DE690341C - Verfahren zur Erhoehung der Bruchsicherheit von Bo - Google Patents

Verfahren zur Erhoehung der Bruchsicherheit von Bo

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DE690341C
DE690341C DE1935S0120659 DES0120659D DE690341C DE 690341 C DE690341 C DE 690341C DE 1935S0120659 DE1935S0120659 DE 1935S0120659 DE S0120659 D DES0120659 D DE S0120659D DE 690341 C DE690341 C DE 690341C
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    • E21EARTH OR ROCK DRILLING; MINING
    • E21BEARTH OR ROCK DRILLING; OBTAINING OIL, GAS, WATER, SOLUBLE OR MELTABLE MATERIALS OR A SLURRY OF MINERALS FROM WELLS
    • E21B17/00Drilling rods or pipes; Flexible drill strings; Kellies; Drill collars; Sucker rods; Cables; Casings; Tubings

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Description

  • Verfahren zur Erhöhung der Bruchsicherheit von Bohr- oder Futterrohren aus Stahl für Bohrlöcher Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erhöhung der Bruchsicherheit von Bohr- oder Futterrohren aus Stahl für Bohrlöcher.
  • Die Entwicklungsrichtung der Erdölindustrie geht dahin, die Tiefen der Bohrlöcher zu vergrößern, um die tiefliegenden Ölquellen anzuzapfen. Beim Bohren der Tiefbohrlöcher wird in Tiefbohrung mit einem aus Rohren bestehenden Gehäuse ausgekleidet, um die Wände des Bohrloches abzustützen und den Eintritt von Wasser oder änderen unerwünschten Stoffen in das Bohrloch zu verhindern. Die Bohrung des Tiefbohrloches wird stufenweise verkleinert in dem Maße, wie die Tiefe vergrößert wird, und wird mit Rohren von abnehmendem Durchmesser ausgekleidet, wobei das Rohr mit dem kleinsten Durchmesser sich am weitesten in die Erde erstreckt.
  • Da Tiefbohrlöcher für Öl sich jetzt bis 3700 m in die Erde erstrecken und es erwünscht ist, sie noch weiter vorzutreiben, um die tieferliegenden Ölablagerungen zu erreichen, ist das innere Rohr, das sich bis zur, vollen Tiefe des Bohrloches erstreckt, außerordentlich starken äußeren Drücken, die auf ein Zusammenpressen oder Flachdrücken hinwirken, ebenso wie großen Kräften unterworfen, die in der Längsrichtung des Rohres wirken und auf eine bleibende Streckung oder seinen Bruch hinwirken. Die in der Längsrichtung des Rohres wirkenden Kräfte sind sein Gewicht und der Zug, der zuweilen an dem oberen Ende des Rohres angewandt wird, um es aus dem Bohrloch herauszuziehen.
  • Einer der Umstände, welcher zur Zeit die Tiefe begrenzt, auf die die Bohrlöcher herabgebracht werden können, ist das Fehlen eines Bohr- oder Futterrohres, das nicht unerschwinglich im Preise ist und gleichzeitig solche Eigenschaften besitzt, daß es für die Verwendung in großen Tiefen geeignet ist. Der Zweck der Erfindung ist die Schaffung eines solchen Bohr- oder Futterrohres.
  • Die oberen Bohr- oder Futterrohre mit verhältnismäßig großem Durchmesser; die in der Nähe des obereü Endes der Bohrung verwendet werden, sind verhältnismäßig niedrigen äußeren Drücken ausgesetzt und verhältnismäßig dünnwandig. Die äußeren Drücke, welchen diese dünnwandigen Rohre mit großem Durchmesser Widerstand leisten können, ohne zusammengedrückt zu werden, hängen von dem Durchmesser und der Wandstärke des Rohres sowie dem Elastizitätsmodal des Werkstoffes ab, aus dem es hergestellt ist: Die Drücke, bei denen das Zusammendrücken der Rohre eintritt, sind von der Festigkeit des Werkstoffes; aus dem sie hergestellt sind, oder von der Quetschgrenze des Werkstoffes im wesentlichen so lange unabhängig, wie diese Grenze oberhalb eines Kleinstwertes liegt, der niedrig ist, wenn die Rohre einen großen Durchmesser im Vergleich zur Wandstärke haben. Stahl von fast jeder Art hat eine erheblich oberhalb dieses Kleinstwertes liegende Quetschgrenze, und ein hochbeanspruchtes dünnwandiges Stahlrohr mit großem Durchmesser und einer hohen Quetschgrenze wird daher bei im wesentlichen denn gleichen äußeren Druck zusammengedrückt wie ein anderes Rohr, das die gleiche Abmessungen hat, aber aus Stahl niedrigerer Festigkeit mit einer niedrigeren Quetschgrenze hergestellt ist.
  • Die Bedingungen werden anders, wenn der Durchmesser des Rohres verringert oder die Wandstärke vergrößert wird oder beides, so daß das Verhältnis des Durchmessers zur Wandstärke kleiner ist als bei den eben betrachteten Rohren. Für Rohre mit geringeren Verhältniszahlen der Durchmesser zur Wandstärke hängt der für den Bruch des Rohres erforderliche äußere Druck von der Beanspruchung ah; bei der der Werkstoff des Rohres beim Zusammendrücken nachzugeben beginnt, zuzüglich der anderen oben aufgezählten Faktoren. Ein Rohr dieser Art, welches aus Stahl mit einer hohen Quetschgrenze hergestellt ist, erfordert einen viel größeren äußeren Druck, um zu reißen, als ein Rohr mit den gleichen Abmessungen, welches aus Stahl mit einer niedrigeren Quetschgrenze hergestellt ist. Die in Bohrlöchern benutzten Rohre mit kleinerem Durchmesser haben ein solches Verhältnis des Durchmessers zur Wandstärke, daß der zur Rohrbeschädigung führende Druck in sehr großem Maße von der Quetschgrenze des Werkstoffes abhängt.
  • Die Erfindung bezweckt nun, bei aus Stahl hergestellten Bohr- oder Futterrohren der vorerwähnten Art, bei denen die Quetschgrenze infolge des Verhältnisses des Außendurchmessers zur Wandstärke von etwa 3o : z oder kleiner hauptsächlich die Bruchsicherheit bedingt, eine wesentliche Erhöhung der Bruchsicherheit zu erzielen. Erfindungsgemäß wird dieser Zweck dadurch erreicht, daß die Quetschgrenze der Stahlrohre durch mechanische Verformung unter Verkleinerung des ursprünglichen Verhältnisses von Außendurchmesser zur Wandstärke der Rohre auf mindestens 42, kg/mm2; vorzugsweise auf 52,5 kglmm2 oder mehr, erhöht wird: Es ist zwar bereits bekannt, durch Schweißung hergestellte Rohre einer weiteren Behandlung durch Kaltziehen zu unterwerfen, sowie Werkstücke anderer Art, wie Aluminiumkolben, einer nachträglichen Oberflächenbehandlung durch Walzen; Ziehen o. dgl. zu unterziehen. Demgegenüber handelt es sich jedoch bei dem Erfindungsgegenstand um eine wesentlich andere Aufgabe, nämlich darum; bei Bohr- oder Futterrohren für Tiefbohrungen eine Erhöhung der Quetschgrenze zu erzielen, um auf diese Weise die Möglichkeit zu schaffen, die Rohre für größere Bohrtiefen verwenden zu können, als es bisher der Fall war: Durch die erfindungsgemäß zur Erhöhung der Quetschgrenze vorgenommenen mechanische Verformung wird nebenbei auch die Streckgrenze des Werkstoffes in der Längsrichtung des Rohres erhöht, so daß das Rohr stärkeren Zugbeanspruchungen in dieserRichtung ohne bleibende Verlängerung unterworfen werden kann. Vorzugsweise wird die Streckgrenze in der Längsrichtung des Rohres durch die mechanische Verformung auf einen Wert erhöht, der geringer ist als die endgültige Quetschgrenze in der Umfangsrichtung des Rohres.
  • Die erfindungsgemäß zu behandelnden Rohre bestehen im allgemeinen aus Kohlen- stoffstahl von o,zo bis 0,50 °I0 Kohlenstoff; es kann aber auch irgendein anderer geeigneter Stahl benutzt werden. Die Rohre können auf verschiedene Weise hergestellt werden, z. B. durch elektrische Stumpfschweißung nach dem Abschmelzverfahren oder elektrische Lichtbogenschweißung. Nach der Herstellung wird das Rohr radial auf einen kleineren Durchmesser zusammengedrückt, und zwar durch Anwendung von Druckkräften an der Außenseite des Rohres. Ein geeignetes Verfahren, das sehr einfach und leicht anzuwenden und daher vorzuziehen ist, besteht darin, das Rohr zwischen zwei halbzylindrische Gedenke zu bringen, die nach ihrem Zusammendrücken einen Zylinder -von geringerem Durchmesser bilden als der äußere Durchmesser des zwischen die Gedenke gebrachten Rohres. Die Gedenke werden dann zusammengedrückt und pressen das Rohr in radialer Richtung und vermindern so den Durchmesser. Das Zusammendrücken oder -pressen wird bewirkt, während das Rohr kalt ist, d. h. bei gewöhnlicher Raumtemperatur. Das Rohr ist dann für die Verwendung fertig.
  • Die Gedenke können sieh über die ganze Länge des zu verformenden Rohres erstrecken, jedoch ist dies nicht unbedingt erforderlich, vielmehr kann das Rohr auch in Abschnitten zusammengedrückt werden unter Verwen- i dang eines Gesenkes, das kürzer als das Rohr ist. Die volle Verminderung im Durchmesser kann in einem Schritt öder in einer Reihe von Schritten vorgenommen werden. Während irgendein geeigneter Stahl verwendet werden kann und für die Herstellung von Rohren zur Erreichung außerordentlich großer Tiefen vorzugsweise Stahllegierungen verwendet werden, erlaubt schon reiner Kohlenstoffstahl mit o,io bis 0,5o 01o Kohlenstoff die Herstellung von Rohren, die für weit größere Tiefen verwendbar sind als die jetzt gebräuchlichen nahtlosen Rohre, so daß die erfindungsgemäß behandelten unlegicrten Stähle wegen ihrer niedrigeren Kosten anderen Stählen vorzuziehen sind.
  • Für geglühte Kohlenstoffstähle mit o,io bis 0,50 % Kohlenstoff sind die Quetschgrenze und die Streckgrenze annähernd gleich, und zwar betragen beide etwa 31;5o kg/mm2 für einen Stahl mit 0,35 bis 0,45 % Kohlenstoff und etwas weniger, wenn der Kohlenstoffgehalt geringer ist. Bei einer Kaltverformung durch radiales Zusammendrücken der aus solchem Stähl hergestellten Rohre wird die Quetschgrenze auf über 42,0o kg/mm2 erhöht. Bei dem Zusammendrücken eines Stahlrohres mit o,35 bis 0,q.504 Kohlenstoff zur Erzielung einer Umfangsverminderung von etwa 4,75 wurde festgestellt, daß die Quetschgrenze in der Umfangsrichtung des Rohres auf etwa 56,0o kg/mm2 erhöht wurde, während die Streckgrenze in der Längsrichtung des Rohres auf etwa 42,0o kg/mm' erhöht wurde. Die Erhöhung der Streckgrenze ist vorteilhaft, weil sie gestattet, eine vergrößerte Kraft in der Längsrichtung eines Rohrstranges anzuwenden, z. B. beim Herausziehen aus dem Bohrloch, ohne daß eine bleibende Längung eintritt. Der Unterschied zwischen der Quetschgrenze beim radialen Zusammendrücken und der Streckgrenze beim Zug in der Längsrichtung kann sich etwas mit dem relativen Fluß des Werkstoffs radial und in der Längsrichtung des Rohres ändern.
  • Eine Verminderung des Durchmessers der Rohre in der Größenordnung von etwa 2 0/0 genügt gewöhnlich, um die Quetschgrenze auf etwa 42,0o kg /mm2 zu erhöhen, wie oben angegeben, größerei Durchmesserverminderungen ergeben höhere Quetsch- oder Streckgrenzen. Für Werte unter etwa 2 % Durchmesserverminderung istmit keinerbemerkenswerten Erhöhung der Grenzen zu rechnen, weil mit Rücksicht auf die Herstellungstoleranzen in diesem Falle die Ergebnisse unbeständig und unzuverlässig werden. Für Werte über etwa 2.% Durchmesserverminderung, etwa von der Größenordnung von 4,75 % oder mehr, wurden demgegenüber beständige und folgerichtige Ergebnisse erzielt, und es ist eine im wesentlichen gleichmäßige Verteilung der neuen Eigenschaften über den Umfang oder die Länge =des Rohres vorhanden.
  • Die Verformung des Rohres unter Durchmesserverminderung zwischen Gesenken oder auf andere Weise erfolgt zweckmäßig in der Weise, daß eine Quetschgrenze erzeugt wird, die in Wechselbeziehung zu dem Durchmesser und der Wandstärke des Rohres steht. Wenn das Verhältnis des Außendurchmessers des Rohres; zu, der Wandstärke geringer als etwa 3o : i ist, ist es vorteilhaft, eine Quetschgrenze zu haben, die nicht weniger als 42;0o kg/mm' beträgt; es. wird aber kein entsprechender Vorteil mit Bezug auf den äußeren Druck, dem das Rohr, ohne zu reißen, widerstehen kann, oder mit Bezug auf die Tiefe, in welche das Rohr eingesetzt werden kann, mit einer Grenze von 42,00 kg/mm2 oder höher erreicht, wenn das Verhältnis: des Durchmessers zur Wandstärke größer als 30 : i ist. Die Quetschgrenzen, die in ähnlicher Weise den Verhältnissen des Durchmessers zur Wandstärke von etwa 26 : i und etwa 24 : i entsprechen, sind 49,00 kg/min' bzw. 56,0o kg/mm2.
  • Die erfindungsgemäß behandelten Rohre besitzen verschiedene physikalische Eigenschaften in verschiedenen Richtungen. Anstatt eine Quetschgrenze zu besitzen, die im wesentlichen die gleiche wie die Streckgrenze ist und die im wesentlichen in allen Richtungen die gleiche ist, wie es für geglühten oder warm behandelten Stahl der Fall sein würde, besitzen die erfindungsgemäß behandelten Stahlrohre eine hohe Quetschgrenze beim Zusammendrücken, gemessen in der Umfangsrichtung des Rohres, und eine Streckgrenze beim Zug, gemessen in - der Längsrichtung, die ebenfalls höher ist als die Streckgrenze des geglühten Stahles, obwohl niedriger als die Quetschgrenze, gemessen in der Umfangsrichturig.
  • Diese verbesserten physikalischen Eigenschaften der erfindungsgemäß behandelten Stahlrohre liegen in genau den Richtungen, die die Nützlichkeit -oder Brauchbarkeit der Rohre für große Tiefen vergrößern. Weiterhin sind die verbesserten Eigenschaften annähernd den Erfordernissen angemessen, die eine wirtschaftliche Herstellung der Rohre ermöglichen, d. h. eine solche, daß die Rohre .nicht stärker mit Bezug auf die eine Art der Beanspruchung als mit Bezug auf eine andere sind. Es hat sich ergeben, daß für ein Rohr, welches eine hohe Quetschgrenze beim Zusammendrücken in der Umfangsrichtung hat, eine niedrigere Streckgrenze beim Zug in der Längsrichtung der Röhre genügt, um eine ausreichende Sicherheit in dieser Richtung vorzusehen, so daß das Rohr in irgendeiner Einsatztiefe- benutzbar ist, die ohne Gefahr eines -Bruches infolge Zusammendrückung unter der Wirkung des äußeren Druckes erreicht werden kann.
  • Die erfindungsgemäß hergestellten Bohr-oder Futterrohre besitzen wesentliche Vorteile im Vergleich zu nahtlosen Rohren, die jetzt im allgemeinen in tiefen Schächten oder Bohrlöchern. in Gebrauch sind und aus einem Stahl mit verhältnismäßig hohem Mangangehalt bestehen, der teurer als gewöhnlicher Kohlenstoffstahl ist. Wenn die Rohre nach der Erfindung aus reinem Kohlenstoffstahl mit der gleichen Wandstärke hergestellt sind wie die nahtlosen Rohre aus Stahl mit höherem Man gangehalt, können sie in Tiefen eingesetzt werden, die etwa 30 °1a größer sind, als wie sie mit den nahtlosen Rohren erreicht werden. Die folgende Tafel zeigt einen Vergleich zwischen den Einsatztiefen erfindungsgemäß behandelter Rohre und denjenigen nahtloser Rohre der Klasse D, d. h. der höchstwertigen Klasse von nahtlosen Rohren, mit denen die grÖßtenEinsatztiefen erreichtwerden.
  • Das nahtlose Rohr der Klasse D, für welches die Zahlen angegeben sind, hat einen Kohlenstoffgehalt von etwa 0,4 °1o, einen Mangangehalt von etwa 1,4 010 und einen Siliziumgehalt von etwa o,16 91o, eine Quetschgrenze von etwa 38,50 kglmm2 und eine Dehnung von über 30 °1a, während das erfindungsgemäß behandelte Rohr, mit dem es verglichen wird, einen Kohlenstoffgehalt von etwa 0,35 bis 0;q.5 010, einen Mangangehalt von etwa 0,35 bis 0,70 91Q, eine Quetschgrenze von etwa 56;0o kglmm2 und eine Dehnung von etwa 30 °1o hat.
    Die zulässigen Einsatztiefen der beiden zum Vergleich stehenden Rohre sind unter Zugrundelegung einer äußeren Druckbeanspruchung von 0,035 kglcm2 für je 0,305 m Tiefe bei einem Sicherheitsfaktor von 2 errechnet. Die Zahlen in der dritten Spalte für die Einsatztiefen der nahtlosen Rohre der Klasse D sind dem American Petroleum Institute Supplement Nr. i zu den A. P. I. Standards Nr. 5 A für die Überwachung und Verwendung von ölröhrenwaren des Landes ent-. nommen. Das Supplement ist datiert vom Januar 1934.
  • Es wird bemerkt, daß das erfindungsgemäß behandelte unlegierte Stahlrohr Einsatztiefen ermöglicht, die für die in der Zahlentafel enthaltenen Wandstärken bis 30 °1o größer als für das nahtlose Rohr der Klasse D sind, das aus Stahl mit hohem Mangangehalt hergestellt ist. Wenn das erfindungsgemäß behandelte Rohr jedoch aus der gleichen Stahllegierung wie das nahtlose Rohr oder aus anderem Sonderstahl hergestellt ist, dann wird eine noch größere Zunahme der Einsatztiefe erzielt. Die Bedeutung der vergrößerten Einsatztiefe, die mit dem neuen Rohr erreicht werden kann, ist offenbar, denn dies bedeutet, daß auch sehr tiefliegende Ölablagerungen angezapft und ausgebeutet werden können. Die Vorteile der Erfindung sind jedoch nicht allein auf die Vergrößerung der möglichen Tiefen der Bohrlöcher für Öl begrenzt; vielmehr können die Rohre auch mit Vorteil bei geringeren Tiefen verwendet werden. Ein Blick auf die Zahlentafel zeigt, daß eine Einsatztiefe von 2r68 m bei einem Rohrdurchinesser von 16,83 cm ein nahtloses Rohr aus Manganstahl reit einer Wandstärke von 1,057 cm erfordert, während eine Tiefe von 2215 m mit dem neuen Rohr aus reinem Kohlenstoffstahl erreicht werden kann, wenn die Dicke 0,894 cm, d. h. 16 °1o weniger als die Dicke des nahtlosen Rohres, beträgt. Dies bedeutet eine Gewichtsersparnis des verwendeten Werkstoffes und eine weitere Ersparnis insofern, als das neue Rohr, für welches die Zahlen angegeben sind, aus reinem Kohlenstoffstahl hergestellt ist, der billiger ist als der für das nahtlose Rohr verwendete Manganstahl.
  • Es hat sich gezeigt, daß trotz der großen Änderungen, die in den physikalischen Eigenschaften des Werkstoffes bei der Herstellung der Rohre hervorgerufen werden, keine bemerkenswerte Änderung des Stahlgefüges oder der Dichte des Werkstoffes eingetreten ist. Es ist auch bedeutsam, daß die Dehnung des Werkstoffes, wie sie in der prozentualen Längung ausgedrückt wird, bei dem gewöhnlichen Kohlenstoffstahl nicht bemerkenswert beeinflußt wird. Der Verlust an Dehnung ist noch so gering, daß auch die Rohre gemäß Erfindung den allgemein in dem Handel für Bohr- bder Futterrohre gegebenen Forderungen entsprechen. Wenn somit Stahl mit niedrigem Kohlenstoffgehalt für ein Rohr verwendet wird, das eine Quetschgrenze beim Zusammendrücken in der Umfangsrichtung von 56,oo kglmm2 hat, dann hat der Werkstoff eine Dehnung von etwa 30'/,. Dies bedeutet eine viel größere Dehnung, als sie durch eine Wärmebehandlung des gleichen Stahles unter den zur Erzielung -einer vergleichbaren Streckgrenze erforderlichen günstigsten Bedingungen erreicht werden kann.

Claims (7)

  1. PATENTANSPRÜCHE: r. Verfahren zur Erhöhung der Bruchsicherheit von Bohr- oder Futterrohren aus Stahl für Bohrlöcher, bei denen die Quetschgrenze infolge des Verhältnisses des Außendurchmessers zur Wandstärke von etwa 30 : r oder kleiner hauptsächlich die Bruchsicherheit bedingt, dadurch gekennzeichnet, daß die Quetschgrenze der Stahlrohre durch mechanische Verformung unter Verkleinerung des ursprünglichen Verhältnisses von Außendurchmesser zur Wandstärke der Rohre auf mindestens 42 kg/mm2, vorzugsweise auf 52,5 kg/mm' oder mehr, erhöht wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch r, dadurch gekennzeichnet, daß die Streckgrenze in der Längsrichtung des Rohres durch die mechanische Verformung gleichzeitig auf einen Wert erhöht wird, der vorzugsweise geringer als die endgültige Quetschgrenze in der Umfangsrichtung des Rohres ist.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch r oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Quetschgrenze in derUmfangsrichtung des Rohres durch die mechanische Verformung auf wenigstens etwa 56 kg/mm2 und die Streckgrenze in der Längsrichtung des Rohres auf einen Betrag erhöht wird, der geringer als die genannte Quetschgrenze, aber vorzugsweise nicht geringer als etwa 42 lcg/mm2 ist. q..
  4. Verfahren nach Anspruch i, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Quetschgrenze des Rohres durch eine radiale Druckbeanspruchung im kalten Zustande auf einen Wert wesentlich über der natürlichen Quetschgrenze des Rohrwerkstoffes im.geglühten Zustande erhöht wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch q., dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr in radialer Richtung möglichst gleichmäßig über das ganze Gehäuse zusammengedrückt wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch z bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr radial um einen Betrag zusammengedrückt wird, der ausreicht, um seinen Außendurchmesser wenigstens 2 °/o zu verringern.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch r bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß ein Anfangsverhältnis von Außendurchmesser zur Wandstärke des Rohres von weniger als etwa 24: r gewählt wird. B. Bohr- oder Futterrohr aus Stahl für Bohrlöcher, hergestellt nach einem der Ansprüche z bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß es aus einem Kohlenstoffstahl mit weniger als 0,50 °/o Kohlenstoff hergestellt ist.
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