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Verfahren zum Herstellen ventilloser, elastischer Hohlkissen aus Kautschuk
Es sind Verfahren zum Herstellen von ventillosen Hohlkissen , aus Kautschuk für
z. B. orthopädische Zwecke bekannt. Hohlkissen dieser Art haben teilweise an der
Innenwand einen Pfropfen aus Vollgummi, der beim Aufpumpen in an sich bekannter
Weise durch eine mit einer Kanüle versehene Luftpumpe durchstoßen wird. Diese bekannten
Hohlkissen sollen jedoch den Nachteil haben, daß der Gummipfropfen sich beim Tragen
der Einlagen störend bemerkbar macht. Außerdem soll nach öfterem Durchstechen des
Gummipfropfens mit der Kanüle der Luftpumpe die Luftdichtigkeit der Hohlkissen nachlassen,
wodurch sie unbrauchbar wurden.
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Ein weiterer Vorschlag .zum Herstellen von ventillosen Hohlkissen
ohne Verwenden eines Gummipfropfens geht dahin, daß die mit der Kanüle der Luftpumpe
zu durchstoßende Wand der Hohlkissen im ganzen oder zonenartig verdickt wird. Hierbei
soll aber die Wand der Hohlkissen, wenn diese luftdicht sein sollen, so stark gemacht
werden müssen, daß die nach diesem Vorschlag hergestellten Hohlkissen in vielen
Fällen praktisch nicht mehr gebrauchsfähig sind.
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Ferner ist schon vorgeschlagen worden, daß in das vulkanisierte Hohlkissen,
dessen Wandungen aus Kautschuk oder gummiimprägniertem Stoff in vielen Fällen :mit
Rücksicht auf ihre Gebrauchsfähigkeit 0,3 mm bis i mm stark sind, vor dem
Aufpumpen eine Abdichtungsflüssigkeit eingespritzt wird. Bei entsprechender Wahl
des Flüssigkeitsgrades der Abdichtungsflüssigkeit soll sie Löcher von der Größe,
wie sie durch das Einführen der Kanüle einer Spritze zum Füllen mit Abdichtungsflüssigkeit
oder zum Aufpumpen mit Luft oder einem anderen Füllstoff entstehen, abschließen.
Beim Benutzen von Hohlkissen nach dem letztgenannten Verfahren soll der Nachteil
auftreten, daß die Einstichstelle einer Kanüle in die Gummi- oder Stoffwandung der
Hohlkissen eine Art Ventil, eine Klappe, bildet, die durch das Abdichtungsmittel
geschlossen werden soll. Das ist aber nur - möglich, wenn das Einstichloch der Kanüle
eine gewisse Größe nicht überschreitet und das Abdichtungsmittel über einen genügend
großen Flüssigkeitsgrad verfügt, dem aber durch die Abmessung der Hohlnadel Grenzen
gesetzt sind. Eine sehr zähe Abdichtungsflüssigkeit läßt sich nicht mehr durch eine
dünne Kanüle treiben, da sie diese selbst verstopft. Ein kleines Einstichloch kann
aber nur mit einer dünnen, scharfen Hohlnadel erzielt --werden, die schräg eingeführt
werden muß, damit die entstehende Klappe in dem dünnen Stoff möglichst lang wird.
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Da der Flüssigkeitsgrad des Abdichtungsmittels so gewählt werden muß,
daß es noch durch die Kanüle treten kann, so ist einleuchtend, daß solche Kissen
bei längerem Gebrauch nicht dicht bleiben können. Wenn auch anfangs ein Abdichten
möglich erscheint, so zeigt sich nach einiger Zeit;- daß durch das Einstichloch
Tropfen der Abdichtungsflüssigkeit
hindurchtreten, das Kissen blutet,
wird, beschmutzt und unbrauchbar.
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Ein weiterer Nachteil bei dem Herstellen von Hohlkissen nach dem .an
sich bekannten Verfahren soll durch die Beifügung eines an sich bekannten Treibmittels
hervorgerufen werden, das bekanntlich ein Aneinanderhaften der Kissenwandungen bei
der Vulkanisation vermeiden soll. Es kommt nämlich zuweilen dabei vor, daß beim
Ansteigen des Dampfdruckes eine schwache Stelle in dem verwendeten imprägnierten
Stoff sich öffnet, wodurch das Treibmittel entweicht und das Kissen verformt wird,
weil es beim Vulkanisieren nicht mehr prall in die Form hineingepreßt wird. Ist
im verwendeten Kissenmaterial ein kleinstes Loch vorhanden oder wird eine schwache
Stelle durch den Dampfdruck geöffnet, so können diese kleinsten Löcher, die normalerweise
vom verwendeten Abdichtungsmittel abgedichtet würden, durch den austretenden Dampf
so erweitert werden, daß ein Abdichten nicht mehr möglich ist; die Kissen bluten
und werden dadurch unbrauchbar.
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Schließlich vermischt sich das Treibmittel mit der Abdichtungsflüssigkeit
und beeinträchtigt dessen Wirkung. Wird beispielsweise Wasser mit Hirschhornsalz
als Treibmittel benutzt, so schlägt sich bei dem Abkühlen der Kissen der Wasserdampf
als Wasser auf die Innenwandungen der Kissen nieder, und das nachträglich eingespritzte
Abdichtungsmittel wird an den Kissenwandungen verdünnt. Das an den Wandungen haftende
Wasser mischt sich also mit dem zähen Abdichtungsmittel; aber gerade an den Wandungen
soll das Abdichtungsmittel infolge seines hohen Flüssigkeitsgrades abdichten. Wird
es an dieser Stelle verdünnt, so tritt trotz eines Abdichtungsmittels mit genügender
Zähigkeit ein Bluten der Kissen ein.
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Durch das Verfahren zum Herstellen ventilloser elastischer Hohlkissen
aus Kautschuk oder gummiertem Gewebe gemäß der Erfindung sollen alle Nachteile der
oben besprochenen Verfahren behoben werden und das Herstellen gleichmäßig großer
und,
elastischer Hohlkissen unter Verwenden sehr zäher Abdichtungsmittel möglich
sein.
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Das Verfahren gemäß der Erfindung urjterscheidet sich dadurch von
den bekannten Verfahren, daß das Abdichtungsmittel vor dem Vulkanisieren in die
Hohlkissen eingebracht wird. In weiterer Ausbildung des Erfindungsgedankens wird
dem Abdichtungsmittel noch ein an sich bekanntes pulverförmiges Treibmittel beigefügt.
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In der Zeichnung ist eine Ausführungsform des Verfahrens gemäß der
Erfindung rein schematisch dargestellt, und zwar zeigen: Abb. i eine Formplatte
mit den Nestern in Draufsicht, Abb. 2 die Formplatte mit der darüber gelegten Platte
aus Gummimischung oder imprägniertem Stoff, Abb. 3 die in den Nestern der Formplatte
eingelegte Gummiplatte o. dgl., Abb. q. die Einfüllung des Abdichtungsmittels, Abb.
5 - das Auflegen .einer zweiten Platte aus Gummimischung* o. dgl., Abb.6 die vorbereitete
Vulkanisierform. Die Hohlkissen bestehen, wie üblich, aus zwei Wänden aus imprägniertem
Stoff oder Gummimischung oder aus einer Stoff- und einer Gummiwand.
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Eine Platte aus gummiimprägniertem Stoff oder unvulkanisierter Gummimischung
i wird auf der Formplatte A, die der Form der Hohlkissen entsprechend geformte Nester
a hat, in an sich bekannter Weise so vorgearbeitet, daß sich das Material in die
Nester a legt. Je nach der Elastizität des verwendeten Materials kann diese Maßnahme
durch Wärme, Luft, Dampf oder mechanischen Druck vorgenommen werden. Bei größeren
Hohlkissen ist es vorteilhaft, die Formplatte - wie ebenfalls bekannt = in den Nestern
zu durchbohren, damit die über der Gummi- oder Stoffplatte befindliche Luft entweichen
kann. Hat sich die Gummi- oder Stoffplatte i den Nestern a der Formplatte
A angepaßt, so wird in die Nester eine entsprechende Menge des Abdichtungsmittels
b eingefüllt. Das Abdichtungsmittel kann z. B. aus einer Sulfitablauge bestehen,
die unter Zugabe von Glycerin auf den gewünschten Flüssigkeitsgrad eingestellt wird.
Soll nur wenig Abdichtungsmittel verwendet werden, so.ist es ratsam, dem Abdichtungsmittel
noch ein Treibmittel, z. B. Hirschhornsalz o. dgl., zuzusetzen. Auf die mit dem
Abdichtungsmittel gefüllte Gummi- oder Stoffplatte i wird nun eine zweite Platte
aus unvulkanisierter Gummimischung oder gummiimprägniertem Stoff 2 aufgelegt und
durch eine zweite Formplatte B gegen die Ränder c der Formplatte
A
gedrückt und fest verbunden. Die Ränder der Formplatte A können dabei noch
beliebig geformt sein, z. B. halbkreisförmig oder schräg, wenn die Formplatte B
auch entsprechend geformt ist.
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Nun kann die so vorbereitete Vulkanisierform von beiden Seiten oder.einer
beliebigen Seite durch Erhitzen dem Vulkanisieren ausgesetzt werden. Durch das Erhitzen
bei der Vulkanisation erhöht sich der Dampfdruck des Abdichtungsmittels, und die
Wandungen der Hohlkissen werden in die Form hineingepreßt. Der Dampfdruck des Abdichtungsmittels
kann durch Zugabe eines Treibmittels
noch beliebig erhöht werden.
Sind undichte Stellen im verwendeten Material, so sollen diese durch das Abdichtungsmittel
geschlossen werden. Nach dem Vulkanisieren werden die Formplatten in üblicher Weise
abgekühlt.
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Die nach dem Verfahren gemäß der Erfindung hergestellten ventillosen
Kautschukhohlkissen sind gleichmäßig geformt und sollen vollkommen dicht sein. Ein
Prüfen auf Dichtigkeit erübrigt sich, da schlecht vulkanisierte oder undichte Kissen
in sich zusammenfallen und nicht die richtige Form haben. Werden die Hohlkissen
aus zwei Gummiplatten hergestellt, so empfiehlt es sich, in an sich bekannter Weise
eine der Wandungen mit einem kleinen Stofffleck zu versehen, durch welchen die Kanüle
einer Luftpumpe eingeführt wird, wenn ein Ergänzen oder Vermehren des Luftinhaltes
der Kissen nötig ist. Der Stofffleck hat die bekannte Aufgabe, ein übermäßiges Dehnen
des Gummis an dieser Stelle zu vermeiden.
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Da der Flüssigkeitsgrad des im Hohlkissen befindlichen Abdichtungsmittels
bedeutend größer gewählt werden kann, als es bei dem Einführen des Abdichtungsmittels
mit einer Hohlnadel möglich ist, so soll dadurch das lästige Bluten der Kissen vollständig
vermieden werden, auch dann, wenn nachträglich in die nach dem Verfahren gemäß der
Erfindung hergestellten Hohlkissen mit der Kanüle einer Luftpumpe Luft eingepumpt
wird. Außerdem ist es möglich, beim Einpumpen von Luft Kanülen von größerem Ouerschnitt
zu verwenden, da das zähe Abdichtungsmittel auch größere Löcher abdichtet, und es
ist nicht nötig, jede etwa stumpf gewordene Hohlnadel durch eine neue zu ersetzen.