DE633254C - Verfahren zum Erzeugen von Ferromangan im Hochofen - Google Patents
Verfahren zum Erzeugen von Ferromangan im HochofenInfo
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Description
- Verfahren zum Erzeugen von Ferromangan im Hochofen In den deutschen Manganerzen überwiegt der Eisengehalt den Mangangehalt um etwa 50 %. Aus derartigen Erzen läßt sich daher im Hochofen unmittelbar nur Spiegeleisen, also ein Roheisen mit etwa io bis 3o % Mangan, erzeugen. Für die Ferromanganerzeugung mit etwa 3o bis 8o % Mangan müssen Manganerze mit günstigerem Verhältnis von Mangan zu Eisen bzw. mit meist nur ganz geringem Eisengehalt aus dem Auslande bezogen werden.
- Man hat deshalb zum Erzeugen von Ferromangan aus. deutschen oder ähnlichen Manganerzen schon vorgeschlagen, das Verhältnis von Mangan zu Eisen in den deutschen Manganerzen dadurch zu erhöhen, daß man sie einem Reduktionsverfahren bei so niedriger Temperatur unterwirft, daß nur das Eisen, hauptsächlich metallisch, abgeschieden wird, während das Mangan als Oxyd in der Gangart verbleibt. Obwohl man dadurch eine manganhaltige Schlacke erhält, ist diese für die Ferromanganerzeugung deshalb wenig geeignet, weil sie neben dem Mang anoxydwl hauptsächlich aus der Kieselsäure der Gangart besteht. Man muß ihr daher einen so hohen Kalksteinzuschlag geben, daß die dabei entstehende große Schlackenmenge und der Manganverlust in der Schlacke eine Ferromanganerzeugung unwirtschaftlich machen. Trennt man z. B. aus einem manganhaltigen Eisenerz, etwa Fernieerz, durch ein Reduktionsverfahren bei geringer Temperatur, etwa durch das sog. Krupp-Rennverfahren, das Eisen heraus, so erhält man aus i oo kg Roherz etwa i4kg Eisen in Gestalt von Luppen und etwa 5okg Rückstand bzw. Schlacke mit i 8 kg Manganoxydul (entsprechend i 3, 8 kg Mangan) und 32 kg Kieselsäure und Tonerde. Will man aus dieser Schlacke im Hochofen Ferromangan erzeugen, so müssen auf iookg Mangan 5ookg Kalkstein zugeschlagen werden. Es gehen dabei 25okg _ Kieselsäure und Tonerde und 25okg Kalk in die Schlacke. Bei einer derartigen Schlakkenmenge ist nur mit einem Manganausbringen von weniger als 5o % zu rechnen; es würden also noch mindestens 5okg Mangan in die Schlacke gehen. Auf 5 o kg ausgebrachtes Mangan würden also 5oo kg Schlacke. entfallen. Dieses Verfahren ist daher wegen des hohen Manganverlustes und wegen des ungeheuren Wärmebedarfs für die große Schlackenmenge vollkommen unwirtschaftlich.
- Man hat auch vorgeschlagen, Ferromangan aus manganhaltigen Schlacken dadurch zu erzeugen, @daß man zunächst ein Spiegeleisen erschmilzt und durch Verblasen -im sauren Konverter das Mangan wieder verschlackt. Man erhält dabei wohl Schlacken mit über 400/0 MnO bzw. mit 3 o % Mangan, dieses ist aber an etwa 50 % aus dem Futter stammender Kieselsäure gebunden. Die Schlacken führen - also -gleichfalls mehr als; i 5o kg Säuren auf i oo kg Mangan und :e= geben ebenfalls über 30o kg Schlacke 4@i ookg Mangan. Ihre Verarbeitung auf Ferrt@= mangan wäre daher ebenso unwirtschaftlich.
- Ferner hat man vorgeschlagen, das Frischen des Spiegeleisens in einem basisch ausgekleideten Gefäß vorzunehmen. Man erhält dabei eine Schlacke, die, abgesehen von weniger Kieselsäure aus dem Silizium des Spiegeleisens, größere Mengen von Kalk und Magnesia aus dem Futter der Frischvorrichtung gelöst hat. Man kann aus dieser Schlacke wiederum nur dadurch Fzrromangan erblasen; daß man sie im Hochofen mit einem Kieselsäurezuschlag versetzt, so, daß man gleichfalls eine zu starke Verdünnung des Mangans im Möller erhält.
- Die Erfindung bezweckt, aus eisenhaltigen Erzen mit verhältnismäßig geringem Mangangehalte, wie sie z. B. in Deutschland vorkommen, insbesondere auf einem für den Manganhaushalt günstigen Wege ein allen Anforderungen genügendes Ferromangan zu erzeugen. Dies wird im wesentlichen dadurch erzielt, daß man zweckmäßig im Hochofen in üblicher Weise Spiegeleisen herstellt, sodann den einen Teil dieses Spiegeleisens in einem basischen Konverter und den anderen Teil in einem sauren Konverter verbläst. Man ,erhält auf diese Weise zwei manganhaltige Schlacken: eine kalkreiche aus dem basischen Konverter und eine kieselsäurereiche aus dem sauren Konverter. Beide Schlacken enthalten etwa 30 bis ¢o % Mangan und 5 bis io% Eisen. Diese Schlacken werden nun für die Ferromanganerzeugung im Hochofen so gemöllert, daß der Säureüberschuß der einen Schlacke gerade durch den Basenüberschuß der anderen Schlacke abgesättigt wird, wobei weder der Mangangehalt verringert noch das Verhältnis von Mangan zu Eisen verschlecl.tert wird. Der Mangan- und Eisengehalt entspricht etwa dem des üblichen Ferromanganmöllers bei der Verarbeitung von ausländischen eisenarmen Manganerzen.
- Beim Verblasen des Spiegeleisens kann man zur Schonung des Konverterfutters die zur Verschlackung des Mangans erforderlichen Kalk- bzw. Säuremengen vor oder während des Verblasens dem Spiegeleisen zuschlagen. Aus dem gleichen Grunde empfiehlt .es sich auch, ein möglichst neutrales Futter zu tvählen, in dem einen Falle mit einem geringen Basenüberschuß, in dem anderen mit einem geringen Säureüberschuß.
- Das Verfahren gemäß der Erfindung läßt ;sich auch in der Form durchführen, daß man gesamte Spiegeleisenmenge zuerst in 'QZiiem .sauren Konverter verbläst, bis etwa die Hälfte des Mangans verschlackt ist, und dann in einem basischen Konverter den Rest des Mangans verschlackt. Beide Schlacken werden dann in der beschriebenen Weise zur Ferromanganerzeugung gemöllert.
- Das Verfahren gemäß der Erfindung kann ferner in der.Weise ausgeführt werden, daß statt des einen oder auch beider Verblas.everfahren ein anderes Frischverfahren verwendet wird, z. B. ein Frischen mit saurem Erz oder mit basischen Frischschlacken. Die dabei anfallende saure bzw. basische manganreiche Schlacke wird wiederum mit einer in entsprechendem Grade basischen bzw. sauren manganreichen Schlacke zur Ferromanganerzeugung gemöllert.
- Schließlich kann man das Verfahren gemäß der Erfindung auch in der Art durchführen, daß man das. Spiegeleisen auf saurem, neutralem oder basischem Futter verbläst und hierbei dadurch eine Schlacke mit hohem Mangangehalt erzeugt, daß man beim Verblasen Kieselsäure -und Kalk in beliebiger Reihenfolge oder auch gleichzeitig zuschlägt.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Erzeugen von Ferromangan aus manganhaltigen, beim Frischen von manganhaltigem Roheisen, z. B. Spiegeleisen, gewonnenen Schlacken im Hochofen,. dadurch gekennzeichnet, daß der eine Teil des Roheisens in einem sauren und der andere Teil des Roheisens in einem basischen Verfahren gefrischt wird und die hierbei entfallenden S.chlakken gemeinsam im Hochofen in üblicher Weise verhüttet werden.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das ganze Roheisen zunächst in einem sauren Verfahren- bis zur Verschlackung eines Teiles, etwa der Hälfte, seines Mangangehaltes und sodann in einem basischen Verfahren bis zur Verschlackung des Manganrestes gefrischt wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die manganhaltigen Schlacken für ihre Verhüttung im Hochofen in einem solchen Verhältnisse gemöllert werden, daß der Basenüberschuß der einen Schlacke den Säureüberschuß der anderen Schlacke sättigt.
Priority Applications (1)
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- 1935-04-12 DE DEK137569D patent/DE633254C/de not_active Expired
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