DE69508319T2 - Hochfeste und hochduktile Aluminium-Legierung und Verfahren zu deren Herstellung - Google Patents

Hochfeste und hochduktile Aluminium-Legierung und Verfahren zu deren Herstellung

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Description

    HINTERGRUND DER ERFINDUNG Gebiet der Erfindung
  • Die Erfindung betrifft eine hochfeste und hochduktile Aluminiumgußlegierung, die aufgrund einer insbesondere durch die Verwendung von besonderen Bestandteilen und die Steuerung einer Abkühlgeschwindigkeit erfolgenden Verbesserung des Gefüges einer Aluminiumgußlegierung die Herstellung eines der Endabmessung nahen Erzeugnisses ermöglicht, sowie ein Verfahren zu deren Herstellung.
  • Stand der Technik
  • Im Fall einer rasch erstarrten Al-Legierung werden deren mechanische Eigenschaften stark von der Formgebung und Größe der Körner beeinflußt. In den letzten Jahren hat dies zu einer Entwicklung geführt, bei der auf die Abkühlgeschwindigkeit geachtet wurde. In diesem Fall sind die bedeutenden Eigenschaften, die von Al-Legierungen als Konstruktionswerkstoff gefordert werden, Festigkeit und Duktilität. Allerdings sind diese Eigenschaften im allgemeinen unvereinbar, und es wurde als schwierig erachtet, gleichzeitig für beide Eigenschaften hohe Werte zu erzielen.
  • Bei dem Verfahren der raschen Erstarrung ist im einzelnen eine Festigung wirksam, bei der Kristallausscheidungen ausgenutzt werden, um die Festigkeit zu erhöhen. Jedoch führt dies im allgemeinen zu einer erheblich verringerten Duktilität. Hochfeste Al-Legierungen schließen stellvertretend beispielsweise eine mittels Pulvermetallurgie hergestellte Legierung ein, wie sie in der JP-A-1-275732 offenbart ist. Wenngleich die Festigkeit erhöht ist, weisen die Eigenschaften dieser Legierung eine Tendenz auf, die Duktilität zu senken.
  • In der EP-A-0564815 ist eine walzgegossene ("roll cast") Aluminiumlegierung offenbart, wobei jedoch kein zweifaches Kristallkorngefüge offenbart ist, bei dem die intermetallischen Körner einen durchschnittlichen Durchmesser von nicht mehr als 1 um und die α-Aluminiumkörner einen durchschnittlichen Durchmesser von nicht mehr als 10 um aufweisen.
  • Bei einer mittels Pulvermetallurgie hergestellten hochfesten Al-Legierung beträgt die Bruchdehnung üblicherweise nicht mehr als mehrere Prozent, wobei die Bruchdehnung einer mittels Pulvermetallurgie hergestellten Al- Legierung, die einen hohen Si-Gehalt aufweist, allenfalls 1 bis 2% beträgt.
  • Bei der Pulvermetallurgie sind zudem die Kosten für die Pulverherstellung hoch, wobei darüber hinaus für die Markteinführung die Schritte Massenfertigung, Formen und dergleichen notwendig sind, was natürlich zu erhöhten Kosten führt.
  • Demgegenüber weist ein dehnbares Material ("elongative material") bezüglich Festigkeit und Duktilität die ausgewogensten Eigenschaften auf. In den letzten Jahren wurde jedoch bei den Eigenschaften dieses Materials bislang keine deutliche Verbesserung erzielt. Um überlegene Eigenschaften zu entwickeln, sollten eine thermomechanische Behandlung und andere Verfahren erfolgen, wodurch wahrscheinlich die Herstellungskosten erhöht werden.
  • Aus diesem Grund ist in erster Linie wünschenswert, die Festigkeit und Duktilität eines preiswerten Gußmaterials auf das Niveau der dehnbaren Materialien zu steigern. Allerdings weist ein Gußmaterial, das das preiswerteste Material zu sein scheint, aufgrund der nachstehenden Ursachen insofern ein Problem auf, als die Festigkeit viel geringer als bei den Materialien ist, die mittels des Verfahrens der raschen Erstarrung und des pulvermetallurgischen Verfahrens hergestellt wurden.
  • Im Fall der Ausscheidungsfestigung (Dispersionsfestigung), die am üblichsten und wirksamsten ist, sollte zur Festigkeitsentwicklung zunächst ein größerer Anteil einer festigenden Kristall- oder Ausscheidungsphase homogen und fein verteilt erzeugt werden. Allerdings ist die festigende Phase brüchig und ist es darüber hinaus wahrscheinlich, daß die Grenzfläche der festigenden Phase und der Al-Matrix bricht, was eine geringere Duktilität zur Folge hat. Um die gewünschte Duktilität zu gewährleisten, sollten deswegen Einbußen bei der Festigkeit in Kauf genommen werden.
  • Die einzige Vorgehensweise, die sowohl eine Verbesserung der Festigkeit als auch der Duktilität zu ermöglichen scheint, ist eine Festigung durch Gefügefeinung. Um eine merkliche Verbesserung der Eigenschaften zu erzielen, sollte die Feinung deutlich sein. Dies erfordert eine sehr hohe Abkühlgeschwindigkeit. Schließlich sollte sich die obengenannte Vorgehensweise auf das pulvermetallurgische Verfahren stützen, was wie vorstehend erläutert zu sehr hohen Herstellungskosten führt.
  • ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
  • Eine Aufgabe der Erfindung liegt darin, eine hochfeste und hochduktile Aluminiumgußlegierung bereitzustellen, die ein Gußmaterial ist, das keine thermomechanische Behandlung erfordert und das eine gute Ausgewogenheit zwischen Festigkeit und Duktilität auf einem Niveau aufweist, das mit dem eines dehnbaren Materials vergleichbar ist, indem mittels Liquisol-Abschreckung der obengenannten Aluminiumlegierung eine einzigartige Verbindungsphase ausgebildet wird und die Bildung einer optimalen Mischphase der einzigartigen Verbindungsphase und einer Al-Phase untersucht wird.
  • In Anbetracht der Tatsache, daß die herkömmlichen Verfahren der raschen Erstarrung und Pulvermetallurgie eine sehr hohe Abkühlgeschwindigkeit erfordern, ist es eine weitere Aufgabe der Erfindung, ein kostengünstigeres Verfahren zur Herstellung einer hochfesten und hochduktilen Aluminiumgußlegierung bereitzustellen, indem optimale Legierungsbestandteile und eine optimale Abkühlgeschwindigkeit ausgenutzt werden und die Anordnung von Al-Körnern und die Kohärenz mit der Verbindungsphase untersucht werden.
  • Die obengenannte Aufgabe kann durch eine hochfeste und hochduktile Aluminiumgußlegierung und ein Verfahren zu deren Herstellung gelöst werden, die wie folgt ausgeführt sind.
  • (1) Hochfeste und hochduktile Aluminiumgußlegierung, die durch ein Gefüge gekennzeichnet ist, das feine Körner aus α-Al mit einem durchschnittlichen Korndurchmesser von nicht mehr als 10 um umfaßt, die von einem Netzwerk aus einer Verbindung aus einem Metall auf Al-Lanthanid-Basis mit einem durchschnittlichen Korndurchmesser von nicht mehr als 1 um umgeben sind, wobei die α-Al-Körner eine Domäne ausbilden.
  • (2) Hochfeste und hochduktile Aluminiumgußlegierung gemäß Punkt (1), wobei die Domäne eine Ansammlung von &alpha;-Al- Körnern umfaßt, die durch Abkühlung der Aluminiumlegie rung, die eine durch die allgemeine Formel AlaLnbMc dargestellte Zusammensetzung aufweist, bei einer Abkühlgeschwindigkeit im Bereich von 150ºC/s bis 350ºC/s gefeint, gespalten und in einer einzigen Richtung angeordnet wurden, wobei Ln mindestens ein aus Y, La, Ce, Sm, Nd, Hf, Nb und Ta ausgewähltes metallisches Element ist, M mindestens ein aus V, Cr, Mn, Fe, Co, Ni, Cu, Zr, Ti, Mo, W, Ca, Li, Mg und Si ausgewähltes metallisches Element ist und a, b, c auf das Gewicht bezogen jeweils 75% &le; a &le; 95%, 0,5% &le; b < 15% und 0,5% &le; c < 15% betragen.
  • (3) Hochfeste und hochduktile Aluminiumgußlegierung gemäß Punkt (1), wobei die Aluminiumlegierung eine Zusammensetzung aufweist, die durch die allgemeine Formel AlaLnbMc dargestellt ist, und die Verbindung aus einem Metall auf Al-Lanthanid-Basis eine ultrafeine Verbindung aus einem Metall auf Al-Lanthanid-Basis mit einem durchschnittlichen Korndurchmesser von nicht mehr als 1 um ist, wobei Ln mindestens ein aus Y, La, Ce, Sm, Nd, Hf, Nb und Ta ausgewähltes metallisches Element ist, M mindestens ein aus V, Cr, Mn, Fe, Co, Ni, Cu, Zr, Ti, Mo, W, Ca, Li, Mg und Si ausgewähltes metallisches Element ist und a, b, c auf das Gewicht bezogen jeweils 75% &le; a &le; 95%, 0,5% &le; b < 15% und 0,5% &le; c < 15% betragen.
  • (4) Verfahren zur Herstellung einer hochfesten und hochduktilen Aluminiumgußlegierung, das durch die Schritte Schmelzen einer durch die allgemeine Formel AlaLnbMc dargestellten Aluminiumlegierung gemäß Punkt (2) oder (3) und Gießen der Schmelze bei einer Abkühlgeschwindigkeit im Bereich von 150ºC/s bis 350ºC/s in eine Form, die eine der Endabmessung des Erzeugnisses nahe Formgebung aufweist, gekennzeichnet ist.
  • KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
  • Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Ausführungsform einer Vorrichtung zur Durchführung der Erfindung.
  • Fig. 2 zeigt in Form eines Diagramms den Zusammenhang zwischen dem Formdurchmesser und der Zugfestigkeit gemäß der Erfindung.
  • Fig. 3 zeigt in Form eines Diagramms den Zusammenhang zwischen dem Formdurchmesser und der Bruchdehnung gemäß der Erfindung.
  • Fig. 4 zeigt in Form eines Diagramms den Zusammenhang zwischen dem Formdurchmesser und der Vickershärte gemäß der Erfindung.
  • Fig. 5 zeigt eine typische Darstellung des erfindungsgemäßen Metallgefüges.
  • Fig. 6 zeigt ein Beispiel des Verlaufs von Röntgenbeugungsergebnissen bei dem erfindungsgemäßen Gußmaterial.
  • BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORM
  • Bei dem erfindungsgemäßen Material leiten sich die hohe Festigkeit und die hohe Duktilität aus dem folgenden Mechanismus her, der einem besonderen zweiphasigen Feingefüge zugeschrieben werden kann. Im einzelnen können diese mittels 1 Mischkristallfestigung und Feinung der &alpha;-Al-Phase, 2 Feinung durch Spaltung von Ausscheidungen der &alpha;-Al-Phase und 2 Festigung durch eine Kombination der &alpha;-Al-Phase mit einer ausgeschiedenen Verbindungsphase erreicht werden. Hinsichtlich der Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Zusatzelemente fördert das Ln-Element zudem dank seines großen Atomradius die Mischkristallfestigung der &alpha;-Al-Phase aufgrund des Größeneffekts und fördert gleichzeitig einen Nichtgleichgewichtszustand der Verbindung. Demgegenüber bewirkt das M-Element wie im Fall der herkömmlichen Al-Legierung eine Feinung und eine Verbesserung der Festigkeit.
  • Das technische Merkmal der Erfindung ist, die Bildung eines zweiphasigen Gefüges aus gefeinten und gespaltenen &alpha;-Al-Körnern und einer Al-Ln-M-Verbindung zu erzielen. Wenn der durchschnittliche Durchmesser der &alpha;-Al-Körner 10 um überschreitet, kann keine Kornfeinungswirkung erzielt werden, was eine nicht zufriedenstellende Festigkeit und Duktilität zur Folge hat. Wenn der durchschnittliche Korndurchmesser der Al-Ln-M-Verbindung 1 um überschreitet, wird die durch eine feine Ausscheidung an Subkorngrenzen erzielte Feinungswirkung vermindert, wodurch es unmöglich wird, die bei der Erfindung beabsichtigte Festigkeit und Duktilität zu erreichen.
  • Das wichtigste technische Merkmal der Erfindung ist, daß indem der wechselseitige Effekt der obengenannten Elemente, der Abkühlgeschwindigkeit und (der Anteil) der Zusatzelemente ausgenutzt wird, der Randbereich der feinen &alpha;-Al-Körner nach Art eines Netzwerks von der Al-Ln-M-Verbindung umgeben ist und die &alpha;-Al-Körner gleichzeitig eine Domäne ausbilden. Die Ausscheidung findet von einem übersättigten Zustand aus mit einer sehr hohen Geschwindigkeit entlang der Subkörner statt, wobei aufgrund dessen, daß die Orientierung zu der ursprünglichen Orientierung identisch bleibt, die Ordnung in einem sehr weiten Bereich auftritt, wodurch eine Domäne mit einer Netzwerkstruktur ausgebildet wird.
  • Falls der Anteil an zugegebenen metallischen Elementen, d.h. Ln und M, weniger als 0,5 Gew.-% oder nicht weniger als 15 Gew.-% beträgt, erweist es sich für die Verbindung als schwierig, die feinen &alpha;-Al-Körner nach Art eines Netzwerks zu umgeben und als eine Nichtgleichgewichts phase vorzuliegen. Ln ist vorzugsweise "Mm (Mischmetall)", was eine Legierungsmischung aus Lanthanidelementen ist. Dies ist in Anbetracht der Herstellungskosten vorteilhafter.
  • Wenn die Abkühlgeschwindigkeit geringer als 150ºC/s ist, erweist es sich als schwierig, aus dem übersättigten Zustand heraus augenblicklich Ausscheidungen zu bilden. Das heißt, daß die Ausbildung eines Zustands hoher Energie an Subkorngrenzen nicht möglich ist, wodurch es sich als unmöglich erweist, eine stabile Nichtgleichgewichtsphase auszubilden. Bei einem herkömmlichen Gießsystem handelsüblichen Ausmaßes beträgt die Obergrenze der Abkühlgeschwindigkeit etwa 300ºC/s.
  • Dank eines einzigartigen zweiphasigen Feingefüges, bei dem der Randbereich von &alpha;-Al-Körnern nach Art eines Netzwerks von einer metallischen Verbindung auf Al-Lanthanid-Basis (Al-Ln-M-Verbindung) umgeben ist, weist die erfindungsgemäße Aluminiumgußlegierung, obwohl sie ein Gußmaterial ist, eine Zugfestigkeit und Bruchdehnung auf, die gleich oder höher als bei dehnbaren Materialien sind.
  • Wenn eine Al-Legierung mit einer bestimmten Zusammensetzung bei einer bestimmten Abkühlgeschwindigkeit hergestellt wird, tritt bei der Erfindung des weiteren an den Subkorngrenzen in &alpha;-Al-Körnern nach Art eines Netzwerks eine Kristallisation oder Ausscheidung einer ultrafeinen Verbindung auf, die eine Zusammensetzung aus Al-Ln-M aufweist. Es wird angenommen, daß die Ausscheidung innerhalb der Domäne auftritt. Zur Zeit ist es jedoch unmöglich, zu beurteilen, ob die intergranulare Schicht im Randbereich der Domäne durch Kristallisation oder durch Ausscheidung gebildet wird. Dank des obengenannten Effekts wird die Kornstruktur jedoch erheblich gefeint, so daß die Legierung sogar im Gußzustand eine hohe Festigkeit und Bruchdehnung aufweist.
  • Die Erfindung wird nun ausführlicher unter Bezugnahme auf die folgenden Bespiele und Vergleichsbeispiele beschrieben.
  • Beispiele
  • Mittels des folgenden Herstellungsverfahrens wurden Gußmaterialien als erfindungsgemäße Beispiele hergestellt. Zur Herstellung von Grundlegierungen wurden Ausgangsmaterialien, die derart abgewogen wurden, daß sie die in Tabelle 1 angegebenen vorbestimmten Zusammensetzungen ergaben, in einem Lichtbogenschmelzofen aufgeschmolzen. Eine schematische Darstellung eines Geräts zur Durchführung der Erfindung ist in Fig. 1 gezeigt. Bei diesem Gerät wird die auf diese Weise hergestellte Grundlegierung in eine Quarzdüse 3 gebracht und mit Hilfe einer Hochfrequenzspule 2 aufgeschmolzen, um eine Legierungsschmelze 4 zu erzeugen, die von der Spitze der Quarzdüse 3 aus in eine Kupferform 1 gegossen wird.
  • Die Grundlegierung wurde bei diesen Beispielen in eine geeignete Größe geschnitten, in die (in Fig. 1 gezeigte) Quarzdüse 3 hineingegeben und mittels eines Hochfrequenzschmelzverfahrens geschmolzen. Nach Beendigung des Aufschmelzens wurde die Grundlegierungsschmelze zur Herstellung eines Gußmaterials 5 in die Form 1 aus reinem Kupfer eingegossen, indem der Gegendruck von Ar-Gas ausgenutzt wurde (anstelle des Ar-Gases können auch andere Inertgase verwendet werden). Tabelle 1
  • Die Temperatur der Metallschmelze wurde bei diesen Beispielen nicht gemessen. Ein zu starkes Erhitzen führt zwischen der Quarzdüse und der Metallschmelze eine Reaktion herbei, so daß die Möglichkeit besteht, daß das sich ergebende Gußmaterial eine zu der beabsichtigten Zusammensetzung unterschiedliche Zusammensetzung aufweist. Bei diesen Beispielen wurden die Bedingungen für das Hochfrequenzgerät und die Haltezeit nach dem Aufschmelzen konstant gehalten, wobei mittels einer chemischen Analyse festgestellt wurde, daß unter diesen Bedingungen zwischen der Düse und der Metallschmelze keine Reaktion auftrat.
  • Um in einem Gußmaterial das Auftreten von Defekten aufgrund einer Oxidation des Gußmaterials und eines Gaseinschlusses zu verhindern, erfolgten zudem das Schmelzen und Gießen in einer Kammer mit einer Vakuumatmosphäre derart, daß nach einer Evakuierung auf ein Niveau von 10&supmin;³ Pa bis 3·10&sup4; Pa ein hochreines Ar-Gas (99,99%) eingeleitet wurde.
  • Der Durchmesser der an der Düsenspitze befindlichen Öffnung zum Ausstoß der Metallschmelze betrug 0,3 mm, wobei der Ausstoßdruck 1,8·10&sup5; Pa betrug.
  • Die Form bestand aus reinem Kupfer, und für jede Zusammensetzung wurden zylinderförmige Gußmaterialien mit jeweils einem Durchmesser und einer Länge von 10 mm · 50 mm, 6 mm · 50 mm und 4 mm · 50 mm hergestellt. Die Abkühlgeschwindigkeit, die unter den obengenannten Gießbedingungen anhand der Temperaturänderung der Metallschmelze in der Form bestimmt wurde, betrug 149ºC für den Durchmesser von 10 mm und 350ºC für den Durchmesser von 4 mm.
  • Die Abkühlgeschwindigkeit für den Durchmesser von 6 mm konnte aufgrund von durch das Gerät auferlegten Beschrän kungen nicht bestimmt werden.
  • Die mechanischen Eigenschaften der Gußmaterialien wurden mittels der folgenden Prüfung unter den angegebenen Bedingungen ermittelt.
  • - Zugfestigkeitsversuch (Instron-Prüfgerät):
  • paralleler Abschnitt: 2 mm (Durchmesser) · 10 mm (Länge)
  • Traversengeschwindigkeit: 1 mm/min
  • n = 7
  • - Messung der Vickershärte: Last 5 kgf
  • Das Gefüge wurde mittels Röntgenbeugung und einer Untersuchung mit einem Transmissionselektronenmikroskop (einschließlich EDX) analysiert.
  • Die Prüfergebnisse sind in Tabelle 1 als die mechanischen Eigenschaften gegeben. Die Zugfestigkeit und die Bruchdehnung der Gußmaterialien gemäß den Beispielen 1 bis 8, deren Zusammensetzung und Abkühlgeschwindigkeit (für die Durchmesser von 6, 4 mm) in den in dieser Patentanmeldung beanspruchten Schutzbereich fallen, waren etwa zweimal höher als bei den herkömmlichen Gußmaterialien* (*: JIS- AC7B-T6-Werkstoff: Zugfestigkeit von 294 MPa, Bruchdehnung von 10%). Die Ausgewogenheit zwischen der Zugfestigkeit und der Bruchdehnung ist gleich oder besser als bei dem als hochfestes dehnbares Material bekannten Extra Super Duralumin** (**: JIS-7075-T6-Werkstoff: 574 MPa, 11%).
  • Es sollte ausdrücklich erwähnt werden, daß das erfindungsgemäße Material die in Tabelle 1 gegebenen Eigenschaften selbst als F-Material aufweist, das keiner thermomechanischen Behandlung unterzogen wurde. (*, **. Metals Handbook, überarbeitete 5. Auflage, herausgegeben von The Japan Institute of Metals)
  • Im allgemeinen ist es wahrscheinlich, daß die Festigkeit einer Metallegierung mit steigender Abkühlgeschwindigkeit zunimmt. Daß die Hochfestigkeitseigenschaft des erfindungsgemäßen Materials allerdings nicht nur auf einer hohen Abkühlgeschwindigkeit fußt, geht aus den Ergebnissen der Vergleichsbeispiele Nr. 11 bis 14 hervor. Dies sind die Ergebnisse von Gußmaterialien, die mit Ausnahme dessen, daß die Zusammensetzungen außerhalb des Bereichs der Zusammensetzung lagen, der in den beanspruchten Schutzbereich der Erfindung fällt, auf die gleiche Weise wie bei den erfindungsgemäßen Beispielen hergestellt wurden. Obwohl bei den Vergleichsbeispielen 11 und 12 das Stoffsystem gleich dem der erfindungsgemäßen Beispiele ist, unterschieden sich die prozentualen Zusammensetzungen von denen, die in den in dieser Patentanmeldung beanspruchten Schutzbereich fallen.
  • Die Ergebnisse der Beispiele und Vergleichsbeispiele wurden für jede Eigenschaft grafisch aufgetragen und sind in Fig. 2 bis Fig. 4 gezeigt. Bei sämtlichen Eigenschaften sind die Eigenschaftswerte für die Zusammensetzungen der erfindungsgemäßen Beispiele beträchtlich erhöht, falls der Formdurchmesser nicht mehr als 6 mm beträgt, wobei dies einer Abkühlgeschwindigkeit entspricht, die in den in dieser Patentanmeldung beanspruchten Schutzbereich fällt. Im Gegensatz dazu wird für die Vergleichszusammensetzungen selbst dann, wenn der Formdurchmesser vermindert ist, keine deutliche Änderung der Eigenschaften beobachtet. Bei den Zusammensetzungen der erfindungsgemäßen Beispiele verursacht eine Änderung der Bedingungen, bei der die Abkühlgeschwindigkeit verringert wird, d.h. bei der Verwendung einer Form mit einem Durchmesser von nicht weniger als 10 mm (herkömmlicher Formguß), keine deutliche Eigenschaftsänderung. Das heißt, daß bei den erfindungsgemäßen Legierungszusammensetzungen erheb liche Verbesserungen der Eigenschaften erzielt werden können, wenn der Formdurchmesser gemäß dem erfindungsgemäßen Gießverfahren weniger als 10 mm (Abkühlgeschwindigkeit: nicht weniger als 150ºC/s) beträgt.
  • Eine Untersuchung des Gefüges ergab, daß bei der erfindungsgemäßen Materialzusammensetzung eine Abkühlgeschwindigkeit, die in den in dieser Patentanmeldung beanspruchten Schutzbereich fällt, zur Ausbildung eines einzigartigen Gefüges führt, das zu den Verbesserungen der Eigenschaften beiträgt. Eine schematische Darstellung des Gefüges der erfindungsgemäßen Legierung ist in Fig. 5 gezeigt. Das erfindungsgemäße Material weist ein zweiphasiges Feingefüge aus einer &alpha;-Al-Kornphase und einer ausgeschiedenen Verbindungsphase auf, wobei die Verbindungsphase die &alpha;-Al-Phase nach Art eines Netzwerks umgibt. Anhand dieser ausführlichen Untersuchung wurde festgestellt, daß die &alpha;-Al-Phase eine Domäne ausbildet, in der mehrere bis mehrere zehn oder mehr Körner dieselbe Orientierung aufweisen.
  • Die Größe einzelner Körner der &alpha;-Al-Phase beträgt durchschnittlich 0,2 bis mehrere um, wobei dies für Gußmaterialien eine sehr kleine Korngröße ist. Es ist anzunehmen, daß obwohl eine einzelne Domäne ursprünglich durch ein einzelnes Korn (in der Größenordnung von um) gebildet wurde, bei der Erstarrung die bevorzugte Ausscheidung der Verbindung an Subkorngrenzen innerhalb des Korns die Ausbildung des obengenannten Gefüges zur Folge hat, wobei die Feinung der &alpha;-Al-Phase gefördert wird. Falls die Zusammensetzung außerhalb des in dieser Patentanmeldung beanspruchten Schutzbereichs liegt, liegen die Kristalle und Ausscheidungen in herkömmlichen Formen vor (abhängig von Zusammensetzung und Abkühlgeschwindigkeit dendritische, stengelförmige, äquiaxiale oder andere Formen), die nicht unmittelbar zur Feinung von &alpha;-Al beitragen.
  • Eine EDX-Analyse bei einer TEM-Untersuchung ergab, daß die Verbindungsphase eine Zusammensetzung Al-Mm (La, Ce, usw.)-M-(O) aufweist. Sauerstoff (0) wurde bei der Analyse der Matrix ebenfalls erfaßt, wobei es sich dabei möglicherweise um Rauschen handelt. Auf den ersten Blick sieht es danach aus, als ob die Verbindung eine intergranulare Schicht ist und die Netzwerkform zur Feinung von &alpha;-Al beiträgt. Eine Untersuchung bei einer hohen Vergrößerung ergab, daß die Verbindung präzise ausgedrückt in Form einer Ansammlung von ultrafeinen (mehrere zehn bis mehrere hundert nm großen) Körnern vorliegt.
  • Die Verbindung wurde dann mittels Röntgenbeugung analysiert, wobei die Ergebnisse in Fig. 6 gezeigt sind. Bei der Röntgenbeugung ließen sich für die Verbindung mit Ausnahme eines Maximums bzw. Peaks bei einem d-Wert von etwa 4,16 Å alle beobachteten Maxima Al zuordnen. Auch bei der Elektronenstrahlanalyse unter Verwendung des TEM wurden lediglich Punkte festgestellt, die der Röntgenbeugung entsprachen, und konnte die Phase nicht identifiziert werden. Bei dem obengenannten Stoffsystem wurde jedoch in der JCPDS-Kartei keine Verbindung mit einem der Röntgenbeugung entsprechenden d-Wert gefunden. Diese Tatsachen zeigen, daß die Möglichkeit besteht, daß die Verbindung eine noch nie dagewesene Nichtgleichgewichtsphase bildet. Anhand der Ergebnisse einer Elektronenstrahlanalyse wurde festgestellt, daß die Verbindung eine sehr gute Kohärenz mit der &alpha;-Al-Matrix aufwies.
  • Wie vorstehend erläutert wurde, verbessert im allgemeinen das Vorhandensein eines hohen Anteils an Ausscheidungen durch Ausscheidungsfestigung und Verbundfestigung die Festigkeit, senkt aber wahrscheinlich die Duktilität. Bezüglich des erfindungsgemäßen Materials wird jedoch angenommen, daß eine hohe Festigkeit ohne Beeinträchtigung der Duktilität entwickelt werden kann, da die Ausscheidungsphase sehr fein ist und darüber hinaus eine gute Kohärenz mit der Matrix aufweist.
  • Die nicht von dem in dieser Patentanmeldung beanspruchten Schutzbereich abgedeckten kristallisierten Materialien wie beispielsweise Al&sub4;Ce und Al&sub4;La, die sich wie vorstehend erläutert von dem erfindungsgemäßen Material hinsichtlich der Kristallisationsform und dem Korndurchmesser unterscheiden, werden zu Gleichgewichtsphasen.
  • Die Ausscheidungen weisen bei der erfindungsgemäßen Aluminiumlegierung eine sehr gute Kohärenz mit der &alpha;-Al- Matrix auf, wodurch gleichzeitig eine Verbesserung der Festigkeit und eine Verbesserung der Duktilität erreicht werden können. Dies wiederum ermöglicht es, trotz der Tatsache, daß es sich um ein Gußmaterial handelt, eine hochfeste und hochduktile Aluminiumgußlegierung, die eine gleich hohe oder höhere Zugfestigkeit und Bruchdehnung als ein dehnbares Material aufweist, sowie ein Verfahren zu deren Herstellung bereitzustellen. Dank der obengenannten Vorteile kann auf die herkömmliche thermomechanische Behandlung verzichtet werden und kann direkt ein der Endabmessung nahes Erzeugnis hergestellt werden.

Claims (4)

1. Hochfeste und hochduktile Aluminiumgußlegierung, gekennzeichnet durch ein Gefüge, das feine Körner aus &alpha;-Al mit einem durchschnittlichen Korndurchmesser von nicht mehr als 10 um umfaßt, die von einem Netzwerk aus einer Verbindung aus einem Metall auf Al-Lanthanid-Basis mit einem durchschnittlichen Korndurchmesser von nicht mehr als 1 um umgeben sind, wobei die &alpha;-Al-Körner eine Domäne ausbilden.
2. Hochfeste und hochduktile Aluminiumgußlegierung nach Anspruch 1, wobei die Domäne eine Ansammlung von &alpha;-Al- Körnern umfaßt, die durch Abkühlung der Aluminiumlegierung, die eine durch die allgemeine Formel AlaLnbMc dargestellte Zusammensetzung aufweist, bei einer Abkühlgeschwindigkeit im Bereich von 150ºC/s bis 350ºC/s gefeint, gespalten und in einer einzigen Richtung angeordnet wurden, wobei Ln mindestens ein aus Y, La, Ce, Sm, Nd, Hf, Nb und Ta ausgewähltes metallisches Element ist, M mindestens ein aus V, Cr, Mn, Fe, Co, Ni, Cu, Zr, Ti, Mo, W, Ca, Li, Mg und Si ausgewähltes metallisches Element ist und a, b, c auf das Gewicht bezogen jeweils 75% &le; a &le; 95%, 0,5% &le; b < 15% und 0,5% &le; c < 15% betragen.
3. Hochfeste und hochduktile Aluminiumgußlegierung nach Anspruch 1, wobei die Aluminiumlegierung eine Zusammensetzung aufweist, die durch die allgemeine Formel AlaLnbMc dargestellt ist, und die Verbindung aus einem Metall auf Al-Lanthanid-Basis eine ultrafeine Verbindung aus einem Metall auf Al-Lanthanid-Basis mit einem durchschnittlichen Korndurchmesser von nicht mehr als 1 um ist, wobei Ln mindestens ein aus Y, La, Ce, Sm, Nd, Hf, Nb und Ta ausgewähltes metallisches Element ist, M mindestens ein aus V, Cr, Mn, Fe, Co, Ni, Cu, Zr, Ti, Mo, W, Ca, Li, Mg und Si ausgewähltes metallisches Element ist und a, b, c auf das Gewicht bezogen jeweils 75% &le; a &le; 95%, 0,5% &le; b < 15% und 0,5% &le; c < 15% betragen.
4. Verfahren zur Herstellung einer hochfesten und hochduktilen Aluminiumgußlegierung, gekennzeichnet durch die Schritte Schmelzen einer durch die allgemeine Formel AlaLnbMc dargestellten Aluminiumlegierung gemäß Anspruch 2 oder 3 und Gießen der Schmelze bei einer Abkühlgeschwindigkeit im Bereich von 150ºC/s bis 350ºC/s in eine Form, die eine der Endabmessung des Erzeugnisses nahe Formgebung aufweist.
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