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Verfahren zur Reproduktion von Vorlagen in Halhtonmanier Vorliegende
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reproduktion von Vorlagen in Halbtonmanier,
bei welchem d%e# Retusche in einem von der Vorlage hergestellten photographischen
Negativ vorgenommen wird.
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Soll irgendeine Vorlage in Halbtonmanier durch Zuhilfenahme der Photographie
reproduziert werden, so wird zunächst ein photographisches Negativ hergestellt.
Selbst wenn dieses Negativ in jeder Hinsicht, d. h. soweit es technisch möglich
ist, der Vorlage entspricht, ist es notwendig, daß die Unvollkommenheiten, welche
sich durch das photographische Aufnahmeverfahren ergeben, durch manuelle Arbeit
auf dem Negativ korrigiert werden. Wird ein normales Negativ ohne irgendwelche Retuschearbeit
für die Hexstellung von Druckformen verwendet, so zeigt der Druckabzug ein. flaues;
monotones Bild, es sei denn, daß eben dieser Verlust ran Originalgetreue mit unnatürlichen
Mitteln auf der Druckform korrigiert wird, was jedoch nur bis zu einem gewissen
Grade möglich ist. Einer photographischen Reproduktion ohne Retusche fehlt in der
Tiefe die Kraft und Zeichnung und in den hellsten Partien die Klarheit und Schärfe.
Es ist daher Aufgabe des Retuschierers, diese Mängel zu beheben, indem das Negativ
durch zweckmäßige Retuschemittel bearbeitet wird. Die bisherige Technik der Negativretusche
beschränkt sich vorwiegend auf ein Verstärken der negativen Töne, was somit ein
Aufhellen des betreffenden Farbtones im Druckabzug bewirkt. Es hängt von der Geschicklichkeit
des Retuschierers ab, diese Korrekturen derart auszuführen, daß der Charakter des
Originals möglichst gewahrt wird. Weit schwieriger ist es, wenn im Negativ partielle
Bildpartien oder Details abgeschwächt werden sollen, um im Druckabzug einen kräftigeren
Ausdruck zu erwirken. Solche Korrekturen sind nur möglich, indem die betreffenden
Bildpartien mit einem Abschwächemitte#] oder aber mit dem Schaber o. dgl. gemildert
werden, um eine erhöhte Transparenz der betreffenden Stellen zu erwirken. Eine solche
Bearbeitung der Tiefenpartien ist ab.e.r,äußerst umständlich und sehr unberechenbar,
so d.aß die Ausführungsmöglichkeiten äußerst beschränkt sind.
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Aus diesem Grunde wird vielfach bei Negativen, welche eine weitgehende
Retusche verlangen, der indirekte Weg eingeschlagen, wonach vom Negativ noch ein
Diapositiv hergestellt wird. Während die Retuschearb@eit auf dem Negativ nur ein
Aufhellen der Druckpartien erwirkt, ermöglicht das Diapositiv eine Verstärkung der
Bildpartien, so daß eine Retusche auf dem Negativ oder auf dem Diapositiv nur in
dieser oder jener Richtung erreicht wird.
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In der Herstellung von Halbton- oder Rasternegativen für Mehrfarbendruck
ist es bekannt, ein Teilpositiv auf .eine weiße; reflektierende Unterlage zu bringen
und die anderen in den entsprechenden Farbtönen darüber, um so das positive Gesamtbild
zu .erhalten.
Sind Retuschen erforderlich, so wird :eine Aufhellung
im Negativ des betreffenden Teilbildes vorgenommen, eine Verstärkung im Positivteilbild.
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Ferner ist es bekannt, zu Plakatzwecken Papiernegative zu, verwenden
und @erforderlichenfalls diese Negative zu retuschieren. Solche Negative kommen
wegen der durch das Papierkorn erfolgenden Störungen im Gesamtbild für Qualitätsarbeit
nicht in Betracht, und überdies werden solche Negative direkt zur Herstellung von
Lichtdruckformen verwendet.
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Wird schon die Retuschearbeit infolge der sehr begrenzten Retuschierbarkeit
des Negativs bei einfarbigen Vorlagen sehr erschwert, so macht sich diese Unvollkommenheit
bei mehrfarbigen Reproduktionen in erhöhtem Maße bemerkbar. Hier müssen, besonders
bei unbestimmten Farbtönen, fast sämtliche Bildpartien verstärkt oder gemildert
werden, so daß die Retusche auf dem Negativ nicht so vollkommen ausgeführt werden
kann, um ein kopierfertiges Diapositiv zu erhalten.
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Bei Rasteraufnahmen (Diapositiven) irgendwelcher Art, wie diese z.
B. für den Offsetdruck verwendet werden, wird die ohnehin schon unberechenbare Retuschearbeit
noch weiter erschwert, weil die Schärfe der in Punkte zerlegten Töne darunter leidet.
Sollen Rasterpunkte verstärkt, also breiter gestaltet, werden, so ist dies nur halbwegs
möglich, da die. Retuschemittel ledig Uch eine so@genannte 'Hofbildung hervorrufen.
Durch diese Erscheinung ist es nicht möglich, den Tonwert genau zu bestimmen, so,
daß die fertige Kopie zumeist eine vom Rasternegativ oder Rasterdiapositiv abweichende
Tonwirkung zeigt. Müssen hingegen Rasterpunkte durch die Retusche spitzer gehalten
werden, so besteht die Gefahr, daß die abgeschwächten Rasterpunkte an Kraft verlieren,
wodurch eine scharfe Kopie ebenfalls unmöglich ist.
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Durch das Verfahren nach vorliegender Erfindung sollen nun diese Nachteile
behoben werden, und zwar dadurch, daß als Träger der lichtempfindlichen Schicht
,eine vorzugsweise weiße oder höchstens in einem hellen Farbton gehaltene Unterlage
verwendet wird, welche sowohl eine Retusche der Tiefen als auch der Lichter der
Negativschicht ermöglicht, und dieses retuschierte Negativ mittels photographischer
Aufnahme reproduziert wird. Als Träger der lichtempfindlichen Schicht wird an Stelle
des klaren Film- oder Glasmaterials zweckmäßig eine vollkommen Weiße Unterlage verwendet,
so daß die hellsten Negativtöne als weiße Flächen erscheinen. Dadurch ist es möglich,
das Negativ gleichzeitig auf Licht und S.cthatten ' zu retuschieren. Das Bearbeiten
der negativen Töne, welche im Druckabzug @einLe helle Wirkung hervorrufen, erfolgt
" wie bisher durch irgendein Retuschemittel, z. B. Farbe, Graphit o. dgl., während
das Verstärken der dunklen Tonwerte mit heller Farbe o. dgl. erfolgt, was sich im
Druckabiug je nach dem Grad der Retusche als dunkle Partie auswirkt. Der Retuschierer
kann somit die Gesamtretusche, welche für die Bearbeitung der photographischen Aufnahme
erforderlich ist, auf dem Negativ vereinigen, so daß nach diesem durch Photographieren
des retuschierten Negativs direkt ein kopierfertiges Diapositiv hergestellt werden
kann. Auch bei Qualitätsarbeiten kann der indirekte Weg umgangen werden, indem :nicht
mehr wie bisher vom Negativ ein Diapositiv hergestellt werden muß, um dunkle Tonwerte
bearbeiten zu können. Durch diese Art Retusche wird nicht nur die Bearbeitung einfarbiger
Arbeiten, sondern vor allem die Farbenretusche ganz bedeutend vereinfacht und verbilligt.
Es ist daher möglich, daß selbst bei schwierigen Farbenauszügen die Gesamtretusche
auf dem Negativ ausgeführt werden kann, so daß auch bei Dzuckverfahreu, welche Rasterdiapositive
erfordern, durch Photographieren der so retuschierten Negative mit vorgeschaltetem
Rasur direkt kopierfertige Diapositive erhalten werden. Infolge der Ausschaltung
der Retusche bei gerasterten Diapositiven wird die Punktschärfe nicht beeinflußt,
wodurch absolut scharfe Kopien möglich sind-Da die einzelnen Teilnegative eines
Farbenauszuges in der Größe haargenau zuein.-ander passen müssen, wird die lichtempfindliche
Schicht mit weißer Unterlage am zweck- , mäßigsten auf eine nicht dehnbare .Masse,
z. B. auf Metall o. dgl., gebracht. Um die Bruchgefahr zu umgehen, kann als Träger
der weißen Schicht ebenfalls eine Unterlage aus einem unzerbrechlichen Stoff verwendet
werden. a Gegebenenfalls kann die weiße Unterlage als Zwischenschicht auf einer
formbeständigen oder unzerbrechlichen Masse aufgetragen werden, wobei die äußerste
Schicht durch; die auf die weiße Schicht aufgebrachte lichtempfindliche Schicht
gebildet wird. Durch die weiße Unterlage ist es auch möglich, daß das fertigretuschierte
Negativ direkt auf die Druckform reproduziert werden kann.
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Anstatt in vollkommen weißem Ton könnte die Unterlage auch in einem
hellen Farbton, z. B. in Hellblau, gehalten seift. Das vorliegende Verfahren läßt
sich in Verbindung mit irgendeinem Druckverfahren, wie Tiefdruck, t Offset, Ein-
und Mehrfarbendruck usw., anwenden.