DE65710C - Vorrichtung und Verfahren zur stufenweisen Theilung eines Flüssigkeitsstromes - Google Patents

Vorrichtung und Verfahren zur stufenweisen Theilung eines Flüssigkeitsstromes

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DE65710C
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H. MÜLLER, Berg-Assessor a. D., in Morsbach, Post Grevenberg b. Aachen
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    • G—PHYSICS
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    • G05D—SYSTEMS FOR CONTROLLING OR REGULATING NON-ELECTRIC VARIABLES
    • G05D11/00—Control of flow ratio
    • G05D11/006—Control of flow ratio involving a first fluid acting on the feeding of a second fluid

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die in Rede stehende Vorrichtung, welche vornehmlich als Hülfsmittel für die chemische Wasserreinigung dienen soll, hat den Zweck, von einem stetig hindurchgeleiteten Flüssigkeitsstrom selbstthä'tig einen aliquoten ·— in der Regel im Vergleich zu der Gesammtmenge der letzteren- nur sehr kleinen — Theil oder mehrere solcher Theile abzuschneiden, dergestalt, dafs aus dem einen Strom zwei oder mehrere Parallelströme werden, deren relatives Mengenverhältnifs genau bestimmbar und innerhalb gewisser Grenzen auch während des Betriebes regulirbar ist.
Grundprincip des hierauf abzielenden Verfahrens ist es, diese Abscheidung nicht auf einmal, sondern stufenweise zu bewirken, indem man beispielsweise, um einen Zweigstrom zu erhalten, welcher genau Y1000 des Gesammtstromes ausmachen soll, von letzterem nicht etwa eine Ader abtrennt, deren Querschnitt jenem Verhältnifs entspricht, was schon wegen der Wirkung der Oberflächenadhäsion ein von dem beabsichtigten durchaus verschiedenes Resultat erzielen würde, sondern indem man vielmehr davon zunächst Y10, von diesem Zehntel dann wiederum Y10 und schliefslich von dem so erhaltenen Hundertstel abermals Y10 absondert, die bei jeder dieser drei Theilungen entfallenden 9/io aber, welche insgesammt 999/1000 des ursprünglichen ungetheilten Stromes bilden, wieder zu einem gemeinsamen Strom vereinigt.
Bewirkt wird diese stufenweise Theiiung am besten dadurch, dafs man den Gesammtstrom bezw. einen von demselben bereits abgetrennten Theilstrom mehrere hinter einander angebrachte sogen. »Ueberfälle« passiren läfst, auf denen eine feste oder verschiebbare Zunge, die sich nach unten bezw. in der Richtung des Stromes zu einer die Wiedervereinigung der einmal getrennten Theile verhindernden Scheidewand fortsetzt, von dem in fortschreitender Bewegung befindlichen Flüssigkeits band einen zu diesem in einem bestimmten Breitenverhältnifs stehenden Streifen abschneidet. Man kann jedoch auch, wenngleich weniger zweckmäfsig, die trennenden Zungen innerhalb flacher geschlossener Kanäle anbringen, welche von der Flüssigkeit durchströmt werden. In diesem Falle läfst sich jedoch die Vorrichtung ebenfalls zur Theiiung von Gasströmen benutzen.
In den in der beiliegenden Zeichnung dargestellten Apparat, welcher selbstverständlich in seinen Einzelheiten mannigfache Abänderungen gestattet, tritt die Flüssigkeit bei X in den Abtheil I des Kastens K ein und gelangt aus jenem unter der nicht bis zum Boden von K reichenden Scheidewand W1 her, indem sie den Abtheil II von unten aufsteigend gleichmäfsig anfüllt, zu dem ersten Ueberfall U1 mit der festen Zunge Z1 , durch welche letztere der Strom in zwei ungleiche Theile gespalten wird. Der gröfsere von diesen fliefst durch den Abtheil III a und die in dem schrägen Boden desselben befindliche Oeffnung O1 in den Sammelbehälter B. Der kleinere Theil dagegen sinkt durch III b hinab, geht oberhalb des Bodens durch einen Spalt in der Zwischenwand W2 in IV über, steigt hier wieder empor und erreicht so den zweiten Ueberfall CZ2 mit der ebenfalls festen Zunge Z2, durch welche
er abermals in zwei ungleiche Theilströme zerlegt wird. Der gröfsere von diesen tritt durch Va und die Oeffhung O2 in dem Boden dieses Abtheils wiederum in den Behälter B. Der kleinere Theilstrom zweiter Ordnung aber fällt durch Vb bis zum Boden hinab, tritt hier durch eine Aussparung in der Zwischenwand W3 in VI ein und gelangt, durch diesen Abtheil aufsteigend, zu dem dritten Ueberfall U3, auf welchem die Zunge Z3 eine nochmalige Spaltung bewirkt.
Diese letzte Zunge ist im Gegensatz zu den vorerwähnten so eingerichtet, dafs sie sieh auf U3 parallel mit sich selbst verschieben läfst, damit man durch eine scharfe, event, selbst durch eine Schraube zu vermittelnde Einstellung derselben dem durch sie abgetrennten kleineren Theilstrom dritter Ordnung mit gröfster Genauigkeit das beabsichtigte Mengenverhältnifs zu dem. ursprünglichen Gesammtstrom zu sichern im Stande ist. Da aber zwischen dieser beweglichen Zunge Z3 und der gewissermafsen ihre Fortsetzung bildenden Scheidewand W4 eine starre Verbindung nicht möglich ist, so ist man genöthigt, diese Wand, damit sie dessenungeachtet ihren Zweck, die Wiedervereinigung der durch Z3 getrennten Theilströme zu verhindern, erfüllen könne, in solcher Stellung zu befestigen, dafs sie von Z3 nie überschritten werden kann, zugleich aber mit dieser Zunge eine an ihren Bewegungen theilnehmende geneigte Rinne R zu verbinden, welche bestimmt ist, den zwischen Z3 und W4 über U3 abfallenden Theil der Flüssigkeit stets über jene Scheidewand W4 hinweg in den Sammelbehälter B zu leiten. Die gesammte in letzteren durch O1 O2 und unmittelbar von U3 bezw. aus R eintretende Flüssigkeitsmenge wird durch das Rohr ρ stetig abgeführt.
Dagegen füllt der kleinere Theil des durch Z3 gespaltenen Zweigstromes von U3 direct in den Behälter B1 , um aus diesem durch das Rohr q ebenfalls stetig abzufliefsen.
Auf U3 kann man1 (was in der Zeichnung nicht dargestellt ist) in der Nähe des anderen Endes noch eine zweite feste oder bewegliche und in letzterem Falle ebenfalls mit einer Abflufsrinne (wie R) verbundene Zunge anbringen, um vermittelst derselben einen dritten Theilstrom zu gewinnen, zu dessen Abführung event, innerhalb des Behälters B noch ein besonderer Abtheil mit separatem Abflufsrohr hergestellt werden müfste, was offenbar keinerlei Schwierigkeiten bietet.
Der wesentliche Zweck der beschriebenen Vorrichtung ist, wie bereits oben angedeutet, die chemische Wasserreinigung, indem man mit Hülfe jener den dadurch von dem Hauptstrom abgetrennten kleinen Theilstrom bezw. jeden einzelnen von mehreren solcher Theilströme so berhessen kann, dafs er auf bekannte Weise mit einem löslichen Reagens, wie Soda, Aetznatron, Aetzkalk etc., gesättigt und dann, mit ersterem wieder vereinigt, gerade im Stande ist, eine in diesem enthaltene Verunreinigung vollständig unschädlich zu machen und event, in unlöslichem Zustande abzuscheiden.
Doch bleiben selbstverständlich auch andere Verwendungsarten vorbehalten.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Vorrichtung und Verfahren zur selbstthätigen stufenweisen Theilung eines Flüssigkeitsstromes bezw. auch eines Gasstromes vermittelst mehrerer auf Ueberfällen oder auch innerhalb geschlossener Kanäle hinter einander angeordneter stromspaltender Zungen und sich an diese anschliefsende Scheidewände.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DENDAT65710D Vorrichtung und Verfahren zur stufenweisen Theilung eines Flüssigkeitsstromes Expired - Lifetime DE65710C (de)

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