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Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum
Wiederherrichten von Sektionsringöfen der mehrere in Reihe
verbundene Sektionen umfassenden Art, wobei jede Sektion eine
Anzahl von parallelen Wänden umfaßt, welche sich zwischen den
miteinander verbundenen Sektionswänden erstrecken, wodurch
eine Anzahl von Gruben dazwischen gebildet wird.
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Zug Backen von Kohlenstoffkörpern für Zellen für die
elektrolytische Reduktion von Aluminium oder für andere
elektrometallurgische Verfahren, sind spezielle Öfen für die
Wärmebehandlung (Backen oder Brennen) derartiger Kohlenstoffkörper
erforderlich.
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Die Kohlenstoffkörper werden in der erforderlichen Form aus
Gemisch von zerkleinertem Koks oder Anthrazit und einem
Bindemittel, welches z.B. Kohle, Teer und Pech enthält,
hergestellt.
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Bei Raumtemperatur ist das Gemisch aus Koks und Bindemittel
starr, es wird jedoch bei Temperaturen über ungefähr 120ºC
weich, und gibt niedrigflüchtige Komponenten aus dem
Bindmittel ab. Wenn sie für eine vorbestimmte Zeit einem weiteren
Erhitzen bei einem Maximum von 1300ºC ausgesetzt wird, härtet
die Paste aus und ihre physikalischen Eigenschaften, wie z.B.
die elektrische Leitfähigkeit und die Oxidationsresistenz,
verändern sich.
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Die Kohlenstoffkörper werden vor dem Backen normalerweise als
"Grün-Kohlenstoffkörper" bezeichnet. Diese
Grün-Kohlenstoffkörper können einige Tonnen wiegen und eine Länge von 2 Metern
oder mehr aufweisen. Um zu verhindern, daß sie verformt
werden, wenn sie einen Temperaturbereich durchlaufen, in dem sie
weich werden können, müssen spezielle Vorkehrungen getroffen
werden. Die Grün-Kohlenstoffkörper werden in tiefen Gruben in
einem Ofen angeordnet, welcher aus hitzebeständigen Ziegeln
hergestellt ist. Der Raum zwischen den Kohlenstoffkörpern und
den Grubenwänden wird mit Koks gefüllt, um die
Kohlenstoffkörper zu halten. Kleine Koksteilchen dienen ebenso dazu, die
Kohlenstoffkörper gegen Luftverbrennung zu schützen.
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Mehrere Gruben sind nebeneinander aufgebaut, wodurch eine
sogenannte Sektion gebildet ist. In den Wänden zwischen den
Gruben bfinden sich Kanäle oder Leitungen für die Rauchgase.
Wärme wird den Kohlenstoffkörpern durch Leiten der Rauchgase
durch diese Leitungen zugeführt. Die Rauchgase strömen von
einer Sektion durch die Leitungen zur benachbarten Sektion.
Auf diese Art und Weise können die Rauchgase durch mehrere in
einer sogenannten Brennzone in Reihe miteinander verbundene
Sektionen strömen. Die herkömmlichen Brennstoffe sind Öl oder
Gas. Der Rauchgasabzug und das Brennerabgasrohr können von
Sektion zu Sektion bewegt werden.
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In einem großen Ringofen können auch zwei Reihen von Sektionen
Seite an Seite aufgebaut sein, wodurch zwei parallele Reihen
gebildet werden. Am Ende einer Sektionsreihe sind die
Rauchgasleitungen mit den Leitungen in der parallelen Sektionsreihe
verbunden. In dieser Art und Weise sind die Sektionen
miteinander verbunden und bilden einen Ring. Dies ist der Grund,
warum ein derartiger Ofen zum Backen von Kohlenstoffkörpern
als Sektionsringofen bekannt ist.
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In einem Sektionsringofen kann es mehrere Brennzonen geben, in
welchen die Temperaturen gemäß einem vorgegebenen Programm
reguliert werden. Die ersten Sektionen in einer Brennzone
weisen eine niedere Temperatur auf. Darauf folgen Sektionen mit
höherer Temperatur, während die Endstufe in einer Brennzone
aus denjenigen Sektionen besteht, in welchen die
Kohlenstoffkörper gekühlt werden.
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In einem Ofen mit herkömmlichem Aufbau ist jede Sektion an der
Oberseite mittels einer Sektionsabdeckung verschlossen, und
diese muß entfernt werden, wenn Grün-Kohlenstoffkörper
eingeladen werden sollen oder gebackene Kohlenstoffkörper entfernt
werden sollen.
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In Anbetracht der speziellen Eigenschaften von
Kohlenstoffkörpern ist es erforderlich, übermäßige Temperaturgradienten
während des Backens zu vermeiden, da diese zu Rissen in den
Endprodukten führen würden.
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Jede Sektion muß daher einem exakten Zeit- und
Temperaturprogramm folgen. Im ersten Teil der Zone werden die Sektionen auf
600ºC durch die Wärme der Rauchgase vom letzten Teil der
Brennzone erhitzt. Später muß für den Temperaturbereich von
600ºC bis zur erforderlichen Höchstemperatur (1200ºC bis
1300ºC) Wärme durch die oben angegebene Verbrennung von Gas
oder Öl zugeführt werden.
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In der Kühlzone werden die Grubenwände durch Luft gekühlt, bis
die Kohlenstoffkörper ohne der Gefahr einer Oxidation entfernt
werden können. Es werden Maßnahmen ergriffen, um durch
Verwendung dieser Luft zur Verbrennung die bestmögliche Verwendung
der durch die Kühlluft absorbierten Wärme zu machen.
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Die Brennzone wird durch Bewegen des Öl- oder Gasbrenners von
einer Sektion zur nächsten bewegt. Die Frequenz dieses
Vorgangs wird als der Heizzyklus bezeichnet und bestimmt die
Kapazität der Brennzone.
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Wie bereits angegeben, muß es ebenso möglich sein, ein
Gasauspuffsystem mit einer in eine Brennzone umzuwandelnden Zone zu
verbinden. Dies wird normalerweise durch Anordnen eines
Gebläses zwischen der Sektion und einer Rohrverbindung an einer
Abgasleitung um den Ofen erreicht. Diese Abgasleitung wird als
der Hauptrauchring bezeichnet und wird durch ein Hauptgebläse
unter Unterdruck gehalten.
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In Verbindung mit dem Wiederherrichten der Öfen treten Schäden
in der Form von Rissen o.dgl. aufgrund thermischer und
mechanischer Spannung und Belastung auf. Auf kleinere Schäden wird
während der regulären Wartung des Ofens geachtet. Nach einiger
Zeit weist der Schaden jedoch ein derartiges Ausmaß auf, daß
ein vollständiges Wiederherrichten durchgeführt werden muß. In
Abhängigkeit der Verwendung und der Qualität des Ofens ist ein
vollständiges Wiederherrichten nach 8 bis 10 Jahren
erforderlich. In Anbetracht der umfangreichen durchzuführenden Arbeit
müssen die Öfen für eine lange Zeitdauer abgeschaltet werden,
und dies führt zu Produktionsverlusten, welche zu großen
wirtschaftlichen Verlusten führen können. Ferner sind, wenn
derartige umfangreiche Renovierungen durchgeführt werden, mehrere
Arbeiter und teure Ausrüstung erforderlich, um die
Wiederherrichtdauer zu verkürzen, und dies kann manchmal schwer
bereitzustellen sein.
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Der Zustand einer individuellen Sektion (Grubenwand,
Sektionswand etc.) bestimmt, wann ein vollständiges Wiederherrichten
stattfinden sollte. Somit wird das Wiederherrichten durch das
sogenannte "schwächstes Glied in der Kette" -Prinzip bestimmt.
Dies impliziert, daß die Öfen vollständig wiederhergerichtet
werden, bevor alle Sektionen ihre gesamte Lebensdauer gehalten
haben. Daher ist ein weiterer Nachteil eines vollständigen
Wiederherrichtens, daß die durchschnittliche Lebensdauer der
Sektionen verringert wird.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zum
Wiederherrichten von Sektionsringöfen der mehrere in Reihe
verbundene Sektionen umfassenden Art vorgesehen, wobei jede Sektion
eine Anzahl paralleler Wände umfaßt, welche sich zwischen den
miteinander verbundenen Sektionswänden erstrecken, wodurch
eine Anzahl von Gruben gebildet wird, worin durch Wärmezufuhr
zu einer feststehenden Anzahl von Sektionen während eines
vorbestimmten Zyklus wenigstens zwei wandernde Brennzonen erzeugt
werden, von welchen jede um den Ring herum wandert und zu der
anderen Zone (den anderen Zonen) einen Abstand aufweist, wobei
das Verfahren umfaßt, daß in wenigstens einer Brennzone der
Heizzyklus derart verlängert wird, daß der Abstand zwischen
wenigstens zwei aufeinanderfolgenden Brennzonen in dem Ring
verringert wird und zwischen wenigstens zwei
aufeinanderfolgenden Brennzonen in dem Ring ein vergrößerter Abstand
hergestellt wird, daß der Heizzyklus der restlichen Brennzone(n)
verlängert wird, daß eine oder mehrere Sektionen in dem
vergrößerten Abstand (den vergrößerten Abständen) zwischen
aufeinanderfolgenden Brennzonen wiederhergerichtet wird (werden),
während der Ofen kontiniuierlich betrieben wird, und daß der
Heizzyklus für jede Brennzone nachfolgend derart verkürzt
wird, daß die Abstände zwischen aufeinanderfolgenden
Brennzonen im wesentlichen gleich sind.
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Dies ermöglicht durch ein kontinuierliches Programm ein
vollständiges Wiederherrichten, und somit können
Produktionsverluste beseitigt oder deutlich verringert werden. Weniger
Personal und Ausrüstung sind erforderlich als bisher und ferner
wird die durchschnittliche Lebensdauer der Sektionen
verlängert, da jede einzelne Sektion nur wiederhergerichtet wird,
wenn dies nötig ist. Während des Wiederherrichtens ist es
ferner möglich, einen Sektionsringofens eines alten Typs als
einen neuen Typ wieder aufzubauen.
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Die Erfindung wird nun anhand eines Beispiels mit Bezug auf
die beiliegenden Zeichnungen beschrieben, in welchen:
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Figur 1 eine perspektivische Querschnittsansicht der Sektion
in einem Sektionsringofen gemäß eines älteren Ringofenprinzips
zeigt.
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Figur 2 eine perspektivische Querschnittsansicht von Sektionen
in einem Sektionsringofen gemäß eines neuen Prinzips zeigt.
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Figur 3 ein Brennzonenschema für einen erfindungsgemäßen
Sektionsringofen mit zwei Brennzonen zeigt.
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Figur 4 den Rauchgasstrom in einer Brennzone darstellt.
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Figur 5 vereinfachte Brennzonenschemata für einen
Sektionsringofen mit zwei Brennzonen zeigt, worin jedes Schema die
Brennzonensituation bei verschiedenen Schritten des
erfindungsgemäßen Verfahrens darstellt.
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Figur 6 die gleichen Schemata für einen Sektionsringofen mit
drei Brennzonen zeigt.
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Die Erfindung kann sowohl bei einem Sektionsringofen des
älteren Typs, dem sogenannten Riedhammerofen (Fig. 1), angewandt
werden, als auch bei dem Sektionsringofen des neuen Typs (Fig.
2), welcher durch die Anmelderin entworfen worden ist, und
welcher in der norwegischen Patentschrift Nr. 152,029
weitergehend beschrieben ist. Der Konstruktionsaufbau und der
Betrieb dieser Öfen wird nun beschrieben.
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Figur 1 ist eine teilweise weggeschnittene Darstellung einer
Sektion älteren Aufbaus mit fünf Gruben 1. In den Grubenwänden
2 strömen Rauchgase von dem Raum unter der Sektionsabdeckung
(nicht dargestellt) nach unten in einen Raum 4 unter dem Boden
der Gruben 1. Der nach oben gerichtete Strom der Rauchgase von
unten geht durch die Brennkammer 5.
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Die Figur 2 zeigt eine ähnliche Sektion, bei welcher die
Brennkammern entfernt worden sind. Unter dem Boden der Gruben
ist eine Unterteilungswand 6 vorgesehen, welche den Raum unter
den Gruben in zwei Teile aufteilt. In dieser Art und Weise
strömen die Rauchgase durch eine Gruppe 7 von Gasleitungen 3
nach oben und durch eine andere Gruppe 8 derselben nach unten.
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Im Betrieb liegt eine Abdeckplatte auf Sektionswänden 9. Diese
Abdeckplatte ist nicht gezeigt, stellt jedoch in Figur 1 und
Figur 2 sicher, daß der Gasstrom durch geeignete Leitungen
strömt.
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Von dem Raum unter den Gruben geht eine Leitung (nicht
gezeigt) zu Rohrverbindungspunkten 9a an der Oberseite des
Ofens. Diese werden zur Verbindung einer individuellen Sektion
mit dem Hauptrauchring 10 verwendet.
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Das Brennen kann, wie vorher bereits erwähnt, auf verschiedene
Weisen durchgeführt werden. Der Brennstoff kann vollständig
oder teilweise in den Raum über jeder Grubenwand zugeführt
werden.
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Die Verbrennung kann ebenso mit unzureichender Luftzufuhr zu
dem Raum oder den Räumen erreicht werden, in welchen bzw.
welche der Brennstoff eingespritzt wird, wobei in einem Raum oder
mehreren Räumen stromabwärts mehr zugeführt wird. Durch
Zuführen der Luft am Punkt 4 kann ein Erhitzen ebenso am Boden der
Gruben ohne das Verkohlen des Brennstoffs lokalisiert werden.
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Die Figur 3 ist eine Draufsicht auf einen Sektionsringofen mit
zwei Brennzonen. In jeder der Brennzonen gibt es Brennkammern
bei verschiedenen Stufen. 11 bezeichnet eine Sektion, von
welcher
die Sektionsabdeckung entfernt worden ist. Luft wird
durch die eine Hälfte in der Richtung angesaugt, in welcher
das Brennen stattfindet. Die Kohlenstoffkörper in der Sektion
11 werden durch Luft gekühlt, welche durch ein Abgasgebläse 12
angesaugt wird, und diese Luft wird somit vorgeheizt, bevor
sie die Brenner erreicht. 13 bezeichnet Sektionen, deren
Oberseite mit Abdeckplatten abgedichtet sind, so daß die Kühlluft
von 11 durch die Leitungen in den Grubenwänden nach oben durch
die erste Hälfte und nach unten durch die zweite Hälfte
gesaugt wird, nach oben zu den nächsten Sektionen 14, welche
Öloder Gasbrenner 15 aufweisen.
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16 bezeichnet die Sektion in der Brennzone, aus welcher die
Rauchgase durch Verbindungsrohre 17 zum Hauptrauchring 10
ausgestoßen werden. 19 bezeichnet die Sektion mit abgedeckten
Gasleitungen in der einen Hälfte, so daß Luft nicht in der
Richtung entgegengesetzt zum Heizzyklus gesaugt werden kann.
20 bezeichnet offene Sektionen, von welchen die gebackenen
Kohlenstoffkörper entfernt worden sind und in welchen die
Grün-Kohlenstoffkörper eingesetzt worden sind. Der Gaswäscher
und der Schornstein sind nicht gezeigt.
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Die Figur 4 zeigt in Form eines Diagramms den Gasstrom in
einer Brennzone in einem Sektionsringofen gemäß der
dargestellten Ausführungsform der Erfindung. Luft 21 tritt links in die
Sektion ein und wird durch eine Gruppe 8 von Gasleitungen 3
nach unten in einen Raum 4 unter dem Boden der Gruben 1 jeder
Sektion gesaugt und wird durch Leitungen in der Wand 9 zur
nächsten Sektion mit einer den Raum 24 abschließenden
Abdeckplatte 22 geführt. Hier werden die Rauchgase nach oben durch
die Leitungen 3 in der ersten Hälfte 7 der Sektion und nach
unten durch die Leitungen 3 in den Grubenwänden in der anderen
Hälfte 8, und dann zur nächsten Sektion gesaugt.
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Vorangehend wurde beschrieben, wie ein älterer Typ (Figur 1)
und ein neuer Typ eines Sektionsringofens (Figur 2)
ausgebildet sind und wie die Öfen betrieben werden. Es ist ferner
beschrieben worden, wie derartige Öfen nach einiger Betriebszeit
vollständig wiederhergerichtet werden müssen. Dies wird durch
Anhalten des Betriebs der Öfen, Kühlen auf Raumtemperatur und
danach Abbauen und Wiederaufbauen derselben erreicht.
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Die vorliegende Erfindung ermöglicht ein vollständiges
Wiederherrichten von Sektionsringöfen während die Öfen immer noch in
Betrieb sind. Die vollständige Wartung oder das
Wiederherrichten eines Sektionsringofens wird durch ein kontinuierliches
Wartungsprogramm durchgeführt, bei welchem eine oder mehrere,
vorzugsweise drei Sektionen gleichzeitig wenn erforderlich,
abgebaut und danach wieder aufgebaut werden, während der Ofen
weiterhin läuft. Um ein derartiges Wiederherrichten zu
ermöglichen, müssen die Brennzonen relativ zueinander asymmetrisch
betrieben werden, was nachfolgend anhand eines Beispiels
weitergehend beschrieben wird.
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Wie vorher erwähnt, kann die Erfindung sowohl bei
Sektionsringöfen des älteren als auch des neueren Typs angewandt
werden. Ferner kann das erfindungsgemäße Verfahren zum
Wiederaufbauen des älteren Typs als ein neuer Typ derartiger Öfen
angewandt werden, und das Beispiel bezieht sich auf ein derartiges
Wiederaufbauen.
Beispiel
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Nach einigen Betriebsjahren eines Ofens tritt ein Schaden in
der Form ernsthafter Risse in dem hitzebeständigen Material
auf, aus dem ein Sektionsringofen hergestellt ist, und ein
vollständiges Wiederherrichten des Ofens ist erforderlich.
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Der Ofen ist von dem herkömmlichen Riedhammertyp mit
vertikalen Rauchgasleitungen, und es wird daher entschieden, daß der
Ofen gemäß dem neuen Ofenkonzept wieder aufgebaut werden soll.
Ein derartiges Wiederaufbauen impliziert, daß eine
Unterteilungswand am Boden unter den Gruben gebaut werden muß, daß die
Klappen mit einem Absperrorgan für das horizontale Brennen
versehen werden, daß die Brennkammern entfernt werden und daß
ein Kanal in der Sektionswand gebaut wird (Figur 2, Pos. 9a).
Als Teil der regelmäßigen Wartung werden alle Gruben,
Bodenplatten und Säulen ausgetauscht. Die Gründe für das Aufbauen
des Ofens gemäß dem neuen Konzept sind, daß die Wärmeleitung
des Kohlenstoffs verbessert wird und die Raumausnutzung um
ungefähr 33,3 % erhöht wird, ohne die Außenmaße des Ofens zu
vergrößern. Ferner wird durch das Betreiben des Ofens bei
einem höheren Tempo im Vergleich mit dem älteren Typ eine höhere
Produktivität erreicht.
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Der Ofen ist in vier Einheiten mit drei Sektionen unterteilt
und das Wiederaufbauen beginnt mit den Sektionen 1, 2 und 3
mit benachbarten Sektionswänden, d.h. der Sektionswand der
Sektion 2 und der Sektionswand zwischen den Sektionen 1 - 2
und 2 - 3.
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Das Wiederaufbauen als solches wird nun Schritt für Schritt
mit Bezug auf die Figur 5 beschrieben. Es sollte jedoch betont
werden, daß die Daten für diesen Fall gewählt sind und nur zum
Verbessern der Klarheit der Erfindung verwendet werden.
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1. Der Ofen umfaßt 30 Sektionen und weist zwei Brennzonen α
und β auf. Die Zone α umfaßt die Sektionen 1 - 5 und 27 - 30,
wogegen die Zone β die Sektionen 12 - 15 und 16 - 20 umfaßt
(Figur 5a).
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Es wird entschieden, daß das asymmetrische Betreiben des Ofens
am 10. Februar um 6.00 Uhr nachmittags beginnen soll. Dies
wird durch Setzen der Zone β mit der Sektion 20 vorne auf
einen 48 Stunden Heizzyklus erreicht, wogegen die Zone α mit
einem herkömmlichen 30 Stunden Heizzyklus läuft.
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2. Nach 10 Tagen, d.h. am 20 Februar um 6.00 Uhr nachmittags
haben sich die Zonen wie in Figur 5b gezeigt bewegt, wobei die
Zone α nun die Sektionen 5 - 13 umfaßt, wogegen die Zone β die
Zonen 17 - 25 umfaßt (die Zonen bewegen sich in der Richtung
der Pfeile). Aufgrund der Differenz der Heizzyklen ist der
Abstand zwischen der vorderen Sektion 13 der Zone α und der
Endsektion 17 der Zone β auf drei Sektionen 14 bis 16
verringert. Dies ist der kürzest mögliche Abstand, welcher
erforderlich ist, um die gebackenen Kohlenstoffkörper aus den Gruben
der Zone β (Sektion 15) zu entfernen und neue
Grün-Kohlenstoffkörper in die Gruben der Zone α (Sektion 14) einzuführen,
welche nun die vordere Sektion der Zone α ist. Um einen
konstanten Abstand zwischen den Zonen beizubehalten, muß die Zone
von nun an mit einem 48 Stunden Heizzyklus betrieben werden.
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Am anderen Ende der Zonen, wo die Sektion 25 die vordere
Sektion der Zone β ist und die Sektion 5 die Endsektion der Zone
α ist, ist der Abstand dementsprechend verlängert, d.h. dort
gibt es einen Abstand von ungefähr 9 Sektionen (Sektionen 1
- 4 und 26 - 30)
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Da sich die Zone α durch die Sektionen 1, 2, 3 und 4 bewegt
hat, sind die gebackenen Kohlenstoffkörper aus den Gruben
dieser Sektionen entfernt worden und das Abreißen der Sektionen 1
- 3 mit benachbarten Sektionswänden kann beginnen (es ist
immer noch der 20. Februar).
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Die Sektionen enthalten eine große Menge an hitzebeständigem
Material, und aufgrund der kurzen Kühlperiode ist die
Temperatur immer noch hoch, wenn die Abbrucharbeit begonnen wird. Es
ist daher erforderlich, mechanische Vorrichtungen für diese
Arbeit zu verwenden, welche hier nicht weiter beschrieben
werden.
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3. Das Wiederaufbauen der Sektion 1 hat bereits einen Tag,
nachdem mit dem Abbau begonnen worden ist, begonnen, d.h. am
21. Februar. Das Wiederaufbauen ist zeitaufwendig und die
Sektion 1 wird daher nicht vor dem 3. Mai, d.h. 12 Tage nachdem
der Abbruch dieser Sektion begonnen worden ist, als vordere
Sektion der Zone β eingeschlossen.
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4. Die Wiederherricht-Arbeit muß am 5. März beendet sein, wenn
die Sektion 2 in die Zone β eintritt. Die Zonen-Beziehung zu
diesem Zeitpunkt ist in der Figur 5C gezeigt, wo die Zone β
die Sektionen 1 - 2 und 24 - 30 umfaßt und die Zone α die
Sektionen 12 - 20 umfaßt. Es ist nun der 5. März, 6.00 Uhr
nachmittags, und die Zone β mit der Sektion 2 vorne wird auf einen
42 Stunden Heizzyklus gesetzt. Die andere Zone, α, wird mit
dem gleichen Heizzyklus, 48 Stunden, betrieben. Das
Zurückführen der Zonen auf einen normalen Betrieb hat nun begonnen.
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Das Zurückführen ist aus Gründen der Einfachheit in der
nachfolgenden Tabelle gezeigt. Sie zeigt den Tag und die Zeit, zu
welcher die einzelnen Sektionen in die Brennzonen eintreten,
sowie das Verändern des Heizzyklusses.
Sektionseintritt in Zone:
Datum
Zeit
Sektion
Heiztyklus
März
Stunden
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5.
Wie aus den obigen Tabellen hervorgeht, wird der Heizzyklus
allmählich auf einen regelmäßigen Betrieb zurückgeführt. Wenn
man die Zone β betrachtet, wird der Heizzyklus am 13. März auf
einen normalen Betrieb zurückgebracht, d.h. ein 30 Stunden
Heizzyklus. Die Zone α wird ebenso am 26. März auf einen
normalen Betrieb zurückgebracht, und der Abstand zwischen den
Zonen ist an beiden Enden der gleiche, d.h. sechs Sektionen
mit offenen Abdeckklappen zwischen den Zonen, wie in Figur 5D
gezeigt.
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Bei dem obigen Beispiel wird das erfindungsgemäße Verfahren
bei einem Sektionsringofen angewandt, welcher 30 Sektionen mit
zwei Brennzonen umfaßt. Das Verfahren kann jedoch
offensichtlich bei Sektionsringöfen mit weniger oder mehreren Sektionen
und mit mehr als 2 Brennzonen angewandt werden, z.B. 48
Sektionen und 3 Brennzonen.
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Mit Bezug auf die Figur 6, welche dieses Beispiel darstellt,
kann das erfindungsgemäße Verfahren auf zwei Arten
durchgeführt werden:
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a) Die Zonen können asymmetrisch betrieben werden, und das
Wiederherrichten kann durchgeführt werden, nachdem die
Sektionen der letzten Zone vorbeigelaufen sind (Sektionen 1, 2, 3
und 4), wie in Figur 6A gezeigt, oder
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b) zwei Zonen werden asymmetrisch mit drei Sektionen
dazwischen betrieben, wobei das Wiederherrichten an zwei Stellen im
Ofen durchgeführt werden kann, d.h. nach der einzelnen Zone
(Sektionen 5, 6 und 7) und nach den beiden Zonen (Sektionen
23, 24 und 25), siehe Figur 6B. In gleicher Art und Weise
können Sektionsringöfen mit mehreren Sektionen und mehreren
Brennzonen aufeinanderfolgend wieder hergerichtet werden.