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Leonardantrieb, insbesondere zur Fernverstellung schwerer Gegenstände
Es ist bekannt, daß bei Leonardantrieben großen Regelbereichs, z. B. i : ioo und
mehr, die technischen Schwierigkeiten durchweg im Bereiche der kleinen Drehzahlen
bzw. Spannungen liegen. Temperatur- und Hysteresefehler, Ohmsche und Übergangswiderstände,
kleine Unsymmetrien usw., alle diese Nebenerscheinungen und -bedingungen machen
sich bei kleinen und kleinsten Betriebsspannungen besonders störend bemerkbar. Man
hat sie bisher in erster Linie durch bauliche Maßnahmen am Generator und Motor bzw.
durch reichliche Bemessung und sorgfältigste Durchkonstruktion des Generators und
des Motors zu lösen versucht. Man hat hierbei auch Erfolge erzielt, hat aber den
Idealzustand nicht erreicht, in dem z. B. zu jeder Stellung eines Geschwindigkeitsreglers
eine bestimmte Motordrehzahl gehört, unabhängig von ihrer absoluten Größe, den vorhergehenden
Betriebszuständen, der Drehrichtung des Motors, der Stromstärke im Leonardkreis,
der Wicklungstemperatur usw. So ist es beispielsweise bekanntgeworden, schwere Gegenstände
entsprechend einer vorgegebenen Bewegung so zu verstellen, daß dabei die Geschwindigkeit
der Verstellbewegung derjenigen der vorgegebenen Bewegung unter gleichzeitiger Beseitigung
von Wegunterschieden zwischen beiden Bewegungen angepaßt wird. Zu diesem Zweck ist
die Verwendung zweier additiv wirkender Antriebe für den Verstellgegenstand angegeben
worden, von denen der eine auf Wegunterschiede anspricht und mittels einer zwischen
den beiden Antrieben bestehenden Regelverbindung die Geschwindigkeit des zweiten
Antriebs so beeinflußt, daß die Verstellgeschwindigkeit mit der Beseitigung des
Wegunterschiedes gleich der Geschwindigkeit der vorgegebenen Bewegung wird. Zur
additiven Verbindung beider Regelantriebe ist entweder ein Differentialgetriebe
vorgesehen, oder sie erfolgt auf elektrischem Wege auf die Weise, daß für den Verstellmotor
zwei Leonardgeneratoren vorgesehen sind, von denen der eine entsprechend den Wegunterschieden
erregt wird und außer auf den Verstellmotor auch auf die Erregung des in Reihe dazu
geschalteten zweiten Leonardgenerators einwirkt, der als indifferenter Generator
ausgebildet ist und unter dem Einfluß des ersten Generators jeweils entsprechend
der Geschwindigkeit der vorgegebenen Bewegung erregt ist.
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Es handelt sich dabei also um eine Einrichtung, bei der zwei Regelantriebe
notwendig sind, die unter Verwendung besonderer Regeleinrichtungen eine gleichzeitige
Geschwindigkeits- und Wegregelung bewirken. Die Erfindung bezieht sich auf eine
Einrichtung, mit der eine ähnliche Aufgabe gelöst werden soll, die sich hierzu jedoch
völlig anderer Mittel bedient. Erfindungsgemäß soll entsprechend der Auslenkung
eines Gebers
wahlweise entweder eine vorgeschriebene Verstellgeschwindigkeit
oder ein vorgeschriebener Verstellweg einen Leonardantrieb zur Fernverstellung schwerer
Gegenstände beeinflussen. Zu diesem Zweck soll entweder die vorgeschrie= bene Verstellgeschwindigkeit
oder der vdrgeschriebene Verstellweg durch einfache Unischalteng in Form von phasenveränderlichen
Wechselströmen konstanter Amplitude zusammen mit festen oder in der Phase dem wirklichen
Verstellweg entsprechenden Wechselströmen auf ein Kompensationssystem einwirken,
dem eine Regelspannung entnommen werden kann, welche der eingeführten vorgeschriebenen
Verstellgröße, .also der gewünschten Verstellgeschwindigkeit bzw. dem noch zurückzulegenden
Verstellweg, entspricht. Diese Regelspannung wird erfindungsgemäß einem Schrittmachermotor
oder dem Antrieb selbst nach Maßgabe einer vorgesehenen Umschaltmöglichkeit zugeführt.
Dieser Schrittmachermotor vollführt demnach eine Umlaufbewegung, die auf den Antrieb
des schweren Gegenstandes übertragen wird, und zwar durch eine nachgiebige und nach
Belastungsstößen winkelaufholende Wegsteuereinrichtung. Diese Übertragung erfolgt
mit Hilfe eines zweiten Kompensationssystems, welches unmittelbar nur von der Geschwindigkeitsdifferenz
zwischen Schrittmachermotor und Antrieb beeinflußt wird. Gemäß einer Weiterbildeng
der Erfindung werden als Kompensationsgeräte vorzugsweise sogenannte Kompensationsachsen
verwendet, auf welche durch Geräte, die teilweise in der Art von Meßinstrumenten
ausgebildet sein können, mehrere Drehmomente ausgeübt bzw. gegeneinander abgewogen
werden können, und die mittelbar oder unmittelbar die Lichtstromsteuerung an sich
bekannter Photozellengeräte betätigen, welche ihrerseits, gegebenenfalls über Verstärker,
die Erregerströme der Leonardgenerätoren liefern. Als weiteres Hilfsmittel kann
für die Schrittmacherwelle ein Frequenzvergleich vorgesehen sein, wobei die der
Schrittmacherwelle entsprechende Leitfrequenz und die Rückmeldefrequenz eines Empfängers
in einem elektrodynamischen Differential so miteinander verglichen werden und dabei
derartige Regelbewegungen auslösen, daß der ganze Antrieb sich nur dann im Beharrungszustand
bzw. das Kompensationsgerät im Gleichgewicht befindet, wenn die beiden genannten
Frequenzen genau gleich sind.
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Eine derartige Anordnung ist für sehr zählreiche Betriebe mit Fernsteuerung,
wie z. B. Hebezeuge aller Art, Schleusenanlagen, Arbeitsmaschinen üsw., wichtig:
Ihr Wesen wie ihre Arbeitsweise sollen indessen im folgenden an Hand einer Richtanlage
für Scheinwerfer, Geschütze usw. beschrieben werden, da für einen solchen Verwendungszweck
die Beseitigung der obengenannten Mängel des gewöhnlichen Leonardantriebes von besonderer
Bedeutung ist.
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Die Zeichnung veranschaulicht die Erfindung - in einem Ausführungsbeispiel.
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In dem Schaltbild ist reit L der Lenkschalter _ der Anlage bezeichnet,
der mit je einem Hebel L3 für die Seiten- und I_3 für die Höhenrichtung versehen
ist. Mit jedem der beiden Hebel ist unmittelbar der über ein Getriebe drehbare Wicklungsteil
eines einphasigen Drehtransformators (Phasentransformators) D5 bzw. D, gekuppelt,
dessen fester Wicklungsteil an einem Drehstromnetz konstanter Frequenz liegt. Den
Schleifringen 33 bzw. 3.; kann demnach eine konstante Wechsel-EMK entnommen werden,
deren Phase beliebig gegenüber jeder der drei Leitungsspannungen des speisenden
Drehstromnetzes einstellbar ist.
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Es sind des weiteren vier Instrumentensysteme vorhanden, die zwecks
leichter Unterscheidbarkeit ihrer Zugehörigkeit als ö- und 8'-System (Sb und Sa,)
bzw. ß- und ß'- System (S.@ und S,;,)
bezeichnet sind. Jedes Y- bzw. ß'-System
enthält fest auf einer Achse sitzend die Drehspule eines Drehspul- (Deprez-) Instrumentes
43, bzw. 4,", eines Dynamometers 5s- bzw. 5-, einen Blendenträger mit Blende 6a,
bzw. 6;3sowie die Aluminium- bzw. Kupfertrommel einer Wirbelströmkupplung7s,bzw.7-.
Innerhalb der Trommel ist ein permanenter Magnet drehbar angeordnet, der auf einer
Welle sitzt,. die ihre Drehbewegung auf irgendeine Weise, z. B. durch ein Schneckenrad
85, bzw. 8", erhält. Mit der Schneckenwelle 9s, bzw. 9, ist auf der ! einen,
z. B. der rechten Seite der Anker eines kleinen, in irgendeiner Weise, gegebenenfalls
z. B. mittels permanenter Magnete, fest erregten Gleichstrommotors iia, bzw. ii;,
und auf der linken Seite der Läufer eines kleinen Frequenzumformers ioa, bzw. io#,
gekuppelt, dessen Ständer wiederum am Drehstromnetz liegt: Wird nun die feste Spule
des Dynamometers, z. B. 56, des 8'-Systems an eine Phase des Netzes, die
drehbare Spule aber an die Schleifringe 3,, des Phasentransformators Da angeschlossen
(evtl. vorhandene, z. B. Dhmsche Vorschaltungen in den Spulenkreisen sind als hier
unwesentlich fortgelassen), so wird das Dynamometer 5a, auf die gemeinsame Welle
ein Drehmoment ausüben, das nach bekannten Gesetzen dem cos des Phasenwinkels zwischen
den Spulenströmen proportional ist. Da letztere ihrer Größe nach konstant sind,
der Strom in der beweglichen Spule aber seiner Phase nach durch die jeweilige Stellung
des Hebels La des Lenkschalters gegeben ist, während der Strom in der festen Spule
eine unveränderliche Phase hat, so ist das vom Dynamometer ausgeübte Moment innerhalb
von i8o° elektr. seiner Größe und Richtung nach eindeutig gegeben durch die Stellung
des Hebels La.
Die Drehbewegung der beweglichen Spule des Dynamometers
5ä, macht der Blendenträger 6"
mit, der den von einer nicht gezeichneten Lampe
gelieferten Lichtstrom zur Erregung zweier oder gegebenenfalls auch mehrerer Photozellen
steuert, deren Anordnung einschließlich der zugehörigen Verstärkerröhren, Widerstände,
Transformatoren und Kondensatoren im allgemeinen aus der Fernmeß- und Meldetechnik
bekannt ist und z. B. der Abb. 6 auf S. 24 des Buches von Dr.-Ing. W. Stäblein Die
Technik der Fernwirkungsanlagen, Verlag Oldenbourg, München und Berlin 1934, entsprechend
gewählt werden kann. Die Gesamtheit dieser Anordnung ist der Einfachheit wegen im
Schaltbild zusammenfassend durch ein gestricheltes Viereck angedeutet und der scharfen
Hervorhebung wegen mit den Buchstaben ZKä, bezeichnet. Jeder Stellung des Blendenträgers
6ä, entspricht nach Größe und Richtung ein bestimmter, von dem Höhengerät gelieferter
Gleichstrom. Während aber dieser letztere in den -bekannten Anordnungen zur Fernbetätigung
eines Meßinstrumentes dient, bewirkt er im vorliegenden Fall die Erregung eines
kleinen Leonardgenerators i2ä, der von einem gewöhnlichen Drehstrommotor 13 mit
praktisch oder genau konstanter Drehzahl angetrieben wird und einer= seits den bereits
erwähnten kleinen Gleichstrommotor 116, dem Leonardprinzip entsprechend mit nach
Größe wie Richtung durch die Erregung bestimmter Klemmenspannung speist. Durch das
Schneckenradgetriebe übersetzt, entspricht die Umdrehungszabl des permanenten Magneten
der Wirbelstromkupplung 7" genau der Umdrehungszahl des kleinen Leonardmotors
iiä, und damit auch das über die Kupplung auf die Instrumentenachse übertragene
mechanische Drehmoment dieser Umdrehungszahl.
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Die Instrumentenachse unterliegt also einerseits der Einwirkung des
Drehmoments, welches von der beweglichen Dynamometerspule ausgeübt wird und einer
ganz bestimmten Stellung des Lenkhebels Lä am Lenkschalter L entspricht, andererseits
der des Drehmoments, das von der Wirbelstromkupplurig 7ä, übertragen wird und genau
der berechneten Drehzahl des Leonardmotors iiä, entspricht. Wählt man die Anordnung
so, entsprechend dem Kompensationsprinzip, daß die beiden Drehmomente einander entgegenwirken,
so kann das ganze b'-System nur dann im Gleichgewicht und damit die Instrumentenachse
samt Blendenträger 66, in Ruhe verharren, wenn die Momente sich untereinander
aufheben. Das bedeutet: zu jeder Stellung des Steuerhebels L& am Lenkschalter
L gehört völlig eindeutig eine genau bestimmte Umdrehungszahl dies Gleichstrommotors
my, wobei die absoluten Werte der von der Blende 66, eingesteuerten Erregung
des Leonardgenerators 12ä wie der Spannung und Stromstärke im Leonardkreis gleichgültig
sind. Da, wie oben beschrieben, mit dem Motor iiä, der Frequenzumformer ioä, starr
gekuppelt ist, ist auch die an seinen Schleifringen auftretende - Frequenz, die
Leitfrequenz Va, eine eindeutige Funktion der Stellung des Hebels La am Lenkschalter.
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Eine Sonderaufgabe hat das dritte, ebenfalls mit der Instrumentenacbse
gekuppelte Deprezinstrument 46, zu erfüllen. Da das 8'-System (Sä,) als Ganzes an
sich keinerlei Ausschlagbegrenzung, etwa durch eine Feder, erfährt, liegt die Gefahr
starker Überregulierung und darum von Pendelungen des Blendenträgers 63,
vor, sobald am Lenkschalter L rasche Geschwindigkeitsänderungen notwendig sind bzw.
eingestellt werden. Es ist daher zur Unterstützung des von der Wirbelstromkupplung
in dem erwähnten Fall an sich schon gelieferten Dämpfungsmoments noch ein besonderer
Dämpferkreis bzw. Rückführkreis vorgesehen. Er besteht aus dem im Erregerkreis des
Leonardgenerators 12s. liegenden Ohmschen Widerstand 14;,,, zu dem im Nebenschluß
die Drehspule des Deprezinstrumentes 4ä, in'Reihe mit einem Kondensator 15ä, liegt.
Erfährt nun der von Z Kä, infolge sehr rascher Blendenbewegung gelieferte Erregerstrom
ebenfalls sehr rasche zeitliche Änderungen, so treten entsprechend kräftige Lade-
bzw. Entladeströme des Kondensators 15ä, auf, welche mittels der Drehmomentbildung
der stromdurchflossenen Drehspule im konstanten Feld des Deprezinstrumentes der
jeweiligen Bewegung des Blendenträgers entgegenwirken.
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Die Leitfrequenz Va bzw. V3 wird erfindungsgemäß dem einen Teil, z.
B. dem Läufer eines elektrodynamischen Differentials 16ä. bzw. 16:, zugeführt, das
zu dem a- bzw. ß-System (Sä bzw. S,..) gehört und seinem Wesen nach völlig einem
kleinen Drehstromasynchronmotor entspricht. Der Ständer des Differentials wird mit
einer vorübergehend von der Leitfrequenz abweichenden Frequenz der sogenannten Rückmeldefrequenz
f& bzw. f3 gespeist, die genau proportional der Drehzahl der Seitenrichtmaschine
Rä bzw. Höhenrichtmaschine R3 ist. Die Läuferwelle 18s bzw. 18:t treibt wiederum
einerseits ein Schneckenrad 17ä. bzw. i7 @" andererseits einen kleinen, fest erregten
Gleichstromgenerator igä bzw. 1g:3, dessen Spannung sich demnach proportional der
Drehgeschwindigkeit und -richtung der Läuferwelle des Differentials 166, bzw. 163
ändert.
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Im übrigen besteht jedes ö- bzw. ß-System (Sä bzw. Sß) aus einem Deprezinstrument
2oä bzw. tos, dessen Drehspule mit zwei Wicklungen versehen ist und dessen verlängerte
Achse wiederum zur Steuerung des Lichtstromes einer nicht besonders angedeuteten
Lampe einen Blendenträger mit Blende 21ä bzw. 2,13 trägt. An ihrem unteren
Ende ist die Instrumentenachse
über eine Spiralfeder 22s bzw. 22
-#, die im allgemeinen das Gegendrehmoment für die Drehspule des Deprezinstrumentes
liefert; mit einem Träger (Dreharm) 23s bzw. 23,.3 gekuppelt, der seinerseits vom
Schneckenrad 17, bzw. 17,3 um einen bestimmten Winkelweg von z. B. etwa i8o ° gedreht
werden kann. Schließlich ist die Achse noch mit einer Wirbelstrom- öder Luftkammerdämpfung
24a bzw. 24,3 ausgerüstet: Der vom Blendenträger2ia bzw.2r,; gesteuerte Lichtstrom
erregt wiederum die Photozellen einesVerstärkergerätesZKa bzw.ZK,3, dessen Gleichstrom
zur nach Größe und Richtung variablen Feldbewegung eines Leonardgenerators
256 bzw. 253 dient, der von einem Drehstrommotor 26 angetrieben wird und
seinerseits den Leonardmotor 27a. bzw. 27,-., der Seitenricht- bzw. Höhenrichtmaschine
speist. Der Leonardmotor 27s bzw. 27,; ist unmittelbar oder mittelbar gekuppelt
mit dem Läufer eines kleinen, vom Drehstromnetz erregten Frequenzumformers
286 bzw. 28;, der über seine Schleifringe die oben bereits vorgreifend erwähnte
Rückmeldefrequenz fs bzw. f" an den Ständer des elektrodynamischen Differentials
i6b, bzw. 16:; liefert. Das Differential z6s selbst verhält sich genau wie ein doppelt
gespeister Induktionsmotor. Sind Leit- und Rückmeldefrequenz einander gleich, gehört
also damit zu einer bestimmten Stellung des Hebels Ls_ am Lenkschalter L genau die
ihr entsprechende Geschwindigkeit der Seitenrichtung, - so ruht der Läufer des Differentials
16a. und damit auch Schneckenrad z7a und Gleichstromgeneratoriga. Die Feder 22a
ist entspannt, und die Blende 21a. nimmt die Stellung ein, in welcher
Z KA. die zur Einhaltung der richtigen Rückmeldefrequenz notwendige Erregerspannung
für den Leonärdgenerator 25a. liefert.
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Wird nun am Hebel Ls eine andere Geschwindigkeit eingestellt, so reguliert
das 8'-System sehr rasch die neue Leitfrequenz ein, womit das Gleichgewicht am Differential
i6,# gestört ist. Der Läufer des Differentials nimmt sofort eine verhältnismäßig
hohe, 'der Freqüenzdifferenz nach Größe und Vorzeichen entsprechende Umdrehungszahl
an. - Die der letzteren entsprechende, verhältnismäßig hohe Klemmenspannung des
Generators iga ruft eine: kräftige Drehmomentwicklung des Deprezinstrumentes tos
hervor. Unter dem Einfluß dieses Drehmoments vollführt die Instrumentenachse eine
durch die Dämpfung 24a gedämpfte Drehbewegung, welche sowohl die den erregenden
Lichtstrom steuernde Blende eis verschiebt als auch die Kuppelfeder 22s spannt:
Die Blendenbewegung ist aber gleichbedeutend mit einer Einsteuerung der Erregung
des Leonardgenerators 25a. im Sinne der Angleichung der Umdrehungszahl des -Leonardmotors
27s und damit auch über den Frequenzumformer 28s der Rückmeldefrequenz an die Leitfrequenz.
Je weiter diese Angleichung fortschreitet, um so langsamer rotiert der Läufer des
Differentials und um so mehr erlischt damit die Drehmomentbildung im Deprezinstrument
als Störungsquelle des ursprünglichen Gleichgewichtes. Inzwischen ist aber auch
entsprechend dem Produkt aus der Umdrehungsgeschwindigkeit des Differentialläufers
und der Zeit der Dreharm 23s mittels Schneckenrades 17, im Sinne einer Spannungsverminderung
der Feder dem Blendenträger nachgedreht worden. Beide Momente, d. h. das den Ausschlag
der Blende bewirkende Drehmoment des Deprezinstrumentes wie das ihm entgegenwirkende
Federmoment, sinken demnach mit fortschreitender Angleichung der Rückmeldefrequenz
an die Leitfrequenz. Ob beide Momente gleichzeitig gerade in dem Augenblick gleich
Null werden, in dem die Blende gerade die richtige gewünschte, für den neuen Beharrungspunkt
der Drehzahl der Seitenrichtmaschine notwendige Erregung des Leonardgenerators einsteuert,
ist in erster Linie eine Frage der Dämpfung. Um diese aperiodisch oder wenigstens
nahezu aperiodisch wirksam zu machen, ist auch hier ein kapazitiver Rückführ- bzw.
Dämpfungskreis vorgesehen. Dieser besteht aus dem Ohmschen Widerstand 293, der vom
Erregerstrom des Leonardgenerators 25s durchflossen wird, dem Kondensator 30s und
der obenerwähnten zweitenDrehspulenwicklung des Deprezinstrumentes tos. DieWirkungsweise
entspricht völlig der des entsprechenden Kreises im 8'- bzw. ß'-System. Der Übersichtlichkeit
wegen sei der Verlauf eines Reguliervorganges im Seitenrichtkreis zusammenfassend
nochmals geschildert: Jeder Stellungsänderung des Steuerhebels La am Lenkschalter
L entspricht eine Drehmomentänderung im Dynamometer 56, des $'-Systems. Diese
Drehmomentänderung wird mittels des Röhrengerätes Z Ky, des Hilfs-Leönardantriebes
12s, iib" der Wirbelstromkupplung 7b, und des Frequenzumförmers =ob, in eine Änderung
der vom '-System gelieferten Leitfrequenz Va umgeformt.
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Die nunmehr vorhandene Differenz der Leitfrequenz Va und Rückmeldefrequenz
fs kommt in einem elektrodynamischen Differential 16s des ö-Systems dergestalt zur
Wirkung, daß mittels eines fest erregten Gleichstromgenerators iga. eines Deprezinstrumentes
tos und eines zweiten Röhrengerätes Z Kb. die Erregung des Hauptieonardgenerators
25s in dem Sinne beeinflußt wird, däß die vorn Frequenzumformer 28@, dessen Drehzahl
der des Hauptleonardmotors j 27a proportional ist, gelieferte Rückmeldefrequenz
fs der neuen Leitfrequenz Va. angeglichen wird. Das d- System kommt erst dann zur
Ruhe, wenn die beiden Frequenzen Va und fa. genau gleich geworden sind, und zwar
unter der Winkelwirkung des Drehmoments des Deprezinstrumentes tos und einer Feder
22s, deren einer Festpunkt
vom Differential 16a im Sinne des Spannungsloswerdens
in einem neuen Beharrungspunkt räumlich verschoben wird. Um Pendelungen der Systeme
weitgehend zu unterdrücken bzw. um jeden Reguliervorgang aperiodisch oder nahezu
aperiodisch verlaufen zu lassen, sind außer den allgemein üblichen Wirbelstrom-
und Luftdämpfungseinrichtungen besondere kapazitive Rückführkreise vorgesehen, welche
auf die Änderungsgeschwindigkeit der Erregerströme der Leonardgeneratoren ansprechen.
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Die Anordnungen und Vorgänge im Höhenricht- (ß-) Kreis entsprechen
so völlig den beschriebenen im Seitenricht- (8-) Kreis, daß weitere Auseinandersetzungen
überflüssig scheinen. Dieser Tatsache ist äußerlich im Schaltbild durch Verwendung
gleicher Kennziffern in beiden Kreisen Rechnung getragen. Dies gilt aber zunächst
nur für die Schaltstellung i der drei Umschalter 31, 31' und 3i".
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Bezüglich dieser Umschalter ist folgendes zu beachten: Die bisher
beschriebene Steuerung ist eine reine Geschwindigkeitssteuerung. Es tritt nun aber
erfahrungsgemäß in der Praxis gelegentlich der Wunsch auf, unter Verwendung der
vorhandenen Steuermittel ganz oder teilweise von der Geschwindigkeitssteuerung zur
Wegsteuerung übergehen zu können. Die Erfindung berücksichtigt auch dies und veranschaulicht
die notwendigen Maßnahmen im Schaltbild für den Fall einer Höhenwegsteuerung.
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Werden die Umschalter 31, 31' und 31" von der Stellung i in die Stellung
2 gebracht, so wird erstens die feste Spule desDynamometers5,3, im ß'-System (S.,)
vom Netz und seiner festen Phasenlage der Spannung umgeschaltet auf die Schleifringe
des einphasigen Drehtransformators (Phasentransformators) 32, der über eine Übersetzung33
derart mit der HöhenrichtmaschineR3 gekuppelt ist, daß zu jedem Höhenwinkel ß eine
bestimmte relative Stellung zwischen fefer und beweglicher Wicklung gehört.
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Das im Dynamometer 5,s, entwickelte Drehmoment ist daher nunmehr allein
abhängig von der relativen Phasenverschiebung zwischen den beiden an sich konstanten
Strömen, die einerseits vom Phasentransformator DG des Lenkhebels, andererseits
vom Phasentransformator 3a der Höhenrichtung der Lafette kommen. Es wird jeweilig
nur dann Null sein, wenn die `Vinkelverschiebung der beiden Transformatoren genau
go ° elekr. beträgt.
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Ist es nicht Null, so steuert die Blende 6z,
mit einer durch
die nunmehr als reine Wirbelstrombremse (siehe weiter unten) wirkende Wirbelstromkupplung
7N, gedämpften Drehbewegung das Photozellengerät Z KN, des ß'-Systems (S,3,) voll
aus. Der von diesem gelieferte Strom wird aber über die in Stellung 2 befindlichen
Umschalter 31" und 31' nicht wie in Stellung i (Geschwindigkeitssteuerung)
der Erregerwicklung des Hilisleonardgenerators i2;" sondern der des Hauptleonardgenerators
253. zugeführt. Das ß-System (SN) ist also außer Wirksamkeit, und im Bedarfsfalle
könnte auch die Leitung für die Rückmeldefrequenz unterbrochen werden.
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Infolge der starken Erregung des Hauptleonardgenerators 25N wird demgemäß
der Höhenrichtmotor 27N zunächst mit hoher Geschwindigkeit laufen und den Phasentransformator
32 drehen, bis dieser in die obenerwähnte Stellung zum Phasentransformator Dä des
Lenkhebels gelangt ist, in der das Drehmoment im Dynamometer 5.3, Null wird. Da
an der Instrumentenachse des ß'-Systems (S,,,) in diesem Betriebszustand kein rückstellendes
Moment vorhanden ist, so verharrt zwar die Blende 6y zunächst noch in der Stellung
der Vollaststeuerung des Gerätes Z K,3" aber bereits eine ganz kleine Weiterdrehung
des Phasentransformators 32 genügt, um ein negatives Drehmoment im Dynamometer 53,
zu erzeugen und damit die Blende 6,;, nach ihrer Nullstellung gegenüber dem Gerät
Z K,, zurückzuführen. Diese rückläufige Bewegung wird aperiodisch oder nahezu aperiodisch
durch die oben beschriebene Wirkung des kapazitiven Rückführkreises gemacht. Bis
auf einen ganz verschwindend kleinen Fehler wird sich demnach die Höhenrichtung
stets genau auf den am Lenkschalter L eingestellten Wert einregulieren.
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Selbstverständlich soll die Durchführung des Erfindungsgedankens,
zur Einleitung wie Durchführung eines jeden Reguliervorganges die Phasenverschiebung
zwischen den Strömen in den Spulen eines Dynamometers zu verändern, nicht an die
oben beschriebene Verwendung einphasiger Drehtransformatoren (Phasentransformatoren)
Da bzw. D,; gebunden sein. Es kann ebensogut jede andere Anordnung zur Phasendrehung,
z. B. eine der bekannten Brückenschaltungen, verwendet werden. Das gilt sinngemäß
auch bezüglich des Phasentransformators 32. Ferner können am Lenkhebel L bezüglich
des Antriebes der Phasendreher alle bekannten Zusatzeinrichtungen, wie Getriebe
oder Anordnungen für sympathische Bewegung usw., vorgesehen sein.