DE664460C - Schaedlingsbekaempfungsmittel - Google Patents

Schaedlingsbekaempfungsmittel

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DE664460C
DE664460C DEG88779D DEG0088779D DE664460C DE 664460 C DE664460 C DE 664460C DE G88779 D DEG88779 D DE G88779D DE G0088779 D DEG0088779 D DE G0088779D DE 664460 C DE664460 C DE 664460C
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DE
Germany
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peat
hydrocyanic acid
hydrogen cyanide
liquid
acid
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DEG88779D
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Chemische Ind Ges
GESELLSCHAFT fur CHEMISCHE INDUSTRIE
BASF Schweiz AG
Original Assignee
Chemische Ind Ges
GESELLSCHAFT fur CHEMISCHE INDUSTRIE
Gesellschaft fuer Chemische Industrie in Basel CIBA
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Publication date
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Expired legal-status Critical Current

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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01JCHEMICAL OR PHYSICAL PROCESSES, e.g. CATALYSIS OR COLLOID CHEMISTRY; THEIR RELEVANT APPARATUS
    • B01J19/00Chemical, physical or physico-chemical processes in general; Their relevant apparatus
    • B01J19/06Solidifying liquids
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09KMATERIALS FOR MISCELLANEOUS APPLICATIONS, NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE
    • C09K5/00Heat-transfer, heat-exchange or heat-storage materials, e.g. refrigerants; Materials for the production of heat or cold by chemical reactions other than by combustion
    • C09K5/02Materials undergoing a change of physical state when used
    • C09K5/06Materials undergoing a change of physical state when used the change of state being from liquid to solid or vice versa

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
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  • Organic Chemistry (AREA)
  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Combustion & Propulsion (AREA)
  • Thermal Sciences (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
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Description

  • Schädlingsbekämpfungsmittel Bekanntlich ist Blausäure ein ausgezeichnetes Bekämpfungsmittel für verschiedenartige Schädlinge. Ihre Verwendung in flüssiger Form birgt jedoch Gefahren in sich, indem sie zu Zersetzungen neigt und dadurch Anlaß zu Explosionen gebenkann. Deshalbmuß flüssige Blausäure durch Mittel, wie Oxalsäur e, Schwefelsäure,-schwefligeSäure, stabilisiertwerden. Um die Unannehmlichkeiten des Transportes der niedrigsiedenden flüssigen Blausäure zu vermeiden, ist man dazu übergegangen, die Blausäure, wie vorher schon manche andere Flüssigkeiten, durch großoberflächige Körper aufsaugen zu lassen, um sie dann am Verwendungsorte aus diesen Stoffen zu vergasen. Als Trägerstoffe sind nun viele Körper, wie aktive Kohle, Koks, Braunkohle, cellulosehaltige Materialien, Asbest, Kieselgur, Gipsmassen und Silicagel, vorgeschlagen worden. Nach G. Peters, Blausäure zur Schädlingsbekämpfung, Sammlung chemischer und chemisch-technischer Vorträge, Seite 6o bis 61, sind aber mit der Wahl eines geeigneten Auf -saugestoffes besondere Schwierigkeiten verbunden. So ist beispielsweise bekannt, daß aktive Kohle und Holzkohlengrieß Blausäure unter gefährlicher Wärmetönung absorbieren und später nur unter entsprechender Hemmung wieder abgeben. Filz erscheint trotz guten Saugvermögens ungeeignet, weil er schon unter dem leisesten Stoß oder Druck die flüssige Blausäure teilweise wieder austreten läßt. Koks und Braunkohle besitzen kein günstiges Aufnahmevermögen. Silicagel ist wenig geeignet, da es mit Blausäure eine kittartige Paste bildet. Kieselgur und Gipsmassen zeigen oft eine alkalische Reaktion, die für Blausäure schädlich ist. Deshalb ist vorgeschlagen worden, diese Stoffe, wie übrigens auch aktive Kohle und cellulosehaltiges Material, mit Säuren oder sauer wirkenden Salzen vorzubehandeln, und bzw. oder es werden der zu absorbierenden Blausäure zum Stabilisieren Säuren einverleibt. Solche zusätzlichen Mittel haben aber den Nachteil, daß sie die Blechwandungen der Verpackung angreifen können.
  • Es wurde nun gefunden, daß Torf ein ausgezeichnetes, natürlich vorkommendes großoberflächiges Mittel darstellt, das Blausäure in großen Mengen aufnimmt und gleichzeitig stabilisiert. Da der blausäurehaltige Torf beim Aussetzen an der Luft die Blausäure leicht wieder abgibt, eignet er sich in v orzüglicher Weise zur Bekämpfung von Schädlingen aller Art.
  • Torf hat den besonderen Vorzüg, daß sowohl mechanisch als auch chemisch c Blausäure stabilisiert, so daß es der sont,@@ meistens üblichen Zusätze, wie etwa Oaal-', Schwefel- und schweflige Säure, die die Blechwandungen des Verpackungsmaterials angreifen können, nicht bedarf. Bekanntlich gilt Torf als Körper von schwach saurer Natur, die man auf die in ihm enthaltenen sog. Humussäuren zurückführt. Der Charakter dieser Humussäuren ist aber durchaus noch nicht geklärt; die elektrische Leitfähigkeit ist im Gegensatz zu wirklichen Säuren nur äußerst schwach; auch lösen sie sich nicht wie diese in der flüssigen Blausäure. So war es nicht vorauszusehen, daß Torf einegenügendstabilisierende Wirkung auf die zersetzliche Blausäure ausüben würde. Auch ist bekannt, daß Torf mit chemischen Stoffen Reaktionen eingehen kann, so daß man hätte erwarten können, daß diese Möglichkeit auch mit der sehr reaktionsfähigen Blausäure eintreten könnte. Wie es sich nun aber überraschenderweise gezeigt hat, ist dies nicht der Fall, so daß Torf ein überlegenes Stapelungsmittel für vorliegenden Zweck darstellt.
  • Für die Absorption können die verschiedensten Torfarten Verwendung finden; im besonderen die hochporösen jüngeren Sphagnumtorfe. Der Torf kann als Torfsode oder auch je nach den Bedürfnissen des Einzelfalles, z. B. in Form von Körnern, Fasern oder Pulver, zerkleinert verwendet werden; er kann ferner auch zu geeigneten Formstücken verpreßt werden.
  • Zur Herstellung von Erzeugnissen gemäß vorliegenderErfindung wirdTorf bei mäßigen Temperaturen, z. B. bei 5o bis 6o° oder gegebenenfalls auch höher, z. B. bei zoo bis i05% bis zur Gewichtskonstanz getrocknet und hierauf in einefi geeigneten Me-callbehälter eingefüllt. Es wird dann so vielflüssige Blausäure zugegeben, als der Torf aufnehmen kann, so daß ein festes Produkt ohne flüssige Bestandteile entsteht. Der Behälter wird hierauf dicht verschlossen und aufbewahrt.
  • Die Saugfähigkeit vonTorf gegenüberBlausäure ist sehr groß. So ergibt beispielsweise ein guter Torfmull ein Erzeugnis mit etwa 6o bis 7o Gewichtsprozent Blausäure, TorfstreukörneT ein solches mit sogar 75 bis 8o Gewichtsprozent Blausäure. Mit Braunkohle, diebekanntlich ebenfallsvorgeschlagenworden ist, konnten demgegenüber nur Produkte mit etwa 29 bis 38 Gewichtsprozent Blausäure erhalten werden.
  • Infolge seiner großen Aufnahmefähigkeit, verbunden mit einem geringen Schüttgewicht, bietet somit Torf als Trägerstoff den weiteren Vorteil, daß auf z kg Blausäure wenig totes Gewicht zu befördern ist. Auch die Raumausnützung ist eine günstige; in i 1 guter ;, orfstreu können z. B. etwa 3oo g Blausäure rufgesaugt werden, bei Verwendung von Preßlingen sogar gegen 500 g.
  • Die erhaltenen Produkte geben beim Aussetzen an der Luft die Blausäure rasch und vollständig wieder ab, und es hinterbleiben somit giftfreie Rückstände, die leicht zu beseitigen sind oder auch wieder verwendet werden können.
  • Abgesehen von den bereits aufgezählten Vorteilen bietet Torf noch den weiteren der unbegrenzten Zugänglichkeit und außerordentlichen Billigkeit. Auch fallen bei diesem Trägermaterial gegenüber bekannten Vorschlägen die oft mehr oder weniger umständlichen Wege der künstlichen Herstellung weg.
  • Die neuen Produkte können in bekannter Weise auch die üblichen Reiz- und Warnstoffe enthalten.
  • In den nachfolgenden Beispielen wird die Erfindung durch Versuchsergebnisse belegt und deren Überlegenheit gegenüber dem bekannten Vorschlag der Verwendungvon Braunkohle als Trägermaterial für Blausäure gezeigt. Beispiel z Ein guter Torfmull wird bei etwa 5o° bis zur Getvichtskonstanz getrocknet. 200g des so getrockneten Torfmulls werden in einen geeigneten Metallbehälter eingefüllt. Unter gutem Kühlen werden darauf in diesen 4679 flüssige Blausäure eingegeben, die von dem Torfmull vollständig aufgenommen werden, so daß keine flüssigen Bestandteile vorhanden sind. Der Metallbehälter wird alsdann dicht verschlossen und bei Zimmertemperatur aufbewahrt. Nach einer Lagerung von 13 Monaten Dauer wird der Behälter geöffnet und an eineAbsorptionsvorrichtung angeschlossen. Bei der Vergasung wird nahezu die gleiche Menge Blausäure wieder erhalten, als in flüssigem Zustand eingefüllt worden ist. Demnach hat sich in der langen Zeit die Blausäure im Torf als aufsaugenden Trägerstoff unverändert erhalten.
  • Beispiel 2 Werden in Beispiel i die Zoo g Torfmull durch die gleiche Menge Torfstreukörner von etwa r cm Durchmesser ersetzt, so nehmen diese unter den gleichen Bedingungen Soo g flüssige Blausäure auf.
  • Beispiel 3 Es werden aus gepulvertem Torfmull kreisrunde Scheiben von etwa r cm Dicke gepreßt. Von diesen Scheiben werden 5oo g in eine Blechdose eingefüllt und dazu 5oo g flüssige Blausäure gefügt. Die Flüssigkeit ist in kurzer Zeit aufgesogen. Die Preßlinge behalten ihre Form unverändert bei und nehmen einen Raum von i oho ccm ein.
  • Beispiel Aus einer Braunkohle des rheinischen Braunkohlenreviers werden Körner-von etwa i cm Durchmesser ausgesiebt und bei etwa 6o° bis zur Gewichtskonstanz getrocknet. Zoo g der so vorbereiteten Braunkohle werden in einem geeigneten Metallbehälter unter guter Kühlung mit so viel flüssiger Blausäure übergossen, als die Braunkohle vollständig aufzusaugen vermag. Diese 200 g vermögen nur 122,5 g Blausäure aufzunehmen, was einem Fertigprodukt mit nur 38 Gewichtsprozent Blausäure entspricht. Beispiel Werden im Beispiel.. die2oo g Braunlohlenkörner durch das gleiche Gewicht eines bindungsmittelfreien Braunkohlenbriketts in Form von streufähigem Pulver ersetzt, so nimmt dieses unter den gleichen Bedingungen 81,6 g flüssige Blausäure auf, was einem Endprodukt mit nur 29 Gewichtsprozent Blausäure entspricht.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Schädlingsbekämpfungsmittel aus an großoberflächige Stoffe gebundener Blausäure, dadurch gekennzeichnet, daß es Torf streufertig oder in Form von Preßlingen als stabilisierend wirkendes Trägermittel enthält.
DEG88779D 1934-08-14 1934-09-14 Schaedlingsbekaempfungsmittel Expired DE664460C (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
CH664460X 1934-08-14

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE664460C true DE664460C (de) 1938-08-27

Family

ID=4527175

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Application Number Title Priority Date Filing Date
DEG88779D Expired DE664460C (de) 1934-08-14 1934-09-14 Schaedlingsbekaempfungsmittel

Country Status (1)

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DE (1) DE664460C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE2201284A1 (de) * 1971-01-27 1972-08-10 Chinoin Gyogyszer Es Vegyeszet Verfahren zur Herstellung von pulverfoermigen Produkten und Anwendung derselben als Konservierungsmittel

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE2201284A1 (de) * 1971-01-27 1972-08-10 Chinoin Gyogyszer Es Vegyeszet Verfahren zur Herstellung von pulverfoermigen Produkten und Anwendung derselben als Konservierungsmittel

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