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Vorrichtung zum Klopfen und Entstauben luftdurchlässiger Webstöffe,
' wie Teppiche, Decken, Kleider o. dgl. . Es sind bereits Vorrichtungen zum Klopfen
von Teppichen, Decken, Kleidern o. dgl. bekannt, bei welchen die zu klopfenden Gegenstände
unter einer mit beweglichen Schlägern versehenen, rasch umlaufenden Walze hindurchgeführt
werden.. Je nach dem Grade der. Annäherung des zu klopfenden Gegenstandes an
die Walze wird hierbei: eine; mehr oder weniger starke Klopfwirkung erzielt.
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Es ist auch ferner bekannt, bei Vorrichtungen dieser Art' den durch
das Klopfen entwickelten Staub abzusaugen und die Saugluft in einem Filter von dem
mitgeführten Staube wieder zu reinigen.
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Ein Nachteil dieser bekannten Klopfvorrichtungen besteht darin, da
ß das Entstauben der zu reinigenden Gegenstände weniger durch reine Schlagwirkung,
gls, vielmehr durch ein über den Gegenstand- schleifendes Bewegen des Klopfwerkzeuges
erzielt wird. Das hat einerseits ein rasches Abnützen des Klopfwerkzeuges zur Folge,
andererseits aber .auch einen unerwünschten Verschleiß des zu reinigenden Gutes,
beispielsweise von Wolldecken, Teppichen o. dgl., der durch das rasche Hinwegstreichen
oder Hinwegreißen des an seiner Oberfläche teilweise gerauhten Sc4lägers über das
Gewebe bedingt ist. Ein weiterer Nachteil dieser bekannten Vorrichtungen besteht
darin, daß das Klopfen und Staubsaugen nicht unmittelbar zusammenfällt und deshalb
erfahrungsgemäß der besonders schädliche feinste Staub nicht vollständig abgesaugt
. wird.
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Es sind andererseits aber auch Teppichklopfmaschinen bekannt, bei
welchen als Klopfwerkzeug ein, Riemen dient, der abwechselnd gespannt und entspannt-wird
und beim Spannen gegen den auf einen starren Rost gelegten und zu klopfenden Teppich
schlägt. Dabei erfolgen die Schläge von unten nach oben -zwischen den Roststäben
hindureh. Die Staubentwicklung ist - bei diesen Maschinen sehr groß; sie sind auch
zum Klopfen leichter Gegenstände, wie Wolldeeken und Kleider, weniger geeignet.
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Schließlich sind Klopfvorrichtungen für Teppiche o. dgl. bekannt,
bei welchen der aufgewirbelte Staub ober- und unterhalb der Klopfstelle durch ein
Gebläse abgesaugt -wird. Dabei handelt es' sich aber im wesentlichen , nur um das
Entfernen des durch das Klopfwerkzeug bereits gelösten und mit der umgebenden Luft
vermischten Staubes, ohne daß die Klopfwirkung unmittelbar durch eine Saugwirkung
an der Bearbeitungsstelle unterstützt wird.
Die Erfindung betrifft
eine Vorrichtung zum Klopfen und Entstauben Iuftdurchlässiger Webstoffe, vyie Teppiche,
Decken, Kleider o. dgl., mittels eines senkrecht schwingenden schmiegsamen Körpers,
beispielsweise eines durch eine Streckvorrichtung abwechselnd gespannten und gelockerten
Klopfriemens, bei welcher der Staub gleichzeitig durch einen Saugschlitz von dem
zu reinigenden Gegenstand abgesaugt wird. Abweichend von den bekannten Vorrichtungen
dieser Art wird nach der Erfindung eine besonders kräftige und zuverlässige Reinigungswirkung
bei weitestgehender Schonung des Reinigungsgutes dadurch erreicht, daß der Klopfriemen
in seiner ganzen Länge von oben gegen das über einen federnden Rost bewegte Reinigungsgut
schwingt und nach jeder Schwingung durch federnde Zwischenglieder in seine Ausgangslage
zurückgezogen wird. Dabei steht der oberhalb des Reinigungsgutes befindliche Raum,
in welchem der Klopfriemen auf- und abschwingt, zwar gleichfalls mit der Saugvorrichtung
in Verfiindung, so däß der hier in geringem Maße entwickelte Staub nicht nach außen
gelangen kann; unterhalb des Reinigungsgutes herrscht aber, und zwar durch den unmittelbaren
Anschluß- an das 'Sauggebläse, ein wesentlich stärkerer Unterdrück, infolgedessen
ein kräftiges Absaugen des Staubes von dem Reinigungsgut an dessen Unterseite gleichzeitig
beim Aufschlagen des Riemens bewirkt wird. Der nachgiebige Rost ist zu diesem Zweck
sehr schmal gehalten und kann auch in der Länge begrenzt sein.
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Die den Klopfriemen haltenden Federn sind weiter erfindungsgemäß an
Winkelhebeln aufgehängt, deren Stellung -zwecks Regelung der Federspannung durch
eine geeignete Hilfsvorrichtung, beispielsweise einen leicht zugänglichen Seilzug
o. dgl., nach Bedarf verändert werden kann, wodurch die Spannung der Rückzugfedern
geregelt wird.
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Vor dem zum Absaugen des Staubes dienenden Gebläse ist vorteilhaft
eine Drosselklappe angeordnet, die gemeinsam mit den Rückzugfedern des Klopfriemens
so. mit einer Bedienungsvorrichtung verbunden ist; daß in der Ruhestellung die Drosselklappe
geschlossen und die Riemenspannglieder entlastet sind; während im Betriebszustand
die Klappe mehr oder weniger geöffnet und die Spannglieder entsprechend mehr oder
weniger gespannt sind. Die Stellvorrichtung der Drosselklappe und die Winkelhebel
der Rückzugfedern können durch Seilzüge mit einer. Fußtrittleiste verbunden sein.
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Damit der Riemen möglichst ruckweise auf die Unterlage geschnellt
wird, ist zwischen dem beweglichen Ende des Riemens und dem Schwinghebel eine Druckfeder
eingeschaltet, welche einen Teil der Hublänge zwischen Riemenende und Schwinghebel
aufnimmt.
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Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in der Zeichnung
schematisch dargestellt. Es zeigen: Fig. r einen Längsschnitt, Fig. 2 einen Querschnitt
durch eine Klopfvorrichtung gemäß der Erfindung.
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Die Klopfvorrichtung besteht im wesentlichen aus einem Gestell 1,
in weichem ein Sauggebläse z mit -einem Antriebsmotor 3 eingebaut ist. Die Oberseite
des Gestells ist als Klopftisch 4 ausgebildet. In der Tischfläche 4 ist ein Schlitz
5 vorgesehen, welcher die Eintrittsöffnung cles an das Gebläse angeschlossenen Saugkastens
6 bildet: Der Schlitz 5 ist mit einem Rost aus quer verlaufenden, dünnen, federnden
Stäben 7 bedeckt.
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Oberhalb des Rostes 7 und parallel zu seiner Mittelachse verkaufend,
ist das Klopfwerkzeug angeordnet. Es besteht hier aus einem in seinem arbeitenden
Teil verdickten Riemen 8, der über Zugfeder 9 an Winkelhebeln to aufgehängt ist.
Das eine Ende 12 dieses Klopfriemens ist an der Tischfläche bzw. am Maschinengestell
befestigt. Das andere Ende 13 ist unter Zwischenschalten einer Druckfeder 14 mit
einem Schwinghebel 15 verbunden, durch -dessen hin und her gehende Bewegung
abwechselnd ein Spannen und Lockern des Riemens bewirkt wird. Beim Spännen des Riemens
erfolgt ein kräftiger Schlag auf die Unterlage, @sorauf das rasche Lockern und Abheben
des Riemens unter dem Einflusse der Zugfedern 9 erfolgt. Der auf diese Weise von
dem Riemen erzeugte Schlag auf den zu klopfenden Gegenstand ist auf seine ganze
arbeitende Länge gleich wirksam, wobei sich der Riemen den unvermeidlichen Unebenheiten
des Klopfgutes weitgehend anpaßt und dadurch dieses schont. Ebenso wird ein Beschädigen
der Knöpfe an den Kleidungsstücken o. dgl. auf diese Weise vermieden.
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Der Schwinghebel 15 hat einen Huh, der etwas größer ist, als es die
Strecklänge des Riemens erfordert. Die Druckfeder 14 hat den Zweck; die restliche
Hublänge aufzunehmen. Der Schwinghebel wird über eine Pleuelstange 17 und
eine Kurbel 16 von einer Riemenscheibe 18 aus angetrieben; die ihrer- j seits ihren
Antrieb durch einen Riemen z9 von dem Gebläsemotor 3 erhält.
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Oberhalb des beweglichen Riemenendes 13
:st eine Führungsrolle
28 vorgesehen, die im Maschinengestell gelagert ist und die Auf- i ,Tabe hat, diesen
Riementeil in die horizon-:ale Lage zu lenken.
Die Winkelhebel rö,
welche zum Aufhängen der Zugfedern 9 dienen, sind auf einer gemeinsamen Brücke gelagert
und durch ein Gestänge 25 miteinander gekuppelt. Durch ein Zugseil 2o, das am Gestänge
25 angreift, kann die Lage der Winkelhebel verstellt und damit die Spannung der
Federn 9 nach Bedarf geregelt werden. Diese Regelung erfolgt beispielsweise durch
Betätigen eines Fußtrittes 23, an welchem das Zugseil 2o befestigt ist.
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Zur Regelung der Saugwirkung ist ferner vor der Saugöffnung des Gebläses
2 eine Drosselklappe 21 angeordnet, durch welche die Saugluft abgesperrt werden
kann. Auch diese Drosselklappe wird über ein Zugseil 22 bewegt, das zweckmäßig mit
dem gleichen Fußbrett 23 verbunden' ist, durch welches das Seil 2o@ und damit die
Winkelhebel zo verstellt werden: Dadurch wird.erreicht, daß die Spannung der Federn
9 und damit die Lage bzw. Wirksamkeit des Riemens 8 stets gleichzeitig mit der Saugwirkung
verändert werden kann, Die beiden Mittel stellen sich hierbei im Ruhezustande, d.
h. wenn der Bedienungsmann die Fußklappe 23 .nicht betritt, selbsttätig auf eine
Endlage ein, in welcher die Drosselklappe geschlossen und die Zugfedern entlastet
sind, unabhängig davon, ob der Gebläsemotor läuft oder nicht. Auf diese Weise wird
erreicht, daß das Gebläse in den Zwischenbetriebszeiten, also beispielsweise während
des Zurüstens des Klopfgutes, wobei die Bedienungsperson das Fußbrett nicht-betritt,
nur mit geringer Belastung läuft. Dadurch wird in einfacher Weise eine erhebliche
Ersparnis an Betriebskraft erzielt.
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Wird ein zu reinigender Gegenstand auf die Maschine gebracht, so lassen
sich die Drosselklappe und die Zugfedern durch einfaches Treten- auf die Fußklappe
23 auf Betrieb umstellen.
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Das Klopfwerkzeug ist in einer kastenförmigen Verschalung 24 eingeschlossen,
in welcher auf beiden Seiten Öffnungen 29, 30 für das Ein- bzw. Ausführen des zu
reinigenden Gutes 31 vorgesehen sind. Durch diesen' Abschluß wird bewirkt, daß im
Klopfraum ständig Unterdruck herrscht, weshalb beim Klopfen keine Staubentwicklung
nach außen stattfinden kann.
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Die zu reinigenden Gegenstände 3 z werden quer über den federnden
Rost 7 gezogen und dabei von oben her geklopft. Durch den federnden Rost wird einerseits
die Klopfwirkung wesentlich erhöht, andererseits. das zu klopfende Gut geschont.
Auf die Unterseite des Klopfgutes, wirkt der Saugluftstrom unmittelbar und sehr
stark ein, und zwar in. besonders günstiger Weise deshalb, weil sich das Klopfgut
während des Absaugens ständig in Erschütterung befindet, wobei auch die feinsten
Staubteile gelöst und mitgerissen werden.
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Der aus der Vorrichtung austretende, die Staubteilchen und sonstigen
Verunreinigungen mitführende Luftstrom wird in an sich bekannter Weise durch ein
Naßfilter oder, wo ein solches nicht aufgestellt werden kann, durch ein Trockenfilter
gereinigt. Beide Anordnungen lassen sich in der Regel gut hinter dem Saugkasten
einbauen (vgl. den Filterkasten 26, 27 in Fig.2).
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Durch das Einschalten der Druckfeder 14 am beweglichen -Riemenende
wird die Möglichkeit geschaffen, die Schläge des Klopfwerkzeuges in rascher Aufeinanderfolge
kräftig auszuführen, indem dieses ruckweise auf die Unterlage geschnellt wird; die
Stärke der Schläge selbst kann durch Spannungsregelung der Zugfedern 9 nach Bedarf
eingestellt werden.
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Statt der bei dem Ausführungsbeispiel gezeigten Einstellbarken der
Rückzugfeder 9 kann man auch das rückwärtige Riemenende 12 verstellbar lagern, indem
man es beispielsweise an einem Waagebalken aufhängt, dessen jeweilige Lage durch
ein mit dem Fußbrett 23 verbundenes Zugseil eingestellt werden kann. In diesem Fall
können die Winkelhebel zo wegfallen und die Rückzugsfedern 9-fest, beispielsweise
'am Maschinenrahmen, aufgehängt sein. Auch bei dieser Anordnung, die besonders für-
größere Maschinen geeignet ist, wird der Antrieb riur wenig belastet und zugleich
der Vorteil erzielt, daß unter dem im Ruhezustand hochgezogenen Riemen ungehindert
Gegenstände auf die Unterlage gebracht- werden können.