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Die
vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von N,N'-Dibenzylethylendiamin-N,N'-diessigsäurederivaten
als Wirkstoffe gegen Schadstoffe (Anti-Pollutions-Wirkstoffe), wobei
sie topisch angewandt werden, sowie ein Verfahren zur kosmetischen
Behandlung unter Verwendung dieser Derivate.
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Metallionen
sind in Form von Spuren als essentielle Nährelemente für den Organismus
wichtig. Beispielweise erfordern mehrere Abläufe unter Beteiligung von Polypeptiden,
wie enzymatische, strukturelle und immunologische Funktionen, metallische
Cofaktoren.
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Andere
Metallionen und insbesondere Schwermetallionen können jedoch diese Abläufe verändern, wenn
sie in nicht-physiologischen Konzentrationen vorliegen. Die übermäßige Exposition
gegenüber
Metallen aus der Umgebung kann daher zu toxischen Effekten führen.
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In
Industrienationen durchgeführte ökologische
Studien zeigen, dass die in der Atmosphäre vorhandenen Metallmengen
ansteigen. Durch die Aufnahme von kontaminierten Nahrungsmitteln
und Exposition gegenüber
in der Atmosphäre
vorhandenen Metallen erhöht
sich die Menge der Metallionen in den Geweben der Organismen.
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Die
Akkumulierung der Schwermetalle kann extrem gefährlich sein; ihre Toxizität rührt zum
Teil von der Veränderung
der Tertiär-
und Quartärstruktur
der Proteine, die zu einer Verminderung ihrer katalytischen Aktivität führt. Die
veränderten
Proteine können
zu Antigenen werden und eine Immunantwort hervorrufen. Sie werden
dann vom Organismus als fremde Polypeptide erkannt und können zu
Autoimmunantworten führen.
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Ein
weiterer Mechanismus, der für
die toxischen Wirkungen der Metalle verantwortlich ist, ist die
kompetitive Substitution von natürlichen
physiologischen Cofaktoren durch Schwermetalle in nicht-physiologischen Konzentrationen.
Die Kontrolle der umweltverschmutzenden Schwermetalle in der Atmosphäre ist daher
wesentlich, um den mit der Exposition gegenüber Metallen in Beziehung stehenden
Krankheiten vorzubeugen.
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Wegen
der steigenden Belastung der Umwelt durch Schwermetalle und ihre
ubiquitäre
Gegenwart im Ökosystem
stellen die Haut, die Haare und die Schleimhäute, die zugänglich sind,
die größte Kontaktfläche dar
und fördern
daher die Akkumulierung der Metalle und ihre spätere Absorption im Organismus.
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Einige
Metalle und metallische Verbindungen, die in technischen Erzeugnissen,
chemischen Produkten, Schmuckstücken,
Kleidungsstücken,
Arzneimitteln, Farbstoffen und Reinigungsmitteln enthalten sind, sind
am Hautgewebe bei primären
Irritationen, allergischen Reaktionen und Karzinogenität involviert.
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In
der Umwelt besonders zu beanstandende Metalle sind Kupfer, Cobalt,
Zink, Mangan, Quecksilber, Nickel, Blei und Cadmium.
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Der
durch Dermatitis bei Metallen verursachte Hautauschlag ist ein Problem,
das bei Personen anzutreffen ist, die hohen Mengen bestimmter Metallionen
ausgesetzt sind. Die Exposition gegenüber Nickel in der Umgebung
liegt vielfach an der häufigen
Verwendung dieses Metalls in Schmuckstücken, Uhrenarmbändern und
Knöpfen
an Kleidungsstücken.
Die Sensibilisierung gegenüber
Nickel mit dem gleichzeitigen Auftreten von Dermatitis stellt bei
einigen Berufe eine industrielle Gefährdung dar.
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Im Übrigen ist
die Abscheidung der Metalle auf den Haaren ein unvermeidliches Phänomen. Das
Haar stellt einen starken Absorber für Metalle dar. Die Fixierung
ist so stark, dass diese Metalle, wenn sie an den anionischen Stellen
der Keratinfaser angehaftet und fixiert sind, schwierig zu entfernen
sind. Das Ausmaß der Fixierung
der Metalle auf dem Haar hängt
im Allgemeinen von mehreren Faktoren ab, wie der Größe der Faser, ihrer
Porosität
und der Expositionszeit. Metalle wie Kupfer, Blei und Eisen können sich
auch auf chemische Behandlungen auswirken, wie beispielsweise Färbungen
und permanente Verformungen der Haare.
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Einige
kosmetische Produkte enthalten Metalle wie Magnesium, Kupfer oder
Eisen. Die Absorption der Metalle durch die Keratinfasern kann chemische
Behandlungen beeinträchtigen,
wie Färbungen,
Entfärbungen
oder die Wirkungen von dauerhaften Verformungen. Diese Störungen können zu
Problemen bei Färbungen
oder zu Niederschlägen
führen,
wie dies in dem amerikanischen Patent US-5 635 167 erläutert wurde.
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Es
wurde gezeigt, dass einige Schwermetalle in die Haut eindringen
und sich anreichern (A.B.G. Landsdown, Critical Reviews in Toxicology,
1995, 25:397–462).
Sie können
in hohen Konzentrationen an den Lipidmembranen zu Oxidationsmechanismen
führen,
eine direkte Cytotoxizität,
die zu Zellnekrose und Alkylierung der Nucleophilen der Zellen führen kann,
welche der Ursprung von Sensibilisierungs- oder Karzinogenesephänomenen
sein kann. (S.J. Stochs und D. Bagchi, Free Radical Biology and
Medicine, 1995, 18:231–336; M.E.
Figueiredo Pereira und Kollegen, The Journal of Biological Chemistry,
1998, 21:12703–12709;
N.L. Acan und Kollegen, 1995, Biochemical and Molecular Medicine,
54:33–37).
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Es
gibt daher ein Bedürfnis
nach Zusammensetzungen, die die schädlichen Wirkungen verhüten können, die
durch Schadstoffe verursacht werden, und die die Keratinsubstanzen
schützen
können.
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Es
wurden bereits Lösungen
bei der kosmetischen und therapeutischen Behandlung in Betracht
gezogen. Es hat sich herausgestellt, dass Verbindungen mit Schwefelgruppen
sich wie Maskierungsmittel für Schwermetalle
verhalten, beispielsweise Metallothioneine (
EP 0 557 042 A1 ) oder Aminosäuren mit
schwefelhaltigen Gruppen (Patentanmeldung
EP 0 914 815 A1 ).
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In
der Patentanmeldung GB 2333705 A wird die Verwendung von Ethylendiamindibernsteinsäure in Zusammensetzungen
zur Behandlung von Irritationen der Haut durch Schwermetalle erwähnt.
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Im Übrigen beschreibt
die Patentanmeldung WO 94/11338 die Verwendung von N-Arylmethylenethylendiamintriacetat,
N-Arylmethyleniminodiacetat oder N,N'-Diarylmethylenethylendiaminacetat gegen
oxidativen Stress, d. h. ihre therapeutische Verwendung zur Behandlung
von Krebs, entzündlichen
Zuständen,
Ischämie/Reperfusion,
Erkrankungen des Nervensystems und ihre Verwendung gegen Alterung.
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Kürzlich wurden
N,N'-Dibenzylethylendiamin-N,N'-diessigsäurederivate
als Wirkstoffe für
die Depigmentierung der Haut eingesetzt (
EP 0820763 ).
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In
der Druckschrift US-A-5 703 095 ist die Verwendung von Verbindungen
der Formel (I) zur Bekämpfung
von oxidativem Stress beschrieben worden (siehe Anspruch 1).
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Die
Aufgabe besteht also darin, die Haut gegen Metalle und deren schädliche Wirkungen
zu schützen, die
bei städtischer
Luftver schmutzung auftreten, indem Wirkstoffe ausgewählt werden,
die wirksam sind, um diese Wirkungen zu bekämpfen und/oder das Eindringen
der Metalle in die Haut zu verhindern.
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Es
hat sich nun überraschend
herausgestellt, dass durch die Verwendung von N,N'-Dibenzylethylendiamin-N,N'-diessigsäurederivaten
die Keratinsubstanzen gegen die Wirkungen von Schadstoffen geschützt werden
können.
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Die
N,N'-Dibenzylethylendiamin-N,N'-diessigsäure weist
weniger Nebenwirkungen als andere komplexierende Moleküle auf,
wie Deferoxamin, EHPG oder DTPA. Außerdem besitzt dieses Molekül antioxidierende
Eigenschaften.
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Dieses
Molekül
kann also Keratinsubstanzen gegen die Wirkungen von Schadstoffen
schützen
und mit Eisen Komplexe mit einer niedrigen Assoziationskonstante
bilden, wodurch die toxikologischen Risiken vermindert werden, die
mit einer Störung
des Zellmetabolismus verbunden sind.
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Durch
das topische Aufbringen des Moleküls in seiner nicht veresterten
Form kann der Wirkstoff extrazellulär gehalten werden, wodurch
einerseits die Gefahr der Wechselwirkung mit intrazellulären zweiwertigen
Ionen begrenzt und andererseits eine Konzentration durch Metallkomplexbildung
vermieden wird, die beim Eindringen in die Zelle stattfindet.
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Diese
Derivate ermöglichen
eine bessere Zellregenerierung sowie die Rückkehr zur Homöostase,
wodurch gesündere
Keratinsubstanzen erhalten werden können.
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Die
Erfindung betrifft daher hauptsächlich
die Verwendung mindestens eines Derivats von N,N'-Dibenzylethylendiamin-N,N'-diessigsäure als
Wirkstoff gegen Schadstoffe und vorzugsweise als kosmetischer Wirkstoff
gegen Schadstoffe, wobei die Derivate topisch aufgebracht werden.
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Unter
einem kosmetischen Wirkstoff gegen Schadstoffe (oder Anti-Pollutions-Wirkstoff)
werden Wirkstoffe verstanden, die die Haut und die Keratinsubstanzen
in einer solchen Weise zu schützen
vermögen,
dass den schädlichen
Wirkungen von Metallen vorgebeugt und/oder diese abgeschwächt und/oder
unterdrückt
werden können.
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Die
Derivate entsprechen insbesondere den Verbindungen der Formel (I)
worin X COOH oder einen Ring
bedeutet, worin Z
1, Z
2 und Z
3 unabhängig
voneinander H, OR oder R bedeuten können, wobei R eine geradkettige
oder verzweigte, gesättigte
oder ungesättigte,
gegebenenfalls substituierte C
1-8-Alkylgruppe
ist, oder einem Salz, einem Metallkomplex oder einem Ester dieser
Derivate.
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Die
C1-8-Alkylgruppe ist vorzugsweise eine gesättigte C1-4-Gruppe, beispielsweise Methyl, Ethyl,
Isopropyl oder t-Butyl.
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Von
den möglichen
Substituenten sind beispielsweise die Hydroxygruppe und die Halogene
zu nennen.
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Von
den Salzen können
die Additionssalze mit einer anorganischen oder organischen Säure angegeben
werden, beispielsweise Schwefelsäure,
Salzsäure,
Salpetersäure,
Phosphorsäure
oder Essigsäure,
und die Additionssalze mit einer anorganischen oder organischen
Base, wie Natriumhydroxid, Kaliumhydroxid oder Triethanolamin.
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Von
den Metallkomplexen sind die Komplexe zu nennen, die beispielsweise
durch Zugabe von ZnCl2 oder CaCl2 gebildet werden.
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Als
Ester kommen insbesondere der Methylester und der Ethylester in
Betracht.
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Die
gemäß der vorliegenden
Erfindung verwendeten Verbindungen können nach den Verfahren hergestellt
werden, die in WO 94/ 11338 beschrieben sind.
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Das
Derivat der Formel (I) wird vorzugsweise unter N,N'-Di-(3-hydroxybenzyl)-ethylendiamin-N,N'-diessigsäure und
N,N'-Di-(3,4,5-trimethoxybenzyl)-ethylendiamin-N,N'-diessigsäure ausgewählt.
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Die
Derivate der Formel (I) werden erfindungsgemäß verwendet, um Keratinsubstanzen
vor den Wirkungen von Umwelt verschmutzenden Metallen oder Halbmetallen
zu schützen.
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Im
Rahmen der vorliegenden Erfindung werden unter Keratinsubstanzen
insbesondere die Haut, die Kopfhaut, die Haare, die Wimpern, die
Augenbrauen, die Nägel
und die Schleimhäute
verstanden.
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Die
Derivate der Formel (I) werden wegen ihrer Zellschutzwirkung für Keratinsubstanzen
gegenüber schädlichen
Metallen oder Halbmetallen verwendet.
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Sie
werden auch als Wirkstoffe gegen Schadstoffe verwendet, um die Zellregenerierung
zu verbessern und in den Keratinsubstanzen zur Homöostase zurückzukommen
und so schließlich
gesündere
Keratinsubstanzen zu erhalten.
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Die
Erfindung bezieht sich auch auf die Verwendung mindestens eines
Derivats der oben definierten Formel (I) oder eines Salzes, Metallkomplexes
oder Esters eines solchen Derivats in einer Zusammensetzung und
vorzugsweise kosmetischen Zusammensetzung für die topische Anwendung gegen
Schadstoffe oder zur Herstellung solcher Zusammensetzungen.
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Es
hat sich herausgestellt, dass die erfindungsgemäß verwendeten Zusammensetzungen
ferner hinsichtlich der Stabilität
sehr gute Eigenschaften besitzen und keine Toxizitätsprobleme
aufwerfen, die mit einer Störung
des Zellmetabolismus zusammenhängen.
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Die
erfindungsgemäße Zusammensetzung
gegen Schadstoffe kann 0,005 bis 10 % und vorzugsweise 0,1 bis 5
Gew.-% der Verbindung der Formel (I), bezogen auf das Gesamtgewicht
der Zusammensetzung, enthalten.
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Die
erfindungsgemäß verwendete
Zusammensetzung kann ferner mindestens eine weitere Anti-Pollutions-Verbindung
enthalten.
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Diese
ist insbesondere unter den Anthocyanen und/oder deren Derivaten,
Verbindungen, die eine Thioetherfunktion, Sulfoxidfunktion oder
Sulfonfunktion enthalten, Ergothionein und/oder seinen Derivaten,
Metallchelatbildnern, Antioxidantien und Zellextrakten von Pflanzen
aus der Familie der Pontederiaceae ausgewählt. Von den Antioxidantien
werden insbesondere Polyphenole und unter anderem Ellagsäure gewählt.
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Die
erfindungsgemäß verwendete
Zusammensetzung, die vorzugsweise eine kosmetische Zusammensetzung
ist, kann ferner ein kosmetisch akzeptables Medium enthalten, das
insbesondere aus Wasser und/oder gegebenenfalls kosmetisch akzeptablen
organischen Lösungsmitteln
besteht. Die organischen Lösungsmittel
können
5 bis 98 % des Gesamtgewichts der Zusammensetzung ausmachen. Sie
können
unter den hydrophilen organischen Lösungsmitteln, lipophilen organischen
Lösungsmitteln,
amphiphilen Lösungsmitteln und
deren Gemischen ausgewählt
werden. Von den hydrophilen organischen Lösungsmitteln sind beispielsweise
die mono- oder polyfunktionellen Alkohole, wie geradkettige oder
verzweigte niedere Monoalkohole mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen, beispielsweise
Ethanol, Propanol, Butanol, Isopropanol und Isobutanol, Polyethylenglykole,
die gegebenenfalls ethoxyliert sind und 6 bis 80 Ethylenoxideinheiten
enthalten, Polyole wie Propylenglykol, Isoprenglykol, Butylenglykol,
Glycerin, Sorbit und seine Derivate, Mono- oder Dialkylverbindungen von
Isosorbid, deren Alkylgruppen 1 bis 5 Kohlenstoffatome aufweisen,
wie Dimethylisosorbid, Glykolether, beispielsweise Diethylenglykolmonomethylether
oder Diethylenglykolmonoethylether, und die Polypropylenglykolether,
beispielsweise Dipropylenglykolmethylether zu nennen.
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Von
den lipophilen organischen Lösungsmitteln
sind beispielsweise die Fettsäureester,
wie Diisopropyladipat, Dioctyladipat und die Alkylbenzoate zu nennen.
Von den amphiphilen organischen Lösungsmitteln kommen die Polyole,
beispielsweise Propylenglykolderivate (PPG), beispielsweise Polypropylenglykolester und
insbesondere die Ester von Polypropylenglykol und Fettsäuren, PPG
und Fettalkoholen, wie PPG-23-oleylether und PPG-36-oleat in Betracht.
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Damit
die erfindungsgemäßen kosmetischen
oder dermatologischen Zusammensetzungen angenehm anzuwenden sind
(weicher beim Aufbringen, nährender
und weicher machender) ist es möglich,
eine Fettphase in das Medium der Zusammensetzungen einzuarbeiten.
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Die
Fettphase kann vorzugsweise 0 bis 50 Gew.-% des Gesamtgewichts der
Zusammensetzung ausmachen.
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Die
Fettphase kann ein oder mehrere Öle
enthalten, die vorzugsweise unter den folgenden Verbindungen ausgewählt sind:
- – flüchtigen
oder nicht flüchtigen,
geradkettigen, verzweigten oder cyclischen, organo-modifizierten
oder nicht organo-modifizierten, wasserlöslichen oder fettlöslichen
Siliconen,
- – Mineralölen, wie
Paraffinöl
und Vaseline,
- – Ölen tierischer
Herkunft, wie Perhydrosqualen,
- – Ölen pflanzlicher
Herkunft, wie Süßmandelöl, Avocadoöl, Ricinusöl, Olivenöl, Jojobaöl, Sesamöl, Erdnussöl, Macadamiaöl, Traubenkernöl, Rapsöl und Kopraöl,
- – synthetischen Ölen, wie
Purcellinöl
und Isoparaffinen,
- – fluorierten
und perfluorierten Ölen,
und
- – Fettsäureestern,
wie Purcellinöl.
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Sie
kann auch einen oder mehrere Fettalkohole, eine oder mehrere Fettsäuren oder
ein oder mehrere Wachse (Paraffin, Polyethylenwachs, Carnaubawachs,
Bienenwachs) als Fettsubstanzen enthalten.
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Alle
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
können
außerdem
in bekannter Weise in der Kosmetik und Dermatologie übliche Zusatzstoffe
enthalten, beispielsweise herkömmliche
wässrige
oder lipophile Gelbildner und/oder Verdickungsmittel, hydrophile
oder lipophile Wirkstoffe, Konservierungsmittel, Antioxidantien,
Parfums, Emulgatoren, Hydratisierungsmittel, Pigmentierungsmittel,
depigmentierende Wirkstoffe, Keratolytika, Vitamine, Emollientien,
Maskierungsmittel, grenzflächenaktive
Stoffe, Polymere, Alkalisierungsmittel, Ansäuerungsmittel, Füllstoffe,
Radikalfänger
für freie
Radikale, Ceramide, Sonnenschutzfilter und insbesondere UV-Filter,
Insekten abwehrende Wirkstoffe, schlanker machende Wirkstoffe, Farbmittel,
Bakterizide und Antischuppenmittel.
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Die
Mengenanteile der verschiedenen Zusatzstoffe sind so, wie sie herkömmlich auf
den jeweiligen Gebieten verwendet werden.
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Der
Fachmann wird natürlich
die gegebenenfalls in die erfindungsgemäße Zusammensetzung einzuarbeitende(n)
Verbindungen) so auswählen,
dass die mit der erfindungsgemäßen Zusammensetzung
verbundenen vorteilhaften Eigenschaften durch den beabsichtigten
Zusatz nicht oder nicht wesentlich verändert werden.
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Die
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
können
in allen galenischen Formen vorliegen, die üblicherweise für eine topische
Anwendung eingesetzt werden, insbesondere als wässrige, wässrig-alkoholische oder ölige Lösung, Öl-in-Wasser-Emulsion,
Wasser-in-Öl-Emulsion,
multiple Emulsion, wässriges
Gel, öliges Gel,
flüssiges,
pastöses
oder festes wasserfreies Produkt, Dispersion von Öl in einer
wässrigen
Phase mithilfe von Kügelchen,
wobei die Kügelchen
Polymerna nopartikel wie Nanosphären
und Nanokapseln oder besser Lipidvesikel vom ionischen und/oder
nichtionischen Typ sein können.
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Die
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
können
mehr oder weniger fluide vorliegen und wie eine weiße oder
farbige Creme, eine Salbe, eine Milch, eine Lotion, ein Serum, eine
Paste oder ein Schaum aussehen.
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Sie
können
gegebenenfalls auch in Form von Aerosol auf die Haut aufgebracht
werden.
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Sie
können
ferner in fester Form beispielsweise als Stift vorliegen.
-
Sie
können
als Produkt zur Pflege und/oder als Produkt zum Schminken verwendet
werden.
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Die
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
können
einen pH-Wert im Bereich von 3 bis 8 und vorzugsweise 5 bis 7 aufweisen.
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Ein
weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur kosmetischen
Behandlung, das dazu vorgesehen ist, den Organismus gegen die schädlichen
Wirkungen der Schadstoffe zu schützen
und das darin besteht, auf die Keratinsubstanz mindestens ein Derivat
der oben definierten Formel (I) in einer kosmetisch wirksamen Menge
aufzutragen.
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Ein
weiteres erfindungsgemäßes Verfahren
zur kosmetischen Behandlung, das dazu vorgesehen ist, den Organismus
gegen die Auswirkungen der Umweltverschmutzung zu schützen, besteht
darin, auf die Keratinsubstanzen eine oben definierte kosmetische
Zusammensetzung aufzutragen.
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Die
folgenden Beispiele dienen dazu, die Erfindung zu erläutern, ohne
dass sie einschränkend
zu verstehen sind.
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BEISPIEL 1
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Schutzwirkung von N,N'-Bis-/3,4,5-trimethoxybenzyl)ethylendiamin-N,N'-diessigsäure
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I. Vorgehensweise
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Die
cytotoxische Wirkung von Cadmium auf humane Keratinocyten in Kultur
wird nach einem Messverfahren zur Lebensfähigkeit der Zellen ermittelt,
das als Test zum Einbau von Neutralrot bezeichnet wird (E. Borenfreund
und J.A. Puerner, Tissue Culture Methods, 1984, 9:7–9).
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Die
Untersuchung wurde an einer Monoschicht-Kultur von humanen Keratinocyten
aus chirurgischen Plastiken durchgeführt. Die Zellen werden in Kulturschalen
mit 96 Vertiefungen in einer Menge von 25 000 Zellen/cm2 in
100 μl Kulturmedium
(definiertes Medium ohne fetales Kälberserum, NR2, Biofluids)
ausgestrichen(J-3). Die Inkubationen erfolgen im Trockenschrank
bei 37 °C
in einer feuchten und mit 5 % CO2 angereicherten
Atmosphäre.
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Die
Zellen werden 24 h mit steigenden Konzentrationen (0, 10, 25, 50,
75, 100, 150 und 200 μM)
Cadmiumchlorid (CdCl2) alleine behandelt,
um seine Cytotoxizität
festzustellen. Parallel hierzu wird eine Behandlung unter den gleichen
Bedingungen jedoch in Gegenwart von N,N'-Bis-(3,4,5-trimethoxybenzyl)-ethylendiamin-N,N'-diessigsäure (100
und 50 μM)
durchgeführt.
Die Inkubationen erfolgen im Trockenschrank bei 37 °C in feuchter
Atmosphäre.
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Am
Ende der Kontaktzeit wird ein Test zum Einbau von Neutralrot durchgeführt und
eine spektrophotometrische Bestimmung bei 550 nm durchgeführt.
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Hierzu
werden die Zellen mit PBS Puffer gespült, um die Behandlungslösungen zu
entfernen; man gibt 100 μl
einer Lösung
von 0,5 mg/ml Neutralrot in dem Kulturmedium pro Vertiefung zu;
man inkubiert 3 h bei 37 °C
und 5 % CO2 unter feuchter Atmosphäre; man
spült mit
PBS; man fixiert mit einer Formol/Calcium-Lösung während einer Zeitspanne von
1 min; man extrahiert das Neutralrot mit 100 μl/Vertiefung einer Ethanol-Essigsäure-Lösung; die
optische Dichte wird bei 550 nm von dem Spektrophotometer abgelesen
und man berechnet die CdCl2 Konzentration,
die zu einer 50%igen Verminderung der Lebensfähigkeit = CI 50 führt.
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II. Ergebnisse
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Die
Ergebnisse sind Mittelwerte. Es werden drei unabhängige Experimente
und vier Messungen pro Experiment durchgeführt.
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Die
Ergebnisse, die als Konzentration angegeben sind, welche ein 50%iges
Absinken der Lebensfähigkeit
der Zellen hervorruft, sind in der folgenden Tabelle angegeben:
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Cytotoxizität von Cadmiumchlorid
für humane
Keratinocyten in Kultur in Gegenwart oder Abwesenheit von N,N'-Dimethylethylendiamin-N,N'-diessigsäure bei
zwei Konzentrationen: 50 μM
und 100 μM.
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-
Das
Cadmiumchlorid alleine weist eine hohe Toxizität mit einem CI.50 Wert von
39 μM auf.
In Gegenwart der N,N'-Dimethylethylendiamin-N,N'-diessigsäure vermindert
sich die Cytotoxizität
des Cadmiumchlorid signifikant (wobei dies einer Zunahme von CI.50
entspricht).
- - Bei 50 μM Schutzmittel vermindert sich
die Cytotoxizität
um einen Faktor 2,3.
- - Bei 100 μM
Schutzmittel vermindert sich die Cytotoxizität um einen Faktor 3,1.
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III. Schlussfolgerung
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Durch
ein biologisches in-vitro-Modell konnte gezeigt werden, dass ein
repräsentativer
Stoff aus der Gruppe der atmosphärischen
Umweltgifte, wie Cadmium, unter experimentellen Bedingungen eine
starke Toxizität
besitzt und dass N,N'-Bis-(3,4,5-trimethoxybenzyl)ethylendiamin-N,N'-diessigsäure die
Zellen in hohem Maße
vor der Toxizität
dieses Schadstoffs schützt.
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FORMULIERUNGSBEISPIELE
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Beispiel 1:
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Gemäß üblichen
Präparationstechniken
werden die unten genannten Bestandteile zur Herstellung einer Emulsion
vermischt.
| N,N'-Di-(3,4,5-trimethoxybenzyl)-ethylendiamin-N,N'-diessigsäure | 1
g |
| mit
50 mol Ethylenoxid ethoxyliertes Polyethylenglykol | 3
g |
| Monodiglycerylstearat | 3
g |
| Vaselineöl | 24
g |
| Cetylalkohol | 5
g |
| Wasser | ad.
100 g |
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Beispiel 2:
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In
gleicher Weise wird nach einem herkömmlichen Verfahren aus den
folgenden Verbindungen eine Emulsion hergestellt:
| N,N'-Di-(3-hydroxybenzyl)-ethylendiamin-N,N'-diessigsäure | 0,1
g |
| Octylpalmitat | 10
g |
| Glycerylisostearat | 4
g |
| Vaselineöl | 24
g |
| Vitamin
E | 1
g |
| Glycerin | 3
g |
| Wasser | ad.
100 g |
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Beispiel 3:
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Aus
den unten genannten Bestandteilen wird die folgende Zusammensetzung
hergestellt:
| N,N'-Di-(3-hydroxybenzyl)-ethylendiamin-N,N'-diessigsäure | 2
g |
| Jojobaöl | 13
g |
| Methyl-
und Isopropyl-p-benzoxybenzoat | 0,05
g |
| Kaliumsorbat | 0,3
g |
| Cyclopentadimethylsiloxan | 10
g |
| Stearylalkohol | 1
g |
| Stearinsäure | 4
g |
| Polyethylenglykolstearat | 3
g |
| Vitamin
E | 1
g |
| Glycerin | 3
g |
| Wasser | ad.
100 g |
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Beispiel 4:
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Aus
den genannten Bestandteilen wird die folgende Zusammensetzung hergestellt:
| N,N'-Di-(3-hydroxybenzyl)-ethylendiamin-N,N'-diessigsäure | 1,5
g |
| Paraffinöl | 13
g |
| Methyl-
und Isopropyl-p-benzoxybenzoat | 0,05
g |
| Kaliumsorbat | 0,3
g |
| Cyclopentadimethylsiloxan | 10
g |
| Ellagsäure | 0,1
g |
| Stearylalkohol | 1
g |
| Stearinsäure | 4
g |
| Polyethylenglykolstearat | 3
g |
| Vitamin
E | 1
g |
| Glycerin | 3
g |
| Wasser | ad.
100 g |