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Quecksilberdampfkessel Bei Ouecksilberdampfkesseln ist man bestrebt,
mit einer möglichst geringen Menge flüssigen Quecksilbers zum Betrieb des Kessels
auszukommen. Dieses Ziel ist nach der Erfindung dadurch erreicht, daB cfer Quecksilberumlauf
im Kessel in zwei getrennten Kreisläufen erfolgt, von denen der eine durch im Feuerraum
angeordnete Heizrohre gebildet wird und sich selbsttätig vollzieht, während der
andere durch in der Rauchkammer liegende Rohrschlangen erfolgt und zwangsläufig
mittels einer Pumpe bewirkt,wird.
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Ein Ausführungsbeispiel des Quecksilberdampfkessels nach der Erfindung
ist in der Zeichnung in einer schaubildlichen Ansicht dargestellt.
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Die Kesselanlage besteht aus einem auf einem Sockel ruhenden Ofen
mit den Vorder-und Rückwänden io sowie den Seitenwänden i i. An Trägern 12 und 13
ist der Oberteil des Ofens befestigt. Zwischen dem Ober-und dem Unterteil ist ein
Mittelstück angeordnet, das an dem Ober- und Unterteil an den Stellen 1q. und 15
ausdehnungsfähig befestigt ist. Das Mittelstück ist nachgiebig mittels Stangen 16
an ortsfest gelagerten T-Trägern 17 aufgehängt. In die Stangen 16 sind Federn 18
eingeschaltet. Die unteren Enden der Stangen 16 sind an eine waagerechte. Kesseltrommel
i9, sowie an je ein vorderes und hinteres Sammelrohr 2o, 21 angeschlossen, das reit
der Kesseltrommel in Verbindung steht. Die Enden der Kesseltrommel i9 erstrecken
sich durch die Wände des Mittelstückes, während die an die Kesseltrommel angeschlossenen
Sammelrohre 20, 21 mindestens teilweise außerhalb der Ofenwände liegen. Der Ofenunterteil
und der untere Teil des Mittelstückes bilden zusammen einen Verbrennungsraum 22
von im wesentlichen rechteckigem Querschnitt. Zur Aufrechterhaltung der Verbrennung
wird dem Verbrennungsraum mittels nicht dargestellter Vorrichtungen Brennstoff und
Luft zugeführt. Die Wände des Feuerraumes sind von Heizrohrreihen 23 bedeckt. Die
die vordere und hintere Wand des Feuerraumes bekleidenden Heizrohre sind an, ihren
oberen Enden 24. etwas nach außen umgebogen und an die Sammelrohre 2o, 21, dagegen
die die Seitenwände bekleidenden Heizrohre mit ihren oberen Enden 25 an den Boden
der Kesseltrommel ig angeschlossen. Im oberen Teil der Verbrennungskammer sind Schlackenfänger
angeordnet,
die nach der Erfindung von den mittleren Teilen der die Seitenwände des Feuerraumes
bekleidenden Heizrohre gebildet werden. Zu diesem Zweck sind diese. Rohre gruppenweise
zopfartig zusammengeflochten. Bei der dargestellten Ausführungs-w form besteht jede
Gruppe aus drei' miteinander verflochtenen Rohren, die nach innen zu, d. h. also
in der Richtung zur Längsmittelachse der Kesseltrommel i9" von den Feuerraumwänden
abgebogen und deren obere Enden 25 in einem gleichen Abstand voneinander an den
Boden der Kesseltrommel angeschlossen sind. Die gegenseitige Verflechtung einzelner
Rohre ist ein ausgezeichnetes Mittel zur Förderung der Widerstandsfähigkeit der
Rohre und zur Erzielung einer gleichmäßigen Wärmeabgabe an die Rohre. Außerdem schützen
sich die Rohre jeder Gruppe gegenseitig gegen eine zu starke Wärmeaufnahme. Dies
ist von besonderer Bedeutung, weil die Heizrohre in diesem Teil des Feuerraumes
besonders hohen Temperaturen ausgesetzt sind.
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Die Rohre 23 erstrecken sich mit ihren unteren Enden durch die Feuerraumwände
io und i i und sind an mehrere voneinander unabhängige Sammelrohre 26 angeschlossen.
Das flüssige Quecksilber wird diesen unteren Sammelrohren 26 durch Fallrohre 27
zugeführt, die an das äußere Ende der Kesseltrommel i9 angeschlossen sind und sich
in zwei Rohrstränge 28 und 29 zerteilen, von denen Abzweigleitungen 30 zu
den Sammelrohren 26 führen. Zur Verkleinerung des Flüssigkeitsraumes innerhalb der
Trommel i9 und den Sammelrohren 20 und 2 1 sind besondere Füllstücke 31 vorgesehen.
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Während des Betriebes strömt das flüssige Quecksilber aus der Kesseltrommel
durch die Fallrohre 27, 28, 29, 30 zu den unteren Sammelrohren 26. Von dort
fließt das Quecksilber in die Rohre 23, die als Steigrohre bezeichnet werden können.
In diesen Steigrohren wird das Quecksilber erhitzt und teilweise verdampft. Das
Flüssigkeitsdampfgemisch gelangt dann in die Kesseltrommel i9 und die Sammelrohre
2o, von welchen der Dampf in bekannter Weise Turbinen oder anderen Kraftmaschinen
zuströmt, während die Flüssigkeit ihren Kreislauf durch die Fallrohre von neuem
beginnt., Dieser Kreislauf des Quecksilbers vollzieht sich unter der Wirkung der
Schwerkraft und infolge thermischer Beeinflussung, d. h. also selbsttätig, da das
flüssige Quecksilber in den Fallrohren ein größeres spezifisches Gewicht hat als
das Flüssigkeitsdampfgemisch in den Steigrohren.
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In der von dem Oberteil des Kessels gebildeten Rauchkammer wird die
noch vorhandene Wärmeenergie der aus der unteren Verbrennungskammer kommenden Verbrennungsgase
zur Erwärmung und Verdampfung des _.Ouecksilbers ausgenutzt. Die Heizelemente werden
teilweise von der Kesseltrommel i9 :und teilweise von einem besonderen, außerhalb
des Ofens befindlichen Vorratsbehälter, z. B. einem in Quecksilberkraftanlagen gewöhnlich
vorhandenen Kondensator, gespeist. Die oberhalb der Verbrennungskammer befindlichen
Heizelemente sind bei der dargestellten Ausführungsform in vier Stufen angeordnet.
Dabei liegen die Rohrelemente symmetrisch zu einer durch die Längsmittelachse. der
Kesseltrommel i9 gehenden senkrechten Ebene. Die oberste Rohrstufe 32 bildet ein
V orwärmer für das flüssige Quecksilber. Diesen Rohren wird das flüssige Quecksilber
durch eine Leitung 33 zugeführt, die von einem Kondensator oder einer anderen Quecksilberquelle
kommt. Das Rohr 33 ist an ein Sammelrohr 34 angeschlossen, das außerhalb der Ofenwände
liegt und mit Verbindungsleitungen 35 an die Rohre der obersten Rohrstufe 32 angeschlossen
ist. Jedes1 Rohr dieser Stufe weist eine Anzahl haarnadelförmiger Ausbiegungen auf.
Die Rohre sind mit ihren anderen Enden an mehrere voneinander unabhängige Sammelrohre
36 angeschlossen, die außerhalb der Seitenwand ii des Mittelstückes liegen. Dabei
können die Rohre 32 abwechselnd an die Sammelrohre 36 der einen Seite und an entsprechende
Sammelrohre der anderen Seite des Mittelstückes angeschlossen sein. Das in der obersten
Rohrstufe vorgewärmte Quecksilber strömt aus den Sammelrohren 36 durch Verbindungsrohre
37, 38 in ein Rohr 39, das an den Saugstutzen einer Umwälzpumpe 4o angeschlossen
'ist. In das Rohr 39 strömt auch Quecksilber aus der Kesseltrommel i9. Die Pumpe
40 ist mittels eines Motors 41' antreibbar, dessen -Geschwindigkeit in Abhängigkeit
von der Kesselleistung geregelt werden kann. Die Pumpe fördert durch eine Leitung
41 in ein Sammelrohr 42, das an den Seitenwänden des Kessels entlangläuft und das
flüssige Quecksilber in zwei weitere, parallel geschaltete Rohrstufen 43, 44 leitet.
Die Rohrstufe 43 liegt unmittelbar oberhalb der Rohrbündel der die Seitenwände des
Feuerraumes bekleidenden Heizrohre 23. Jedes Rohr beider Rohrstufen 43, 44 bildet
haarnadelförmige Schleifen. Die Rohre der Rohrstufe 43 sind mittels Zuführungsleitungen
45 an ein Sammelrohr 46 angeschlossen, dem das flüssige Quecksilber aus der Leitung
42 durch ein Rohr 47 zuströmt. Die einzelnen Rohre der Stufe 44 sind mit außerhalb
der Feuerraumwände liegenden Zuführungsleitungen an einzelne Sammelleitungen 48
angeschlossen, denen das flüssige Quecksilber
ebenfalls aus der
Leitung 42 durch Rohre 49 zugeführt wird.
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Wie erwähnt, sind die beiden Rohrstufen 43, 44 parallel geschaltet
und gemeinsam an die Zuführungsleitung 42 angeschlossen. Beide Rohrstufen münden
in eine weitere Rohrstufe 5o, die aus mehreren Rohrreihen besteht. Diese Rohre haben
einen größeren Durchgangsquerschnitt, jedoch sind sie ebenfalls zu haarnadelförmigenSchleifen
gebogen. Die Rohrstufe 5o liegt oberhalb der Kesseltrommel i9 und füllt den ganzen
Querschnitt der Rauchkammer aus. Bei der dargestellten Ausführungsform ist der Einlaßstutzen
51 des ersten Rohres der Rohrstufe 5o an das erste und zweite Rohr der Rohrstufe
43 angeschlossen. Das erste und zweite Rohr -der Rohrstufe 44 ist in der gleichen
Weise mit einem anderen Rohr der Rohrstufe 50 verbunden. Zweckmäßig sind
benachbarte Rohre der Rohrstufe 5o auf beiden Seiten der Rauchkammer abwechselnd
an zwei Rohre der Rohrstufen 43 und 44 angeschlossen. Die einzelnen Rohre der Rohrstufe
5o ebenso wie diejenigen der anderen Stufen bilden zusammen gleichsam einen Rost.
Die Rohre 5o sind mittels Verbindungsleitungen 52 an die Kesseltrommel i9 angeschlossen.
In der Nähe des Anschlusses der Verbindungsrohre 52 an die Kesseltrommel i9 ist
eine Platte 53 aus wärmeisolierendem Baustoff an den Rohren 52 befestigt. Diese
sich nach unten erstrekkende Platte zwingt die aus der Verbrennungskammer austretenden
Verbrennungsgase; durch die Rohrstufen 43 und .44 zu strömen. Die Rohre der Stufe
5o haben im Vergleich zu den Rohren der Stufen 43, 44 einen größeren Querschnitt,
damit der in den Rohren der Stufe 5o entwickelte Dampf hinreichenden Raum zur Verfügung
hat.
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Während des Betriebes drückt die Umwälzpumpe 4o das Quecksilber durch
die Rohrstufen 43 und 44, aus denen das Quecksilber in die Rohrstufe 5o fließt,
in der es teilweise verdampft. Dieses Quecksilberdampfgemisch gelangt dann in die
Kesseltrommel i9. Durch die Rohrstufen 43, 44 und 50 ist also zusammen mit
der Kesseltrommel ein Kreislauf gebildet, in dem die zueinander parallel geschalteten
Rohrstufen 43 und 44 in Reihe mit äer Kesseltrommel und der Rohrstufe 50
liegen. Sämtliche Rohre werden von dem Ofenmittelstück getragen, das seinerseits
mittels der Kesseltrßmmel i9 und den Stangen 16, 18 an den Träger 17 aufgehängt
ist. Außerdem sind noch mehrere an der Ofendecke 55 über zwischengeschaltete Federn
56 angreifende Tragstangen 54 vorgesehen. Die Tragstangen 54 greifen an den Rohren
der Stufe 5o mittels einer Platte 57 an, die an den unteren Enden der Stangen 54
befestigt ist und unter die schleifenartig abgebogenen Einlaßenden der einzelnen
Rohre der Rohrstufe 5o greift. Um die Stangen 54 gegen eine zu große Erwärmung durch
die Verbrennungsgase zu schützen, sind einige Rohre der Vorwärmstufe 32 in unmittelbarer
Nähe der Stangen 54 mit U-förmig gebogenen Teilen 58 versehen, die zusammen mit
einem Teil der zugehörigen Stangen durch einen wärmeisolierenden Stoff 59 bedeckt
sind. Auf diese Weise sind die Stangen 54 gegen eine übermäßige Erwärmung seitens
der Verbrennungsgase geschützt. Einen weiteren Halt finden die Rohrstufen 43 und
44 durch den Anschluß ihrer Rohre an die auf-den Platten 57 aufliegenden Einlaßenden
der Rohre der Rohrstufe 5o. Die Rauchgase ziehen durch einen Kanal 6o ab, der im
oberen Teil der Ofenanlage angeordnet ist.
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Die Heizrohre des Kessels bilden zwei getrennte Kreisläufe, von denen
der eine durch die die Wände des Feuerraumes bekleidenden Heizrohre 23 gebildet
ist. Der Kreislauf des Quecksilbers durch diese Rohre erfolgt teils durch die Wirkung
der Schwerkraft, teils ist dieser Umlauf thermisch bedingt. Die Rohre der Stufen
43, 44 und 5o bilden einen zweiten Kreislauf für das Quecksilber, der durch die
Umwälzpumpe 40 zwangsläufig aufrechterhalten wird. In der Kesselanlage ist also
ein zwangsläufiger Kreislauf mit einem künstlich erzeugten Kreislauf vereinigt,
so daß die Vorteile beider Betriebsweisen unter Erzielung der Wirkung derart verknüpft
sind, daß die zur Aufrechterhaltung des Kreislaufes erforderliche Kraft sowie, die
für den Betrieb des Kessels erforderliche Quecksilbermenge auf ein Mindestmaß verringert
sind. Der im oberen, Teil der Verbrennungskammer durch die gruppenweise Verflechtung
der Heizrohre gebildete Schlackenfang bewirkt eine gleichmäßige Wärmeübertragung
auf die Heizrohre und läßt außerdem noch einen hinreichenden Durchgangsquerschnitt
für die aus dem Feuerraum in die Rauchkammer strömenden Verbrennungsgase frei.
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Die durch die haarnadelförmig gebogenen Rohre der einzelnen Rohrstufen
gebildeten Roste zeichnen sich durch besondere Einfachheit aus. Diese Roste können
mit verhältnismäßig geringen Kosten hergestellt werden, so daß sie eine billige
Vorrichtung zur L`bertragung der Wärme auf das die Rohre durchströmende Quecksilber
bilden. Das Quecksilber muß diese Wärmeübertragungsvorrichtung zunächst durch die
Rohrstufen 43 und 44 durchströmen, die dem Verbrennungsraum am nächsten liegen und
daher am stärksten beheizt werden. Da sich das Quecksilber in den Rohren dieser
beiden Stufen in flüssigem Zustand befindet, ist eine gute Wärmeübertragung
gesichert.
Die Dampfentwicklung aus dem Quecksilber findet in den Rohren der Rohrstufe 5o statt,
die das Quecksilber mit Bezug auf die Strömungsrichtung der Heizgase im Gegenstrom
durchfließt. Die oberen Enden des- Rohre 5o bilden die Einlässe und liegen im kältesten
Teil der Heizgase. Beim Durchströmen der Rohre 50 wird das Quecksilber allmählich
immer mehr verdampft, so daß auch die Geschwindigkeit des Quecksilberdampfgemisches
innerhalb der Rohre wächst. Die unteren Enden der Rohre 50, in denen der Quecksilberdampf
die höchste Geschwindigkeit hat, liegen in einem Bereich, in dem die Heizgase eine
mittlere Temperatur haben. .
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Rechnungsmäßig ist die zum Betrieb des beschriebenen Kessels erforderliche
Quecksilbermenge um etwa So °/o je Kilowatt im Vergleich zu Kesseln verringert,
deren Heizrohre im wesentlichen mit flüssigem Quecksilber angefüllt sind und bei
denen entweder nur ein selbsttätiger oder nur ein zwangsläufiger Kreislauf des Quecksilbers
stattfindet. Während des Betriebes werden die die Verbrennungskammer bekleidenden
Heizrohre allmählich mit Schlacke bedeckt, so daß die auf die Rohrstufen 43, 44
und 50 übertragenen Wärmemengen allmählich steigen. Die Verbrennungsgase
verlassen den Feuerraum durch die Zwischenräume zwischen den einzelnen Gruppen der
miteinander verflochtenen Heizrohre und durchströmen zunächst die Rohrstufen; 43
und 44, deren Rohre einen verhältnismäßig kleinen Querschnitt haben und mit flüssigem
Quecksilber angefüllt sind. Dann gelangen die Verbrennungsgase in die Rohrstufe
So, deren Rohre einen größeren Querschnitt haben und sowohl mit flüssigem als auch
mit dampfförmigem Quecksilber angefüllt sind. Die die Rohrstufe So verlassenden
Verbrennungsgase strömen durch den Vorwärmer 32, aus dem sie durch den Heizzug 6o
entweichen. Das dem Kessel aus einem Kondensator oder einer anderen Quelle zuströmende
Quecksilber fließt zunächst durch den Vorwärmer 32 und dann nacheinander durch die
Rohre der Rohrstufen 43, 44 und So. Aus der letzten Rohrstufe strömt das teils flüssige,
teils dampfförmige Quecksilber in die Kesseltrommel i9. Aus der Kesseltrommel i9
wird der Quecksilberdampf entnommen, während die aus den Rohrstufen in die Kesseltrommel
i9 gelangende Flüssigkeit von neuem ihren Kreislauf durch die Heizrohre 23 des Feuerraumes
oder die Rohrstufen beginnt.
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Bekanntlich kann ein mit flüssigem Quecksilber gefülltes Rohr einer
stärkeren Erwärmung ausgesetzt werden als ein sowohl mit flüssigem als auch mit
dampfförmigem Quecksilber gefülltes Rohr. Um daher eine möglichst große Wärmemenge
auf das in den Rohrstufen 43 und 4. befindliche Quecksilber übertragen zu können,
ist dafür gesorgt, daß das Quecksilber in'diesen Rohren unter einem hohen Druck
steht, so daß dessen Verdampfung verhindert ist. Dies ist dadurch erreicht, daß
das in den Rohrstufen 43 und 44 befindliche flüssige Quecksilber unter dem Druck
der in der höher gelegenen Rohrstufe 5o befindlichen Flüssigkeit steht. Infolgedessen
kann die in den Rohren der Rohrstufen 43 und 44 befindliche Flüssigkeit ohne Gefahr
einer. Dampfbildung hoch erhitzt werden. Die Umwälzpumpe 4o drückt das flüssige
Quecksilber durch die Rohrstufen 43 und 44 unter Überwindung eines Gegendruckes,
der beträchtlich größer ist als der in der Kesseltrommel herrschende Druck, weil
das Onecksilber in den Rohrstufen 43 und 44 unter dem in der Rohrstufe So herrschenden
Flüssigkeitsdruck steht. Die Umwälzpumpe 40 saugt das flüssige Quecksilber aus dein
Vorwärmer 32 sowie aus der Kesseltrommel ic) an. Dabei kann dafür gesorgt werden,
dab während des gewöhnlichen Betriebes die der Trommel entnommene Quecksilbermenge
etwa das Sechsfache der dem Vorwärmer entnommenen Menge beträgt. Dies bedeutet,
daß die dem Kessel zugeführte Quecksilbermenge einen etwa siebenmaligen Kreislauf
durch die Rohrstufen ausführen muß. Wenn also So % des gesamten Dampfes in
den Rohrstufen 43, 44. So erzeugt wird, ist das Verhältnis der Flüssigkeit zum Dampf
am Austritt der Rohre etwa 13 : i. Dieses Verhältnis gestattet die Übertragung großer
Wärmemengen auf das die Rohrstufen 43, 44 und So durchströmende Quecksilber.
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Hinsichtlich der die Wände des Feuerraumes bekleidenden Heizrohre
23 ist dieses Verhältnis größer, zweckmäßig etwa 30 : i. Sobald der Kessel außer
Betrieb gesetzt wird, strömt das in den Rohren der Rohrstufe So befindliche flüssige
Quecksilber in die Kesseltrommel i g, so daß sich zum Wiederanfahren des Kessels
in den Heizrohren 23 eine hinreichende Quecksilbermenge befindet, die jedoch im
Vergleich zur Größe der gesamten Heizfläche der Heizrohre und der Rohrstufen verhältnismäßig
gering ist. Es ergibt sich also eine Ersparnis an Quecksilber. Beim Anfahren des
Kessels wird das flüssige Quecksilber durch den in den Heizrohren 23 entwickelten
Dampf sowie durch seine infolge der Erwärmung stattfindende Ausdehnung in die Rohrstufen
gedrückt.
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Die Anordnung einer einzigen gemeinsamen Kesseltrommel für beide Kreisläufe
ist deshalb möglich,- weil die Rohre der einzelnen Rohrstufen verhältnismäßig lang
sind,
so daß nur eine geringe Anzahl Rohre an die Kesseltrommel
angeschlossen zu -werden braucht. Es genügen also in der Kesseltrommel nur wenige
Öffnungen zum Anschluß der Rohre. Im Gegensatz hierzu müssen bei den bisher üblichen
Kesseln gleicher Leistung, bei denen ein.zwangsläufiger Kreislauf des Quecksilbers
fehlt, zwei Kesseltrommeln angeordnet sein, die noch außerdem einen verhältnismäßig
großen Durchmesser haben müssen, damit die zahlreichen kurzen Heizrohre überhaupt
an die Kesseltrommel anschließbar sind. Die Anordnung einer einzigen Kesseltrommel
verringert die Herstellungskosten, weil der Anschluß weniger langer Rohre einfacher
ist als der Anschluß vieler kurzer Rohre. Bei Verwendung einer einzigen Kesseltrommel
ist außerdem die zum Betrieb des Kessels erforderliche O_uecksilbermenge wesentlich
verringert. Dies beruht nicht allein darauf, daß bei Anordnung mehrerer Kesseltrommeln
ein größerer zusätzlicher Raum mit Quecksilber gefüllt werden muß, sondern die Verringerung
der Quecksilbermenge ist auch noch dem Umstand zu verdanken, daß das von dem in
den Heizrohren 23 entwickelten Dampf verdrängte Quecksilber in einer einzigen Kesseltrommel
einen höheren Flüssigkeitsstand erreicht als in zwei oder mehreren Kesseltrommeln.
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Um bei den hohen Betriebstemperaturen die eisernen Wandungen der Heizrohre
vor der Auflösung durch das Quecksilber zu schützen und ferner die mit -dem Quecksilber
in Berührung stehenden Heizflächen der Heizrohre sauber zu halten, können dem Quecksilber
noch besondere Zusätze beigemengt werden. Die Umwälzpumpe 40 sorgt dann für eine
gleichmäßige Verteilung dieser Zusatzstoffe innerhalb der ganzen Anlage.
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Zur Änderung der die Rohrstufen durchströmenden Quecksilbermenge kann
die Drehzahl des Antriebsmotors der Umwälzpumpe in Abhängigkeit von der Kesselleistung
geregelt werden. Die Regelbarkeit des Antriebsmotors der Umwälzpumpe gestattet auch
eine Regelung des Umlaufs des Quecksilbers durch die Rohrstufen in der Weise, daß
bei verschiedenen Kesselleistungen eine gewünschte Druckverteilung in den einzelnen
Rohrstufen aufrechterhalten werden kann. Der von der Umwälzpumpe 4o erzeugte Druck
kann in zwei Stufen zerlegt werden, von denen die eine für die Förderung des Quecksilbers'
durch die Rohrstufen 43 und 44 und die andere zur Förderung des Quecksilbers durch
die Rohrstufe 5o dient. Dies ermöglicht die weitere Hinzufügung von Heizrohren in
dem kälteren Temperaturbereich der Heizgase, also solcher Rohre, die eine verhältnismäßig
große Heizfläche haben, jedoch wenig Quecksilber enthalten. Diese die Rohrstufe
5o bildenden Rohre sind vor der Wirkung der hocherhitzten Heizgase geschützt, weil
diese Gase, bevor sie die Rohrstufe 5o erreichen, innerhalb der Rohrstufen 43 und
44 abgekühlt worden sind. Ferner ist die Versorgung jedes einzelnen Rohres der Rohrstufe
5o mit Quecksilber dadurch gesichert, daß jedes dieser Rohre an zwei engere Rohre
der anderen Stufen parallel angeschlossen ist. Schließlich ist die Strömungsgeschwindigkeit
innerhalb der weiten Rohre der Rohrstufe 5o dadurch gesteigert, daß auf der ganzen
Länge dieser Rohre eine gleichmäßige Dampferzeugung stattfindet. Außerdem ist noch
zu beachten, daß der im oberen Teil des Feuerraumes von den Heizrohren gebildete
Schlackenfang sowie die Rohrstufen 43 und 44 die Heizgase hinreichend abkühlen,
so daß sich auf den weiten Rohren der Rohrstufe 5o keine Schlacke absetzen kann.