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Abdeckung für bombensichere selbständige Luftschutzbauten Die Erfindung
bezieht sich auf eine Abdeckung für bombensichere Luftschutzbauten, wie sie insbesondere
in Flughäfen und ähnlichen Verkehrsanlagen erforderlich sind.
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Der Grundgedanke der Erfindung besteht darin, daß über der eigentlichen
Schutzraumdecke eine Schutzdecke mit Zwischenraum so angeordnet ist, daß zwischen
Schutzraumdecke und der zweckmäßig ebenfalls armierten oder getarnten Schutzdeckung
ein ins Freie führender Gasdruckentdämmungs- und Entlüftungsraum vorgesehen ist,
durch den die bei der Explosion der Bomben entstehenden Luftdruckwellen ins Freie
abgeleitet werden und dadurch der augenblickliche Druck auf die darunterliegende
Unterstandsdecke ganz erheblich vermindert wird. Die Schutzdeckung kann jegliche
geeignete Form aufweisen; so läßt sie sich beispielsweise in bekannter Weise gewölbt
ausführen, damit die Geschosse abgelenkt werden. Fernerhin werden erfindungsgemäß
die Abmessungen der Schutzdeckung so bewählt, daß sie die ,Schutzraumdecke überragt,
und zwar dergestalt, daß alle für die Entlüftung o. dgl. dienenden Ausbauten vollkommen
verdeckt liegen und nach außen nicht in die Erscheinung treten. Schließlich läßt
sich erfindungsgemäß der Gasdruckentdämmungs- und.Entlüftungsraum auch für den Luftausgleich
im eigentlichen Luftschutzraum, mitheranziehen, indem aus dem Innern des Luftschutzraumes
Lüftungsschächte in den Gasdruckentdämmungs- und Entlüftungsraum führen.
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Mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung sind im folgenden beschrieben
und in den Zeichnungen wiedergegeben. Es zeigen Abb. i einen Längsschnitt durch
einen Luftschutzraum mit der Abdeckung gemäß der Erfindung, Abb. a einen Ouerschnitt
durch den Luftschutzraum mit Abdeckung gemäß der Erfindung, Abb. 3 eine Vorderansicht
und Abb. q. eine Seitenansicht des Luftschutzraumes mit Abdeckung gemäß der Erfindung,
Abb. 5 einen Grundriß einer zur Be- und Entlüftung dienenden Einrichtung, Abb.6
einen Schnitt nach der Linie A-A der Abb. 5, Abb. 7 eine Anordnung des Ventilators
für die Be- und Entlüftungseinrichtung in bezug auf die Deckenunterkante des Luftschutzr
aumes, Abb. 8 den Grundriß eines für die Be- und Entlüftungsanlage bestimmten Saugschachtes,
Abb. 9 die Ansicht des Saugschachtes gernäß Abb.8.
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Die für die Erfindung wesentliche Abdeckung ist in den Ausführungsbeispielen
in Zusammenhang mit dem Luftschutzraum selbst dargestellt und beschrieben. Die Luftschutzeinrichtung
besteht dabei im wesentlichen
aus dem eigentlichen Luftschutzraum
r mit der Raumdecke 2 und einer oberhalb des Luftschutzraumes i angeordneten Schutzeinrichtung
3 mit der Schutzdecke 4.. Diese (leckt den Luftschutzraum nach oben völlig*, ab
und wird durch Säulen 5 in einem Abstand a. über der Raumdecke 2 gehalten. Z@vischeu
Raumdecke 2 und Schutzdecke 3 ist infolgedessen ein durchgehender Leerraum 6 vorhanden,
der die Aufgabe der Gasdruckentdänunung,- Entlüftung usw. hat, wie aus den unten
folgenden Darlegungen liervorgelit. Der Luftschutzraum i ist in das Erdreich bis
zu einer angemessenere Tiefe hineingelegt. Dabei ergeben sich Böschungen 7. . Die
Anordnung läßt sich aber auch so Wählen, daß die Raumdecke mit dem Boden etwa ab
schließt.
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Für den Ausgleich zwischen dem "Terrain und der Fußbodenoberkante
sorgen schiefe Ebenen 8, die zu einem Korridor g innerhalb des Luftschutzbaues hineinführen.
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Die Fundanientplatte i o (der Fußboden) wird genügend stark gewählt.
Gegen Auftriebswirkungen bieten Eisenarmierungen innerhalb der Fundamentplatte Sicherheit,
und gegen die Einflüsse der Erdfeuchtigkeit bietet eine Ruberoideinlage Schutz.
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Für den Längs- und Ouerverband sind in die Fundamentplatte (Pfeilerachsen)
Bodenanker aus Rundeisen eingebaut, die mit den Ankern der Umfassungsmauer i i und
den Armierungen der Raum- und Schutzdecke verbunden sind. Dadurch ist es unmöglich
gemacht, daß sich die' Schutzdecke und die Pfeiler durch Gasdruck oder sonstige
Einwirkungen -abheben und verschieben können.
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Was die Ausgestaltung der Abdeckung selbst anbelangt, so sind in reichem
Maße Erfahrungen aus der Praxis nutzbar gemacht worden. So hat die Praxis gezeigt,
daß bei U nterstandsbauten mit allzu starken Decken diese, falls Beschädigungen
durch Sprengwirkungen eintreten, viel Zeit zur Instandsetzung beanspruchen. Mitunter
mußte man auch die Erdanschüttungen über den Decken vollkommen entfernen. Weiterhin
wurde zur Ausführung der Bolzarbeiten des Unterstandes bei derartigen Vorkommnissen
viel Platz in Anspruch genommen, welcher der Nutzfläche des Unterstandes verlorengeht.
Auch ist bei außergewöhnlich starken Decken für die natürliche und rasche Entlüftung
der eindringenden Gase und giftigen Dämpfe keine Möglichkeit vorhanden. Bei starken
Vergasungen und lang anhaltenden Gasangriffen können daher bei derartigere Decken
Risse und Sprünge für die Insassen der Unterstände sehr gefährlich sein.
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Die Deckenkonstruktion gemäß der Erfindung bietet nach jeder Hinsicht
die Gewähr, daß giftige Dämpfe und Gase nicht einzudringen vermögen. Weiterhin aber
ist der \-orteil vorhanden, daß eine mechanische Be-",Schädigung der Raumdecke praktisch
unmög-''jich erscheint.
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' . Die Schutzdecke ,4, die zweckmäßig, wie Abb. 2 zeigt, mit gewölbter
oder auch abgeflachter Oberfläche ausgestattet ist, setzt sich aus einer armierten
Abdeckung 16, einer Erdaufschüttung i 7 und einer Eisenbetondecke 17' zusammen.
Sollte es wirklich einmal eintreten, daß diese stark bewehrte Schutzdecke durchschlagen
wird, so bleibt noch die von Schutzdecke durch den Gadruckentdämmungs- und Entlüftungsraum
6 getrennte Raumdecke unbeschädigt.
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# Im Gasdruckentdämmungs- und Entlüftungsraum 6 können die schädlichen
Gase und Dämpfe auf natürlichem Wege abziehen, ohne den Schutzrauen zu gefährden.
Auch die Splitterwirkung wird im Gasdruckentdämmungs- und Entlüftungsraum sehr stark
isoliert.
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Sollte die Schutzdecke beschädigt werden, so kann bis zur Instandsetzung
behelfsmäßig durch Einziehen von Holzbalken in den Gasdruckentdämmungs- und Entlüftungsraum
die volle Sicherheit für die Schutzräume sofort wiederhergestellt werden. Das Einziehen
der Holzbalken erfordert keinerlei Fachkenntnisse und kann daher von jedem Arbeiter
in kürzester Zeit hergestellt werden. Auch bleibt für die Entlüftung von C`as und
sonstigen chemischen Kampfstoffen noch genügend Raum übrig. Hierin liegt ein weiterer
Vorteil der Konstruktion gemäß der Erfindung, da bei den bekannten Deckenanordnungen
in solchem Falle zeitraubende Bolzarbeiten erforderlich sind, die es vielfach unmöglich
machen, während der Instandsetzungszeit den Schutzraum zu benutien.
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Die Stärke der Raum- und Schutzdecken ist entsprechend den wahrscheinlich
zu erwartenden Höchstbeanspruchungen gewählt. So ergibt sich bei Annahme einer Einzellast
von 5o ooo kg in der Feldmitte eine mittlere Stärke von .45 ein. Die Decken sind
gekreuzt armiert. Für die Ausführung ist zweckmäßig ein hochwertiger Zement im Mischungsverhältnis
von i : 3 gewählt.
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Sehr wichtig ist auch,, daß durch die den eigentlichen Luftschutzraum
vollständig abdeckende Schutzdecke die Ausbauten für die Luft- und Ventilationsschächte
vollkommen abgedeckt sind und nach außen nicht in die Erscheinung treten.
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Was die Be- und Entlüftung des Schutzraumes anbelangt, so sind die
Saugschächte der Lüftungsanlage 38 so angeordnet, daB die Oberkante mit dein Deckenspiegel
bündig verläuft. Dadurch wird vermieden, daB sich
in den einzelnen
Deckenfeldern schlechte Luft und Gase ansammeln und festlegen können.
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Abb.7 zeigt, wie der Entlüftungsschacht in dem Luftschutzraum unmittelbar
bündig mit der Unterkante der Raumdecke angeordnet ist. Zweckmäßig wird in den Lüftungsschacht
(s. Abb. 6) noch ein Schutzgitter 45 eingebaut. In den Abb. 9 und 9 ist für die
Lüftungsschächte eine Tür 46 eingebaut, für die ein Keilverschluß nach Art des für
die Gasschleusentür benutzten Verschlusses Anwendung findet.