DE694417C - Verfahren zur gleichzeitigen Gewinnung von Ammoniak und Schwefelwasserstoff aus teer- und cyanfreien Kohledestillationsgasen - Google Patents

Verfahren zur gleichzeitigen Gewinnung von Ammoniak und Schwefelwasserstoff aus teer- und cyanfreien Kohledestillationsgasen

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DE694417C
DE694417C DE1936H0146784 DEH0146784D DE694417C DE 694417 C DE694417 C DE 694417C DE 1936H0146784 DE1936H0146784 DE 1936H0146784 DE H0146784 D DEH0146784 D DE H0146784D DE 694417 C DE694417 C DE 694417C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10KPURIFYING OR MODIFYING THE CHEMICAL COMPOSITION OF COMBUSTIBLE GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE
    • C10K1/00Purifying combustible gases containing carbon monoxide
    • C10K1/08Purifying combustible gases containing carbon monoxide by washing with liquids; Reviving the used wash liquors

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  • Industrial Gases (AREA)
  • Treating Waste Gases (AREA)

Description

  • Verfahren zur gleichzeitigen Gewinnung von Ammoniak und Schwefelwasserstoff aus teer- und cyanfreien, Kohledestillationsgasen Zur Gewinnung von Ammoniak und Schwefelwasserstoff aus Kohledestillationsgasen werden die beiden Bestandteile meist getrennt dem Gas entzogen durch Kondensation und Auswaschung mittels Wasser oder Säure, Schwefelwasserstoff mittels Absorption durch Eisenhydroxyd in sog. Trockenreinigern. Diese Arbeitsweise bedingte aber vor allem hohe Anlagekosten und ist umständlich in der Bedienung.
  • Es sind auch bereits Verfahren bekannt,, bei denen Ammoniak und Schwefelwasserstoff gleichzeitig entfernt werden, doch gelang dabei nicht eine restlose Entfernung des Schwefelwasserstoffs.
  • Das Neue der Erfindung besteht darin, daß man meinem Arbeitsgang bei hoher Konzentration des ,anfallenden Schwefelwasserstoffs und Verwendung ,einer denkbar Zeünfachen Apparatur Ammoniak und Schwefelwia.sserstoff aus teer- und cyanfreien Kohlendestil-_ lationsgasenentfernt, und zwar unter Anreicherung der Metallsulfide.
  • Gemäß dem neuen Verfahren' kommt man mit geringen Anlage- und Betriebskosten aus, unerwünschte Nebenreaktionen sind ausgeschlossen. Die einfache Apparatur erfordert zudem wenig Bedienung. Bei dein neuen Verfahren wird verhindert, daß das in der Betriebslösung vorhandene freie und an Kohlensäure gebundene Ammoniak sich in unerwünschtem Maße in der Regeneration mit Schwefelsäure umsetzt, und der im Gas vorhandene Schwefelwasserstoff wird restlos entfernt.
  • Zur Ausführung des 'neuen Verfahrens zur Entfernung von Ammoniak und Schwefelwasserstoff aus teer- und cyanfreien Kohledestillat'onsgasen meinem Arbeitsgang verwendet man zu der Gaswäsche Eisensalzlösungen, z. B. Eisensulfatlösung, die sich im Laufe des Waschverfahrens mit Ammoniak anreichern.
  • Das. gebildete Eisensulfid wird mit den Säuren, reit Ausnahme stark oxydiereinder, zerlegt, deren. Ammonsalze man gewinnen will. Die Eisensalze kehren zur Gaswäsche zurü:clk, wodurch- der Kreislauf der Waschflüssigkeit geschlossen wird. Der bei der Sulfidzersetzungentwickelte Schwefelwasserstoff wirdabgeleitet und verwertet: Die erzeugte Am- ' moniaksalzlösung wird. konti;nuüerlic'h der Anlage ientzogen und @a'uf Salz verarbeitet.
  • Ein Schema. der zur Aus-führung des Verfahrens erforderlichen Apparatur ist auf der Zeichnung dargestellt.
  • Das "Gas strömt unter Druck stehend zuerst durch einen Cyanwascher a, in dem in' bekannter Weise der. Cyanwasserstoff in Rhodan umgewandelt wird. ' In der Waschanlage, die aus einem oder mehreren Hauptwäschern b und d bekannter Bauart besteht, wandert die Betriebslösung .dem Gas ;entgegen, und es finden im Falle der Verwendung von Eisensulfatläsung folgende Umsetzungen statt: Den Was.cher b schließt man vorteilhaft an ,eine Heizvorrichtung an oder rüstet ihn selbst mit einer Heizschlange aus. Die Heizung @erfolgt, um den Ammoniakgehalt der der Regeneration bzw. der Konzentration zufließenden ' Betriebslösung durch Temperaturerhöhung der Betriebslösung erniedrigen zu können. Das gebildete Ammonsulfat läßt man bis zu einer Konzentration von etwa 35o bis 46ö g pro Liter ansteigen.
  • Das in der Gaswäsche gebildete FeS wird einem Regenerations- oder Zersetzungsgefäß i zugeleitet und mit Säure zersetzt, was nach folgender Formel geschieht: FeS+H2S04 = FeS04+H2S Das so regenerierte - Metallsalz kehrt im Kreislauf zur Gaswäsche zurück. Der im Rohgas in einer Konzentration von etwa 014 bis o,6 Volumprozent vorhandene Schwefelwasserstoff fällt in der Regeneration mit einem Gehalt von etwa 9o Volumprozent an und kann als Ausgangsmaterial zur Herstellung von SO2, H2 S 04 .oder in anderer Weise, in der chemischen Industrie verwendet werden.
  • Um das Regenerationsgefäß i in mäßig Ausmaßen halten zu können, ferner hochkonzentrierten Schwefelwasserstoff zu gewinnen und um zu verhindern, daß das in der Betriebslösung vorhandene freie und an Kohlensäure gebundene Ammoniak sich in unerwünschtem; Maße in der Regeneration mit Schwefelsäure umsetzt, wird die von dem Hauptwascher b kommende Waschlösung durch Absitzenlassen, Filtrieren oder Zentrifugieren in h meinen im. wesentlichen von FeS freien und einen an FeS aingereicherten Teil getrennt. Diese Anreicherung ist bei Metallsalzgehalten in der- Betriebslösung unter e,,6 bis 0,7 Mol FeS pro Liter notwendig für das technische Gelingen von Wasch- und Regenerationäprozeß. , Während der an Fe S angereicherte Anteil: aus h der Sulfidzersetzung i zugeführt wird, wird der von Fe S im wesentlichen freie Teil der ammoniakalischen Waschlösung in zwei Teilströme zerlegt, von denen der eine in dem. letzten Hauptwascher d zurückkehrt, während der andere in den Fällungswascher c bzw. den diesem zugeordneten Bottich f geführt wird. Durch Rückführung eines .Teils der ammoniakalischen Waschlösung in den letzten Hauptwascher wird in diesem stets ein Ammaniaküberschuß sichergestellt, was wesentlich ist, um die letzten Spuren von H2 S in dem Gas zu binden.
  • Auf ;gerbe des Fällungswaschers c ist ,es, das in der abzustoßenden 'Ammonsulfatlösung noch in löslicher Form vorhandene Eisen im unlösliches Fe S zu verwandeln. Dies geschieht dadurch, .daß in dem außerhalb des Flüssigkeitsstromes der Hauptwascher angeordneten Fällung swäscher die Lösung @erschöpfend mit schwefelwasserstoffhaltigem Gas behandelt wird, worauf die alles Eisen in unlöslicher Form enthaltende Ammonsulfatlösung einem Absitzgefäß g zugeleitet wird. Die klare Ammonsulfatlösung fließt zur Salzfabrik, der FeS-haltige Bodensatz kehrt ins Waschsystem zurück.
  • Während sämtliche Arbeitsgänge durchlaufend ,gestaltet sind, ,arbeitet der Fällungswascher diskontinuierlich; der sog. Dreiteilerb ottich f ermöglicht dies, da von seinen drei Zellen jeiveilseine auf Zulauf, eine auf Ablauf und eine -.auf Umpumpen über den Fällungswascher gestellt ist. Ist ein Zelleninhalt vollständig gefällt, so erfolgt Umstellung, wodurch die bisher auf Zulauf stehende Zelle zur Fällung gelangt, während die vorher gefällte zurrt Ablauf kommt usw.
  • Um zu verhindern, - daß aus dem Waschsystem mit seiner ammoniakalischen Betriebslösung NH3 verlorengeht, ist zum Schluß des Systems ein ' mit schwacher Säure, z. B. Schwefelsäure, berieselter Nachwaschere aufgestellt, der dem Gas die letzten Reste NH3 entzieht und dessen Ablauf zur Sulfatfabrik geht.
  • Das Verfahren ist bestimmt für ammoniak= und schwefelwasserstoffhaltige Kohledestillationsgaase, wie sie von Kokereien und Gaswerken erzeugt werden. Es wird angewandt in allen Fällen, in denen das Gewichtsverhältnis Ammoniak zu Schwefelwasserstoff im Gas größer :als i : i ist. Die Anlage wird der üblichen .--Aufeinanderfolge der Apparaturen bei der sog. Nebenprodukten,gewinnung je nach den obwaltenden Bedingungen vor oder nach der Benzolfabrik in den Gasweg eingeschaltet.
  • Aus der Patentschrift 323 3o6, K1. 26d, ist es zwar bekannt, NH3- und H2 S-haltige Gase, z. B. Koksofengase, und zwar ,auch solche, bei denen das Verhältnis von N H,3 zu H2 S größer als i : i sein kann, mit Eisensulfatlösung zu reinigen, doch wird bei diesem Verfahren das Ammoniak aus der gebrauchten Waschlösung ausgetrieben und dem in den Wascher eintretenden Ausgangsgas zugesetzt, während am Gasaustrittsende eine neutrale Eisensulfatlösungeingeführt wird. Bei dieser Arbeitsweise wird also im Gegensatz zu dem Verfahren gemäß Erfindung -kein überschuß an NH3 im Wascher sichergestellt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCFIE: i. Verfahren zui gleichzeitigen Gewinnung von Ammoniak und Achwefel-ixrass,erstoff aus teer- und cyanfreien Kohledestillationsgasen, bei denen - das Gewichts= verhältnis von Ammoniak zu Schwefelwasserstoff , größer als i : i ist, mittels einer überschüssigen, im Laufe des Waschverfahrens mit Ammoniak sich .anreichernden Eisensalzlösung im Gegenstrom, dadurch gekennzeichnet, daß die aus den Hauptwaschern raustretende, noch lösliches Eisen enthaltende , gebrauchte Waschflüssigkeit einem Absetzgefäß zugeführt wird, aus dem das abgesetzte Schwefeleisen abgezogen und ein Teil der ammoniakalischen, an Schwefeleisen verarmten Lösung dem letzten Hauptwascher zugeleitet wird, um in ihnleinen überschuß an Ammoniak sicherzustellen, und daß in einem nachgeschalteten, sauer gehenden Nachwascher die letzten Reste Ammoniak dem Gas entzogen werden. z. Verfahren nach Anspruch i, dadurch. gekennzeichnet, daß der nicht in den letzten Hauptwascher zurückgeführte Teil der ammoniakalischen, an - Schwefeleisen verarmten Lösung aus dem Absetzgefäß in einen außerhalb des Flüssigkeitskreislaufes der H.auptwascher angeordneten Fällungswascher zur Ausfällung des in der genannten Lösung noch gelösten Eisens eingeführt wird.
DE1936H0146784 1936-02-28 1936-02-28 Verfahren zur gleichzeitigen Gewinnung von Ammoniak und Schwefelwasserstoff aus teer- und cyanfreien Kohledestillationsgasen Expired DE694417C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE971405C (de) * 1953-07-18 1959-01-22 F J Collin Ag Zur Verwertung V Verfahren zur Verwertung von schwefelsauren Eisen (II)-salzloesungen, insbesondere Beizablaugen

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE971405C (de) * 1953-07-18 1959-01-22 F J Collin Ag Zur Verwertung V Verfahren zur Verwertung von schwefelsauren Eisen (II)-salzloesungen, insbesondere Beizablaugen

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