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Putzereimaschine bzw. Putzereimaschinensatz mit einem Filtet zum Reinigen
des aus der Maschine wieder in den Arbeitsraum zurückfließenden Luftstromes Die
Erfindung betrifft eine Putzereimaschine bzw. einen Putzereimaschinensatz zum Auflösen
und Reinigen von Baumwolle oder ähnlichem Fasergut mit einem Filter zum Reinigen
des aus der Maschine wieder in den Arbeitsraum zurückfließenden Luftstromes. Bei
solchen Putzereieinrichtungen wird durch die Anordnung eines Filters erreicht, daß
die auf einem bestimmten Wärme- und einem bestimmten Feuchtigkeitsgelialt gehaltene,
von der Maschine angesaugte Luft wieder in den Arbeitsraum ausgestoßen werden kann
und so der Arbeitsaufwand für die Aufrechterhaltung von Wärme und Feuchtigkeit .ein
geringer ist.
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Der Erfindung gemäß ist das Filter mit zwei hintereinandergeschalteten
Gittern versehen, von denen das in Strömungsrichtung der Luft vordere Gitter derart
grobmaschig und das zweite Gitter derart feinmaschig ist, daß sich zwischen den
Gittern eine filternd wirkende Niederschlagsschicht bildet.
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Ein derartiges Filter ergibt eine besonders gute Reinigung der Luft
und neigt im Gegensatz zu einem Filter mit einem einfachen Gitter, das sehr engmaschig
sein muß, trotzdem wenig zu einem Versetzen durch den niedergeschlagenen Staub und
die aufgefangenen kurzen Fasern bzw. Fasertrümmer. Ist nach längerer Betriebszeit
der Durchgangswiderstand der Filterschicht durch stärkeren Staubniederschlag zu
groß geworden, so erfordert die Beseitigung der Filterschicht und ihr Ersatz durch
die darauffolgend sich neu bildende Filterschicht erheblich weniger Zeit als etwa
der Aus- und Wiedereinbau von Filterschläuchen, wie sie bisher für derartige Zwecke
benutzt wurden. Auch der Kostenaufwand für die Erneuerung der Filterschicht ist
naturgemäß geringer als in dem bekannten Fall. Die laufende Abreinigung des Filters
von der an der dem Luftstrom zugekehrten Seite des grobmaschigen Siebes sich niederschlagenden
überschüssigen Schicht ist durch periodischen Druckwechsel, unter Umständen unter
Zuhilfenahme von mechanischen Mitteln, besonders leicht durchführbar. Im allgemeinen
genügen die beim Stillsetzen während des normalen Betriebes auftretenden Druckwechsel,
so daß die Filterreinigung damit völlig selbsttätig vor sich geht.
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Vorteilhaft ist es, mehrere der Erfindung entsprechende Doppelgitter
zu einem kastenartigen Filtergehäuse zusammenzustellen, dessen eine Wand abnehmbar
oder als Tür ausgebildet ist, um so die überwachung und
innere Abreinigung
des Filters zu erleichtern. An sich sind kastenförmige Filter bereits bekannt.
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Eine Ausführungsform des Erfindungsgegei#,: standes ge teilt, ist
auf beiliegenden Zeichnungen dä Abb. i der Zeichnung zeigt die Aufsiclit@ auf eine
Putzereieinrichtung; Abb. 2 zeigt eine Seitenansicht der in Abb. i dargestellten
Einrichtung; Abb. 3 zeigt eine schaubildliche Darstellung eines Filters gemäß der
Erfindung; Abb. 4 zeigt einen senkrechten Schnitt durch die obere Kante des Filters
nach Abb. 3.
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Die Abb. i und 2 stellen schematisch zwei einzelne Putzereimaschinensätze
A und B irgendeiner bekannten Art dar, die parallel zueinander angeordnet sind und
beide selbsttätig durch einen Bandförderer 2 mit Baumwolle gespeist werden. Die
Baumwolle wird pneumatisch vom Öffner raum zu diesem Förderer geliefert, wie es
in der Spinnerei üblich ist. Durch die Luftleitung 3 gelangt sie in den Putzereiraum.
Sie 'wird dann von dem fördernden Luftstrom in einem Siebtrommelabscheider 4 am
Ende der Leitung 3 abgeschieden und fällt von der Siebtrommel auf das Förderband
2 herunter.
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Nach der Abb. 2 gehört zu dem dargestellten Putzereimaschinensatz
ein Kastenspeiser 5, der mit den üblichen Vorrichtungen ausgestattet ist und die
Baumwolle zu der Schlagmaschine 6 fördert. Dann folgt ein Siebtrommelabscheider
7, der die Baumwolle aufnimmt und mittels Förderwalzen 8 an einen Zwischenspeiser
y abgibt. Dieser letztere wiederum liefert die Baumwolle an die zwecks Nachbearbeitung
angeordnete Schlagmaschine i o, an die sich ebenfalls ein Siebtrommelabscheider
12 anschließt, sowie eine Kalander-oder Wickeleinrichtung 14 zum Aufwickeln der
geöffneten und gereinigten Baumwolle in Form eines Wickels.
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Wie bekannt, wird die Baumwolle innerhalb der Schlagmaschine durch
einen mittels Ventilators erzeugten Luftstrom zu dem zugehörigen Siebtrommelabscheider
befördert, an dem sie aus dem Luftstrom abgeschiedenwird. Das Gitter der Eintrittsstelle
der in die Schlagmaschine einströmenden Luft ist in der Abb. 2 bei 15 dargestellt.
16 gibt in gestrichelten Linien den Ventilator zur Erzeugung des Luftstromes an.
Dieser Ventilator oder dieses Gebläse sitzt auf einer Welle 17, die in üblicher
Weise durch einen Riemen von der Schlägerwelle aus angetrieben wird. Im Endteil
des Putzereimaschinensatzes ist im wesentlichen die gleiche Bauart in Verbindung
mit der Schlagmaschine i o und dem Siebtrommelabscheider 12 vorgesehen.
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Die von den Ventilatoren ausgestoßene Luft ist mit beträchtlichen
Mengen von Staub und Baumwollfasern gesättigt, wobei die Fasern meistens sehr kurz
sind: "-.Aus Abb. i und 2 ist eine Leitung 20 erwelche die Luft von dem Ventilator
ya' nterhalb des Bodens des Putzereimaschi-@"@waumes zu einem Filter 21 führt, das
an einer passenden Stelle im Putzereiraum angeordnet ist. Der entsprechende Ventilator
für den Maschinensatz B kann auch in ähnlicher Weise mit dem Filter 21 verbunden
sein, wie es in Abb. i gezeigt ist. Die Ventilatoren für die Siebtrommelabscheider
12 beider Maschinensätze sind gemäß der Zeichnung durch Leitungen 22 und 23 mit
zwei unabhängigen Filtern 24 und z5 verbunden.
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Die in den Schlagmaschinen und Siebtrommeln beider Maschinensätze
benutzte Luft, die in üblicher Weise unmittelbar aus dem Putzereimaschinenraum entnommen
wird, wird wieder in bekannter Weise in diesen Raum zurückgeführt, so daß ihr Wärme-
und Feuchtigkeitsgehalt im wesentlichen unverändert erhalten bleibt, abgesehen von
dem Feuchtigkeitsverlust, der an die durch die Luft geförderte Baumwolle abgegeben
wird.
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Im wesentlichen die gleiche Einrichtung kann für den pneumatischen
Förderer benutzt werden, der die Baumwolle aus dem Öffnerraum zum Putzereimaschinenraum
bringt. Wo es die Verhältnisse erlauben, können beide Räume vom Standpunkt der Temperatur
und Befeuchtung sowie Luftzirkulation so dicht zusammengelegt werden, daß sie als
ein einziger Raum zu betrachten sind.
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Das in Abb.3 gezeigte Filter besteht aus fünf Füllungen
a, b, c, d, e, von denen jede einen Rahmen enthält. Alle diese Rahmen sind
auf einem Winkeleisengestell zusammengefügt, so daß sie eine kastenartige Form bilden.
Zu jeder solchen Füllung gehört nach Abb. 4 ein inneres Gitter 27 und ein zweites
oder äußeres Gitter 28. Beide sind durch einen verhältnismäßig kleinen Zwischenraum
voneinander getrennt, z. B. durch einen Zwischenraum von i cm. Das innere Gitter
kann aus einem Drahtgewebe von sehr groben Maschen bestehen, wobei die Maschen z.
B. i cm groß sind oder eine Fläche von i qcm umschließen. Das äußere Gitter dagegen
ist viel feiner und besitzt z. B. 40 oder 5o Maschen auf ungefähr 2,5 cm. Diese
Teile bewirken selbst, obwohl sie einen wichtigen Bestandteil bilden, nur in geringem
Maße die Filterung. Aber sie halten -eine Lage von Fasern zwischen sich, die aus
der durch den Filter strömenden Luft aufgenommen. werden. Diese Fasern tragen das
meiste zu der Filterwirkung bei.
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Zu Beginn, wenn das Filter in Tätigkeit gesetzt wird, strömt die mit
Staub und Fasern
beladene Luft ziemlich frei durch die Gitter, und
etwas von dem feinen Staub geht mit ihr hindurch. Die Fasern dagegen gehen zwar
frei durch das innere Gitter z; , sie werden. aber praktisch alle durch das zweite
Gitter 28 zurückgehalten. Festgehalten werden sie an diesem Gitter durch die Wirkung
des Luftstromes, der sie herangefördert hat. In dieser Weise wird immer mehr Faserstoff
angesammelt, wobei sich ein Teil der Fasern um die Drähte des groben inneren Gitters
27 windet, während die anderen frei durch die Maschen dieses Gitters hindurchgehen
und sich entweder am zweiten Gitter ablagern oder an der Faserlage, die sich schon
vorher gebildet hat, bis endlich der ganze Zwischenraum zwischen den beiden Gittern
mit derart abgelagertem Faserstoff angefüllt ist. Diese Fasern bilden eine Filterschicht,
die für Luft außerordentlich durchlässig ist, aber in wirksamster Weise Fasern und
die feinen Staubteile des Luftstromes auffängt und festhält. Die Ablagerung der
Filterschicht zwischen den Gittern bei der Inbetriebnahme oder nach der völligen
Reinigung des Filters vollzieht sich in ganz kurzer Zeit. Danach ist die Filterwirkung
die bestmögliche. Es ist auch zu beachten, daß schon vor der vollständigen Füllung
des Zwischenraumes zwischen den beiden Gittern die Luft für die oben geschilderten
Zwecke verhältnismäßig gut gefiltert wird.
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Wenn die Maschinen mittags und abends angehalten werden, werden natürlich
auch die Ventilatoren stillgesetzt, und dementsprechend läßt der Druck, der die
Fasern über die Oberfläche des inneren Gitters verteilt hält, nach. Diese Fasern
und der zwischen ihnen steckende Staub fallen von dem inneren Gitter durch die Schwerkraft
herunter auf den Boden, des Behälters. Auf diese Weise reinigt sich der Filter entsprechend
den Unterbrechungen des Luftstromes von selbst. Die Filterschicht zwischen den Gittern
jedoch wird an Ort und Stelle gehalten, so daß bei Wiederingangsetzung der Maschinen
die vollkommene Filterwirkung sofort eintritt.
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Ein solches Filter kann ohne Wartung mehrere Tage benutzt werden.
Nach einer bestimmten Zeit wird natürlich die Faserschicht 30 zwischen den
Gittern so viel Staub aufgenommen haben, daß der Durchgangswiderstand eine unerwünschte
Höhe erreicht. Die aus je zwei Gittern bestehenden Füllungen werden dann von dem
Winkeleisengestell gelöst, und das innere Gitter 27 jeder Füllung wird von dem äußeren
Gitter 28 getrennt und die Faserschicht 30 vollständig entfernt. Diese Arbeit
wird dadurch erleichtert, daß jeweils die beiden Gitter auf getrennten Rahmenteilen
angeordnet und durch Scharniere, Schrauben o. dgl. zusammengefügt werden, bevor
sie an dem Winkeleisengestell durch die Schrauben 3 i befestigt werden.. Wenn das
Filter wieder zusammengesetzt ist, kann es in gleicher Weise, wie oben beschrieben,
in Betrieb genommen werden.
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Zweckmäßig ist eine Füllung des in Abb. 3 dargestellten Filters, z.
B. die Füllung d, mit Scharnieren angebracht und wird z. B. durch einen einfachen
Vorreiber, wie er bei 32 gezeigt ist, gehalten. Wenn das Filter nicht gebraucht
wird, kann diese türartige Füllung zwecks Entfernung der Faser- und Staubmassen,
die sich auf dem Boden angesammelt haben, geöffnet werden.
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Durch das Filter gemäß der Erfindung wird ein wirksamer Schutz gegen
Feuersgefahr geschaffen. Das Feuer hat seinen Ursprung zumeist in den Schlagmaschinen
und gelangt von dort aus durch den Luftstrom in die Filter. Die Feinmaschengitter
der Filter verhindern, daß die Flamme durch das Maschengewebe nach außen dringt,
obwohl der Rauch in den Putzereimaschinenraum eintreten kann. Die Flamme bleibt
vollständig im Innern des Filters, wo sie leicht zu löschen ist. Da alle Teile des
Filters aus Metall hergestellt sind, ist im Innern des Filters nichts, was die Verbrennung
aufrechterhalten könnte, außer dem durch die Luft herangeführten Material.