DE680781C - Verfahren zur Verbesserung der Margarine durch Kneten - Google Patents
Verfahren zur Verbesserung der Margarine durch KnetenInfo
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Description
Margarine, die in bisher bekannten offenen oder geschlossenen Knetmaschinen in Anwesenheit
eines Farbstoffes behandelt worden ist, nimmt bekanntlich nach dem Kneten allmählich
einen dunkleren Farbton an, was oft verursacht, daß die Margarine ein streifiges
oder fleckiges Aussehen erhält.
Es ist schon früher erkannt worden, daß diese Erscheinung darauf zurückzuführen ist,
ίο daß beim Kneten die in ziemlich großen Mengen in der in die Knetmaschinen eingefüllten
Margarine enthaltene Luft nicht entweicht, sondern beim Kneten in die Margarine hineingearbeitet wird und im fertigen
Erzeugnis zahlreiche feine Luftbläschen bildet. Diese Luftbläschen bewirken, daß die
Margarine stark entfärbt ist oder vielmehr so aussieht, als sei sie stark entfärbt.
Es ist versucht worden, diese Entfärbung durch Zusatz einer größeren Farbstofimenge
zu beseitigen, so daß die Margarine beim Verlassen der Knetmaschine zweckentsprechend
gefärbt ist.
Die Mischung von Margarine und Luftbläschen ist indessen nicht haltbar. Durch
die mechanische Nachbehandlung, welcher die Margarine beim Packen unvermeidlich ausgesetzt
wird, zerplatzen einige der Luftbläschen, so daß die in ihnen enthaltene Luft befreit
wird, wonach die Margarine einen dunkleren Farbton annimmt. Dabei stellt sich die
der zugesetzten Farbstqffmenge entsprechende Farbe allmählich wieder ein, und zwar in
um so höherem Maße, je größer die Zahl der entfernten Luftbläschen ist. Die Luftbläschen
entweichen indessen nicht gleichzeitig in allen Teilen der Margarine, ganz besonders nicht, wenn der Wassergehalt der
Margarine in denselben nicht gleichartig verteilt ist. Die Margarine erhält deshalb oft ein
Aussehen, als sei sie aus stärker und schwächer gefärbten Teilen zusammengesetzt.
Es wurde nun bereits vorgeschlagen, die Entfärbung der Margarine durch eine Nachbehandlung
unter Vakuum auszugleichen, bei welcher die Margarine in einem geschlossenen Behälter mit Wasser, gegebenenfalls auch mit
anderen Beimischungen, unter Entfernung der in der Margarine enthaltenen Luft durch
Absaugen gemischt wird. Die Wassermenge, die durch diese Nachbehandlung in die Margarine
eingearbeitet wird, entspricht dem Teil der ursprünglich in der Margarine enthaltenen
Wassermenge, der bekanntlich während des Knetens aus der Margarine entweicht.
Die bekannte Nachbehandlung von Butter unter Vakuum in einem geschlossenen Behälter,
der nur teilweise von der Butter ausgefüllt ist, würde bei der Anwendung zur Behandlung von Margarine mit dem Nach-
teil verbunden sein, daß die Nachbehandlung diskontinuierlich ist und deshalb einen erheblichen
Aufwand an Zeit und Arbeit erfordert. Ferner ist die Margarine geneigt, wenn sie
unter Vakuum behandelt wird, eine faserige Struktur anzunehmen. Hierzu kommt, daß,
falls ursprünglich die zur Herstellung der Margarine verwendete Emulsion unstabil ist,
was oft der Fall ist, die Wasserbläschen in
ίο der Margarine während der Behandlung im
Vakuum geneigt sind, sich zur Bildung großer Wassertropfen zu vereinigen, die bei dem
nachfolgenden Packen der Margarine entweichen. Aus diesem Grunde ist es mit Schwierigkeiten verbunden, ein homogenes
Erzeugnis mit dem angestrebten maximalen Wassergehalt herzustellen.
Die Erfindung bezweckt, eine Entfärbung und Entwässerung der Margarine während
des Knetens im kontinuierlichen Betrieb zu vermeiden, und fußt auf der Erkenntnis, daß
es möglich ist, diesen Erfolg zu erreichen, wenn das Kneten in einer kontinuierlich wirkenden,
geschlossenen Knetmaschine durchgeführt wird, die außer Zufuhr- und Austrittsöffnung für die Margarine an einer oder
mehreren Stellen Entlüftungsöffnungen aufweist, durch die eine dauernde Saugwirkung
in der Knetmaschine aufrechterhalten wird.
Wenn in dieser Weise verfahren wird, ist die Margarine am Austrittsende der Maschine
einem Gegendruck, und zwar dem atmosphärischen Druck, unterworfen, der
durch die Knetorgane bzw. die zur Förderung der Margarine durch die Maschine dienenden
Organe überwunden werden muß.: Die Margarine selbst wird deshalb, trotzdem eine Saugwirkung in der Knetmaschine aufrechterhalten
wird, unter einem erheblichen Druck geknetet, was erstens bewirkt, daß die Margarine
den gesamten Durchgangsquerschnitt am Austrittsende ausfüllt, wodurch das Entstehen
einer Saugwirkung 'ermöglicht wird, zweitens werden die in der Margarine enthaltenen
feinen Wasserbläschen wegen des erheblichen Druckes gehindert, sich zur Bildung von größeren Wassertropfen zu vereinigen,
die späterhin entweichen können.
Das Verfahren gemäß der Erfindung hat somit den bisher bekannten Verfahren zum Kneten von Margarine gegenüber den Vorteil, daß das Kneten im kontinuierlichen Vorgang ohne Entwässerung bzw. ohne erhebliche Entwässerung und ohne Entfärbung der Mar-■55 garine durchgeführt werden kann.
In der Zeichnung zeigen die
Abb. ι und 2 einen Längsschnitt durch zwei verschiedene Ausführungsbeispiele einer Knetmaschine,
Das Verfahren gemäß der Erfindung hat somit den bisher bekannten Verfahren zum Kneten von Margarine gegenüber den Vorteil, daß das Kneten im kontinuierlichen Vorgang ohne Entwässerung bzw. ohne erhebliche Entwässerung und ohne Entfärbung der Mar-■55 garine durchgeführt werden kann.
In der Zeichnung zeigen die
Abb. ι und 2 einen Längsschnitt durch zwei verschiedene Ausführungsbeispiele einer Knetmaschine,
Abb. 3 einen Querschnitt durch die in Abb. 2 veranschaulichte Knetmaschine und
Abb. 4 und 5 einen Längs- bzw. einen Querschnitt durch ein drittes Ausführungsbeispiel einer Knetmaschine.
In Abb. ι ist Ία der Einfülltrichter einer
kontinuierlich wirkenden Knetmaschine, welche im wesentlichen aus einem Gehäuse c
mit darin angeordneten Knetvorrichtungen b, c, e, k bekannter Art besteht. Die durch den
Trichter α eingeführte Margarine wird von der Schnecke b in den Bereich um die Knetvorrichtungen
c gepreßt, welche die Margarine einem Kneten unterziehen, wonach die Beschaffenheit derselben eine derartige
sein wird, daß ein Entfernen der darin befindlichen Luft stattfinden kann. Von den
Knetvorrichtungen c bewegt die Margarine sich in eine Kammer d hinein, wo sie von
einer Schnecke e ergriffen wird, die die Margarine durch in einer oder mehreren in der
Knetmaschine vorgesehenen Querwänden angeordneten Öffnungen / führt. Die Größe dieser Öffnungen ist so gewählt, daß der von
ihnen dem Durchgang der Margarine !entgegengesetzte Widerstand genügend groß ist,
um durch den Druck, den die Schnecke b auf die Margarine ausüben muß, sie durch
die Öffnungen / zu pressen und ein Zusammenpressen und Zerplatzen der in der
Margarine vorkommenden Luftbläschen zu bewirken. Hierdurch wird die in der Margarine
enthaltene Luft befreit und kann durch eine Öffnung g entweichen, durch welche die
Kammerίί mit einer Entlüftungsleitung/ in
Verbindung steht, welche an eine nicht gezeigte Saugpumpe oder eine sonstige geeignete
Anordnung zum Absaugen der Luft angeschlossen ist. Die Öffnung g kann durch
einen Deckel h geschlossen sein, an "welchen die 'Entlüftungsleitung/ angeschlossen ist.
Die Scheidewände, in welchen die Öffnungen/ vorgesehen sind, können von verschiedener,
an sich bekannter Form sein. Sie können gegebenenfalls auch durch eine oder
mehrere Verengungen des Gebietes des Gehäuses der Knetmaschine ersetzt werden, in
welchem die Querwände in dem in der Zeichnung veranschaulichten Ausführungsbeispiel
angeordnet sind. Nachdem die Margarine die Öffnungen/ passiert hat, kann sie mittels
einer Schnecke I, welche die Margarine durch Öffnungenm in einer nach der Schnecke/ angeordneten
Querwand in der Knetkammer preßt, einer nochmaligen mechanischen Behandlung
zwecks Entlüftung unterzogen werden. Der Teil/e des Gehäuses der Knetmaschine,
in welchem die Schnecke I angeordnet ist, weist eine Entlüftungsöffnung η
auf.
Die Schnecken e und I, von denen letztere
sowie der dazugehörige Teil des Gehäuses des Knetapparates gegebenenfalls fortgelas-
Ö80781
sen sein kann, müssen als Förderschnecken mit einer so großen Förderleistung für die
an den Öffnungeng" und n vorbeiwandernde Margarine ausgeführt sein, daß sie die Margarine
von den Öffnungen fortführen, diese also auch nicht teilweise durch die Öffnungen
hinausgepreßt wird.
Je nach den Verhältnissen wird es zweckmäßig sein, mehrere Saugwirkungen nacheinander
an verschiedenen Stellen des Weges der Margarine durch die Knetmaschine auszuüben
und gegebenenfalls durch die verschiedenen Öffnungen ■ Saugwirkungen 'ungleicher
Größe in den verschiedenen Teilen der Knetmaschine zu erzeugen, wobei mit einem verhältnismäßig großen Unterdruck
angefangen wird, der stufenweise herabgesetzt wird. Hierdurch kann erreicht werden,
daß sämtliche Förderungsvorrichtungen (die
zo Schneckene,/...) im wesentlichen den gleichen
Gegendruck zu überwinden haben.
Das in den Abb. 2 und 3 gezeigte Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von dem
in Abb. 1 gezeigten dadurch, daß die Schnekkene
und / sowie die Knetvorrichtungen c und die dazugehörigen Teile des Gehäuses
des Apparates fortgelassen sind. Das Absaugen der Luft erfolgt bei diesem Ausführungsbeispiel
durch einen Stutzen/, der in die Knetkammer mündet, in welcher die
Schnecke b arbeitet. Die zu behandelnde Margarine wird der Schnecke b mittels zweier im
Trichter α angeordneter Speisewalzen ν und vL
zugeführt und von der Schnecke b durch die öffnungen/ gepreßt, zwischen welchen umlaufende
Knetvorrichtungen ρ angeordnet sind. Durch den Stutzen/ wird ein Unterdruck geeigneter
Größe im Innern des Knetapparates erzeugt, wobei die den Walzens und P1 zugeführte
Margarine einen luftdichten Verschluß im Einfülltrichter des Apparates bildet.
Das in den Abb. 4 und 5 gezeigte Ausführungsbeispiel
unterscheidet sich von dem in Abb. 2 und 3 gezeigten im wesentlichen nur dadurch, daß die Speisewalzen ν und V1 durch
Schnecken s und S1 ersetzt sind sowie dadurch, daß der Stutzen / an der Knetkammer 0 vor
der Zuleitungsöffnung/ angeordnet ist, durch welche die Margarine der Schnecke b vom
■Trichteriß zugeführt wird.
Sämtlichen Ausführungsbeispielen ist gemeinsam, daß die Öffnung oder der Stutzen/,
durch welchen die Luft von den Knetvorrichtungen abgesaugt wird, derart im Verhältnis
zu den Förderungsmitteln der Margarine in den betreffenden Teilen des Apparates angeordnet
ist, daß die erwähnten Förderungsmittel die Margarine von den betreffenden Öffnungen o. dgl. fortführen und dadurch verhindern,
daß sie in dieselben einzudringen vermag.
Bei der vorstehend beschriebenen Maschine sind, abgesehen von den Speisewalzen ν
und V1 sowie den Speiseschnecken s und S1,
sämtliche umlaufenden Vorrichtungen auf einer gemeinsamen Welle befestigt. Es liegt jedoch
innerhalb des Erfindungsgedankens, die Maschine mit einer beliebigen geeigneten Anzahl von Wellen auszuführen, die nebeneinander
oder hintereinander in je eimer oder in einer' gemeinsamen Kammer angeordnet
werden.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Verbesserung der Margarine durch Kneten unter Absaugen der Luft, dadurch gekennzeichnet, daß die Margarine durch eine kontinuierlich wirkende, abgesehen von einer Zufuhr- und einer Austrittsöffnung für die Margarine geschlossene Knetmaschine hindurchgeführt und daß während des Knetens an einer oder mehreren Stellen in der Knetmaschine durch Entlüftungsöffnungen eine dauernde Saugwirkung aufrechterhalten wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DK2039162X | 1932-08-16 | ||
| DK680781X | 1932-08-16 | ||
| DK758981X | 1932-08-16 | ||
| US680781XA | 1949-08-13 | 1949-08-13 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE680781C true DE680781C (de) | 1939-09-07 |
Family
ID=27439770
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEG85196D Expired DE680781C (de) | 1932-08-16 | 1933-03-28 | Verfahren zur Verbesserung der Margarine durch Kneten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE680781C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1989010689A1 (fr) * | 1988-05-06 | 1989-11-16 | Egli Ag Maschinen- Und Apparatebau | Procede et installation pour transformer des mottes de beurre |
-
1933
- 1933-03-28 DE DEG85196D patent/DE680781C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1989010689A1 (fr) * | 1988-05-06 | 1989-11-16 | Egli Ag Maschinen- Und Apparatebau | Procede et installation pour transformer des mottes de beurre |
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