KAISERLICHES 7i
PATENTAMT.
In dem aus einem hohlen Cylinder (beispielsweise aus Rohr) gefertigten Federhalter f
(s. beiliegende Zeichnung) befindet sich eine mit staubartigem Farbstoff (Kohle, Kreide
oder dergleichen) gefüllte Röhre r, in welcher der Länge nach ein feiner Schlitz t gelassen
ist. Dieser wird durch eine runde Bürste b verschlossen, welche gleichzeitig auf der gegenüberliegenden
Seite einen Schlitz s in der Wandung des hohlen Federhalters f bedeckt.
Liegt der Halter f mit seinem Schlitz s auf einem Blatt Papier, so wird bei geringer Längs-Verschiebung
der Bürste b etwas Farbstoff aus dem Schlitz t der Röhre r durch die Bürste b
und durch den Schlitz s des Federhalters auf das Papier gelangen und so eine gerade Linie
erzeugen.
Die Bewegung der Bürste b geschieht beim Auflegen des Halters f durch Eindrücken des
vorstehenden Zapfens Z, welcher einen in der Höhlung des Halters liegenden Keil i verschiebt,
wodurch die an der Bürste b befindliche schräge Platte ρ bezw. die Bürste b selbst
seitlich verschoben wird. Lä'fst der Druck auf den Knopf Z nach, so wird die Bürste b durch
die am anderen Ende befindliche kleine Schraubenfeder α wieder zurückgeschoben und
auch die schräge Platte ρ mit dem Keil i und dem Zapfen Z wieder vorgedrückt.
Zwecks Füllens der Röhre r ist das hintere Ende des Halters durch den abnehmbaren
Knopf ο verschlossen. Auf angegebene Art werden ohne jeglichen Druck auf das Papier
leichte Linien auf demselben erzeugt, die durch Wegblasen sofort wieder zu entfernen sind.
Es wird dies bei feinen lithographischen Arbeiten, wo gezogene Linien nicht angewendet
werden können oder das Wegwischen der Linien durch Gummi nicht statthaft ist, von
Nutzen sein.
Patent-A ν spruch:
Ein Federhalter, in dessen bei s geschlitztem Rohr / eine mit Schlitz t versehene Röhre r
und eine runde Bürste b liegt, um durch Andrücken eines Keiles i gegen das Vorderende
der hinten mit einer Schraubenfeder α verbundenen Bürste b Farbpulver durch Schlitz s
auf das Papier zu bringen.