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Die
Erfindung betrifft eine Zusammensetzung, die aus der Kombination
von transdominanten Varianten von zwei viralen Proteinen, welche
von dem gleichen Virus stammen, resultiert. Die Kombination von
diesen beiden Varianten erlaubt, eine Resistenz gegen die Infektion
oder die Vermehrung des fraglichen Virus zu verleihen. Die Erfindung
findet eine interessante Anwendung bei der Behandlung oder Verhütung von
Infektionen durch HIV (Human Immunodeficiency Virus), welches für AIDS (erworbenes
Immundefektsyndrom) verantwortlich ist.
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Im
Rahmen der Forschung nach und der Entwicklung von Arzneimitteln,
welche Virusinfektionen hemmen, bildet die somatische Gentherapie
durch intrazelluläre
Immunisierung einen der vielversprechenden Ansätze für die Zukunft. Dieses Konzept,
welches von Baltimore (1988, Nature, 335, 395–396) definiert worden ist,
besteht darin, Zellen genetisch zu modifizieren, um sie eine heterologe
Nukleinsäure
oder ein heterologes Protein, welches) diesen eine Resistenz gegen
die Virusinfektion verleiht, exprimieren zu lassen. Einer der möglichen
Wege, um diese Resistenz zu erwerben, besteht darin, die Wirtszelle
Gene, die inhibitorisch auf einen Schritt des viralen Zyklus wirken,
synthetisieren zu lassen. Obgleich alle Schritte des viralen Zyklus
zum Ziel erklärt
werden können,
um eine solche Therapie auszuführen,
bilden die Gene, die an einem frühen
Schritt beteiligt sind, ein potentiell interessantes Ziel. Dies
ist der Fall bei den Genen tat und rev des HIV-Virus, die eine essentielle
Rolle bei der Initiation der Virusreplikation spielen.
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Das
tat-Gen kodiert ein TAT-Protein, das die Expression der Gesamtheit
der Gene des HIV transaktiviert (Arya et al., 1985, Science, 229,
69–73).
Es scheint, dass TAT sowohl auf transkriptioneller als auch auf posttranskriptioneller
Ebene eingreift. Es zeigt eine spezifische Wechselwirkung mit einer
kurzen Nukleotidsequenz, welche sich am 5'-Ende des Virusgenoms und der viralen
Transkripte befindet und welche als TAR-Sequenz (für „Trans-activation
Responsive Region")
bezeichnet wird (Rosen et al., 1985, Cell, 41, 813–823).
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Das
REV-Protein, ein Expressionsprodukt des rev-Gens, begünstigt den
Transport der Boten-RNAs (mRNA)
von großer
Größe in Richtung
des Zytoplasmas, damit diese dort translatiert werden können. REV erkennt
seinerseits spezifisch eine RRE-Sequenz (für „REV responsive element"), auf den mRNAs.
Jene befindet sich in der Nähe
einer anderen, als CRS („cis-acting
Repression Sequence")
bezeichneten Sequenz, welche an der Zurückhaltung der mRNAs, die diese
tragen, im Zellkern beteiligt ist. Es wird vermutet, dass die Anheftung
des REV-Proteins auf der Höhe
von dessen RRE-Zielsequenz zur Wirkung hat, dass der inhibitorischen
Wirkung der CRS auf die Passage der großen viralen mRNAs in Richtung
des Zytoplasmas entgegengewirkt wird.
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Obgleich
deren Expressionsprodukte in Hinblick auf Molekülmasse, Sequenz und Wirkungsmechanismus
sehr unterschiedlich sind, wurden regulatorische Gene, die eine ähnliche
Funktion wie TAT und/oder REV ausüben, im Genom von anderen infektiösen Viren,
wie den Retroviren HTLV-I und -II („human T-cell leukemia virus"), welche für schwere
Formen von Leukämien
verantwortlich sind, und den Herpes-Viren (Varicella-, Zona-(Herpes
zoster-) und Epstein-Barr-Virus)
identifiziert.
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Seit
einigen Jahren sind negative und dominante (transdominante) Mutanten
von verschiedenen viralen Proteinen in der Literatur beschrieben
worden. Insbesondere haben mehrere Gruppen transdominante Varianten
der Proteine TAT und REV, welche in der Lage sind, sich an ihre
Zielsequenz anzuheften, aber nicht in der Lage sind, die Funktion
des nativen Proteins auszuüben,
erzeugt. Wurde auch deren inhibitorische Wirkung gegenüber der
Wirkung des nativen Proteins gezeigt, bleibt nichtsdestotrotz deren
Wirksamkeit in den durch HIV-infizierten Zellen nachzuweisen.
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Es
wurde jetzt gefunden, dass die Expression von wenigstens zwei Genen,
welche transdominante Varianten der Proteine TAT bzw. REV des HIV-Virus
kodieren, in einer durch HIV infizierten Zelle es erlaubt, die Vermehrung
des Virus zu blockieren. Die Autoren haben gezeigt, dass die Inhibition
der Virusinfektion, welche aus der gleichzeitigen Expression der
beiden Gene resultiert, insgesamt höher ist als jene, welche während der
Expression von irgendeinem von diesen Genen beobachtet wird. Dieser
synergistische Effekt bildet einen unerwarteten Vorteil.
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Das
Ziel der Erfindung besteht darin, der Öffentlichkeit eine besonders
wirksame und folglich in Hinblick auf eine Verwendung beim Menschen
sicherere pharmazeutische Zusammensetzung zur Verfügung zu stellen,
die erlaubt, die Replikation eines Virus auf verschiedenen Ebenen
des viralen Zyklus zu hemmen.
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Aus
diesem Grund hat die Erfindung eine Zusammensetzung zum Gegenstand,
welche wenigstens umfasst:
- (a) eine erste transdominante
Variante des TAT-Proteins des HIV-Virus; und
- (b) eine zweite transdominante Variante des REV-Proteins des
HIV-Virus, dadurch gekennzeichnet, dass dass die transdominante
Variante des REV-Proteins die Sequenz aufweist, wie sie in der Identifizierung
der Sequenz NO: 2 beginnend mit der Aminosäure +1 und endend bei der Aminosäure +116
gezeigt ist, in der der Glutaminrest in der Position +74 durch eine
Glycinrest ersetzt ist und der Leucinrest in der Position +75 durch
einen Serinrest ersetzt ist; nachfolgend bezeichnet als REV (Gln74, Leu75→Gly, Ser).
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Im
Rahmen der Erfindung leiten sich eine erste und eine zweite transdominante
Variante von HIV ab. Man fasst unter der Bezeichnung „HIV" die verschiedenen
Virusstämme
und -isolate des viralen ätiologischen Agens
von AIDS zusammen.
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Unter „transdominanter
Mutante" versteht
man eine negative und dominante Mutante, d. h. eine nicht-funktionsfähige Mutante
(welche nicht in der Lage ist, die Funktion des nativen Proteins,
von welchem sie sich ableitet, auszuüben), die aber in der Lage
ist, auf kompetitive und dominante Weise die Funktion von diesem
Letzteren zu hemmen. In der Praxis kann eine transdominante Variante
durch Deletion, Substitution und/oder Addition von einer oder mehreren
Aminosäuren
des nativen Proteins oder eines funktionsfähigen Fragments von diesem
erhalten werden. Der Fachmann auf diesem Gebiet kennt die Techniken,
die erlauben, diese Modifikationen auszuführen, sowie die Regionen, die
je nach den betreffenden viralen Proteinen modifiziert werden müssen.
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Indessen
und gemäß einem
vorteilhaften Modus leiten sich die erste und zweite transdominante
Variante, die im Rahmen der Erfindung eingesetzt werden, von viralen
Proteinen ab, welche in einem frühen
Stadium der Infektion ihre Wirkung entfalten, und insbesondere von
Proteinen, die in der Lage sind, auf spezifische Weise mit einer
bestimmten Nukleotidsequenz (sogenannte Zielsequenz), welche in
dem Genom und/oder den Transkripten des Virus, von dem diese abstammen,
vorhanden ist, wechselzuwirken.
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Man
setzt eine erste transdominante Variante ein, welche sich von dem
Protein TAT von HIV ableitet (siehe unten). Als zweite transdominante
Variante wird man eine Variante einsetzen, die sich von einem viralen Protein
ableitet, welches an einem anderen, vorzugsweise frühen Schritt
der Virusreplikation, beispielsweise auf der Ebene des Transports
der viralen mRNAs in Richtung des Zytoplasmas der Wirtszelle, beteiligt
ist.
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Die
Auswahl einer transdominante Variante des TAT-Proteins ist sehr
umfänglich.
Es kann sich um jene handeln, die im Stand der Technik und insbesondere
in Green et al. (1989, Cell, 58, 215–233) und Pearson et al. (1990,
Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 87, 5079–5083) beschrieben wurden.
Es kann sich aber auch um andere transdominante Varianten handeln,
insbesondere eine Variante mit einer solchen Sequenz, wie sie in der
Identifizierung der Sequenz NO: 1 beginnend mit der Aminosäure +1 und
endend mit der Aminosäure
+86 gezeigt ist, in welcher:
- (1) der Phenylalaninrest
an Position +38 durch einen Asparaginsäurerest ersetzt ist;
- (2) der Threoninrest an Position +40 durch einen Alaninrest
ersetzt ist;
- (3) der Lysinrest an Position +41 durch einen Glutaminsäurerest
ersetzt ist;
- (4) der Isoleucinrest an Position +45 durch einen Serinrest
ersetzt ist; und/oder
- (5) der Tyrosinrest an Position +47 durch einen Argininrest
ersetzt ist.
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Selbstverständlich kann
eine transdominante TAT-Variante mehrere Mutationen vereinigen.
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Als
Beispiele von transdominanten Varianten des REV-Proteins kann man
jene aufführen,
die in Malim et al. (1989, Cell, 58, 205–214) und Venkatesh und Chinnadurai
(1990, Virology, 178, 327–330)
erwähnt
worden sind. Andererseits kann sich der Einsatz von Varianten, die
auf der Ebene von drei Aminosäuren
und mehr, insbesondere auf der Ebene der Reste Leu an Position 75,
78 und 81 modifiziert worden sind, als vorteilhaft erweisen. Um
diese Ausführungsweise
zu veranschaulichen, kann man eine REV-Variante erwähnen, welche an
5 Positionen mutiert ist, wobei die die Reste Gln74,
Leu75, Leu78, Glu79 und Leu81 kodierenden
Codons durch Codons, welche die Reste Gly, Ser, Glu, Phe bzw. Asp
kodieren, ersetzt worden sind.
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Die
Erfindung betrifft gleichfalls eine erfindungsgemäße Zusammensetzung
als Kombinationsprodukt für
eine gleichzeitige, getrennte oder zeitlich gestaffelte Verwendung
für die
Behandlung oder Verhütung
von Infektionen, die auf das Virus, von welchem die fraglichen viralen
Proteine stammen, zurückzuführen sind.
Die Verwendung einer solchen Zusammensetzung ist insbesondere für die anti-AIDS-Therapie
bestimmt.
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Gemäß den durch
die Erfindung verfolgten Zielen können eine erste und eine zweite
transdominante Variante auf rekombinantem Wege in einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung
ausgehend von geeigneten Expressionsvektoren hergestellt werden.
Man wird vorteilhafterweise auf virale Vektoren zurückgreifen,
die sich von Retroviren, Adenoviren oder Adenovirusassoziierten
Viren ableiten, in welche man wenigstens eine DNA-Sequenz, welche
eine transdominante Variante, welche im Rahmen der vorliegenden
Erfindung verwendet wird, kodiert, inseriert hat. Das Genom dieser
viralen Vektoren weist vorzugsweise einen Mangel hinsichtlich der
Replikation auf. Es wird angegeben, dass im Rahmen der Erfindung
die retroviralen Vektoren und insbesondere jene, die sich von dem
MoMuLV („Moloney
murine leukemia virus")
ableiten, besonders bevorzugt sind. Solche Vektoren wie auch ihre
Herstellungstechniken sind dem Fachmann auf diesem Gebiet bekannt.
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Die
DNA-Sequenzen, die eine transdominante Variante eines viralen Proteins
kodieren, können
gemäß den klassischen
Techniken der Molekularbiologie erhalten werden. Eine der möglichen
Strategien besteht zuallererst darin, die das virale Protein kodierende
Sequenz aus dem Virus genom zu isolieren, dies durch Klonierung oder
PCR (Polymerasekettenreaktion), dann diese durch zielgerichtete
Mutagenese zu modifizieren, um eine gewünschte transdominante Variante
zu erzeugen. Alternativ kann man die DNA-Sequenz von Interesse durch
chemische Synthese herstellen.
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Natürlich können die
DNA-Sequenzen, welche eine erste bzw. eine zweite transdominante
Variante, welche im Rahmen der Erfindung verwendet werden, kodieren,
in ein und denselben rekombinanten Vektor oder in zwei unterschiedliche
Vektoren inseriert werden. Außerdem
können
diese ein der Selektion dienendes Gen, welches die Isolierung der
durch diese Vektoren transfizierten Klone erleichtert, umfassen.
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Die
Erfindung betrifft gleichfalls einen rekombinanten Vektor, umfassend:
- (a) eine erste DNA-Sequenz, die eine transdominante
Variante des TAT-Proteins des HIV-Virus kodiert und unter die Kontrolle
von Elementen gestellt ist, die für ihre konstitutive Expression
erforderlich sind; und
- (b) eine zweite DNA-Sequenz, die eine transdominante Variante
des REV-Proteins des HIV-Virus
kodiert und die Sequenz aufweist, wie sie in der Identifizierung
der Sequenz NO: 2 beginnend mit der Aminosäure +1 und endend mit der Aminosäure +116
gezeigt ist, in der der Glutaminrest an Position +74 durch eine Glycinrest
ersetzt ist und der Leucinrest an Position +75 durch einen Serinrest
ersetzt ist und die unter die Kontrolle von Elementen gestellt ist,
die für
ihre konstitutive Expression erforderlich sind.
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Selbstverständlich sind
die erste und die zweite DNA-Sequenz unter die Kontrolle von Elementen,
die für
deren Expression erforderlich sind, gestellt. Diese Elemente umfassen
insbesondere die Elemente für
die Regulation der Transkription einer DNA-Sequenz zu mRNA wie auch
die Initiations- und Terminationssignale für die Translation der mRNA
zu Protein. Unter diesen Elementen kommt der Promotorregion eine
besondere Bedeutung zu.
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Allgemein
setzt man eine Promotorregion ein, welche in den eukaryotischen
Zellen, welche man zu behandeln wünscht, und vorzugsweise in
humanen Zellen funktionsfähig
ist. Eine Promotorregion kann aus eukaryotischen oder viralen Genen
stammen, konstitutiv oder, insbesondere in Reaktion auf bestimmte
gewebespezifische und insbesondere Lymphozyten-spezifische zelluläre Signale,
regulierbar sein. Als Beispiele kann in Betracht gezogen werden,
die Promotorregionen des SV40-Virus (Simian Virus 40), des PGK (Phosphoglyceratkinase)-Gens,
des HMG (Hydroxymethylglutaryl-Coenzym A)-Gens, des TK(Thymidinkinase)-Gens
von HSV-1, der LTR („Long
Terminal Repeat")
des RSV (Rous-Sarkom-Virus), des MoMuLV und des HIV und die Promotoren
der Gene E1A, E3 und MLP („Major
Late Promoter")
von Adenovirus einzusetzen. Es wird angegeben, dass diese Beispiele
nicht einschränkend
sind.
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Die
Erfindung erstreckt sich auf die eukaryotischen Zellen, in deren
Genom eine erste und eine zweite Sequenz, die im Rahmen der Erfindung
eingesetzt werden, inseriert sind. Der oder die Vektor(en), welche(r) die
Sequenzen trägt
bzw. tragen, können
entweder in vitro in eine dem Patienten entnommene Zelle oder direkt in
vivo eingeschleust werden. Die Zelle ist vorzugsweise eine humane
Zelle und ganz und gar bevorzugt eine Stammzelle der hämopoetischen
Linie oder ein Lymphozyt.
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Die
Erfindung bezieht sich gleichfalls auf die Verwendung einer Zusammensetzung,
eines Vektors oder einer Zelle gemäß der Erfindung für die Herstellung
eines Medikamentes, welches für
die Behandlung oder Verhütung
von Virusinfektionen durch Gentherapie und insbesondere von auf
HIV zurückzuführenden
Infektionen bestimmt ist.
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Die
Erfindung zielt gleichfalls auf eine pharmazeutische Zusammensetzung
ab, die dadurch gekennzeichnet ist, dass sie als therapeutisches
oder prophylaktisches Mittel eine Zusammensetzung, einen Vektor oder
eine Zelle gemäß der Erfindung
in Kombination mit einem unter einem pharmazeutischen Gesichtspunkt annehmbaren
Vehikel umfasst.
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Eine
solche pharmazeutische Zusammensetzung gemäß der Erfindung kann gemäß den allgemein angewendeten
Techniken hergestellt und gemäß einem
jeglichen bekannten Verabreichungsweg verabreicht werden. Man kombiniert
das therapeutische oder prophylaktische Mittel in einer therapeutisch
wirksamen Menge beispielsweise mit einem annehmbaren Träger, einem
annehmbaren Verdünnungsmittel
oder einem annehmbaren Hilfsstoff oder Adjuvans. Die zu verabreichende
Menge wird abhängig
von verschiedenen Kriterien, insbesondere von dem gewählten Verabreichungsweg,
der betreffenden Pathologie, den zu exprimierenden ersten und zweiten
DNA-Sequenzen oder ferner von dem Patient und der gewünschten
Behandlungsdauer ausgewählt.
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Außerdem bezieht
sich die Erfindung auf einen Kit, umfassend:
- (a)
eine erste transdominante Variante des TAT-Proteins des HIV-Virus;
und
- (b) eine zweite transdominante Variante des REV-Proteins des
HIV-Virus, dadurch gekennzeichnet, dass die transdominante Variante
des REV-Proteins die Sequenz aufweist, wie sie in der Identifizierung
der Sequenz NO: 2 beginnend mit der Aminosäure +1 und endend mit der Aminosäure +116
gezeigt ist, in der der Glutaminrest an Position +74 durch einen
Glycinrest ersetzt ist und der Leucinrest in der Position +75 durch einen
Serinrest ersetzt ist;
mit Instruktionen für deren
gleichzeitige oder aufeinanderfolgende Verabreichung.
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Schließlich betrifft
die Erfindung ein Verfahren zur Behandlung von Virusinfektionen
und insbesondere solchen, die auf HIV zurückzuführen sind, gemäß welchem
man eine therapeutisch wirksame Menge einer Zusammensetzung, eines
Vektors oder einer Zelle gemäß der Erfindung
einem Patienten, welcher eine solche Behandlung benötigt, verabreicht.
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Zur
Unterrichtung sind die essentiellen Schritte für eine antivirale Behandlung
durch Gentherapie die folgenden:
- – man nimmt
eine Entnahme von Knochenmark oder Blut von einem Patienten, welcher
eine solche Behandlung benötigt,
vor;
- – man
kultiviert die entnommenen Zellen (Stammzellen oder Lymphozyten)
gemäß den Techniken
dieses Fachgebiets;
- – man
führt einen
erfindungsgemäßen Vektor,
in den die Sequenzen, die eine erste und eine zweite transdominante
Variante kodieren, inseriert sind, durch Transfektion ein.
Es
ist indessen gleichfalls möglich,
jeden der Vektoren, welche die Expression der einen oder der anderen der
transdominanten Varianten erlauben, durch Cotransfektion oder alternativ
durch Transfektion auf getrennte oder zeitlich gestaffelte Weise
einzuführen.
Man führt
gegebenenfalls einen ergänzenden
Schritt einer Kultivierung in selektivem Medium aus; und
- – man
injiziert die so modifizierten Zellen zurück in den Patienten.
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Natürlich können die
Modalitäten
dieses Therapieprotokolls zahlreichen Varianten, die durch die Kliniker
bestimmt werden, unterworfen werden.
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Die
Erfindung wird nachfolgend durch Bezugnahme auf die folgenden Figuren
veranschaulicht.
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Die 1 zeigt
schematisch den Vektor pTG2350, welcher die Expression einer transdominanten
Variante TAT (Phe38→Asp) von HIV (TAT38) unter
der Kontrolle der retroviralen 5'-LTR
erlaubt.
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Die 2 veranschaulicht
den Vektor pTG2428, welcher die Expression der transdominanten Variante REV
(Gln74, Leu75→Gly, Ser)
(REV*) von HIV unter der Kontrolle der retroviralen 5'-LTR erlaubt.
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Die
3 zeigt
die Effekte der gleichzeitigen Expression der transdominanten TAT-
und REV-Varianten
(♦) auf
die Entwicklung der Infektion in durch HIV infizierten Zellen verglichen
mit der Expression einer transdominanten TAT-Variante (
)
oder jener einer transdominanten REV-Variante (☐).
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Die 4 zeigt
schematisch den retroviralen Vektor pTG4367, welcher die Sequenzen
umfasst, die die transdominanten Varianten TAT (Phe38→Asp) und
REV (Gln74, Leu75,
Leu78, Glu79 und
Leu81→Gly,
Ser, Glu, Phe und Asp), nachfolgend als REV** bezeichnet, unter
der Kontrolle des PGK-Promotors aus der Maus (PGKpro) und der retroviralen
5'-LTR kodieren.
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Die 5 veranschaulicht
den Vektor pTG8301, in welchem die Sequenzen, die die REV**-Mutante und das TAT
(Gln54→STOP)(TAT54) – Neo-Fusionsprodukt
kodieren, unter die Kontrolle der retroviralen 5'-LTR (LTR) bzw. des PGK-Promotors aus
der Maus (PGK pro) gestellt sind.
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Die 6 veranschaulicht
den Vektor pTG8313, in welchem die Sequenzen, die die REV**-Mutante und das TAT
(Phe38→Asp) – Neo-Fusionsprodukt
kodieren, unter die Kontrolle der retroviralen 5'-LTR (LTR) bzw. des PGK-Promotors aus
der Maus (PGK pro) gestellt sind.
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Die 7 veranschaulicht
den Vektor pTG8315, in welchem die Sequenzen, die einerseits die REV**-Mutante
und andererseits die Produkte TAT38 und neo kodieren, unter die
Kontrolle der retroviralen 5'-LTR
(LTR) bzw. des PGK-Promotors aus der Maus (PGK pro) gestellt sind.
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Die 8 veranschaulicht
den Vektor pTG8323, in welchem die Sequenzen, die einerseits die REV**-Mutante
und das Produkt Neo und andererseits die TAT-Mutante (Gln54→STOP)
kodieren, unter die Kontrolle der Mini-LTR von HIV bzw. der retroviralen
5'-LTR gestellt
sind.
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BEISPIELE
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Die
nachfolgend beschriebenen Konstruktionen erfolgen gemäß den allgemeinen
Techniken der Gentechnologie und der molekularen Klonierung, die
detailliert in Maniatis et al. (1989, Laboratory Manual, Cold Spring
Harbor Laboratory Press, Cold Spring Harbor, NY) beschrieben worden
sind. Die Gesamtheit der Klonierungsschritte unter Einsatz von bakteriellen
Plasmiden erfolgt durch Passage in dem Stamm Escherichia coli (E.
coli) 1106, BJ5183 oder XL-1-Blue, wohingegen jene, die von dem
Phagen M13 abgeleitete Vektoren einsetzen, in E. coli NM522 ausgeführt werden.
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Was
die zielgerichteten Mutagenesen durch synthetische Oligodesoxynukleotide
angeht, wendet man das von Zoller und Smith (1982, Nucleic Acids
Res., 10, 6487) beschriebene Protokoll an oder man setzt einen Kit
kommerzieller Herkunft gemäß den Empfehlungen
des Herstellers ein. Handelt es sich um die Reparatur von Restriktionsstellen,
können
das Auffüllen
von überhängenden
Enden mit Hilfe des Klenow-Fragments der DNA-Polymerase von E. coli
und der Abbau von überhängenden
3'-Enden in Gegenwart
der DNA-Polymerase des Phagen T4 oder durch Behandlung durch S1-Nuklease,
gefolgt von einer Reparatur durch Klenow, ausgeführt werden. Die PCR-Techniken
sind den Fachleuten auf diesem Gebiet bekannt und umfassend in „PCR Protocols,
a guide to methods and applications" (Hrsg.: Innis, Gelfand, Sninsky und
White, Academic Press Inc.) beschrieben.
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Andererseits
wird die Sequenz einer transdominanten TAT- oder REV-Variante gegenüber jener
des TAT- oder REV-Proteins des HIV-1-Virus, Isolat Lai, wie von
Wain-Hobson et al. (1985, Cell, 40, 9–17) offenbart, durch Alignment
(Ausrichtung aufgrund von Sequenzhomologie oder- identität) ausgerichtet. In der Praxis wird
die Nummerierung der Aminosäuren
in der Sequenz einer transdominanten Variante von jener, die für das native
Protein etabliert worden ist, übernommen,
einer Sequenz, wie sie in den Sequenzidentifizierungen NO: 1 für das TAT-Protein
und NO: 2 für
das REV-Protein gezeigt ist.
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Außerdem werden
die Zelllinien gemäß den Empfehlungen
des Lieferanten kultiviert. Allgemein werden die Zellen gemäß der Calciumphosphat-Technik
(Maniatis et al., Molecular Cloning: a laboratory manual, 1989,
Cold Spring Harbor Laboratory) transfiziert bis auf die CEM-A3-Zellen,
bei denen man die Elektroporation einsetzt. Indessen können andere
Protokolle, welche erlauben, eine Nukleinsäure in eine Zelle einzuschleusen,
gleichfalls eingesetzt werden. Vor einer jeglichen Transfektion
wird die DNA auf einem Cäsiumchloridgradienten
gereinigt.
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BEISPIEL 1: Etablierung
einer Zelllinie, welche die transdominanten TAT- und REV-Varianten
coexprimiert
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A. Konstruktion des retroviralen
Vektors pTG2350 für
die Expression der transdominanten Variante TAT (Phe38→Asp) und
Charakterisierung von deren transdominantem Phänotyp
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Ein
DNA-Fragment, welches die Kopie-DNA (cDNA), welche den 2 Exons des
tat-Gens des HIV-Genoms, Isolat Lai (Wain-Hobson et al., 1985, Cell,
40, 9–17;
Sodroski et al., 1985, Science, 229, 74–77) entspricht, umfasst, wird
modifiziert, um eine BamHI-Stelle 5' von dem ATG-Startcodon zu erzeugen. Außerdem existiert
eine BamHI-Stelle natürlicherweise
3' von dem Stop-Codon.
Das BamHI-Fragment von 300 bp, welches die nicht mutierte tat-cDNA
umfasst, wird in den Vektor M13TG130 (Kieny et al., 1983, Gene,
26, 91–99) inseriert.
Man erhält
den Vektor M13TG2306.
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Man
erzeugt eine transdominante TAT-Variante, indem man den Phenylalaninrest
(Phe) an Position 38 des nativen TAT-Proteins durch eine Asparaginsäure (Asp)
ersetzt. M13TG2306 wird einer zielgerichteten Mutagenese unter Verwendung
eines kommerziellen Kits (Amersham, RPN 1523) und unter Einsatz
des in der Sequenzidentifizierung SEQ ID NO: 3 beschriebenen Oligonukleotids
unterworfen, wodurch M13TG2316 erhalten wird.
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Das
aus dem vorangegangenen Vektor isolierte BamHI-Fragment wird dann
in den eukaryotischen Vektor pSG5 (Green et al., 1988, Nucleic Acids
Res., 16, 369) transferiert. Man erhält pTG2332, in welchem die
Expression der Variante TAT (Phe38→Asp) unter
der Kontrolle des SV40-Promotors steht.
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Man
wertet die Fähigkeit
der Variante TAT (Phe38→Asp) aus, die Expression des
CAT (Chloramphenicolacetyltransferase)-Gens, welches unter die Kontrolle
der LTR von HIV einschließlich
der TAR-Sequenz gestellt ist (LTR-CAT; Emerman et al., 1987, EMBO
J., 6, 37–55),
zu transaktivieren. Die transaktivierende Aktivität wird durch
transitorische Transfektion von HeLa-Zellen (ATCC CCL2) (4 × 105 Zellen pro Vertiefung) mit 1 μg des Expressionsvektors
pTG2332 mit 0,5 μg
des Reporter-Vektors LTR-CAT bestimmt. Man führt eine Transfektion unter
den gleichen Bedingungen mit 1 μg
pHMG-Tat und 0,5 μg
LTR-CAT, was die positive Vergleichsprobe für die Transaktivierung (100%)
bildet, aus. pHMG-Tat ist der Expressionsvektor des nativen TAT-Proteins
und resultiert aus der Klonierung des BamHI-Fragments von M13TG2306
in die BamHI-Stelle des
pHMG-Vektors (Mehtali et al., 1990, Gene, 91, 179–184).
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48
h nach den Transfektionen misst man das Expressionsniveau des CAT-Gens
an einem Aliquot Zellextrakt, welches 10 bis 20 μg Proteinen entspricht, gemäß der in
Gorman et al. (1982, Mol. Cell. Biol., 2, 1044–1051) beschriebenen Technik.
Die Konzentration an Proteinen wird mit Hilfe eines kommerziellen
Kits bestimmt, indem dem durch den Lieferanten angegebenen Protokoll
gefolgt wird. Der Prozentsatz von transaktivierender Aktivität der Variante
wird bezogen auf den Wert, welcher mit der positiven Vergleichsprobe (pHMG-Tat
+ LTR-CAT), wobei jene 100% transaktivierende Aktivität repräsentiert,
gemessen wird, berechnet.
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Dann
wird die Fähigkeit
der Variante TAT (Phe38→Asp), die transaktivierende
Funktion des nativen TAT-Proteins zu hemmen, durch transitorische
Transfektion von HeLa-Zellen mit dem Expressionsvektor pTG2332 (10 μg) mit dem
Reporter-Vektor LTR-CAT (0,5 μg)
und dem Vektor pHMG-Tat (1 μg)
bestimmt. Wie zuvor, misst man die Expression des CAT-Reportergens
an einem Aliquot Extrakt, welches 10 bis 20 μg Proteinen entspricht. Der
Prozentsatz von Hemmung/Inhibition des nativen TAT-Proteins durch
die Variante TAT (Phe38→Asp) wird bezogen auf die Vergleichsprobe,
welche aus der Cotransfektion mit pHMG-Tat und LTR-CAT resultiert,
welche 0% inhibitorische Aktivität
repräsentiert,
berechnet.
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Die
Variante TAT (Phe38→Asp) ist eine wirksame transdominante
Variante, denn ihre transaktivierende Aktivität ist verringert (Expression
des CAT-Gens unter 10% bezogen auf jene, die mit dem nativen TAT-Protein gemessen
wird) und da sie die Aktivität
des nativen TAT-Proteins stark hemmt (wenigstens 90% Hemmung).
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Das
BamHI-Fragment von 300 bp, welches aus M13TG2316 isoliert worden
ist, wird in die BamHI-Stelle des retroviralen Vektors pLXSP inseriert,
wodurch pTG2350 erzeugt wird (1). Der
Vektor pLXSP leitet sich von pLXSN (Miller und Rossman, 1989, Biotechniques,
7, 980–988)
nach Ersetzen des Neomycin-Gens (neo) durch ein Gen, welches eine
Resistenz gegen Puromycin verleiht, und der 3'-LTR von MSV (Myelosarkom-Virus) durch
die 3'-LTR von MPSV
(Myelo Proliferative Sarcoma Virus) ab.
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B. Konstruktion der retroviralen
Vektoren pTG2428 und pTG2430 für
die Expression der transdominanten REV-Variante (Gln74,
Leu75→Gly,
Ser) und Charakterisierung von deren transdominantem Phänotyp
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Ein
SalI-Fragment von 830 bp, welches die Kopie-DNA entsprechend den
beiden kodierenden Exons des rev-Gens des HIV-1-Isolats Lai umfasst,
wird in den Vektor M13TG130 inseriert, wodurch der Vektor M13TG2309
erzeugt wird. Jener wird durch zielgerichtete Mutagenese (Kit Amersham)
modifiziert, um zwei BglII-Stellen einzuführen, die die REV kodierende
Sequenz einrahmen, die erste stromaufwärts des ATG-Startcodons und
die zweite stromabwärts
von dem Stop-Codon. Die Anwesenheit dieser BglII-Stellen erlaubt
es, die späteren
Klonierungsschritte zu vereinfachen. Es hätte aber auch eine jegliche
andere geeignete Restriktionsstelle ausgewählt werden können.
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Der
so erhaltene Vektor wird einer zielgerichteten Mutagenese unter
Einsatz des Oligonukleotids OTG4672, welches in der Sequenzidentifizierung
NO: 4 angegeben ist, unterworfen mit dem Ziel, die Reste Gln und
Leu an Position 74 und 75 des nativen REV-Proteins durch die Reste
Gly und Ser zu ersetzen. Der daraus resultierende Vektor wird durch
BglII verdaut und das Fragment von 390 bp wird in den eukaryotischen Expressionsvektor
pSG5 inseriert, wodurch das Plasmid pTG REV.TD erhalten wird, an
welchem man den transdominanten Phänotyp der Mutante REV (Gln74, Leu75→Gly, Ser)
auswertet.
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Ihre
Aktivität
auf den Transport der mRNAs wird durch transitorische Transfektion
der Zelllinie HeLa mit pTG REV.TD (1 μg) und dem Reportervektor pTG1335
(0,5 μg)
bestimmt. Dieser Letztere entspricht dem CAT-Gen, welches unter
die Kontrolle des SV40-Promotors und der RRE/CRS-Elemente des HIV1-Genoms, welche
stromabwärts
von dem CAT-Gen inseriert sind, gestellt ist. So wird in Abwesenheit
eines funktionsfähigen
REV-Proteins das CRS-Element die mRNAs in dem Kern halten und man
weist kein Expressionsprodukt des CAT-Gens nach. Im Gegensatz dazu
wird in Gegenwart eines funktionsfähigen REV-Proteins sich dieses an
seine RRE-Zielsequenz anheften und den Transport der mRNAs in Richtung
des Zytoplasmas und deren Translation induzieren.
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Man
bestimmt die Expression des CAT-Gens an einem Aliquot Zellextrakt
unter den gleichen Bedingungen wie zuvor. Der Prozentsatz von Aktivität der REV-Mutante
(Gln74, Leu75→Gly, Ser)
wird bezogen auf den Wert, welcher mit einer positiven Vergleichsprobe,
welche aus der Cotransfektion mit dem Vektor pHMG-Rev, welcher die
Expression des nativen REV-Proteins erlaubt, und mit dem Reporter-Vektor
pTG1335 resultiert und welche 100% REV-Aktivität repräsentiert, gemessen wird, berechnet.
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Parallel
dazu wertet man deren Fähigkeit,
die Funktion des nativen REV-Proteins zu hemmen, durch transitorische
Transfektion mit dem Expressionsvektor pTG REV.TD (10 μg) und mit
dem Reporter-Vektor pTG1335 (0,5 μg)
in Gegenwart von 1 μg
des Vektors pHMG-Rev aus. Das Expressionsniveau des CAT-Gens wird
bezogen auf die Vergleichsprobe, die aus der Cotransfektion mit
pHMG-Rev und pTG1335 resultiert und die 0% Hemmung/Inhibition repräsentiert,
gemessen.
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Die
Variante REV (Gln74, Leu75→Gly, Ser)
erweist sich als eine wirkungsvolle transdominante Variante, die
praktisch keine Aktivität
beim Transport der mRNAs in Richtung des Zytoplasmas mehr aufweist,
aber in der Lage ist, die native REV-Funktion auf dominante Weise
zu hemmen.
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Das
BglII-Fragment von 390 bp, welches die die transdominante REV-Mutante
kodierende Sequenz trägt,
wird in die BamHI-Stelle von pTG5192 subkloniert. Dieser Letztere
leitet sich von pLXSN ab, in welchem die aus dem MSV stammende 3'-LTR durch die 3'-LTR des MPSV ersetzt
ist. Man erzeugt den retroviralen Vektor pTG2428 (2),
welcher gleichfalls den Neomycin-Selektionsmarker, welcher Resistenz
gegen G418 verleiht, trägt.
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Andererseits
wird das gleiche BglII-Fragment in den retroviralen pLXSP-Vektor
inseriert, wodurch pTG2430, welches das Puromycinresistenzgen trägt, erhalten
wird.
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C. Etablierung einer Zelllinie
CEM-A3, welche die transdominanten Mutanten TAT (Phe38→Asp) und
REV (Gln74, Leu75→Gly, Ser)
exprimiert
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Man
etabliert eine stabile Zelllinie, welche die beiden transdominanten
Varianten coproduziert, ausgehend von von Natur aus durch HIV infizierbaren
Zellen, beispielsweise der humanen Lymphozytenlinie CEM-A3, welche
von CCRF-CEM (ATCC CCL119) abgeleitet ist und die den als HIV-Rezeptor
dienenden Oberflächenmarker
CD4 stark exprimiert.
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Man
führt einen
Transfer durch Elektroporation von 20 μg pTG2350-Plasmid-DNA in 2 × 107 CEM-A3-Zellen (Gene pulser Biorad, Spannung
210 V, Kapazität
960 μF)
aus. Dann werden die Zellen in RPMI-Medium (Gibco-BRL) bei 37°C in Gegenwart
von 5% CO2 erneut in Kultur genommen. Zwei
Tage später gibt
man die Zellen in selektives Medium (Puromycin, 0,5 μg/ml) und
man isoliert die resistenten Klone (CEM-A3 2350-Zellen).
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Man
kann die Expression der transdominanten Variante in den verschiedenen
Klonen detektieren durch transitorische Transfektion durch die Vektoren
LTR-CAT und pHMG-Tat und durch Messen der Auslöschung der Expression des CAT-Gens
bezogen auf eine Vergleichsprobe von Zellen von CEM-A3-Ursprung, die
mit diesen beiden Vektoren transfiziert worden sind.
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Man
selektioniert einen gegen Puromycin resistenten Klon, in welchen
man 20 μg
pTG2428 gemäß dem oben
angegebenen Elektroporationsprotokoll einführt. Man gibt die Zellen in
doppelt selektives Medium (Puromycin 0,5 μg/ml und G418 1 mg/ml). Der
Pool von gegen die beiden Antibiotika resistenten Zellen wird nachfolgend
als CEM-A3 2350 + 2428 bezeichnet.
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Als
Vergleich etabliert man gleichfalls eine CEM-A3-Linie, welche die
transdominante REV-Variante produziert,
durch Transfektion mit dem Vektor pTG2430. Die gegen Puromycin resistenten
Zellen werden als CEM-A3 2430 bezeichnet.
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BEISPIEL 2: Auswertung
der Resistenz der CEM-A3 2350 + 2428-Zellen gegenüber einer
Infektion durch HIV
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Man
zentrifugiert ungefähr
106 CEM-A3 2350 + 2428-Zellen bei niedriger
Geschwindigkeit. Nach dem Waschen wird der Zell-Bodensatz in 200 μl RPMI-Medium
in Abwesenheit von Serum wieder aufgenommen. Die Zellen werden durch
ein HIV-Präparat
mit einer TCID50 zwischen 1 und 1000 und
vorzugsweise 50 bis 100 infiziert. Die TCID50 wird
gemäß der in
Reed et al. (1938, Am. J. Hyg., 27, 493–497) beschriebenen Methode an
durch HIV infizierbaren Zelllinien, wie beispielsweise den CEM-A3-Zellen,
bestimmt und entspricht der Dosis, bei welcher 50% der Zellen infiziert
werden und 50% dies nicht werden. Sie wird für jede eingesetzte HIV-Charge
verifiziert. Die Infektion wird 1 h bei 37°C betrieben.
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Die
Zellen werden dann zweimal in RPMI gewaschen und in 5 ml eben dieses
Mediums, ergänzt
mit 10% SVF (fötalem
Kälberserum)
in Kultur genommen. Dieser Schritt bildet den Zeitpunkt T = 0 des
Experiments. Das Medium wird zwei- oder dreimal pro Woche erneuert.
Die Vermehrung des Virus wird durch Messung der reverse Transkriptase-Aktivität in regelmäßigen Zeitabständen im
Kulturüberstand
gemäß der in
Spire et al. (1985, Lancet i, 188–189) beschriebenen Methode
ausgewertet.
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Die
in 3 veranschaulichten Ergebnisse zeigen, dass die
reverse Transkriptase-Aktivität
der CEM-A3 2350 + 2428-Überstände sich
während
wenigstens 35 Tagen Kultivierung auf einem sehr niedrigen Niveau
befindet. Es wird angegeben, dass man in den durch HIV infizierten
normalen Zellen normalerweise eine reverse Transkriptase-Aktivität am Ende
von 5 bis 6 Tagen detektiert aufgrund des Auftretens von neuen Viruspartikeln
im Medium, das im Verlauf der Zeit bis zum Zelltod schnell zunimmt.
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Zum
Vergleich führt
man das Experiment an Aliquots von CEM-A3 2350- und CEM-A3-2430-Zellkulturen unter
streng identischen Bedingungen durch. In diesem Falle beobachtet
man eine Verzögerung
bei der Vermehrung des Virus, welche durch eine verringerte reverse
Transkriptase-Aktivität
während
der ersten 20 Tage Kultur zum Ausdruck kommt, aber von einer Erhöhung gefolgt
wird, wenn die Kultur fortgesetzt wird.
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BEISPIEL 3: Konstruktion
von retroviralen Vektoren die transdominante TAT- und REV-Varianten coexprimieren,
und Etablierung von entsprechenden amphotropen Linien
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A. Konstruktion des Vektors
pTG4367
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Der
Vektor M13TG2309 wird einer zielgerichteten Mutagenese unterworfen
mit Hilfe des in der Sequenzidentifizierung NO: 5 angegebenen Oligonukleotids
OTG5254, welches erlaubt, die das native REV-Protein kodierende
DNA-Sequenz an fünf
Stellen zu modifizieren, um eine transdominante REV-Variante zu
erzeugen (Ersetzen der Codons, welche die folgenden Reste kodieren:
Gln74 durch Gly, Leu75 durch
Ser, Leu78 durch Glu, Glu79 durch
Phe und Leu81 durch Asp). Man erhält den Vektor
M13TG4303.
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Der
retrovirale Vektor pLXSP wird durch EcoRI-HpaI verdaut. Man isoliert
ein EcoRI-PstI-Fragment, welches
den PGK-Promotor aus der Maus, welcher in Adra et al. (1987, Gene,
60, 65–74)
beschrieben ist, enthält,
wobei die PstI-Stelle durch Behandlung mit T4-Polymerase mit glatten
Enden versehen wird. Aus dem so erhaltenen Vektor wird die Expressionskassette
des Puromycinresistenzgens deletiert. Um dies zu tun, wird nach
Verdau durch ClaI-BamHI und Behandlung durch das Klenow-Fragment
der DNA-Polymerase dieser mit sich selbst religiert, um pTG2673
zu erzeugen.
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Man
führt das
aus M13TG2316 isolierte BamHI-Fragment in den Vektor pTG2673, welcher
vorab durch BamHI verdaut worden ist, ein. Dann wird der erhaltene
Vektor durch EcoRI verdaut und durch das Klenow-Fragment der DNA-Polymerase
behandelt. Parallel dazu wird M13TG4303 durch BglII verdaut, mit
Klenow behandelt, dann durch PvuII verdaut. Man isoliert das Fragment,
welches die die fünffach
mutierte transdominante REV-Variante kodierende Sequenz enthält, das
man in den auf diese Weise behandelten Vektor pTG2673 inseriert.
Man erhält
pTG4367 (4), in welchem die TAT (Phe38→Asp)
kodierende Sequenz unter die Kontrolle des PGK-Promotors und jene,
die transdominantes REV kodiert, unter die Kontrolle der 5'-LTR des retroviralen Vektors gestellt
ist.
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Man
etabliert eine amphotrope Linie ausgehend von einer sogenannten
Verkapselungszelllinie, in welche ein env-Gen eines amphotropen
Retrovirus inseriert ist, beispielsweise die Linie PA317 (Miller
et al., 1986, Mol. Cell. Biol., 6, 2895–2902) oder Gp. Env. Am. 12
(Markowitz et al., 1988, Virology 167, 400–406). Man führt eine
Transfektion durch den Vektor pTG4367 und irgendeinen der Selektion
dienenden Vektor, wie beispielsweise einen Vektor, welcher das Puromycinresistenzgen
unter der Kontrolle des SV40-Promotors umfasst, aus. An dem der
Transfektion folgenden Tag werden die Zellen in selektives Medium
(Puromycin 6 μg/ml)
gegeben. Man isoliert die resistenten Zellen, welche amphotrope
Viruspartikel produzieren, welche in der Lage sind, humane Zellen
zu infizieren.
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Man
kann eine Virusstammkultur bilden, die bei der Gentherapie für die Infektion
von hämopoetischen Stammzellen
oder von Lymphozyten eines Patienten eingesetzt werden könnte.
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B. Konstruktion des Vektors
pTG8301 (Expression von TAT (Gln54→STOP) fusioniert
mit dem Produkt des Gens neo und von REV, welches auf der Höhe der Reste
74, 75, 78, 79 und 81 mutiert ist)
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Die
Konstruktion der transdominanten TAT-Variante, in welcher der Glutaminrest
(Gln) an Position 54 des nativen Proteins durch ein Stop-Codon ersetzt
ist, ist in der Europäischen
Anmeldung
EP 0614 980 beschrieben.
Als Zusammenfassung wird der Vektor M13TG2306 (Beispiel 1) einer
zielgerichteten Mutagenese (Kit Amersham) mit Hilfe des Oligonukleotids
OTG4376 (siehe SEQ ID NO: 3 von
EP
0614 980 ) unterworfen. Man erhält M13TG2330. Um die Fusion
mit dem der Selektion dienenden Gen auszuführen, wird jenes erneut einer
zielgerichteten Mu tagenese unterworfen mit dem Ziel, das STOP-Codon
des tat-Gens zu zerstören
und dahinein einen Sequenzabschnitt aus drei Alaninresten, entsprechend
einer NotI-Stelle, zu inserieren. Man setzt das mutagene Oligonukleotid
OTG4413 (SEQ ID NO: 6) ein und man erzeugt M13TG2330*.
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Parallel
dazu wird das der Selektion dienende Gen neo durch PCR ausgehend
von dem Vektor pAG60 (Colbère-Garapin
et al., 1981, J. Mol. Biol., 150, 1–14) amplifiziert. Man setzt
dafür herkömmliche
Primer ein, die an ihren 5'-Enden
mit NotI-Stellen ausgestattet sind. Das so erhaltene PCR-Fragment
wird in durch Notl linearisiertes M13TG2330* kloniert, wodurch M13TG6389
erhalten wird. Nach Verdau dieses letzteren durch BamHI reinigt
man das Fragment von 1,2 kb, welches das fusionierte Gen enthält, welches
das hybride Produkt TAT gefolgt von neo kodiert. Jenes wird in die
BamHI-Stelle des retroviralen Vektors pTG2673 eingeführt, wodurch
pTG6392 erhalten wird.
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Der
Vektor M13TG4303 wird einer zielgerichteten Mutagenese unterworfen,
um eine BglII-Stelle stromabwärts des
Stop-Codons des transdominanten REV zu erzeugen mit dem Ziel, die
späteren
Klonierungsschritte zu vereinfachen. Man setzt zu diesem Zweck das
Oligonukleotid OTG 4370 (SEQ ID NO: 7) ein. Dann wird das so erzeugte
BglII-Fragment (0,38 kb) schließlich
in den Vektor pTG6392 inseriert. Man erhält pTG8301 (5),
in welchem das die transdominante REV-Mutante kodierende Gen unter
die Kontrolle der 5'-LTR
des retroviralen Vektors gestellt ist, wohingegen die Expression
der transdominanten TAT-Variante, welche mit dem Produkt des neo-Gens
fusioniert ist, von dem PGK-Promotor aus der Maus abhängt.
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C. Konstruktion des Vektors
pTG 8313 (Expression von TAT (Phe38→Asp) fusioniert
mit dem Produkt des Gens neo, und von REV, welches auf der Höhe der Reste
74, 75, 78, 79 und 81 mutiert ist)
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Der
Vektor M13TG6390 resultiert aus der Insertion des NotI-Fragments
von M13TG6389, welches das Gen neo trägt, in M13TG2316. Vorab war
eine NotI-Stelle in diesem Letzteren stromaufwärts des STOP-Codons der TAT38-Mutante
mit Hilfe des zuvor beschriebenen mutagenen Oligonukleotids OTG4413
erzeugt worden. Dann wird das aus M13TG6390 gereinigte BamHI-Fragment (1,2 kb)
in den vorab durch BamHI verdauten Vektor pTG2673 eingeführt, wodurch
pTG 8305 erhalten wird. Schließlich
wird das das mutierte rev-Gen umfassende BglII-Fragment von 0,38
kb in die EcoRI-Stelle (mit Klenow behandelt) des in dem vorangegangenen
Schritt erhaltenen Vektors kloniert, wodurch pTG8313 (6)
erzeugt wird.
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D. Konstruktion der retroviralen
Vektoren pTG8315 und pTG8316
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Das
aus M13TG2316 (welches TAT (Phe38→Asp) enthält) oder
aus M13TG2330 (TAT (Gln54→STOP)) stammende
BamHI-Fragment von 0,3 kb wird in die BamHI-Stelle von p polyIII-I*
(Lathe et al., Gene, 1987, 57, 193–201) inseriert, wodurch p
poly-2316 oder p poly-2330 erzeugt wird. Jene werden durch EcoRI
und PvuII gespalten und man führt
ein EcoRI-NcoI-Fragment (bei welchem die Stellen durch Behandlung
durch Klenow mit glatten Enden versehen worden sind), welches den
IRES-Elementen des EMCV-Virus (Eucephalomyocarditis-Virus) entspricht,
ein. Dieses leitet sich von dem Vektor IRES-βgeo, welcher in der Internationalen
Anmeldung WO 94/24301 beschrieben worden ist, ab.
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Dann
wird das neo-Gen stromaufwärts
des IRES-Elements in Form eines Fragments mit glatten Enden, welches
aus pAG60 isoliert worden ist, kloniert. Der Fachmann weiß, wie ein
glattes Fragment ausgehend von einem Plasmid des Standes der Technik
zu erzeugen ist. Es wird in die AccI-Stelle (mit Klenow behandelt) des
vorangegangenen Konstrukts eingeführt. Man erhält die Vektoren
pTG6399 und pTG6398, welche die bicistronischen Kassetten TAT (Phe38→Asp) – IRES – neo bzw.
TAT(Gln54→STOP) – IRES – neo umfassen.
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Parallel
dazu wird das aus mutiertem M13TG4303 gereinigte BglII-Fragment
(0,38 kb) durch Klenow behandelt, dann in den durch EcoRI verdauten
und gleichfalls durch Klenow behandelten Vektor pTG2673 inseriert.
Der so erhaltene Vektor wird schließlich durch XhoI verdaut, um
das aus pTG6399 oder pTG6398 erhaltene XhoI-Fragment zu klonieren.
Man erzeugt so die Vektoren pTG8315 (7) und pTG8316,
in welchen das modifizierte rev-Gen (5 Mutationen) unter der Kontrolle
der retroviralen 5'-LTR
steht und die bicistronische Kassette, welche TAT (Phe38→Asp) oder
TAT (Gln54→STOP) und das Produkt des neo-Gens
kodiert, unter der Kontrolle des PGK-Promotors steht.
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E. Konstruktion der durch
das native TAT-Protein von HIV induzierbaren Vektoren
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Das
BglII-Fragment (0,38 kb), welches das transdominante rev-Gen enthält, wird
aus mutiertem M13TG4303 gereinigt und in die BamHI-Stelle von p
polyIII-I* subkloniert. Der daraus resultierende Vektor wird durch
SmaI linearisiert und man führt
dahinein das EcoRI*-NcoI*-Fragment, welches das IRES-Element enthält, ein.
Dann inseriert man in die EcoRV-Stelle des so erzeugten Vektors
das neo-Gen in Form eines Fragments mit glatten Enden, welches oben
beschrieben worden ist, derart, dass eine bicistronische Kassette
erzeugt wird, welche die REV (Gln74, Leu75, Leu78, Glu79 und Leu81→Gly, Ser,
Glu, Phe, Asp) kodierenden Sequenzen und das Produkt des Gens neo,
dessen Translation durch das IRES-Element EMCV reinitiiert wird,
enthält.
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Diese
Kassette wird durch XhoI-XbaI-Verdau isoliert, gefolgt von einer
Behandlung durch Klenow, und in die BalI-Stelle des Vektors pTG4347
inseriert. Dieser Letztere resultiert aus der Klonierung eines Fragments, welches
den 3'-Abschnitt
der 5'-LTR von HIV
(Isolat Lai), nachfolgend als „mini-LTR" bezeichnet, und
das Polyadenylierungssignal des SV40-Virus umfasst, in p polyIII-I*.
Zur Unterrichtung entspricht die „mini-LTR" dem ScaI-HindIII-Fragment der 5'-LTR von HIV und
weist die Elemente auf, welche die Transkription und die Transaktivierung
durch das native TAT-Protein sicherstellen. Der so erzeugte Vektor
wird pTG8314 genannt.
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Parallel
dazu werden die BamHI-Fragmente von M13TG2316 und M13TG2330, welche
die Sequenzen umfassen, welche die transdominanten Varianten TAT
(Phe38→Asp)
bzw. TAT (Gln54→STOP) kodieren, in den Vektor
pTG2682, welcher pTG2673, welchem der PGK-Promotor fehlt, entspricht,
inseriert. Dann wird das aus pTG8314 isolierte, durch Klenow behandelte
NotI-Fragment schließlich in
die XhoI-Stelle (durch Behandlung mit Klenow mit glatten Enden versehen)
des einen und des anderen der vorangegangenen, aus pTG2682 hervorgegangenen
Konstrukte eingeführt.
Man erhält
Vektoren, in welchen die jeweiligen transdominanten tat-Gene auf
konstitutive Weise unter der Kontrolle der retroviralen 5'-LTR exprimiert werden,
wohingegen das transdominante rev-Gen auf durch das native TAT-Protein
von HIV induzierbare Weise unter der Kontrolle der „mini-LTR" von HIV exprimiert
wird. Man selektioniert vorzugsweise Klone, in denen die beiden
Expressionskassetten in umgekehrter Orientierung bezogen aufeinander
vorliegen (8: pTG8323).
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F. Auswertung der Funktionsfähigkeit
der vorangegangenen Konstrukte
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Die
transdominante Aktivität
der TAT- und REV-Produkte, welche durch jedes der Konstrukte des
Beispiels 3 erzeugt wird, kann wie zuvor ausgewertet werden durch
transitorische Cotransfektion von humanen Zellen (beispielsweise
A549-Zellen, ATCC CCL185) mit einem Reporter-Vektor (LTR-CAT, abhängig von TAT, oder pTG1335,
abhängig
von REV) und einem Expressionsvektor des Wildtyp-TAT- oder -REV-Proteins (pHMG-Tat
oder pHMG-Rev).
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G. Bildung von infektiösen Viruspartikeln
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Man
kann auf konventionelle Weise Stammkulturen von infektiösen Viruspartikeln
herstellen, welche jedes der Konstrukte des Beispiels 3 enthalten.
Kurz zusammengefasst, werden die ekotropen Verpackungs- oder Enkapsidationszellen
GP + E 86 (Markowitz et al., 1988, J. Virol., 62, 1120–1124) mit
den retroviralen Vektoren transfiziert. Nach Selektion der gegen
Neomycin resistenten Zellen werden die Kulturüberstände gesammelt, um eine amphotrope
Verkapselungs- oder Enkapsidationslinie, beispielsweise die Linie
PA317, zu transduzieren. Die so erhaltenen Linien werden Produzentenzellen
für infektiöse Viruspartikel,
welche im Rahmen einer anti-AIDS-Gentherapie eingesetzt werden können, bilden.
Ihr Vermögen,
eine Resistenz gegen die Infektion durch HIV zu induzieren, kann
in vivo und in vitro ausgewertet werden, wie in Beispiel 2 angegeben.
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