DE625588C - Herstellung von Calciumcyanamid aus Calciumverbindungen und Ammoniak - Google Patents

Herstellung von Calciumcyanamid aus Calciumverbindungen und Ammoniak

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DE625588C
DE625588C DEC47126D DEC0047126D DE625588C DE 625588 C DE625588 C DE 625588C DE C47126 D DEC47126 D DE C47126D DE C0047126 D DEC0047126 D DE C0047126D DE 625588 C DE625588 C DE 625588C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01CAMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
    • C01C3/00Cyanogen; Compounds thereof
    • C01C3/16Cyanamide; Salts thereof
    • C01C3/18Calcium cyanamide

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Gas Separation By Absorption (AREA)

Description

  • Herstellung von Calciumcyanamid aus Calciumverbindungen und Ammoniak Bei der Gewinnung von Cälciumcyanamid aus Calciumcarbonat, Calciumoxyd oder in der Wärme Calciumoxyd bildenden Verbindungen und Ammoniak bzw. Ammoniak und Kohlenoxyd oder Kohlensäure oder ähnlichen Gasgemischen fällt ein Abgas an, das aus Ammoniak, Kohlensäure, Kohlenoxyd, Wasserstoff, Stickstoff und Blausäure besteht. Für die technische Durchführung des Prozesses ist eineAufarbeitung des Gasgemisches, insbesondere bezüglich der Rückgewinnung von Ammoniak und Kohlenoxyd, notwendig. Eine Anwendung der bekannten Gasaufarbeitungsverfahren war für diesen Fall nicht möglich, weil diese immer dieReingewinnung eines bestimmten, meist in geringer Menge vorhandenen Bestandteiles aus dem Gasgemisch bezweckten, aber nicht die Trennung und Reingewinnung einer größeren Anzahl, teilweise .in etwa gleichen Mengen vorhandener Gase ermöglichten.
  • Erfindungsgemäß wird die Herstellung von Calciumcyanamid unter Verwertung der Abgase, insbesondere im selben ProzeB, und bei Anwendung der Auswaschung von Kohlendioxyd gemeinsam mit Ammoniak aus den vorher komprimierten Abgasen mittels einer im Kreislauf geführten wäßrigen Mutterlaugeso vorgenommen, daß die hierbei verbleibenden Restgase zunächst einer zur Abscheidüng von in verflüssigtem Ammoniak gelöstem Ammoniumcyanid führenden Abkühlung, darauf, und zwar zweckmäßig nach vorhergehender weiterer Kompression, einer zur Abscheidung von reinem flüssigem Ammoniak führenden weiteren Abkühlung und schließlich einer zur Abscheidung von Kohlenoxyd führenden Wäsche mit einer Kupfersalzlösung unterworfen werden, wobei die kohlensäurehaltigen Ammonsalze als solche gewonnen und die nicht absorbierbaren Gase entfernt und z. B. zur Ammoniaksynthese verwertet werden, während das Ammoniumcyanid enthaltende verflüssigte Ammoniak auf Cyanverbindungen verarbeitet wird und die aus dem reinen verflüssigten Ammoniak entstehenden Gase für sich bzw. gemeinsam mit dem aus der Kohlenoxydlösung regenerierten Gas dem Cyanamidbildungsvorgang zugeführt werden.
  • Der Erfindungsgedanke besteht also darin, daß zuerst die Kohlensäure und die Blausäure mittels des in den Gasen vorhandenen Ammoniaks getrennt in Form ihrer Ammonsalze bzw. Ammonsalzlösungen abgeschieden werden. Falls in den Gasen selbst nicht genügend Ammoniak zur Bindung dieser Gase vorhanden ist, kann eine entsprechende Menge zugeführt werden. Das nach der Kondensation dieser Gase -verbleibende Ammoniak kann entweder ganz oder teilweise für sich kondensiert werden oder zusammen mit dem Kohlenoxyd in die Kohlenoxy ddruckwäsche geführt werden, aus der Stickstoff und Wasserstoff in reiner Form abziehen. Aus der Kohlenoxydwäsche läßt sich dann durch Druckentlastung bzw. sonstige bekannte Mittel das Kohlenoxyd, gegeben-nfalls, zusammen mit dem aufgefangenen Ammoniak, in reiner Form gewinnen und in den Prozeß zurückführen bzw. in anderer Weise verwenden.
  • Die Kohlensäure wird in der ersten Wäsche quantitativ mit einer Lösung herausgenommen, welche nur die Kohlensäure und so viel Ammoniak absorbiert, als zur Abscheidung der Kohlensäure als, festes Ammonsalz verbraucht wird. Der Ammoniakgehalt der Waschlauge ist von der Temperatur der Lauge und dem Ammoniak- und Kohlensäurepartialdruck im Gasgemisch abhängig. Die Ammoniaktension der T-ösung entspricht nach mehrmaligem Kreislauf dem Ammoniakpartialdruck des Gasgemisches im Wäscher. Durch Herausnähme eines Teiles des Ammoniaks aus der Lösung als festes Ammonsalz wird bei der Wiederverwendung der Mutterlauge als Waschlauge dann nur so viel Ammoniak aufgenommen, als zur Ausscheidung als festes Ammonsalz verbraucht wurde.
  • Die Waschlösung absorbiert anfänglich eine gewisse Menge Blausäure; die beim Ausscheiden der festen Kohlensäureverbindungen in Lösung bleibt. Nach mehrmaligem Kreislauf ist die Mutterlauge mit Blausäure gesättigt und absorbiert dann keine Blausäure mehr. In einer zweiten Stufe wird die Blausäure mit einem weiteren Teil des überschüssigen Ammoniaks im Gasgemisch als in flüssigem Ammoniak@,gelös.tes Ammoncyanid quantitativ abgeschieden. Durch Verdampfen dieser Lösung in einem besonderen -Abtreiber erhält man ein Gasgemisch, welches nur Ainmoniak und Blausäure enthält und im Kreislauf in den Azötierofen zurückgeleitet werden kann. Durch das neue Verfahren erfolgt also eine besonders einfache Rückgewinnung der Blausäure in sofort wieder verwertbarer Form, während bei den bekannten Abscheidungsmethoden der Blausäure aus Gasgemischen im allgemeinen komplexe Cyansalze, wie Ferrocyanverbindungen öder Alkalicyanide, gewonnen werden, die eine sofortige Wiederverwendung der Blausäure nicht gestatten. Hinter der Blausäureabsorptionsstufe enthalten die Gase -noch Ammoniak, Kohlenoxyd, Wasserstoff: und Stickstoff.
  • In einer dritten Stufe kann das Ammoniak als -reines flüssiges Ammoniak herauskondensiert werden und nach Verdampfen in den Azotierofen zurückgeleitet werden. Es kann das Ammoniak aber auch mit dem Kohlenoxyd zusammen in .der Kupferdruckwäsche absorbiert werden oder vor der I<#v1ilenoxyd-Wäsche als wäßrige Ammoniaklösung abgetrennt werden. Alle Möglichkeiten- der Ammoniaktrennung können einzeln .oder auch kombiniert nach an sich bekannten Verfahren durchgeführt werden.
  • In einer letzten Stufe wird nunmehr das Kohlenoxyd von den Restgasen Wasserstoff und Stickstoff nach bekannten Verfahren mittels Kupferlösung getrennt, wonach das Kohlenoxyd in reiner Form oder mit Ammoniak gemischt wieder in den Azotierkreislauf zurückgelangt. Die Trennung der Gaskomponenten ist damit in einer für den Azotierprozeß geeigneten Form durchgeführt.
  • Im einzelnen wird die Abscheidung der Gase zweckmäßig in folgender Weise vorgenommen: Die Kohlensäure wird in einem oder mehreren hintereinandergeschalteten Druckwäschern als so konzentrierte Ammonsalzlösung gebunden, daß sich bei der Abkühlung der Lauge feste ammonkohlensaure Salze ausscheiden, wobei die Mutterlauge nach Trennung des festen Salzes wieder der Druckwäsche zugeführt werden kann. Besonders zweckm:äBig ist es, z. B. die Druckwäsche in mehrere Stufen zu unterteilen und die Waschlauge mit steigender Temperatur dem Gasgemisch entgegenzuführen, so daß die Lauge mit 3o bis 6o° C die Waschapparatur verläßt und -zwecks Ausscheidung des festen Salzes auf etwas über Kühlwassertemperatur von o bis 2,5' C abgekühlt wird. Andererseits verlassen die Gase .die Wäsche mit einer möglichst niedrigen Temperatur, die wenig über der Temperatur der in die Wäsche eintretenden Mutterlauge liegt. Die Zusammensetzung der Waschlauge ändert sich beim Durchlaufen der Wäsche in der Weise, daß der in der Lauge vorhandene Überschuß an freiem Ammoniak beim Eintritt in die Waschapparatur den höchsten Wert :erreicht und beim Austritt der Lauge, entsprechend der erhöhten Temperatur, .den niedrigsten Wert hat. Ein Überschuß von freiem Ammoniak in der eintretenden Lauge ist für die quantitative Absorption der Kohlensäure .erforderlich. Zweckmäßig enthält die Lauge beim Eintritt so viel überschüssiges Ammoniak, daß die Ammoniaktension der Lauge bei höchstens q.0° C mindestens o,q. at beträgt. Da die Zusammensetzung bzw. der Ammoniak- und Kohlensäuregehalt des Gasgemisches durch die jeweiligen Arbeitsbedingungen im Azotierofen zwischen S und 8o °/D Ammoniak -und i bis z4@°/o Kohlensäure schwanken kann, müssen die Arbeitsbedingungen in der Kohlensäurewäsche in bezug auf den zu wählenden Druck des Gases, Konzentration und Temperatur der Waschlösung angepaßt werden. Der Druck des Gases ist im allgemeinen so hoch zu halten, daß der Ammonialepartialdruck nach der Kompression mindestens o,5 at beträgt. Im allgemeinen ist der Ammoniakgehalt im eintretenden Gasgemisch ausreichend für die Einhaltung der bereits obenerwähnten Bedingungen in bezug auf die Waschlauge. Bei unzureichendem Ammoniakgehalt des Gasgemisches ist es zweckmäßig, den erforderlichen Überschuß an freiem Ammoniak in der eintretenden Waschlauge künstlich durch Einleiten von gasförmigem oder flüssigem Ammoniak zu erhöhen.
  • Die Bindungsform der abgeschiedenen kohlensauren Ammonsalze hängt naturgemäß von der Zusammensetzung der die Wäscher verlassenden Waschlauge ab. Die Erzeugung bestimmter Ammonsalze, wie Ammo-ncarbaminat,Ammonbicarbonatoder andererbekannter Ammoncarbonate, setzt voraus, daß an sich bekannte Bedingungpn in bezug auf die Zusammensetzung der Lösung aufrechterhalten werden. Wenn es zweckmäßig erscheint, die Kohlensäure beispielsweise als Ammonbicarbonat abzuscheiden, dann ist, wie an sich bekannt, überschüssiges freies Ammoniak in der austretenden Lauge möglichst zu vermeiden. Man erreicht dieses Ziel bei einem an sich nur wenig Ammoniak enthaltenden Gasgemisch dadurch, daß man den Ammoniakpartialdruck im Gasgemisch unter i at hält und die Temperatur der austretenden Lauge nicht über 35 bis 50° C steigen läßt. Bei einem erheblichen Ammoniaküberschuß im Gasgemisch muß die Waschlauge evtl. in einem besonderen Abtreiber von überschüssigem Ammoniak befreit werden.
  • Bei Erhöhung des Ammoniakpartialdruckes durch erhöhte Kompression ohne oder bei gleichzeitiger Erhöhung der Temperatur der austretenden Lauge erhält man bei der sonst gleichen Zusammensetzung der eintretenden Gase andere Ammoncarbonate, wie (NH4)2C 0a - H2 O1 und schließlich auch Ammoncarbaminat. In allen Fällen kann die Kohlensäure evtl. unter Zufügen von frischem Ammoniak zur Mutterlauge quantitativ in den gewünschten Bindungsformen ausgeschieden werden. Beispiel Das Gasgemisch -hinter dem Azotierofen enthalte 35 % N Hs, 7 % C 0" 2 0/u H C N, 56 0io Restgase (CO, H., N,). Die Kohlensäure soll als (N H4)2 C O3 # H2 O abgeschieden werden. Zweckmäßig wird der Ammoniakpartialdruck von 0,35 at auf beispielsweise 1,75 at dadurch erhöht, daß man die Abgase auf 5 at verdichtet. Die sich in der Wäsche bildende Lauge wird bei 55° C zur Abscheidung der Kristalle herausgenommen. Die unter diesen Bedingungen sich bildende Lauge enthält 32o g Ammoniak, 330 g Kohlensäure und i4.9 Blausäure im Liter. Nach Abkühlen' der Lauge, Kristallisation und Abscheidung der Kristä.lle enthält die Mutterlauge 312 g Ammoniak, 2#7g Kohlensäure: und i.9 g Blausäure im Liter. Es wurden aus i 1 Lauge 112 g Salz abgeschieden, das der Zusammensetzung von (N H4)2C 0g # H20 entspricht. Die Mutterlauge geht mit 20° C ohne Weiteres als Waschlösung in den Kreislauf zurück und enthält nach Durchlaufen der Wäsche wieder 32o g Ammoniak, 330 g Kohlensäure und 14 g Blausäure im Liter.
  • Das aus der Kohlensäurewäsche austretende Gasgemisch enthält 26,6 0%0 Ammoniak, 2, 53 0/0 Blausäure, 70,$7 0/u Restgase.
  • Erhöht man den ,Gasdruck .des gleichen Gasgemisches vor der Kohlensäurewäsche beispielsweise über 7 bis io at, dann ändert sich die Zusammensetzung der Lauge entsprechend den höheren Partialdrucken im Gasgemisch in der Weise, daß die Lauge bis zu 6oo g Ammoniak im. Liter und bis zu i2o g Blausäure im Liter enthält. Bei der Abkühlung solcher Lauge wird die Kohlensäure als festes Ammoncarbaminat gebunden.
  • Analog sind die Bedingungen für die Abscheidung der Kohlensäure .als Ammonbicarbonat zu ändern.
  • Hinter der Kohlensäurewäsche gelangen die Gase, welche noch Ammoniak, Blausäure, Kohlenoxyd, Wasserstoff und Stickstoff enthalten, zweckmäßig bei dem gleichen Druck in einen Kondensator, in welchem die Gase auf o° bis 30° C abgekühlt werden. Es scheidet sich ein Teil des Ammoniaks in flüssiger Form ab, wobei die im .Gasgemisch enthaltene Blausäure in dem abgeschiedenen flüssigen Ammoniak als Ammoncyanid quantitativ zurückgehalten wird. Die blausäurehaltige Lösung wird zweckmäßig in einem Abtreiberoder ähnlichen Apparat bei gewöhnlichem Druck oder Unterdruck oder bei geringem Überdruck vergast, wobei ein blausäurehaltiges Amnioniakgas entsteht, welches in den Azotierofen im Kreislauf zurückgeführt werden .kann oder zur Darstellung von Cyanverbindungen verwendet wird. Die Absorption der Blausäure als Ammoncyanid kann so durchgeführt werden, daß eine Lösung entsteht, welche auf i Mol Blausäure nur etwa 2,5 bis 3 Mol Ammoniak enthält. Es kann aber auch das überschüssige Ammoniak im Gasgemisch fast vollkommen zusammen mit der Blausäure abgeschieden werden. Durch geeignete Wahl der Kondensationstemperatur und des Druckes der Gase können Lösungen des verschiedensten Blausäuregehalts erhalten werden. Es ist aber zweckmäßig, die Blausäure in Form einer möglichst konzentrierten Ammoncyanidlösung abzutrennen und in der :oben beschriebenen Weise in den Kreislauf zurückzuführen. Beispiel Das in die Blausäturekondensationsstufe eintretende Gas enthalte; 26,6°/o Ammoniak> 2,53 % Blausäure, 7o,9 % Restgas. Bei 5 at Gesamtdruck wird das Gas auf etwa - 20, C abgekühlt. Es scheidet sich eine Lösung ab, welche nach dem Vergasen 76,o % Ammoniak und 24,0 % Blausäure enthält. Das 'Gasgemisch hinter der Blausäurekondensationsstufe enthält 22,2 0/0 Ammoniak und 77,8 % Restgas.
  • Hinter der Blaüsäurekondensation kann das Ammoniak aus dem Gasgemisch in einem besonderen Kondensator zum größten Teil als reines flüssiges Ammoniak herauskondensiert werden, wofür der Gasdruck zweckmäßig erhöht wird. Das auf diese Weise gewonnene reine Ammoniak wird verdampft und gelangt- wieder in den Azotierofen zurück: -Die Verdampfung -des Ammoniaks erfolgt zweckmäßig in den Kühlräumen des Kondensators bei einem Druck, der zur Aufrechterhaltung der gewünschten Kondensationstemperaturen erforderlich ist. e Die Kälte im Blausäure-Ammoniak-Kondensator und im Rein-Ammoniak-Kondensator kann durch Verdampfen des im Rein-Ammoniak-Kondensator "anfallenden Ammoniaks allein nicht aufgebracht werden, vielmehr ist dazu zusätzliches' - flüssiges Ammoniak nötig. Zweckmäßig wird dazu so viel oder "weniger flüssiges Ammoniak verwendet, welches mengenmäßig -dem im Azotierofen und in der Kohlensäurewäsche aus dem Kreislauf ausgeschiedenen Ammoniak - entspricht. Der Vorteil dieser Maßnahme besteht darin, daß für die Erzeugung _der erforderlichen Kälte in beiden Kondensationsstufen keine zusätzliche Energie aufgewandt zu werden braucht: Es ist aber auch möglich, die erforderliche Kälte durch besondere . Kältevorrichtungen zu erzeugen. . Beispiel ,Voz der Ammoniakkonderisatiön enthalte das Gasgemisch 22,z % Ammoniak und 78,8 0%" Restgas. Bei 2o at Gesamtdruck wird das Gasgemisch auf ewa - 30' abgekühlt. Es scheiden sich 77 %_ des eingeleiteten Ammoniaks in reiner flüssiger - Form ab.. Das Gasgemisch hinter der'. Ammoniakkndensation enthält dann 6,o 0/0-, Ammoniak und 94,0 % Restgas. - -Hinter der Ammoniakkondensation gelangt das Gas gegebenenfalls noch in einen Nachwäscher; in*@welchem das Ammoniak als wäßrige_ Ammoniaklösung_ zurückgehalten- wird, und darin in die Kohlenoxyddruckwäsche, iri der -in bekannter Weise das Kohlenoxyd absorbiert und durch Entspannung völlig rein gewonnen werden kann. Es ist zweckmäßig, einen gewissen Ammoniakgehalt, der bis zu 25 0% betragen kann, im Gasgemisch zu belassen, weil hierdurch die Kohlenoxydabsorption verbessert wird.
  • Man kann, insbesondere wenn die Frischgase wenig Ammoniak. enthalten, auch so arbeiten, daß die Rein-Ammoniak-Kondensationsstufe fortgelassen wird und das Ammoniak zusammen mit dem Kohlenoxyd in der Druckwäsche absorbiert wird. Hinter der Wäsche entweicht ein kohlenoxyd- und amrnoniakfreies Gas, das je nach der Zusammensetzung der Ausgangsgase etwa 6o bis 99 % Wasserstoff und als Rest Stickstoff enthält.
  • Eine Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens ist in der beiliegenden schematischen Zeichnung beispielsweise dargestellt.
  • i bedeutet den Cyanamidbildungsofen, aus dem die Abgase durch die Leitung 2 und den Kompressor 3 zur Abscheidung der Kohlensäure in die Absorptionsanlage q. gelangen. Aus dem Absorber q. geht- die Waschlauge über ein Druckentlastungsventil 5 gegebenenfalls in den Abtreiber 6, wenn die Kohlensäure als Bicarbonat erhalten werden soll. In dem Abtreiber 6 wird das überschüssige freie Ammoniak durch die Druckentlastung evtl: unter Zuhilfenahme zusätzlicher Wärme abgetrieben und in einen Absorber 7 in die aus der Kristallisieranlage 8 kommende Mutterlauge eingeleitet, die dann durch die Leitung 9 in den Absorber q. zurückgeleitet wird. Zwischen den Absorbern können Wärmeaustauschvorrichtungen vorgesehen werden. Bei Bildung von Absorptionslaugen, die nur einen geringen Ammoniaküberschuß besitzen, oder bei Bildung anderer kohlensauren Ammoniakverbindungen kann der Abtreiber 6 und Absorber 7 fortfallen, dafür kann gegebenelafalls die Notwendigkeit eintreten; die zu dem ersten Absorber q. zurückgeführte Mutterlauge mit zusätzlichem Ammoniak aus io zu. versehen. In der Kristallisieranlage 8 wird evtl. unter Rühren aus der Mutterlauge ein Kristallbrei abgeschieden, der in einer Zentrifuge oder in Filtern in Salz und Mutterlauge getrennt werden kann. Die Ablösung des Salzes von den Filtern kann mit Wasser oder Salzlösungen, z. B. konzentrierter Ammonnitratlauge, geschehen. Das Salz kann aber auch in reiner Form gewonnen werden und durch Waschen mit flüssigem Ammoniak oder anderen geeigneten Lösungsmitteln quantitativ von anhaftender blausäurehaltiger Lösung befreit werden. Die aus- dem Absorber q. gelangenden kohlensäurefreien Gase gehen durch einen Kühler .i i, wobei die Blausäure quantitativ mit einem Teil des Ammoniaks als Lösung von Ammoncyanid in Ammoniak abgeschieden und als Lösung aus dem Prozeß ausgebracht wird. Die Rückleitung der Blausäure in den Cyanamidprozeß wird über einen Abtreiber t? vorgenommen, in dem nur Kondenswasser anfällt.
  • Das von Blausäure befreite Gas geht evtl. über eine höhere Kompressionsstufe 13 in den Ammoniakkondensator 1q., von hier aus gelangt es in den Kupferwaschturm 15, aus dem es als reines Wasserstoff-Stickstoff-Gemisch entweicht.
  • Das in 14 anfallende flüssige reine Ammoniak sammelt sich im Behälter 16 und wird über ein Druckminderungsventil den Kühlräumen von ii und 14 zugeführt, wo es verdampft und als gasförmiges Ammoniak durch Leitung 17 zum Ofen i zurückgeführt wird.
  • Die Kohlenoxyd und Ammoniak enthaltende Kupferlauge wird zweckmäßig in einem Wärmeaustauscher 18 vorgewärmt, wird dann in einem Erhitzer 19 auf die Entgasungstemperatur von etwa q.o bis 65° C gebracht und gelangt durch Spritzdüsen in einen Kessel 2o, aus dem Kohlenoxyd und Ammoniak bei annähernd Atmosphärendruck austreten und durch die Leitung 21 in den Azotierprozeß zurückgeführt werden können.
  • Die entgaste Lösung kann zur vollständigen Entgasung in die Kolonne 2z geleitet werden, zweckmäßig unter vermindertem Druck, worauf die Lösung durch den Wärmeaustauscher i8 über einen Vorratsbehälter 23 und Druckpumpe 25 unter Zwischenschaltung eines Kühlers -,4 in den Kreislauf zurückgeführt wird.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Herstellung von Calciumcyanamid aus Calciumverbindungen und Ammoniak oder solchen. neben Kohlenoxyd, Kohlendioxyd o. dgl. enthaltenden Gasen unter Verwertung der Abgase, insbesondere zur ('alciumcyanamidbild-ung, und bei Anwendung der Auswaschung von Kohlendioxyd gemeinsam mit Ammoniak aus den vorher komprimierten Abgasen mittels einer im Kreislauf geführten wäßrigen Mutterlauge unter Abscheidung von Ammoniak und Kohlensäure enthaltenden Salzen durch Kühlung der Mutterlauge außerhalb der Auswaschstufe, gegebenenfalls unter Anwendung mehrerer Auswaschstufen und 'einer zur Abscheidung definierter Ammonsalze führenden Regelung ihrer Abscheidungsbedingungen, dadurch gekennzeichnet, daß die hierbei verbleibenden Restgase zunächst einer zur Ab; scheidung von in verflüssigtem Ammoniak gelöstem Ammoncyanid führenden Abkühlung, darauf, und zwar zweckmäßig nach vorhergehender weiterer Verdichtung, einer zur Abscheidung von reinem flüssigem Ammoniak führenden weiteren Abkühlung und schließlich einer zur Abscheidung von Kohlenoxyd führenden Wäsche mit einer Kupfersalzlösung unterworfen werden, wobei die kohlensäurehaltigen Ammonsalze als solche gewonnen und die nicht absorbierbaren Gase entfernt und z. B. zur Ammoniaksynthese verwertet werden, während das Ammoniumcyanid enthaltende verflüssigte Ammoniak auf Cyanverbindungen verarbeitet wird und die aus dem reinen verflüssigten Ammoniak entstehenden Gase für sich bzw. gemeinsam mit dem aus der Kohlenoxydlösung regenerierten Gas dem Cyanamidbildungsvorgang zugeführt werden. a. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man den Ammoniakgehalt der Abgase durch Ammoniakzufuhr bis zur Erzielung der Durchführbarkeit des Verwertungsverfahrens erhöht, sofern sie zu seiner Durchführung ungenügende Ammoniakmengen enthalten. 3. Ausführungsform des Verfahrens nach den Ansprüchen i und z, dadurch gekennzeichnet, daß nach Abscheidung des Cyanwasserstoffs die Ammoniakabscheidung nicht oder nur unvollständig durchgeführt wird und daß das im Gas noch vorhandene Ammoniak in der Kohlenoxydauswaschungsstufe abgeschieden und aus der Lösung gemeinsam mit Kohlenoxyd regeneriert wird. q.. Ausführungsform des Verfahrens nach den Ansprüchen i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß auch das Ammoniumcyanid enthaltende verflüssigte Ammoniak vergast wird und die Gase dem Cyanamidbildungsvorgang zugeführt werden.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1044786B (de) * 1956-05-29 1958-11-27 Otto & Co Gmbh Dr C Verfahren zur Herstellung von weissem Kalkstickstoff

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