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Vorrichtung zur überwachung der Kulissensteuerung einer Maschine mittels
eines Maschinentelegraphen Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Überwachung
der Kulissensteuerung einer Maschine, die nach den von einem Maschinentelegraphen
angegebenen Aufträgen in Bewegung versetzt werden soll, wobei die Kulissensteuerung
mittels des Maschinentelegraphen überwacht wird, so daß es nicht .möglich ist, daß,
falls der Telegraph einen Auftrag zum Ansetzen der Maschine in der einen Richtung
gibt, das Maschinenraumpersonal die Kulisse zur Bewegung der Maschine in der anderen
Richtung einstellt.
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Die Erfindung bezweckt weiter, die Überwachung derartig einzurichten,
daß sie die Kulissensteuerung hei denjenigen Stellungen des Maschinentelegraphen
nicht beeinflußt, die keinen bestimmten Bewegungsauftrag enthalten, also z. B. bei
den Angaben »Fertig« oder »Achtung«.
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Nach der Erfindung ist dazu die Regelungswelle der Kulissensteuerung
mit zwei in entgegengesetzter Richtung arbeitenden Sperrgliedern versehen, jedes
zusammenarbeitend mit einem entsprechenden Sperrglied, welch letzteres vom Maschinentelegraphen
in oder außer Eingriff mit dem diesbezüglichen Glied der Regelungswelle gebracht
werden kann, und zwar derartig, daß, falls der Maschinentelegraph auf »Vorwärts«
steht, diejenigen Sperrglieder miteinander -in Eingriff sind, die verhindern, daß
die Regelungswelle der Kulissensteuerung auf »Rückwärts« gesetzt wird, während in
dem Falle" daß der Telegraph »Rückwärts« angibt, diejenigen Sperrglieder miteinander
in Eingriff sind, die verhindern, daß die Regelungswelle auf »Vorwärts« gesetzt
wird.
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Ferner kann nach der Erfindung die Regelungswelle derKulissensteuerung
miteinem fest damit verbundenen Organ, z. B. einem Quadranten, versehen sein, das
an. beiden Seiten Sperrzähne besitzt, wobei die Zähne an der einen Seite demjenigen
der anderen Seite entgegengesetzt gerichtet sind, während an dieser Welle ferner
ein mit zwei Reihen entgegengesetzter Sperrzähne versehener Körper derartig verschiebbar
angeordnet ist, daß jede dieser Reihen in und außer Eingriff mit den Sperrzähnen
an der einen Seite des genannten Organs ;gebracht werden kann und die andere Reihe
in und außer Eingriff mit den Zähnen an der anderen Seite des genannten Organs,
welcher Körper mittels der Maschinentelegraphenkurbel bewegt wird. -Auch kann nach
der Erfindung der genannte, mit zwei Reihen Sperrzähnen versehene
Körper
aus einer Hülse bestehen, die. mit Armen an beiden Seiten des Organs verschiebbar
an der Regelungswelle der Kulissensteuerung aufgehängt worden ist, während in der
Hülse eine Stange verschiebbar angeordnet ist, die mittels einer Übertragungsvorrichtung
durch die Maschinentelegraphenkurbel hin und- her bewegt werden kann und an beiden
Seiten der Hülse mit einem festen Kragen versehen ist, wobei -zwischen diesem Kragen
und den Enden der Hülse Schraubenfedern lose verschiebbar auf der Stange angeordnet
sind, deren normale Länge kleiner ist als die Entfernung zwischen Kragen und Hülsenende,
wenn die Hülse sich in ihrem mittleren Stande befindet.
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Schließlich können nach der Erfindung zwischen dem auf der Regelungswelle
angeordneten Organ einerseits und den Aufhängearmen des Rohres andererseits auf
der Regelungswelle der Kulissensteuerung Schraubenfedern angeordnet sein, die sowohl
an diesem Organ wie an den genannten Armen befestigt sind.
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In dieser Weise erhält man eine mechanische Kontrollvorrichtung äußerst
einfacher Bauart lind zweckmäßiger Wirkung, die vollkommene Gewißheit dafür bietet,
daß das Ansetzen der Maschine in der verkehrten Richtung unmöglich ist.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, und zwar eine Anwendung an
Bord eines Schiffes, wird .mit Hilfe der Zeichnung näher erläutert.
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Fig. i ist eine Seitenansicht, Fig. 2 ein Schnitt nach Linie II-II
der Fig. i, Fig. 3 ein Schnitt nach Linie III-IIl der Fig. i, Fig. d. eine ausgeschlagene
Zeichnung der Sperrzähne des auf der Regelungswelle der Kulissensteuerung angeordneten
Quadranten und der damit zusammenarbeitenden, mittels des Maschinentelegraphen ein-
und ausschaltbaren Sperrzähne.
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Mit i wird die in dem Maschinenrauen angeordnete Regelungswelle der
Kulissensteuerung bezeichnet, durch deren Drehung die Schiffsmaschine auf :>Vorwärts<;
oder auf »Rückwärts« eingestellt werden kann.
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Die Welle i wird in bekannter Weise mittels einer Kurbel gedreht.
Ein Organ .2 ist mit einem Stift 2o fest auf der Welle i angeordnet. Die Kulissenkurbel
kann mit dem Organe ein Ganzes bilden, jedoch auch an einer anderen Stelle angeordnet
sein. Das Organ 2 ist mit einem Quadranten 3 versehen, der an beiden Seiten mit
entgegengesetzt gerichteten Sperrzähnen 9, 1o versehen ist. Dadurch, daß man die
Regelungswelle i nach einer Seite, z. B. nach oben dreht, wird die Maschine auf
»Vorwärts« gesetzt und durch Drehung dieser Welle nach unten auf »Rückwärts«.
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An der Welle i ist die Hülse q. mittels der Arme 5 und 6 drehbar aufgehängt.
Zwischen dem Organ 2 und den Armen 5 und 6 sind auf der -Welle i Schraubenfedern
12 angeordnet, .die stets versuchen, das Organ 2 in dem .mittleren Stande zwischen
den Armen 5 und 6 zu halten. Das eine Ende der Federn 12 ist am Organ 2 und das
andere an den Armen 5 oder 6 befestigt. Der Arm 5 ist an der dem Quadranten 3 zugekehrten
Seite mit Sperrzähnen 7 versehen, die, wenn das Organ 2 in der Mitte zwischen den
Armen 5 und 6 steht, nicht ,mit den ihnen zugewandten Sperrzähnen 9 des Quadranten
.3 in Eingriff sind. Wird jedoch die Hülse in noch näher zu beschreibender Weise
derartig bewegt, daß die Sperrzähne 7 mit den Sperrzähnen 9 in Eingriff kommen,
so kann -der Quadrant 3 nur in einer Richtung gedreht werden, und zwar derart, daß
das Organ 2 und die Regelungswelle i wohl nach oben, aber nicht nach unten gedreht
werden können, so daß die Maschine deshalb wohl auf »Vorwärts«, jedoch nicht auf
»Rückwärts« eingestellt werden kann.
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In ähnlicher Weise ist der Arm 6 mit Sperrzähnen 8 versehen, die,
falls das Organ 2 in der Mitte zwischen den Armen 5 und 6 steht, nicht mit den ihnen
zugewandten Zähnen io der anderen Seite des Quadranten 3 in Eingriff sind. Falls
nunmehr die Hülse q. in entgegengesetzter Richtung, wie oben angegeben, bewegt wird,
geraten die Zähne 8 und io miteinander in Eingriff, wodurch ebenfalls der Quadrant
3 nur in einer einzigen Richtung gedreht werden kann, jetzt aber in entgegengesetzter,
als wenn die Zähne 7 und 9 miteinander in Eingriff sind.
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In der Hülse q. steckt eine Stange n, die sich in axialer Richtung
frei in der Hülse bewegen kann. Das Kettenrad' i9 wird durch den auf der Kommandobrücke
befindlichen Maschinentelegraphen gedreht und ist mit einem Exzenter 18 versehen,
mit dem eine Stange 17 verbunden ist, die bei 21 drehbar an der Stange ii angreift.
An den beiden Seiten der Hül.se4 sind auf der Stange 1i feste Bunde 13, 14 angeordnet.
Zwischen dem Bund 13 und dem einen Ende der Hülse q. ist auf der Stange i i eine
Schraubenfeder 15 lose verschiebbar angeordnet und zwischen dem Bund 14 und dem
anderen Ende der Hülse q. eine Schraubenfeder 16. Die Länge der Schraubenfedern
15 und 16 ist derartig, daß sie, falls die Arme 5 und 6 sich in gleicher Entfernung
von dem Organ 2 befinden und die Hülse q. deshalb in ihrem mittleren Stande steht,
den Raum zwischen dem
Bund 13 und dem einen Ende der Hülse . und
den Raum zwischen dein Bund 14 und dem anderen Ende der Hülse 4 nicht gänzlich füllen,
so daß - die Stange i i um ein kleines Maß nach beiden Seiten bewegt werden kann,
bevor die Bunde 13 oder 14 durch die Federn 15 oder 16 denselben Druck auf die Hülse
.1 ausüben und die Hülse verschieben.
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Die Wirkung der Vorrichtung ist folgende: Wenn der Maschinentelegraph
auf der Kommandobrücke auf »Achtung« eingestellt wird, so drücken das Exzenter 18
und die Stange 17 die Stange ii (Fig. i) um ein kleines Maß nach rechts. Der Bund
13 läuft dabei gegen die Feder 15 auf und drückt dieselbe ebenfalls über der Stange
i i nach rechts, bis sie die Hülse 4 berührt, jedoch noch nicht verschiebt. Die
Sperrzähne 7 bleiben deshalb noch von den Sperrzähnen 9 des Quadranten 3 frei, so
daß die Regelungswelle sowohl nach oben wie nach unten gedreht werden kann. Wenn
der Maschinentelegraph auf »Achtung« eingestellt ist, soll (lies auch möglich sein:
Wenn jedoch der Maschinentelegraph in derselben Richtung' weitergedreht wird bis
auf :Langsam vorwärts«, so geht die Stange i i weiter nach rechts, wodurch der Bund
13 durch Vermittlung der Feder 15 auch die Hülse 4 über der Stange i i nach rechts
verschiebt. Dabei werden die oberen Enden der Arme 5 und 6 auf der Welle i nach
rechts geschoben, wobei die linke Feder 12 zusammengedrückt und die rechte Feder
12 gestreckt wird, weil das Organ :2 fest auf der Welle i sitzt: Zugleich bewegen
sich die Sperrzähne 7 nach rechts und gelangen in Eingriff mit den Zähnen g des
Quadranten 3. Es ist demzufolge nicht mehr möglich, die Regelungswelle i nach unten
zu drehen und die Maschine auf »Rückwärts« zu setzen. Wenn man. jetzt .den Maschinentelegraphen
weiter bis »Halbe Kraft vorwärts« oder »Volle Kraft vorwärts«,durchdreht, so geht
die Stange ii noch weiter nach rechts. Weil jedoch die Hülse 4 sich nicht weiter
nach rechts bewegen kann, veranlaßt dies nur, daß die Feder i5 zusammengedrückt
wird.
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Falls der Maschinentelegraph auf »Stop« zurückbewegt wird, so bewegt
sich die Stange i i nach links zurück, wobei das linke Ende der Hülse 4 von dem
Druck der Feder 15 frei wird. Die Federn 12 entspannen sich und bewegen dabei die
Arme 5 und 6 mit der Hülse 4 wieder nach links, wodurch die Sperrzähne 7 von den
Zähnen (y des Quadranten 3 frei werden, so daß die Regelungswelle i nicht länger
gegen Drehung nach unten gesperrt ist, sondern wieder sowohl nach oben wie nach
unten gedreht werden kann. Falls nunmehr der Maschinentelegraph auf »Rückwärts«
gesetzt wird, verläuft alles in entsprechender Weise, wobei alsdann der Quadrant
3 mittels der Sperrzähne 8 und io derartig gesperrt wird, daß er wohl nach unten,
jedoch nicht nach oben bewegt werden kann, so daß die Maschine nur auf »Rückwärts«
gesetzt werden kann.