DE675428C - Relais fuer hohe Schaltgeschwindigkeiten - Google Patents
Relais fuer hohe SchaltgeschwindigkeitenInfo
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Classifications
-
- H—ELECTRICITY
- H01—ELECTRIC ELEMENTS
- H01H—ELECTRIC SWITCHES; RELAYS; SELECTORS; EMERGENCY PROTECTIVE DEVICES
- H01H50/00—Details of electromagnetic relays
- H01H50/16—Magnetic circuit arrangements
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- Electromagnetism (AREA)
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Description
Elektrische Schaltgeräte in Form von Relais müssen mitunter außerordentlich hohe
Schaltgeschwindigkeiten aufweisen. So ist es beispielsweise bei gittergesteuerten Geräten
beim Auftreten eines Kurzschlusses o. dgl. notwendig, das Gitter besonders rasch umzupolen.
Die bei bisher bekannten Geräten solcher Art erzielbaren Schaltgeschwindigkeiten
sind zwar schon beachtlich hoch, sie konnten aber nur durch hohe Leistungsaufnähme
des Relais erreicht werden.
Bei einem Relais bekannter Art ist ein drehbarer Anker außerhalb der Solenioidspule
angeordnet, der zugehörige Kern füllt den von dem Spulenkörper gebildeten Hohlraum
vollkommen aus. Bei einer solchen Ausführung" treten hohe Streuverluste auf. Bei Solenoidspulen mit Tauchanker ist dieser
Nachteil zwar nicht zu finden, aber es läßt sich ein Tauchanker nicht genügend reibungsirei
führen, auch muß das Gewicht des Tauchankers genau ausgeglichen werden, so daß derartige Relais verwickelt im Aufbau sind.
Main hat auch schon bei elektrischen Relais mit drehbarem Anker vorgeschlagen, diesen
in dem von der Siolenoidspule. gebildeten Hohlraum anzuordnen. Bei einem bekannten
Relais dieser Art, welches auf der magnetischein Abstoßung eines Stabänkers von einem
Stabmagineten beruht, ist eine ausreichende Abstoßkraft nur bei erhöhter Leistungsaufnahme
zu !erreichen; eine Momentschaltung läßt sich nur durch Zuhilfenahme zusätzlicher
Schraubenfedem und Hemmvorrichtungen gewährleisten. Bei einem bekannten Relais
ähnlicher Art ist dem den Innenraum der Solenioidspule fast ganz durchsetzenden Anker
ein innerhalb der Spulenwicklung vorgesehener fester Kern mit zusätzlicher Wickelung
und am Ende der Spule, in deren Hohlraum nur wenig hineinragend, noch ein Paar von Bolstücken zugeordnet. Auch hier treten
große Streuverluste auf. Auch ist nicht mit Sicherheit bei in die Achsrichtung der Spule
gedrehtem Anker mit genügendem Kontakt- Ί5 druck der Relaiskantakte zu rechnen, die
eine Feder in ihre Ausschaltstellung zu drehen sucht.
Schließlich ist ein für hohe Schallgeschwindigkeiten bestimmtes Relais bekanntgeworden,
bei welchem in den Hohlraum der Solenoidspule von entgegengesetzten Seiten her zwei feste Kerne eingeführt sind, die
sich 'etwa in der Mitte der Spule ein wenig
überlappen; zwischen ihnen ist der an einer Feder einseitig fest eingespannte Anker gelagert.
Wenn auch hier ein durch den Kraftlinienfluß polarisierter und in Richtung senkrecht
zur. 'Spuleinachse schwingender Anker vorgesehen ist, so bedeutet doch die mehrfache
scharfe Umbiegung der Kraftlinien und das Fehlen einer kräftigen Zusammenfassung
derselben, daß auch hier die hohe Schaltgeschwindigkeit nur unter Inkaufnahme
höherer Leistung aufgebracht werden kann. Das Relais nach der Erfindung besteht in
an. sich bekannter Weise aus einer Solenoidspule,
in deren Innenzaum ein auf einer. Schneide gelagierter, durch den Kraftlinienfluß
polarisierter, in Richtung - senkrecht zur Spulenachse schwingender Anker und ein
ίο Solenioidkern hineinragen. Erfindungsgemäß
wird nun zur Vierminderung der Leistungsaufnahme und zur Erhöhung der Schaltgeschwindigkeit
vorgeschlagen, den Solenoidkern so anzuordnen und auszubilden, daß er
den nicht zur Schaltbewegung des Ankers ausgenutzten Raum ganz oder fast ganz ausfüllt
und gegenüber der Ruhestellung des Ankers mit einer den Luftspalt vergrößernden
Ausnehmung versehen und derart bemessen ist, daß bei angezogenem, in .Spulenachsmitte
liegendem Anker der vom Kraftfeld zu überbrückende Luftweg in Spulenhöhenmitte liegt.
Bei !einer derartigen Ausbildung eines Relais
mit polarisiertem Anker ist eine hohe Konzentration der Kraftlinien und eine weit bessere
Ausnutzung des magnetischen Feldes erreicht, der Vorteil ist die Vermeidung von
Streuverlusten sowie ein schnelleres und weicheres Ansprechen des Ankers. Es gelingt
auf diese Weise, ein Relais mit besonders hoher Schallgeschwindigkeit und außerordentlich
geringer Leistungsaufnahme zu schaffen. Die Versuche haben ergeben, daß
die Schallgeschwindigkeit bis auf 0,5 Milli-Sekunden
herabgedrückt werden kann. Der Anker wird, wie an sich bekannt, durch eine
Spiral-, Zug- oder Druckfeder in seiner Aus-
"' gangsstellung gehalten, in der er außerhalb der Achslinie der Solenoidspule liegt. Ein
solches Relais arbeitet auch bei Gleichstrom völlig einwandfrei. Bei Wechselstrom empfiehlt
es sich, das möglicherweise auftretende Vibrieren des Ankers erfindungsgemäß durch
■einen zusätzlichen Magneten, z. B. einen permanenten Magneten, auszugleichen. Die beim
Erfindungsgegenstand vorgesehene, den Luftspalt vergrößernde Ausnehmung des Kernes
ist deshalb besonders zweckmäßig, weil dann der Anker bei seinen Bewegungen nicht von
den Schwingungen der Stromstärke abhängig ist und keine, wie beispielsweise bei Meßinstrumenten
bekannte hin und her pendelnde, von ■ der jeweiligen Stromstärke abhängige
Bewegung ausführt.
Für besonders hohe Schaltgeschwindigkeiten kann erfindungsgemäß eine Verdoppelung
des ganzen Relais vorgenommen werden. Der Anker besitzt dann die Form eines beispielsweise
in Kugellagern gehaltenen Doppelhebeis, dem zwei Solenoidspulen zugeordnet
sind. Die Schaltkontakte können unmittelbar an dem Drehanker vorgesehen sein, wobei es
gleichgültig ist, ob nur eine einfache Aus- und Einschaltung oder eine Umschaltung in
Frage kommt.
Die Zeichnung läßt ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes erkennen.
Abb. ι zeigt in einem Schnitt eine Ausführungsform mit einer Spule und einem in einer
Schneide gelagerten Anker. Abb. 2 zeigt die gleiche Ausführung in einem senkrecht zu
Abb. ι geführtem Schnitt. Abb. 3 zeigt eine
Ausführung mit einem Doppelhebelanker und zwei zugehörigen Solenoidspulen.
Bei der Ausführungsform nach Abb. 1 und 2 ist in dem Innenraum α des zur Aufnahme
der Spulenwicklung b dienenden Spulenkörpers c mit kreisförmigem, rechteckigem
oder ovalem Querschnitt der feste Kern d angeordnet.
Ein die Spule U-förmig umfassender Lagerkörper ß besitzt an seinen oberen Enden
Schneiden/ zur Lagerung des drehbaren Ankers g, der in Abb. 1 in seiner Mittelstellung,
d. h. in derjenigen Stellung gezeichnet ist, in der beim Ausführungsbeispiel die Schaltkontakte
h geschlossen sind. Der Kern λ? ist
gegenüber der Ausgangsstellung des Ankers g (vgl. strichpvinktierte Linie) mit einer
Ausnehmung/ versehen, so daß der Luftspalt zwischen dem Anker g und dem Kernrf in go
der Ausgangsstellung des erster en größer ist als in der gezeichneten Endstellung. In dieser
kann der Anker durch einen Ansatz / am Kernoi in seiner Bewegung begrenzt werden.
Der Anker g steht unter der Einwirkung einer Spiralfeder k, die den Anker in die Ausgangsstellung
zu bringen sucht. Der bewegliche Kontakt It ist an einem mit dem Anker g verbundenen
Hebel m befestigt.
Die Wirkungsweise des Relais nach Abb. 1 und 2 ist kurz folgende: In der Ausgangsstellung
bei nicht oder nicht genügend 'erregter Spule befindet sich der Anker gv in einer
zur Achsmittellinie der Spule schrägen Lage, die Kontakte h sind geöffnet. Bei ausreichender
Erregung der Spule wird der tief in den Innenraum der Spule hineinragende Anker g
selbst stark magnetisiert, unter dem Einfluß der Kraftlinien nimmt der Anker g außerordentlich
rasch entgegen der Wirkung der Feder k die in Abb. 1 dargestellte Lage ein,
in welcher die Kontakte dann geschlossen sind. Je nach Art der Schaltung kann gleichzeitig
mit dem Schließen des Stromkreises an den Kontakten/i der Erregerstromkreis für die Spule durch besondere Kontakte
unterbrochen werden, so daß dann der Anker g unter der Einwirkung der Feder k
wieder in seine Ausgangsstellung zurückkehrt.
Das Ausführungsbeispiel nach Abb. 3 unterscheidet sich von dem vorbeschriebenen da-
durch, daß gewissermaßen eine Verdoppelung des Relais nach Abb. ι und 2 vorgenommen
ist. Der AnkergL ist hier als Doppelhebiel
ausgebildet, seine Drehachse/z wird zweckmäßig in Kugellagern gehalten. Der Anker gt
steht auch hier unter Wirkung einer Feder k (hier als Zugfeder gedacht); er ragt mit
seinen freien Enden in die Innenräume der beiden Spulen b, O1 hinein. Ihm sind bei diesem
Ausführungsbeispiel wiederum Kernet
zugeordnet, die gegenüber der in Abb. 3 dargestellten Ausgangsstellung des1 Drehankers g
eine Ausnehmung/ aufweisen. Die Wirkungsweise dieses Relais unterscheidet sich nicht
von derjenigen der Ausführung nach Abb. 1 und 2. Zum Unterschied von der letzteren
besitzt das Relais nach Abb. 3 noch einen zusätzlichen Magneten ο in Form eines Dauermagneten,
der aber ebenso auch durch einen Elektromagneten ersetzt werden kann. Der Magneto wirkt zusammen mit einem mit dem
Drehanker ^1 in Verbindung stehenden Hebel p,
er sucht diesen an sich heran und damit den Drehanker in die Ausgangsstellung zu ziehen.
Dadurch wird ein unerwünschtes Hinundherpendeln des Drehankers ^1 verhindert. Selbstverständlich
darf die Kraft des Haltemagneten ο nur seinem Zweck entsprechend,
also nur so gering bemessen sein, daß es nicht etwa die gewünschte hohe Schaltgesehwindigkeit
des Drehankers ^1 hemmt.
Ein besonderer Vorteil des Relais nach der Erfindung, der sowohl bei der Ausführungsform, nach Abb. 1 und 2 wie auch bei der-
jenigen nach Abb. 3 zu finden ist, besteht darin, daß das Relais auch bei kurzschrußartigen
Stromstößen nicht zerstört oder beschädigt wird. Das Relais spricht natürlich
beim Auftreten derartiger Stromstöße an, aber zufolge der reibungsfreien Lagerung des
Ankers und des Ausgleichens seiner Masse
"setzt "der Anker der Magnetkraft einen ge-
f riijgen Widerstand entgegen, so· daß ein Bruch
ffer Lagerachse, wie sonst vielfach, beobachtet,
nicht auftritt.
Claims (3)
1. Relais für hohe Schaltgeschwindigkeiten, z. B. für Gittersteuerungen, bestehend
aus einer Solenoidspule, in deren Innenraum ein auf einer Schneide gelagerter,
durch den Kraftlinienfluß polarisierter, in Richtung senkrecht zur Spulenachse
schwingender Anker und ein Solenoidkern hineinragen, 'dadurch gekennzeichnet, daß der Solenoidkern (d) den nicht zur
Schaltbewegung des Ankers (g) ausgenutzten Raum ganz oder fast ganz ausfüllt
und gegenüber der Ruhestellung des Ankers mit einer den Luftspalt vergrößern- fi()
den Ausnehmung versehen und derart bemessen ist, daß bei angezogenem, in Spulenachsmitte
liegendem Anker (g) der vom Kraftfeld zu überbrückende Luftweg in
Spulenhöhenmitte liegt.
2. Relais nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem in an sich bekannter
Weise unter Federwirkung [W) stehenden Anker (^1) ein zusätzlicher Magnet
(o) zugeordnet ist, der den Anker in der Ausgangsstellung festzuhalten sucht.
3.- Relais nach Anspruch 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der als Doppelhebel ausgebildete Anker (^1) unter der
Einwirkung von zwei Solenoidspulcn (b, O1)
steht.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEST53624D DE675428C (de) | 1935-06-23 | 1935-06-23 | Relais fuer hohe Schaltgeschwindigkeiten |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEST53624D DE675428C (de) | 1935-06-23 | 1935-06-23 | Relais fuer hohe Schaltgeschwindigkeiten |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE675428C true DE675428C (de) | 1939-05-08 |
Family
ID=7466779
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEST53624D Expired DE675428C (de) | 1935-06-23 | 1935-06-23 | Relais fuer hohe Schaltgeschwindigkeiten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE675428C (de) |
Cited By (6)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1035273B (de) * | 1954-11-05 | 1958-07-31 | Siemens Ag | Schnell schaltendes Relais |
| DE1125546B (de) * | 1954-01-25 | 1962-03-15 | Pierre Eugene Ugon | Mikroelektromagnet |
| DE1149446B (de) * | 1958-03-13 | 1963-05-30 | Ferranti Ltd | Drehmomentmotor |
| JPS5176551A (de) * | 1974-06-28 | 1976-07-02 | Landis & Gyr Ag | |
| DE10140706A1 (de) * | 2001-08-18 | 2003-02-27 | Mahle Filtersysteme Gmbh | Hochgeschwindigkeitsstelleinrichtung |
| DE10251116A1 (de) * | 2002-11-02 | 2004-05-27 | Deutsche Montan Technologie Gmbh | Elektromechanischer Antrieb zum Steuern und Regeln einer als Durchflussmodulator fungierenden Drosselklappe in einem Rohr |
-
1935
- 1935-06-23 DE DEST53624D patent/DE675428C/de not_active Expired
Cited By (6)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1125546B (de) * | 1954-01-25 | 1962-03-15 | Pierre Eugene Ugon | Mikroelektromagnet |
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