In dem Hauptpatent 666 913 ist eine Stromlieferungsanlage
für elektrische Stellwerke beschrieben, bei der der Netzstrom über einen Gleichrichter unmittelbar zur Speisung des
Stellwerks benutzt wird. Beim Ausfall des Netzes wird aus der Starterbatterie die zum
Anwerfen eines Netzstromapparates, z. B. Dieselapparates, erforderlich ist, so lange das
Stellwerk mit Überwachungsstrom gespeist, bis das Notstromaggregat die erforderliche
Umdrehungszahl erreicht hat, um von sich aus die Speisung des Stellwerks mit Überwachungsstrom
zu übernehmen. Bei einer derartigen Anordnung ergibt sich der Nachteil, daß die Kapazität der Starterbatterie
sehr groß sein muß. Zum Anwerfen des großen Dieselaggregates ist eine sehr große
Stromstärke erforderlich, bei deren Hergabe die Spannung der Starterbatterie ganz erheblich
herabsinkt. Bei derartig weitem Absinken der Spannung der Starterbatterie ist zu befürchten, daß die Überwachungseinrichtungen
im Stellwerk nicht ordentlich arbeiten. Um das zu vermeiden, ist man also gezwungen,
die Starterbatterie so groß zu bemessen, daß ihr Spannungsabfall beim Anwerfen des
Aggregats so gering ist, daß ein Versagen der überwachungseinrichtungen ausgeschlos-
sen bleibt. Durch diese große Starterbatterie ist der Kostenaufwand für die Einrichtung
ganz erheblich. Dieser Kostenaufwand kann erfindungsgemäß dadurch herabgesetzt werden,
daß für die Überbrückung der Anlaufzeit des Aggregats und für das Starten des Aggregats je eine besondere Batterie verwendet
wird. In. diesem Fall ist es nun möglich, die Überbrückungsbatterie sehr klein zu
ίο bemessen, da sie nur ganz kurzzeitig die Stellwerksspeisung·
übernimmt. Auch die Starterbatterie kann nun eine ganz erheblich geringere
Kapazität erhalten, weil es beim Starten gleichgültig ist, ob die Spannung der Batterie
bei hoher Stromstärke erheblich sinkt. Der Kostenaufwand für die beiden kleinen Batterien
ist ein wesentlich geringerer als für die große Batterie nach dem Hauptpatent.
Der Erfindungsgegenstand ist in der beiliegenden Zeichnung beispielsweise erläutert.
Aus dem Wechselstromnetz ι erfolgt die Speisung des Gleichstromnetzes 4 für das
Stellwerk 4 unmittelbar über den Transformator 2 und den Gleichrichter 3. Es ist hierbei
nur die Speisung mit Uberwachungsstrom dargestellt, nicht jedoch die mit Stellstrom.
Hinter dem Gleichrichter 3 ist ein Relais 5 vorgesehen, welches überwacht, daß der
Gleichrichter 3 den erforderlichen Überwachungsstrom liefert. Außerdem ist eine
kleine Batterie 6 über einen zweiten Gleichrichter 31 und den Transformator 21 derart
dauernd an das Wechselstromnetz 1 angeschlossen, daß die Batterie 6 vollgeladen bleibt.
Fällt nun das Wechselstromnetz 1 aus, so wird das Überwachungsrelais 5 stromlos.
Dieses schaltet seine Kontakte 51 bis 55 um.
Der Kontakt S ι schaltet das Relais 5 vom Überwachungsstromkreis ab. Der Kontakt 52
legt die Batterie 6 an die Stellwerksspeisung, so daß diese aufrecht erhalten bleibt. Der
Kontakt 54 schaltet den Startermotor 7 des Notstromaggregats an die Starterbatterie 61.
Durch den Kontakt 55 wird die Zündung 72 der Dieselmaschine eingeschaltet und außerdem
die Lademaschine 71 an die Batterie 61 angeschlossen, so daß diese bei laufendem
Aggregat die Batterie 61 wieder auflädt. Durch die Dieselmaschiine werden die Lademaschine
71 und der Generator 8 angetrieben. Sobald dieser die erforderliche Überwachungsspannung liefert, zieht das Relais 9 an, welches
durch seinen Kontakt 92 über den Kontakt 53, den Generators an die Stellwerksspeisung
anschließt. Der Kontakt 91 schaltet hierbei die Batterie 6 wieder ab. Der Kontakt 93 schaltet den Startermotor ab. Läuft
das Dieselaggregat, so wird die Batterie 61
aus der Lademaschine 71 wieder aufgeladen. Kehrt nun das Wechselstromnetz wieder, so
zieht der Magnetschalter 5 seinen Anker wieder an, wobei er durch den Kontakt 53 den
Generator S vom Uberwachungsnetz abschaltet. Durch den Kontakt 51 erfolgt die
unmittelbare Speisung des Überwachungs-Stromnetzes wieder über Transformator 2 und
den Gleichrichters. Der Kontakt 55 nimmt
der Dieselmaschine die Zündung weg, so daß diese stehenbleibt. Liefert der Generator 8
keine Spannung mehr, so fällt der Magnetschalter 9 ab, wonach die Grundstellung wieder
hergestellt ist.
Die dargestellte Anordnung hat den Vorteil, daß die Kosten für die beiden kleinen
Batterien ganz erheblich geringer sind als die Kosten für die eine große Batterie nach dem
Hauptpatent. Die Kosten lassen sich jedoch noch wesentlich herabsetzen, wenn man als
Starterbatterie mit Startermotor und Lademaschine eine vollständige handelsübliche
Einrichtung verwendet, wie es z. B. für Kraftfahrzeuge überall Verwendung findet. Die
Kosten für diese gesamte Einrichtung sind ganz erheblich geringer als allein die Kosten
für die Batterie bei einer Anordnung nach
dem Hauptpatent. Hierbei wird man natürlich für die Starterbatterie 61 auch die handelsübliche
Spannung verwenden, die gewöhnlich 12 V beträgt. Bei dieser Einrichtung
ist die Lademaschine 71 die normale Lichtmaschine der Kraftfahrzeuge. Mit Hilfe
der vorliegenden Erfindung ist es möglich, die Kosten für die Einrichtung weit über die
Hälfte herabzusetzen gegenüber einer solchen nach dem Hauptpatent.
In der Abbildung wurde beispielsweise dargestellt, daß die Überbrückungsbatterie 6
durch den zweiten Gleichrichter 31 und den Transformator 21 dauernd geladen wird und
vollständig in Reserve steht. Die Anordnung läßt sich natürlich auch so wählen, daß die
Batterie 6 durch Transformator 2 und Gleichrichter 3 dauernd gepuffert wird, und daß die
Batterie 6 auch zur Uberwachungsspeisung dauernd in Pufferung liegt. In diesem Falle
braucht sie nicht erst durch das Überwachungsrelais 5 angeschaltet zu werden, sondern
sie übernimmt bei Netzausfall die Stellwerksspeisung von selbst.