DE657312C - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Patronen- oder Geschosshuelsen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Patronen- oder GeschosshuelsenInfo
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Description
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von einstückigen Patronen-
oder Geschoßhülsen durch Schließen des einen Endes von Rohrstücken. Die Erfindung
besteht darin, daß ein von einem nahtlos gezogenen Rohre abgeschnittenes Stück vom
einen Ende aus auf einem Teil seiner Länge mittels eines Stempels aufgeweitet, dann der
nicht aufgeweitete Teil des Rohrstückes in einer die Außenform der herzustellenden
Hülse aufweisenden Matrize durch Hindurchdrücken einer Anzahl von im Durchmesser
allmählich zunehmenden Kugeln o. dgl. oder aber durch Eintreiben eines Domes mit im
Durchmesser allmählich zunehmenden Wulsten unter Aufweiten auf den Innendurchmesser
des aufgeweiteten Rohrteiles gestreckt und schließlich der zuerst aufgeweitete Rohrteil
zum geschlossenen Hülsenboden mit Zündglockenlager gestaucht wird, wobei dem Werkstück durch Relativdrehung zwischen
ihm und der Stauchmatrize erzeugte Reibungswärme zugeführt wird. Mit Hilfe dieses
Verfahrens gelingt die Herstellung von einstückigen Geschoßhülsen auf billigem und
einfachem Wege, und zwar auch aus weniger streckbarem Werkstoff, ohne daß es wie bei
bisherigen Verfahren nötig ist, den Formling während seiner Bearbeitung Zwischenglühungen
zu unterwerfen, die die Herstellung naturgemäß verteuern. Mittels der durch die Relativdrehung zwischen Werkstück und
Stauchmatrize erzeugten, dem Rohrende zugeführten Reibungswärme gelingt es, einen
homogenen Boden mit Zündglockenlager zu erhalten, was für den Gebrauchswert und die
Lebensdauer der Geschoßhülse von großer Bedeutung ist.
An sich ist es bekannt, offene Rohrstücke am einen Ende durch Drücken oder Stauchen
des einen Endes zu schließen, z. B. bei der Herstellung von Vorwerkstücken für Tellerventile
aus dickwandigen Rohren oder von kappenartigen Schraubenmuttern. Beim Schließen durch Drücken hat man dem Werkstück
durch Relativdrehung zwischen Werkstück und Drückwerkzeug auch schon Reibungswärme
zugeführt. Diese Verfahren geben aber keine Lehre für die Herstellung
so schwierig geformter Körper, wie es Patronen- oder Geschoßhülsen sind, bei denen
es sich um sehr schwache Wandstärken handelt und der äußerst kräftig zu haltende
Hülsenboden· noch ein Zündglockenlager o. dgl. aufweist. Patronenhülsen bildete man
bisher aus zwei Teilen, einem Bodenstück und einem Hülsenstück, die miteinander nachträglich
durch Einrollen o. dgl. verbunden wurden, oder man ging von einer Blechscheibe oder einem Blöckchen aus, bildete daraus ein
Näpfchen, dessen Wandung alsdann ausgezogen wurde. Diesen Verfahren ist das neue Verfahren überlegen.
Gegenstand der Erfindung sind auch Vorrichtungen zur Ausführung des Verfahrens,
und zwar eine solche zum Aufweiten und Strecken des Rohrstückes und eine solche zur
Herstellung des Hülsenbodens mit Zündglockenlager.
Die Aufweit- und Streckvorrichtung be-
steht aus einem Aufweitedorn auf der einen und einem Abstützdorn auf der anderen Seite
der die Außenform der herzustellenden Hülse aufweisenden Matrize sowie einer Vorrichtung
zur Zuführung der Aufweitkugeln vor den Aufweitedorn, die an der der Matrize
zugekehrten Stirnseite mit einer Fassung für das Werkstück versehen ist. :
Die Vorrichtung zur Herstellung des Hülsenbodens mit Zündglockenlager besteht aus
einer feststehenden Stauchmatrize und einer nach dieser hin beweglichen Matrize mit je
einem ein Werkstückende; aufnehmenden Futter, einem in Drehung versetzbaren Matrizenring
auf der Stirnseite der Stauchmatrize und in beiden Matrizen axial beweglichen Stempeln,
von denen der in der beweglichen Matrize bewegliche Stempel die Innenseite des Hülsenbodens formt und der in der Stauchmatrize
bewegliche Stempel das zuerst aufgeweitete Rohrstückende zum geschlossenen Hülsenboden staucht und als Zündglockenstempel
ausgebildet ist. Der Matrizenring ist auf der einen Stirnseite eines Antriebsrades
befestigt, das mittels Kugellager auf dem Träger der Stauchmatrize und dem Futter
sitzt. Die bewegliche Matrize kommt an dem Matrizenring mit einem Kugellager zur Anlage.
Weitere Einzelheiten ergeben sich aus der Zeichnung und ihrer Beschreibung.
In der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung an Ausführungsbeispielen von zwei
Vorrichtungen zur Herstellung von Mauserpatronenhülsen in Schnitten dargestellt, und
zwar eine Vorrichtung zum Aufweiten und Strecken des Rohrstückes (Fig. 1 bis 6) und
eine Vorrichtung zur Herstellung des Hülsenbodens mit Zündglockenlager (Fig. 7 bis 12).
Diese zeigen auch die in den einzelnen Stufen des Verfahrens sich ändernden Formen des
Werkstückes selbst.
Fig. 9a zeigt eine Zwischenform des Werkstückes, und
Fig. 13 zeigt die fertige Patronenhülse.
Fig. 13 zeigt die fertige Patronenhülse.
A. Die Vorrichtung zum Aufweiten und Strecken des Rohrstückes gemäß Fig. 1 bis 6.
Die erste Stufe des Verfahrens besteht in der Umbildung des rohrförmigen Ausgangs-Stückes
in die Zwischenform nach Fig. 6. Diese Zwischenform besitzt einen zylindrischen
Teil 14, der im Laufe einer späteren Stufe gestaucht wird, um den Hülsenboden
mit dem Zündglockenlager der Patrone zu bilden, und einen Teil 15, der bereits genau
die Wandung und Wandstärke der herzustellenden Patronenhülse aufweist.
Die Fig. 1 bis 6 zeigen-die einzelnen Umwandlungsformen,
die das Rohrstück vom Anfangszustand (Fig. 1) bis zum Endzustand
(Fig. 6) zu durchlaufen hat, und die zugehörigen Stellungen der einzelnen Teile der
Vorrichtung.
Die Vorrichtung ist eine mechanische Presse. Sie besteht im wesentlichen aus einem
Stempelträger 2 mit dem Aufweitdorn 1,
einem Führungskörper 3, einer Matrize 4 und einem Stempel 5 mit einem Abstützdorn 13.
Der Aufweitdorn 1 weist zwei zylindrische Teile auf. Der vordere Teil iö mit kleinerem
Durchmesser entspricht dem inneren Durchmesser des Ausgangsrohrstückes 16 (Fig. 1),
der hintere Teil mit größerem Durchmesser dem inneren Durchmesser der fertigen Patronenhülse.
In der Stirnseite des Auf weitdorns 1 befindet sich eine Aushöhlung 6.
Fig. ι und 2 zeigen den Stempel in seiner rückwärtigen Endstellung links. Fig. 3 zeigt
ihn am Ende der Vorwärtsbewegung nach rechts. . :
Die Führung 3 besitzt eine zylindrische
Bohrung 7 zur Führung des dickeren Teiles des Dorns 1 .«-Diese Bohrung 7 vergrößert sich
nach dem Dorn hin bei 8, um den Dornbund aufnehmen zu können. Sie vergrößert sich
auch nach der anderen Seite zu einer Fassung 9 mit einem Durchmesser, der ein
wenig größer als der größte Durchmesser der Bohrung der Matrize 4 ist. Das Führungsstück 3 enthält außerdem ein zylindrisches
Loch 10, dessen Achse etwa senkrecht zur Bohrung 7 steht, und ist an der Presse ortsfest
angeordnet.
Die Matrize 4 besitzt eine schwach kegelige Bohrung 11, deren größter Durchmesser nach
der Führung 3 hin liegt. Diese Bohrung besitzt die Außenform der herzustellenden Patronenhülse
und verläuft zylindrisch bis zu ihrem äußeren rechten Ende. Sie ist verschiebbar,
um die beiden Endstellungen gemaß Fig. i, in der sie festgehalten werden
kann, und gemäß Fig. 2, 3 und 6 einzunehmen.
Der Stempel S besteht aus einem durchbohrten
Körper 12, der nach der Matrize hin einen schlanken hohlzylindrischen Abstützdorn
13 aufweist. Der äußere Durchmesser des Abstützdorns 13 entspricht dem äußeren
Durchmesser, der innere Durchmesser dem inneren Durchmesser des Ausgangswerk-Stückes.
Wie die Matrize 4, so kann auch der Abstützdorn 5 verschoben werden, um die
Endstellungen nach Fig. 1 und 2 einzunehmen.
Die Arbeitsweise ist die folgende.
Der gesamte Arbeitsgang umfaßt bei einem Hinundhergang des Dorns 1 fünf Stufen.
Das für die Herstellung gebräuchlicher Patronenhülsen (Kaliber etwa 7,5 bis 8 mm)
benutzte Werkstück ist ein zylindrisches, nahtlos gezogenes Rohr von 1 mm Wandstärke.
Sein äußerer Durchmesser ist einige
zehntel Millimeter schwächer als der kleinste äußere Durchmesser der herzustellenden Patronenhülse
vor dem Einziehen des Halses zum Geschoßsitze. Seine Länge ist etwas größer als die der fertigen Patronenhülse.
Bei der ersten Stufe nimmt das Rohrstück 16 die Form nach Fig. 3 an. Es wird gemäß
Fig. ι von rechts nach links in Richtung des Pfeiles 22 in die Matrize 4 eingesetzt. Nun
wird der Abstützdorn 12, 13 in die Matrize 4 geführt, wie Fig. 2 zeigt. Bei dieser Bewegung
drückt der rohrförmige Abstützdorn das Rohr 16 nach links zurück, bis dieses, in die
Erweiterung 9 des Führungskörpers 3 eingedrungen, auf den Absatz zwischen den Bohrungen
7 und 9 stößt. Nun tritt der Aufweitdorn ι in Tätigkeit und nimmt am Ende
seiner Vorwärtsbewegung die Lage nach Fig. 3 ein. Sein vorderer Teil ia geringeren
ao Durchmessers ist so in das Rohrstück 16 hineingelangt,
ohne diesem eine Formänderung zu erteilen. Sodann ist er in den hohlen Abstützdorn
13 des Stempels 5 hineingedrungen. Das Rohr 16 ist auf diese Weise nach rechts
durch den Abstützdorn 13 festgelegt und durch den vorderen Teil ia des Dorns zentriert.
Der hintere Teil des Aufweitdorns 1 geht nun bis an die Matrize 4 vor und zwingt
dabei das Rohrstück, sich in seinem Bereich 17 außerhalb der Matrize aufzuweiten. Der
äußere Durchmesser des Teiles 17 wird infolgedessen gleich dem Durchmesser der Erweiterung
9 des Führungskörpers 3, d. h. um einige zehntel Millimeter größer als der größte Durchmesser der Matrize 4. Am Ende
dieser Stufe bewegt sich der Aufweitdorn 1 wieder nach links, während der Abstützdorn
13 in seine rechte Ausgangsstellung gemäß Fig. 4 zurückkehrt.
Bei Beginn der zweiten Stufe gemäß Fig. 4 wird eine Stahlkugel 18 durch das Loch 10
der Führung in Pfeilrichtung 19 eingelegt, so daß sie in die Kammer 7 fällt. Diese Kugel
besitzt einen Durchmesser, der um einige zehntel Millimeter größer ist als der innere
Durchmesser des unaufgeweiteten Werkstückteiles 16. Der Dorn 1 zwängt die Kugel 18
durch das Innere dieses Rohrteiles 16. Das Werkstück wird dabei an der Eintrittsseite
der Öffnung der Matrize 4 durch seinen aufgeweiteten Teil 17 festgehalten, und der im
Inneren der Matrize liegende Teil 16 wird aufgeweitet und gegen die Matrizenwandung
gepreßt. Bei Beendigung der Dornbewegung wird die Kugel 18 aus der Matrize 4 ausgeworfen,
wie Fig. 5 zeigt, und zwar in Pfeilrichtung 20. Danach geht der Dorn 1 wieder
nach links. Dieser Vorgang wiederholt sich als dritte, vierte und fünfte Stufe. Jeweils
wird eine neue Kugel 18 etwas größeren Durchmessers durch die Öffnung 10 in die
Kammer 7 eingeworfen. Die Durchmesser der bei diesen aufeinanderfolgenden Stufen benutzten
Kugeln 18 wachsen von etwa 2J10 zu
2/10mm, so daß die Kugel für die letzte,
fünfte Stufe den Innendurchmesser der herzustellenden Patronenhülse besitzt. Fig. S
zeigt den Dorn 1 am Ende seiner Bewegung während der fünften Stufe. Gemäß Fig. 6 ist
der Dorn wiederum in seine linke Ausgangslage zurückgekehrt, ebenso die Matrize 4 in
ihre rechte Lage zurückbewegt, die dabei das Rohrstück mitnimmt. Am Ende der Matrizenbewegung
wirkt der rohrförmige Abstützdorn 13 als Ausstoßer für das aus der Matrize 4
zu entfernende Rohrstück 16, 17, welches dann in Richtung des Pfeiles 21 entfernt
wird. Die Matrize wird nun zurückgeführt und in ihrer linken Lage wieder festgehalten,
so daß ein neuer Kreislauf der fünf Stufen 8c an einem neuen Rohrstück beginnen kann.
Eine Abänderung erlaubt, die Zahl der Stufen auf zwei zu vermindern. Sie besteht
darin, die zweite, dritte, vierte und fünfte Stufe durch eine einzige zu ersetzen, indem
der Aufweitdorn 1 mit mehreren Wulsten mit allmählich wachsenden Durchmessern versehen
wird. Der Abstand zwischen diesen Wulsten ist dabei so bemessen, daß jeder von ihnen erst wirkt, wenn der vorangegangene
seine Zieharbeit bereits beendet hat. Dieser Aufweitdorn ist relativ lang und erfordert
eine Presse mit genügendem Hub. Die Matrize 4 bleibt dieselbe. Infolgedessen ist der
Ziehvorgang des Stempels genau der gleiche wie bei den Kugeln.
B. Die Vorrichtung zur Bildung des Hülsenbodens mit dem Zündglockenlager gemäß
Fig. 7 bis 12.
Der Formling 14, 15 (Fig. 7) muß nun an
der stärkeren Seite 14 geschlossen werden, damit er die Form der Hülse nach Fig. 10 bekommt,
also den Boden 23 mit Innen- und Außenflächen 24 und 25, die einschließlich des Zündglockenlagers 26 völlig fertiggestellt
sind. Der Boden zeigt noch ein leichtes Übermaß auf seinem Umfang bei 27.
Die Stauchvorrichtung ist in Fig. 7 bis 12 in ihren verschiedenen Arbeitsstellungen dargestellt.
Sie ist in den beiden Köpfen 28, 29 des Maschinengestelles 30 untergebracht und besteht aus zwei Matrizen.
Der Stauchmatrizenring 31 läuft um und ist eine Scheibe aus Schnellstahl von etwa
6 bis 8 mm Stärke mit einem zylindrischen .Loch 36 von gleichem Durchmesser wie der
Außendurchmesser des Teiles 14 des Formlings gemäß Fig. 7. Dieser Matrizenring 31
wird mit ungefähr 1500 Umläufen in der Minute um die Hauptachse 37 durch einen
Trieb gedreht, mit dem sie fest verbunden ist, beispielsweise durch ein Zahnrad 38, das von
einem nicht dargestellten Rade angetrieben wird. Der Stauchmatrizenring 31 und das
Rad 38 sind auf dem Kopf 28 mittels zweier Kugellager gelagert, deren eines 39 als Stirnlager
ausgebildet ist. Zur Stauchmatrize gehört auch das im Kopf 28 gelagerte Futter 33,
in dem sich der zylindrische Stempel 32, ebenfalls aus Schnellstahl, führt. Die Stirnfläche
40 des Stempels 32 ist so geformt, wie es die Form des Zündglockenlagers erfordert. Der
Stempel 32, 40 ist in Fig. 7 in seiner rückwärtigen Lage dargestellt und kann nach
links in die Lage nach Fig. 10 bewegt werden. Die Vorwärtsbewegung wird ihm z. B.
durch eine Spindelpresse, eine hydraulische oder eine andere Presse großer Kraft erteilt,
um den Teil 14 des Formlings stauchen zu können, dreht sich aber nicht um seine Achse.
Die Stirnfläche 41 des Futters 33 ist so gestaltet, daß die Stauchmatrize 31 auf ihm mit
geringer Reibung läuft.
Das Futter 34 der sich nicht drehenden, aber verschiebbaren Matrize 43 enthält eine
Bohrung 42 genau gleich der der Matrize 4 der Aufweitevorrichtung, in die der schwach
. kegelige Teil 15 des Formlings genau hineinpaßt.
Der Stempel 43 trägt an seiner Stirnseite ein Kugellager 44, damit sich daran in
der Lage gemäß Fig. 8 bis ro der umlaufende Stauchmatrizenring 31 abstützt, wobei die
Stirnfläche 45 des. Futters 34 mit geringer Reibung auf der Stirnfläche des umlaufenden
Matrizenringes 31 auf ruht.
Der axial bewegliche, zylindrische Stempel 35 aus Schnellstahl ist an seinem Stirnende
46 entsprechend der Form der Hülsenbodeninnenseite ausgebildet. Auch er nimmt mehrere
Stellungen ein, wie die Fig. 7 und 9 bis 12 zeigen.
Der Zwischenraum 48 zwischen den beiden Köpfen 28, 29 des Gestelles bildet eine Art
Becken, das bis etwa zur Achse 37 mit öl gefüllt ist. Man erhält so ein gutes Gleiten
und die Kühlung der von dem öl bespülten Teile, insbesondere des umlaufenden Matrizenringes
31. Der Erhitzung des Öles wird dadurch entgegengewirkt, daß man es im
Kreislauf zu- und abführt. Eine Schutzvorrichtung ist um die sich drehenden Teile herum
angeordnet, um das Abschleudern des Öles zu vermeiden, jedoch nicht auf der Zeichnung dargestellt.
Die Arbeitsweise ist die folgende.
In Fig. 7 wird der Formling 14; 15 eingeführt.
Die Matrize 43 mit dem Futter 34 und der Stempel 35, 46 sind zurückgeführt,
ebenso der Stempel 32. Die Matrize 43, 34 wird dann nach Einlegen des Formlings in
ihre vordere Stellung nach rechts gemäß Fig. 8 bewegt. Der Stempel 35 folgt dieser
Bewegung. Infolgedessen befindet sich der verdickte Teil 14 des Formlings in einem
Lager eingebettet,·welches durch die Bohrung des umlaufenden Matrizenringes 31 und das
Futter 33 gebildet wird, während der gezogene Teil 15 sich genau in sein Lager im
Futter 34 einlegt. Der Stempel 35 setzt seinen Weg fort, tritt in den Formling ein und
nimmt seine vordere Endlage an, wie Fig. 9 zeigt. Nun begibt sich der Stempel 32 nach
links ebenfalls in seine vordere Stellung gemäß Fig. 10, so daß der Zwischenraum zwischen
den Stirnflächen 46 und 40 der Stempel 35 und 32 genau die Form des Patronenhülsenbodens
begrenzt. Die Bewegung des Stempels 32 erfolgt relativ langsam, beispielsweise in ι bis 2 Sek. Sie veranlaßt die Umbildung
und Stauchung des Formlings, und zwar unter dem Einfluß des umlaufenden Matrizenringes
31 mit beträchtlicher Erwärmung durch Reibung. Der Formling verhält sich in
der Zone des Ringes 31 wie bildsames Metall. Es bildet sich in dieser Zone eine Wulst, die
sich nach der Mitte hin verstärkt, je mehr der Stempel 32 vorrückt. Der innere Rand dieser
Wulst schließt sich endlich in der Achse .durch Verschweißung.
Währenddessen formt sich das Metall zwischen den Stirnflächen 46 und 40 der Stempel
so, daß es die innere und äußere Form des Patronenhülsenbodens annimmt. Fig. 10 und
11 lassen den auf diese Weise erhaltenen Formling erkennen. Die Werkzeugteile 43,
34> 3 S werden nun nach rückwärts in die Lage nach Fig. 11 geführt, worauf der Sternpel
35 in dieser Zwischenlage festgehalten wird, während die Matrize 43, 44 ihre Rückwärtsbewegung
in die Lage nach Fig. 12 fortsetzt. Dabei zieht der Stempel 35 den Formling
aus dem Futter 34 heraus. Der Stempel 35 geht dann wieder weiter rückwärts in seine
Ausgangsstellung. Während dieser Bewegung wird der Formling van ihm abgestreift, und
die Vorrichtung steht für einen neuen Arbeitsvorgang bereit.
Man kann auch den Stauchmatrizenring 31
stillhalten und die übrigen Werkzeugteile, den Stempel und den Formling umlaufen lassen.
Nun wird der Formling fertig bearbeitet. Eine Abstechbank entfernt die Grate 50, 51
und das Übermaß bei 49 (Fig. 12) und stellt den Einschnitt 52 und die Abschrägung 53
(Fig. 13) her. Alsdann wird die Einschnürung 54 zur Fassung des Geschosses'mit den
üblichen Mitteln gebildet.
Claims (5)
- Patentansprüche:i. Verfahren zur Herstellung von Patronen- oder Geschoßhülsen durch Schließen des einenEndes von Rohrstücken, dadurch gekennzeichnet, daß ein von einem nahtlos gezogenen Rohre abgeschnittenesStück vom einen Ende aus auf einem Teil seiner Länge mittels eines Dorns (i) aufgeweitet, dann der nicht aufgeweitete Teil des Rohrstückes in einer die Außenform der herzustellenden Hülse aufweisenden Matrize (4) durch Hindurchdrücken einer Anzahl von im Durchmesser allmählich zunehmenden Kugeln (18) o. dgl. oder durch Eintreiben eines Dorns (1) mit im Durchmesser allmählich zunehmenden Wulsten unter Aufweiten auf den Innendurchmesser des aufgeweiteten Rohrteiles gestreckt und schließlich der zuerst aufgeweitete Rohrteil unter Zuführung von'5 durch Relativdrehung zwischen Werkstück und Stauchmatrize (31) erzeugter Reibungswärme zum geschlossenen Hülsenboden mit Zündglockenlager gestaucht wird.
- 2. Vorrichtung zum Aufweiten und Strecken des Rohrstückes bei dem Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Auf weitedorn (1) auf der einen und einen Abstützdorn (13) auf der anderen Seite der die Außenform der herzustellenden Hülse aufweisenden Matrize (4) sowie eine Vorrichtung (3, 7, 10) zur Zuführung der Aufweitkugeln (18) vor den Aufweitedorn (1), die an der der Matrize (4) zugekehrten Stirnseite mit einer Fassung (9) für das Werkstück versehen ist.
- 3. Vorrichtung zur Herstellung des Hülsenbodens mit Zündglockenlager bei dem Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine feststehende Stauchmatrize (28) und eine nach dieser hin axial bewegliche Matrize (43) mit je einem ein Werkstückende (15, 14) aufnehmenden Futter (34, 33), einen in Drehung versetzbaren Matrizenring (31) auf der Stirnseite der Stauchmatrize (28) und in beiden Matrizen axial bewegliche Stempel (35, 32), von denen der in der beweglichen Matrize bewegliche Stempel (35) die Innenseite des Hülsenbodens formt und der in der Stauchmatrize bewegliche Stempel (32) das bei dem Verfahren nach Anspruch 1 zuerst aufgeweitete Rohrstückende zum geschlossenen Hülsenfooden staucht und als Zündglockenstempel ausgebildet ist.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Matrizenring (31) auf der einen Stirnseite eines Antriebsrades (38) befestigt ist, das mittels Kugellager (39) auf dem Träger (28) der Stauchmatrize und dem Futter (33) sitzt.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die bewegliche Matrize (43) an dem Matrizenring (31) mit einem Kugellager (44) zur Anlage kommt.Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEB167375D DE657312C (de) | 1934-10-28 | 1934-10-28 | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Patronen- oder Geschosshuelsen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEB167375D DE657312C (de) | 1934-10-28 | 1934-10-28 | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Patronen- oder Geschosshuelsen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE657312C true DE657312C (de) | 1938-03-05 |
Family
ID=7005863
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEB167375D Expired DE657312C (de) | 1934-10-28 | 1934-10-28 | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Patronen- oder Geschosshuelsen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE657312C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE893936C (de) * | 1949-07-20 | 1953-10-19 | Marianne Leussler | Verfahren zur span- und abfallosen Herstellung von Aluminiumhuelsen fuer Jagdschrotpatronen |
-
1934
- 1934-10-28 DE DEB167375D patent/DE657312C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE893936C (de) * | 1949-07-20 | 1953-10-19 | Marianne Leussler | Verfahren zur span- und abfallosen Herstellung von Aluminiumhuelsen fuer Jagdschrotpatronen |
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