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Mischmaschine Die Erfindung betrifft eine Mischmaschine zum Mischen
von Schüttgütern oder Flüssigkeiten, deren Zufuhr dem beabsichtigten Mischungsverhältnis
entsprechend in ununterbrochener Folge geschieht. Der Erfindung liegt die Aufgabe
zugrunde, eine Mischvorrichtung zu schaffen, welche bei einfacher Ausgestaltung
eine wesentlich günstigere Mischwirkung ergibt, als sie bei den bekannten Mischvorrichtungen
erzielt wird.
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Die Erfindung besteht darin, daß die Mischvorrichtung aus einem oder
mehreren übereinander angeordneten Rahmen mit glatter geschlossener, das Gut tragender
Grundfläche besteht, denen eine kreisförmige Parallelbewegung erteilt wird, wobei
dem Gut durch an sich bekannte Vorrichtungen eine Förderbewegung über den oder die
Rahmen gegeben wird. Gemäß einer Ausführungsform sind die einzelnen Mischrahmen
oder ein Teil derselben mit Vorrichtungen zum Heizen oder Kühlen mittels Dampf,
Flüssigkeiten oder Elektrizität versehen. Die Beheizung von Mischeinrichtungen ist
an sich bekannt. Diese Ausführungsform des Gegenstandes der Erfindung wird daher
nur in Verbindung mit der im Anspruch 1 angegebenen Ausbildung der Vorrichtung beansprucht.
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Infolge der Ausbildung der Mischvorrichtung nach der Erfindung wird
dem Mischgute eine kreisförmige Bewegung erteilt, die eine gründliche Umlagerung
der Stoffteilchen ermöglicht, während die gleichzeitige Förderbewegung des Mischgutes
eine ununterbrochene Aufgabe des Gutes in die Mischvorrichtung ermöglicht. Wie Versuche
ergeben haben, wird mit der Vorrichtung nach der Erfindung eine sehr vielseitige
und häufige Umlagerung der Stoffteilchen, d. h. eine hervorragende Mischwirkung
erreicht, wie sie mit bekannten Mischvorrichtungen nicht oder nur unvollkommen zu
erzielen ist. So ließ sich zum Beispiel Mehl mit einem chemischen Präparat in einem
Verhältnis von I : I00 000 zu einem völlig gleichförmigen Gemisch vermengen; ebenso
war es möglich, Reis mit hervorragender Gleichmäßigkeit zu färben, d. b. mit einer
Glucose zu überziehen, der ein Farbstoff beigemischt war. Mit der Maschine nach
der Erfindung lassen sich nicht nur Schüttgüter untereinander, sondern außerdem
Schüttgüter mit Flüssigkeiten und schließlich auch Flüssigkeiten untereinander in
besonders günstiger Weise vermischen. GIeichzeitig können sich in der Maschine parallel
zu dem Mischvorgang auch chemische Prozesse abspielen, die durch die eigenartige
Bewegung des Mischgutes in günstiger Weise gefördert werden. Wenn die Maschine mit
einer Heizvorrichtung des oder der Rahmen versehen ist, so kann neben der Mischwirkung
gleichzeitig auch eine Trocknung des Gutes erreicht werden.
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Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß der Plansichter bei
entsprechender Ausgestaltung der Rahmen als sehr günstig wirkende Mischmaschine
verwendet werden kann. Es war bei Plansichtern zwar bekannt, daß durch die Verteilerleisten
neben der Sichtwirkung in geringem Umfange auch eine Mischwirkung eintritt, man
war jedoch bei Plansichtern stets bemüht, diese Mischwirkung, die dem angestrebten
Sichtvorgang
nachteilig ist, möglichst zu verhindern.
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Mehrere Ausführungsformen des Gegenstan , der Erfindung sind in der
Zeichnung beis -5-weise und schematisch dargestellt. Es zeigen : Abb. I im Grundriß
und in einem um 9d% gedrehten Querschnitt eine Vorrichtung, die zum Mischen von
Schüttgütern verwendet werden kann, Abb. 2 eine mit einem Rücklaufkanal versehene
Vorrichtung in gleicher Darstellung wie Abb. I, Abb. 3 eine in Form eines Doppelsatzes
von Mischrahmen ausgebildete Vorrichtung.
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Die Vorrichtung nach Abb.l besteht aus einem kastenförmigen Mischrahmen
a mit ebener Bodenfläche. Die eine Begrenzungswand ist in bekannter Weise wie beim
Plansichter mit Förderleisten b versehen, während c eine Öffnung im Boden darstellt.
Das Mischgut wird durch eine Zuteilvorrichtung d aufgegeben. Wird jetzt dem Mischrahmen
eine kreisförmige Parallelbewegung erteilt, so breitet sich das aufgegebene Gut
auf der Bodenfläche aus, und gleichzeitig erhält jedes einzelne Teilchen eine mehr
oder weniger kreisförmige Bewegung, die einer Rührwirkung ähnlich ist. Durch die
Förderleisten wird dem Mischgut in vom Plansichter her bekannter Weise außerdem
eine Förderbewegung über die Bodenfläche zur Austrittsöffnung c vermittelt. Die
kreisförmige Bewegung des Mischgutes wird ferner bei jedem Umlauf bei entsprechend
gewählter Rahmenbreite durch den Anprall des Gutes gegen die Rahmenwände unterbrochen,
wodurch das Entstehen einer vollkommenen Mischung noch begünstigt wird.
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Wenn sich der einfache Weg durch den kastenförmigen Rahmen zur Bildung
eines gleichförmigen Gemisches als zu kurz erweist, so kann der Rahmen bei entsprechender
Erweiterung mit einem Rücklaulkanal nach Abb. 2 versehen werden, oder es können
mehrere Rahmen übereinander angeordnet werden. Das Mischgut nimmt dann seinen Weg
über jeden Rahmen, und zwar in seiner ganzen Länge einmal oder mehrere Male, je
nach der Anzahl Kanäle auf jedem Rahmen.
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Die kreisförmige Parallelbewegung kann dem Mischrahmen oder einem
Satz von Mischrahmen in bekannter Weise wie beim Plansichter erteilt werden, wie
Abb. 3 veranschaulicht.
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Die Aufgabe des Mischgutes in dem beabsichtigten Mischungsverhältnis
kann in beliebiger Weise dem jeweiligen Zweck entsprechend euter Benutzung der verschiedensten
Meßekrichtungen erfolgen, z. B. selbsttätiger \waagen, Mengenmeßvorrichtung usw.
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Die einzelnen Rahmen oder ein Teil derselben können mit Heizung oder
Kühlung mittels Dampf, Flüssigkeiten, Elektrizität o. dgl. versehen sein, um dadurch
Mischvorgänge, chemische Prozesse usw. zu unterstützen bzw. zu beeinflussen. Bei
Verwendung einer Heizvorrichtung für den oder die Mischrahmen kann neben der Mischwirkung
auch eine Trocknung von Schüttgut erzielt werden.
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Die Maschine nach der Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsformen
beschränkt, kann vielmehr in mannigfacher Hinsicht abgewandelt werden, ohne von
dem Erfindungsgedanken abzuweichen. Insbesondere ist sie nicht beschränkt auf eine
bestimmte Art von Fördervorrichtungen (Förderleisten u. dgl.) des Gutes, sondern
es können-alle u. a. von dem Plansichter her bekannten und sonst geeigneten Vorrichtungen
verwendet werden, sofern sie nur so ausgebildet bzw. angeordnet sind, daß sie als
Hindernisse wirken und sich vorwiegend auf derjenigen Seite der Mischbahn befinden,
auf der die gewünschte Förderrichtung mit dem Kreisungssinn der Mischgutteilchen
vorwiegend nicht übereinstimmt.