-
Rectoskop zum Koagulieren inoperabler Karzinome Die Erfindung bezieht
sich auf ein Rectoskopn das vorzugsweise dazu bestimmt ist, krebsartige Geschwüre
des Rectums, für welche eine andere Behandlungsart nicht geeignet ist, mittels eines
Diathermiestromes zu verkochen und zu verschorfen.
-
Es sind Rectoskope mit äußeren Tubusröhren aus Metall bekannt. Doch
hatte man diese Tubusröhren bisher nicht an eine Stromquelle angeschlossen. Durch
die vorliegende Erfindung wird jedoch dieser Anschluß ermöglicht. Die Erfindung
besteht darin, daß bei einem Rectoskop mit metallenem Tubusrohr zum Koagulieren
inoperabler Karzinome das metallene Tubusrohr als inaktive Elektrode an eine Diathermiestromquelle
anschließbar ist und am vorderen Teil seiner Innenwandung mit einem Isolierring
versehen ist.
-
Auf diese Weise wird der wesentliche Fortschritt erreicht, daß man
davon absehen kann, vor der Operation stromleitende Bleiplatten am Bauch oder Rücken
des Patienten anzubringen, zum Zwecke, den ganzen Körper des Patienten stromleitend
zu machen. Die Vermeidung besonderer stromleitender Bleiplatten ist wichtig, weil
sich diese Platten während der Operation leicht verschoben, was infolge von Funkenbildungen
häufig zu örtlichen Brandwunden führte. Zu derartigen Verletzungen konnte es ; auch
durch Funkenbildungen bzw. Kurzschluß zwischen dem nicht direkt angeschlossenen
Tubusrohr und der aktiven Stiltupferelektrode kommen, da das Tubusrohr durch Berührung
mit dem Körper des Patienten einen Teil des Stromkreises bildet. Durch die Anordnung
des Isolierringes wird die Funkenbildung zwischen dem an die Stromquelle unmittelbar
angeschlossenen Tubusrohr und der Stiltupferelektrode vermieden.
-
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung reicht
der Isolierring so weit in das Tubusrohr hinein, daß die Bildung eines Lichtbogens
zwischen der inaktiven Tubuselektrode und dem als aktive Elektrode wirkenden Stiltupfer
verhindert wird, und der das vordere Ende des Tubusrohres bildende schmale Teil
des Isolierringes besitzt den gleichen Durchmesser wie das Tubusrohr, so daß die
äußere inaktive Oberfläche der Tubuselektrode nur ein wenig verkleinert und die
Einführung des Instru- -mentes nicht erschwert ist.
-
Bei Rectoskopen ist die Anordnung eines Luftzuleitungsrohres und
eines Lampenträgerrohres bekannt. Bei einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung
werden ebenfalls solche Rohre verwendet, und zwar derart, daß die Wandung des Tubusrohres
zu einer den lichten Durchmesser des Tubus nur um wesentlich verengenden Aussparung
ausgZebildet ist, in welcher das Lampenträgerrohr mit der Glühlampe und das Luftzuleitungsrohr-Aufnahme
finden. Eine weitere Verbesserung besteht darin, daß das Luftzuleitungsrohr und
das Lampenträgerrohr miteinander verbunden und am Tubuskopf befestigt sind, so daß
sie gemeinsam aus der Aussparung herausgezogen und wieder eingeführt werden können.
Infolge der Anordnung der vorgenannten Rohre in einer besonderen Aussparung besteht
keine Gefahr, daß bei der Operation die Stiltupferelektrode oder die Koagulátionssonde
mit dem Luftzuleitungsrohr oder dem Lampenträgerrohr in Berührung kommen kann. Das
Luftzuleitungsrohr ragt gemäß einer weiteren Ausgestahung bis an das vordere Ende
des Tubusrohres. Dadurch werden die beim Verkochen und Verschorfen des Krankheit,
sherdes entstehenden, die Beobachtung des Operationsfeldes beeinträchtigenden Gase
und Dämpfe nach außen abgeführt.
-
Wird, wie bei bekannten Rectoskopen, iein eichelförmiger Mandrinkopf
verwendet, so wird dieser gemäß einer weiteren Verb esserung der Erfindung mit einer
äußeren Nut versehen, welche seine e Ein- und Ausführung längs der in der Aussparung
gelagerten Rohrleitungen gestattet.
-
Die Erfindung ist in der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel dargestellt,
und zwar zeigt Abb. I das Rectoskop in Ansicht von außen auf den Führungskanal des
Luftzuleitungs-und des Lampenträgerrohres bei, eingestecktem Mandrin. In Abb. 2
bis 4 sind die einzelnen Teile des Rectoskopes für sich dargestellt, und zwar stellt
Abb. 2 den Mandrin für sich dar, während Abb. 3 den Tubuskopf mit Luftzuleitungsrohr
und Lampenträgerrohr und den Anschlüssen für Luft- und Diathermiestrom für sich
allein zeigt.
-
Abb. 4 veranschaulicht das Tubusrohr für sich allein, dessen vorderes
Ende in Abb. 5 im Längsschnitt gezeigt ist, so daß der innere Isolationsring und
der Führungskanal sichtbar sind. Im letzteren ist das Ende des Luftzuleitungsrohres
und des Lampenträgerrohres mit Glühlampe erkennbar.
-
Schließlich ist Abb. 6 ein Querschnitt nach der Linie a-b der Abb.
5.
-
In den Abbildungen bedeutet I das Tubusrohr, dessen Absatzstück 2
den Paßring 3 des an seinem äußeren Ende trichterförmig erweiterten Tubuskopfes
4 aufnimmt.
-
Das Tubusrohr 1 besteht, wie an sich bekannt, aus Metall. Am Kopf
3, 4 des Tubusrohres 1 ist ein Anschlußstutzen 14 für den hochfrequenten Diathermiestrom
vorgesehen.
-
Das vordere Ende des Rohres I wird durch einen aus Isoliermaterial,
z. B. Hartgummi, bestehenden schmalen Ring 5, der sich auf der Innenseite des Tubus
in einem breiten Isolierwandring 6 fortsetzt, gebildet. Durch elfenbeinerne Nieten
7 ist der Ring 5, 6 mit dem Tubusrohr verbunden.
-
Fast über die ganze Länge des Tubusrohres 1 erstreckt sich eine Aussparung
8, welche seitlich aus der Peripherie des Tubusrohres I heraustritt. Diese Aussparung
dient zur Aufnahme des Luftzuleitungsrohres g und des mit letzterem zu einer Einheit
verbundenen Lampenträgerrohres Io, an dessen vorderen Ende die Glühlampe 1 1 auswechselbar
befestigt ist. Luftzuleitungsrohr 8 und Lampenträgerrohr I0 sind starr an der Innenseite
des Tubuskopfes 3, 4 befestigt, aus welchem der Luftzuleitungsanschlußstutzen 12
und Lichtleitungsanschlußstutzen 13 herausragen.
-
Der in das Tubusrohr 1 und den Tubuskopf 3, 4 einführbare Mandrinschaft
15 endet an seinem hinteren Ende in eine Andeckplatte I6 und einen Griff I7. Vor
dem Griff 17 ist eine Führungshülse I8 angeordnet, welcheteilweise aufgeschnitten
ist und federnde Lappen 19 besitzt. Das Kopfende 20 des Mandrinschaftes 15 ist sichelförmig
ausgebildet und besitzt eine seitliche Rille 21, welche die Einführung des Mandrins
längs der aus der Aussparung 8 ein wenig vorstehenden Rohre 9 und 10 ermöglicht.
-
Die Wirkungsweise des Erfindungsgegenstandes ist folgende: Das Rectoskop
wird bei eingeschobenem Mandrin (vgl. Abb. I) bis zu dem zu operierenden Geschwür
in den Mastdann eingeführt. Nachdem der Mandrin herausgezogen und die an dem Stutzen
I3 angeschlossene
Lichtstromleitung der Lampe ei eingeschaltet
ist, wird durch den Tubuskopf 3, 4 und das Tubusrohr 1 hindurch die aktive Stiltupferelektrode
eingeführt; hierauf wird der durch den Stecker 14 zugeführte Diathermiestrom geschlossen.
-
Durch die Berührung des Stiltupfers mit dem zu behandelnden Geschwiir
wird letzteres verkocht und bluttrocken verschorft. Während dieses Vorganges verhütet
der breite innere Teil 6 des Isolierringes die Bildung eines Lichtbogens zwischen
der aktiven Tupferelektrode und dem als inaktive Elektrode dienenden Tubusrohr 1.
-
Der Operationsvorgang kann von außen durch das Tubusrohr hindurch
gut beobachtet werden, da die Operationsstelle durch die Lampe 1 1 beleuchtet wird
und Nebel- oder llauchschwaden, welche sich beim Operationsvorgang bilden, schon
während ihrer Entstehung durch die unmittelbar vor der Operationsstelle mündende
Rohrleitung 9, 12, an welcher ein Luftschlauch mit Gummiball angeschlossen ist,
durch das Tubusrohr I abgetrieben werden.
-
Die technischen Fortschritte, weiche durch die Erfindung erzielt
werden, sind die folgenden: Zunächst stellt die bei Rectoskopen bisher unbekannte
Ausbildung des Tubusrohres I als an die Stromquelle angeschlossene inaktive Elektrode
eine wesentliche Vereinfachung des Operationsvorganges dar, da die Anordnung einer
besonderen, außen am Körper des Patienten zu befestigenden inaktiven Elektrode fortfällt.
Zudem ist die Wirkung eine zuverlässigere, da die Diathermieströme nur den kurzen
Weg von der aktiven Tupferelektrode zur inaktiven Tubuselektrode zurückzulegen brauchen.
-
Reizungen der Rectalschleimhaut sind bei der Anwendung des Tubusrohres,
als inaktive Elektrode nicht zu befürchten, denn eine Lichtbogenbildung zwischen
den beiden Elektroden tritt nicht auf, weil unbeabsichtigte Bewegungen des Tubusrohres
1 ausgeschlossen sind und Funkenbildungen durch die breite innere Isolierwand 6
verhindert werden, obgleich fast die gesamte Außenwandung des Tubusrohres zweckmäßigerweise
als inaktive Elektrode benutzt wird.
-
Ein weiterer Vorteil des Erfindungsgegenstandes besteht darin, daß
fast der gesamte lichte Durchmesser des Tuhusrohres 1 für die Einführung der Tupferelektrode
bzw. für die Beobachtung des Operationsherdes frei ist; denn das Lampenträgerrohr
10 ist beim Erfindungsgegenstand im Gegensatz zu den bekannten Rectoskopen aus dem
Tubusrohr heraus in eine im wesentlichen außerhalb des lichten Durchmessers vorgesehene
besondere Aussparung 8 verlegt. Letztere nimmt gleichzeitig das Luft zuleitungsrohr
9 auf, welches im Gegensatz zu den bekannten Anordnungen bis unmittelbar vor den
Operationsherd hinabgeführt ist und zweckmäßigerweise mit dem Lampenträgerrohr vereinigt
ist. Dadurch, daß das Luftzuleitungsrohr in der Aussparung 8 bis unmittelbar an
die Operationsstelle geführt ist und während der Operation nicht hin und her bewegt
zu werden braucht, ist eine dauernde zuverlässige Abführung der Schwaden möglich,
so daß das Operationsfeld stets gut beobachtet werden kann. Schließlich verhindert
die Lagerung des Luftzuleitungsrohres 9 und des Lampenträgerrohres IO in einer besonderen,
außerhalb des Tubusrohres I angeordneten Aussparung 8 den bis jetzt häufig aufgetretepl
Übelstand, daß beim Zurückziehen des Tupfers dieser am Lampenende hängenblieb, wselcher
Übelstand bisher zu dauernden Operationsstörungen führte.