DE610603C - Vorrichtung zur zeitweisen Erhoehung des Verdichtungsdruckes von Flugkolbenverbrennungskraftmaschinen - Google Patents
Vorrichtung zur zeitweisen Erhoehung des Verdichtungsdruckes von FlugkolbenverbrennungskraftmaschinenInfo
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- F04—POSITIVE - DISPLACEMENT MACHINES FOR LIQUIDS; PUMPS FOR LIQUIDS OR ELASTIC FLUIDS
- F04B—POSITIVE-DISPLACEMENT MACHINES FOR LIQUIDS; PUMPS
- F04B31/00—Free-piston pumps specially adapted for elastic fluids; Systems incorporating such pumps
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Description
Es sind Flugkolbenmotorverdichter, welche nach dem Dieselprinzip arbeiten, bekannt,
bei denen sich zwei Kolben in einem Motorzylinder gegenläufig bewegen und an den
Hubenden die Ein- und Auslaßschlitze steuern; die rückwärts treibende Energie wird in den
Luftkissen der Verdichterzylinder wahrend des Hinganges aufgespeichert und bewirkt eine
genügend große Rückwärtsgeschwindigkeit der
to Kolben, so daß deren Bewegungsenergie die Ladeluft bis zur Selbstzündung des Brennstoffes
zu verdichten vermag. Es ist aber bei diesen Maschinen zu befürchten, daß schon bei
einer geringen Änderung der rückwärts treibenden Energie oder des Widerstandes die Kolben
vor Erreichen des notwendigen Druckes zum Stillstand kommen und somit die Zündung
nicht erfolgt.
Um diesen Nachteil zu vermeiden, kann ein
ao an sich bekanntes Dekompressionsventil angebracht
werden, dessen Wirkungsweise sich jedoch von derjenigen von Dekompressionsventilen
gewöhnlicher Motoren wesentlich unterscheidet.
Die Erfindung behandelt nun eine Verbesserung für Flugkolbenverdichter, welche nach dem
Dieselverfahren arbeiten, deren Neuheit darin besteht, daß der Motorzylinder mit abhängig
vom Kolbenweg gesteuerten Hilfsauslässen versehen ist, so daß beim Rückwärtshub eine =30
durch Verstellen der Steuervorrichtung des Hüfsauslasses veränderliche Menge der Ladeluft
ausgestoßen wird, um die im Motorzylinder verbleibende Luft höher zu verdichten.
Auf der Zeichnung ist die Vorrichtung in beispielsweisen Ausführungsformen schematisch
dargestellt.
Abb. ι ist ein Schnitt durch einen Flugkolbenmotor,
Abb. 2 ein Schnitt nach Linie 100-100 durch
ein der Erfindung' entsprechendes Abscblußorgan mit einer die Bewegung vom Kolben auf
das Organ übertragenden Vorrichtung und
Abb. 3 eine Variante der Steuerung des Entladeorgans. '
Abb. 4 ist ein Diagramm der Arbeitsweise mit und ohne Dekompressionen, wobei die ausgezogenen
Linien den Betrieb ohne Dekompressionsventil und die unterbrochenen Linien denselben mit eingeschaltetem Dekompressionsventil
veranschaulichen.
Der aus Abb. I ersichtliche Flugkolbenmotor besteht aus zwei Flugkolben 1, die sich im
Motorzylinder 2 und den Kompressorzylindern 3 gegenläufig bewegen. Die beiden Kolben sind
durch die Pleuelstangenpaare 4 und den auf den drehbaren Achsen 5 befestigten Schwinghebelnö
miteinander verbunden. Der eine Kolben steuert
an einem Ende des Motorzylinders die Auspuffschlitze"^/
der" ändere Kolben am entgegengesetzten Ende des Motorzylinders die Spülluftschlitze
8. Der Brennstoff wird durch die S Düse 28 eingespritzt. Die im Kompressor zu komprimierende Luft wird durch die Saugventile
9 in die Kompressorzylinder 3 gesogen und durch die Druckventile 10 teilweise in die
Druckleitung 11 ausgestoßen, die verbleibenden Druckluftkissen in den Zylindern 3 schleudern
die Kolben wieder in die innere Totpunktlage., Aus der Schnittdarstellung nach Abb. 2 sind
außer dem Motorzylinder 2, die Pleuelstangen 4, die Schwinghebel 6 und die Achsen 5 mit dem
darauf aufgekeilten Nocken 12; erkennbar. Das die Erfindung verwirklichende Entladeorgan
ist durch ein Ventil 15 dargestellt, welches mittels des Hebels 14 und Stößels 13 vom
Nocken 12 betätigt wird. Der Hebel 14 ist auf einem verschiebbaren Zapfen 17 gelagert, welcher
durch den Steuerkolben 18 in dem Steuerzylinder 19 oder von Hand mif tels des. auf
Zapfen 25 gelagerten Hebels 27 durch den Anschlag 26 verstellt werden kann. Die Variante der Bewegungsübertragung
zwischen Kolben und Entladeventil nach Abb. 3 besteht im Zwischenschalten eines federnden
Gliedes, dargestellt durch den Hebel 30 und die Blattfeder 31. Die Bewegung des Ventils
ist durch den Dämpfer 33 abgebremst.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende:
Währenddem die Kolben nach Umkehr ihrer Bewegungsrichtung in den äußeren Totpunkten
sich gegeneinander bewegen, öffnet der Nocken 12, bevor die Kompression der Gase im Zylinder2
begonnen hat, vermittels des Stößels 13 und Hebels 14 das Ventil 15, das so groß bemessen
ist, daß der Druck im Motorzylinder 2 während dem ersten Teil des Hubes nur wenig über den
Kompressionsanfangsdruck steigt und ein Teil des Motorzylinderinbaltes aus dem Zylinder
ausgestoßen wird. Nachdem die Kolben eine gewisse Länge ihres Hubes durchlaufen haben,
schließt der Nocken vermittels der Feder 35 das Ventil und die im Zylinder verbleibende
Luft wird verdichtet, indem die kinetische Energie der Kolben an die zu komprimierende Luft
abgegeben wird. Da die Luftuienge jedoch geringer ist, als wenn das Ventil nicht betätigt
würde, so ist der erreichte Enddruck entsprechend höher. Man kann also auf diese Art
eine bedeutend höhere Zündtemperatur erreichen, wodurch das Anlassen der kalten Maschine erleichtert wird.
Dieses Verfahren gestattet auch bei vermindertem Druck im Druckluftbehälter die notwendige
Zündtemperatur zu erreichen, wenn weniger hoch komprimierte Druckluftkissen in den Kompressorenzylindern die Kolben ,mit
verminderter Energie gegen den inneren Totpunkt schleudern. Es wird, um trotzdem die
Zündtemperatur zu erreichen, ein Teil der Verbrennungsluft nach dem beschriebenen Verfahren
so ausgestoßen, daß der Rest trotz verminderter kinetischer Energie auf die Zündtemperatur
verdichtet wird.
Das Ventil erfüllt also dieselben Funktionen, wie ein Dekompressionsventil. Angewendet auf
die beschriebene, ohne feste Hubbegrenzung laufende Maschine ist die Wirkung, wie-aus dem
Diagramm nach Abb. 4 ersichtlich, gerade das Gegenteil derjenigen, die sich bei Anwendung
eines Dekompressionsventils bei einem gewöhnlichen, mit Kurbelwelle versehenen Motor
ergibt. Die Verdichtung auf der Motorseite beginnt bei offenem Dekompressionsventil, wie
die unterbrochenen Linien des Diagramms zeigen, viel später, und der erreichte Höchstdruck
ist, gleiche rückwärts treibende Energie der Kolben vorausgesetzt, entsprechend höher. Die
vom Motor während der darauffolgenden Entspannung abgegebene Leistung ist geringer
als bei abgeschaltetem Dekompressionsventil,' so daß die Kolben auf ihrem Hingang früher zum
Stillstand kommen und, da weniger Luft ausgestoßen wird, ist die Energie des verbleibenden
Kissens entsprechend größer, es erfolgt also beim darauffolgenden Hub eine weitere Steigerung
des Verdichtungsdruckes im Motor.
Der Zapfen 17, um den sich der Hebel 14
dreht, ist verschiebbar. Wird derselbe von Hand mittels des um Zapfen 25 drehbaren
Hebels 27 nach unten gezogen, wird die Ver-* bindung zwischen Kolben 1, Pleuelstange 4,
Schwinghebel 6, Welle 5, Nocken 12, Stößel 13; Hebel 14, Ventil 15 gelöst. Das Ventil 15 bleibt
geschlossen, und die Maschine funktioniert ohne Entladen. Zwischen vollständig eingeschalteter
Verbindung und gelöster Verbindung sind auch Zwischenstellungen möglich, welche bezwecken,
eine beliebig veränderliche Menge Ladeluft aus dem Motorzylinder auszustoßen.
Die Verbindung zwischen Nocken 12 und Ventil 15 kann auch automatisch verstellt und
unterbrochen werden, indem eine komprimierte Flüssigkeit, welche in den Zylinder 19 gedruckt
wird, den Kolben 18 nach unten bewegt. SoH. beispielsweise das Dekompressionsventil nur
während dem Anlassen betätigt werden, d.h. bis der Druckbehälter des Kompressors auf
Druck gebracht ist, so verbindet man Zylinder durch eine Leitung mit dem Druckluftbehälter, und die Stärke der auf den Kolben 18
wirkenden Feder wird so gewählt, daß bei Betriebsdruck die Druckluft im Zylinder 19
den Kolben 18 nach unten zu drücken vermag. Herrscht Atmosphärendruck im Druckluftbehälter
und im Zylinder 19, so drückt die Feder den Kolben 18 nach oben, und das Dekompressiönsventil
15 kann vom Nocken 12 betätigt werden; sobald der Druck im Behälter sich dem
Betriebsdruck nähert, so überwiegt der Luftdruck auf den Kolben 18 den Federdruck,
und derselbe bewegt sich mit dem Drehpunkt X1J des Hebels 14 nach unten und löst damit
die Verbindung zwischen Nocken und Ventil. Die automatische Betätigung des Kolbens 18
kann aber auch von einem Regulator aus gesteuert werden, wobei auf bekannte Art die
Leistungsänderung eine Druckänderung der
>o Flüssigkeit im Zylinder 19 hervorruft und somit
entsprechend der Leistung mehr oder weniger Verbrennungsluft aus dem Motorzylinder ausgestoßen
wird.
Da der Nocken 12 keine drehende, sondern eine schwingende Bewegung ausführt, entsprechen die gleichen Stellungen der Kolben 1 während dem Hin- und Rückgang gleichen Stellungen des Nockens 12. Das Ventil wird also auch betätigt, wenn die Kolben 1 sich voneinander weg bewegen, und ein Teil der verbrannten Gase entweicht vorzeitig durch die Öffnungen 16.
Da der Nocken 12 keine drehende, sondern eine schwingende Bewegung ausführt, entsprechen die gleichen Stellungen der Kolben 1 während dem Hin- und Rückgang gleichen Stellungen des Nockens 12. Das Ventil wird also auch betätigt, wenn die Kolben 1 sich voneinander weg bewegen, und ein Teil der verbrannten Gase entweicht vorzeitig durch die Öffnungen 16.
Die Vorrichtung nach Abb. 3 bezweckt, das Ventil während des Motorhubes nicht oder sehr
verspätet zu öffnen. Dies kann erreicht werden, indem zwischen Nocken und Ventil ein elastisches
Glied eingeschaltet wird, welches folgendermaßen funktioniert:
Der Nocken 12 betätigt, wie im vorhergehenden Fall, auch während des Motorhubs
den Stößel 13 und den Hebel 30. Derselbe drückt aber nicht direkt auf das Ventil, sondern
die Bewegung wird durch die Blattfeder 31 übertragen; dieselbe ist so berechnet, daß sie
das Ventil, solange im Motorzylinder ein Druck von irgendwelcher Wichtigkeit herrscht,
nicht zu öffnen vermag, sondern sich durchbiegt. Das Ventil kann daher erst geöffnet
werden, wenn der Druck im Motorzylinder so stark gesunken ist, daß die Spannung der
Feder dasselbe zu heben vermag. Das Ventil öffnet also während des Motorhubs gar nicht
oder nur ganz am Ende des Hubes, nachdem ein Teil der verbrannten Gase durch die Auspuffschlitze
7 entwichen ist. Wenn sich die Kolben gegeneinander bewegen, so funktioniert die Vorrichtung, ohne die Feder durchzubiegen,
wie im vorhergehenden, schon beschriebenen Fall. Um das von der Feder geöffnete Venfil
abzubremsen, kann ein Dämpfer, bestehend aus Kolben 33 und Zylinder 34, verwendet
werden. . '
Die Vorrichtung nach Abb. 3 gestattet nicht nur eine Verringerung der Verdichtungsenergie,
sondern erzielt gleichzeitig einen verbesserten Wirkungsgrad, da die Entspannung der Gase
über die Verdichtungsanfangstellung hinausreicht.
Claims (3)
1. Vorrichtung zur zeitweisen Erhöhung des Verdichtungsdruckes von Flugkolbenverbrennungskraftmaschinen
mit Selbstzündung und von den Kolben gesteuerten Spül- und Auspuffschlitzen, dadurch gekennzeichnet,
daß der Motorzylinder mit an sich bekannten, mittelbar durch den einen der Kolben gesteuerten Hilfsauslässen versehen
ist, die ein- und ausgeschaltet werden können und im eingeschalteten Zustand beim Einwärtshub
der Kolbe'n eine durch Verstellen ihrer Steuervorrichtung veränderliche Lade- ·
luftmenge auszuschieben gestatten.
2. Vorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der Drehpunkt (17)
des Steuerhebels (14) der Steuervorrichtung des Hilfsauslasses durch einen mit Druckluft
belasteten Kolben (18), dessen Zylinder (19) mit dem Druckluftbehälter des Kompressors
oder mit einem Regulator in Verbindung steht, verschoben wird und dadurch die Verbindung zwischen Hilfsauslaßventil
und Kolben verstellt oder löst.
3. Vorrichtung nach Anspruch x, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuerhebel (30)
des Hilfsauslasses federnd ist, wodurch erreicht wird, daß der Nocken (12) das
Ventil nur öffnen kann, wenn der Druck im Motorzylinder unter einen bestimmten, von
der Stärke der Feder (31) abhängenden Druck gesunken ist, so daß während des
Motorhubes der Nocken das Ventil nicht öffnet und somit keine Motorenergie infolge
des zu frühen Auspuffs verlorengeht.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEP59787D DE610603C (de) | 1929-02-22 | 1929-02-22 | Vorrichtung zur zeitweisen Erhoehung des Verdichtungsdruckes von Flugkolbenverbrennungskraftmaschinen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEP59787D DE610603C (de) | 1929-02-22 | 1929-02-22 | Vorrichtung zur zeitweisen Erhoehung des Verdichtungsdruckes von Flugkolbenverbrennungskraftmaschinen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE610603C true DE610603C (de) | 1935-03-13 |
Family
ID=7389286
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEP59787D Expired DE610603C (de) | 1929-02-22 | 1929-02-22 | Vorrichtung zur zeitweisen Erhoehung des Verdichtungsdruckes von Flugkolbenverbrennungskraftmaschinen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE610603C (de) |
-
1929
- 1929-02-22 DE DEP59787D patent/DE610603C/de not_active Expired
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