DE693062C - Verfahren zur Herstellung thermoplastischer, niedrigviscoser, bituminoeser Stoffe - Google Patents

Verfahren zur Herstellung thermoplastischer, niedrigviscoser, bituminoeser Stoffe

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DE693062C
DE693062C DE1937E0050151 DEE0050151D DE693062C DE 693062 C DE693062 C DE 693062C DE 1937E0050151 DE1937E0050151 DE 1937E0050151 DE E0050151 D DEE0050151 D DE E0050151D DE 693062 C DE693062 C DE 693062C
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DE
Germany
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viscosity
low
point
asphalt
production
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Expired
Application number
DE1937E0050151
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English (en)
Inventor
Dr Walter Becker
Wilhelm Maass
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EBANO ASPHALT WERKE AKT GES
Original Assignee
EBANO ASPHALT WERKE AKT GES
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Publication date
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Expired legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10CWORKING-UP PITCH, ASPHALT, BITUMEN, TAR; PYROLIGNEOUS ACID
    • C10C3/00Working-up pitch, asphalt, bitumen
    • C10C3/02Working-up pitch, asphalt, bitumen by chemical means reaction
    • C10C3/04Working-up pitch, asphalt, bitumen by chemical means reaction by blowing or oxidising, e.g. air, ozone

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Civil Engineering (AREA)
  • Structural Engineering (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Compositions Of Macromolecular Compounds (AREA)
  • Working-Up Tar And Pitch (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung thermoplastischer, niedrigviscoser, bituminöser Stoffe Bitumen (Erdöla-sphalt) wird in der Hauptsache dadurch gewonnen, daß man von asphalthaltiggen Erdölen die leichter siedenden Anteile abdestilliert. Durch mehr oder weniger stark-es Abdestillieren erhält man Bitumina verschiedener Härteggrade.
  • Erweicliungspunkte und Brechpunkte dieser Stoffe stehen in bestimmtem Verhältnis zueinander, und kwar in der Weise, daß der Brechpunkt um so niedriger lieA je niedriger der Er#veichungspunkt ist. Wird (der Erweichungspunkt durch stärkeres Abdeistillieren von ölen in die Höhe getrieben, so steigt auch der Brechpunkt an. So. hat z. B. ein Bitumen mit - Erweichungsp unkt von 3 5' C nach K r ä m c r - S a r n o w einen Brechpunkt ,nach FTaaß VOU etwa -20' und ein Bitumen mit 6o' C nach K r ä me r - S a r no w ,einen Brechpunkt von etwa -3'. Die Spanne Erweichuggspunkt-Brechpunkt- beträgt also 55 bis 65"C.
  • In viel-en Fällen ist es nun aber erwünscht, BitumIna herzustellen, die bei hohem Erweichungspunkt ein-en !§ehr tief liegenden Brechpunkt aufweisen, was bei den durch Destillation gewonnenen Erdöla-sphalten nicht der Fall ist. Man ist infolgedessen dazu -übergegangen, hochschmelzende Bitumina durch Blasen herzustellen, indem man in einen durch Destillation gewonnenen Erdölrücksta;nd von z. B. 3o' C Erweir-hungspunkt nach K T ä m e r - S a r n o, w Luft einbläst. Da, durch steigt der Erweichungspunkt erheblich a,n, -während der Brechpunkt nicht in. gleicher Weise in die Höhe geht. Ein solches geblasenes Bitumen hat z. B. folgende Eigenschaften. Tropfpunkt nach Ubbelohde ...... 115'C Erweichungspunkt nach Krämer-Sarnow ......................... 840C Brechpunkt nach Fragß ........... -2'C Die Engler-Viscosität Diebes Bitumens beträgt ungefähr iooo bei i5o'C-. Ein so1,-ches Bitumen hat also. den Nachteil, daß es auch bei hoher Temperatur noch sehr dickflüssig ist.
  • Es ist nun gefunden worden, daß sich bituminöse Stoffe mit außerordentlicher Wärme- und Kältebeständigkeit und verhältnismäßig niedriger Viscosität gewinnen lasseii, wenn man asphaltfreie, dickflüssige Erdöldestillate, die aus asphaltbasischen od r gemischtbasischen Rohölen stammen, bei etwa i 6o bis 2oo' längere Zeit, z. B. mehrere Tage, gegebenenfalls unter Zusatz von Katalysatoren, mit Luft bläst.
  • Als Ausgangsmaterial für die Herstellung von b.itum#inösen Stoffen gemäß der Erfindung können alle asphaltfrelen, dickflüssigen Erdöldestillate verwendet werden, die aus aspbaltbasischen und gemischtbasischen T-Zohölen stammen. Die Gewinnung der Ausgangsstoffe erfolgt in an sich bekannter Weise, indem ein asphaltbasisches ader gemischtbasisches Roliöl'destilliert wird. Die hierbei durch Destillation bzw. fraktionierte Destillation: gewonnenen Heizöle und Schmieröle entsprechen den gemäß der Erfindung verwendeten dickflüssioen Erdöldestillaten. 'Die Temperaturen des Blasproze5ses bewegen sich gewöhnlich zwischen 16o und 2oo'C, und die Blasezeit beträgt etwa 3o bis *2oo Stunden 0 der mehr, je nachdem, welche Eigen.schaften das Endprodukt haben soll.
  • Nähere Einzelheiten sind aus den folgenden Beispielenersichtlich.
  • Beispiel i 4ok,- asphaltfreies Erdöldestillat mit folgenden Eigenschaften: Spez. Gewicht ............. = o,956 Flammpunkt ............... = 225'C Engler-Viscosität 50 ........ = 10,2 wurden bei 17o bis i8JC mit insgesamt 74oool Luft während 197 Stunden geblasen. Das geblasene Erdöldestillat hat dann na,ch-stellende Eigenschaften erhalten: Spez. Gewicht bei i5'C ... i,ooi Penetration bei 15'C ...... - 150 Penetration bei 25"C ...... = 214 Tropfpunkt (Ubbelohde) .. = iig'C Erweichungspunkt (Ball und Ring) ................... =#z-- 94'C Erweichungspunkt (Krämer-Sarnow) ................ = 590C Duktilität ............ . .... = 0,5 cm Brechpunkt (Fraaß) ....... # unter -2o'C Engler-Viscosität bei 150'C= 10,4 Säurezahl ................. = 5,o2 Gesamtverseifbares ........ # 6,2404 -Auffallend ist der hohe Tropfpunkt, der sehr niedrige Brech-punkt und die geringe Viscesität bei i5o'C. Beispiel 2 8kg asphaltfreies Erdöldestillat mit folgenden Eigenschaften: Spez. Gewicht bei 150C .... = 0,955 Flammpunkt .............. = 198,c Engler-ViscOsität 50'C ..... = 8,23 wurden bei 165 bis i85'C während 71 Stunden mit insgesamt 268ool Luft geblasen-, Hierdurch wird ein Erzeugnis mit nachstehenden Eigenschaften erhalten: Spez. Gewicht bei i5'C ... i,ooi Penetration bei 15'C ...... = 44 enetration bei 2,5'C ...... = 73 Tropfpunkt (Ubbelohde) .= 78'C Erweichungspunkt (Ball und Ring) ................... = 69'C Erweichungspunkt (Krämer-Sarnow) ................ = 560C Duktilität bei 250C ........ = 2,3 cm Brechpunkt (Fraaß) ....... = unter-2o'C Engler-Viscosität IOO'C .... # 302,9 Engler-Viscosität I25'C .... = 29,2 Engler-Viscosität 15O'C .... = II,0 Säurezahl ............... - - = 3,90 Gesamtverseifbares ........ = 6,15 Auffallend ist auch hi--r der tief liegende Brechpunkt und die geringe Viscosität bei iSo'C in Verbindung mit einern sehr hoch liegenden Tropfpunkt.
  • Bei etwas tieferen Temperaturen sind die Clemäß der Erfindun- erhaltenen Produkte noch zäh, wie aus dem liochgelegenenTropfpunkt hervorgeht. Dann gehen sie aber schnell in einen dünnflüssigen Zustand über. Die Viscositätskurve verläuft also von einem bestimmten Punkt an sehr steil bzw. weist .an einer bestinunt-en Stelle sogar eineiiKiück auf. Die erfindungsgemäß hergestellten Produkte haben also# einen ganz g anderen Charakter als alle bisher bekannten biturninösen Stoffe. Sie verändern über einen sehr weiten Temp#eraturb#ereic'h ihre Konsistenz kaum, d.h. sie werden erst bei sehr tiefen Temperaturen hart. und spröde und erst bei sehr hohen Temperaturen tropfbar -flüssig. Dann gehen sie aber sehr schnell in einen dünnflüssigen Zustand über.
  • Kennzeichnend für die gewonnenen Produkte ist auch die geringe Duktilität. Infolgedessen können diese bituminösien Stoffe nicht für solche Zwecke verwendet werden, bei den-en eine hohe Duktilität verlangt wird, z.B. für den Bau von Straßendecken. Ein weiteres Kennzeichen der erhaltenen Pro,-dukte ist der hohe Gehalt an Gesamtverseifbarem von etwa 5. bis ioo/o.
  • Werden als Ausgangs-stoffe Erdöldestillate verwendet, deren Viscosität geringer ist ahs in den Beispielen angegeben, so etwa von 2' Engler bei 5o' C, so müssen d#e Blasezeiten entsp..rechend verlängert werden.
  • Das Blasen kann durch die Hinzufügung bekannter Katalysatoren, z. B. Metalloxyden und deren Salzen und Seifen, beschleunigt werden. Als Katalysatoren kommen Kupfer-, Blei-, Mangan-, Kobalt-, Eisen- und Chromnaphthenate und -sulfoii,ate, ferner - -stearate und -resinate in Betracht.- Die Zusätze beL tragen o,oi bis 0,3#!o.
  • Die erhaltenen Enderzeugnisse köminen als Kleb-cmassen und Tränkmittel für die versthiedensten Zwecke, z. B. in der Dachpappen-, Kabel-, Papierindustrie, als Fugenfüllmassen im Straßenbau sowie als Kitte, verwendetwerden. DieVerwendung der neüen bituminösen Stoffe zur Tränkung von Rohpappen, Papier u.ä. ist infolge der niedrigeren Viscosität der bituminbsen Stoffe gegenüber einem sonst verweAdeten Bitumen bei gleicher Temperatur wesentlich erleichtert. Um die Plastizität der erhaltenen Prö,dukte noch zu erhöhen, kann man diese mit Alkalien oder Erdalkalien oder deren Gemischen verseifen. Werden ioo Gewichtsteile geblasenen Asphalts nach Beispiel i mit 4 Teilen einer 5o%igen Kalknulch verseift, so. ist der Tropfpunl,--t dieses Produktes 142' C. Gegebenenfalls können auch geeignete Füllstoffe, z. B. Schiefermehl, Asbestfaser, Schlakken-wolle u. dgl., zugesetzt werden.
  • Man kann auch die neuen bitumin-öseu Stoffe mit Naturasphalt oder Erdölasphalten mischen. Es gelingt hierdurch, die Plastizität und KältebestärEdigkeit der Naturasphalte erheblich zu verbessern. Gegebenenfalls können die Mischungen aus Naturasphalt bzw. Erdölasphalt und den neuen bituminösen Stoffen nochmals einer kurzen OxydatIon unter,vvOTfen werden.
  • Das Einblasen»von Luft oder Sauerstoff in Miner.alöle ist bereits bekannt. So, s5nd z. B. bereits Teere, Teeröle, asphaltische Erdöle und Erdölrückstände geblasen worden. So hat man u. a. auch flüssige Olefinpolymere, die durch Polymerisation des normalerweise gasfölmü,-,en Olefins erhalten warder sind, geblasen,' um hieraus synthetische plastische Massien zu erhalten. Fern-er Ist es ,auch bereits bekannt, asphalthaltige Erdöldestillate zu blasen, um ein-en Asphalt zu gewinnen. Schließlich hat man auch zur Herstellung von asphaltischen Produkten mit besonders ausgeprägter Zähigkeit aromatische Extrakte von Mineralölen geblasen. Bei di#(#-sen bekannt-en Blasverfahren wurden Produkte g-e#vonnen, die sich von den gemaß der Erfindung hergestellten Stoffen erheblich unterscheiden, unddie keine so große Spanne zwischen Erweichungspunkt und Brechpunktbesitzen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCII: Verfahren zur Herstellung thermoplastischer, niedrigviscoiser, bituminöser Steff e, dadurch gekennzeichnet, idaß man asphaltfreie, dickflüssige ErdöLdestillate, die aus asplialtbasi-3cli-en oder gemischtbasi#chen Rohölen- stammen, bei etwa i 6o 'bIS j 200' längere Zeit, z. B. mehrere Tage, gegebenenfalls unter Zusatz von Katalysatoren, mit Luft bläst -und gegebenenfalls die erhaltenen Erzeugnisse mit Alkalien bzw. Erdalkalien verseift. -
DE1937E0050151 1937-09-07 1937-09-07 Verfahren zur Herstellung thermoplastischer, niedrigviscoser, bituminoeser Stoffe Expired DE693062C (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE869147C (de) * 1942-07-18 1953-03-02 Shell Ag Verfahren zur Herstellung von wasserdichten Pappen
DE950499C (de) * 1951-08-31 1956-10-11 Hackethal Draht Und Kabel Werk Verfahren zur Herstellung von plastischen Massen aus Teer oder Bitumen

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE869147C (de) * 1942-07-18 1953-03-02 Shell Ag Verfahren zur Herstellung von wasserdichten Pappen
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