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Druckknopfsteuerung für Aufzüge Bei Aufzügen mit Druckknopfsteuerung
verwendet man zur Feststellung des Standortes des Fahrkorbes relativ zur anzusteuernden
Haltestelle, d. h. also zur Bestimmung der Fahrtrichtung bei einem bestimmten Fahrkommando,
und zur Abstellung der Fahrt an der angesteuerten Haltestelle entweder Schaltgeräte
im Schacht, die mechanisch durch Stellkurven am Fahrkorb betätigt werden, oder sogenännte
Kopierwerke im Maschinenraum, -die den Weg des Fahrkorbes im verkleinerten Maßstabe
wiedergeben. Den Schaltgeräten im Schacht haftet der Mangel an, daß sie, besonders
bei schnell fahrenden Aufzügen, ein starkes Geräusch verursachen und großer Abnutzung
ausgesetzt sind. Die Kopierwerke weisen zwar diese Mängel nicht auf, neigen aber
dafür zu ungenauerem Schalten, was in der hohen Übersetzung des Weges des Fahrkorbes
bis zu den Schaltorganen begründet ist. Besonders bei Aufzügen mit Treibscheibe
bietet die Anwendung der Kopierwerke Schwierigkeiten, da mit einem Gleiten der Seile
auf der Treibscheibe gerechnet werden muß.
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Man hat auch bereits vorgeschlagen, lichtempfindliche Zellen zur Erzielung
der gewünschten Schaltgenauigkeit bei Hebelschaltungen zu verwenden. Bei Druckknopfsteuerungen
dagegen ist die Verwendung lichtempfindlicher Zellen bisher noch nicht ausgeführt
worden, da in der für Hebelsteuerung bekannten Anordnung mit nur einfachen Schaltern
die Bestimmung der Drehrichtung in Abhängigkeit vom Fahrziel nicht möglich ist;
die üblichen Wechselschalter können nicht oder wenigstens nicht ohne verwickelte
Abänderungen für die Steuerung durch lichtempfindliche Zellen ausgebildet werden.
Diese Schwierigkeiten werden erfindungsgemäß dadurch vermieden, daß zur Bestimmung
der Drehrichtung des Antriebsmotors und des Fahrweges bei 7a Haltestellen mindestens
2 n-2 lichtempfindliche Zellen in den Steuerstromkreis eingeschaltet werden, von
denen die eine Hälfte die Aufwärtsfahrt und die andere Hälfte die Abwärtsfahrt überwacht
und die durch am Fahrschacht angeordnete Beleuchtungsmittel belichtet werden, und
zwar derart, daß an jeder der Haltestellen sowie zwischen den Haltestellen jedesmal
verschiedene Zellen beleuchtet werden, so daß sich an jeder Haltestelle eine bestimmte
Kombination von beleuchteten und unbeleuchteten Zellen und den Beleuchtungsmitteln
ergibt, die dem gerade gedrückten Druckknopf zugeordnet ist. Die eine Hälfte der
Zellen überwacht die Aufwärtsfahrt, die andere Hälfte der Zellen die Abwärtsfahrt.
Eine besonders zweckmäßige Anordnung ergibt sich, wenn man die lichtempfindlichen
Zellen am Fahrkorb beispielsweise nebeneinander anordnet und sie durch eine Lichtquelle
beleuchtet, die ebenfalls am Fahrkorb angebracht ist und deren Lichtstrahlen gegen
die Schachtwand geworfen und dort reflektiert werden. Die Beleuchtung einzelner
Zellen kann dann in der für die Steuerung notwendigen Weise in Abhängigkeit von
der Stellung des Fahrkorbes dadurch verhindert werden, daß an der Schachtwand nichtreflektierende
Streifen angebracht
werden. Wesentlich und von besonderem Vorteil
ist es, daß bei der Erfindung die lichtempfindlichen Zellen nicht nur zur Feststellung
des Standortes des 'ahrkorbes relativ zur anzusteuernden Haltestelle und damit zur
Festlegung der Fahrtrichtung, sondern gleichzeitig auch zur Abstellung der Fahrtbewegung
dienen.
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Unter lichtempfindlichen Zellen sind alle jene Geräte zu verstehen,
die entweder unter der Einwirkung des Lichtes ihren Widerstand ändern oder selbst
eine elektromotorische Kraft erzeugen, also beispielsweise Selenzellen, Photozellen
o. dgl. Es ist ferner gleichgültig, ob die Zellen direkt in den zu überwachenden
Stromkreis geschaltet werden oder ob dies unter Zwischenschaltung von Verstärkereinrichtungen
irgendwelcher Art geschieht. Die lichtempfindlichen Zellen können entweder auf dem
Fahrkorb oder im Schacht verteilt angebracht werden.
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In der Zeichnung ist ein AusführungAbeispiel der Erfindung dargestellt.
In einem Aufzugsschacht mit den Haltestellen 1, 2, 3, 4 und 5 bewegt sich der Fahrkorb
6. 7 ist die Aufzugsmaschine, die von einem nicht dargestellten Elektromotor angetrieben
wird, der durch die beiden Umschalteschütze 8 und g in bekannter Weise für Rechts-
und Linkslauf eingeschaltet werden kann. Durch das Schütz 8 wird der Motor für Abwärtsfahrt
geschaltet, durch das Schütz g für Aufwärtsfahrt. Die Einleitung einer Fahrt geschieht
durch Druckknöpfe io bis 14, denen in bekannter Weise Stockwerkrelais 15 bis xg
zum Festhalten des vom Druckknopf gegebenen Kommandos zugeordnet sind. Die Druckknöpfe
und Relais sind zweipolig ausgebildet.
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An dem Fahrkorb sind nebeneinander lichtempfindliche Zellen angeordnet,
und zwar sind bei einem Aufzug mit st Haltestellen 2 sz-2 Zellen, in vorliegendem
Falle also acht Zellen, erforderlich (2o bis 27). Die Zellen sind derart geschaltet,
daß die eine Hälfte (2o bis 23) mit einem Pol an der Spule des Umschaltschützes
8, die andere Hälfte (24 bis 27) mit einem Pol am Umschaltschütz g liegen. Die erstere
Hälfte kontrolliert demnach die Aufwärtsfahrt, die andere die Abwärtsfahrt. Die
anderen Pole sind in der Weise mit den Spulen der Stockwerkrelais 15 bis ig verbunden,
daß Zelle 23 der untersten Haltestelle i, Zelle 24 der obersten Haltestelle 5 zugeordnet
sind, während für die Zwischenhaltestellen je zwei, und zwar je -eine Zelle für
Auf- und je eine für Abwärtsfahrt, zugeordnet sind (2o und 25 zu Haltestelle 4,
21 und 26 zu 3 und 2z und 27 zu 2).
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Das Belichten der lichtempfindlichen Zellen geschieht durch eine Beleuchtungseinrichtung
28 am Fahrkorb, die für alle lichtempfindlichen Zellen gemeinsam sein kann, und
zwar indirekt derart, daß die lichtempfindlichen Zellen das von 28 ausgehende Licht
nur von der hellen Schachtwand reflektiert erhalten. Durch geeignete Abschirmungen
zwischen dem Beleuchtungskörper und den lichtempfindlichen Zellen einerseits und
zwischen diesen untereinander andererseits muß dafür gesorgt werden, daß jede Zelle
für sich allein sicher arbeiten kann. Zur Verbindung der Geräte auf dem Fahrkorb
mit den fest: angeordneten dient das Hängekabel 29.
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Die der Beleuchtungseinrichtung und den lichtempfindlichen Zellen
zugekehrte Schachtwand ist in heile, also reflektierende, und dunkle Felder eingeteilt,
die treppenförmig abgestuft sind, derart, daß zu jeder lichtempfindlichen Zelle
ein heller und ein dunkler Streifen gehört. Die zur Abschaltung der Fahrtbewegung
dienenden Übergänge von hell auf dunkel sind so angeordnet, daß der Fahrkorb unter
Berücksichtigung der Ansprechzeit der lichtempfindlichen Zelle, der Motorschaltschützen
und der Bremse genau an der Haltestelle zum Stillstand kommt.
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In der Zeichnung ist der Fahrkorb an der Haltestelle 3 stehend angenommen.
Es befinden sich dabei die Zellen 22, 23, 24 und 25 gegenüber dem hellen Teil, die
übrigen gegenüber dem dunklen Teil der Schachtwand. Da die letzteren für einen Stromdurchgang
ausfallen, steht für ein neues Fahrkommando nur die Fahrt nach den Haltestellen
1, 2, 4 und 5 zur Verfügung, und zwar, da die Zellen 22 und 23 mit Abwärtsschütz
8, 24 und 25 mit Schütz g verbunden sind, kann beim Ansteuern der Halte.-stellen
i und - 2 nur abwärts, bei 4 und 5 nur aufwärts gefahren werden. Damit ist in vollständigem
Sinne überwacht, daß jede neue Fahrt selbsttätig nur in der allein. zulässigen Fahrtrichtung
stattfinden kann.
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Im einzelnen spielt sich der Schaltvorgang wie folgt ab Soll aus der
gezeichneten Stellung heraus nach der Haltestelle 5 gefahren werden, so ist der
Druckknopf 14 zu drücken. Dieser schaltet zunächst über seinen unteren Kontakt die
Beleuchtung 28 ein; damit werden sämtliche.dem hellen Teil der Schachtwand gegenüberstehenden
lichtempfindlichen-Zellen bestrahlt und für Stromdurchgang freigegeben. Hierbei
handelt es sich, wie es aus der Zeichnung klar ersichtlich ist, um eine ganz bestimmte
Kombination der beleuchteten Lampen 22, 23, 24, 25 mit den unbeleuchteten Lampen
2o, 21, 26, 27 und der Form der Beleuchtungsmittel, also der Streifen, durch die
bewirkt wird, daß der Fahrkorb sich beim Drücken des Druckknopfes 14 nach oben zu
in Bewegung setzt und in der weiterhin beschriebenen Weise durch Verdunkeln der
.Zelle 24 anhält. Gleichzeitig hat der Druckknopf 14 seinen oberen Kontakt geschlossen,
und es fließt jetzt Strom aus dem Netz (+) über 14, Spule von Relais i9, Photozelle
24, Spule von Umschaltschütz 9 nach -. Schütz 9 zieht an und
schaltet
den Aufzugsmotor für Aufwärtsfahrt ein, der Aufzug bewegt sich nach oben. Gleichzeitig
hat das Relais ig angezogen und seine beiden Kontakte geschlossen, der obere überbrückt
den oberen Kontakt von 14, der untere Kontakt den unteren von 14. Das Relais hält
sich nach Loslassen des Druckknopfes selbst fest, und auch die Beleuchtung bleibt
über den unteren Kontakt von ig eingeschaltet. Der Fahrkorb setzt seinen Weg nach
oben zu fort, bis die lichtempfindliche Zelle 24 aus dem hellen in den dunklen Bereich
der Schachtwand übertritt. In diesem Augenblick hört der Stromdurchgang durch die
Photozelle 24 auf, so daß Schütz g und Relais ig abfallen, der Aufzugsmotor abgeschaltet
wird und der Aufzug zum Stehen kommt; gleichzeitig. wird durch den unteren Kontakt
von Relais ig die Beleuchtung wieder ausgeschaltet.
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In der Haltestelle 5 sind die lichtempfindlichen Zellen 24 bis 27
abgeblendet; dagegen können 2o bis 23 bestrahlt werden. Da diese sämtlich mit Schütz
8 in Verbindung stehen, ist von dieser Haltestelle aus nur die Fahrt nach abwärts
möglich.
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Bei der beschriebenen Anordnung ist die Beleuchtung für die Bestrahlung
der lichtempfindlichen Zellen so eingerichtet, daß sie nur beim-Ingangsetzen des
Aufzuges eingeschaltet wird und nach Aufhören der Bewegung wieder verlischt. Wird
hierauf verzichtet und bleibt die Beleuchtung dauernd eingeschaltet, so fallen die
unteren Kontakte an den Druckknöpfen und an den Relais fort.
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Es ist ferner möglich, das Beleuchtungsorgan nicht am Fahrkorb, sondern
im Schacht in Form von Transparenten o. dgl. anzubringen und* die lichtempfindlichen
Zellen nicht indirekt, sondern direkt zu bestrahlen. Auch hierbei kann die Beleuchtung
entweder dauernd brennen oder in beschriebener Weise nach Bedarf eingeschaltet werden.
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Ferner kann die ganze Anordnung umgekehrt werden, indem die lichtempfindlichen
Zellen statt am Fahrkorb, im Schacht angebracht werden. Diese Anordnung erfordert
jedoch alsdann eine mit dem Fahrkorb bewegte und durch den ganzen Schacht geführte
Abblend- bz-w. Reflektierfläche, die als endloses,- über breite Rollen geführtes
Band ausgebildet sein kann. Die Verteilung von hell und dunkel auf diesem geschieht
in ähnlicher Form wie für die feste S@hachtwand beschrieben.
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Sofern für die Wirksamkeit der lichtempfindlichen Zellen Verstärkereinrichtungen
vorgesehen werden müssen, besteht die Möglichkeit, sämtliche Zellen an eine gemeinsame
Verstärkerein.richtung anzuschließen. Diese kann in gleicher Weise wie die Beleuchtung,
gegebenenfalls mit dieser gemeinsam, in der beschriebenen Weise jeweils nach Bedarf
selbsttätig ein- und ausgeschaltet werden.
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Die gesamte Anordnung gestattet weiterhin die zusätzliche Anordnung
von lichtempfindlichen Zellen, die zum Einleiten einer selbsttätigen Verzögerung
der Fahrgeschwindigkeit bei Annäherung an eine Haltestelle dienen sollen.