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<Vorrichtung zur Destillation von Metallen. Es ist bekannt, leicht
destillierbare Metalle, wie Zink, Cadmium oder Quecksilber in umlaufenden Muffeln
zu destillieren, die in Drehrohröfen fest eingebaut sind und sich mit diesen drehen.
Die Muffel wird dann in der Regel mittels im Drehrohrofen unterhaltener Flammen
beheizt. Es ist auch schon vorgeschlagen worden, die Destillation solcher Metalle
in einer Muffel vorzunehmen, die für sich allein als Drehrohr ausgebildet und zum
Teil durch einen feststehenden, zur Beheizung dienenden Ofenraum hindurchgeführt
ist.
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Diese bisher benutzten Muffelanordnungen. haben nicht befriedigt,
da in beiden Fällen die beheizte Muffelwand nicht nur sich selbst tragen muß, sondern
auch gleichzeitig als Traggerüst für die an und in ihr eingebauten Teile zu dienen
hat. Man mußte daher die Muffel in kurzen Abständen unterstützen, wodurch die Zuführung
der für den endotherrnen Destillationsvorgang erforderlichen Wärme Schwierigkeiten
machte oder konnte keine genügende Baufestigkeit erreichen.
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Gemäß der Erfindung soll als Destillationsgefäß eine im Querschnitt
ringförmig oder annähernd ringförmig gestaltete Muffel benutzt werden,- die unter
Zwischenschaltung eines isolierenden Rohres auf einer Tragwelle sitzt und sich in
einem feststehenden, beheizten Ofenraum dreht.
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Die Einführung 'der Heizgase in den die Muffel umgebenden Ofenraum
erfolgt daher zweckmäßig durch einen Kanal, der gegenüber dem auf der Innenseite
von Gut bedeckten Teil des Muffelmantels mündet. Vorteilhaft ist es ferner, daß
zwischen Tragwelle und Muffel eine Isoliermasse angeordnet ist, die sich über den
gesamten beheizten Teil der Muffel erstreckt und daß zwischen den die ringförmige
Muffel bildenden Wandungen radial angeordnete Stege angeordnet sind, durch die der
äußere der beiden Zylinderteile von dem' inneren getragen wird, wobei die Stege
zwischen den-Muffelwandungen an verschiedenen Stellen, ganz oder teilweise, unterbrochen
sind, wobei die Öffnungen in den einzelnen Stegen so gegeneinander versetzt sind,
daß die Stege als Misch- und Fördervorrichtung wirken. Von Vorteil ist ferner dabei
ein sich drehender Kondensator, auf dem die Muffeltragwelle in fester starrer Verbindung
gelagert ist.
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Zum Austrag der fertig reduzierten Beschickung endlich kann am oder
um den Kondensatorraum eine sich mitdrehende Schleusenkammer mit zwei zweckmäßig
nacheinander betätigten Abschlußmitteln angeordnet werden, die mit der Muffel durch
ein oder mehrere Rohrstutzen verbunden ist.
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In der Muffel wird also durch zwei ineinanderliegende Zylinder ein
Ringraum gebildet, der um eine zweckmäßig hohle und gegebenenfalls luftgekühlte
und gegen den Ringraum isolierte Tragwelle angeordnet ist. Die Muffel kann aus Metallen,
insbesondere aus feuerbeständigen Legierungen, oder aber auch aus anderem geeigneten
Baustoff, z. B. Siliciumcarbid, hergestellt werden. Die beiden Muffelwandungen sind
an den Enden durch
Ringe gasdicht geschlossen, die, soweit Metalle
in der'Müffel verwendet werden, zweckmäßig mit den Muffelwandungen verschweißt sind.
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Diese Bauart hat gegenüber den bekannten Vorschlägen den großen Vorzug,
daß nunmehr die äußere Muffelwand, die unmittelbar beheizt wird, und daher die höchsten
Temperaturen aufweist, nicht mehr zum Tragen der ganzen Konstruktion dient, sondern
daß zum Tragen der Konstruktion eine innere Muffelwand benutzt wird, die auf einer
Tragwelle gelagert ist. Die innere Wand wird nicht unmittelbar beheizt, sondern
lediglich durch Wärmeleitung, also durch -die Beschikkung hindurch erwärmt. Sie
weist eine. geringere Temperatur auf als die Beschickung selbst und ist daher erheblich
widerstandsfähiger als die um etwa 2oo° C wärmere äußere Heizwand. Die Bauart hat
den weiteren Vorteil, daß sie es ermöglicht, Muffeln mit großem Durchmesser zu verwenden.
Erfahrungsgemäß ist es bei der Vornahme von endothermen Prozessen schwierig, genügend
Wärme `in den inneren Kern einer Muffel hineinzubeföxdern.
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Bei einer umlaufenden Muffel, in der die Beschickung sich innerhalb
der Muffel überwirft, ist es zwar leichter, eine gleichmäßige Temperatur innerhalb
der ganzen Beschik- ' kung zu erzielen, da ihre einzelnen Teile wäh= rend der Umdrehung
ständig gemischt und häufig unmittelbar mit der Wandung .in Be- -rührung gebracht
werden. Während daher bei kleineren sich drehenden Muffeln, etwa -bis zu- einem
Durchmesser von 3oomm, auf diese Weise ein genügender Ausgleich der Temperatur innerhalb
der Beschickung erzielt werden kann, ist bei einer Vergrößerung der Muffel, etwa
bei einem Durchmesser von i m, immer doch noch. mit großen Unterschieden der Temperatur
innerhalb der Beschickung zu rechnen. Der innere Kern der Muffel ist da-, her bei
großen Muffeln als schädlicher Raum . anzusprechen.
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Bei der, vorliegenden Konstruktion wird' nun dieser innere schädliche
Raum vermieden, indem die Muffel nur als Ringraum ausgebildet ist; der dadurch gewonnene
Platz ermöglicht es, eine sehr betriebssichere Trag-und Drehvorrichtung für die
Muffel in Förm der Tragwelle einzubauen, die zweckmäßig isoliert wird.
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Es kann unter Umständen zweckmäßig sein, den Ringraum der Muffel nicht
aus Zylindern, sondern aus drei- oder vierseitigen Prismen zu bilden.
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Die Lagerung der Tragwelle wird außerhalb des Ofenraumes angeordnet.
Es wird im allgemeinen zweckmäßig sein, die Tragwelle hohl auszubilden, wobei sie
dann auch mittels Luft oder Wasser gekühlt werden kann, um eine zu weitgehende Erwärmung
im Betriebe zu verhindern.
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Wenn es sich darum handelt, Quecksilber zu `destillieren, bei dem
die Gefahr einer Wiederoxydation des Quecksilberdampfes nicht vorhanden ist, ist
es zweckmäßig, die Abgase der Muffel in einen feststehenden Sammelraum zu führen.
Die gleiche Ausführung ist vorteilhaft, wenn man Zink oder Cadmium in der Muffel
reduziert und verdampft, um die sich entwickelnden Dämpfe in einem zweiten Prozeß
zu oxydieren. In diesem Fall werden also die Gase nach Verlassen der Muffel zur
Verbrennung gebracht.
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Sofern es sich jedoch darum handelt, Zink und Cadmium zu destillieren
und als Metalle zu gewinnen, ist es vorteilhaft, den für die Kondensation der Metalldämpfe
erforderlichen Kondensatorraum in der Verlängerung der Tragwelle anzuordnen und
mit dieser fest zu verbinden. In diesem Falle wird zweckmäßig die eine Lagerung
der Tragwelle am Kondensatorraum selbst angebracht. Die feste Verbindung des Kondensatorraumes
mit der Tragwelle hat den Vorteil, daß ohne Schwierigkeiten ein gasdichter Abschluß
zwischen Muffel und Kondensator hergestellt werden kann. Die Drehung des Kondensatorraumes
hat den weiteren Vorteil, daß die innere Fläche des Kondensatorraumes ständig mit
flüssigem Metall benetzt wird; an einer benetzten Wandung werden aber die Metalldämpfer
leichter niedergeschlagen. Innerhalb des Kondensators können zur Verstärkung der
Kondensationswirkung Einbauten, wie Prallwände, vorgesehen werden.
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Für das Brennen von Zement, hydraulischem Kalk und ähnlichen Stoffen
sind zwar bereits Drehrohre bekannt, welche auf einer mittleren Tragwelle sitzen.
Bei diesen -bekannten Einrichtungen steht jedoch der Hohlraum der Welle mit dem
sie umgebenden, von der Tragtrommel umschlossenen Ringraum in Verbindung, da die
Welle zur Ableitung der sich in jenem Ringraum befindlichen Gase dient.' Diese Gase
stellen hierbei nur ein Nebenerzeugnis dar, während der Hauptzweck des Verfahrens
darin besteht, das in die Trommel eingefüllte Gut zu brennen. Dieser Brand geht
dabei absatzweise vor sich.
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Für den mit der Erfindung beabsichtigten Zweck sind diese Einrichtungen
gar nicht brauchbar, da bei der Destillation leicht flüchtiger Metalle ein absatzweiser
Betrieb wegen der dabei nicht zu vermeidenden praktisch untragbaren Verluste gar
nicht in Betracht kommt. _ Da ferner die in dem Ringraum gebildeten Metalldämpfe
unmittelbar aus diesem Raum abgezogen und nicht durch die Hohltragachse
hindurchgeleitet
werden, wird der mit der Anordnung dieser Achse beabsichtigte Zweck, eine sichere
Führung der umlaufenden Trommel, in viel höherem Maße erreicht als bei jenen keramischen
Drehrohren, bei welchen auch die innere Achse stets bis zu sehr hoher Temperatur
erhitzt wird. Nach der Erfindung wird außerdem eine zu starke Erhitzung der Tragwelle
durch das zwischengeschaltete Isolierrohr verhütet. .
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Auf der Zeichnung ist die Erfindung in Ausführungsbeispielen schematisch
dargestellt.
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Abb. i zeigt, senkrecht im Längsschnitt eine Muffelanordnung, wobei
ein Kondensator unmittelbar an der Muffel angeschlossen ist und sich mit dieser
dreht.
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Abb. 2 ist ein Querschnitt hierzu nach den Linien A-B der Abb. i in
Pfeilrichtung X gesehen.
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Abb. 3 und q. zeigen im Längsschnitt andere Ausführungsformen des
Kondensators. Abb. 5 ist ein Querschnitt durch eine weitere Ausführungsform des
Kondensators. Abb.6 zeigt eine Muffel ohne einen sich mitdrehenden Kondensator im
Längsschnitt.
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Abb. 7 ist ,ein Schnitt nach der Linie C-D der Abb. 6 in Pfeilrichtung
y gesehen.
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Abb. 8 zeigt im Querschnitt eine Ausführungsform einer Muffel in anderer
Ausführung.
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In Abb. i und 2 ist mit i die in diesem Falle als Hohlwelle gezeichnete
Tragwelle bezeichnet, die bei 2 außerhalb des Ofenblocks 3 gelagert ist und durch
die Vorrichtung bei q. mit dem äußeren Tragmantel 5 des Kondensatorraumes 6 fest
verbunden ist. Bei 7 befindet sich eine zweite Lagerung und bei 8 der Antrieb des
gesamten drehbaren Teiles des Ofens. Um die.Tragwellei ist eine Isolierschicht 9
gelegt, die durch einen Metallmantel oder durch Metallbänder io zusammengehalten
wird. Über diesen Metallmantel io ist die Muffel i i gelegt, die aus dem inneren
zylindrischen Mantel 12 und dem äußeren zylindrischen Mantel 13, besteht. Es ist
in dieser schematischen Darstellung angenommen, daß beide Mäntel aus einer Metallegierung,
z. B. einer Nickel-Chrom-Eisen-Legierung oder einer Silicium-Chrom-Eisen-Legierung,
bestehen. Die beiden zylindrischen Ofenwandungen sind an den Enden 14 und 15 durch
eine Ringfläche, die mit den Wandungen verschweißt ist, gasdicht miteinander verbunden.
Um den Abstand zwischen den beiden Muffelwandüngen in der ganzen Länge der Muffel
aufrechtzuerhalten und daher die äußere Muffel zu tragen, sind, wie in Abb.2 angedeutet,
Stege 16 vorgesehen, die mit den anstoßenden beiden Wandungen 12 und 13 fest verbunden
sind. Die Muffel i i ist mit dem Kondensatorraum 6 durch Öffnungen 18 verbunden.
Die Anzahl der Stege 16 zwischen den beiden Wandungen der Muffel hat sich nach der
Größe der Muffel zu richten. Die Stege teilen die Muffel in einzelne Kammern, so
daß, da die Stege von einem Ende bis zum andern der Muffel durchgeführt sind, der
Ringraum aus vielen einzelnen Muffelabteilungen besteht. Durch jede dieser Muffelabteilungen
wandert die Beschickung getrennt. In den Stegen vorgesehene Durchbrüche ig und 2ö
verbinden die einzelnen Abteilungen miteinander. Während die an der äußeren Wandung
gelegenen Durchbrüche 2o nur enge Verbindungen zwischen den einzelnen Abteilungen
des Muffelraumes schaffen, bilden die großen Durchbrüche ig an den beiden Enden
ringförmige Räume, die um die ganze Mittelwelle. herumgehen. Die mittleren Stegteile
wirken dagegen als Schaufeln, die die Beschickung bei der Umdrehung des Ofens nach
der äußeren Muffelwänd ableiten, so daß sie an dieser äußeren beheizten Muffelwand
entlanggleitet und stets im unteren Teil der gesamten Muffel angesammelt bleibt.
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Die Ausschnitte 2o der Stege können bei allen Stegen so gegeneinander
versetzt sein, @daß sie insgesamt als Schnecken wirken und die Fortbewegung des
Gutes in der Längsrichtung der Muffel durch Beschleunigung oder Verzögerung beeinflussen.
Dadurch wird eine ständige gute Durchmischung und zugleich eine Förderung des Gutes
innerhalb der Muffel gewährleistet. Je nach dem zu verarbeitenden Gut kann die Muffel
auch in schwach geneigter Lage angeordnet sein, statt waagerecht, wie hier dargestellt.
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Die Beschickung der Muffel erfolgt zweckmäßig fortlaufend durch die
Aufgabeschnecke 2i, die in der Drehachse der Tragwelle angeordnet ist; da sie unmittelbar
am unteren Teil des Aufgabebunkers 22 befestigt ist, wird hier ein luftdichter Abschluß
gewährleistet. Die Aufgabeschnecke ist mit der Muffel durch die schraubenförmigen
Rohre 23 fest verbunden. Es empfiehlt sich, diese Rohre aus dünnem Kupferblech oder
einem ähnlichen Baustoff herzustellen, der bei einer Ausdehnung der Muffel durch
Erwärmung genügend nachgeben kann und .doch unbedingt luftdicht ist.
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Der Rückstand aus der Destillation verläßt die Muffel i i durch die
Stutzen 2q., die durch die schraubenförmigen Rohre 25 mit der Schleusenkammer 26
verbunden sind. In jedem Rohr 25 ist ein Ventil 27 angeordnet, und am Austragende
der Schleuse 26 befindet sich der luftdicht schließende Deckel 28. Durch abwechselnde
Betätigung eines Ventils 27 und des Deckels 28 wird der Destillationsrückstand unter
Luftabschluß ausgeschleust.
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Nach Abb. 6 und 7 ist an Stelle der Schleusenkammer
26
die Schraubenleitung 25' verwendet, in der die beiden Abschlußmittel27 und 27' hintereinander
angeordnet sind.
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Bei der Kondensation .der Metalldämpfe wird eine erhebliche Kondensationswärme
frei, die, um eine genügende weitgehende Kondensation aufrechtzuerhalten, im Betrieb
laufend abgeführt werden muß. Es empfiehlt sich daher, in der Wandung des Kondensators
Kühlräume vorzusehen, durch die Luft oder Wasser zur Abführung der überschüssigen
Wärme hindurchgeführt wird.
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Bei der Ausführung nach Abb. i befindet sich innerhalb des äußeren
Kondensatormantels 5 ein Hohlraum 2g. Dieser steht mit einem feststehenden Ringraum
3o; der durch die Dichtung 31 gegen den sich drehenden äußeren Kondensatormantel
5 abgedichtet ist, durch 'Öffnungen 32 in -Verbindung. Der Ringraum 30. ist mit
einem Ventilator verbunden, der in regelbarer 'Weise Kühlluft durch .den Hohlmantel
2g hindurchsaugen kann. Die Kühlluft tritt durch die nach Bedarf verschließbaren
Öffnungen 33 und auch durch die Rohre 34 von der Hohlwelle aus in den Kühlraum ein.
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Anstatt Luft durch den Kühlraum 29, hindurchzusaugen, läßt sich die
Anordnung auch so treffen, daß Luft unter Druck in den Kühlraum eingeblasen wird.
Ebenso läßt sich der Kühlraum durch Wasser kühlen, indem z. B. durch eine Schöpfaufgabe
Wasser während des Drehens des Ofens in den Kühlmantel eingehoben wird und den Kühlraum
gegebenenfalls unter Einbau einer Spirale durchwandert. Man kann auch den äußeren
Ofenmantel 5 durch eine Spritzwasserkühlung unmittelbar kühlen. Falls die Kühlung
der Kondensatoroberfläche allein nicht genügt, lassen sich auch innerhalb des Kondensators
noch gekühlte Einbauten vorsehen.
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Abb. 5 stellt einen Querschnitt eines derartigen Ausführungsbeispiels
dar. In dieser Abbildung ist mit 5 wiederum der äußere $ondensatormantel bezeichnet
und mit 6 der Kondensationshohlraum. Durch den Kondensator ist ein mit Schamotte
umkleidetes Querrohr 35 hindurchgeführt. Bei der Drehung des Kondensators wirkt
dieses Querrohr als Esse und führt einen Teil der überschüssigen Wärme aus der jeweilig
oberen Öffnung des Rohres in Form von warmer Luft ab. Die Anordnung solcher (Querrohre
hat den Vorteil, daß die Kondensationsoberfläche wesentlich vergrößert wird. Im
Betrieb können die Mündungen der Querrohre durch Schieber 36 ganz oder teilweise
verschlossen werden, so daß man durch verschiedene Einstellung in den einzelnen
Zonen des Kondensators die Temperaturen nach Belieben einstellen kann. An Stelle
von Luftkühlung läßt sich bei der in Abb: 5 dargestellten Anordnung der Einbauten
oder bei anders ausgebildeten Einbauten auch eine Wasserkühlung oder eine Wasserspritzkühlung
verwenden.
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Die Abgase des Kondensators, die diesen nach Abb. i durch die Öffnungen
37 verlassen, können unmittelbar verbrannt werden. Der in ihnen noch vorhandene
Metalldampf verbrennt dann zu Metalloxyden, die in einer kleinen Filteranlage; z.
B. einer hier nicht dargestellten Sackkammer, aus den Abgasen gewonnen werden können:
Man kann statt dessen auch die Abgase zunächst durch eine Vorlage 38 (s. Abb. 3,
4) gehen lassen, die zweckmäßig aus gut wärmeleitendem Baustoff, z. B. dünnem Eisenblech,
hergestellt ist, und die eine weitere Abkühlung der Abgase bis unter den Schmelzpunkt
des Metalls bewirkt. Man erhält dann die in den Abgasen des Kondensators noch vorhandenen
Metalle zum allergrößten Teil als Metallstaub.
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In Abb. 3 ist ein Teil einer anderen Ausführung dargestellt, bei der
eine Vorlage 38 mit dem Kondensator 6 verbunden ist. Mit dem äußeren Mantel des
Kondensators 5 ist die als Traggerüst dienende Winkeleisenkonstruktion
39, fest verbunden; in diese ist die Vorlage 38 eingesetzt und mit dem Stutzen
37 durch den Flansch 40 fest verbunden. Die Vorlage dreht sich also mit dem Kondensator
und kann, wie der Kondensator, durch Luft-oder Wasserkühlung gekühlt werden. Die
Abgase aus der Vorlage 38 entweichen durch den Stutzen 41. Sie enthalten nur noch
eine geringe Menge Metallstaub und können gegebenenfalls nach weiterer Reinigung,
z. B. durch eine hier nicht dargestellte Maßreinigung, zur Beheizung der Muffel
ii mitverwendet werden.
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Der Metallstaub wird bei dieser Ausführung aus der Vorlage 38 durch
die mit Abschlußmitteln versehene, schraubenförmige Leitung 42 entfernt.
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Nach Abb. 4 ist eine feststehende Vorlage 38' verwendet. Mit 6 ist
hier wiederum der sich drehende Kondensatorraum bezeichnet, dessen Abgase durch
die Leitung 37 in die Vorlage 38' austreten. Zwischen dem feststehenden und dem
umlaufenden Teil der Leitung 37 ist die Dichtung 43 vorgesehen. Die Austragschnecke
44 dient zur Entfernung des Metallstaubes.
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Die Flammenbeheizung der Ringraummuffel i i (Abb. i und z) geht innerhalb
des Ofenraumes 3 vor sich. Die Flamme wird dabei so geführt, daß das durch die Brenner
45 eingeführte Gemisch, aus Luft und Brennstoff, z. B. Gas, Öl oder Kohlenstaub,
in der Vorkammer 46 zur Entzündung gebracht wird, wobei durch Strahlsteine 47 die
Bildung
einer zu heißen Flammenspitze vermieden wird. Wie aus Abb.
2 ersichtlich, ist es zweckmäßig, die Muffel und das Tragrohr in Richtung des Pfeiles
z zu drehen, wobei die Beschickung in der Ringraummuffel i i etwa ino dem Segment
zwischen den Punkten E und F zu liegen kommt. Die in der Vorkammer q.6 gebildete
Flamme trifft somit die Muffel unmittelbar in der gefüllten Zone, so daß der heißeste
Teil der Flamme das Muffelblech nur dann treffen kann, wenn es mit der Beschickung
gefüllt ist. Die Flamme wird dann bei diesem Ausführungsbeispiel nach Abb. 2 in
Richtung des Pfeiles u weitergeführt, geht also der Wanderbewegung des beheizten
Bleches entgegen und -umspült die Muffel bis zum Mauervorsprung 48. Durch diesen
wird sie in eine Vorkammer 49 abgeführt, wie aus Abb. i zu ersehen ist, und geht
in dieser Vorwärmkammer nöch einmal um die Muffel herum, um dann endgültig aus dem
Ofenraum durch den in Abb. a erkennbaren Essenanschluß 5o abgeführt zu werden. Die
Verwendung der Abgase aus der Hauptreaktionszone 5 i (Abb. i) zur Vorwännung der
Beschickung in der Vorwärmzone 49 dient zur Herabsetzung des für die Durchführung
des Vorganges erforderlichen Brennstoffaufwandes.
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Die in den Abb. 6 und 7 dargestellte Bauart entspricht in bezug auf
die Ausbildung der Muffel selbst im wesentlichen der Ausführungsform nach Abb. i
und 2. Weggelassen ist hier lediglich der sich gemäß Abb. i bis 5 mit der Muffel
drehende Kondensator. Die Abgase aus den Muffelringraum il gehen statt dessen durch
Rohre 54 in einen feststehenden Sammelkopf 55, der als Kondensationsraum dient.
Dieser Sammelraum ruht auf den Rollen 56.
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In Abb. 8 ist eine Beheizung des Drehofens mit Hilfe von elektrischer
Widerstandsheizung dargestellt. i stellt wiederum die Tragwelle dar, die von dem
Isolationsring g umgeben ist und den Ringraum i i ,mittels Stegen trägt, die in
Führungen 17 gehalten sind. In dein Ofenblock 52 sind elektrische Widerstände 53
an der inneren Fläche des Ofenblockes eingebaut. Der Abstand zwischen der Drehmuffel
und den Widerständen ist so gehalten, daß die im Betrieb möglichen kleinen Durchbiegungen-
der äußeren Heizwand noch nicht zu einer Berührung der Muffelwand mit den Widerständen
führen können. Die Widerstände selbst können aus Kohle oder Graphit bestehen, sie
können aber auch aus Widerstandsmetallen hergestellt sein. Die Widerstände werden
zweckmäßig als Stäbe, ausgebildet, die parallel zur Drehachse der Muffel- liegen;
da hierdurch die einzelnen Teile der Muffelwand in senkrechter Richtung an den Widerständen
vorbeigeführt werden, wird eine sehr gleichmäßige Erwärmung der Heizmuffel erzielt.
Der die Heizwiderstände 53 umgebende Isolationsstoff des Ofenmauerwerks 52 wird
vorteilhaft so ausgebildet, daß sich die einzelnen Widerstände ohne große Betriebsunterbrechung
auswechseln lassen.
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Die vorstehend beschriebenen Vorrichtungen ermöglichen die Durchführung
eines ununterbrochenen Destillationsverfahrens für leicht destillierbare Metalle,
wie Zink, Cadmium, Quecksilber und andere, wobei die zu reduzierende Beschickung,
die normalerweise aus den Oxyden dieser Metalle besteht, durch die Aufgabevorrichtung
2i und die Rohrverbindung 2.3 in die Ringraummuffel i i eingeführt wird. Als Reduktionsstoff
wird im allgemeinen ein festes Gut, wie Feinkoks oder Anthrazit, zu verwenden sein.
Es läßt sich aber auch eine gashaltige Kohle; ein flüssiger Kohlenwasserstoff oder
ein gasförmiger Kohlenwasserstoff als Reduktionsmittel verwenden, wobei zweckmäßig
die Zuführung des flüssigen oder gasförmigen Kohlenwasserstoffes durch die hohl
ausgebildete Welle.2i' der Schnecke 21 (s. Abb. 6) in die Rohre 23 erfolgt. Die
Rückstände der Destillation werden durch den Stutzen 24 abgeführt und nach entsprechender
Abkühlung durch eine hier nicht dargestellte Schleusenkammer ausgetragen.
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Gemäß Abb. i bis 5 gehen die Metalldämpfe durch die Stutzen 18 in
den Kondensatorraum 6, wo die -größte Menge des Metalls in flüssiger Form gewonnen
wird, während die in den Abgasen noch enthaltene Metalldampfmenge zu Oxyd verbrannt
wird oder, wie bereits beschrieben, in einer Vorlage als Metallstaub gewonnen wird.
Die Abgase aus der .Vorlage können gegebenenfalls nach Reinigung von den in ihnen
noch enthaltenen Metallstäubteilchen zur Beheizung der Muffel mitverwendet werden.
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Die Ausführungsform nach Abb.6 und 7 kommt hauptsächlich für die Herstellung
von Reinmetalloxyden, wie Zinkoxyd und Cadmiumoxyd, in Frage. Die Metalldämpfe werden
hierbei in dem Sammelraum 55 durch.Zusatz von Frischluft verbrannt. Die gleiche
Anlage kann bei Destillation von Quecksilber, z. B. aus reichen Flotationskonzentraten,
verwendet werden. In diesem Fall dient der Sammelraum 55 schon zur Kondensation
eines Teiles der Gase, und die Abgase können dann in einer bekannten Weise abgekühlt
werden. Es läßt sich aber für die Destillation von Quecksilber ebenfalls die Ausführungsform
nach Abb. i und 2 mit dem mit der Ringraummuffel fest verbundenen 'Kondensator verwenden.