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In einen Gebrauchstisch umwandelbares Billard Die Erfindung betrifft
ein als Gebrauchstisch umwandelbares Billard. Es ist bereits bekannt, den Billardboden
oben an einem Tischgestell wie eine Tischplatte auf dem Zargenrahmen zu befestigen.
Um diesen Boden herum ist ein rechtwinkliger Rahmen angeordnet, der auf seiner inneren
Seite die eigentliche Bande trägt. Dieser Bandenrahmen besitzt Querleisten, die
durch Schlitze des Zargenrahmens hindurchtreten. Auf diese Querleisten wirkt nun
ein unterhalb derselben am Zargenrahmen befestigtes Hebelübertragungsgestänge derart
ein, daß man durch Verstellung eines nur von unten her durch Bücken zu erreichenden
Stellhebels den von ihnen getragenen Bandenrahmen aufwärts in eine Lage verschieben
kann, in der die Bandenleisten über dem Billardboden liegen.
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Soweit es die Benutzung dieses Billards als solches angeht, ist es
von Nachteil, daß man keine absolute Gewähr dafür hat, daß der Bandenrahmen auch
wirklich an jeder Stelle seines Umfanges die richtige Höhenlage einnimmt und ein
gutes Spiel gewährleistet. Ein solcher Rahmen nämlich ist leicht Verwerfungen ausgesetzt,
die schon in der Natur des Baustoffes, des Holzes, in Anbetracht der sich ständig
ändernden Luftfeuchtigkeit begründet ist. Hinzu kommt noch die Faserrichtung des
Holzes. Aber auch die Anpassung der Innenmaße dieses Rahmens an die Außenmaße des
Bodens macht bei dieser bekannten Bauart beträchtliche Schwierigkeiten wegen des
Baustoffes. Werden die beiden Maße zu eng aufeinander abgestimmt, so macht sich
bei sich ändernder Luftfeuchtigkeit leicht ein Klemmen bemerkbar, welches die gleichmäßige
Aufwärtsbewegung des Bandenrahmens beeinträchtigt; macht man sie etwas zu reichlich,
so klappert -der Rahmen gegenüber ,dem Boden. Letzteres macht sich auch nachteilig
bemerkbar, weil ja der Spieler bei jedem Stoß die Hand zur Führung des Queues auf
den Bandenrahmen auflegt und mit seinem ganzen Körpergewicht auf dessen Verschiebung
gegenüber dem feststehenden Tischgestell mit Boden hinwirkt. Beim Loslassen geht
der Bandenrahmen dabei in seine Ausgangslage zurück. Wenn auch diese Bewegungen
nur millimetergroß sein mögen, so beeinträchtigen sie doch die Güte des Billards.
Außerdem haben die Spieler die Gewohnheit, sich bei schwierigen Stößen auf den Bandenrahmen
zu setzen. Ist dieser nicht sicher gesperrt, vielleicht weil das Einstellen des
Hebelgestänges, welches nur unbequem im Bücken beobachtet werden kann, nicht ordnungsgemäß
erfolgte, so besteht die Gefahr, daß der Billardrahmen plötzlich in seine Tieflage
schnellt. Dadurch können Klemmungen der Hand entstehen und auch die Bälle selbst
wie die Kegel ihre Lage ändern, wodurch das laufende Spiel selbst gestört wird.
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Soweit es die Verwendung des bekannten Billards als Tisch angeht,
hat die Tatsache, daß der Bandenrahmen mit dem Billardboden keine absolut feste
Verbindung hat, zur Folge; daß dieser Teil, durch die Belastung durch die Arme der
am Tisch sitzenden Personen beeinflußt, Bewegungen ausführt, die
ebenfalls
störend wirken. Außerdem ist der Billardboden selbst allen Gefahren der Beschädigung
ausgesetzt, die es für den Tisch überhaupt gibt, sei es durch Schläge und Stöße,
sei es durch vergossene Flüssigkeit; denn er steht in diesem Falle mit dem nassen
Fleck in unmittelbarer Berührung, nimmt also die Feuchtigkeit- selbst auf. Man hat
schließlich auch bei diesem bekannten Tischbillard schon vorgeschlagen, die Benutzungsfläche
der Tischplatte zü vergrößern, indem man im Zargenrahmen an den Stirnseiten öffnungen
vorsah, durch .die Tragarme von Verlängerungsplatten hindurchgesteckt und dann durch
beiderseitiges Umgreifen der obenerwähnten Querleisten befestigt wurden. Die Ausführung
dieses Vorganges, insbesondere die Sicherung an der Querleiste, ist deshalb mühevoll,
weil man diese Stelle ebenfalls nur durch Bücken beobachten kann. Endlich müssen
bei dieser Bauart noch besonderer Raum und besondere Haltevorrichtungen für die
Queues zur Verfügung gestellt werden, beispielsweise unter dem Bandenrahmen. Es
zeigt sich also, daß sich außer diesen Mängeln bzw. Unbequemlichkeiten in der Benutzung
des Billards als Tisch eine wesentliche Verteuerung gegenüber einem Gebrauchstisch
ergibt.
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Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, die Bauart eines solchen
Billardgebrauchstisches so zu vereinfachen und zu verbessern, daß die Mängel in
der Benutzung vermieden, also die Qualität des Billards gesteigert und trotzdem
der Preis so gering gestaltet werden kann, daß er nicht viel mehr als ein gewöhnlicher
Tisch gleicher Bauart kostet und damit auch in einfacheren Haushaltungen Eingang
findet. Die Erfindung besteht zu diesem Zwecke darin, daß das Billard als Ausziehtisch
mit in .der Längsrichtung ausziehbaren Abdeckplatten ausgebildet wird, indem an
den Längsbalken des die Banden haltenden Rahmens Führungsnuten für an der Unterseite
von Abdeckplatten vorgesehene Führungsteile angeordnet und so ausgebildet sind,
daß die Abdeckplatten sich sowohl nach den Stirnseiten hin ohne weiteres ganz abziehen
als auch nur so weit voneinander entfernen lassen, daß zwischen ihnen auch Einlegeplatten
zur Vergrößerung der Tischfläche einlegbar sind. Die Führungen selbst werden zweckmäßig
untergriffig ausgebildet und vertieft in Nuten angeordnet. Insbesondere bestehen
sie aus durchgehenden flachen Metallschienen, die sich nach oben erweitern und auf
erhöhten Stegen innerhalb der Nut befestigt sind. Sie fallen daher auch nicht auf
und stören beim Spielen nicht. Auch die mit den Schienen zusammenarbeitenden Führungsteile
auf der Unterseite der Abdeckplatten werden zur Erleichterung der Führung und auch
zur Versteifung der Abdeckplatten als lange U-förmige Schienen ausgebildet, die
mit ihren einwärts geneigten Schenkeln die Schiene übergreifen.
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Eine solche Gestaltung übertrifft bei weitem hinsichtlich Billigkeit
und Gebrauchsfähigkeit die bekannte Anordnung. Bandenrahmen und Boden sind gegeneinander
absolut fest verbunden, so daß Verwerfungen nicht fühlbar werden können und alle
die obenerwähnten Nachteile wegfallen, die ein gutes Spiel beeinträchtigen. Bei
der Benutzung als Tisch bieten die Abdeckplatten ebenfalls eine absolut sichere
Stützfläche, an der man auch den Tisch bei Vornahme von Platzveränderungen in bei
Tischen üblicher Weise erfassen kann. Die Abdeckplatten sind vermöge der besonderen
Führungsgestaltung, die an sich bei Ausziehtischen bekannt ist, auch dann fest mit
dem Tischgestell verbunden, wenn sie so weit voneinander entfernt sind, daß noch
zwischen ihnen Einlegeplatten Platz finden sollen. Der Erfindungsgegenstand hat
eben überhaupt alle Vorteile, die ein Ausziehtisch gegenüber einem Tisch bietet,
dessen Fläche durch Ansteckplatten vergrößert wird, und ist gerade darum geeignet,
an Stelle des gebräuchlichen Ausziehtisches zu treten. Vor allen Dingen ist aber
auch der empfindlichste Teil, der Billardboden, durch diese Anordnung der Abdeckplatten
so geschützt, daß selbst Verletzungen z. B. durch vergossene Flüssigkeiten nicht
zu befürchten sind. Endlich bietet sich bei dieser Gestaltung zwischen Abdeckplatten
und Billardboden ein Raum zur Unterbringung,der Queues, Kegel und Bälle.
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Da es nun darauf ankommt, das äußere Aussehen des Ausziehtisches zu
wahren, so besteht ein besonderes Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
darin, daß der Bandenrahmen in etwa Tischblattstärke flach gehalten und der Billardboden
innerhalb des Zargenrahmens an einem Verstärkungsrahmen angeordnet wird. Diese Gestaltung
trägt besonders zur Billigkeit des Erfindungsgegenstandes bei.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
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Fig. i ist eine Vorderansicht.
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Fig. 2 ist ein Grundriß des ausgezogenen Tisches.
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Fig. 3 ist ein Schnitt durch die Seitenansicht.
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Fig. q. ist ein Grundriß des Billards.
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Fig. 5 ist ein senkrechter Schnitt durch eine Seite des Tisches in
größerem Maßstab. Als Beispiel ist ein einfacher eichener Ausziehtisch mit Klotzfüßen
in der Größe i 3o X 8o gewählt. Es sind natürlich auch alle anderen Ausführungen
und Größen eingeschlossen.
Das aus den Füßen und einem Zargenrahmen
bestehende Tischgestell a, dessen Längszargen mit a' bezeichnet sind, trägt oben
einen flachen Blattrahmen b. In den Längsseiten b' des Blattrahmens sind
Nuten d
eingearbeitet, in denen eine Gleitführung vorgesehen ist, an der sich
die Abdeckplatten c führen; z. B. ist auf einer stehengebliebenen erhöhten Leiste
h eine sich nach oben erweiternde metallische Schiene i befestigt. Diese wird von
einer U-förmigen, mit der Öffnung nach unten liegenden U-Schiene k umklammert, die
als Gleitschiene an den Abdeckplatten c befestigt ist. Die Abdeckplatten c können
daher frei nach den Stirnwänden des Tisches hin abgezogen, aber auch nur so weit
voneinander entfernt werden, daß zwischen ihnen die Einlegeplatten e Platz finden
(Fig.25).
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Unter dem flachen Blattrahmen b ist ein Verstärkungsrahmen l befestigt
und an diesem der Billardboden f in Gestalt eines beispielsweise fünffach verleimten
und imprägnierten Sperrholzblattes oder aus einem anderen geeigneten Material. Die
Banden g sind innerhalb des flachen Blattrahmens b angeschraubt, und zwar durch
Schrauben m, oder von unten mit dem Billardboden f verschraubt.