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Haltevorrichtung für den Taillenteil von aufgehängten Damenkleidern
Die Erfindung bezieht sich auf eine Haltevorrichtung für den Taillenteil von aufgehängten
Damenkleildern, insbesondere in Auslagen u. dgl. für geschäftliche Zwecke, sowie
in Kleiderschränken, Wandschränken u. dgl. für den Hausgebrauch. Wenn auch die Erfindung
in Anwendung und Gebrauch nicht beschränkt ist, so dient sie vor allem den Bedürfnissen
beim Aufhängen von Kleidungsstücken in Verkaufsräumen, Schaufenstern, geschäftlichen
Lagerräumen u. dgl.
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In Schaufenstern und anderen Auslagen von Kleidungsstücken ist es
üblich, die Kleidungsstücke sorgfältig und ansprechend auf besonderen Stützen oder
Formen anzuordnen, um den Charakter und die Form des Modells und die Machart des
Kleidungsstückes m6glichst ,in Erscheinung treten zu lassen oder wenigstens dem
Eindruck nahezukommen, den das Kleidungsstück beim Tragen hervorruft. In den Verkaufslagern
werden indessen die Kleidungsstücke gewöhnlich nur an den Schulterteilen mittels
des üblichen Kleiderbügels, z. B. einer gebogenen oder in anderer Weise geformten
Stange, mit einem in der Mittevorgesehenen Haken oder auf wohlbekannten Aufhängern
aus Draht aufgehängt. In jedem Falle wird das gesamte Gewicht des Kleidungsstückes
von den Schulterteilen aufgenommen, so daß das Kleidungsstück in Längsrichtung gedehnt
und in Querrichtung zusammengezogen und in solchem Maße verformt wird, daß eine
erhebliche Abweichung von der natürlichen Erscheinung und Machart des Kleidungsstückes
.bemerkbar ist und der Kunde, der die reizvolle Auslage im Schaufenster öder anderswo
gesehen hat, durch den Eindruck des vom Lager genommenen Kleidungsstuckes enttäuscht
ist. Infolgedessen begegnet der Kauf oder der Verkäufer Schwierigkeiten, da der
Kunde nicht den Eindruck erhält, daß es sich um das gleiche Modell handelt, dessen
Ausstellung die Aufmerksamkeit des Kunden auf sich gezogen hat.
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Das Kleidungsstück wird nicht nur in Länge gedehnt und in Querrichtung
zusammengezogen, wie oben :beschrieben, wenn es in der üblichen Weise an den Schulterteilen
aufgehängt wird, sondern es wird auch derartig aus seiner Form gezogen, daß es nachträglich
und vor dem Tragen nochmals überarbeitet werden muß. Bisweilen ist das Kleidungsstück
so verändert und gelangt für dauernd aus der ursprünglichen Form, so daß man wesentliche
Änderungen machen muß, um ihm die ursprüngliche Form zurückzugeben. Es ist regelmäßig
unmöglich, das
Kleidungsstück, selbst bei. Aufwendung besonderer
Sorgfalt, auf den üblichen Kleiderbügeln so aufzuhängen, daß die Schulterteile völlig
gleichmäßig auf dem Bügel angeordnet sind und das. Gewicht des frei hängenden",^
unteren Teiles des Kleidungsstückes gleichmäßig verteilt ist. Bei symmetrischer
An'-ordnung auf dem Kleiderbügel wird das' Verrutschen des Kleidungsstückes nach
der einen oder anderen Seite nicht verhindert, und das kann offensichtlich beim
Hantieren am Kleiderlager oder beim Herausnehmen eines benachbarten Kleidungsstückes
ohne weiteres eintreten. Infolgedessen wird das Kleidungsstück auf einer Seite in
der Länge ausgedehnt, so daß es beim Tragen ungleich auf dem Körper hängt, was nicht
durch das Aufhängen in Kleiiderlagern, sondern auch beim Aufhängen .im Kleiderschrank
des Käufers eintritt, dem das Kleidungsstück zunächst anvertraut worden ist.
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Man hat bereits Vorrichtungen zum Verkürzen der Länge eines aufgehängten
Kleidungsstückes vorgeschlagen. Solche Vorrichtungen dienten dazu, lange Kleidungsstücke,
besonders in Schaukästen, unterzubringen. Ferner sind Kleideranhänger bekanntgeworden,
die die gesonderte Aufhängung des Unterteiles (Rock, Hose usw.) von Kleidungsstücken
gestatten.
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Alle diese Vorrichtungen ließen aber die zuvor auseinandergesetzten
Überlegungen außer Betracht und führten nicht zu dem Ergebnis, das vorliegende Erfindung
beabsichtigt. Erreicht wird der angestrebte Zweck dadurch, daß eine taillenförmig
eingezogene Tragform zum Aufnehmen und Aufstecken zur Gestaltung der Taille des
Kleides mit einem in - der Länge einstellbaren, über den Kleiderbügelhaken streifbaren
Band verbunden ist.
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Erfindungsgemäß ist die taillenförmige Tragform plattenförmig ausgebildet
und aus einem beiderseits mit Papier, Pappe oder Stoff beklebten Wellpappenzuschnitt
hergestellt. ' Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist auf der Zeichnung dargestellt.
Es zeigen: Fig. i und 2 .die neue Haltevorrichtung mit einem von ihr getragenen
Kleidungsstück in Vorder- und Rückansicht, Fig.3 und 4 zwei verschiedene Ausführungsformen
derTragform für denTaillenteil, Fig. 5 und 6, die zur Verbindung der Tragform mit
,dem Kleiderbügel .dienenden- Mittel in größerem Maßstabe mit teilweisem Schnitt
durch die Tragform, und zwar in Seiten-und Vorderansicht: Mit i sind ein Kleid,
mit 2 der obere Teil desselben, mit 3 die Ärmel, mit 4 der Taillen-oder Gürtelteil,
mit 5 der Rockteil und mit 6 ,ein Gürtel bezeichnet. Der Gürtel 6 ist, wie üblich,
am Kleid nur an zwei oder mehr Punkten gehalten, um ihm Unterstützung zu verleihen.
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Die Schulterteile 7 des Kleidungsstückes sind über den Steg 8 eines
üblichen Kleiderbügels gehängt, der mit einem Haken 9 zum Aufhängen an einer Stange
o. dgl. im Kleiderlager oder Kleiderschrank versehen ist.
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Als Stütze für den Taillen- oder Gürtelteil des Kleidungsstückes ist
eine plattenförmige Tragform io vorgesehen, deren Einzelheiten aus den Fig. 3 bis
6 ersichtlich sind.
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Die Tragform kann aus irgendeinem geeigneten Werkstoff bestehen, doch
wird zweckmäßig Wellpappe benutzt, die beiderseits mit Papier oder Stoff beklebt
ist. Diese Beschaffenheit der Tragform wird insbesondere aus Fig. 5 ersichtlich.
Die Wellpappe ist hier mit i i und die aufgezogenen Papier-oder Stofflagen sind
mit 12 bezeichnet. Die Randteile der Tragform io werden zweckmäßig mit einem Band
13 eingefaßt, das aufgeklebt werden kann, besser aber mittels einer Naht 14 befestigt
wird.
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Die Tragform io kann in mehreren Größen verwendet werden. Im allgemeinen
ist es zweckmäßig, zwei verschiedene Größen zu verwenden, denn es hat sich herausgestellt,
daß zwei richtig bemessene Platten für die verschiedensten Größen der Kleidungsstücke
verwendbar sind, d. h. die eine Platte genügt für Kleidungsstücke von schmaler Taille
bis zu einer gewissen Größe des Kleidungsstückes; während 'die andere Platte für
Kleidungsstücke größerer Taillenweite verwendet wird. Bei beiden Größen der Tragform
io sind die Randteile übereinstimmend geformt, und auch die Länge der Platte ist
die gleiche. Der Unterschied besteht nur in den Quermassen zwischen Ober- und Unterkante
und in dem mittleren Teil, der durch Einziehen der Seitenkanten unter einer gewissen
Abrundung taillenförmig gestaltet ist, wie bei 15 angedeutet.
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Am oberen Rand der Tragform io ist ein Schlitz 16 vorgesehen, dessen
Rand zweckmäßig durch eine Metallfassung 17 verstärkt ist. Durch den Schlitz
16 ist die Schleife 18 eines Bandes oder Riemens T9 geführt. Das Ende der Schleife
18 ist am Mittelsteg 2o einer Schiebeschnalle 21- bei 22 befestigt. Das andere Ende
des Bandes z9 ist bei 23 auf sich selbst zurückgeschlagen. Die überlappten Teile
sind bei 24 ,gelocht und :mittels eines Hohlnietes 25 verbunden Durch Verschieben
der Schnalle 2i zwischen der Schleife-i8 und dem Loch 24 kann das Band i9 nach Belieben
verkürzt oder verlängert werden, um die entsprechende Einstellung der Haltevorrichtung
zu erreichen.
Bei der Anwendung der Haltevorrichtung wird die Tragform
io zunächst am Rücken des Kleidungsstückes .in der Gegend des Taillenteiles angeordnet,
wie Fig. 2 zeigt, und zwar in der Mitte zwischen den Seitenteilen desselben. Nachdem
die Tragform io so angelegt ist, daß ihr engerer Teil mit dem Taillen- oder Gürtelteil
des Kleidungsstückes in gleicher Höhe liegt, werden die Randteile des Kleidungsstückes
einwärts über die Außenseite der Tragform io gefaltet und die dergestalt aneinandergelegten
Teile zusammengezogen, um den Taillen- oder Gürtelteil des Kleidungsstückes zum
Sitz auf der Tragform io zu bringen, wonach die zusammengefalteten Teile zusammengesteckt
oder in anderer Weise in Höhe der Taille miteinander verbunden werden.
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Sobald die Tragform io, wie vorstehend beschrieben, angeordnet und
das Band i9 mittels des Loches 24. am Haken 9 des Kleiderbügels 8 aufgehängt ist,
wird die Schnalle 21 so eingestellt, daß die Länge des Bandes i9 eben ausreicht,
um ein gewisses Heben des Taillenteils des Kleidungsstückes zu bewirken und dadurch
den Rumpfteil desselben zwischen Schulter und Taille blusenartig zu lockern. Dadurch
wird das Gewicht der unter der Taille befindlichen Teile des Kleidungsstückes unmittelbar
auf den Kleiderbügel 8 und den Haken 9 übertragen, während die Schulterteile des
Kleidungsstückes von diesem Gewicht entlastet sind und lediglich den Rumpfteil oberhalb
des Taillenteiles zu tragen haben. Daher hängt der blusenförmig angeordnete Teil
des Kleidungsstückes lose und ohne einem Zug unterworfen zu sein, also in natürlicher,
ansprechender Anordnung, und gleichzeitig hängt der Rock oder der Teil unter der
Gürtellinie ebenfalls ansprechend und symmetrisch, ohne verformenden Kräften ausgesetzt
zu sein.
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Neben dieser besseren Art der Aufhängung werden die Schulterteile
7 des Kleidungsstückes auch daran .gehindert, auf dem Bügel 8 zu verrutschen, denn
der anliegende Teil 16 des Bandes i9 (vgl. Fig. 2) drückt in der Mitte zwischen
.den Schulterteilen des Kleidungsstückes gegen die Rückseite des Steges B. Das ist
ein wesentlicher Vorteil bei der Anwendung der neuen Haltevorrichtung.
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Der Gegenstand der Erfindung kann im einzelnen auch anders ausgeführt
werden, als an Hand des Beispiels erläutert. Insbesondere ist die Erfindung nicht
auf die besondere Ausbildung der Haltevorrichtung gemäß der Zeichnung beschränkt:
Die Wirkung der Erfindung liegt nach dem Beschriebenen in der verbesserten Anordnung
des Kleidungsstückes, das besser unterstützt wird als bei den bisher bekannten Kleiderhaltern
und infolgedessen eine gefällige Form annimmt, die Muster und Schnitt zum Ausdruck
bringt, ohne daß aber beim Unterbringen .im Lager oder im Kleiderschrank mehr Raum
benötigt wird als bisher. Der Gegenstand der Erfindung ist nicht nur zum Aufhängen
einteiliger Kleider, sondern auch zum Anordnen mehrteiliger Kleider, beispielsweise-mit
besonderem Rock, geeignet, der in jedem Fall an der Tragform io befestigt werden
kann, während eine Bluse o. dgl. an dem Kleiderbügel 8 aufgehängt wird, und bei
entsprechender Länge gleichfalls mittels der Tragform io abgestützt werden kann.
Der Erfindungsgegenstand ist daher vielseitig anwendbar.