DE683033C - Verfahren zum Erzeugen von phosphorarmem, siliciumhaltigem Roheisen im Hochofen - Google Patents

Verfahren zum Erzeugen von phosphorarmem, siliciumhaltigem Roheisen im Hochofen

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DE683033C
DE683033C DEW102108D DEW0102108D DE683033C DE 683033 C DE683033 C DE 683033C DE W102108 D DEW102108 D DE W102108D DE W0102108 D DEW0102108 D DE W0102108D DE 683033 C DE683033 C DE 683033C
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phosphorus
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blast furnace
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DEW102108D
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Dr-Ing E H Adolf Wirtz
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E H ADOLF WIRTZ DR ING
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E H ADOLF WIRTZ DR ING
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C21METALLURGY OF IRON
    • C21BMANUFACTURE OF IRON OR STEEL
    • C21B5/00Making pig-iron in the blast furnace
    • C21B5/02Making special pig-iron, e.g. by applying additives, e.g. oxides of other metals

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Manufacturing & Machinery (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Manufacture And Refinement Of Metals (AREA)

Description

  • Verfahren zum Erzeugen von phosphorarmem, siliciumhaltigem Roheisen im Hochofen Für die Herstellung einer Anzahl von Stahlsorten, z. B. sauren Martinstahls, Tiegelstahls, Bessemerstahls usw., sowie für bestimmte Gußzwecke benötigt man phosphorarmes Roheisen (Hämatit), welches zur Zeit nur aus phosphorarmen Erzen im Hochofen erblasen werden kann.
  • Da in Deutschland mit Ausnahme von Spateisenstein, der aber wegen seines hohen Mangangehaltes anderen Zwecken vorbehalten ist, keine phosphorarmen Erze vorhanden sind, müssen die zur Hämatiterzeugung erforderlichen phosphorarmen Erze durchweg aus dem Auslande, wie Schweden, Spanien, Marokko, Brasilien usw., eingeführt werden.
  • Man hat zwar schon vorgeschlagen, im Hochofen ein Roheisen, wie insbesondere Hämatit, ausschließlich aus phosphorarmen Stahlabfällen zu erblasen. Dabei sollen gemäß einem Vorschlage nur bestimmte Schlacken ohne jegliche anderen Möllerzuschläge, welche die Zusammensetzung der aufgegebenen Schlacken verändern könnten, mitverhüttet werden, während gemäß einem anderen Vorschlage die Schlacke nur aus reinem Quarz, Kalk oder Tonschiefer gebildet werden soll, ohne daß bereits fertige Hochofen- oder andere Schlacke mitverhüttet werden darf.
  • Beide Verfahren haben sich jedoch in der Praxis nicht einführen können, insbesondere, weil sie außerordentlich hohe Gichttemperaturen mit den hierdurch bedingten betrieblichen Schwierigkeiten ergeben und weil ein gleichmäßiges, hochwertiges Roheisen infolge der ausschließlichen Verwendung von Schrott bei beiden Verfahren kaum zu erblasen ist.
  • Es ist weiterhin bereits bekannt, im Hochofen aus Schmiedeeisen- oder Stahlabfällen und einer entsprechend hochphosphorhaltigen Bergart eine als Düngemittel geeignete äußerst phosphorreiche Schlacke zu erzeugen, wobei ein gleichfalls hochphosphorhalti.ges Roheisen anfällt. Dieses Eisen kann--in.
  • il s, seines -außerordentlich hohen Phosphbrl tes von 6 bis über i i °/o j edoch allenfä1Fs Thomasverfahren oder im basischen Sieen` Martinverfahren in geringen Mengen mitverarbeitet werden, wohingegen es in all den Fällen, in denen man als Einsatz ein Eisen von Hämatitbeschaffenheit benötigt, überhaupt nicht zu verwenden ist.
  • Erfindungsgemäß gelingt es nun in überraschender Weise, alle vorstehend angeführten Schwierigkeiten dadurch zu beheben, daß man zusammen mit phosphorarmem Schrott geeigneter Größe bzw. von Spänen einheimische phosphorhaltige, vorzugsweise kieselsäurereiche Erze, die bisher für die Hämatiterzeugung nicht verwendbar waren, in solcher Menge im Hochofen verhüttet, daß ein phosphorarmes, silidumreiches Roheisen von Hämatitbeschaffenheit anfällt, .wobei eine zweckdienlich verhältnismäßig große Schlakkenmenge geeigneter Zusammensetzung geführt wird.
  • Die verhältnismäßig große Schlackenmenge (vorzugsweise etwa 5o bis 8o'/, der ausgebrachten Roheisenmenge) gewährleistet einerseits eine ausgezeichnete Wirkung der halblang bzw. lang geführten dünnflüssigen Schlacke als Wärmeträger im Ofen und andererseits eine gleichmäßige Behandlung des Eisens innerhalb des ganzen Ofenquerschnittes, so daß es dadurch gelingt, beim Reduktionsvorgang die Wärmeverhältnisse im Hochofen und außerdem die Güteeigenschaften des Roheisens zu beherrschen.
  • Der Prozentsatz und die Verwendungsmöglichkeit einheimischer Erze, z. B. Di,llenburger Erze, ist abhängig von der Höhe des Phosphorgehaltes der Erze und der Schrottabfälle sowie dem Phosphorgehalt, der für das zu erzeugende Roheisen vorgeschrieben ist.
  • Ein wesentlicher Vorteil des neuen Verfahrens besteht darin, daß bei politischen Verwicklungen und im Kriegsfalle nur aus einheimischen Rohstoffen und Erzen ein phosphorarmes, siliciumreiches Roheisen erblasen werden kann und damit die Rohstofffreiheit Deutschlands für die Hämatiterzeugung gewonnen ist. .
  • Gerade in Kriegszeiten fällt nämlich bekanntlich eine große Menge von Trichtern, Abbischnitten und Spänen bei der Herstellung von Granaten, Minen u. dgl. an, die aus `:Siemens-Martin-Stahl und insbesondere auch Ns. Thomasstahl bestehen und sehr phosphor-'ariai sind. Auch die bei der besonders hohen 'Eisenerzeugung in Kriegszeiten anfallenden großen Mengen phosphorarmer eisenhaltiger Schlacken und Walzensinter können zweckmäßig mitverhüttet werden.
  • Bei Verhüttung phosphorarmer Späne können diese zweckmäßig gegebenenfalls unter Zusatz von Kalk, Zement, 'Schlacke o. dgl. als Formlinge in einer für den Reduktionsvorgang günstigen Größe und Gestalt aufgegeben werden.
  • Ferner erstreckt sich die Erfindung noch darauf, daß man unter Führung einer dünnflüssigen, ausgesprochen langen Schlacke dieses Roheisen mit einem möglichst hohen Siliciumgehalt (9 bis 1q.°/, Si) erbläst, da man dadurch eine Menge Roheisen erspart. So ist es z. B. möglich, für das Bessemerverfahren im Gießereischachtofen ein geeignetes Rinneneisen zu erzeugen, dessen Gattierung nur etwa 15'/, des nach dem neuen Verfahren erzeugten siliciumreichen Roheisens enthält.
  • Die bei - dem neuen Verfahren anfallenden Schlacken können in an sich bekannter Weise zur Zementherstellung Verwendung finden.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Erzeugen von Roheisen im Hochofen unter Verwendung von phosphorarmem Eisenschrott bzw. Spänen und phosphorhaltigen Mineralien, dadurch gekennzeichnet, daß ein phosphorarmes, siliciumhaltiges Roheisen von Hämatitbeschaffenheit dadurch erzielt wird, daß zusammen mit dem phosphorarmen Schrott ausschließlich einheimische phosphorhaltige, sonst für die Hämatitherstellung nicht brauchbare, vorzugsweise kieselsäurereiche Erze unter Führung einer verhältnismäßig großen Schlackenmenge verhüttet werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß ein Roheisen mit hohem Siliciumgehalt (etwa 9 bis 14°/o Si) erblasen wird.
  3. 3. Die Verwendung des gemäß Anspruch i und 2 hergestellten Roheisens zur Stahlerzeugung im Bessemerverfahren.
DEW102108D 1937-10-19 1937-10-19 Verfahren zum Erzeugen von phosphorarmem, siliciumhaltigem Roheisen im Hochofen Expired DE683033C (de)

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