KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 68: Schlosserei.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Schliefsvorrichtung für Güterwagen, bei
welcher ein sehr sicherer Verschlufs durch eine sehr leichte Handhabung erzielt werden soll.
In der beiliegenden Zeichnung ist -die Construction in den Fig. 1 und 2 dargestellt, und
zwar in Fig. 1 in der Schlufslage und in Fig. 2 im Begriff des Oeffnens, während Fig. 3 eine
Oberansicht zeigt.
Am Wagenrahmen ist das Gehäuse G befestigt, in welchem ein Riegel A und ein
Schlüsselzapfen α mit Bart b angeordnet sind, während an der Schiebethür des Wagens sich
der in d drehbare Fanghaken F befindet. Letzterer läfst sich durch eine Oeffnung e in
das Gehäuse G einführen, ist am Ende mit dem Ausschnitt f versehen und correspondirt
mit dem rechtsseitigen Stirnende des Riegels yl. Dieser ist. in der Mitte vertical über der
Schlüsselöffnung auf einem Stift g drehbar angeordnet. Der Bart b läfst sich in dem unteren
Ausschnitt bl des Riegels A bewegen. Der
Ausschnitt s dient am Stirnende für das Unterfassen des Fanghakens F, während der Vorsprung
s1 zum Anschlag behufs Niederdrückens von A Verwendung findet.
Die Wirkungsweise ist nun die folgende:
Bei der Offenlage ist der drehbare Fanghaken F aus dem Gehäuse G ausgehoben, wie
es in Fig. 2 punktirt dargestellt ist, und es kann nunmehr die Schiebethür des Wagns
zurückgezogen werden.
Die Gehäusetheile nehmen dann die in Fig. 2 dargestellte Stellung ein. , Soll nun der
Verschlufs hergestellt werden, so schlägt man den Fanghaken F in das Gehäuse G hinein.
Hierbei stöfst die Vorderkante desselben auf den schräg liegenden Riegelvorsprung s\ der
Riegel A schwingt bei weiterem Druck und, wenn gleichzeitig der Schlüsselbart b nach links
gedreht wird, nach unten aus, und der Fanghaken legt sich, indem er unterhakt, fest und
sicher in die Aussparung s, wie es in Fig. 1 gezeigt ist.
Soll, umgekehrt, geöffnet werden, so dreht man den Schlüsselzapfen α mit dem Bart nach
rechts unter gleichzeitigem Anspannen des Fanghakens F, wobei sich dann der Riegel A
schräg einstellt, der Fanghaken aufser Eingriff mit diesem kommt und leicht aus dem Gehäuse
G gehoben werden kann.
Patenτ-Anspruch:
Ein Eisenbahngüterwagen-Thürschlofs, bestehend aus dem am Wagenrahmen festen Gehäuse
G mit dem um Zapfen g drehbaren Riegel A, der vom Bart b des Schlüsselzapfens a
festgestellt und freigegeben werden kann und dessen Stirnseite mit Ausschnitt s und Vorsprung
s1 versehen ist, gegen den sich ein an der Thür um Zapfen d drehbarer Fanghaken F
derart bewegen läfst, dafs derselbe nach Ein^ werfen in das Gehäuse G zunächst gegen den
Vorsprung s1 stöfst, bei weiterem Druck aber, wenn gleichzeitig der Schlüsselbart b gedreht
wird, den Riegel A niederschwingt und sich hierbei in den Riegelausschnitt s fest einlegt.