DE677670C - Verfahren zur Herstellung von blasenaehnlichen Gebilden an Stelle der in der Geburtshilfe verwendeten tierischen Blasen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von blasenaehnlichen Gebilden an Stelle der in der Geburtshilfe verwendeten tierischen BlasenInfo
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Description
- Verfahren zur Herstellung von blasenähnlichen Gebilden an Stelle der in der Geburtshilfe verwendeten tierischen Blasen Es ist bekannt, daß man in der Geburtshilfe zur Einleitung der Geburt, zur Eröffnung des Muttermundes, tierische Blasen in den Uterus einführt, die mittels einer entsprechenden Spritze mit Glycerin angefüllt werden.
- Hierbei diffundiert die Gewebsflüssigkeit in die tierische Blase und das Glycerin in den Uterus, wodurch sowohl physikalische als auch physikalisch-chemische Wirkungen bzw.
- Reizwirkungen auf die Uterusmuskulatur ausgeübt werden, die zur Erweiterung des Muttermundes führen. Diese tierischen Blasen haben, abgesehen davon, daß sie in ausreichender Menge und ausreichender Größe schwer zu beschaffen und ferner in gleicher Qualität nicht immer erhältlich sind, die Nachteile einer nur begrenzten Haltbarkeit.
- Sie werden ferner leicht undicht und reißen ein.
- Gemäß der Erfindung werden Blasen für den angegebenen Zweck aus hochpolymeren Stoffen, wie Polyvinylverbindungen und Cellulosekörpern, für sich oder im Gemisch hergestellt, insbesondere finden Polyvinylester, Polyacrylsäureester, gegebenenfalls schwerlösliche bzw. wasserunlösliche Polyvinylalkohole Anwendung,. die durch Celluloseester und -äther und ähnliche IS : örper ersetzt werden können, bei denen die gleichen bzw. ähnliche Diffusionsverhältnisse vorliegen wie bei den tierischen Blasen.
- Die Blasen aus diesen Hochpolymeren haben den Vorteil leichter Sterilisierbarkeit, lassen sich bequem in den verschiedensten Formen und Größen und in stets gleichbleibender Qualität herstellen und sind unbegrenzt lagerungsfähig.
- So nimmt man z. B. eine Blase aus Zellstoff von etwa 200 ccm Inhalt und füllt sie nach Einführung in den Uterus mit Glycerin.
- Die Blase ist nach Auswaschen und Sterilisieren wiederholt zu verwenden.
- Durch die Möglichkeit, die Blase in verschiedener Wandstärke zu erhalten, wodurch die Diffusionsgeschwindigkeit nach Wunsch abgestuft werden kann, und durch die weitere Möglichkeit, aus den vorgenannten Materialien solche mit verschiedener Diffusionsgröße auswählen zu können, wird das Bereich der Anwendung vorstehender Erfindung in einem bisher bei tierischen Blasen gar nicht möglichen Umfange erweitert. Besondere Wirkungen lassen sich beispielsweise durch Heranziehung teilweise veresterter, acetalisierter oder verätherter Polyvinylalkohole bzw. entsprechender gemischter Derivate, ferner durch Verwendung von Mischpolymerisaten erzielen.
- Bei den erfindungsgemäßen Blasen kommt es, wie ersichtlich, auf eine ganz besondere Kombination von mechanischen und osmotischen Eigenschaften an, von denen man bisher annahm, daß sie nur Blasen aus Zellgewebe, also Tierblasen, eigentümlich wären.
- Die Funktion der erfindungsgemäßen Blasen ist nämlich, einerseits durch starke Ausdehnung unter erheblichem osmotischem Druck eine mechanische erweiternde Wirkung auszuüben, andererseits durch kräftiges Hindurchdiffundierenlassen von Glycerin u. dgl. zugleich eine physikalisch-chemische Reizwirkung auf die Uterusmuskulatur auszuüben. Erforderlich ist für diese kombinierte Wirkung zunächst, daß die Blase sich stark ausdehnen kann, ohne zu platzen. Zugleich aber muß sie für Glycerin, Traubenzuckerlösungen u. dgl, so gut durchlässig sein, daß nicht nur die Ausdehnung der Blase, sondern auch das Hindurchdiffundieren des Glycerins oder der Zuckerlösung rasch genug erfolgt, um die dadurch bedingte physikalischchemische Reizwirkung gleichzeitig mit der mechanischen Erweiterung zur Geltung kommen zu lassen, so daß beide Einwirkungen sich stetig so unterstützen, daß keine von ihnen im übermaß eintritt.
- Diese bisher dem histologischen Aufbau tierischer Häute zugeschriebene kombinierte Wirkung kann also von nicht organisierten Häuten aus Hochpolymeren hervorgebracht werden, die noch dazu den Vorteil der Ermöglichung beliebiger Formgebung, z. B. der besonders günstigen Keilform, bieten. Bekannt waren bisher CelIuloseschläuche und Eingerlinge aus Polyvinylverbindungen. Aus den bekannten Angaben über die Celluloseschläuche war jedoch zu entnehmen, daß sie der für den vorliegenden Zweck erforderlichen Druckbelastung nicht ohne weiteres standhalten und Glycerin, Traubenzuckerlösung u. dgl. nicht genügend durchdiffundieren lassen würden. Auch aus dem Vorschlage, Fingerlinge herzustellen, waren die für geburtshilfliche Blasen erforderlichen Eigenschaften nicht zu erschließen. Im Gegenteil konnte diesem Vorschlage entnommen werden, das Diffusionsvermögen der Polyvinylverbindungen sei äußerst gering.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von blasenähnlichen Gebilden aus Hochpolymeren, wie Polyvinylverbindungen und Cellulosekörpern, für sich oder im Gemisch an Stelle der in der Geburtshilfe verwendeten tierischen Blasen.
Priority Applications (1)
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