DE639623C - Herstellung konzentrierter Salpetersaeure - Google Patents

Herstellung konzentrierter Salpetersaeure

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DE639623C
DE639623C DEW96343D DEW0096343D DE639623C DE 639623 C DE639623 C DE 639623C DE W96343 D DEW96343 D DE W96343D DE W0096343 D DEW0096343 D DE W0096343D DE 639623 C DE639623 C DE 639623C
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DE
Germany
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nitric acid
auxiliary liquid
water
column
production
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Expired
Application number
DEW96343D
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English (en)
Inventor
Dr Paul Ernst
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Wacker Chemie AG
Original Assignee
Wacker Chemie AG
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Publication date
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B21/00Nitrogen; Compounds thereof
    • C01B21/20Nitrogen oxides; Oxyacids of nitrogen; Salts thereof
    • C01B21/38Nitric acid
    • C01B21/44Concentration

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

  • Herstellung konzentrierter Salpetersäure Es ist bekannt, - verdünnte Salpetersäure dadurch zu konzentrieren, daß man die verdünnte Säure in dampfförmigem Zustand mit wasserentziehenden Mitteln, vorzugsweise konzentrierter Schwefelsäure, im Gegenstrom behandelt, wobei einerseits Salpetersäure von beliebiger Konzentration, andererseits verdünnte Schwefelsäure erhalten wird, die in einem gesonderten Arbeitsgang _ denitrifiziert und entwässert werden muß. Dieses Verfahren erfordert einen erheblichen Wärmeaufwand, sowohl um die verdünnte Salpetersäure in Dampfform überzuführen als auch um das wasserentziehende Mittel wieder zu entwässern. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß bei dem Verfahren, da es bei verhältnismäßig hohen Temperaturen ausgeführt werden muß, außerordentliche Ansprüche hinsichtlich der Säure- und Hitzebeständigkeit der Apparatur gestellt werden.
  • Diese Nachteile werden bei dem Verfahren, das den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet, vermieden, da infolge der niederenArbeitstemperatur die Beanspruchung des Materials nur gering ist und außerdem die Apparatur äußerst einfach gestaltet werden kann. Ferner ist auch der Wärmeaufwand wesentlich kleiner, und es ist auch möglich, verdünnte Salpetersäure, die bei höheren Temperaturen zersetzliche Stoffe enthält, autzukonzentrieren, ohne daß diese zerstört werden.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung zur Herstellung konzentrierter Salpetersäure aus verdünnter besteht darin, daß man das Wasser mit einer wasserunlöslichen, gegen Salpetersäure beständigen Hilfsflüssigkeit abdestilliert, wobei konzentrierte Salpetersäure zurückbleibt.
  • Als Hilfsflüssigkeit werden zweckmäßig unter 13o° siedende Stoffe oder Gemische solcher angewendef, z. B. Tetranitromethan oder Kohlenwasserstoffe oder Chlorkohlenwasserstoffe, wie Tetrachlorkohlenstoff u. dgl. Der Siedepunkt des Salpetersäure-Wasser-Hilfsflüssigkeits-Gemisches hängt von der jeweiligen Konzentration der Säure und von dem Kochpunkt der Hilfsflüssigkeit sowie von dem angewandten Drucke ab, welch letzterer beliebig gewählt werden kann.
  • Zur Ausübung des Verfahrens benutzt man. einen salpetersäurebeständigen Destillationsapparat, bestehend aus Blase, Kolonne, Kühler und Abscheider. Die verdünnte Sälpetersäure wird gleichzeitig mit der Hilfsflüssigkeit zum Sieden erhitzt; letztere kann auch der Blase zeitweise oder fortlaufend flüssig oder auch in Dampfform zugesetzt werden. Das abdestillierende Dampfgemisch, bestehend aus Hilfsflüssigkeit und Wasser, kann in der Kolonne vorteilhaft dadurch dephlegmiert wer den, daß man am--oberen Teile der Kolonne Hilfsflüssigkeit zulaufen läßt und sie mit dem aufsteigendenDampfe in Wechstl-_ wirkung bringt. Das die Kolonne verlassendi Dampfgemisch wird gekühlt und das Kondensat in einem Abscheider getrennt. Die abgeschiedene Wasserschicht enthält nur spurenweise Salpetersäure und ist mit Hilfsflüssigkeit gesättigt. Diese kann, es handelt sich bei Verwendung von Kohlenwasserstoffen oder deren Halogenverbindungen um Löslichkeiten von o,i bis i.g je Liter Wasser, in bekannter Weise mit unbedeutendem Energieaufwand wiedergewonnen werden, z. B. durch Destillation.
  • Ist der gewünschte Grad der Entwässerung erreicht, so wird die Hilfsflüssigkeit in einem Abscheider von der konzentrierten Säure getrennt, die meist einer weiteren Reinigung nicht mehr bedarf. Die in der Säure etwa noch enthaltenen geringen Mengen der Hilfsflüssigkeit können durch Destillation ohne Schwierigkeiten entfernt und Wiedergewonnen werden.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren wird zweckmäßig im fortlaufenden Arbeitsgang ausgeführt. Man verwendet hierzu eine Apparatur, bestehend aus Blase mit Fraktionierkolonne, Kühler und Abscheider. In der Blase wird die Hilfsflüssigkeit verdampft; der Mitte der Kolonne wird verdünnte Salpetersäure zugeführt, während konzentrierte Salpetersäure gleichzeitig mit der Hilfsflüssigkeit am unteren Teil der Kolonne abgevnaan wirrl Am nharpn F'nrlp ri@r Knlnnne entweicht ein Dampfgemisch, bestehend aus Hilfsflüssigkeit und Wasser. Nach der Kondensierung desselben wird die Hilfsflüssigkeit abgetrennt und der Blase oder dem oberen Teile der Kolonne wieder zugeführt. Da im vorliegenden Falle der Wärmebedarf für das Konzentrationsverfahren ganz oder größtenteils durch Verdampfen der inerten Hilfsflüssigkeit geliefert wird, ergibt sich eine besonders geringe Korrosion der Apparatur.
  • Es ist bekannt, Flüssigkeiten durch Destillation mit Hilfsflüssigkeiten zu trennen, z. B. Gemische aus Methylalkohol, Methylessigester, Aceton usw. durch Destillation mit Benzol, chlorierten Kohlenwasserstoffen u. dgl. In vielen Fällen ist es möglich, zu berechnen, welches Siedepunktsminimum bzw. welche Dampfzusammensetzung Gemische zweier nicht mischbarer Flüssigkeiten aufweisen müssen. Oft liegen auch systematische Versuchsergebnisse vor. Besonders unübersichtlich liegen jedoch die Verhältnisse, wenn ein Gemisch von drei Komponenten vorliegt, das getrennt werden soll. Während z. B. bei dem System Benzol-Alkohol-Wasser sich ein ternäres Dampfgemisch mit Siedepunktminimum bildet, entsteht z. B. bei dem System Benzol-Essigsäure-Wasser ein binäresDampfgemisch aus Wasser und Benzol. Im Falle .der Erfindung war nicht' vorauszusehen, welche Zusammensetzung Zias Dampfgemisch besitzen wird.und ob ein Entwässern der Salpetersäure auf dem Wege der azeotropen Destillation gelingt, da gerade bei diesem Svstem die Verhältnisse besonders verwickelt sind. Mit Wasser bilden sowohl Salpetersäure als auch Hilfsflüssigkeiten, z. B. Chlorkohlenwasserstoffe, binäre Gemische. Dabei besitzt das Gemisch Wasser-Salpetersäure ein Siedepunktsmaximum; 68111oige Salpetersäure siedet bei iao,5°, Wasser bei ioo° und wasserfreie Salpetersäure bei 86°. Die Hilfsflüssigkeit im Gemisch mit Tetrachlorkohlenstoff weist ein Siedepunktsminimum auf; Tetrachlorkohlenstoff siedet bei 76°, das azeotrope wasserhaltige Gemisch bei 6q.,8°. Unter diesen Umständen war es nicht voraussehbar, ob alle oder nur zwei Komponenten und welche bei der Destillation übergehen.
  • Überraschenderweise hat sich jedoch gezeigt, daß die Hilfsflüssigkeit mit Wasser abdestilliert, wobei konzentrierte Salpetersäure zurückbleibt. Außer den oben angeführten Vorteilen ergibt sich als solcher besonders, daß Kolonne, Kühler usw. in außerordentlich geringem Grade angegriffen werden, da die Dämpfe bei der azeotropen Entwässerung gemäß der Erfindung praktisch säurefrei sind.
  • Beispiel i Es wird eine Apparatur verwendet, die aus einer Blase mit Kolonne besteht, an die ein Übersteigrohr, ein Kühler und ein Abscheider angeschlossen ist, der zur Trennung des Wassers von der Hilfsflüssigkeit dient. Letztere kann nach der Abtrennung entweder der Blase oder dem oberen Teil der Kolonne zugeführt werden. Die Blase ist mit einem siedenden Gemisch von iooo Teilen einer 30111oigen Salpetersäure und ioo Teilen Tetrachlorkohlenstoff gefüllt. Der Siedepunkt im Übersteigrohr bleibt konstant bei 65° stehen. Es destilliert ein aus 22,7 Gewichtsteilen Tetrachlorkohlenstoff je Gewichtsteil Wasser bestehendes Dampfgemisch, das praktisch frei von Salpetersäure ist, über. Zweckmäßig wird die verdünnte Salpetersäure, falls sie gelöste nitrose Gase enthält, davon befreit, was auf an- sich bekannte Weise, gegebenenfalls auch gleichzeitig mit derDestillation, erfolgen kann. Die Destillation wird abgebrochen, wenn die Salpetersäurekonzentration in der Blase auf etwa 65 111, gestiegen ist. Nach dem Abtrennen der Hilfsflüssigkeit werden q.6o Teile reine 65°/oige Salpetersäure erhalten. Eine Einwirkung der Salpetersäure auf den Tetrachlorkohlenstof£ findet nicht statt.
  • Beispiel 2 Der im Beispiel i beschriebene Destillationsapparat ist dahingehend abgeändert, daß der Rücklauf der Kolonne am untersten Kolonnenende über einen Abscheider läuft. Die den Abscheider verlassende Hilfsflüssigkeit läuft über einen Siphon in den mit Hilfsflüssigkeit beschickten Verdampfer. Die verdünnte Salpetersäure läuft der Kolonne in der Mitte über einen Verteilerboden zu. Die Energiezufuhr zum Verdampfer wird so geregelt, daß die Salpetersäure den Abscheider mit 65 °11o verläßt.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung konzentrierter Salpetersäure aus verdünnter, dadurch gekennzeichnet, daß das Wasser mit einer salpetersäurebeständigen, wasserunlöslichen Hilfsflüssigkeit abdestilliert wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man als Hilfsflüssigkeit Tetranitromethan, Kohlenwasserstoffe oder gechlorte Kohlenwasserstoff e, z. B. Tetrachlorkohlenstoff, verwendet.
  3. 3. Ausführung nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß verdünnte Salpetersäure mit entgegengesetzt strömendem Dampf der Hilfsflüssigkeit in Wechselwirkung gebracht wird.
DEW96343D 1935-04-07 1935-04-07 Herstellung konzentrierter Salpetersaeure Expired DE639623C (de)

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