DE632056C - Verfahren zur Beseitigung der Zuendungsstoerungen bei frisch in Benutzung genommenen Dochtelektroden fuer elektrische Lichtboegen - Google Patents
Verfahren zur Beseitigung der Zuendungsstoerungen bei frisch in Benutzung genommenen Dochtelektroden fuer elektrische LichtboegenInfo
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- H05B—ELECTRIC HEATING; ELECTRIC LIGHT SOURCES NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; CIRCUIT ARRANGEMENTS FOR ELECTRIC LIGHT SOURCES, IN GENERAL
- H05B31/00—Electric arc lamps
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Description
Die Erfindung betrifft Dochtkohlenelektroden für die elektrische Beleuchtung und insbesondere
für die kinematographische Projektion. Derartige Elektroden bestehen aus einer Hülle aus praktisch reinem Kohlenstoff
und einem Docht, der außer Kohlenstoff auch noch geeignete mineralisierende Stoffe,
wie z. B. Alkali oder Erdalkaliverbindungen oder Salze seltener Erden, enthält. In der
Regel ist eine solche Elektrode am einen Ende zu einer Spitze zugeschärft, so daß
sie ungefähr die Form hat, welche sie während ihrer Verbrennung von selbst annimmt.
Die Erfahrung hat gezeigt, daß derartige Kohlenelektroden gewisse Zündungsstörungen
aufweisen, die insbesondere bei der kinematographischen Projektion sich ungünstig auswirken.
Wenn man eine frische Kohlenelektrode und eine Kohlenelektrode ver-
ao gleicht, die bereits gebrannt hat, zeigt sich, daß die chemische Zusammensetzung des
Dochtes nicht die gleiche in der Spitzenzone ist, da die Verbrennung der Kohle eine ständige
Verarmung des heißen Dochtendes an den flüchtigsten mineralischen Elementen zur Folge hat. Daraus ergibt sich, daß die Zündung
einer frischen Kohle stets mit verschiedenen, während des Anbrandes, veränderlichen
thermischen, chemischen und elektrisehen Betriebsverhältnissen zu rechnen hat.
Eine der am häufigsten während dieser Zündungsperiode auftretenden Erscheinungen
besteht darin, daß ein oder mehrere Löcher sich im Docht bilden, von denen jedes einer
wenig leuchtenden Zone entspricht und somit eine unregelmäßige Belichtung der kinematographischen
Bildfläche bei der Verwendung dieser Kohlen für die Projektion zur Folge hat.
Nach der Erfindung werden diese Zündungsstörungen bei frisch in Benutzung genommenen
Dochtelektroden für elektrische Lichtbögen dadurch in einfacher Weise beseitigt,
daß man die Hülle der Elektrode in der unmittelbaren Nachbarschaft des zur Anzündung vorbereiteten Endes der Kohle
durch ein infolge Verflüchtigen den Lichtbogen leitfähiger machendes Metallsalz bei
praktisch unverändert bleibendem Docht schwach mineralisiert. .
In der Abbildung ist eine nach der Erfindung behandelte Kohlenelektrode beispielsweise
dargestellt. Am engsten Teil der Spitze C der den Docht B umschließenden
Kohlenstoffhülle A ist hier ein zum Docht B konzentrischer Bereich D vorgesehen, der erfindungsgemäß
mit metallischen Salzen oder sonst einem bei Verflüchtigung leitfähigen Material imprägniert ist. Diese lediglich die
Hüllenspitze D umfassende und praktisch den
Docht B nicht beeinflussende Imprägnierung kann auf irgendeine geeignete Weise geschehen.
Beispielsweise kann man djb KoIi-;.;
len an der Hüllenspitze D zur Berührung? mit einer porösen Masse bringen, weichemit
der Imprägnierungslösung getränkt isjt '■
und z. B. aus Asbestpapier, Löschpapier, FiIr oder einem ähnlichen Stoff bestehen kann.
Statt dessen kann man die Imprägnierung ίο auch dadurch herbeiführen, indem man mittels
einer passenden Dosierungsvorrichtung eine gegebene Menge der Imprägnierungslösung
auf den flachen Teil der Hüllenspitze D auffallen läßt, .so daß das Weiterschreiten
dieser Lösungsmenge in der Masse der Kohlenstoff hülle durch Kapillarwirkung erfolgt.
Im einzelnen kann das Verfahren nach der Erfindung beispielsweise wie folgt ausgeführt
werden: Für eine positive Dochtelektrode, deren Hülle A aus gebranntem Kienruß und
deren Docht B aus einem Gemisch von Kohlenstoffpulver oder Graphitpulver mit
einem Alkalisalz, z. B. Kaliumsilicat, besteht, wird als Imprägnierungssalz für den Teil D
der Kohlenspitze C Kaliumcarbonat oder Kaliumborat verwendet und aus 20 Gewichtsteilen · dieses Salzes und aus 80 Gewichtsteilen Wasser' die Imprägnierungslösung bereitet.
Mit dieser Lösung wird ein Filz getränkt und mit diesem die Elektrode aufrecht stehend mit ihrer Spitze zur Berührung
gebracht. Diese Berührung wird aufrechterhalten, bis die gewünschte ,. Zone D der
Elektrodenspitze imprägniert ist, was bei Ausführung der Imprägnierung in der Kälte
eine Zeitdauer von 5 bis 20 Minuten für Kienrußelektroden mit einer scheinbaren Dichte von etwa 1,45 erfordert.
Die Erfindung kann auch bei Elektroden mit Hüllen anderer Zusammensetzung, z.B. mit einer Hülle aus einer anderen Art von
Kienrußj aus Retortenkohle, Petroleumkoks, Graphit oder einem ähnlichen Stoff mit Vorteil
angewendet werden. Auch ist sie un-. abhängig von der Mineralisierung der Dochtmasse
B, die nur Alkalisalze oder auch andere mineralische Stoffe, z. B. ErdalkalifLuoride
oder Fluoride oder Oxyde von seltenen Erden und ähnliche Stoffe, enthalten
- kann. Auch die Form der Spitze C der Elektrode kann zwischen einem ' einfachen
kleinen Kegel und einer ziemlich stark verjüngten Spitze sich ändern. Ferner kann das
Verhältnis der Durchmesser des Dochtes und der Hülle in einem größen Bereich, z. B.
von 0,15 bis 0,8, je nach der Bestimmung der Elektrode veränderlich sein. Auch die
Tiefe der Zone D der Hüllenspitze kann je nach dem Durchmesser und der Zuspitzung
der Elektrode, den elektrischen Betriebsverhältnissen oder anderen Faktoren verändert
werden, ist aber zweckmäßig in allen ■.',Fällen nur so weit auszudehnen, daß die
/imprägnierte Hüllenmasse ungefähr während ''-0^ ersten 2 bis 5 Minuten des Betriebes
••verbrennen kann.
' ' Die Wirkung einer Imprägnierung nach der Erfindung kann etwa wie folgt erklärt
werden: Bekanntlich ist der Lichtbogen mit reinem Kohlenstoff verhältnismäßig beständig,
während die meisten metallischen Salze bei der Verdampfung im Lichtbogen dessen Leitfähigkeit
erheblich vergrößern. Daher ist bei der Zündung' der Lichtbogen hauptsächlieh
durch den Docht bestimmt, da dieser allein die mineralischen Bestandteile der Elektrode enthält. Die Stromdichte, der dieser
Docht so ausgesetzt ist, kann sehr groß werden, und die Verdampfung des mineralisehen
Stoffes findet mit Heftigkeit statt, so daß die geringste Lücke im Docht, auch wenn
sie nur mit dem Mikroskop sichtbar ist, bei der Zündung ein wirksamer Mittelpunkt der
Verdampfung wird und sich bald an dieser Stelle ein Loch bildet. Nach Verdampfung
des Überschusses der mineralisierenden Bestandteile stellt sich ein Gleichgewichtszustand
ein, und die Verbrennung der Kohle ebnet die Ränder des Loches ein, so daß dieses
nach einigen Minuten Zündung vollständig . verschwunden ist.
Bei den Kinematographenapparaten ist diese Störungserscheinung so bekannt, daß
die Lichtbildvorführer immer dafür Sorge tragen, ihre Kohlen durch eine vorherige
Zündung von einigen Minuten vorzurichten. , Mit den nach der Erfindung behandelten
Elektroden wird eine gleichmäßige Stromverteilung über die Fläche der Elektrodenspitze
gleich von Anfang der Zündung an und damit .schon beim Anbrand der Elektrode
ein einwandfreies Brennen des Lichtbogens erreicht, da die mineralischen Stoffe
gleichzeitig vom Docht und von der Hülle kommen. · Es bilden sich daher keine Löcher
mehr, und der Normalbetrieb stellt sich viel schneller ein, so daß die für die Zurichtung
der Spitzen erforderliche Zeit praktisch fortfällt oder doch ganz. erheblich verringert no
wird. Auch ergibt sich eine größere Sicherheit bei der Anwendung der Elektroden und
gleichzeitig eine Esparnis an Kohleelektro* den.
Die Erfindung ist nicht nur bei positiven Dochtelektroden anwendbar, sondern es können
in gewissen besonderen Fällen auch die negativen Elektroden mit schwach mineralisiertem
Docht nach dem Verfahren der Erfindung imprägniert werden, falls man eine
vollkommene Stabilität des Normalbetriebes des Lichtbogens wünscht. Ferner kann diese
Imprägnierung der Hüllenspitze auch gleichzeitig bei zwei zusammenarbeitenden Elektroden,
wenn diese mit Wechselstrom gespeist werden, vorgesehen sein.
Es ist bereits bekannt, bei Bogenlampenkohlen zur Verminderung der Zündstromstärke
die Dochtmasse in der Spitze der Kohle durch chemische Behandlung teilweise zu zersetzen, indem die Kohlenspitze in eine
ίο Säurelösung, insbesondere eine kupferhaltige
Salpetersäure, getaucht wird. Hierbei handelt es sich um eine Einwirkung auf den
Docht und um. eine Verarmung an mineralisierenden Stoffen bei der Dochtspitze, während
nach der Erfindung im geraden Gegensatz hierzu eine Imprägnierung der Hülle und ein Zusatz an mineralisierenden Stoffen
zur Hüllenspitze vorgenommen sowie nicht eine Herabsetzung der Zündstromstärke, sondern
eine gleichmäßige Stromverteilung beim Anbrand der Elektrode bezweckt wird. Auch
werden erfindungsgemäß keine Säuren benötigt und daher die mit der Säureverwendung
verbundenen betriebstechnischen Unannehmlichkeiten vermieden. Ferner ist
die bei Verarmung des Dochtes an mineralisierenden Stoffen vorhandene Gefahr des
Auftretens eines für Tonfilmaufnahmen natürlich unzulässigen Pfeifens des Lichtbogens
bei Zusatz von derartigen Stoffen zur Hüllenspitze infolge der damit erzielbaren sofortigen
guten Leitfähigkeit des Lichtbogens nicht zu befürchten. Weiterhin läßt sich die Zugabe
von mineralisierenden Stoffen zur Elektrode viel leichter genau dosieren als die Entnahme
von solchen Stoffen aus der Elektrode, da die der Elektrode bereits einverleibten
Stoffe durch den Kohlenstoff festgehalten werden.
Es ist auch nicht mehr neu, bei Dochtelektroden für Bogenlampen mit eingeschlossenem
Lichtbogen der Hülle einen die Verbrennung fördernden Zusatz sauerstoffhaltiger Stoffe, z. B. von Nitraten oder Oxyden, zuzugeben,
um ein gleichmäßiges Abbrennen von Hülle und Docht herbeizuführen. Hierbei wird die Elektrodenhülle aber auf ihrer
ganzen Länge imprägniert und hierfür ein sauerstoffabgebender Stoff verwendet, weil
es sich um einen in geschlossenem Raum brennenden Lichtbogen und um die Vergleichmäßigung
des Abbrandes der ganzen Hülle handelt, während die Erfindung sich auf Elektroden, die in freier Luft brennen,
und bei diesen auf die Beseitigung von Störungen-in der erstmaligen Zündungsperiode
sowie demgemäß auf eine Imprägnierung lediglich der Hüllenspitze' bezieht. Auch ist
eine nur die Spitze der Elektrodenhülle umfassende Imprägnierung wesentlich leichter
auszuführen als die Imprägnierung der ganzen Hülle bei der fertigen Dochtelektrode.
Claims (3)
1. Verfahren zur Beseitigung der Zündungsstörungen bei frisch in Benutzung
genommenen Döchtelektroden für elektrische Lichtbogen, dadurch gekennzeichnet,
daß lediglich die Hülle der Elektrode in der unmittelbaren Nachbarschaft des zur Zündung vorbereiteten Endes der
Kohle durch ein infolge Verflüchtigen den Lichtbogen leitfähiger machendes Metallsalz
schwach mineralisiert wird, während der Docht praktisch unverändert bleibt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Imprägnierungslösung
mit Hilfe einer Dosiervorrichtung lediglich auf die Elektrodenhülle des Brennendes auffallen läßt.
3. Dochtkohlenelektrode für elektrische Lichtbögen, dadurch gekennzeichnet, daß
lediglich die Elektrodenhülle an dem zur Anzündung vorbereiteten Ende der Kohle schwach mit einem im Lichtbogen sich
verflüchtigenden und diesen leitfähiger machenden Zusatz eines Metallsalzes imprägniert
ist, der in einem zum Docht konzentrischen und diesen praktisch unverändert lassenden Bereich der Hülle
konzentriert ist.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| FR632056X | 1931-12-04 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE632056C true DE632056C (de) | 1936-07-02 |
Family
ID=8992249
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEC47095D Expired DE632056C (de) | 1931-12-04 | 1932-11-01 | Verfahren zur Beseitigung der Zuendungsstoerungen bei frisch in Benutzung genommenen Dochtelektroden fuer elektrische Lichtboegen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE632056C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE968337C (de) * | 1945-09-11 | 1958-02-06 | Edgar Gretener Dr Ing | Hochintensitaetsblasbogenlampe |
-
1932
- 1932-11-01 DE DEC47095D patent/DE632056C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE968337C (de) * | 1945-09-11 | 1958-02-06 | Edgar Gretener Dr Ing | Hochintensitaetsblasbogenlampe |
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