DE679887C - Rectoskop zum Koagulieren inoperabler Karzinome - Google Patents
Rectoskop zum Koagulieren inoperabler KarzinomeInfo
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Description
- Rectoskop zum Koagulieren inoperabler Karzinome Die Erfindung bezieht sich auf ein Rectoskopn das vorzugsweise dazu bestimmt ist, krebsartige Geschwüre des Rectums, für welche eine andere Behandlungsart nicht geeignet ist, mittels eines Diathermiestromes zu verkochen und zu verschorfen.
- Es sind Rectoskope mit äußeren Tubusröhren aus Metall bekannt. Doch hatte man diese Tubusröhren bisher nicht an eine Stromquelle angeschlossen. Durch die vorliegende Erfindung wird jedoch dieser Anschluß ermöglicht. Die Erfindung besteht darin, daß bei einem Rectoskop mit metallenem Tubusrohr zum Koagulieren inoperabler Karzinome das metallene Tubusrohr als inaktive Elektrode an eine Diathermiestromquelle anschließbar ist und am vorderen Teil seiner Innenwandung mit einem Isolierring versehen ist.
- Auf diese Weise wird der wesentliche Fortschritt erreicht, daß man davon absehen kann, vor der Operation stromleitende Bleiplatten am Bauch oder Rücken des Patienten anzubringen, zum Zwecke, den ganzen Körper des Patienten stromleitend zu machen. Die Vermeidung besonderer stromleitender Bleiplatten ist wichtig, weil sich diese Platten während der Operation leicht verschoben, was infolge von Funkenbildungen häufig zu örtlichen Brandwunden führte. Zu derartigen Verletzungen konnte es ; auch durch Funkenbildungen bzw. Kurzschluß zwischen dem nicht direkt angeschlossenen Tubusrohr und der aktiven Stiltupferelektrode kommen, da das Tubusrohr durch Berührung mit dem Körper des Patienten einen Teil des Stromkreises bildet. Durch die Anordnung des Isolierringes wird die Funkenbildung zwischen dem an die Stromquelle unmittelbar angeschlossenen Tubusrohr und der Stiltupferelektrode vermieden.
- Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung reicht der Isolierring so weit in das Tubusrohr hinein, daß die Bildung eines Lichtbogens zwischen der inaktiven Tubuselektrode und dem als aktive Elektrode wirkenden Stiltupfer verhindert wird, und der das vordere Ende des Tubusrohres bildende schmale Teil des Isolierringes besitzt den gleichen Durchmesser wie das Tubusrohr, so daß die äußere inaktive Oberfläche der Tubuselektrode nur ein wenig verkleinert und die Einführung des Instru- -mentes nicht erschwert ist.
- Bei Rectoskopen ist die Anordnung eines Luftzuleitungsrohres und eines Lampenträgerrohres bekannt. Bei einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung werden ebenfalls solche Rohre verwendet, und zwar derart, daß die Wandung des Tubusrohres zu einer den lichten Durchmesser des Tubus nur um wesentlich verengenden Aussparung ausgZebildet ist, in welcher das Lampenträgerrohr mit der Glühlampe und das Luftzuleitungsrohr-Aufnahme finden. Eine weitere Verbesserung besteht darin, daß das Luftzuleitungsrohr und das Lampenträgerrohr miteinander verbunden und am Tubuskopf befestigt sind, so daß sie gemeinsam aus der Aussparung herausgezogen und wieder eingeführt werden können. Infolge der Anordnung der vorgenannten Rohre in einer besonderen Aussparung besteht keine Gefahr, daß bei der Operation die Stiltupferelektrode oder die Koagulátionssonde mit dem Luftzuleitungsrohr oder dem Lampenträgerrohr in Berührung kommen kann. Das Luftzuleitungsrohr ragt gemäß einer weiteren Ausgestahung bis an das vordere Ende des Tubusrohres. Dadurch werden die beim Verkochen und Verschorfen des Krankheit, sherdes entstehenden, die Beobachtung des Operationsfeldes beeinträchtigenden Gase und Dämpfe nach außen abgeführt.
- Wird, wie bei bekannten Rectoskopen, iein eichelförmiger Mandrinkopf verwendet, so wird dieser gemäß einer weiteren Verb esserung der Erfindung mit einer äußeren Nut versehen, welche seine e Ein- und Ausführung längs der in der Aussparung gelagerten Rohrleitungen gestattet.
- Die Erfindung ist in der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel dargestellt, und zwar zeigt Abb. I das Rectoskop in Ansicht von außen auf den Führungskanal des Luftzuleitungs-und des Lampenträgerrohres bei, eingestecktem Mandrin. In Abb. 2 bis 4 sind die einzelnen Teile des Rectoskopes für sich dargestellt, und zwar stellt Abb. 2 den Mandrin für sich dar, während Abb. 3 den Tubuskopf mit Luftzuleitungsrohr und Lampenträgerrohr und den Anschlüssen für Luft- und Diathermiestrom für sich allein zeigt.
- Abb. 4 veranschaulicht das Tubusrohr für sich allein, dessen vorderes Ende in Abb. 5 im Längsschnitt gezeigt ist, so daß der innere Isolationsring und der Führungskanal sichtbar sind. Im letzteren ist das Ende des Luftzuleitungsrohres und des Lampenträgerrohres mit Glühlampe erkennbar.
- Schließlich ist Abb. 6 ein Querschnitt nach der Linie a-b der Abb. 5.
- In den Abbildungen bedeutet I das Tubusrohr, dessen Absatzstück 2 den Paßring 3 des an seinem äußeren Ende trichterförmig erweiterten Tubuskopfes 4 aufnimmt.
- Das Tubusrohr 1 besteht, wie an sich bekannt, aus Metall. Am Kopf 3, 4 des Tubusrohres 1 ist ein Anschlußstutzen 14 für den hochfrequenten Diathermiestrom vorgesehen.
- Das vordere Ende des Rohres I wird durch einen aus Isoliermaterial, z. B. Hartgummi, bestehenden schmalen Ring 5, der sich auf der Innenseite des Tubus in einem breiten Isolierwandring 6 fortsetzt, gebildet. Durch elfenbeinerne Nieten 7 ist der Ring 5, 6 mit dem Tubusrohr verbunden.
- Fast über die ganze Länge des Tubusrohres 1 erstreckt sich eine Aussparung 8, welche seitlich aus der Peripherie des Tubusrohres I heraustritt. Diese Aussparung dient zur Aufnahme des Luftzuleitungsrohres g und des mit letzterem zu einer Einheit verbundenen Lampenträgerrohres Io, an dessen vorderen Ende die Glühlampe 1 1 auswechselbar befestigt ist. Luftzuleitungsrohr 8 und Lampenträgerrohr I0 sind starr an der Innenseite des Tubuskopfes 3, 4 befestigt, aus welchem der Luftzuleitungsanschlußstutzen 12 und Lichtleitungsanschlußstutzen 13 herausragen.
- Der in das Tubusrohr 1 und den Tubuskopf 3, 4 einführbare Mandrinschaft 15 endet an seinem hinteren Ende in eine Andeckplatte I6 und einen Griff I7. Vor dem Griff 17 ist eine Führungshülse I8 angeordnet, welcheteilweise aufgeschnitten ist und federnde Lappen 19 besitzt. Das Kopfende 20 des Mandrinschaftes 15 ist sichelförmig ausgebildet und besitzt eine seitliche Rille 21, welche die Einführung des Mandrins längs der aus der Aussparung 8 ein wenig vorstehenden Rohre 9 und 10 ermöglicht.
- Die Wirkungsweise des Erfindungsgegenstandes ist folgende: Das Rectoskop wird bei eingeschobenem Mandrin (vgl. Abb. I) bis zu dem zu operierenden Geschwür in den Mastdann eingeführt. Nachdem der Mandrin herausgezogen und die an dem Stutzen I3 angeschlossene Lichtstromleitung der Lampe ei eingeschaltet ist, wird durch den Tubuskopf 3, 4 und das Tubusrohr 1 hindurch die aktive Stiltupferelektrode eingeführt; hierauf wird der durch den Stecker 14 zugeführte Diathermiestrom geschlossen.
- Durch die Berührung des Stiltupfers mit dem zu behandelnden Geschwiir wird letzteres verkocht und bluttrocken verschorft. Während dieses Vorganges verhütet der breite innere Teil 6 des Isolierringes die Bildung eines Lichtbogens zwischen der aktiven Tupferelektrode und dem als inaktive Elektrode dienenden Tubusrohr 1.
- Der Operationsvorgang kann von außen durch das Tubusrohr hindurch gut beobachtet werden, da die Operationsstelle durch die Lampe 1 1 beleuchtet wird und Nebel- oder llauchschwaden, welche sich beim Operationsvorgang bilden, schon während ihrer Entstehung durch die unmittelbar vor der Operationsstelle mündende Rohrleitung 9, 12, an welcher ein Luftschlauch mit Gummiball angeschlossen ist, durch das Tubusrohr I abgetrieben werden.
- Die technischen Fortschritte, weiche durch die Erfindung erzielt werden, sind die folgenden: Zunächst stellt die bei Rectoskopen bisher unbekannte Ausbildung des Tubusrohres I als an die Stromquelle angeschlossene inaktive Elektrode eine wesentliche Vereinfachung des Operationsvorganges dar, da die Anordnung einer besonderen, außen am Körper des Patienten zu befestigenden inaktiven Elektrode fortfällt. Zudem ist die Wirkung eine zuverlässigere, da die Diathermieströme nur den kurzen Weg von der aktiven Tupferelektrode zur inaktiven Tubuselektrode zurückzulegen brauchen.
- Reizungen der Rectalschleimhaut sind bei der Anwendung des Tubusrohres, als inaktive Elektrode nicht zu befürchten, denn eine Lichtbogenbildung zwischen den beiden Elektroden tritt nicht auf, weil unbeabsichtigte Bewegungen des Tubusrohres 1 ausgeschlossen sind und Funkenbildungen durch die breite innere Isolierwand 6 verhindert werden, obgleich fast die gesamte Außenwandung des Tubusrohres zweckmäßigerweise als inaktive Elektrode benutzt wird.
- Ein weiterer Vorteil des Erfindungsgegenstandes besteht darin, daß fast der gesamte lichte Durchmesser des Tuhusrohres 1 für die Einführung der Tupferelektrode bzw. für die Beobachtung des Operationsherdes frei ist; denn das Lampenträgerrohr 10 ist beim Erfindungsgegenstand im Gegensatz zu den bekannten Rectoskopen aus dem Tubusrohr heraus in eine im wesentlichen außerhalb des lichten Durchmessers vorgesehene besondere Aussparung 8 verlegt. Letztere nimmt gleichzeitig das Luft zuleitungsrohr 9 auf, welches im Gegensatz zu den bekannten Anordnungen bis unmittelbar vor den Operationsherd hinabgeführt ist und zweckmäßigerweise mit dem Lampenträgerrohr vereinigt ist. Dadurch, daß das Luftzuleitungsrohr in der Aussparung 8 bis unmittelbar an die Operationsstelle geführt ist und während der Operation nicht hin und her bewegt zu werden braucht, ist eine dauernde zuverlässige Abführung der Schwaden möglich, so daß das Operationsfeld stets gut beobachtet werden kann. Schließlich verhindert die Lagerung des Luftzuleitungsrohres 9 und des Lampenträgerrohres IO in einer besonderen, außerhalb des Tubusrohres I angeordneten Aussparung 8 den bis jetzt häufig aufgetretepl Übelstand, daß beim Zurückziehen des Tupfers dieser am Lampenende hängenblieb, wselcher Übelstand bisher zu dauernden Operationsstörungen führte.
Claims (6)
- PATENTANSPRÜCHE : I. Rectoskop mit metallenem Tubusrohr zum Koagulieren inoperabler Karzinome, dadurch gekennzeichnet, daß das metallene Tubusrohr (I) als inaktive Eiektrode an eine Diathermiestromquelle anschließbar ist und am vorderen Teil seiner Innenwandung mit einem Isolierring (6) versehen ist.
- 2. Rectoskop nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß der Isolierring (6) so weit in das Tubusrohr (i) hineinreicht, daß die Bildung eines Lichtbogens zwischen der inaktiven Tubuselektrode (I) und dem. alls aktive Elektrode wirkenden Stiltupfer verhindert wird und der das vordere Ende des Tubusrohres (I) bildende schmale Teil (5) des Isolierringes (6) gleichen Durchmesser wie das Tubusrohr (I) besitzt, so daß die äußere inaktive Oberfläche der Tubuseiektrode (I) nur ein wenig verkleinert und die Einführung des Instrumentes nicht erschwert wird.
- 3. Rectoskop zum Koagulieren inoperablerKarzinome nach Anspruch I und 2 mit Luftzuleitungsrohr und Lamp enträgerrohr, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandung des Tubusrohres (I) zu einer den lichten Durchmesser des Tubus nur unwesentlich verengenden Aussparung (8h ausgebildet ist, in welcher das Lampenträgerrohr (1 o) mit der Glühlampe (1 1) und ein Luftzuleitungsrohr (9) Aufnahme finden.
- 4. Rectoskop zum Koagulieren inoperabler Karzinome nach Anspruch I bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Luftzuleitungsrohr (9) und das Lampenträgerrohr (10) miteinander verbunden und am Tubuskopf (3, 4) befestigt sind, so daß sie gemeinsam aus der Aussparung (8) herausgezogen und wieder eingeführt werden können.
- 5. Rectoskop zum Koagulieren inoperabler Karzinome nach Anspruch I bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Luftzuleitungsrohr bis an das vordere Ende des Tubusrohres (I) ragt.
- 6. Rectoskop zum Koagulieren inoperabier Karzinome nach Anspruch I bis 5 mit eichelförmigen Mandrinkopf, dadurch gekennzeichnet, daß der eichelförmige Mandrinkopf (20) mit einer äußeren Nut (21) versehen ist, welche seine Ein- und Ausführung längs der in der Aussparung (8) gelagerten Rohrleitungen (9, 1 o) gestattet.
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| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEW100966D DE679887C (de) | 1937-04-23 | 1937-04-23 | Rectoskop zum Koagulieren inoperabler Karzinome |
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| DEW100966D DE679887C (de) | 1937-04-23 | 1937-04-23 | Rectoskop zum Koagulieren inoperabler Karzinome |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE679887C true DE679887C (de) | 1939-08-17 |
Family
ID=7615457
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DEW100966D Expired DE679887C (de) | 1937-04-23 | 1937-04-23 | Rectoskop zum Koagulieren inoperabler Karzinome |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE679887C (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3460539A (en) * | 1967-03-10 | 1969-08-12 | James E Anhalt Sr | Cautery tip |
| FR2633188A1 (fr) * | 1988-06-23 | 1989-12-29 | Inst Med Radiologii | Dispositif de radiotherapie endocavitaire du cancer rectal |
| EP2146617A4 (de) * | 2007-05-23 | 2014-03-12 | Hovda Olav | Vorrichtung für ein rektoskop |
-
1937
- 1937-04-23 DE DEW100966D patent/DE679887C/de not_active Expired
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| EP2146617A4 (de) * | 2007-05-23 | 2014-03-12 | Hovda Olav | Vorrichtung für ein rektoskop |
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