot-Blot-Assay wurde durchgeführt, wie beschrieben in Materialien
und Methoden. Im Anschluss an die Autoradiographie wurden die Filter,
entsprechend jedem Dot bzw. Auftragspunkt, für eine Flüssigkeits-Szintillations-Zählung ausgeschnitten.
-
BEISPIEL 5
-
Das Anti-HIV-Verpackungsstellen-Konstrukt.
-
Eine
GUA-Stelle wurde in der Psi-Verpackungsregion (Nuk. 735 bis Nuk.
765 vom 5'-Ende
des HIV-Genoms) von HIV-1 (HIVSF2, Levy, 1984) für das Ribozym-Abzielen gewählt. Wie
für die
vorangehenden Konstrukte wurde das synthetische Ribozym-Insert in
eine SmaI-Stelle in der 3' untranslatierten
Region des neor-Gens des Vektors pSV2neo
durch glattendige Ligation kloniert. Eine erfolgreiche Klonierung
und die Sequenz-Integrität
wurden durch DNA-Sequenzierung bestätigt. Dieses Konstrukt wurde
als pSV-Rz-HIV-Psi bezeichnet. Die 4 zeigt
ein Diagramm des Konstrukts.
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BEISPIEL 6
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Transfektion
von pSV-Rz-HIV-Psi-Konstrukt in T-Lymphozyten
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Das
Anti-HIV-Verpackungsstellen-Konstrukt, pSV-Rz-HIV-Psi, wurde in
Sup T-1-Zellen, eine humane T-Lymphom-Zelllinie, elektroporiert.
Exponentiell wachsende Zellen wurden geerntet, und die Anzahl lebensfähiger Zellen
wurde durch Farbstoffausschluss gezählt. Die Zellen wurden mit
PBS gewaschen und bei einer Dichte von 1 × 107 lebensfähigen Zellen/ml
in RPMI-Medien ohne FCS aber mit 10 mM Dextrose und 0,1 mM Dithiothreitol
resuspendiert. 0,4 ml der Zellsuspension und 10 μg pSV-Rz-HIV-Psi-Plasmid-DNA
wurden pro Elektroporation in 0,4cm-Küvetten (Bio-Rad) verwendet.
Die Zell- und DNA-Mischung wurde einem einzelnen Puls von 960 μF, 200 V,
aus einem "Gene
Pulser" (Bio-Rad)
unterzogen. Nach dem Schocken wurde die Küvette 10 Minuten lang bei Raumtemperatur
inkubiert, und die Zellen wurden dann in 10 ml RPMI-Medien mit 10
% FCS überführt und
in einen Inkubator (5% CO2, 37°C) gebracht.
48 Stunden nach der Elektroporation wurden die Zellen in Medium,
welches mit 800 μg/ml
G418 ergänzt
war, selektiert. 9-12 Tage später
wurden positive Kolonien isoliert und als klonale Isolate herangezogen,
welche in einem HIV-Protektions-Assay
verwendet werden sollten.
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BEISPIEL 7
-
Überprüfung des Vermögens von
Ribozym-Expressionskonstrukten, Schutz gegen Herausforderung mit
HIV zu vermitteln.
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Zwei
Assays, p24-Antigen und Syncytiumbildung, wurden durchgeführt, um
die Effektivität
des Anti-HIV-Psi-Ribozym-Konstrukts in Zellkultur zu überprüfen. Der
HIV-1-p24-Antigen-Assay
ist ein Enzym-Immunoassay, welcher einen monoklonalen Maus-Antikörper gegen
HIV-Kernantigen, aufbeschichtet auf Mikrovertiefungs-Streifen, verwendet.
Der HIV-1- Syncytium-Assay
basiert auf der Beobachtung, dass HIV-1 mit Ziel-T-Lymphozyten durch
Verursachen einer Fusion wechselwirkt, welche zur Bildung von Syncytien,
großen Zellen,
die viele Zellkerne enthalten, führt.
Die klonalen, Ribozymkonstrukt-exprimierenden Zellen, plus Kontrollen,
wurden mit HIV-1 (SF2) bei einer m.o.i. (Multiplizität der Infektion)
von 0,1 bis 1 infiziert. Nach 2 Stunden wurden die Zellen gewaschen,
und 10 ml frische Medien wurden zugegeben. Alle 3-4 Tage wurde die
Anzahl sowohl von Syncytien als auch lebensfähigen Zellen gezählt. Für eine Syncytiumbildung
wurde eine um ungefähr
zwei log höhere
Dosis erfordert, um das gleiche Ergebnis wie in der Kontrolle zu
zeigen, welche das Ribozym nicht einschloss (Tabelle 3). Darüber hinaus
verursachte das Vorhandensein des Ribozyms eine Verzögerung in
der Syncytiumbildung (Tabelle 4).
-
In
einem anderen experimentellen Protokoll wurden die Zellen pelletiert,
und ein Aliquot des Überstands
wurde für
den p24-Assay entnommen. Repräsentative
Ergebnisse sind in der 10 gezeigt. In diesem Experiment
bestand eine Inhibition von p24-Spiegeln am Tag 22 nach der Herausforderung.
An den Tagen 8 und 13 nach der Infektion wurde eine mehr als 80%ige
Inhibition der p24-Herstellung in Ribozym-exprimierenden Zellen,
verglichen zu Zellen mit dem Vektor allein, beobachtet, wohingegen
am Tag 22 ein ungefähr 60%iger
Spiegel der Inhibition beobachtet wurde.
-
Diese
Ergebnisse liefern Beweise, dass die HIV-Replikation durch die Zugabe
eines Ribozyms gegen die Psi-Verpackungsstelle in T-Lymphozyten
inhibiert werden kann. Tabelle
3. Syncytien-Bildung
- * HIV-1 (SF33) wurde im Infektionsvermögens-Assay
verwendet (m.o.i. von 0,1-1).
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Tabelle
4. Syncytien-Bildung von infizierten SupT1-Zellen
-
Die
Anzahl von Syncytien in jeder Kultur wurde in vier Niedrig-Vergrößerungs-Feldern
ausgezählt
und wurde gemittelt; -: keine Syncytien; +: 1-5 Syncytien; ++: 6-10
Syncytien; +++: mehr als 10 Syncytien. Bei der Scheinprobe handelt
es sich um nicht-infizierte SupT1-Zellen.
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BEISPIEL 8
-
Wir überprüften ebenfalls
die Effektivität
der anderen (zusätzlich
zu den auf ψ abzielenden)
Ribozym-Konstrukte. In unerwarteter Weise haben wir festgestellt,
dass ein Einzel-Ribozym, welches auf eine Sequenz innerhalb des
tat-Gens von HIV-1 abzielte (Rz2), ebenfalls wirksam zum Inhibieren
der HIV-1-Replikation war. Wir untersuchten die Sequenzkonservierung
dieser Region von tat, und stellten fest, dass sie unter verschiedenen
HIV-1-Isolaten hochkonserviert ist (siehe 12). Dies
sind die ersten Experimente mit dieser tat-Sequenz als einer HIV-1-Ribozym-Zielstelle.
Die Berichte in der Literatur sind in der 13 erwähnt, wobei die
angegebenen tat-Zielstellen von anderen Forschern angezielt worden
waren; Stelle 1 (Crisell et al., 1993) und Stelle 3 (Lo et al.,
1992, und Zhou et al., 1992).
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ZUSAMMENFASSUNG
-
Lymphozyten
des humanen peripheren Bluts (PBLs) wurden mit einer Anzahl von
rekombinanten Retroviren transduziert, einschließlich RRz2, einem LNL6-basierten
Virus mit einem Ribozym, das auf das HIV-tat-Gentranskript abzielt,
inseriert innerhalb der 3'-Region
des Neomycin-Resistenzgens (neor); RASH-5, einem
LNHL-basierten Virus, enthaltend eine Antisinn-Sequenz zur 5'-Leader-Region von
HIV-1 stromabwärts des
humanen Cytomegalovirus(HCMV)-Promotors; und R20TAR, einem LXSN-basierten
Virus mit 20 Tandemkopien der HIV-1-TAR-Sequenz, gesteuert von der
langen terminalen Wiederholungseinheit (LTR) von Moloney-Maus-Leukämie-Virus.
Nach G418-Selektion wurden die transduzierten PBLs mit dem HIV-1-Laborstamm
IIB und einem primären
klinischen Isolat herausgefordert. Die Ergebnisse zeigten, dass
PBLs aus verschiedenen Spendern transduziert werden konnten, und
dass dies Resistenz gegen HIV-1-Infektion vermittelte. Für jedes
dieser Konstrukte wurde eine Reduktion von ungefähr 70 % hinsichtlich des p24-Antigen-Spiegels im
Verhältnis
zu den entsprechenden, mit Kontrollvektor transduzierten, PBLs beobachtet.
Molekulare Analysen zeigten eine konstitutive Expression aller transduzierten
Gene von dem retroviralen LTR aus – es wurde jedoch kein nachweisbares
Transkript von dem internen HCMV-Promotor für das Antisinn-Konstrukt beobachtet.
Transduktion von, und anschließende
Transgen-Expression
in, PBLs hatte keinen Einfluss auf die Oberflächenexpression von entweder
CD4+/CD8+ (gemessen
mittels Flusszytometrie) oder auf die Zellproliferation (untersucht
durch [3H]-Thymidin-Aufnahme-Assay). Diese
Ergebnisse zeigen die potenzielle Nützlichkeit dieser gentherapeutischen
Anti-HIV-1-Mittel und verdeutlichen den vorklinischen Wert dieses
PBL-Assay-Systems.
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Das
humane Immundefizienz-Virus (HIV) ist als das ätiologische Agens von erworbenen
Immundefizienz-Syndrom (AIDS) und den damit verbundenen Erkrankungen
identifiziert worden (Barre-Sinoussi, F., et al., 1983; Gallo, R.C.,
et al., 1984). Gegenwärtig
gibt es keine angemessene Behandlung für diese Krankheit, und die
Verwendung von genetischer Manipulation zum Inhibieren der HIV-Replikation
scheint eine neuartige und vielversprechende Herangehensweise an
die AIDS-Therapie zu sein. Mögliche
gentherapeutische Herangehensweisen zum Eingreifen in Aspekte der
HIV-1-Replikation schließen
die Anwendung von Ribozym-Expression zum katalytischen Spalten und
daher Inaktivieren von HIV-I-RNA; Antisinn-RNA-Expression zum Inhibieren
der reversen Transkription, Prozessierung und Translation von HIV-RNA;
Expression von Mutanten-HIV-Struktur- oder Regulationsgenen mit
dominanter Repressions-Aktivität;
und Expression von RNA-Ködern
zum Inhibieren von HIV-1-Transkription, -Prozessierung und -Verpackung
ein.
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In
bis heute veröffentlichten
Berichten waren retrovirale Vektoren das gewählte Zuführungsverfahren für die Einbringung
von Transgenen und gentherapeutischen Anti-HIV-1-Mitteln. Diese Vektoren sind in humanen
hämatopoietischen
T-lymphozytischen Zelllinien getestet worden, wie CEM, SupT1 und
MOLT-4 (Sarver, N., et al., 1990; Weerashingee, M., et al., 1991;
Yu, M., et al., 1993; Yamada, O., et al., 1994; Rhodes, A., und James,
W., 1991; Sczakiel, G., et al., 1992; Lisziewicz, J., et al., 1991,
1993; Trono, D., et al., 1989; Malim, M.H., et al., 1992), welche
mehrere wünschenswerte
Merkmale aufweisen, einschließlich
unbeschränktem Wachstumspotenzial
für in-vitro-Assays,
aber den Nachteil besitzen, transformierte Zellen zu sein. Deswegen ist
es notwendig, die Effektivität
von gentherapeutischen Anti-HIV-Mitteln in humanen primären Zellen,
wie Lymphozyten des peripheren Bluts (PBLs) zu testen. Bei diesen
Zellen ist es die CD4–-Subpopulation, welche die
Schlüssel-Zielzelle
für eine
HIV-Infektion ist, und es ist diese Zellpopulation, welche hauptsächlich in AIDS-Patienten
depletiert wird. Gegenwärtig
gibt es jedoch keine Berichte, in welchen Primär-PBL-Assays für gentherapeutische
Anti-HIV-Vorgehensweisen angewandt worden sind.
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Wir
haben eine umfassende Untersuchung an menschlichen PBLs durchgeführt, um
i) Anti-HIV-Mittel, einschließlich Ribozym,
Antisinn und RNA-TAR-Köder,
zu testen, und ii) die Bedingungen für PBL-Transduktion, G418-Selektion
und HIV-1-Herausforderung sowohl unter Verwendung von Laboratoriums-
als auch klinischen HIV-1-Isolaten zu ermitteln. Diese Experimente
zeigen, dass eine Transduktion von primären PBLs mit retroviralen Konstrukten, welche
ein Ribozym, das auf das HIV-1-tat-Gen abzielt; eine Antisinn-Sequenz,
die zur 5'-Leader-Region von
HIV-1 komplementär
ist; oder einen 20-TAR-RNA-Köder
exprimieren, eine wesentliche Resistenz gegen HIV-1-Infektion vermittelte.
Dieses Assay-System ist eine Verbesserung gegenüber früheren Assays von retroviralen
Anti-HIV-Konstrukten und dient dazu, gegenwärtige T-Zelllinien-Assays zu
ergänzen.
Unter Verwendung dieses Systems haben wir signifikante Daten für die klinische
Relevanz hinsichtlich HIV-Gentherapie erbracht.
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MATERIALIEN UND METHODEN
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Zelllinien:
Verpackungszelllinien ψ2
(Mann, R., et al., 1983) und PA317 (ATCC CRL 9078) wurden in Dulbecco's modifiziertem Eagle's Medium (DME) kultiviert,
welches 10 % fötales
Rinderserum (FBS) enthielt. PA317-Zellen wurden einer Selektion
(5-7 Tage) alle sechs Wochen in HAT-Medium unterzogen. ψCRE und ψCRIP (Danos,
O., und Mulligan, R.C., 1988) wurden in DME plus 10 % Rinder-Kälber-Serum
(BCS) wachsen gelassen.
-
Retrovirale
Vektorkonstruktionen: Ein chemisch synthetisiertes Hammerkopf-Ribozym,
welches auf das HIV-1-tat-Gen-Transkript abzielte (nt 5865 bis nt
5882 von HIV-1 IIIB, GGAGCCAGTAGATCCTA),
wurde in die SalI-Stelle des Vektors LNL6 (Bender, M. A., et al.,
1987) innerhalb der 3' untranslatierten
Region des Neomycin-Resistenzgens kloniert (15A).
Dieses Konstrukt wurde RRz2 genannt. Für das Antisinn-Konstrukt wurde
ein 550 bp großes
BamHI-Fragment des HXB2-Klons, enthaltend einen Teil von R, US und
den 5'-Bereich des gag-Gens
(nt 78 bis nt 628), in einer Antisinn-Orientierung in eine BamHI-Stelle
des LNHL-Vektors kloniert (15B),
welcher aus dem Vektor pNHP-1 durch Entfernen der humanen HPRT-cDNA
an der BamHI-Stelle abgeleitet worden war (Yee, J. K., et al., 1987).
Das resultierende Antisinn-Konstrukt wurde RASH5 genannt. Das polymere-TAR-Konstrukt
wurde hergestellt durch Inserieren eines 20TAR-Fragmentes (20 Tandem-Kopien)
in XhoI- und BamHI-Stellen
innerhalb des LXSN-Vektors (Miller, A. D., et al., 1989), und R20TAR
genannt (15C). Die Sequenzintegrität und Orientierung
der Konstrukte wurden entweder durch DNA-Sequenzierung oder Restriktionsenzym-Kartierung
bestätigt.
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Herstellung
von amphotropen Retroviren: Die Retrovieren LNL6 und RRz2 wurden
durch Trans-Infektion hergestellt, beinhaltend die Verpackungszelllinien ψ2 und PA317-Zellen.
Ungefähr
80 % konfluente ψ2-Zellen
wurden mit 10 μg
der Konstrukt-DNA unter Verwendung von Calciumpräzipitation und Inkubieren in DME-Medium,
enthaltend 10 % FBS (DME-Wachstumsmedium), während 14 Stunden transfiziert.
Dieses Medium wurde dann entfernt, mit frischem DME-Wachstumsmedium
ersetzt und über
Nacht bei 37°C,
5 % CO2, inkubiert. Ecotropischer viraler Überstand
wurde dann von den transfizierten ψ2-Zellen abgesammelt und verwendet,
um subkonfluente (60-80 %) PA317-Zellen in DME-Wachstumsmedium in Gegenwart von 4 μg/ml Polybrene
zu infizieren. Nach 24 Stunden Inkubation bei 37°C, 5 % CO2,
wurden die infizierten PA317-Zellen trypsinisiert und 1:20 in DME-Wachstumsmedium,
enthaltend 750 μg/ml
G418, aufgeteilt. Das Medium wurde alle 3 bis 4 Tage gewechselt,
bis sich Kolonien bildeten. 10 bis 29 Klone von jedem der Konstrukte
wurden abgenommen und für
Assays hinsichtlich Virentiter (Assay hinsichtlich neomycinresistenter
Kolonien) und hinsichtlich replikationskompetentem Retrovirus (RCR)
(Miller, A.D., und Rosma, G. J., 1989) expandiert. Die Retroviren
LNHL, RASH5, LXSN und R20TAR wurden durch Transfizieren von ψCRE- und
Infizieren von ψCRIP-Zellen
hergestellt. 20 bis 96 Klone jedes Konstrukts wurden für Titer-
und RCR-Assays isoliert.
-
Transduktion
von humanem PBLs: Periphere Blut-Mononuklearzellen (PBMCs) wurden
aus Leukopacks von gesunden Spendern durch Ficoll-Hypaque-Gradienten-Zentrifugation
präpariert.
CD4+-Zellen wurden durch Depletion von CD8+-Zellen unter Verwendung einer MicroCELLector-Flasche
(Applied Immune Science) gemäß den Anweisungen
des Herstellers angereichert. Die CD4+-angereicherten
PBLs (5 × 105 Zellen/ml) wurden unter Verwendung von
5 μg/ml
Phytohämagglutinin
(PHA, Sigma) oder 10 ng/ml des monoklonalen OKT3-Antikörpers (Janssen-Cilag) in RPMI-1640-Medium,
welches ergänzt
war mit 10 % FBS und 20 Units/ml humanem rekombinanten Interleukin
2 (RPMI-Wachstumsmedium), 48 bis 72 Stunden lang stimuliert. Die
stimulierten PBLs wurden durch Exposition der Zellen an eine von
Produer-Zellen freie retrovirale Stammlösung während 18 Stunden in Gegenwart
von 4 μg/ml
Polybrene transduziert (eine m.o.i. von 0,5 wurde angewandt). 48
Stunden nach der Transduktion wurden PBLs in RPMI-Wachstumsmedium,
welches 300 bis 500 μg/ml
G418 enthielt, während
10 bis 14 Tagen selektiert. Hieran schloss sich eine Erholungsperiode
von einer Woche in frischem RPMI-Wachstumsmedium ohne G418 an, bevor
die PBLs mit HIV-1 herausgefordert wurden.
-
HIV-1-Infektion:
Die infektiösen
Titer (TCID50) des HIV-1-Laboratoriumstammes IIIB und des klinischen
Isolats 82H wurden auf menschlichen PBLs bestimmt, wie beschrieben
(Johnson, V. A. et al., 1990). 5/105 transduzierte
PBLs wurden mit 100 TCID50 HIV-Virus während 2 Stunden bei 37°C infiziert,
gefolgt von zweimaligem Waschen der Zellen mit RPMI-1640 und Resuspendieren
der Zellen in 5 ml RPMI-Wachstumsmedium. Alle 3 bis 4 Tage wurden
Aliquots des Überstands
für einen
p24-Antigen-ELISA (Coulter) als Proben entnommen.
-
RNA-Analyse:
Gesamt-Zell-RNA wurde unter Anwendung des Guanidium-Isothiocycanat-Verfahrens (Chrigwin,
J.J., et al., 1979) aus transduzierten PBLs extrahiert. 15 μg RNA wurde auf
einem 1 %igen Agarose-Formaldehyd-Gel fraktioniert, auf eine Nylonmembran
(Hybond-N) überführt und
mit 32P-markierter neor-spezifischer
Sonde, 550-bp-BamHI-Fragment von HIV-1 HXB2 oder 20-TAR-Fragment
für die
Detektion von neor-Ribozym-, Antisinn- bzw.
TAR-Expression hybridisiert.
-
FACS-Analyse
von transduzierten PBLs: 1 × 105 transduzierte PBLs wurden 20 Minuten lang
bei 4°C mit
CD4- oder CDS-spezifischen Fluoresceinisothiocyanat(FITC)-konjugierten
monoklonalen Antikörpern (Becton
Dickinson) oder mit einem Kontrollantikörper (FITC-Maus-IgG1, Becton Dickinson) inkubiert.
Nach zwei Waschungen in PBS wurden die Zellen auf einem Becton Dickinson
FACScan analysiert.
-
Proliferations-Assay:
PBLs wurden wie oben beschrieben transduziert. Im Anschluss an eine
Selektion in G418 und Erholung in frischem RPMI-Wachstumsmedium
wurde die Lebensfähigkeit
durch Trypan-Blau-Ausschluss überprüft, und
die Zellzahlen wurden auf 1 × 106 lebensfähige
Zellen/ml eingestellt. Vertiefungen (Corning-24-Vertiefungs-Platten)
in dreifacher Ausfertigung wurden mit 1 × 106 Zellen
angeimpft, und 1 μCi
6-[3H]-Thymidin (5 Ci/mMol, Amersham) wurde
in jede Vertiefung zugesetzt. Nach 48 Stunden in Kultur wurden die
Zellen auf Glasfaserfilter unter Vakuum überführt, dreimal mit eiskalter
phosphatgepufferter Kochsalzlösung
gewaschen und mit 3 × 5
ml eiskalter 10%iger Trichloressigsäure (w/v) präzipitiert.
Die Filter wurden mit Ethanol gespült und einer β-Scintillations-Zählung unterzogen.
Eine statistische Analyse wurde unter Anwendung des t-Tests nach
Student durchgeführt.
-
ERGEBNISSE
-
Erzeugung
von amphotropen Retroviren bei hohem Titer, enthaltend verschiedene
Transgene. Drei verschiedene Retroviren, welche die Transgene (Ribozym,
Antisinn oder polymeres TAR) exprimierten, wurden basierend auf
den unterschiedlichen Vektor-Grundgerüsten konstruiert. RRz2 wurde
durch Inserieren eines Anti-HIV-tat-Ribozym-Gens in die 3' untranslatierte
Region eines neor-Gens, gesteuert von der
langen terminalen Wiederholungseinheit (LTR) von MoMLV, in dem LNL6-Vektor
konstruiert (15A). Ein chimäres RNA-Transkript, welches
sowohl die neor- als auch Ribozym-Gene enthält, wird
von diesem Retrovirus erwartet. Im Retrovirus RASH5 (15B) könnte
die Antisinn-Sequenz entweder vom viralen LTR oder vom internen
humanen CMV-Promotor transkribiert werden. Beim R20TAR-Konstrukt
wird polymeres-TAR vom viralen LTR aus exprimiert (15C). Die drei retroviralen Konstrukte und die
entsprechenden Kontrollvektoren wurden verwendet, um amphotrope
Producer-Zelllinien zu erzeugen. Die Virentiter lagen innerhalb
des Bereichs von 105 bis 5 × 106 cfu/ml, wie gemessen mittels eines Standardprotokolls
(Miller, A.D., und Rosma, G.J., et al., 1989). Im Allgemeinen wurden
retrovirale Titer von > 106 cfu/ml in Transduktionsexperimenten verwendet. Alle
viralen Stammlösungen
wurden getestet und als frei von RCR bestätigt und bei –80°C aufbewahrt.
-
Retrovirale Transduktion
von PBLs.
-
Um
die Stimulation von PBLs für
retrovirale Transduktion zu optimieren, wurden die Antworten von CD4+-angereicherten PBLs auf PHA oder den OKT3-Antikörper verglichen.
Es wurde kein Unterschied innerhalb der Kulturen unter Verwendung
von entweder PHA oder OKT3 hinsichtlich der Zellverdopplungszeit,
Lebensfähigkeit
und der Transduktionsfähigkeit
beobachtet. In den vorliegenden Experimenten wurde der OK73-Antikörper verwendet,
weil er für
die Verwendung beim Menschen zugelassen worden ist. Die stimulierten
PBLs wurden dann mit den amphotropen Retroviren unter Verwendung
einer m.o.i. von 0,5 transduziert. Die Bestimmung der relativen
Transduktionseffizienz basierte auf der Anzahl von Zellen, welche
eine G418-Selektion überlebten.
Die gesamte Transduktionseffizienz variierte festgestelltermaßen von
2-7%, abhängig
von den Spenderblut-Packungen.
-
Es
wurde gezeigt, dass die G418-Selektion der transduzierten PBLs ein
entscheidender Schritt innerhalb der PBL-Assays ist. Um eine vollständige Selektion
zu erzielen, wurde ein Zwei-Schritt-Vorgehen
angewandt. Für
jeden Ansatz von PBLs wurde ein Assay hinsichtlich der toxischen
G418-Dosis angesetzt, und gleichzeitig wurde eine Grundlinien-G418-Konzentration von
300 μg/ml
auf die transduzierten PBLs in den anfänglichen 7 bis 9 Tagen angewandt.
Nach dieser anfänglichen
Periode wurde die G418-Konzentration auf diejenige angepasst, welche
innerhalb des Assays hinsichtlich der toxischen Dosis ermittelt
worden war. Für
die 10 getesteten Spender wurde es festgestellt, dass die toxische
G418-Dosis im Bereich von 300 bis 500 μg/ml lag, wobei eine anfängliche
Zellkonzentration von 105 Zellen/ml verwendet
wurde. Nach Transduktion und Selektion wurden die PBLs dann in frischem
Medium ohne G418 eine Woche lang kultiviert. Dieser Erholungsschritt
ist wichtig, um die Zelllebensfähigkeit
zu steigern und die Zellzahlen (es wurde eine 3- bis 5-fache Erhöhung relativ
zu derjenigen gefunden, die mit G418 beobachtet wurde) für die anschließenden HIV-1-Herausforderungs-Assays
zu erhöhen.
-
Expression der Transgene
in den transduzierten PBLs.
-
Die
Expression von Ribozym, Antisinn oder TAR-Sequenz in den transduzierten
PBLs wurde ausgewertet. 16A-16C zeigt das repräsentative Muster der Northern-Analyse.
In RRz2- und LNL6-transduzierten
Zellen (16A) wurden sowohl gespleisste
als auch ungespleisste Transkripte, welche neor-Ribozym oder
neor-Botschaften enthielten, unter Verwendung
einer neor-spezifischen Sonde detektiert
(3,2 kb und 2,4 kb). Die vorherrschende RNA-Spezies war das ungespleisste
Transkript. Wenn der Blot mit einer ribozymspezifischen Sonde hybridisiert
wurde, wurde das gleiche Muster nur für RRz2-RNA beobachtet. In RASH5-transduzierten
PBLs wurden zwei Transkripte von dem 5'-LTR (gespleisst und ungespleisst) unter
Verwendung der 550-bp-Sonde detektiert und als die erwarteten Größen aufweisend
(4,8 kb und 4,0 kb) bestätigt
(16B). Allerdings wurde das kürzere Transkript, welches von
dem internen CMV-Promotor erwartet wurde, nicht exprimiert, was
anzeigt, dass der CMV-Promotor in diesem Konstrukt ausgeschaltet
worden war. Der R20TAR-Vektor erzeugte ein ungespleisstes 4,6 kb
großes
Transkript von dem 5'-LTR
aus, welches an die TAR-Sonde hybridisierte, wie erwartet (16C), aufgrund der Inaktivierung des Splice-Donors
in LXSN.
-
Inhibition von HIV-1-Replikation
in humanen PBLs.
-
Um
die Relevanz des PBL-Assay-Systems für die Untersuchung von HIV-1-Gentherapie
zu analysieren, wurden HIV-Herausforderungsexperimente an transduzierten
PBLs sowohl unter Verwendung des Laboratoriums-Stammes (IIIB) als
auch eines primären
klinischen Isolats (82H) durchgeführt. Die Infektionen wurden
in zweifacher Ausfertigung vorgenommen und mit drei bis fünf unabhängigen Ansätzen von
PBLs wiederholt. HIV-1-Replikation wurde an verschiedenen Zeitpunkten
durch Messen von p24-Antigenspiegeln im Kulturüberstand überwacht. In den Herausforderungsexperimenten
unter Verwendung von HIV-1 IIIB-Stamm war die p24-Herstellung merklich
reduziert (70 %) in den PBLs, welche Ribozym (17A), Antisinn (17B) und
TAR-Köder
(17C) exprimieren, und zwar in Beziehung zu PBLs,
welche mit den entsprechenden Kontrollvektoren transduziert worden
waren. Eine Inhibition zu einem geringeren Ausmaß (40 % im Vergleich zu 70
%) wurde auch in den transduzierten, aber nicht selektierten, PBLs
beobachtet. Transduzierte und selektierte PBLs wurden des Weiteren
hinsichtlich ihrer Beständigkeit
gegen die Infektion von einem primären HIV-1-Isolat geprüft. Das primäre klinische
Isolat 82H wurde direkt aus den PBMCs eines Patienten erhalten und
ist als ein T-Zell-tropisches und Syncytien-induzierendes Isolat
charakterisiert worden. Wie für
IIIB, wurde die 82H-Replikation (geassayt durch p24-Antigen-ELISA)
zu einem ähnlichen
Spiegel, wie beobachtet in HIV-1 IIIB-infizierten PBLs, inhibiert
(18A-18C). Diese Ergebnisse zeigen, dass diese Transgene,
welche durch retrovirale Vektoren in menschliche PBLs zugeführt wurden,
die HIV-1-Replikation in primären
hämatopoietischen
Zellen inhibieren können.
-
Analyse von transduzierten
PBLs.
-
Um
potenzielle Effekte von Transduktion und Konstrukt-Expression auf
die PBL-Proliferation zu untersuchen, wurden [
3H]-Thymidin-Aufnahme-Assays
an allen transformierten und selektierten PBLs durchgeführt. Wenn
mit nicht-transduzierten normalen PBLs verglichen wurde, bestanden
keine offensichtlichen schädlichen Effekte
in mit Transgen- Konstrukt
und Vektor transduzierten PBLs (P < 0,02);
(
19). Darüber
hinaus zeigte eine FACS-Analyse, dass der CD4-Oberflächenmarker
nach der Transduktion unverändert
blieb (Tabelle 5). Dies zeigte, dass der in HIV-1-Herausforderungs-Assays
beobachtete inhibierende Effekt nicht auf einer Verringerung der
Anzahl von CD4-Rezeptoren auf den transduzierten PBLs beruhte. Tabelle
5. CD4/CD8-Oberflächenmarker
auf PBLs, wie gemessen durch FACS-Analyse
- * PBLs wurden analysiert, wie beschrieben
in Materialien und Methoden.
- Gesamt-PBLs = untransduzierte insgesamte PBLs; CD4+-PBLs
= untransduzierte CD4+-angereicherte PBLs; LNL6-PBLs = CD4+-angereicherte PBLs, welche mit LNL6-Virus
transduziert waren; RRz2-PBLs = CD4+-angereicherte
PBLs, welche mit RRz2-Virus transduziert waren.
-
Die 20 zeigt
die Ergebnisse einer CEM-T4-T-Lymphozyten-Zelllinie, welche mit
Virus transduziert und einer G418-Selektion unterzogen wurde. Die
vereinigte Population enthält
Zellen mit statistischen Integranten und variablen Konstrukt-Expressionsspiegeln,
welche dann mit HIV-1 herausgefordert werden.
-
Die 21A-21B zeigen die Ergebnisse von
RzM, Mehrfach-Ribozym, welches gegen tat gerichtet war, und RRzpsi/M,
einem Ribozym, welches sowohl gegen die Verpackungsstelle als auch
tat gerichtet war.
-
DISKUSSION
-
Damit
eine Gentherapie letztendlich eingesetzt werden kann, um die Replikation
von HIV-1 in vivo zu inhibieren, müssen derartige gentherapeutische
Vorgehensweisen zuerst in experimentellen Systemen untersucht werden.
Bis heute haben dieses experimentellen Systeme hauptsächlich die
Verwendung von humanen T-lymphozytischen Zelllinien beteiligt, und
es sind keine veröffentlichten
Daten hinsichtlich primären
PBLs verfügbar
(Yu, M., et al., 1994). Um vorklinische Daten zu gewinnen, ist es
bedeutsam, gentherapeutische Anti-HIV-1-Mittel in primären hämatopoietischen Zellen zu testen.
Diese Zellen sind die Hauptziele für HIV-1-Infektion und -Replikation,
und es bestehen signifikante Unterschiede in den Wachstumsmerkmalen,
der Antwort auf in vitro-Manipulation und der Reaktivität gegenüber HIV-1-Infektion
zwischen Zelllinien und PBLs. Es ist die CD4+-PBL-Population
[welche] für
die HIV-1-Gentherapie [relevant ist]. Aus diesen Gründen haben
wir die vorliegende Untersuchung durchgeführt, um ein PBL-Assay-System
einzurichten.
-
In
dieser Untersuchung sind drei verschiedene retrovirale Vektoren,
welche Ribozym-, Antisinn- oder TAR-Köder-Gene exprimieren, hinsichtlich
ihrer antiviralen Wirksamkeit in humanen PBLs getestet worden. Obwohl
sie in unterschiedlichen retroviralen Vektoren konstruiert wurden,
wurde von allen gezeigt, bei einem ähnlichen Spiegel in HIV-1-Schutz-Assays ohne offensichtliche
Zytotoxizität
wirksam zu sein, wie gemessen durch 3H-Thymidin-Einbau-Assay und
FACS-Analyse. Diese Beobachtungen zeigen die Eignung von PBLs als Ziel
für eine
HIV-1-Gentherapie.
-
Um
PBLs entweder als ein Assay-System oder als therapeutische Zielzellen
zu verwenden, sollten mehrere Punkte beachtet werden. Zuerst ist
ein hoher Virentiter ein ausschlaggebender Faktor, um eine effiziente
Transduktion von PBLs zu erzielen. Dies ist insbesondere der Fall
für klinische
Zwecke, wo es nicht erwünscht
sein kann, transduzierte PBLs mit G418 zu selektieren. Wir haben
sowohl selektierte als auch unselektierte PBLs, welche mit einem
hohen Titer an therapeutischen Retroviren transduziert wurden (> 106 cfu/ml), getestet.
Es wurde festgestellt, dass die unselektierten PBLs ebenfalls beständig gegenüber HIV-1-Infektion waren,
obwohl das Ausmaß der
Inhibition geringer war als jenes, welches bei den selektierten
PBLs gefunden wurde, was nahelegt, dass es klinisch möglich ist,
ex vivo transduzierte PBLs ohne G418-Selektion zu verwenden. Eine
G418-Selektion kann jedoch ermöglichen,
dass Virus bei niedrigem Titer für
das in vitro-Testen von Gentherapeutika verwendet wird. Wir haben
ein zweistufiges G418-Selektionsvorgehen entwickelt, durch das eine
vollständige
Selektion leicht erzielt werden kann. Diese Vorgehensweisen minimieren
die Zeit einer in vitro-Kultur, weswegen sie dazu dienen, jedwede
Modifikation an der T-Zell-Population
zu reduzieren. In unseren Experimenten beeinflusste die kontinuierliche
Kultur von PBLs in vitro während
zwei Wochen die Oberflächenmarker
(CD4+ und CD8+)
nicht signifikant. Diese Zeitperiodenlänge (2 Wochen) kann für jedwede
ex vivo-Manipulation von PBLs für
therapeutische Zwecke ausreichend sein.
-
Der
Entwurf des retroviralen Vektors ist ein weiterer bedeutender Aspekt
für einen
effizienten Gentransfer und die Expression. Obwohl kein direkter
Vergleich zwischen den drei Vektorentwürfen angestellt werden kann,
welche in dieser Untersuchung verwendet wurden, sind zwei Beobachtungen
von Bedeutung. Zuerst wurden alle der Transgene, welche gesteuert
wurden von dem viralen LTR (aber nicht von dem internen CMV-Promotor
für ein
Konstrukt), effizient in konstitutiver Weise in humanen primären hämatopoietischen
Zellen exprimiert. Zum Zweiten scheint die Strategie, durch welche
ein Ribozym-Gen in die 3' untranslatierte
Region eines Gens, wie neor, im retroviralen
Vektor inseriert wird, in PBLs so effizient zu sein, wie sie es
in T-Zelllinien ist. Diese Beobachtungen können für zukünftige Verbesserungen im gentherapeutischen
Entwurf nützlich
sein. Als Schlussfolgerung kann die Transduktion von humanen primären PBLs
und ein Schutz derselben vor HIV-1-Infektion ex vivo unter Verwendung
der in dieser Beschreibung dargestellten Protokolle bewerkstelligt
werden. Dies wird nicht nur ein nützliches System zur Untersuchung
von gentherapeutischen Mitteln in vitro bereitstellen, sondern bildet
auch die Basis für
eine HIV-1-Gentherapie, welche auf CD4+-Lymphozyten
abzielt.
-
Tabelle 6
-
Tier-Retroviren
-
- AIDS-verwandtes Virus (ARV)
- Vogel-Erythroblastose-Virus
- Vogel-Leukose-Virus (oder lymphoides Leukose-Virus)
- Vogel-Myeloblastose-Virus
- Vogel-Reticuloendotheliose-Virus
- Vogel-Sarkom-Virus
- Endogenes Pavianvirus
- Rinder-Leukämie-Virus
- Rinder-Lentivirus
- Rinder-Syncytial-Virus
- Caprines Encephalitis-Arthritis-Virus (oder Ziegen-Leukoencephalitis-Virus)
- Vogel-Myelocytomatose-Virus
- Kornnattern-Retrovirus Hühner-Syncytial-Virus
- Enten-Infektiöse-Anämie-Virus
- Rotwild-Nieren-Virus
- Equines Hautfibrosarkom-Virus
- Equines Infektiöse
Anämie-Virus
- Esh-Sarkom-Virus
- Felines Immundefizienz-Virus
- Felines Leukämie-Virus
- Felines Sarkom-Virus
- Felines Syncytium-bildendes Virus
- Fujinami-Sarkom-Virus
- Gibbonaffen-Leukämievirus
(oder Simian-Lymphoma-Virus oder Simian-Myelogene-Leukämie-Virus)
- Goldfasan-Virus
- Humanes Immundefizienz-Virus 1 (HIV 1)
- Humanes Immundefizienz-Virus 2 (HIV 2)
- Humanes T-Lymphotrophes Virus 1 (HTLV-1)
- Humanes T-Lymphotrophes Virus 2 (HTLV-2)
- Humanes T-Lymphotrophes Virus 3 (HTLV-3)
- Lymphoproliferative-Erkrankung-Virus
- Myeloblastose-assoziiertes Virus
- Myelocytomatose-Virus
- Nerz-Zellfokus-induzierendes-Virus
- Myelocytomatose-Virus 13
- Nerz-Leukämie-Virus
- Maus-Mammary-Tumor-Virus
- Mason-Pfizer-Affen-Virus
- Maus-Sarkom-Virus
- Myeloides Leukämie-Virus
- Myelocytomatose-Virus
- Progressive-Pneumonie-Virus
- Ratten-Leukämie-Virus
- Ratten-Sarkom-Virus
- Rous-assoziiertes Virus 0
- Rous-assoziiertes Virus 60
- Rous-assoziiertes Virus 61
- Reticuloendotheliose-assoziiertes Virus
- Reticuloendotheliosevirus
- Reticuloendotheliosevirus-Transformierend
- Ringfasan-Virus
- Rous-Sarkom-Virus
- Simian-Foamy-Virus bzw. Affen-Spumaretrovirus
- Affen-Immundefizienz-Virus
- Milz-Fokusbildungs-Virus
- Totenkopfäffchen-Retrovirus
- Milz-Nekrose-Virus bzw. SNV
- Schaf-Lungen-Adenomatose/Carcinom-Virus
- Affen-Sarkom-assoziiertes-Virus (oder Wollaffen-Leukämie-Virus)
- Affen-Sarkom-Virus (oder Wollaffenvirus)
-
Tabelle 7:
-
Tabelle von Verpackungssequenzen:
-
1. Reticuloendotheliose-Virus
(Rev)
-
- Genom: Wilhelmsen et al., J. Virol. 52: 172-182 (1984).
Basen 1-3149; Shimotohno et al., Nature 285: 550-554 (1980). Basen
3150-3607. Verpackungssequenz (ψ):
144-Base zwischen der Kpn I-Stelle bei 0,676 kbp und 0,820 kbp,
relativ zum 51-Ende des Provirus. J. Embretson und H. Temin, J.
Virol. 61(9): 2675-2683 (1987).
-
2. Humanes Immundefizienz-Virus
Typ 1 (HIV-1)
-
- Genom: Gallo et al., Science 224: 500-503 (1984) Verpackungssequenz
(ψ): 19
Basenpaare zwischen dem 5'-LTR
und dem gag-Gen-Initiationscodon. A. Lever, J. Virol. 63(9) 4085-4087 (1989).
-
3. Moloney-Maus-Leukämie-Virus
(Mo-MuLV)
-
- Genom: Shinnick et al., Nature 293: 543-548 (1981). Verpackungssequenz
(ψ): 350
Nukleotide zwischen der Splicestelle und der AUG-Stelle für codierende
Sequenz des gag-Proteins.
R. Mann, R. Mulligan und D. Baltimore, Cell 33: 153-159 (1983).
Zweite Verpackungssequenz (ψ+):
Nur in der 5'-Hälfte der
U5-Region. J. Murphy und S. Goff, J. Virol. 63(1): 319-327 (1989).
-
4. Vogel-Sarkom-Virus
(ASV)
-
- Genom: Neckameyer und – Wang,
J. Virol. 53: 879-884 (1985). Verpackungssequenz (ψ): 150 Basenpaare zwischen
300 und 600 Basen vom linken (gag-pol) Ende des Provirus aus. P.
Shank und M. Linial, J. Virol. 36(2): 450-456 (1980).
-
5. Rous-Sarkom-Virus (RSV)
-
- Genom: Schwartz et al., Cell 32: 853-869 (1983). Verpackungssequenz
(ψ): 230
Basenpaare von der 120-Base (Beginn der PB-Stelle) bis 22-Base vor
dem gag-Startcodon. S. Kawai und T. Koyama (1984), J. Virol. 51: 147-153.
-
6. Rinder-Leukose-Virus
(BLV)
-
- Genom: Couez, et al., J. Virol. 49: 615-620 (1984), Basen
1-341; Rice et al., Virology 142: 357-377 (1985), Basen 1-4680;
Sagata et al., Proc. Natl. Acad. Sci. 82: 677-681 (1985), vollständiges BLV-Provirus.
Verpackungssequenz (ψ):
Die Anmelder der vorliegenden Erfindung sagen voraus, dass selbige
zwischen dem Ende der Primerbindungsstelle ungefähr an Base 340 und dem Initiationscodon
für gag
ungefähr
an Base 41-8 liegt.
-
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